Muskelwert nach Krampfanfall Ursachen: Eine umfassende Analyse

Die Gesundheit unserer Muskeln ist ein essenzieller Bestandteil unseres Wohlbefindens und unserer Leistungsfähigkeit. Muskelkrämpfe, unwillkürliche und schmerzhafte Kontraktionen, können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. In diesem Artikel werden wir die Ursachen von Muskelkrämpfen im Zusammenhang mit verschiedenen Faktoren, einschließlich der Einnahme von Statinen und des Konsums von Alkohol, untersuchen. Wir werden auch auf die Bedeutung der Kreatinkinase (CK) und anderer relevanter Laborwerte eingehen, um ein umfassendes Bild der Muskelgesundheit zu vermitteln.

Statine und ihre Auswirkungen auf die Muskelgesundheit

Statine sind Medikamente, die weltweit von Millionen Menschen zur Senkung des Cholesterinspiegels eingenommen werden, um Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall vorzubeugen. In Deutschland nehmen fast fünf Millionen Menschen Statine ein. Obwohl Statine lebensrettend sein können, sind sie nicht ohne Nebenwirkungen. Muskelkrämpfe und -schmerzen gehören zu den häufigsten unerwünschten Begleiterscheinungen.

Eine Studie des Experimental and Clinical Research Center (ECRC) von MDC und Charité hat gezeigt, dass Statine in den Muskelzellen tatsächlich Tausende von Genen beeinflussen. Die Forscher untersuchten die Auswirkungen von Simvastatin (fettlöslich) und Rosuvastatin (wasserlöslich) auf menschliche Skelettmuskelzellen. Sie fanden heraus, dass die Medikamente die Entwicklung, das Wachstum und die Teilung der Muskelzellen beeinträchtigen.

Veränderungen in der Genexpression und Proteinherstellung

Die Studie ergab, dass Statine die Regulation von rund 2.500 Genen in den Muskelzellen verändern. Dies führte zu einer veränderten Produktion von mehr als 900 Proteinen, die entweder in zu geringen oder zu großen Mengen hergestellt wurden. Beide Statine drosselten in den Muskelzellen nicht nur die Biosynthese von Cholesterin, sondern auch den Fettsäure-Stoffwechsel insgesamt sowie die Produktion von Eicosanoiden. Eicosanoide sind hormonähnliche Substanzen, die aus mehrfach ungesättigten Fettsäuren hervorgehen und in zahlreiche biologische Wirkmechanismen eingebunden sind, einschließlich der Schmerzentstehung und der Entwicklung differenzierter Muskelzellen.

Linderung der negativen Effekte durch Fettsäuren

Interessanterweise fanden die Forscher heraus, dass die Gabe von Omega-3- oder Omega-6-Fettsäuren die negativen Auswirkungen von Simvastatin und Rosuvastatin teilweise rückgängig machen konnte. Dies deutet darauf hin, dass eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend essentiellen Fettsäuren möglicherweise dazu beitragen kann, die Muskelbeschwerden bei der Einnahme von Statinen zu lindern.

Lesen Sie auch: Hüft-TEP und Nervenschmerzen

Kritische Betrachtung der Statin-Gabe

Angesichts dieser Erkenntnisse plädieren die Forscher für eine kritischere Betrachtung der Statin-Gabe. Sie weisen darauf hin, dass sich Cholesterinsenker in vielen westlichen Ländern der Welt fast schon zu einem Life-Style-Präparat entwickelt haben, was keinesfalls ein positiver Trend sei.

Kreatinkinase (CK) als Indikator für Muskelschäden

Die Kreatinkinase (CK), auch Creatin-Kinase genannt, ist ein Enzym, das sich vor allem in der Herz- und Skelettmuskulatur befindet. Es sorgt dafür, dass die Muskelfasern mit Energie versorgt werden und sich anspannen können. Ein erhöhter CK-Wert im Blut deutet auf eine Schädigung von Muskelgewebe hin.

Ursachen für erhöhte CK-Werte

Es gibt viele mögliche Ursachen für erhöhte CK-Werte, darunter:

  • Übermäßige Muskelbelastung: Intensiver Sport oder schweres Heben
  • Muskelverletzungen: Prellungen, Stürze
  • Muskelerkrankungen: Entzündungen, Muskelschwund
  • Drogenkonsum: Schädigung der Muskeln durch Drogen
  • Medikamente: Cholesterinsenker (Statine) als Nebenwirkung
  • Herzmuskelschäden: Herzinfarkt, Herzoperationen

CK-Werte im Zusammenhang mit Statinen

Bei der Einnahme von Statinen können erhöhte CK-Werte auftreten. In der Regel können erhöhte CK-Werte bis zum 4-5 fachen des oberen Normwertes bei Beschwerdefreiheit toleriert werden. Bei 5-10 fach erhöhten CK Werten (upper limit of normal) sollte ein Auslaßversuch über mind. 6 Wochen erfolgen. Gegebenenfalls ist ein Wechsel des Statins (z.B. Pravastatin) oder bei 10-fach erhöhten Werten ein Absetzen des Statins in Betracht zu ziehen. Alternativ können PCSK9-Hemmer eingesetzt werden. Bei stark erhöhter CK (>15.000) besteht die Gefahr eines Nierenversagens durch Rhabdomyolyse (Tubulusschädigung durch Myoglobin!).

Isoenzyme der Kreatinkinase

Die Kreatinkinase besteht aus mehreren Unterformen, die für bestimmte Organe typisch sind:

Lesen Sie auch: Rehabilitation bei Gesichtsfeldausfall

  • CK-MM: Muskeltyp (über 90 %)
  • CK-MB: Herztyp (unter 6 %)
  • CK-BB: Hirntyp (unter 1 %)
  • CK-MiMi: Mitochodrientyp

Der Anteil der CK-MB an der gesamten Kreatinkinase beträgt normalerweise weniger als 6 %. Ist bei erhöhter Gesamt-Kreatinkinase der Anteil der CK-MB größer als 6 %, deutet dies auf eine Herzmuskelschädigung hin.

Diagnostische Bedeutung der CK-Werte

Ein erhöhter Kreatinkinase-Wert ist ein wichtiger Hinweis darauf, dass ein Muskel im Körper beschädigt ist. Die Ärztin oder der Arzt wird weitere Untersuchungen veranlassen, um die Ursache abzuklären und insbesondere einen Herzinfarkt auszuschließen.

Alkohol und Muskelkrämpfe

Alkohol kann ebenfalls eine Rolle bei der Entstehung von Muskelkrämpfen spielen. Der Konsum von Alkohol kann die Krampf­neigung fördern und insbesondere Waden­krämpfe triggern. Der Grund dafür ist, dass durch übermäßigen Alkoholgenuss der Wasser- und Elektrolyt­haushalt durcheinander­gebracht wird.

Auswirkungen von Alkohol auf den Körper

Alkohol entzieht dem Körper Flüssigkeit und Mineralstoffe. Die Folge davon ist, dass die Übertragung der elektrischen Impulse auf die Muskulatur nicht mehr optimal funktioniert und es zu Muskelkrämpfen kommen kann. Langfristig kann erhöhter Alkoholgenuss sogar zu Schädigungen der Nerven und von Organen wie der Leber führen.

Alkohol-Neuropathie

Bei Alkoholikern kann es vorkommen, dass der Körper eine dauerhafte Nervenschädigung entwickelt, die als Alkohol-Neuropathie bezeichnet wird.

Lesen Sie auch: Was Sie über epileptische Anfälle nach Hirnblutungen wissen sollten

Elektrolyt-Ungleichgewicht und Muskelkrämpfe

Alkohol führt dazu, dass sich Milchsäure im Körper ansammelt, was Muskelkrämpfe und Muskelkater verursachen kann. Starker Alkoholkonsum hat eine dehydrierende Wirkung, die zu niedrigen Magnesium- und Kaliumwerten führt, wodurch der Elektrolyt- und Wasserhaushalt und somit die Muskelfunktion gestört werden können.

Maßnahmen zur Vermeidung von Krämpfen nach Alkoholkonsum

Um Krämpfe zu vermeiden, wäre es am besten, auf den Konsum von Alkohol komplett zu verzichten. Wer trotzdem Alkohol konsumieren möchte, sollte zumindest eine Dehydrierung vermeiden und ausreichend Wasser oder andere nicht alkoholische Getränke trinken.

Mineralien zur Verbesserung des Elektrolythaushalts

Die zusätzliche Einnahme von Mineralien kann den Körper dabei unterstützen, den Elektrolythaushalt wieder ins Gleichgewicht zu bringen und Krämpfe zu vermeiden. Zu den gängigen Mineralien gehören:

  • Magnesium: Verantwortlich für den Energie- und Proteinstoffwechsel
  • Calcium: Wichtig für den Aufbau von Zähnen und Knochen
  • Natrium: Regelt den Wasserhaushalt und den osmotischen Druck im Körper

Schlafposition nach Alkoholgenuss

Es sollte vermieden werden, in einer Position zu schlafen, in der die Füße nach unten zeigen. Besser ist es, auf dem Rücken zu schlafen und ein Kissen unter den Knien zu platzieren.

Zusammenhang zwischen Alkoholkonsum, Alter und Krampfhäufigkeit

Nach Alkoholkonsum treten insbesondere in den darauf­folgenden Nächten häufiger Krämpfe - vor allem Waden­krämpfe - auf. Gemäß einer Studie traten bei Seniorinnen und Senioren über 60 Jahre, die mindestens ein alkoholisches Getränk pro Woche tranken, 6,5-mal häufiger nächtliche Wadenkrämpfe auf als bei denjenigen, die weniger konsumierten.

Neuromuskuläre Erkrankungen als Ursache von Muskelbeschwerden

Neuromuskuläre Erkrankungen betreffen den Muskel und seine Nerven. Sie können ebenfalls zu Muskelkrämpfen und anderen Muskelbeschwerden führen.

Was sind Neuromuskuläre Erkrankungen?

Unter dem Begriff der Neuromuskulären Erkrankungen werden alle Erkrankungen des Muskels (Myopathien), seiner Nervenfasern und Neuronen (Motoneuronen) sowie Störungen der Signalübertragung zusammengefasst.

Ursachen Neuromuskulärer Erkrankungen

Muskelerkrankungen sind zumeist genetisch bedingt. Neuromuskuläre Erkrankungen können aber auch durch Stoffwechselerkrankungen, Autoimmunstörungen, Infektionen, Giftstoffe, Minderdurchblutungen (Ischämien) oder Traumata bedingt sein. Häufige erworbene Muskelerkrankungen sind zudem medikamenten- und alkoholbedingte Myopathien.

Formen Neuromuskulärer Erkrankungen

Muskelerkrankungen können abhängig vom Ort der Erkrankung allgemein in drei Gruppen unterteilt werden:

  • Myopathien: Erkrankungen des Muskels selbst
  • Muskelerkrankungen am Übergang vom Nerv zum Muskel: Störungen der Signalübertragung zwischen Nerv und Muskel
  • Erkrankungen der Nervenfaser: Untergang der den Muskel aktivierenden Nervenfasern

Symptome von Neuromuskulären Erkrankungen

Muskelschwäche ist das typische Leitsymptom aller Varianten und ist anhand einer schnellen Ermüdbarkeit der Muskeln erkennbar. Sie kann sich je nach individueller Erkrankung isoliert zeigen oder auch in Kombination mit anderen Beschwerden wie Muskelschmerzen oder Muskelschwund (Muskelatrophie) auftreten.

Diagnose von Neuromuskulären Erkrankungen

Die Diagnose Neuromuskulärer Erkrankungen ist aufgrund der sehr unterschiedlichen Ursachen und Krankheitsbilder eine Herausforderung und erfolgt auf der Grundlage verschiedener Untersuchungen:

  • Basisuntersuchung (Anamnese): Erhebung der Krankengeschichte
  • Labordiagnostik: Bestimmung von Muskelparametern im Blut (insbesondere Creatinkinase)
  • Elektrophysiologie: Elektromyographie (EMG) und Neurographie (ENG) zur Prüfung der Funktion von Muskulatur und Nervensystem
  • Bildgebende Verfahren: MRT und Ultraschall zur Visualisierung von Veränderungen an der Muskulatur
  • Muskelbiopsie: Entnahme und Untersuchung von Muskelgewebe
  • Molekulargenetische Untersuchungen: Feststellung der zugrundeliegenden Genmutation

Behandlung von Neuromuskulären Erkrankungen

Muskelerkrankungen sind bislang nicht heilbar. Die Behandlung konzentriert sich vorrangig auf unterstützende Maßnahmen wie Krankengymnastik, Ergotherapie, Logopädie und Psychologie, die auf den Erhalt der Beweglichkeit und Selbstversorgung abzielen. Die Fortschritte in der Genetik haben jedoch neue Therapiemöglichkeiten im Sinne einer Erbgut-Reparatur oder Stammzelltherapie ermöglicht.

Anfallartige Ereignisse und ihre Differenzialdiagnose

Anfallartige Ereignisse bei Patienten gehören zu den häufigsten Gründen für die Konsultation von Notärzten oder die Vorstellung in Kliniknotaufnahmen. Bei Anfällen, bei denen das Symptom „Schmerz“ im Vordergrund steht, verweist die Angabe der Schmerzlokalisation bzw. des Schmerzcharakters oft schon auf die Ursache. Häufig aber fällt es dem Notarzt schwer, aus der Anamnese eine Krankheitsentität zu erkennen, insbesondere wenn die Angaben diffus und unpräzise sind oder wenn zu bestimmten Merkmalen der Attacke keine Informationen vorliegen.

Differenzierung zwischen epileptischen und nichtepileptischen Anfällen

Aus neurologischer Sicht macht es zunächst Sinn, zwischen epileptischen und nichtepileptischen Anfällen zu differenzieren. Bei der Abklärung von Anfällen hat sich darüber hinaus ein hypothesenprüfendes Vorgehen bewährt: danach ist es zumeist möglich, aus den vorliegenden anamnestischen und klinischen Informationen eine Verdachtsdiagnose zu stellen, von der ausgehend dann sowohl weitere stützende Diagnostik als auch solche zum Ausschluss von Differenzialdiagnosen hergeleitet werden kann.

Synkopen als Ursache von Ohnmachtsanfällen

Bei Synkopen handelt es sich um kurzzeitige Ohnmachten (Sekunden bis wenige Minuten), die durch eine globale Drosselung der Hirndurchblutung verursacht werden. In ätiologischer Hinsicht bilden die Synkopen jedoch eine sehr heterogene Krankheitsgruppe, wobei eine erste Orientierung die Zuordnung zu einer der beiden großen Subgruppen, der neurogenen und der kardialen Synkopen, bietet.

Kardiale Synkopenursachen

  • Herzrhythmusstörungen
  • Strukturelle Herzerkrankungen

Neurogene Synkopenursachen

  • Vasovagale Synkopen (Reflexsynkopen)
  • Neurogene orthostatische Hypotension

Differenzialdiagnose zwischen Synkope und epileptischem Anfall

Um bereits aus der Anamnese eine zuverlässige Verdachtsdiagnose stellen zu können, ist der Einsatz des Sheldon-Scores I hilfreich.

tags: #muskelwert #nach #krampfanfall