Der Zusammenhang zwischen Heparin und Migräne: Eine umfassende Analyse

Es gibt Hinweise darauf, dass es einen Zusammenhang zwischen der Verwendung von Heparin und dem Auftreten oder der Veränderung von Migräne gibt. Einige Fallstudien und Forschungsergebnisse deuten auf eine komplexe Beziehung hin, in der sowohl positive als auch negative Auswirkungen möglich sind.

Gerinnungshemmer und Migräne: Ein Überblick

Verschiedene Berichte legen nahe, dass sich die Migränesymptome bei Patienten, die mit Antikoagulanzien wie Heparin oder Vitamin-K-Antagonisten behandelt wurden, verbessert haben. Es wird vermutet, dass die Blutgerinnung eine Rolle bei entzündlichen Erkrankungen der Nerven spielen könnte. Studien an Multipler Sklerose haben gezeigt, dass die Hemmung bestimmter Gerinnungsfaktoren das Krankheitsbild im Tiermodell der Erkrankung verbesserte.

Eine Fallstudie von Dr. Bungard und Dr. Nilsson beschreibt eine Patientin, die aufgrund anderer Gesundheitsprobleme mit Warfarin behandelt wurde. Warfarin ist ein Gerinnungshemmer, der in Nordamerika häufig verwendet wird und auf Cumarin basiert, das auch in Zimt und Waldmeister vorkommt. Die Patientin litt zuvor unter Migräneattacken mit visueller Aura. Nach Beginn der Warfarin-Behandlung blieben die Migräneanfälle 12 Jahre lang vollständig aus. Als die Behandlung auf Apixaban umgestellt wurde, einen anderen Gerinnungshemmer mit anderer chemischer Struktur, traten innerhalb von drei Wochen wieder Migräneanfälle auf.

Diese Fallstudie unterstützt frühere Berichte über die Bedeutung von Gerinnungshemmern bei der Behandlung von Migräne. Sie zeigt jedoch auch, dass eine Gerinnungshemmung allein möglicherweise nicht ausreicht, um Migräne zu verhindern. Weitere Studien sind erforderlich, um die genauen Mechanismen zu verstehen, durch die Substanzen wie Warfarin und Vitamin-K-Antagonisten auf Migräne wirken können.

Es ist wichtig zu beachten, dass eine Selbsttherapie mit Zimt und Waldmeister zur Behandlung von Migräne aufgrund des Risikos von Kopfschmerzen durch Überdosierung von Cumarin vermieden werden sollte. Die tolerierte Tagesdosis von Cumarin beträgt 0,1 mg/kg Körpergewicht.

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Sinusvenenthrombose und Heparin

In Leipzig wurde auf dem Schlaganfalltag von Dr. Florian Masuhr, Neurologe an der Berliner Charité, darauf hingewiesen, dass bei Patientinnen im gebärfähigen Alter mit Kopfschmerzen immer auch an eine Sinusvenenthrombose als Differentialdiagnose gedacht werden sollte. Weitere Symptome können neurologische Ausfälle und Bewusstseinsstörungen sein. Frauen sind drei- bis fünfmal häufiger betroffen als Männer.

Die Behandlung der Sinusvenenthrombose ist in milden Fällen relativ einfach. Etwa 85 Prozent der Patienten können erfolgreich mit Antikoagulanzien wie Heparin über einen Zeitraum von 6 bis 12 Monaten behandelt werden. Bei rezidivierenden Thrombosen ist auch eine zeitlich unbegrenzte Antikoagulation möglich. Wird eine Sinusvenenthrombose erst spät diagnostiziert oder versagt die antikoagulative Therapie, ist die Prognose sehr schlecht. Etwa zwei Drittel der Patienten sterben dann. In besonders schwerwiegenden Fällen kann eine Kranektomie als letzte Therapieoption in Betracht gezogen werden.

Heparin-induzierte Migräne: Ein Erfahrungsbericht

Ein Erfahrungsbericht schildert den Fall einer Person, die während einer Reha zusätzlich zu Marcumar Heparin gespritzt bekommen hat, da der INR-Wert deutlich unter den therapeutischen Wert gesunken war. Kurz nach der Spritze traten starke Migräne mit Augenflimmern, heftigen Kopfschmerzen und Übelkeit auf. Kopfschmerztabletten halfen nicht, und die ärztliche Antwort war, dass man nichts dagegen tun könne. Dieser Bericht deutet darauf hin, dass Heparin in einigen Fällen Migräne auslösen oder verstärken kann.

Heparin: Wirkungsweise, Anwendung und Nebenwirkungen

Heparin ist ein Wirkstoff, der die Blutgerinnung verhindert. Es wird vom Körper selbst gebildet, kann aber auch künstlich zugeführt werden. Heparin wird zur Vorbeugung und Behandlung von Thrombosen und Verschlusserkrankungen der Venen und Arterien eingesetzt.

Heparin ist ein gerinnungshemmendes Polysaccharid, das im Körper in den Mastzellen und basophilen Granulozyten gespeichert wird. Es verstärkt die Wirkung von Antithrombin, dem wichtigsten körpereigenen Hemmstoff der Blutgerinnung.

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Therapeutisch eingesetzte Heparine werden in unfraktioniertes Heparin (hochmolekulares Heparin) und fraktioniertes Heparin (niedermolekulares Heparin) unterschieden. Letzteres hat den Vorteil, länger zu wirken und besser vom Körper aufgenommen zu werden.

Heparin wird zur Vorbeugung und Behandlung von Blutgerinnseln eingesetzt, die direkt in dem Gefäß, wo sie entstehen, einen Verschluss verursachen können (Thrombose) oder mit dem Blut mitgeschwemmt werden und dann an anderer Stelle ein Gefäß verschließen können (Thromboembolie). Solche Gefäßverstopfungen durch Blutgerinnsel sind die häufigste Ursache von Lungenembolie, Herzinfarkt und Schlaganfall.

Anwendungsgebiete für hochdosierte Heparin-Präparate sind beispielsweise:

  • Venöse Thrombosen
  • Akutes Koronarsyndrom
  • Vorbeugung von Thrombosen bei extrakorporalem Kreislauf oder Dialyse

Niedrige Heparin-Dosen werden zur Thromboseprophylaxe vor und nach einer Operation, bei Verletzungen sowie bei längerer Bettlägerigkeit eingesetzt.

Die systemische Anwendung erfolgt als Heparin-Spritze oder -Infusion. Daneben kann Heparin auch lokal auf der Haut angewendet werden, etwa bei Verletzungen wie Prellungen und Blutergüssen.

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Die Dosierung von Heparin-Präparaten wird in Internationalen Einheiten (I.E.) angegeben.

Die häufigste Nebenwirkung von Heparin sind unerwünschte Blutungen. Daneben sind allergische Reaktionen, reversibler Haarausfall und ein Anstieg der Leberenzyme möglich.

Eine weitere häufig beschriebene Nebenwirkung ist die Heparin-induzierte Thrombozytopenie (HIT). Es werden zwei Typen unterschieden: Der Typ I ist meist nicht lebensbedrohlich, während der Typ II zu schweren Gerinnselbildungen führen kann.

Heparin sollte nicht oder nur sehr niedrig dosiert verabreicht werden bei schweren Leber- und Nierenerkrankungen, Verdacht auf ein verletztes oder stark beanspruchtes Gefäßsystem, chronischem Alkoholismus und bei gleichzeitiger Gabe bestimmter Medikamente.

Heparin ist nicht plazenta- oder muttermilchgängig und kann daher während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden.

Heparin-Gels, -Cremes und -Salben sind in der Apotheke frei verkäuflich. Heparin-Spritzen und -Ampullen müssen durch den Arzt verschrieben oder verabreicht werden.

Heparin wurde im Jahr 1916 von Jay McLean entdeckt. Heute wird Heparin aus Schweinedarmschleimhaut oder Rinderlunge gewonnen.

Antiphospholipid-Syndrom und Kopfschmerzen: Keine Therapie mit Heparin

Eine Studie von Dr. G. Sanna zeigte, dass niedermolekulares Heparin keine wirksame Therapie für Kopfschmerzen im Rahmen eines Antiphospholipid-Syndroms darstellt. Die Studie ergab, dass es sowohl unter Heparin als auch unter Placebogabe zu einer Besserung der Kopfschmerzen kam, die Heparinbehandlung jedoch der Placebotherapie nicht überlegen war.

Migräne und kardiovaskuläre Risiken

Migränepatienten haben nicht nur ein erhöhtes Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko, sondern auch ein erhöhtes Risiko für weitere Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie venöse Thromboembolien und Vorhofflattern oder -flimmern. Eine Studie der Universität Aarhus ergab, dass Migränepatienten im Vergleich zu gesunden Personen ein höheres Risiko für diese Erkrankungen aufwiesen. Am stärksten gefährdet waren die Patienten im ersten Jahr nach der Migränediagnose. Eine Migräne mit Aura sowie weibliches Geschlecht gingen ebenfalls mit einem erhöhten Risiko einher.

Die Wissenschaftler schlussfolgerten, dass trotz des geringen absoluten Erkrankungsrisikos für den einzelnen Betroffenen aufgrund der hohen Migräneprävalenz eine große gesellschaftliche Bedeutung besteht. Zukünftig müsse man klären, von welchen Präventionsmaßnahmen - beispielsweise einer prophylaktischen Antikoagulation - Risikopatienten profitieren.

Heparin-ratiopharm® Salbe: Anwendungsgebiete und Hinweise

Heparin-ratiopharm® 30 000/60 000 Salbe wird zur unterstützenden Behandlung bei akuten Schwellungszuständen nach stumpfen Verletzungen eingesetzt. Die Salbe enthält Cetylalkohol.

Die Gesamtdosis sollte nicht ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker überschritten werden. Die Salbe wird auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen. Nach der Anwendung gründlich die Hände waschen. Den versehentlichen Kontakt mit offenen Hautstellen vermeiden.

Die Anwendungsdauer richtet sich nach der Art der Beschwerden und/oder dem Verlauf der Erkrankung. Ohne ärztlichen Rat sollte das Arzneimittel nicht länger als 10 Tage angewendet werden.

Bei bestimmungsgemäßer Anwendung sind keine Überdosierungserscheinungen bekannt.

Das Arzneimittel darf nicht angewendet werden bei Überempfindlichkeit gegen die Inhaltsstoffe oder offenen Wunden.

Schwangere und Stillende können das Arzneimittel nach derzeitigen Erkenntnissen anwenden.

Bei Allergie gegen Schweine-Eiweiß, bestimmte Schmerzmittel (Nichtsteroidale Antirheumatika), Perubalsam oder Zimt ist Vorsicht geboten. Emulgatoren und Konservierungsstoffe können (Schleim-)Hautreizungen hervorrufen.

Triptane: Alternative Migränemittel

Triptane sind zur Behandlung von akuten Migräneattacken und als Nasenspray oder s.c. Injektion auch zur Behandlung des Clusterkopfschmerzes zugelassen. Sie sind sehr sichere Medikamente, wenn die bestehenden Kontraindikationen beachtet werden.

Aufgrund ihrer potenziell vasokonstriktiven Eigenschaften sind Triptane bei allen arteriellen Gefäßerkrankungen kontraindiziert und sollten bei Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko nur nach sorgfältiger Nutzen-Risiko-Abwägung eingesetzt werden. Als Alternative steht bei Patienten mit kardiovaskulärem Risiko Lasmiditan zur Akuttherapie zur Verfügung, dessen Wirkmechanismus dem von Triptanen entspricht mit Ausnahme der vasokonstriktiven Begleitreaktion.

Triptane gelten gemäß der jeweiligen Fachinformation in der Schwangerschaft als kontraindiziert. Der gelegentliche Einsatz von Sumatriptan ist bei Patienten, die bei schweren Attacken in der Schwangerschaft nicht ausreichend auf andere Substanzen ansprechen, vertretbar und wird zur medikamentösen Behandlung von mittelschweren bis schweren Migräneattacken im Vergleich mit NSAR bevorzugt empfohlen.

Migräneattacken von Kindern und Jugendlichen sollten bevorzugt mit Ibuprofen oder Paracetamol behandelt werden. Sumatriptan 10mg bzw. Zolmitriptan 5mg als Nasenspray sind zur Akuttherapie von Kindern und Jugendlichen ab dem 12.

Bei Patienten, die älter sind als 65 Jahre sind, sollten kardiovaskulären Risikofaktoren besonders sorgfältig nachgegangen werden und vor der Verordnung von Triptanen Blutdruckkontrollen, ein EKG, gegebenenfalls auch ein Belastungs-EKG oder weitere kardio-vaskuläre Diagnostik zum Ausschluss einer koronaren Herzerkrankung oder Carotisstenose durchgeführt werden.

Bei unbehandelter arterieller Hypertonie, bekannter pAVK, koronarer Herzerkrankung, Zustand nach Myokardinfarkt oder Schlaganfall sind Triptane kontraindiziert und es sollte auf Behandlungsalternativen geachtet werden.

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