Naratriptan: Ein umfassender Leitfaden zur Anwendung bei Migräne

Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, die durch heftige Kopfschmerzen, oft begleitet von Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, gekennzeichnet ist. Viele Betroffene suchen nach wirksamen Behandlungsmethoden, um ihre Symptome zu lindern und ihre Lebensqualität zu verbessern. Naratriptan, ein Triptan-Medikament, hat sich als eine Option für die Akutbehandlung von Migräne etabliert. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Naratriptan, seine Wirkungsweise, Anwendung, Nebenwirkungen und vieles mehr.

Was ist Naratriptan?

Naratriptan ist ein Triptan, das zur Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Migräne eingesetzt wird, insbesondere bei länger anhaltenden Anfällen. Es ist unter den Handelsnamen Formigran® und Naramig® bekannt. Triptane wie Naratriptan wirken, indem sie auf den Serotoninhaushalt im Gehirn einwirken und die Blutgefäße verengen, die sich während eines Migräneanfalls erweitern.

Wie wirkt Naratriptan?

Die Funktionsweise von Triptanen basiert auf einem unausgeglichenen Serotoninhaushalt. Serotonin, ein Glückshormon, spielt eine wichtige Rolle bei der Regulierung der Blutgefäße im Gehirn. Bei Migräne kommt es zu einer Gefäßerweiterung, die Kopfschmerzen verursacht.

Naratriptan wirkt als Agonist an Serotonin-Rezeptoren, wodurch sich die Blutgefäße im Gehirn zusammenziehen. Dies trägt dazu bei, die Gefäßerweiterung zu reduzieren und die Migränesymptome zu lindern.

Anwendung von Naratriptan

Indikation

Naratriptan wird zur Akutbehandlung von Migräne mit oder ohne Aura eingesetzt. Es ist für Erwachsene im Alter von 18 bis 65 Jahren zugelassen. Bei Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren sowie bei älteren Menschen über 65 Jahren sollte Naratriptan nicht angewendet werden, da hierzu nicht genügend Daten vorliegen.

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Dosierung und Einnahme

Naratriptan ist in Tablettenform mit einer Dosis von 2,5 mg erhältlich. In bestimmten Fällen kann auch eine Tablette mit 5 mg eingesetzt werden. Die Tablette sollte so früh wie möglich nach Beginn des Migräneanfalls eingenommen werden, jedoch nicht während einer Aura. Sie wird unzerkaut mit einem Glas Wasser eingenommen.

Die empfohlene Dosis beträgt 2,5 mg. Bei Bedarf kann die Dosis auf 5 mg erhöht werden. Zwischen zwei Einnahmen sollte ein Abstand von mindestens vier Stunden liegen. Die maximale Tagesdosis beträgt 5 mg.

Wichtige Hinweise zur Einnahme

  • Naratriptan sollte nicht zur Vorbeugung von Migräne eingenommen werden, sondern nur zur Behandlung akuter Anfälle.
  • Die Einnahme sollte so früh wie möglich nach Beginn der Kopfschmerzen erfolgen.
  • Es ist wichtig, die empfohlene Dosis nicht zu überschreiten, um das Risiko von Nebenwirkungen zu minimieren.
  • Triptane sollten nicht häufiger als an zehn Tagen im Monat eingenommen werden, um medikamenteninduzierte Kopfschmerzen zu vermeiden.
  • Wenn Naratriptan bei einem Migräneanfall nicht wirkt, sollte keine weitere Tablette eingenommen werden. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Es wird empfohlen, ein Kopfschmerztagebuch zu führen, um die Wirksamkeit von Naratriptan zu dokumentieren und mögliche Auslöser für Migräneanfälle zu identifizieren.

Gegenanzeigen

Es gibt bestimmte Umstände, bei denen die Einnahme von Naratriptan kontraindiziert ist. Dazu gehören:

  • Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Naratriptan oder andere Inhaltsstoffe des Medikaments
  • Bekannte oder unkontrollierte Hypertonie
  • Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Angina Pectoris, Herzinfarkt oder Schlaganfall in der Vorgeschichte
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit
  • Schwere Leber- oder Nierenfunktionsstörung
  • Gleichzeitige Einnahme von Ergotaminen oder anderen Triptanen

Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen

Vor der Einnahme von Naratriptan sollten bestimmte Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden:

  • Risikofaktoren für Herzerkrankungen: Patienten mit Risikofaktoren für Herzerkrankungen (z. B. Rauchen, hoher Cholesterinspiegel, Diabetes) sollten vor der Einnahme von Naratriptan ihren Arzt konsultieren, um ihre Herzfunktion überprüfen zu lassen.
  • Allergie gegen Sulfonamid-Antibiotika: Bei bekannter Allergie gegen Sulfonamid-Antibiotika ist Vorsicht geboten, da eine Kreuzallergie mit Naratriptan möglich ist.
  • Häufige Einnahme: Eine zu häufige Einnahme von Naratriptan kann zu einer Verschlimmerung der Kopfschmerzen führen. In diesem Fall sollte ein Arzt konsultiert werden.
  • Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb: Bei Auftreten von Schmerzen oder Engegefühl im Brustkorb nach der Einnahme von Naratriptan sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
  • Einnahme von Antidepressiva: Bei gleichzeitiger Einnahme von Antidepressiva (SSRI oder SNRI) ist Vorsicht geboten, da es zu einem Serotonin-Syndrom kommen kann.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Naratriptan kann Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten eingehen. Daher ist es wichtig, den Arzt über alle eingenommenen Medikamente zu informieren. Zu den wichtigsten Wechselwirkungen gehören:

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  • Ergotamine: Die gleichzeitige Einnahme von Naratriptan und Ergotaminen ist kontraindiziert, da es zu einer verstärkten Vasokonstriktion kommen kann. Zwischen der Einnahme von Naratriptan und Ergotaminen sollte ein Abstand von mindestens 24 Stunden liegen.
  • SSRI und SNRI: Die gleichzeitige Einnahme von Naratriptan und SSRI oder SNRI kann das Risiko eines Serotonin-Syndroms erhöhen.
  • Johanniskraut: Das pflanzliche Antidepressivum Johanniskraut kann die Nebenwirkungen von Naratriptan verstärken.

Nebenwirkungen

Wie alle Medikamente kann auch Naratriptan Nebenwirkungen verursachen. Die meisten Nebenwirkungen sind leicht bis mittelschwer und vorübergehend. Zu den häufigsten Nebenwirkungen gehören:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Schwindel
  • Müdigkeit
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühl
  • Sehstörungen

In seltenen Fällen kann es zu schwerwiegenderen Nebenwirkungen kommen, wie z. B.:

  • Herzprobleme (z. B. Angina Pectoris, Herzinfarkt)
  • Schlaganfall
  • Allergische Reaktionen

Bei Auftreten von schweren Nebenwirkungen sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

Naratriptan in Schwangerschaft und Stillzeit

Die Datenlage zur Sicherheit von Naratriptan während der Schwangerschaft ist begrenzt. Daher sollte Naratriptan in der Schwangerschaft nur eingenommen werden, wenn der Nutzen die potenziellen Risiken überwiegt. Es ist ratsam, vor der Einnahme von Naratriptan während der Schwangerschaft einen Arzt zu konsultieren.

Naratriptan geht in die Muttermilch über. Daher sollte während der Stillzeit entweder auf die Einnahme von Naratriptan verzichtet oder das Stillen für 24 Stunden nach der Einnahme unterbrochen werden. Auch hier ist es wichtig, vor der Einnahme einen Arzt zu konsultieren.

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Naratriptan und Fahrtüchtigkeit

Naratriptan kann Schwindel und Schläfrigkeit verursachen. Daher sollten Patienten, die Naratriptan einnehmen, vorsichtig sein beim Führen von Fahrzeugen und Bedienen von Maschinen.

Alternativen zu Naratriptan

Es gibt verschiedene Alternativen zu Naratriptan zur Behandlung von Migräne. Dazu gehören andere Triptane wie Sumatriptan, Zolmitriptan und Eletriptan. Auch nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Naproxen können bei leichten bis mittelschweren Migräneanfällen wirksam sein.

In einigen Fällen kann auch eine vorbeugende Behandlung mit Medikamenten wie Betablockern, Antidepressiva oder Antiepileptika in Betracht gezogen werden, um die Häufigkeit und Intensität von Migräneanfällen zu reduzieren.

Rezeptfreiheit und Bezugsquellen

Naratriptan ist in Deutschland in niedriger Dosierung (2,5 mg) rezeptfrei in Apotheken erhältlich. Höhere Dosierungen und größere Packungsgrößen sind rezeptpflichtig. In der Schweiz ist Naratriptan rezeptpflichtig. In Österreich sind derzeit keine Präparate mit Naratriptan im Handel.

Naratriptan kann in Apotheken vor Ort oder online erworben werden. Beim Online-Kauf ist es wichtig, auf die Seriosität des Anbieters zu achten und sicherzustellen, dass es sich um eine zugelassene Apotheke handelt.

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