Einführung
Myasthenie ist eine Autoimmunerkrankung, die durch Muskelschwäche und schnelle Ermüdung gekennzeichnet ist. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Myasthenie, ihre Diagnose und verschiedene Behandlungsansätze, einschließlich traditioneller Medikamente, neuerer immunmodulierender Therapien und alternativer Optionen wie Neurexan.
Was ist Myasthenie?
Myasthenie gravis (MG) ist eine Autoimmunerkrankung, die die neuromuskuläre Verbindung betrifft. Die neuromuskuläre Verbindung ist der Ort, an dem Nervenzellen mit den Muskeln kommunizieren, die sie steuern. Bei MG greift das Immunsystem fälschlicherweise Acetylcholinrezeptoren (AChR) an, die sich auf den Muskelzellen an der neuromuskulären Verbindung befinden. Acetylcholin ist ein Neurotransmitter, der für die Muskelkontraktion unerlässlich ist. Wenn AChR angegriffen werden, können Muskeln keine Signale von Nervenzellen empfangen, was zu Muskelschwäche führt.
Symptome der Myasthenie
Die Symptome der Myasthenie können variieren, aber die häufigsten sind:
- Muskelschwäche, die sich bei Aktivität verschlimmert und bei Ruhe verbessert
- Doppeltsehen (Diplopie)
- Herabhängen der Augenlider (Ptosis)
- Schwierigkeiten beim Schlucken (Dysphagie)
- Sprachprobleme (Dysarthrie)
- Schwäche in Armen und Beinen
- Atembeschwerden
Diagnose der Myasthenie
Die Diagnose der Myasthenie umfasst in der Regel eine Kombination aus:
- Klinische Untersuchung: Ein Arzt wird die Krankengeschichte des Patienten erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen, um Muskelschwäche und andere Symptome zu beurteilen.
- Bluttests: Bluttests können verwendet werden, um nach Antikörpern gegen Acetylcholinrezeptoren (AChR-Ak), Muskel-spezifische Kinase (MuSK) oder Lipoprotein-Rezeptor-bezogenes Protein 4 (LRP4) zu suchen. Diese Antikörper sind bei den meisten Menschen mit Myasthenie vorhanden.
- Elektrophysiologische Tests: Diese Tests messen die elektrische Aktivität der Muskeln und Nerven. Zwei häufig verwendete Tests sind:
- Repetitive Nervenstimulation (RNS): Dieser Test beinhaltet die Stimulation eines Nervs mit wiederholten elektrischen Impulsen. Bei Menschen mit Myasthenie nimmt die Muskelantwort bei wiederholter Stimulation ab.
- Single-Fiber-Elektromyographie (SFEMG): Dieser Test misst die Zeit zwischen den Entladungen einzelner Muskelfasern. SFEMG ist empfindlicher als RNS bei der Erkennung von Myasthenie.
- Edrophonium-Test (Tensilon-Test): Edrophonium ist ein Medikament, das die Wirkung von Acetylcholin an der neuromuskulären Verbindung vorübergehend verstärkt. Wenn ein Patient mit Myasthenie Edrophonium injiziert wird, kann er eine vorübergehende Verbesserung der Muskelschwäche erfahren.
Traditionelle Behandlungen für Myasthenie
Cholinesterase-Inhibitoren
Cholinesterase-Inhibitoren, wie Pyridostigmin (Mestinon oder Kalymin), sind Medikamente, die den Abbau von Acetylcholin an der neuromuskulären Verbindung verhindern. Dies erhöht die Acetylcholinmenge, die zur Stimulation der Muskeln zur Verfügung steht, was die Muskelschwäche verbessern kann.
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Immunsuppressiva
Immunsuppressiva werden verwendet, um das Immunsystem zu unterdrücken und die Produktion von Antikörpern zu reduzieren, die AChR angreifen. Häufig verwendete Immunsuppressiva sind:
- Kortikosteroide: Kortikosteroide, wie Prednison, sind wirksame Immunsuppressiva, können aber erhebliche Nebenwirkungen haben, insbesondere bei langfristiger Anwendung.
- Azathioprin (Imuran): Azathioprin ist ein weiteres Immunsuppressivum, das häufig zur Behandlung von Myasthenie eingesetzt wird. Es hat in der Regel weniger Nebenwirkungen als Kortikosteroide, kann aber die Leberfunktion beeinträchtigen und das Risiko von Infektionen erhöhen.
- Mycophenolatmofetil (CellCept): Mycophenolatmofetil ist ein Immunsuppressivum, das die Produktion von Antikörpern hemmt. Es wird in der Regel gut vertragen, kann aber Magen-Darm-Probleme verursachen.
- Methotrexat (MTX): Methotrexat ist ein Immunsuppressivum, das auch zur Behandlung von rheumatoider Arthritis und anderen Autoimmunerkrankungen eingesetzt wird.
Thymektomie
Die Thymektomie ist die chirurgische Entfernung der Thymusdrüse. Die Thymusdrüse ist ein Organ im Brustkorb, das eine Rolle im Immunsystem spielt. Bei vielen Menschen mit Myasthenie ist die Thymusdrüse abnormal. Sie kann vergrößert sein (Thymushyperplasie) oder einen Tumor aufweisen (Thymom). Die Thymektomie kann die Symptome der Myasthenie bei manchen Menschen verbessern, insbesondere bei jungen Menschen mit Thymushyperplasie.
Intravenöse Immunglobuline (IVIG) und Plasmaaustausch (PLEX)
IVIG und PLEX sind Behandlungen, die das Immunsystem vorübergehend unterdrücken. IVIG beinhaltet die Infusion von Antikörpern von gesunden Spendern. PLEX beinhaltet das Entfernen von Antikörpern aus dem Blut des Patienten. IVIG und PLEX werden in der Regel zur Behandlung von Myasthenie-Krisen eingesetzt, bei denen es sich um schwere Episoden von Muskelschwäche handelt, die zu Atemnot führen können.
Neuere Therapien für Myasthenie
In den letzten Jahren wurden mehrere neue Therapien für Myasthenie entwickelt. Diese Therapien zielen auf spezifische Teile des Immunsystems ab und können wirksamer und weniger Nebenwirkungen haben als herkömmliche Behandlungen.
Eculizumab und Ravulizumab
Eculizumab und Ravulizumab sind monoklonale Antikörper, die das Komplementsystem blockieren, einen Teil des Immunsystems, der an der Zerstörung von AChR beteiligt ist. Diese Medikamente sind für die Behandlung von generalisierter Myasthenie gravis bei Patienten zugelassen, die positiv auf AChR-Antikörper sind.
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Efgartigimod und Rozanolixizumab
Efgartigimod und Rozanolixizumab sind FcRn-Inhibitoren, die die Menge an IgG-Antikörpern im Blut reduzieren. IgG-Antikörper sind die häufigsten Art von Antikörpern, die an Autoimmunerkrankungen beteiligt sind, einschließlich Myasthenie gravis. Diese Medikamente sind für die Behandlung von generalisierter Myasthenie gravis bei Patienten zugelassen, die positiv auf AChR-Antikörper sind.
Alternative Behandlungen: Neurexan
Neurexan ist ein rezeptfreies, natürliches Arzneimittel, das zur Behandlung von nervösen Unruhezuständen und Schlafstörungen eingesetzt wird. Es enthält eine Kombination aus pflanzlichen und mineralischen Inhaltsstoffen, darunter Passiflora incarnata (Passionsblume), Avena sativa (Hafer), Coffea arabica (Kaffee) und Zincum isovalerianicum (Zinkisovalerat).
Wie Neurexan wirkt
Die Inhaltsstoffe von Neurexan wirken synergistisch, um die innere Balance wiederherzustellen und Entspannung zu fördern. Passionsblume und Hafer sind bekannt für ihre beruhigenden Eigenschaften, während Kaffee und Zinkisovalerat den Körper bei Nervosität und Schlafstörungen unterstützen. Neurexan reguliert den Cortisolspiegel in Belastungssituationen, entspannt tagsüber und fördert einen erholsamen Schlaf in der Nacht.
Anwendung von Neurexan
Neurexan ist in Form von Tabletten und Tropfen erhältlich. Die Tabletten lässt man einfach im Mund zergehen, während die Tropfen unverdünnt oder mit Wasser vermischt eingenommen werden können. Erwachsene und Jugendliche ab 12 Jahren nehmen bei akuten Zuständen alle halbe bis ganze Stunde eine Tablette, höchstens jedoch 6-mal täglich. Bei chronischen Verlaufsformen wird 1-3-mal täglich je eine Tablette eingenommen.
Neurexan bei Myasthenie
Obwohl Neurexan nicht speziell zur Behandlung von Myasthenie entwickelt wurde, können seine beruhigenden und entspannenden Eigenschaften für Patienten mit MG von Vorteil sein, die unter Angstzuständen, Schlafstörungen oder Stress leiden. Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass Neurexan die herkömmlichen Behandlungen für Myasthenie nicht ersetzen kann und dass Patienten ihren Arzt konsultieren sollten, bevor sie Neurexan oder andere alternative Behandlungen anwenden.
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Weitere Medikamente
Lorazepam
Lorazepam gehört zu den Benzodiazepinen und wirkt angstlösend, beruhigend, muskelentspannend und krampflösend. Es wird zur kurzzeitigen Behandlung von Angst-, Spannungs- und Erregungszuständen und damit verbundenen Schlafstörungen eingesetzt. Lorazepam sollte nur kurzzeitig eingenommen werden (maximal zwei bis vier Wochen), da es zu Abhängigkeitsproblemen führen kann. Zu den Nebenwirkungen gehören Müdigkeit, Schläfrigkeit und Benommenheit. Es darf nicht bei bekannter Benzodiazepin-Abhängigkeit oder Myasthenia gravis angewendet werden.
Bromazepam
Bromazepam ist ein Tranquilizer, der beruhigend und angstlösend wirkt. Es wird zur Behandlung von Angst- und Schlafstörungen eingesetzt. Zu den Nebenwirkungen gehören paradoxe Reaktionen, die vorrangig bei älteren Patienten oder Kindern auftreten können. Bromazepam kann bei längerer Einnahme zu einer physischen und psychischen Abhängigkeit führen. Während der Behandlung mit Bromazepam sollte kein Alkohol getrunken werden.
Methocarbamol
Methocarbamol ist ein Muskelrelaxans, das zur symptomatischen Behandlung schmerzhafter Muskelverspannungen, insbesondere des unteren Rückenbereiches (Lumbago), eingesetzt wird. Der genaue Wirkmechanismus ist nicht im Detail geklärt. Methocarbamol kann Schwindel und Benommenheit verursachen und hat deshalb mäßigen Einfluss auf die Verkehrstüchtigkeit und die Fähigkeit zum Bedienen von Maschinen.
Clonazepam
Clonazepam ist ein krampflösendes, beruhigendes und schlafförderndes Medikament. Es wird zur Behandlung von Epilepsie und Panikstörungen eingesetzt. Zu den Nebenwirkungen gehören Müdigkeit, Benommenheit und Koordinationsstörungen. Clonazepam kann bei längerer Einnahme zu einer psychischen Abhängigkeit führen.
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