Amoxi Aurobindo: Migräne, Nebenwirkungen und wichtige Hinweise

Amoxi Aurobindo ist ein Medikament, das häufig zur Behandlung bakterieller Infektionen eingesetzt wird. Es enthält Amoxicillin, ein Aminopenicillin aus der Klasse der Betalactam-Antibiotika, das die bakterielle Zellwandsynthese hemmt und somit bakterizid wirkt. Amoxicillin wird nach Einnahme gut resorbiert und daher oral eingesetzt. Obwohl es sich primär um ein Antibiotikum handelt, ist es wichtig, auch die möglichen Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Migräne zu betrachten, insbesondere im Hinblick auf Wechselwirkungen und alternative Behandlungsmethoden.

Amoxicillin und seine Anwendung

Amoxicillin ist ein weit verbreitetes Antibiotikum zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen. Es gehört zur Gruppe der Penicilline und wirkt, indem es den Aufbau der Bakterienzellwand hemmt. Dadurch wird die äußere Hülle der Bakterien geschwächt und kann platzen. Amoxicillin kann jedoch nur bei Bakterien eingreifen, bei denen die Hülle gerade entsteht oder umgebaut wird, also während des Wachstums oder der Vermehrung durch Zellteilung.

Anwendungsgebiete von Amoxicillin

Amoxicillin wird zur Behandlung verschiedener bakterieller Infektionen eingesetzt, darunter:

  • Bakterieninfektionen der Atemwege, wie Bronchitis und Lungenentzündung
  • Bakterieninfektionen im Hals-Nasen-Ohren-Bereich, wie Mittelohrentzündung (Otitis media) und Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis)
  • Bakterieninfektionen der Harnwege, wie Harnblasenentzündung
  • Bakterieninfektionen der Niere, wie Nierenbecken- und Nierenkörperchenentzündung (Pyelonephritis)
  • Bakterieninfektionen der Haut und des Gewebes, wie Entzündung des Unterhautzellgewebes (Zellulitis) und Bisswunden von Tieren
  • Zahnwurzelentzündung mit Eiteransammlungen (Dentalabszess)
  • Bakterieninfektionen der Knochen und Gelenke, wie Knochenmarksentzündung (Osteomyelitis)

Es ist wichtig zu beachten, dass Amoxicillin nur gegen bakterielle Infektionen wirkt und nicht gegen Viren.

Amoxicillin und Schwangerschaft

Zu Amoxicillin liegen Publikationen mit insgesamt mehr als 20.000 im 1. Trimenon exponierten Schwangerschaften vor. Für die Gesamtgruppe der Penicilline sind es mehrere zehntausend dokumentierte Schwangerschaftsverläufe. Aus diesen umfangreichen Daten ergeben sich in der Gesamtschau keine Hinweise auf ein erhöhtes Fehlbildungs- oder Spontanabortrisiko durch Amoxicillin und andere Penicilline. In Fall-Kontroll-Studien wurde ein gering erhöhtes Risiko für Lippen- und/oder Gaumenspalten nach Anwendung von Amoxicillin im 1. Trimenon diskutiert. Bisherige publizierte Studien und die langjährige Markterfahrung sprechen gegen ein fetotoxisches Risiko durch Amoxicillin. Nach wie vor ist es Gegenstand der Diskussion, ob die Gabe von Amoxicillin in Kombination mit Clavulansäure bei Schwangeren mit vorzeitigem Blasensprung das Risiko für eine nekrotisierende Enterokolitis bei dem Neugeborenen erhöht. Die Angaben zum Übergang in die Muttermilch beruhen auf Messungen bei sechs Müttern. Die meisten unter Amoxicillin gestillten Kinder haben keine Symptome. Die mögliche therapeutische Anwendung von Penicillinen beim Säugling spricht ebenfalls für eine gute Stillverträglichkeit. Viele Schwangere nehmen Medikamente während der Schwangerschaft ein. Daher bitten wir Sie, wenn Sie diese Internetseite wegen einer konkreten Schwangerschaft lesen, uns Einzelheiten zu dieser Schwangerschaft einschließlich der verwendeten Medikamente mitzuteilen.

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Amoxicillin und Clavulansäure

Die fixe Kombination aus Amoxicillin und dem Betalaktamase-Hemmstoff Clavulansäure erweitert die Wirksamkeit von Amoxicillin auf betalaktamasebildende Stämme, z. B. von Staphylokokken, Haemophilus influenzae, Moraxella catarrhalis, Gonokokken und Anaerobiern. Amoxicillin/Clavulansäure ist geeignet zur Behandlung von Infektionen der Harn- und Atemwege sowie bei Haut- und Weichteilinfektionen.

Dosierung und Anwendungshinweise

Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Das Arzneimittel wird mit Flüssigkeit (z.B. 1 Glas Wasser) eingenommen. Die Anwendungsdauer richtet sich nach Art der Beschwerde und/oder Dauer der Erkrankung und wird deshalb nur vom Arzt bestimmt. Die allgemeine Anwendungsdauer sollte ohne Überprüfung durch Ihren Arzt 14 Tage nicht überschreiten.

Nebenwirkungen von Amoxicillin

Wie alle Medikamente kann auch Amoxicillin Nebenwirkungen haben. Diese können von leichten Beschwerden bis hin zu schwerwiegenden Reaktionen reichen. Es ist wichtig, sich der möglichen Nebenwirkungen bewusst zu sein und bei Auftreten von Symptomen einen Arzt oder Apotheker zu konsultieren.

Häufige Nebenwirkungen

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Amoxicillin gehören:

  • Magen-Darm-Beschwerden, wie Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Beschwerden im Oberbauch
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut, wie Juckreiz, Hautausschlag und Nesselausschlag
  • Anstieg der Leberwerte
  • Hefepilzinfektion der Schleimhaut (Schleimhaut-Candidose) durch Medikamente

Psychiatrische Nebenwirkungen

In seltenen Fällen kann Amoxicillin auch psychiatrische Nebenwirkungen verursachen. Im deutschen Spontanmeldesystem (gemeinsame Datenbank von BfArM und AkdÄ, Stand: Dezember 2008) sind für die Kombination Amoxicillin/Clavulansäure 516 Verdachtsfälle unerwünschter Arzneimittelwirkungen erfasst. In 22 Fällen (4,3 %) werden psychiatrische Symptome genannt. So wird über Agitiertheit (viermal), Delirium (zweimal), Halluzination (zweimal), Verwirrtheitszustände (viermal) und Wahn (zweimal) berichtet. Da man in der britischen UAW-Datenbank zu Amoxicillin als Monosubstanz ähnliche Berichte über psychiatrische Nebenwirkungen findet wie zur Kombination mit Clavulansäure, gehen die Autoren des Fallberichts im BMJ davon aus, dass Amoxicillin und nicht Clavulansäure ursächlich für die Symptomatik der Patientin ist. Auch in der deutschen Datenbank findet man Berichte über psychiatrische Nebenwirkungen nach Amoxicillin. Bei insgesamt 978 Verdachtsmeldungen wird in 51 Fällen (5,2 %) von psychiatrischen Symptomen berichtet. Neben Agitiertheit (einmal), Halluzination (siebenmal), Verwirrtheitszuständen (sechsmal) und Wahn (einmal) werden Angst (fünfmal) und Psychose (zweimal) genannt.

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In der Fachinformation von Amoxicillin/Clavulansäure werden unter unerwünschten Wirkungen auf das Nervensystem Kopfschmerzen und Schwindel als gelegentlich vorkommend und reversible Hyperaktivität, Angst, Schlaflosigkeit, Verwirrtheit und Aggressionen als sehr selten aufgeführt.

Seltene, aber schwerwiegende Nebenwirkungen

Zu den selteneren, aber schwerwiegenden Nebenwirkungen gehören:

  • Schwere allergische Reaktionen (Anaphylaxie)
  • Angioödem (Schwellung der tieferen Hautschichten, oft im Gesicht und an den Extremitäten)
  • Stevens-Johnson-Syndrom (eine seltene, aber schwerwiegende Hautreaktion, die zu schmerzhaften Blasen und Hautablösungen führt)
  • Pseudomembranöse Kolitis (eine schwere Darmentzündung, die durch Clostridium difficile ausgelöst wird)
  • Leberversagen

Überdosierung

Es kann zu einer Vielzahl von Überdosierungserscheinungen kommen, unter anderem zu Magenschmerzen, Übelkeit, Durchfall, Verwirrtheit und Krampfanfällen. Setzen Sie sich bei dem Verdacht auf eine Überdosierung umgehend mit einem Arzt in Verbindung.

Amoxicillin und Migräne

Obwohl Amoxicillin primär ein Antibiotikum ist, gibt es indirekte Verbindungen zur Migräne. Einige der Nebenwirkungen von Amoxicillin, wie Kopfschmerzen und Schwindel, können Symptome einer Migräne verstärken oder auslösen. Zudem können in seltenen Fällen psychiatrische Nebenwirkungen wie Verwirrtheit und Halluzinationen auftreten, die ebenfalls im Zusammenhang mit Migräne stehen können.

Es ist wichtig zu beachten, dass Amoxicillin selbst keine Migräne verursacht, sondern lediglich in seltenen Fällen Symptome verstärken oder auslösen kann.

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Wechselwirkungen mit Migränemedikamenten

Es ist wichtig, den Arzt über alle eingenommenen Medikamente zu informieren, einschließlich Migränemedikamenten, um mögliche Wechselwirkungen zu vermeiden. Einige Antibiotika können die Wirkung von Migränemedikamenten beeinflussen oder deren Nebenwirkungen verstärken.

Alternativen zu Amoxicillin bei Migräne

Da Amoxicillin kein Mittel zur Behandlung von Migräne ist, gibt es verschiedene spezifische Migränemedikamente, die als Alternative in Frage kommen. Dazu gehören:

  • Triptane: Selektive 5-HT1B/1D-Rezeptoragonisten, die durch Vasokonstriktion intrakranieller Gefäße und Hemmung der Neuropeptidfreisetzung die Migräne-Symptome lindern. Beispiele sind Rizatriptan, Sumatriptan, Zolmitriptan, Naratriptan, Eletriptan, Frovatriptan und Almotriptan.
  • Andere Schmerzmittel: Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Paracetamol können bei leichten bis mittelschweren Migräneattacken helfen.
  • Ergotamine: Diese Medikamente wirken ebenfalls vasokonstriktorisch, werden aber aufgrund stärkerer Nebenwirkungen seltener eingesetzt.

Rizatriptan als Beispiel für ein Migränemedikament

Rizatriptan ist ein selektiver 5-HT1B/1D-Rezeptoragonist, der zur akuten Behandlung von Migräneanfällen mit oder ohne Aura bei Erwachsenen eingesetzt wird. Es wirkt, indem es die Blutgefäße im Gehirn verengt und die Freisetzung von schmerzauslösenden Substanzen hemmt.

Anwendung von Rizatriptan

Rizatriptan wird als Tablette oder Schmelztablette unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit eingenommen. Die Einnahme wird auf nüchternen Magen empfohlen, um den Wirkungseintritt nicht zu verzögern. Die empfohlene Einzeldosis beträgt 10 mg, die maximale Tagesdosis 20 mg. Zwischen den Dosen sollte ein Mindestabstand von 2 Stunden liegen.

Nebenwirkungen von Rizatriptan

Zu den häufigsten Nebenwirkungen von Rizatriptan gehören:

  • Schwindel
  • Schläfrigkeit
  • Schwäche/Müdigkeit
  • Übelkeit
  • Rachenbeschwerden
  • Hitzegefühl mit Hautrötung (Flush)

Wechselwirkungen von Rizatriptan

Bei der Anwendung von Rizatriptan sind folgende Wechselwirkungen zu beachten:

  • MAO-Hemmer: Verzögern den Abbau von Rizatriptan und erhöhen dessen Plasmaspiegel, Kombination ist kontraindiziert
  • Ergotamin, Ergotaminderivate und andere Triptane: Erhöhtes Risiko für Vasokonstriktion und Hypertonie, nicht gleichzeitig anwenden, Mindestabstand 24 Stunden
  • Propranolol: Erhöht die Plasmakonzentration von Rizatriptan um 70-80%, daher Dosisreduktion auf 5 mg erforderlich
  • Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRI): Erhöhtes Risiko für Serotoninsyndrom (Verwirrtheit, autonome Dysregulation, neuromuskuläre Symptome)

Kontraindikationen von Rizatriptan

Rizatriptan darf nicht angewendet werden bei:

  • Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder einen der sonstigen Bestandteile
  • Gleichzeitige Einnahme von MAO-Hemmern oder innerhalb von 2 Wochen nach deren Absetzen
  • Schwere Leberfunktionsstörung oder schwere Niereninsuffizienz
  • Schlaganfall oder transitorische ischämische Attacke (TIA) in der Anamnese
  • Mäßige oder schwere Hypertonie sowie unbehandelte leichte Hypertonie
  • Bestehende koronare Herzerkrankung (z. B. Angina pectoris, Herzinfarkt in der Vorgeschichte, stumme Ischämie)

Wichtige Hinweise zur Einnahme von Amoxicillin

  • Nehmen Sie das Arzneimittel immer genau nach Anweisung des Arztes ein.
  • Die Wirkung der Anti-Baby-Pille kann durch das Arzneimittel beeinträchtigt werden. Für die Dauer der Einnahme sollten Sie deshalb zusätzliche Maßnahmen zur Empfängnisverhütung treffen.
  • Das Arzneimittel darf nicht vorzeitig abgesetzt werden, weil sonst mit einem (erneuten) Ausbruch der Krankheit zu rechnen ist.
  • Vorsicht bei Allergie gegen das Antibiotikum Penicillin oder Cephalosporin!
  • Es kann Arzneimittel geben, mit denen Wechselwirkungen auftreten. Sie sollten deswegen generell vor der Behandlung mit einem neuen Arzneimittel jedes andere, das Sie bereits anwenden, dem Arzt oder Apotheker angeben.
  • Das Arzneimittel muss vor Feuchtigkeit geschützt und im Dunkeln aufbewahrt werden.

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