Nasenbeinverletzung und ihre Auswirkungen auf das Gehirn

Ein Moment der Unachtsamkeit, ein heftiger Sturz oder Schlag - und plötzlich ist alles anders. Gewalteinwirkungen auf den Kopf können zu einem Schädel-Hirn-Trauma führen, dessen Folgen von einer leichten Gehirnerschütterung bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen und bleibenden Schäden reichen können. Das Schädel-Hirn-Trauma ist in Deutschland die häufigste Todesursache bei Menschen unter 45 Jahren.

Was ist ein Schädel-Hirn-Trauma?

Das Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ist eine Verletzung des Gehirns, die durch äußere Gewalteinwirkung verursacht wird. Normalerweise ist das Gehirn gut geschützt: Der harte Schädelknochen außen und das Hirnwasser, in dem das Gehirn schwimmt, innen, puffern viele Stöße ab. Bei einem schweren Trauma kann der Schädelknochen jedoch verletzt werden, was zu einer Prellung oder Quetschung des Gehirns und einer Schädigung des Hirngewebes führen kann. Die Hirnfunktion kann vorübergehend oder dauerhaft eingeschränkt sein, und es können Blutungen im Gehirnbereich auftreten.

Die leichteste Form des Schädel-Hirn-Traumas ist die Gehirnerschütterung (Commotio Cerebri), die meist folgenlos ausheilt.

Symptome eines Schädel-Hirn-Traumas

Wie schwer ein Schädel-Hirn-Trauma ist und ob Lebensgefahr besteht, ist nicht immer leicht zu erkennen. Nach einem schweren Sturz oder Schlag auf den Kopf sollte daher immer der Notruf 112 gewählt werden, insbesondere wenn ein Kind betroffen ist. Die Beschwerden können unmittelbar nach dem Unfall oder erst innerhalb von Stunden bis zu 48 Stunden später auftreten. In manchen Fällen verursacht ein Bluterguss im Gehirn (Subduralhämatom) erst Wochen oder Monate später Beschwerden, wenn der Druck im Gehirn (Hirndruck) zu groß wird.

Diagnostik

Um das Ausmaß der Schädelverletzung festzustellen, sind verschiedene Untersuchungen erforderlich:

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  • Neurologische Untersuchung: Der Arzt führt eine neurologische Untersuchung durch.
  • Röntgenaufnahmen des Schädels: Sie helfen festzustellen, ob Knochen verletzt wurden.
  • Computertomogramm (CT): Es lässt eine mögliche Schädigung des Gehirns erkennen.

Schweregrade

Das Schädel-Hirn-Trauma wird in drei Schweregrade eingeteilt:

  • Grad 1 (leichtes SHT): Es kann zu einer kurzen Bewusstlosigkeit von nicht mehr als fünf Minuten kommen. Andere Symptome wie Kopfschmerzen oder Übelkeit bilden sich innerhalb weniger Tage zurück. Für die Zeit vor oder nach dem Unfall kann eine Erinnerungslücke bestehen.
  • Grad 2 (mittelschweres SHT): Die Bewusstlosigkeit dauert länger als fünf Minuten, aber nicht länger als 30 Minuten an. Die Symptome bilden sich innerhalb eines Monats zurück.
  • Grad 3 (schweres SHT): Kennzeichnend ist eine andauernde Bewusstlosigkeit von länger als 30 Minuten.

Neben den Schweregraden wird zwischen einem offenen und einem geschlossenen Schädel-Hirn-Trauma unterschieden. Beim offenen SHT sind der Schädelknochen und die Hirnhaut verletzt. Je nach Lage der Bruchstelle spricht man von einem Schädelbruch oder Schädelbasisbruch (Bruch des unteren Teils des Schädels). Bei einem Bruch der Schädelbasis (Schädelbasisfraktur) ist die Verletzung von außen nicht sichtbar. Selbst nach mehrfachen Schädelbrüchen kann das Gehirngewebe aber auch unverletzt sein.

Komplikationen

Die Gehirnquetschung gilt als schwerste Folge eines Schädel-Hirn-Traumas. Auslöser sind ein Schädelbruch oder ein massiver Druckanstieg im Kopf aufgrund einer Blutung oder Schwellung. Dann besteht Lebensgefahr. Nach einem Schädel-Hirn-Trauma kann sich ein Epiduralhämatom bilden, also eine Blutung zwischen dem Schädelknochen und der harten Hirnhaut (Subarachnoidalblutung). Durch die Blutung nimmt der Hirndruck zu, was zum Tod führen kann. Genauso gefährlich ist das Subduralhämatom, eine Einblutung zwischen zwei Hirnhäuten, die sich innerhalb von 24 Stunden nach dem Unfall entwickelt. Auch eine Subarachnoidalblutung kann sich bilden, bei der ein Gefäß zwischen der mittleren und der weichen Hirnhaut reißt.

Therapie des Schädel-Hirn-Traumas

Die Therapie richtet sich nach der Art der Verletzung und dem Ausmaß der Hirnschädigung. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser ist die Prognose. Ein Patient mit einem mittelschweren Schädel-Hirn-Trauma wird in der Regel auf einer speziellen Station der Klinik überwacht oder auf die Intensivstation verlegt und künstlich beatmet. Meist wird der Patient mit permanenter Überwachung in einem künstlichen Koma gehalten, damit sich das Gehirn besser erholen kann. Manchmal muss auch ein Stück Schädelknochen entfernt und das Gehirn für einige Zeit offengehalten werden, damit der Druck im Gehirn nicht weiter ansteigt.

Je nach Schweregrad der Schädelverletzung erfolgt nach der akuten Behandlung ein intensives Reha-Programm. Bei schweren Hirnverletzungen sind bleibende Schäden wahrscheinlich, die von leichten Störungen der Persönlichkeit und Merkfähigkeit bis zu schweren Ausfällen wie einem Wachkoma (Apallisches Syndrom) reichen können.

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Akutversorgung

Das oberste Ziel ist, das Leben des Patienten zu retten. Am Unfallort kommt es darauf an, bei schweren Kopfverletzungen die lebenswichtigen Funktionen zu erhalten. Bei Gehirnblutungen und Schädelbrüchen ist häufig eine Operation notwendig. Betroffene mit einem schweren Schädel-Hirn-Trauma befinden sich in der akuten Phase im Koma, damit sich das Gehirn besser erholen kann. Im Krankenhaus werden sie intensiv überwacht. Manchmal wird auch eine Sonde gelegt, um zu verhindern, dass der Druck im Gehirn aufgrund einer Schwellung oder Blutung weiter steigt. Mit der Gabe von Antibiotika sollen Betroffene vor Infektionen geschützt werden.

Bei Anzeichen auf eine Gehirnerschütterung sollten sich Betroffene in einer Rettungsstelle vorstellen. Dort wird entschieden, ob weitere Untersuchungen und eine anschließende Behandlung notwendig sind.

Chirurgische Eingriffe

Nach einem Schädel-Hirn-Trauma kann es zeitversetzt zu einer Blutung zwischen der harten Hirnhaut und dem Schädelknochen (epidurales Hämatom) oder zwischen der harten Hirnhaut und dem Gehirn (subdurales Hämatom) kommen. Bei einem subduralen Hämatom ist eine Vene verletzt, und es kommt zu Einblutungen zwischen zwei Schichten der Hirnhäute. Ein epidurales Hämatom entsteht meist durch eine arterielle Einblutung zwischen Schädeldecke und Hirnhaut - durch den hohen Druck in den Arterien entwickelt sich ein solches Hämatom sehr schnell. Sie können direkt nach der Gewalteinwirkung auf den Kopf oder verzögert eintreten.

Bei Blutungen ist es wichtig, das Gehirn von dem erhöhten Druck zu entlasten und die Blutung schnell zu entfernen, da diese auf das empfindliche Gehirn drückt und die Situation schnell lebensbedrohlich wird. Die Druckentlastung erfolgt in der Regel über die chirurgische Öffnung des Schädelknochens. Das oft schon geronnene Blut wird entfernt, und bei epiduralen Hämatomen wird die blutende Arterie verschlossen. So hat das Gehirn mehr Platz, sich auszudehnen. Gegebenenfalls muss das Blut über eine Drainage abgeleitet werden. Anschließend werden Drainagen eingelegt, um das Blut aus kleinen Nachblutungen abzuleiten.

Bei älteren Menschen kann es zu einer chronischen Subduralblutung kommen. Dabei treten einige Tage nach dem Trauma neurologische Störungen auf, die sich in der Folge immer weiter verstärken. Die Therapie ist auch in diesem Fall eine Öffnung des Schädels und die Einlage einer Drainage in die Blutung, die in der Regel über ein kleines Bohrloch erfolgt.

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Bei schweren Schädel-Hirn-Traumen kommt es zudem zu einem Anschwellen des Gehirns. Um den Sauerstoffverbrauch des Gehirns zu reduzieren, werden die Betroffenen in Narkose versetzt und kontrolliert beatmet. Zur Drucksenkung wird der Oberkörper leicht hochgelagert und ein ausreichend hoher Blutdruck auf der Intensivstation sichergestellt. Bei einer schweren Schwellung erfolgt möglicherweise eine großflächige Entfernung des Schädelknochens, um dem geschwollenen Gehirn mehr Platz zu verschaffen.

Nasenbeinbruch als Begleitverletzung

Massive Gewalteinwirkung direkt auf das Gesicht, etwa bei einem Auto- oder Fahrradunfall, kann zu einer Kopfverletzung mit Gesichtsschädelfraktur führen. Daneben verursacht eine Gesichtsschädelfraktur häufig Schmerzen im Gesichts- und Kieferbereich. Aber: Wenn die beiden Symptome Asymmetrie und Schmerzen fehlen, bedeutet dies nicht unbedingt, dass keine Gesichtsknochen gebrochen sind.

Ein Nasenbeinbruch (Nasenbeinfraktur) zählt zu den häufigsten Verletzungen im Kopf-Hals-Bereich. Mehr als die Hälfte aller Gesichtsbrüche sind Nasenfrakturen. Das liegt daran, dass dafür eine geringere Krafteinwirkung ausreicht als für den Bruch anderer Gesichtsknochen. Die Ursache einer Nasenbeinfraktur ist in der Regel eine stumpfe frontale oder seitliche Gewalteinwirkung auf die Nase. Ein Schlag auf den vorderen Teil der Nase hat einen Bruch der Nasenscheidewand (Nasenseptum) zur Folge. Dabei können sich das knöcherne Nasenbein und die Nasenscheidewand verschieben oder die Nasenscheidewand löst sich aus der knöchernen Rille am Boden der Nasenhöhle heraus.

Symptome eines Nasenbeinbruchs

Bei einer Schwellung rund um das Nasenbein (etwa nach einem Sturz oder Schlag auf die Nase) ist möglicherweise die Nase gebrochen. Symptome wie ein verschobenes Nasengerüst und dessen abnorme Beweglichkeit erhärten den Verdacht auf eine Fraktur. Manchmal beobachtet man zudem in den Augen eine flächenhafte Blutung unter die Bindehaut (Hyposphagma). Da bei einem Nasenbeinbruch fast immer auch die Schleimhäute verletzt werden, tritt oft direkt nach dem Trauma Nasenbluten auf, was jedoch nach einigen Minuten wieder aufhört. Die Nase ist später durch die entstandene Schwellung und Einblutung verstopft.

Diagnose und Behandlung eines Nasenbeinbruchs

Bei Verdacht auf einen Nasenbeinbruch sollte man einen Hals-Nasen-Ohren-Arzt aufsuchen. Der Arzt wird zuerst genau nach dem Unfallhergang und der Krankengeschichte befragen (Anamnese). Anschließend führt der Arzt eine klinische Untersuchung durch. Er inspiziert die Nase und tastet das Nasengerüst vorsichtig nach Knochenkanten und -stufen ab. Dabei kann ein Knirschen zu hören und zu fühlen sein. Außerdem untersucht der Arzt mittels Nasenspiegelung (Rhinoskopie) das Naseninnere. So kann er feststellen, ob die Nasenscheidewand einen Bluterguss hat, verschoben ist oder ob die Schleimhäute eingerissen sind beziehungsweise bluten. Außerdem kann der Arzt sehen, ob Knochenlamellen durchsprießen.

Mit Röntgenaufnahmen der Nasennebenhöhlen und der Nase seitlich lässt sich die Diagnose Nasenbeinbruch bestätigen. Bruchlinien im Bereich der Nasenpyramide, der Stirnfortsätze und der Vorderkante der Nasenscheidewand sind im Röntgen sichtbar. Eine Computertomografie (CT) ist nur dann nötig, wenn der Arzt weitere Verletzungen im Bereich des Mittelgesichts (etwa des Augenhöhlenbodens, des Augenhöhlenrands und des Siebbeinzellsystems) vermutet.

Eine Nasenbeinfraktur ist nicht zu unterschätzen, da sich die Nase nach dem Unfall dauerhaft verformen und auch funktionellen Schaden davontragen kann. Die richtige und möglichst frühzeitige Behandlung ist daher wichtig. Am Unfallort sollte zunächst sofort versucht werden, starkes Nasenbluten zu stillen. Die sonstige Behandlung richtet sich danach, ob ein geschlossener, offener und/oder verschobener Nasenbeinbruch vorliegt:

  • Geschlossener Nasenbeinbruch: Abschwellende Maßnahmen (kalte Kompressen oder Eispackungen) und Schmerzmittel (Paracetamol).
  • Offener Nasenbeinbruch: Operative Versorgung, um die Knochenbruchstücke auszurichten und die Wunde zu reinigen.
  • Verschobener Nasenbeinbruch: Ausrichten der Knochenfragmente innerhalb der ersten fünf bis sechs Tage nach dem Unfall in Vollnarkose oder lokaler Betäubung. Stabilisierung von innen mit einer Tamponade und von außen durch einen Nasengips.

Heilungsdauer und Komplikationen beim Nasenbeinbruch

Nach einem Nasenbeinbruch dauert es etwa sechs Wochen, bis der Knochen wieder stabil ist. Der Patient sollte in dieser Zeit Sport und anstrengende körperliche Betätigung vermeiden, damit sich die Knochenfragmente nicht erneut verschieben.

Bei einem Nasenbeinbruch kann eine Reihe von Komplikationen auftreten:

  • Bluterguss in der Nasenscheidewand
  • Starke Blutungen
  • Dauerhafte Veränderung der Form des knorpeligen und/oder knöchernen Nasengerüsts (Schief- oder Sattelnase)

Schädelbasisbruch

Eine sehr starke Gewalteinwirkung auf den Kopf - wie bei einem Treppensturz oder Motorradunfall - kann eine Kopfverletzung mit Schädelbruch an der Schädelbasis verursachen.

Der Schädelbasisbruch (Schädelbasisfraktur) zählt ebenso wie die Kalottenfraktur (Bruch des Schädeldaches) und die Gesichtsschädelfraktur zu den Schädelfrakturen. Er wird allgemein als eine gefährliche Verletzung gesehen, aber meist nicht wegen der Fraktur an sich, sondern wegen des oft gleichzeitig verletzten Gehirns. Die wichtigsten Bruchformen beim Schädelbasisbruch sind:

  • Felsenbeinlängsbruch (frontobasale Fraktur)
  • Felsenbeinquerbruch (laterobasale Fraktur)

Symptome eines Schädelbasisbruchs

Beim Schädelbasisbruch hängen die Symptome davon ab, ob es sich um einen Längs- oder Querbruch des Felsenbeins handelt. Da an der Schädelbasis zahlreiche Nerven und Gefäße durchtreten und durch den Knochenbruch verletzt sein können, treten unterschiedliche Ausfälle auf.

Symptome bei Felsenbeinlängsbruch:

  • Bluterguss um die Augen (Monokel- oder Brillenhämatom)
  • Schwellung der Augenlider
  • Doppelbilder (bei Bruch des Augenhöhlenbodens)
  • Verletzung der Nasennebenhöhlen
  • Stufen im äußeren Gehörgang
  • Trommelfellriss
  • Schallleitungs-Schwerhörigkeit
  • Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese) in 15 bis 25 Prozent der Fälle
  • Störung des Geruchssinns
  • Abfluss von Nervenwasser oder Blut aus Nase, Ohr oder Mund

Symptome bei Felsenbeinquerbruch:

  • Schädigung des Innenohrs (Hörverlust, Ausfall des Gleichgewichtssinns)
  • Gesichtsnervenlähmung (Fazialisparese) in etwa der Hälfte der Fälle
  • Abfluss von Nervenwasser über das Ohr
  • Bluterguss hinter dem Ohr ("battle’s sign")

Ursachen und Diagnose eines Schädelbasisbruchs

Der Schädelbasisbruch entsteht durch eine starke Gewalteinwirkung auf den Schädel wie zum Beispiel im Rahmen von Verkehrsunfällen oder Schlägereien. Um einen Schädelbasisbruch zu diagnostizieren, wird der Arzt den Patienten - soweit es dessen Zustand erlaubt - zuerst genauer nach dem Unfallhergang und seiner Krankengeschichte befragen (Anamnese).

Dem Anamnesegespräch folgen körperliche Untersuchungen. Bei einem komplexen Schädelbasisbruch arbeiten meist mehrere Ärzte aus verschiedenen Fachbereichen wie der Neurochirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und der Hals-Nasen-Ohren-Chirurgie zusammen. Die weitere Diagnostik erfolgt immer mit der Computertomografie (CT). Entdeckt der Arzt auf den Aufnahmen des Gehirns und Gesichtsschädels Luft im Schädelinneren oder luftgefüllte Knochenkompartimente wie Nasennebenhöhlen und Mastoidalzellen (Pneumenzephalon), zeigt dies einen Schädelbasisbruch sein. Hat der Betroffene das Gehör verloren oder eine Gesichtslähmung, wird eine Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT) angeschlossen. Damit kann man gegebenenfalls einen Bluterguss im Gehirn ausschließen und Gesichtsnerven darzustellen.

Behandlung eines Schädelbasisbruchs

Patienten mit Schädelbasisbruch müssen während der ersten 24 Stunden mit Bettruhe und hochgelagertem Kopf überwacht werden. Darüber hinaus richtet sich die Behandlung nach dem Ausmaß der Schädelbasisfraktur. In den meisten Fällen erfolgt eine konservative Behandlung. Sind jedoch Knochenbestandteile zertrümmert und verschoben oder gibt es Durchtrittsstellen, wo Nervenwasser entweicht, wird eine Operation unumgänglich. Auch bei einer sofortigen, totalen Gesichtslähmung (Fazialisparese) muss operiert werden.

Konservative Behandlung:

  • Reinigung und sterile Abdeckung des verletzten Gehörgangs
  • Rheologische Behandlung bei Innenohrschwerhörigkeit (Verbesserung der Durchblutung im Innenohr)
  • Medikamente gegen Schwindelgefühle (Antivertiginosa)
  • Vorbeugende Antibiotika-Therapie bei Abfluss von Nervenwasser

Operation:

  • Brüche im Bereich der vorderen Schädelgrube, wenn Nervenwasser über die Nase abfließt
  • Blutung durch gerissene Hirngefäße (Entfernung des Blutergusses)

Prognose und Komplikationen beim Schädelbasisbruch

Bei einem Schädelbasisbruch ist die Prognose je nach Bruchart unterschiedlich. Eine Längsfraktur hat in der Regel eine gute Prognose und zieht selten Folgeschäden nach sich. Bei einer Querfraktur, bei der die Innenohrfunktion und der Gesichtsnerv geschädigt wurden, ist dagegen mit bleibenden Schäden zu rechnen.

Mögliche Komplikationen bei einem Schädelbasisbruch sind:

  • Gehirnentzündung (Meningitis)
  • Eiteransammlungen (Empyeme)
  • Hirnabszess
  • Verletzungen der Halsschlagader (Arteria Carotis)
  • Carotis-Sinus-cavernosus-Fistel
  • Dauerhafte Hirnnerven-Läsionen

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