Nasenclip gegen Migräne: Erfahrungen und Alternativen

Migräne ist eine weit verbreitete neurologische Erkrankung, von der in Deutschland schätzungsweise 8 bis 12 Millionen Menschen betroffen sind. Ein Migräneanfall kann bis zu 72 Stunden dauern und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Da Migränemedikamente oft lange brauchen, bis sie wirken, suchen viele Betroffene nach alternativen oder ergänzenden Behandlungsmethoden. In diesem Zusammenhang rücken vermehrt Nasenclips in den Fokus, die Linderung versprechen. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit Nasenclips gegen Migräne und stellt einige Produkte sowie wissenschaftliche Erkenntnisse vor.

Der Aspuraclip: Ein Mini-Inhalator für die Nase

Der Aspuraclip, ehemals als Aspiraclip bekannt, ist ein Mini-Inhalator, der von Vinh-Nghi Tiet und Wolfgang Kleiner entwickelt wurde und in der Fernsehsendung "Die Höhle der Löwen" vorgestellt wurde. Es handelt sich um einen kleinen, ergonomisch geformten Nasenbügel aus medizinischem Silikon, der direkt in die Nasenlöcher eingeführt wird. Der Clip enthält bio-ätherische Öle, die beim Einatmen freigesetzt werden und über die Nasenschleimhäute wirken sollen.

Funktionsweise und Varianten

Der Aspuraclip ist in verschiedenen Varianten erhältlich, die auf unterschiedliche Bedürfnisse zugeschnitten sind:

  • Entspannung: Diese Variante enthält Pfefferminz, Zitrone und Limette und soll bei Kopfschmerzen und Müdigkeit helfen.
  • Erkältung: Diese Variante enthält Eukalyptus, Thymian und Ravensara und soll Erkältungssymptome lindern und für freie Atemwege sorgen.

Der Clip wird in einer wiederverschließbaren Verpackung aufbewahrt und soll bei einer täglichen Tragedauer von ein bis zwei Stunden etwa drei Wochen halten.

Erfahrungen und Kritik

Die Erfahrungen mit dem Aspuraclip sind gemischt. Einige Anwender berichten von einer spürbaren Linderung ihrer Beschwerden, während andere keine oder nur eine geringe Wirkung feststellen konnten. Ein Kritikpunkt ist, dass der Clip auch nach einiger Eingewöhnungszeit als unangenehm empfunden werden kann. Zudem wird die Intensität der ätherischen Öle von einigen Anwendern als zu gering empfunden.

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Vertrieb und Erfolg

Nach dem Auftritt in "Die Höhle der Löwen" investierten Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer gemeinsam 600.000 Euro in das Unternehmen und sicherten sich 25 Prozent der Firmenanteile. Inzwischen wird der Aspuraclip von DS Produkte vertrieben und ist online sowie in verschiedenen Märkten erhältlich. Laut Medienberichten erfreut sich der Clip großer Beliebtheit und erzielte kurz nach der Ausstrahlung der Sendung hohe Verkaufszahlen.

Der Rehaler: Ein Inhalator zur Regulierung des CO2-Haushaltes

Ein weiterer Ansatz zur Behandlung von Migräne ist der Rehaler. Der Rehaler ist eine medikamentenfreie Behandlungsmethode, die auf einem ausgeglichenen CO2- und Sauerstoffhaushalt basiert. Er besteht aus einem Inhalator, einer Kontroll-Einheit und einer App.

Funktionsweise

Über das Mundstück ausgeatmete CO2-reiche Luft wird mit Frischluft in einem kontrollierten Verhältnis vermischt und wieder eingeatmet. Die Kontroll-Einheit überwacht dabei kontinuierlich den Sauerstoffgehalt im Körper und warnt, falls das CO2-/Sauerstoffgemisch angepasst werden muss. Die Rehaler-App dient zur Konfiguration des Geräts und zur Optimierung der Behandlung. Laut Hersteller wird der Rehaler für 20 Minuten angewendet, wenn man spürt, dass ein Anfall auf dem Weg ist. Für viele Patienten würde so die Entwicklung des Anfalls mindestens gehemmt, idealerweise gestoppt.

Studienergebnisse

Die Rehaler-Behandlung wurde in einer randomisierten, kontrollierten, doppelblinden Studie für Migräne mit Aura am Universitätsklinikum Aarhus, Dänemark, getestet. Die ersten Studienergebnisse sind positiv, allerdings war die Teilnehmerzahl überschaubar.

Bewertung

Der Rehaler kann als arzneimittelfreie Behandlung ergänzend angewendet werden. Ob ein Migränepatient gänzlich auf seine medikamentöse Behandlung verzichten kann, ist fraglich und sollte individuell entschieden werden. Ein Versuch könnte sich für Betroffene lohnen, bei denen eine pharmazeutische Behandlung kontraindiziert oder unwirksam ist.

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Kinetische Oszillationsstimulation (KOS): Vibration in der Nase gegen Migräne

Ein weiteres innovatives Verfahren zur Behandlung von Migräne ist die kinetische Oszillationsstimulation (KOS). Dabei wird ein kleiner Katheter mit einem Ballon in ein Nasenloch eingeführt, der Ballon aufgeblasen und mit einer bestimmten Frequenz in der Nase vibriert.

Funktionsweise und Studienergebnisse

Die KOS zielt auf die Modulation des trigemino-autonomen Reflexes ab, an dem auch der Parasympathikus beteiligt ist. Die Behandlung wird einmal pro Woche jeweils zehn Minuten lang in jedem Nasenloch über einen Zeitraum von sechs Wochen durchgeführt.

Eine Studie mit 144 Migränepatienten in Deutschland und Finnland zeigte, dass die monatlichen Migränetage der Personen in der Verumgruppe um 2,3 Tage sanken, verglichen mit der Kontrollgruppe. Nach Behandlungsende zeigte sich ein noch deutlicherer Effekt von 2,7 Tagen. Damit liegt das physikalische Verfahren gleichauf mit dem Therapieerfolg durch prophylaktisch eingesetzte Medikamente - bei geringen Nebenwirkungen.

Verfügbarkeit

Ein entsprechender Stimulator mit CE-Kennzeichnung zur Therapie von Migräne und chronischer Rhinitis existiert bereits.

Weitere Therapieansätze

Neben den genannten Nasenclips und Verfahren gibt es noch weitere Ansätze zur Migränetherapie, die hier kurz erwähnt werden sollen:

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  • Medikamentöse Behandlung: Es gibt verschiedene Medikamente zur Akutbehandlung und zur Prophylaxe von Migräne.
  • Alternative Therapien: Akupunktur, Entspannungstechniken, Biofeedback und Homöopathie können ebenfalls zur Linderung von Migränebeschwerden beitragen.

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