Muskelkrämpfe durch Levofloxacin: Ursachen und Behandlung

Antibiotika sind wichtige Medikamente zur Bekämpfung bakterieller Infektionen. Allerdings können bestimmte Antibiotika, insbesondere aus der Gruppe der Fluorchinolone wie Levofloxacin, unerwünschte Nebenwirkungen verursachen, darunter Muskelkrämpfe und Sehnenschäden. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Behandlungsmöglichkeiten und Präventionsstrategien von Muskelkrämpfen, die durch Levofloxacin ausgelöst werden können.

Einführung

Levofloxacin ist ein Antibiotikum, das zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Es gehört zur Klasse der Fluorchinolone, die für ihre breite Wirksamkeit gegen viele Bakterien bekannt sind. Allerdings können Fluorchinolone in seltenen Fällen schwerwiegende Nebenwirkungen verursachen, die die Sehnen, Muskeln, Gelenke und das Nervensystem betreffen.

Was ist eine Sehnenentzündung/Sehnenriss durch Antibiotika?

Bestimmte Antibiotika können zu Entzündungen und Rissen der Muskelsehnen führen. Ein unbehandelter Sehnenriss kann zu chronischen Schmerzen und dauerhaften Bewegungseinschränkungen führen. Deshalb ist eine rasche Behandlung essentiell.

Ursachen von Muskelkrämpfen durch Levofloxacin

Die genauen Mechanismen, durch die Levofloxacin Muskelkrämpfe verursacht, sind noch nicht vollständig geklärt. Es wird jedoch angenommen, dass mehrere Faktoren eine Rolle spielen können:

  1. Beeinträchtigung der Kollagenproduktion: Fluorchinolone können die Produktion von Kollagen beeinträchtigen, einem wichtigen Bestandteil von Sehnen und Muskelgewebe. Dies kann zu einer Schwächung der Sehnen und einer erhöhten Anfälligkeit für Entzündungen und Risse führen.
  2. Erhöhtes Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen: Systemisch und inhalativ angewendete Fluorchinolone können das Risiko für Aortenaneurysmen und -dissektionen erhöhen, insbesondere bei älteren Personen.
  3. Muskelschäden: Außer Statinen können auch Fibrate und Ezetimib, einige Antibiotika (zum Beispiel Levofloxacin, Cotrimoxazol, Isoniazid), Psychopharmaka (wie etwa Risperidon, Olanzapin, Venlafaxin, Mirtazapin), Antiepileptika (zum Beispiel Gabapentin, Pregabalin, Valproinsäure), Virostatika (wie Lamivudin, Tenofovir), Immuntherapeutika (etwa Interferon, Adalimumab, Nivolumab) sowie Theophyllin, Losartan und Isotretinoin eine Rhabdomyolyse auslösen. Auch der Konsum von einigen Suchtmitteln wie Heroin oder Alkoholexzesse kommen als Ursache infrage.

Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder, der Levofloxacin einnimmt, Muskelkrämpfe oder Sehnenschäden entwickelt. Das Risiko ist jedoch bei bestimmten Personengruppen erhöht, darunter:

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  • Ältere Menschen
  • Patienten mit Nierenerkrankungen
  • Patienten, die gleichzeitig Kortikosteroide einnehmen
  • Patienten mit vorbestehenden Sehnenerkrankungen

Welche Sehnen sind am häufigsten betroffen?

Kleinere Sehnen von kleineren Muskeln, z.B.

Welche Antibiotika können eine Sehnenentzündung/Sehnenriss auslösen?

Die Sehnenspezialisten von Lumedis haben sich auf die Behandlung der chronischer Sehnenentzündungen nach einem Antibiotikum spezialisiert. Nur wenn alle Einflußfaktoren für die chronische Entzündung der Sehne nach Antibiotika berücksichtigt werden, kann eine erfolgreiche Behandlung erfolgen. Die Spezialisten von Lumedis, insbesondere Dr.

Symptome von Muskelkrämpfen und Sehnenschäden

Die Symptome von Muskelkrämpfen und Sehnenschäden, die durch Levofloxacin verursacht werden, können vielfältig sein und variieren je nach Schweregrad der Schädigung. Zu den häufigsten Symptomen gehören:

  • Muskelschmerzen: Schmerzen in den Muskeln, die sich wie ein Muskelkater anfühlen oder auch stechend sein können.
  • Muskelkrämpfe: Unwillkürliche und schmerzhafte Muskelkontraktionen, die plötzlich auftreten können.
  • Sehnenschmerzen: Schmerzen in den Sehnen, insbesondere in der Achillessehne, der Kniesehne oder der Schultersehne.
  • Bewegungseinschränkungen: Schwierigkeiten bei der Bewegung der betroffenen Gliedmaßen oder Gelenke.
  • Schwellungen: Schwellungen im Bereich der betroffenen Sehnen oder Muskeln.
  • Steifheit: Steifheit in den Gelenken, insbesondere am Morgen.
  • Das wohl häufigste Symptom einer Sehnenentzündung ist sicherlich der bewegungsabhängige Schmerz. Neben den Schmerzen kann es aber auch zu deutlichen Einschränkungen der Beweglichkeit im Bereich des Versorgungsgebiet der Sehnen kommen. Manchmal kann es auch im Bereich der betroffenen Sehnen zu Schwellungen kommen. Der Grund liegt darin, dass Entzündungen in dem Bereich der Sehnen zum Einstrom von Flüssigkeit führen können und es somit zu einer Schwellung der Sehne kommen kann.
  • Die Schmerzen durch eine Sehnenentzündung, welche durch die Einnahme von Antibiotika ausgelöst wurde, fühlen sich eher schneidend und ziehend an. In der Regel sind sie durch Bewegungen zu provozieren und verstärken sich dadurch. Die Entzündung kann aber auch so stark sein, dass bereits in Ruhe Schmerzen im Bereich der Sehnen ausgelöst werden.

In schweren Fällen kann es zu einem Sehnenriss kommen, der sich durch einen plötzlichen, stechenden Schmerz und den Verlust der Funktion der betroffenen Sehne äußert.

Diagnose

Die Diagnose von Muskelkrämpfen und Sehnenschäden, die durch Levofloxacin verursacht werden, basiert in der Regel auf einer Kombination aus:

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  • Krankengeschichte: Der Arzt wird nach der Einnahme von Levofloxacin und den aufgetretenen Symptomen fragen. Neben der Krankenbefragung, die klären soll, seit wann die Beschwerden bestehen, ob ein Unfall vorausgegangen ist und bei welchen Bewegungen die Schmerzen wo vorhanden sind, kommt der körperlichen Untersuchung eine tragende Rolle zu. Hierbei überprüft er auch, ob die verletzte Sehne - so wie es sein sollte - unter Spannung steht oder aber eher schlaff ist, was für einen Anriss oder Abriss sprechen würde.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird die betroffenen Muskeln und Sehnen untersuchen, um Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen festzustellen.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Ultraschall oder MRT eingesetzt werden, um die Sehnen und Muskeln genauer zu beurteilen und einen Sehnenriss auszuschließen. Der Ultraschall kann besonders gut dicht unter der Haut liegende Strukturen, wie Muskeln und Sehnen, darstellen. Beim Verdacht einer Entzündung einer Sehne oder auch eines Anrisses oder Durchrisses, kommt ein Ultraschall oft zur Anwendung. Hierbei würde der Untersucher mit dem Ultraschallkopf über die betroffene Sehne fahren und die darunter liegende Struktur beurteilen. Bei einer Entzündung einer Sehne könnte man eine aufgetriebene Struktur erkennen, die aufgrund von einströmender Flüssigkeit zustande gekommen ist.

Behandlung

Die Behandlung von Muskelkrämpfen und Sehnenschäden, die durch Levofloxacin verursacht werden, zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu reduzieren und die Funktion der betroffenen Muskeln und Sehnen wiederherzustellen. Zu den gängigen Behandlungsmethoden gehören:

  • Absetzen von Levofloxacin: In den meisten Fällen ist es notwendig, Levofloxacin abzusetzen, um die Schädigung der Muskeln und Sehnen nicht weiter zu verschlimmern.
  • Ruhe: Die betroffenen Muskeln und Sehnen sollten geschont und nicht überlastet werden. Bei beispielsweise einem Achillessehnenriss muss der Fuss in einen sogenannten Verbandschuh gehalten werden. In diesem Fall muss eine Ruhigstellung des Fußes für 6-8 Wochen erfolgen.
  • Kühlung: Kühlende Maßnahmen können helfen, die Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren. Hierfür würde man ein Eispack in ein Handtuch wickeln und dieses dann für einige Minuten auf den schmerzenden Bereich und die Sehne legen.
  • Schmerzmittel: Schmerzmittel wie Paracetamol oder Ibuprofen können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Entzündungshemmende Medikamente: In einigen Fällen können entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide eingesetzt werden, um die Entzündung zu reduzieren. Auch gibt es einige Salben, die man auf eine schmerzende Sehne bei einer Entzündung auftragen kann. Zu nennen wären Kytta Salbe, Ibuprofen Salbe oder Diclo Gel.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskeln zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Funktion der betroffenen Gliedmaßen wiederherzustellen. Danach erfolgt das Auftrainieren der Muskeln durch eine regelmäßig durchgeführte Trainingstherapie.
  • Operation: In seltenen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um einen Sehnenriss zu reparieren. OP Bei einem Durchriss einer sehr großen Sehne kann unter Umständen auch eine operative Maßnahme notwendig sein. Vor allem wenn die Sehnenenden sehr weit auseinanderliegen und ein Aneinanderwachsen durch eine Ruhigstellung nicht möglich ist, müssen in einer minimalinvasiver Operation beide Sehnenenden aneinander geführt und verankert werden.

Übungen bei Sehnenentzündung nach Antibiotika-Einnahme

Auch gibt es einige Übungen, die man bei einer Sehnenentzündung nach Antibiotika-Einnahme durchführen kann. Man unterscheidet muskelaufbauende Übungen von muskeldehnenden Übungen. Die muskelaufbauenden Übungen dienen dazu, dass die Sehne von umliegenden und gut trainierten Muskeln entlastet wird. Am Beispiel einer Sehnenentzündung der Achillessehne kann man zeigen, dass zum Beispiel die Übung "Fuß kreisen" im Uhrzeigersinn für etwa 2 Minuten und anschließend 2 Minuten gegen den Uhrzeigersinn helfen kann, die Muskeln um die Achillessehne aufzutrainieren. Eine weitere muskelaufbauende Übung bei einer Achillessehnenentzündung wäre der Zehengang durch die Wohnung. Dabei würde man sich auf die Zehenspitzen stellen und etwa 4-5 Minuten durch die Wohnung laufen. Ein Ziehen in der Wade gibt an, dass die Muskeln im Bereich der Sehne trainiert werden, und die Sehne dadurch entlasten. Übungen sind die wertvollste Therapie und Prävention bei Ihrer Tendinose. Allerdings kann man nicht pauschal sagen, welche Übungen die "Besten" sind. Die Übungen müssen muskuläre Dysbalancen beheben und die Sehnen schützen. Leider sind die Ursachen und Dysbalancen in jedem individuellen Fall einzigartig. Auch die betroffene Sehne spielt bei der Therapie- und Trainingsplanung eine entscheidende Rolle. Lastsehnen - wie z.B. die Achillessehne - benötigen komplett andere Übungen wie ein chronischer Tennisarm. In vielen Fällen ist nicht nur eine Sehne, sondern gleich mehrere Sehnen von der Tendopathie betroffen. Durch eine Sehnenentzündung oder einen Sehnenriss verkürzen sich die umliegenden Muskeln, was zu Verhärtungen und Schmerzen führt. Auch hier gilt: Dehnungs- und Faszienübungen sollten nicht bei einer angerissen oder komplett gerissenen Sehne durchgeführt werden. Erst nach der vollständigen Heilung sind sie sinnvoll. Eine Dehnungsübung wäre sich gerade hinzustellen und ein Fuß nach vorne zu stellen. Das vordere Bein sollte jetzt gebeugt werden, das hintere gestreckt bleiben. Man wird ein Ziehen im Bereich der Achillessehne feststellen, die durch die Dehnung der Sehnen umgebenden Muskeln zustande kommt. Die Muskeln umgebenen Faszien können verkleben, weshalb es auch notwendig werden kann diese Muskeln mit einer Faszienrolle ("blackroll")zu bearbeiten. Man kann auch muskeldehnende, muskelaufbauende sowie Faszienübungen miteinander kombinieren.

Dauer der Behandlung

Die Dauer, bis ein Patient nach einer Sehnenentzündung oder einem Sehnenriss wieder beschwerdefrei ist, hängt davon ab, ob es sich ausschließlich um eine Entzündung handelt, oder um einen Riss und wie stark die Verletzung ist. Auch welche Sehne von der Verletzung betroffen ist, ist maßgeblich dafür, wie schnell eine Heilung erfolgen kann. Ein Achillessehnenriss hat sicherlich die längste Behandlungsdauer von 6-8 Wochen mit anschließendem Training der Muskeln.

Spätfolgen einer Sehnenschädigung durch Antibiotika

Patienten können je nach betroffenem Muskel dann zu hinken beginnen oder auch die Arme nicht mehr wie gewohnt in eine bestimmte Höhe bringen.

Prävention

Es gibt mehrere Maßnahmen, die ergriffen werden können, um das Risiko von Muskelkrämpfen und Sehnenschäden durch Levofloxacin zu minimieren:

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  • Sorgfältige Nutzen-Risiko-Abwägung: Levofloxacin sollte nur dann eingesetzt werden, wenn es unbedingt erforderlich ist und andere Antibiotika nicht geeignet sind.
  • Aufklärung der Patienten: Patienten sollten über die möglichen Nebenwirkungen von Levofloxacin aufgeklärt werden, insbesondere über das Risiko von Muskelkrämpfen und Sehnenschäden.
  • Vermeidung von Überlastung: Während der Einnahme von Levofloxacin sollten die Muskeln und Sehnen nicht überlastet werden.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr kann helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen.
  • Einnahme von Magnesium: Magnesium kann helfen, Muskelkrämpfen vorzubeugen, insbesondere bei Patienten mit Magnesiummangel.
  • Sofortige Reaktion bei Symptomen: Bei ersten Anzeichen von Muskelkrämpfen oder Sehnenschmerzen sollte Levofloxacin sofort abgesetzt und ein Arzt konsultiert werden. Alle Anzeichen für eine Sehnenentzündung (Schmerzen und Schwellungen) sind unverzüglich dem behandelnden Arzt mitzuteilen. Bei Verdacht auf eine Sehnenentzündung (Tendinitis) muss die Behandlung mit Levofloxacin sofort beendet, die betroffene Sehne ruhig gestellt und entsprechend behandelt werden.

Gegenanzeigen

Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen Levofloxacin oder einem anderen Gyrasehemmer (wie beispielsweise Ciprofloxacin, Enoxacin und Norfloxacin) darf keine erneute Therapie mit diesem Wirkstoff erfolgen. Patienten mit Sehnenbeschwerden nach früherer Anwendung von Gyrasehemmern oder auch Epilepsie-Patienten dürfen ebenfalls nicht mit Levofloxacin behandelt werden. Das Gleiche gilt für schwangere Frauen und stillende Mütter. Bei Leberfunktionsstörungen oder einer verminderten Nierenfunktion sollte eine Levofloxacingabe nur nach genauer ärztlicher Prüfung der Notwendigkeit erfolgen. In diesen Fällen könnten vermehrt Nebenwirkungen auftreten. Auch bei vorhandener Hirnschädigung wie beispielsweise durch Schlaganfall oder einer verminderten Gehirndurchblutung sollte Levofloxacin nicht verabreicht werden. Aufgrund von möglichen Knorpelschädigungen sollten Kinder und Jugendliche im Wachstumsalter kein Levofloxacin erhalten. Eine sorgfältige ärztliche Abwägung von therapeutischem Nutzen und zu erwartenden Risiken ist bei Menschen über 70 Jahren erforderlich. Weiterhin sollte Levofloxacin bei Patienten mit Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel nur mit äußerster Vorsicht verabreicht werden. Gleiches gilt für Patienten mit einem Risiko für Einrisse in der Hauptschlagader (Aortenaneurysma), das erblich, aber auch angeboren sein kann und zudem bei Atherosklerose oder Bluthochdruck erhöht ist.

Wechselwirkungen

Glukokortikoide dürfen nicht zusammen mit Levofloxacin verwendet werden. Bei gleichzeitiger Einnahme von Theophyllin (Mittel zur Bronchienerweiterung) wird dessen Konzentration im Blut erhöht. Wird Levofloxacin gemeinsam mit mineralischen Magensäurebindern (Antazida), Eisenpräparaten, Zinkpräparaten oder Multivitaminpräparaten gegeben, wird seine Aufnahme in den Körper gehemmt. Bei gleichzeitiger Cyclosporintherapie können erhöhte Cyclosporinspiegel und erhöhte Nierenwerte auftreten. Fenbufen (ein Schmerzmittel) und vergleichbare nicht-steroidale Antirheumatika führen in Kombination mit Levofloxacin zu einem vermehrten Auftreten von Krampfanfällen. Die Wirkung von Gerinnungshemmern (Antikoagulanzien) wie beispielsweise Warfarin wird während einer Levofloxacintherapie verstärkt und es können vermehrt Blutungen auftreten. Probenecid, ein Mittel gegen Gicht, erhöht die Levofloxacin-Konzentration im Blut. Bei Patienten, die an einem Glucose-6-Phosphat-Dehydrogenasemangel (Stoffwechselerkrankung) leiden, kann es zur Zerstörung der roten Blutkörperchen kommen.

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Es besteht eine verstärkte Lichtempfindlichkeit der Haut. Die Therapie sollte bei Schmerzen oder Entzündungen im Bereich der Sehnen abgebrochen werden, ein Arzt ist aufzusuchen. Bei plötzlich auftretenden schweren Bauch-, Brustkorb- oder Rückenschmerzen sollte unverzüglich in der Notaufnahme ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Kommt es während der Behandlung zu Muskelschmerzen, Gelenkschmerzem und Nervenbeschwerden, ist sofort der Arzt davon zu verständigen. Das Medikament kann die Reaktionsfähigkeit so weit beeinflussen, dass Autofahren und das Bedienen von Maschinen gefährlich sind. Während der Anwendung des Medikaments am Auge sollten keine Kontaktlinsen getragen werden.

Fallbeispiel

Eine 59-jährige Frau erhielt im Oktober 2016 aufgrund einer akuten Bronchitis Levofloxacin (10 Tabletten à 500mg). Unmittelbar nach der Einnahme bemerkte sie Schmerzen beim Heben ihres rechten Armes. Ein MRT zeigte eine entzündete Bizeps- und Supraspinatussehne. Im weiteren Verlauf traten starke Schmerzen in den Wadenmuskeln auf, und es wurde zunächst eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) vermutet. Nachfolgende Untersuchungen ergaben jedoch, dass die Schmerzen nicht durch Durchblutungsstörungen verursacht wurden. Die Patientin entwickelte zudem Panikattacken und eine Verschlechterung ihrer Sehschärfe. Erst durch den Hinweis einer Mitpatientin kam der Verdacht auf einen Zusammenhang mit der Levofloxacin-Einnahme auf. Trotzdem bestritten mehrere Ärzte einen Zusammenhang. Erst ein Orthopäde bestätigte den Verdacht und diagnostizierte eine beidseitige Achillodynie. Dieser Fall verdeutlicht, wie vielfältig und unspezifisch die Symptome einer Fluorchinolon-induzierten Schädigung sein können und wie wichtig es ist, einen möglichen Zusammenhang mit der Antibiotika-Einnahme in Betracht zu ziehen.

Die Rolle der Selbsthilfe und des Austauschs mit anderen Betroffenen

Wie der oben genannte Fall zeigt, fühlen sich viele Betroffene von Ärzten nicht ernst genommen und alleingelassen. Der Austausch mit anderen Betroffenen in Foren und Selbsthilfegruppen kann daher eine wichtige Unterstützung sein. Hier können Betroffene ihre Erfahrungen austauschen, sich gegenseitig Mut machen und Informationen über mögliche Behandlungsansätze finden.

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