Bewegung ist für Kinder essentiell, nicht nur für den Spaß, sondern auch für eine gesunde Entwicklung des Körpergefühls. Klettern, Springen oder Balancieren - all diese Aktivitäten fördern Balance und Koordination. In der Grundschule Louisenlund wird Sport als wichtiger Bestandteil neben Kunst, Musik und Religion/Philosophie in sogenannten Projektbändern angeboten. Hier haben die Kinder die Möglichkeit, sich intensiv mit dem jeweiligen Projekt zu beschäftigen.
Die Bedeutung von Koordination im Schulsport
Das Gehirn lernt durch Gebrauch. Vielseitige Bewegungen verstärken die Verbindungen zwischen den Nervenzellen und aktivieren das Zusammenspiel von Muskeln, Nerven und Sinnesorganen. Daher ist Bewegung auch für das Lernen von Bedeutung.
Projektband "Koordination - das Gehirn läuft mit"
In der Sporthalle wird beispielsweise „Spinnenfußball“ gespielt, eine ungewohnte Art der Fortbewegung im Vierfüßlergang. Dabei lernen die Kinder, sich zu orientieren, das Gleichgewicht zu halten und Arme und Füße zu koordinieren. Abwechslungsreiche Bewegungsübungen an verschiedenen Stationen, wie das Prellen eines Balls und gleichzeitiges Balancieren eines Luftballons mit dem Tennisschläger, das Balancieren auf einem Balken oder das Jonglieren mit Luftballons, fördern die Koordination zusätzlich.
Vielfältige Sportangebote
Die Kinder wählen zu Beginn jedes Halbjahres ihre Projekte, wobei alle Fächer abgedeckt sein müssen. Neben Koordination stehen in diesem Halbjahr auch Krafttraining, Floorball, Völkerball und das Laufabzeichen auf dem Programm. Die Kinder können ganz nach ihren Neigungen und Fähigkeiten wählen, was Frust vermeidet und die Motivation steigert.
Das sensomotorische System: Ein perfektes Zusammenspiel
Unser Körper ist ständig in Bewegung, dank des perfekten Zusammenspiels zwischen Gehirn, Rückenmark und Muskeln. Dieses Zusammenspiel ermöglicht differenzierte Bewegungen. Geplant und ausgelöst werden Bewegungsabläufe von den motorischen Zentren im Gehirn. Über das Rückenmark und die motorischen Nerven gelangen motorische Signale zu den Muskeln und werden dort in Bewegungen umgesetzt. Rückmeldungen tragen dazu bei, die erfolgreiche Umsetzung der Bewegungen zu koordinieren und zu automatisieren.
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Beispiel Torschuss
Ein gezielter Torschuss ist nur möglich, wenn die beteiligten Körperteile optimal zusammenarbeiten. Die Augen fixieren Tor und Ball, das Gehirn schätzt die Entfernung ab und berechnet den Abschusswinkel. Über das Rückenmark und die relevanten motorischen Nerven werden die entsprechenden Befehle an die betroffenen Muskeln erteilt. Der Beugemuskel im Oberschenkel verkürzt sich, um den Unterschenkel nach hinten zu ziehen, während sich beim Schuss der Streckmuskel auf der Oberseite des Oberschenkels schnell verkürzt, um den Unterschenkel nach vorne zu schnellen.
Zusammensetzung des Systems
Sinnesorgane (z.B. das Auge), das Nervensystem (Gehirn, Rückenmark, motorische Nerven) und die Muskulatur (Beuger und Strecker) bilden zusammen das sensomotorische System.
Das Bewegungssystem des Menschen
Jede Bewegung erfordert die perfekte Zusammenarbeit von Knochen, Muskeln und Gelenken. Das Bewegungssystem besteht aus Knochen, Gelenken, Muskeln und Sehnen und wird auch als Bewegungsapparat bezeichnet. Es teilt sich auf in Stützgewebe (passiver Bewegungsapparat: Knochen und Gelenke) und Gewebe, die Bewegung vermitteln (aktiver Bewegungsapparat).
Gelenke: Die beweglichen Verbindungen
Dein Körper ist aus vielen verschiedenen Knochen zusammengesetzt, die beweglich miteinander verbunden sind. An den Stellen, an denen eine Bewegung möglich ist, befindet sich ein Gelenk. An den Gelenken liegen zwei Knochen aneinander, wobei einer der beiden Knochen am Ende den rund ausgebeulten Gelenkkopf bildet. An diesen Stellen sind die Knochen mit elastischem Gewebe, dem Gelenkknorpel, überzogen. Der Zwischenraum ist mit einer schleimigen Flüssigkeit, der Gelenkschmiere, gefüllt. Das macht das Gelenk gleitfähig und verhindert Reibung und Schmerzen.
Arthrose: Eine häufige Gelenkerkrankung
Durch langjährige Überlastung der Gelenke kann die Knorpelschicht zerstört werden, sodass die Knochen direkt aneinanderreiben. Diese Krankheit nennt man Arthrose. Sie ist sehr schmerzhaft und tritt oft im Alter auf, vor allem bei jahrelanger Belastung der Gelenke. Daher ist es wichtig, auf eine ausgewogene Belastung und Entlastung der Gelenke zu achten.
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Zusammenspiel von Muskeln und Sehnen
Die Befestigung von Muskeln an den Knochen erfolgt mithilfe von zähen Sehnen. Eine Bewegung erfordert ein genaues Zusammenspiel zwischen verschiedenen Muskeln.
Das Gegenspielerprinzip am Beispiel des Oberarms
Um das Gegenspielerprinzip zwischen Strecker und Beuger zu erklären, dient das Beispiel Oberarm: Beim Werfen einer Bowlingkugel ist der Arm vor dem Wurf ausgestreckt und der Bizeps entspannt. Beim Wurf spannt sich der Bizeps an und verkürzt sich, wodurch sich der Arm beugt. Um den Arm wieder auszustrecken, muss sich der Muskel auf der Rückseite des Oberarms verkürzen. Die beiden Muskeln arbeiten immer gegensätzlich zueinander: Verkürzt sich der Beuger, ist der Strecker entspannt und andersherum.
Bedeutung der Sehnen
Die Sehne ist unverzichtbar für die Funktion des Muskels. Durch eine falsche Bewegung beim Sport oder einen Unfall kann eine Sehne teilweise oder vollständig reißen. Da die Sehne den aktiven mit dem passiven Bewegungsapparat verbindet, ist eine Bewegung mit einer gerissenen Sehne nicht mehr möglich.
Intramuskuläre Koordination: Die Effizienz der Muskelarbeit
Intramuskuläre Koordination bezieht sich auf die Fähigkeit eines Muskels, seine einzelnen Muskelfasern effizient und präzise zu aktivieren, um maximale Kraft zu erzeugen. Dieses Zusammenspiel der Fasern wird durch das zentrale Nervensystem gesteuert und verbessert sich durch gezieltes Krafttraining.
Definition
Intramuskuläre Koordination ist ein entscheidender Faktor für die Maximierung der Muskelkraft und -effizienz. Sie beschreibt die Fähigkeit deines Nervensystems, die Aktivierung von Muskelfasern innerhalb eines Muskels zu koordinieren, um eine reibungslose und effiziente Bewegung zu ermöglichen.
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Verbesserung der Koordination
Eine verbesserte intramuskuläre Koordination bedeutet, dass mehr motorische Einheiten gleichzeitig aktiviert werden, was zu einer erhöhten Kraftproduktion des Muskels führt. Dies ist besonders wichtig in Sportarten, die eine explosive Kraft erfordern, wie zum Beispiel Gewichtheben oder Sprinten. Die intramuskuläre Koordination kann durch spezifisches Training verbessert werden, das darauf abzielt, dein Nervensystem effizienter zu machen. Solche Trainingsmethoden konzentrieren sich häufig auf:
- Maximalkrafttraining
- Schnellkraftübungen
- Hohe Intensität bei geringer Wiederholungszahl
Wie funktioniert intramuskuläre Koordination?
Intramuskuläre Koordination bezieht sich darauf, wie gut dein Nervensystem in der Lage ist, möglichst viele motorische Einheiten eines Muskels gleichzeitig zu aktivieren. Diese Effizienz bestimmt, wie viel Kraft du erzeugen kannst. Dein Körper kann durch gezieltes Training lernen, diese Koordination zu verbessern. Ein gut koordiniertes Nervensystem aktiviert eine größere Anzahl von Muskelfasern synchron, was zu einer effektiveren Kraftentwicklung führt.
Trainingsmethoden
- Hohe Intensität bei Übungen
- Kurze, schnelle Wiederholungen
- Spezielle Krafttrainingsmethoden
Diese Trainingsmethoden helfen dir, die Effizienz deines Nervensystems zu steigern und damit die Muskelkraft zu maximieren.
Beispiel Gewichtheben
Wenn ein Gewichtheber seine Leistung steigern möchte, kann er sich darauf konzentrieren, die intramuskuläre Koordination zu verbessern, indem er schwerere Gewichte hebt und dabei wenige Wiederholungen macht. Das führt dazu, dass sein Körper lernt, mehr Muskelfasern gleichzeitig zu aktivieren und somit kraftvollere Bewegungen zu ermöglichen.
Bedeutung für Sportarten
Intramuskuläre Koordination ist besonders wichtig in Sportarten, die explosive Kräfte erfordern. Bei Maximalkrafttraining lernt dein Körper, die intramuskuläre Koordination zu maximieren, indem er sich auf die gleichzeitige Aktivierung von vielen motorischen Einheiten konzentriert. Interessanterweise verbessern dabei nicht nur die Muskeln, sondern auch das Nervensystem selbst seine Fähigkeiten, was zu einer besseren Gesamtleistung führt.
Trainingstechniken
Es gibt verschiedene Techniken, die helfen können, die intramuskuläre Koordination zu verbessern. Diese richten sich speziell darauf aus, dein Nervensystem zu trainieren, um eine reibungslose und effiziente Aktivierung der Muskelfasern zu erreichen. Eine Möglichkeit ist das Maximalkrafttraining. Hierbei wird mit hohen Gewichten und wenigen Wiederholungen gearbeitet, um die Aktivierung der Muskelfasern zu maximieren. Zusätzlich kann durch explosive Schnellkraftübungen die Geschwindigkeit der Muskelkontraktion erhöht werden. Beide Methoden tragen zur Steigerung der intramuskulären Koordination bei.
Übungen zur Verbesserung
- Langhantel-Kniebeugen
- Bankdrücken
- Deadlifts mit schweren Gewichten
Beispiel Sprinten
Ein Sprinter nutzt kurzes, intensives Sprinttraining, um die intramuskuläre Koordination zu verbessern. Durch das schnelle Anziehen vieler Muskelfasern gleichzeitig kann er seine Sprintgeschwindigkeit deutlich steigern.
Intramuskuläre Koordination im Sportunterricht
Im Sportunterricht ist die intramuskuläre Koordination ein wesentlicher Bestandteil, der dazu beiträgt, die sportliche Leistung von Schülern zu verbessern. Indem du verstehst, wie diese Form der Koordination funktioniert, kannst du effektive Trainingsmethoden entwickeln, um deine Kraft und Effizienz zu steigern.
Einfluss auf die Leistung
Die intramuskuläre Koordination hat einen direkten Einfluss auf deine sportliche Leistung. Sie ermöglicht es deinem Körper, mehr motorische Einheiten gleichzeitig zu aktivieren, was zu einer besseren Kraftentwicklung führt. Gute Koordination ist besonders wichtig bei Sportarten, die schnelle und kraftvolle Bewegungen erfordern.
Vorteile
- Steigerung der maximalen Kraft
- Verbesserte Effizienz bei muskulären Bewegungen
- Erhöhte Geschwindigkeit und Ausdauer
Beispiel Kugelstoßen
Ein Kugelstoßer kann durch gezieltes Krafttraining die intramuskuläre Koordination verbessern. Das bedeutet, dass der Muskel schneller und effizienter arbeiten kann, was die Weite der Kugelstoßleistung vergrößert.
Messung der Koordination
Die intramuskuläre Koordination kann durch Elektromyographie (EMG) gemessen werden, welche die elektrische Aktivität der Muskeln während der Kontraktion erfasst.
Weitere Aspekte des Zusammenspiels von Muskeln und Nerven
Bewegung und Gehirn
Regelmäßige körperliche Bewegung fördert die Durchblutung des Gehirns und damit die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung der Hirnzellen. Die Aufgabenstellungen in Bewegungseinheiten sollten abwechslungsreich sein und verschiedene Bereiche (Farben, Zahlen, Sprachelemente) und unterschiedliche Trainingsziele (assoziatives Denken, Merkfähigkeit, Kombination, Konzentration usw.) ansprechen.
Koordinationstraining
Das Training der Koordination bzw. der koordinativen Fähigkeiten sollte im Sport immer wieder variantenreich zum Einsatz kommen, um das Erlernen neuer Techniken zu verbessern, kognitive und motorische Leistungsfähigkeit zu verbessern oder etwas für die Sturzprophylaxe zu tun. Mit den vorgestellten Übungen sollen die Teilnehmer die Kopplungs-, Reaktions- und Umstellungsfähigkeit schulen und verbessern sowie Spaß daran entwickeln, sich neuen Bewegungsherausforderungen zu stellen.
Propriozeptives Training
Das Training der Tiefenmuskulatur mittels eines propriozeptiven Übungsparcours zielt vor allem auf eine Verbesserung der sensomotorischen Wahrnehmung ab. Propriozeptives Training beeinflusst die Tiefensensibilität und dadurch die Stabilisationsfähigkeit. Durch die Harmonisierung von Bewegungsabläufen kann eine äußerst effiziente Unfallprophylaxe erzielt werden.
Die Rolle der Sinnesorgane
Die koordinativen Fähigkeiten eines Menschen spiegeln das Zusammenspiel von Sinnesorganen, dem Nervensystem und der Skelettmuskulatur wieder. Das Sinnesorgan Auge nimmt z. B. die Flugrichtung und Geschwindigkeit eines entgegenkommenden Balls wahr. Das Nervensystem empfängt diese Information und leitet diese an die Skelettmuskulatur weiter. Die Muskulatur bringt den Körper in die optimale Fangposition.
Die Bedeutung der Motorik im Alltag
Verglichen mit Sprache oder Lernvermögen ist die Motorik eine oft eher unterschätzte Leistung des Menschen: Weil viele Bewegungen unbewusst ablaufen oder im Laufe der Lebensjahre automatisiert wurden, machen wir uns über die Prozesse, die dahinter stecken, nur wenige Gedanken. Gut 650 Muskeln sind insgesamt dafür zuständig, einen Menschen zu bewegen, etwa 30 davon kümmern sich allein um die Mimik. Auch die Bewegungen der Augen, der Lippen beim Sprechen, die gerade Körperhaltung und der regelmäßige Atem erfolgen dank koordinierter Kontraktion und Entspannung der Muskeln. Der Schlag des Herzens ist Muskelarbeit, die Bewegungen des Darms - und selbst Blutdruck und Durchblutung werden durch Muskeltätigkeit entscheidend beeinflusst. Erst die Motorik ermöglicht es, Gedanken in Taten zu verwandeln, auf die Umwelt zu reagieren oder mit anderen in Kontakt zu treten.
Steuerung der Bewegung
Gesteuert wird eine Bewegung durch bestimmte Nervenzellen, die so genannten Motoneurone, von denen man zwei Arten unterscheidet: Die unteren Motoneurone reizen über ihre Zellfortsätze - die Axone - die Muskelfasern der Skelettmuskulatur und sorgen so für deren Kontraktion. Ihre Zellkörper befinden sich im Rückenmark, der Medulla spinalis. Für willentliche Bewegungen ist das zentrale motorische System zuständig, das auch über unsere Körperhaltung wacht. Dazu gehören bestimmte Bahnen in Hirnstamm und Rückenmark, das Kleinhirn sowie ein erheblicher Teil der Hirnrinde. Im motorischen Cortex befinden sich Zellkörper der zweiten Gruppe der motorischen Neurone, die oberen Motoneurone. Etwa eine Million an der Zahl entsenden sie von dort lange Axone in das Rückenmark. Die oberen Motoneurone reizen niemals selbst einen Muskel.
Arbeitsteilung im motorischen System
Die oberste Kontrolle, sozusagen die Befehlsgewalt über das Vorziehen des Arms oder das Schwingen des Tanzbeins, haben die motorischen Assoziationsfelder, die sich vor allem im Parietal- und im Präfrontalcortex befinden. Hier wird das Bewegungsziel festgelegt und die am besten geeignete Bewegungsstrategie, um dieses Bewegungsziel zu erreichen. Nachdem das „Was“ geklärt ist, übernehmen Motorcortex und Kleinhirn (Cerebellum) das „Wie“ des Bewegungsablaufs. Diese beiden Hirnareale sind die Taktiker bei der Bewegungskontrolle, sie bestimmen, welche Muskeln in welcher Abfolge kontrahiert werden sollen. Mit der konkreten Ausführung des Plans werden dann der Hirnstamm und das Rückenmark betraut. Dort befinden sich die Motoneurone, von denen aus die Muskelzellen letztlich gereizt werden.
Motorisches Lernen
Die meisten der täglichen Bewegungen laufen, wenn man sie sich einmal angeeignet hat, automatisch und unbewusst ab. Das Gehen zum Beispiel, oder die Kraulzüge im Schwimmbad. Auch der kurze Blick in den Rückspiegel oder das Schalten des Blinkers ist bei routinierten Autofahrern keinen Gedanken mehr wert - während Fahranfänger sich dabei noch konzentrieren müssen. Der Vorteil des motorischen Lernens liegt auf der Hand: Laufen die Bewegungen unbewusst ab, hat das Hirn mehr Kapazitäten, um sich mit anderen Dingen zu beschäftigen.
Energieversorgung der Muskeln
Der Treibstoff für die Muskeln besteht aus Kohlenhydraten, Fetten und Eiweißen. Die Energie wird in Form von Adenosintriphosphat (ATP) gespeichert und steht den Zellen nicht direkt zur Verfügung. Sie muss erst in den Mitochondrien, die in jeder Muskelzelle vorhanden sind, umgewandelt werden, um Bewegung zu erzeugen.