Nasenmuschelhyperplasie: Ursachen, Symptome und Behandlungsoptionen

Eine Nasenmuschelhyperplasie, auch Nasenmuschelvergrößerung genannt, ist eine dauerhafte Vergrößerung der Nasenmuscheln. Diese Vergrößerung kann zu einer Vielzahl von Beschwerden führen, insbesondere zu Problemen bei der Nasenatmung. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und verschiedene Behandlungsmöglichkeiten der Nasenmuschelhyperplasie, um Betroffenen ein umfassendes Verständnis dieser Erkrankung zu ermöglichen.

Was ist eine Nasenmuschelhyperplasie?

In der Nasenhöhle befinden sich an der seitlichen Wand jeweils eine untere, eine mittlere und eine obere Nasenmuschel. Dabei handelt es sich um knöcherne Leisten, die von einem gefäßreichen Schwellkörpergewebe umgeben sind. Die untere, mittlere und obere Nasenmuschel, ausgehend von der seitlichen Nasenwand, stellen Schwellkörper zur Vergrößerung der Nasenschleimhautoberfläche dar. Die Nasenmuscheln sind Filter und Luftbefeuchter zugleich. Sie produzieren Schleim, der die Nase feucht hält. Insgesamt gibt es sechs Muscheln in der Nase, drei in jedem Nasenloch. Die Nasenmuscheln bestehen aus Knochen und Weichgewebe.

Die Nasenmuscheln durchlaufen einen Zyklus. Das heißt, die Nasenmuscheln einer Seite schwellen in regelmäßigen mehrstündigen Abständen an und ab. Die mittlere Nasenmuschel ist Teil des sogenannten Infundibulum, welches den Eingang zu den Nasennebenhöhlen darstellt. Die obere Nasenmuschel trägt einen Teil der Riechzellen.

Bei einer Nasenmuschelhyperplasie sind die Nasenmuscheln dauerhaft vergrößert. Von der Nasenmuschelhyperplasie sind meist die unteren Nasenmuscheln betroffen. Der Nasengang, der darunter liegt, bildet die Verbindung zu den Atemwegen. Sind die Muscheln also vergrößert, treten Probleme bei der Nasenatmung auf.

Ursachen einer Nasenmuschelhyperplasie

Eine Vergrößerung der Nasenmuscheln ist in der Regel nicht angeboren, sondern entsteht durch verschiedene Faktoren. Die Ursachen für eine Nasenmuschelhyperplasie können vielfältig sein:

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  • Übermäßiger Gebrauch von Nasenspray oder -tropfen: Der übermäßige Gebrauch von Nasenspray oder -tropfen mit einem abschwellenden Wirkstoff ist eine häufige Ursache. Diese Sprays wirken kurzfristig, indem sie die Blutgefäße in den Nasenmuscheln verengen. Bei längerer Anwendung kommt es jedoch zu einem Rebound-Effekt, bei dem die Nasenmuscheln noch stärker anschwellen. Wenn die Wirkung nachlässt, werden die Blutgefäße stark erweitert, wodurch die Nase noch stärker zuschwillt als zuvor. So machen abschwellende Nasensprays schnell abhängig und können die Nasenschleimhaut erheblich schädigen. Wenn solche abschwellenden Nasensprays jedoch kurzfristig gut wirken, ist dies ein sicheres Zeichen, dass Sie von einer Nasenmuschelverkleinerung profitieren werden.
  • Allergien: Eine Nasenmuschelvergrößerung kann zum Beispiel durch Allergien ausgelöst werden. Ein chronischer allergischer Schnupfen kann ebenfalls der Auslöser sein. An der Haut kann im Allergietest die Empfindlichkeit auf Pollen, Tierhaare, Hausstaubmilben u.a.
  • Chronische Entzündungen: Eine Nasenmuschelhyperplasie tritt häufig zusammen mit einer chronischen Nebenhöhlenentzündung auf. Anschließend erfolgt die endoskopische Untersuchung der Nase, um eine chronische Sinusitis als mögliche Ursache zu erkennen. Die sonographische Untersuchung der Nasennebenhöhlen gibt weiterhin Hinweise auf das Vorliegen einer möglichen chronischen Sinusitis.
  • Hormonelle Veränderungen: Bei Schwangeren kommen Hormonschwankungen vor, die unter Umständen die Nasenmuscheln „wachsen“ lassen. Hormonschwankungen (z. B.
  • Äußere Einflüsse: Äußere Einflüsse wie Schadstoffe in der Atemluft oder häufige, extreme Temperaturunterschiede können ebenfalls eine Rolle spielen. Auch der ständige Gebrauch von Nasentropfen oder andauernde Schadstoffeinwirkung können Ursache sein. Zu trockene Wohn- und Arbeitsbereiche (zum Beispiel in klimatisierten Räumen), und viele andere Ursachen, die zu einer Belastung der Nasenschleimhäute führen können.
  • Weitere Faktoren: Vergrößerte Nasenmuscheln treten oft in Zusammenhang mit einer verkrümmten Nasenscheidewand auf. Eine Vergrößerung der unteren Nasenmuscheln ist die häufigste der verschiedenen Ursachen für eine verstopfte Nase. Sie liegt häufig auch gemeinsam mit Verkrümmungen der Nasenscheidewand (Nasenseptumdeviation) oder/und chronischen Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis) vor.

Ursachen Nasenmuschelvergrößerung kann akut (einmalig) oder chronisch sein. Es kann plötzlich auftreten oder die Symptome können mit der Zeit zunehmen und zu einer chronischen Erkrankung führen. Zu den Ursachen gehören Infektionen der oberen Atemwege, Erkältung, akute Nebenhöhlenentzündung, chronische Rhinitis, saisonale Allergien, chronische Sinusitis, hormonelle Veränderungen. Auch ein abweichendes Septum, eine äußere Nasendeformität oder Probleme in den Nasennebenhöhlen können eine Nasenmuschelvergrößerung verursachen. Sie ist nicht genetisch bedingt, tritt aber häufiger bei Menschen mit allergischer Rhinitis in der Familienanamnese auf.

Symptome einer Nasenmuschelhyperplasie

Die Leitsymptome einer Nasenmuschelhyperplasie sind vielfältig und können die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen:

  • Behinderte Nasenatmung: Die Betroffenen haben ständig das Gefühl, ihre Nase sei verstopft. Sie können - besonders bei trockener Luft - schlecht durch die Nase atmen. Die Nasenatmung kann nur auf einer, auf beiden Seiten oder wechselseitig beeinträchtigt sein. Bei der Nasenmuschelvergrößerung ist die normale Atmung durch die Nase behindert. Der Patient holt verstärkt über den Mund Luft.
  • Mundatmung: Das zwingt zur Mundatmung und diese führt häufig zu weiteren Beschwerden.
  • Schnarchen: In diesem Fall sprechen wir HNO-Ärzte von einer Nasenmuschelhyperplasie, die mit einer vermehrten Mundatmung, Schnarchen und einer erhöhten Infektanfälligkeit im Rachenraum und Hals einhergehen kann.
  • Erhöhte Infektanfälligkeit: Sind die Nasenmuscheln zu stark geschwollen und es muss zu schnell auf Mundatmung gewechselt werden, so besteht das gleiche Problem. Die nunmehr nicht erwärmte und befeuchtet Luft führt ebenfalls häufiger zu Halsinfektionen oder zu einem chronischen Fremdkörpergefühl im Hals.
  • Weitere Symptome: Bei Patienten mit einer Nasenmuschelvergrößerung können Atembeschwerden, häufiges Nasenbluten und wiederkehrende Nasenentzündungen auftreten. Es ist üblich, nachts mit offenem Mund zu schlafen. Auch der Geruchssinn kann beeinträchtigt sein.

Besonders im Liegen kann die Nasenmuschelhyperplasie störend sein. Die ohnehin schon vergrößerten Nasenmuscheln werden hierbei noch mehr durchblutet.

Diagnose einer Nasenmuschelhyperplasie

In unserer HNO-Praxis in Frankfurt können wir die Diagnose schnell sichern, wenn bei Ihnen der Verdacht auf eine Nasenmuschelvergrößerung besteht. Bei einer Nasenmuschelhyperplasie stellt die Untersuchung mit dem Nasenspekulum und dem bloßen Auge (sog. anteriore Rhinoskopie) immer den ersten Schritt der Untersuchung dar, ist aber häufig unzureichend in ihrer Aussage. Die Nasenendoskopie mit einem starren Endoskop (2,7 mm oder 4 mm; 0°, 30°, 45°, 70°) oder flexiblem Endoskop hat eine sehr hohe Aussagekraft. Dies trifft sowohl für die Diagnose als auch den Ausschluß von anderen Ursachen, wie z.B. das Vorliegen einer Verkrümmungen der Nasenscheidewand (sog. Septumdeviation), einer chronischen Rhino-Sinusitis mit und ohne Polypen, einem Pilzball in den Nebenhöhlen oder Tumore (gutartig und in seltenen Fällen bösartig) zu. Wir führen eine direkte oder endoskopische Nasenuntersuchung sowie eine Ultraschalluntersuchung bei Ihnen durch. Mit der direkten oder endoskopischen Untersuchung der Nase durch den Facharzt kann die Form, Größe und Beschaffenheit der Nasenmuscheln festgestellt werden.

Zusätzlich sollte eine Nasenflußmessung (sog. „Rhinomanometrie“) vor und 10min. nach abschwellenden Nasentropfen, ein Riechtest sowie ein Allergietest durchgeführt werden. Weiter kann die Durchführung einer Computertomographie der Nasennebenhöhlen eine versteckte Entzündung in diesem Bereich ausschließen. Die Rhinomanometrie (Nasenflussmessung) erlaubt eine seitengetrennte Messung des Luftstroms durch die Nase. positives Ergebnis der Nasenflußmessung (sog. Rhinomanometrie), d.h. knöcherne Vergrößerung (sog. „Hypertrophie“) des Knochens der unteren Nasenmsuchel (sog.

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In vielen Fällen wird sich eine Allergiediagnostik an die körperliche Untersuchung anschließen.

Behandlungsmöglichkeiten einer Nasenmuschelhyperplasie

Je nach Ursache werden unsere Ärzt:innen Ihnen unterschiedliche Therapien vorschlagen. Es gibt verschiedene Behandlungsansätze, die je nach Schweregrad der Hyperplasie und den individuellen Bedürfnissen des Patienten eingesetzt werden. Im Allgemeinen gibt es zwei Hauptbehandlungen. Medikamente und Operation.

Konservative Therapie

Möglich ist die konservative Therapie: Je nach Ausgangssituation bzw. Ursache der Nasenmuschelhyperplasie empfehlen wir einen Verzicht auf den Auslöser (Entwöhnung von Nasenspray, Meiden von Allergenen, Behandlung der Allergie o. Ä.). Falls eine Entzündung besteht, wird diese mit kortisonhaltigen Nasensprays bekämpft. Eine eventuelle Allergie sollte ebenfalls behandelt werden und der Patient, wenn möglich, seine entsprechenden Allergene wie Tierhaare, Hausstaub oder Gräser, meiden. Es ist die erste Behandlungsoption, um die Symptome zu lindern. Arzneimittel müssen unter ärztlicher Beobachtung angewendet werden. Beispielsweise dürfen bei einer akuten Muschelhypertrophie abschwellende Nasensprays nur kurzzeitig eingesetzt werden. Die Anwendung dieser Sprays länger als drei Tage kann zu Schwellungen in der Nasennebenhöhle, Verschlechterung der Symptome und Abhängigkeit bei längerer Anwendung führen. Wenn die Nasenmuschelvergrößerung nicht chronisch ist, wird sie sich wahrscheinlich im Laufe der Zeit und mit Medikamenten bessern.

Operative Therapie

Falls die Nasenmuscheln durch diese Maßnahmen nicht zurückgehen, können sie operativ verkleinert werden, in der Regel durch eine Verödung des Gewebes. Wenn es jedoch chronisch geworden ist und die Luftwege stark verengt sind, wird ein chirurgischer Eingriff empfohlen.

  • Nasenmuschelverkleinerung (Turbinoplastik oder Conchotomie): Bei vergrößerten Nasenmuscheln (Nasenmuschelhyperplasie) kann eine Verkleinerung (Turbinoplastik oder Conchotomie) helfen, die Nasenatmung zu verbessern. Ziel ist es, den Luftstrom in der Nase zu optimieren, ohne die Funktion der Nasenmuscheln zu beeinträchtigen. Je nach Ausprägung der Vergrößerung stehen verschiedene Techniken zur Verfügung, darunter die Entfernung von Gewebe oder die Verödung mit Laser. Die operative Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln mit Mitteln der Radiofrequenz-Chirurgie ist ein minimal-invasives, elegantes und schnelles Verfahren. Die Belastung für den Patienten ist gering, die Prognose ausgezeichnet. Eine Verkleinerung der unteren Nasenmuscheln wird daher bei fast allen Nasenoperationen, die eine Verbesserung der Nasenatmung zum Ziel haben, mit durchgeführt. Wenn nur die Nasenmuschelverkleinerung durchgeführt wird, kann dies in vielen Fällen ambulant in unseren Praxisräumen gemacht werden und Sie können am nächsten Tag wieder normal arbeiten. Daher ist der Eingriff selbst dann oft einen Versuch wert, wenn zusätzlich eine Septumdeviation oder eine chronische Sinusitis vorliegt, aber eine aufwändige, stationäre Operation in Vollnarkose für Sie (kurzfristig) nicht in Frage kommt. Die Nasenmuschelverkleinerung ist der von uns am häufigsten durchgeführte Eingriff überhaupt.

Es gibt verschiedene Operationstechniken, um die Größe der Nasenmuscheln zu verkleinern. Die beiden am häufigsten verwendeten Techniken sind die endoskopische Nasenmuschelverkleinerung mit Radiofrequenztherapie. Die empfohlene Technik kann je nach dem spezifischen Zustand des Patienten, dem Schweregrad der Nasenmuschelvergrößerung und der Erfahrung des HNO-Arztes variieren. Darüber hinaus kann die die Operation mit anderen Eingriffen kombiniert werden, wie z. B. einer Nasenkorrektur zur Verbesserung der Nasenform.

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  • Radiofrequenztherapie (CELON-Therapie): In unseren Kliniken werden teilweise schonende Verfahren wie die Elektromuschelkaustik und die Radiofrequenztherapie (CELON-Therapie). Bei der Radiofrequenztherapie wird über eine Sonde der innere Bereich der Nasenmuschel leicht erhitzt. Die Radiofrequenztherapie ist ein ambulantes Verfahren, das auf dem Prinzip der Verkleinerung der Nasenmuschel durch Erwärmung der submukösen Auskleidung zwischen Nasenmuschel und Septum basiert. Das Verfahren wird mit einer kleinen Sonde durchgeführt, die durch das Nasenloch eingeführt wird. Die Sonde leitet die Hochfrequenzwellen in das Gewebe. In etwa 6-8 Wochen nach der Anwendung tritt eine vollständige Schrumpfung des Gewebes ein und die Atemwege erweitern sich. Die Behandlung ist in etwa 10-15 Minuten abgeschlossen. Patienten können nach der Behandlung in ihr Alltag zurückkehren. Die Wirksamkeitsrate liegt bei etwa achtzig Prozent. Eine zweite Operation ist daher in der Regel nicht erforderlich. Es kann jedoch bei Bedarf wiederholt werden. In den ersten Wochen nach dem Eingriff kann es zu einer vorübergehenden Nasenverstopfung kommen. Es ist eine effektive und bequeme Methode zur Behandlung von der Nasenmuschelvergrößerung. Es kann in derselben Sitzung während anderer Operationen im Zusammenhang mit der Nase angewendet werden. Für die eigentliche Radiofrequenztherapie wird eine feine Nadel in die Nasenmuscheln eingestochen, durch die, über ein Fußpedal ausgelöst, hochfrequenter Strom fließt und dadurch gezielt den wasserhaltigen Schwellkörper schonend erhitzt. Bereits während der Therapie, die mit einem Endoskop kontrolliert wird, sieht man den Schwellkörper schrumpfen. Die Therapie selbst ist trotz Betäubung etwas unangehm, wird aber von den meisten Patienten gut toleriert. Gelegentlich löst die Manipulation in der Nase einen Kreislaufkollaps aus, dann muss der Eingriff kurz unterbrochen werden, kann aber meist danach zu Ende durchgeführt werden.

Sowohl Radiofrequenztherapie als auch Laser erreichen eine sehr gezielte Erhitzung des Schwellkörpers auf Temperaturen, die Knochen und Schleimhaut in aller Regel nicht schädigen. Für die Radiofrequenztherapie verwenden wir ein Gerät der neuesten Generation, das die Energiezufuhr automatisch abschaltet, bevor es zu Gewebsschäden kommen kann. Sowohl die Anwendung des Lasers als auch die Radiofrequenztherapie sind (noch) nicht Gegenstand des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung, sodass wir ihnen diese Eingriffe nur als Selbstzahlerleistung anbieten können. Von Privatkassen, aber auch von vielen Betriebskrankenkassen (BKKs), wird der Eingriff anstandslos bezahlt. Nur bei Patienten mit einer extrem engen Nase, stark vergrößertem Knochen oder mit fortbestehenden Problemen nach Radiofrequenztherapie führen wir chirurgische Muschelverkleinerungen in Narkose durch. Wenden Sie sich für ambulante Lasereingriffe bitte an Dr. Stegherr, für die Radiofrequenztherapie sind Dr. Morski und Dr. Olzowy Ihre Ansprechpartner.

Wenn der Eingriff ambulant durchgeführt wird, müssen Sie ca. eine Stunde bei uns in der Praxis einplanen. Zunächst wird die Nasenschleimhaut durch Einlegen von Watte oberflächlich betäubt. Nach ca. 15 Minuten Einwirkdauer bekommen Sie zusätzlich eine Spritze in die unteren Nasenmuscheln, die die Knochenhaut in der Tiefe betäubt. Dabei kommt es immer zu einer kurzen, aber heftigen Blutung aus der Nase, die jedoch praktisch immer nach ca. einer halben Minute von selbst aufhört. Nach dem Eingriff sind Schmerzen oder Nachblutungen die absolute Ausnahme. Auch wenn hierfür eigentlich kein medizinisch nachvollziehbarer Grund besteht, sollten Sie nach dem Eingriff nicht selbst mit dem Auto nach Hause fahren, da Gerichte im Fall eines Unfalls sonst eine Mitschuld bei dem Eingriff sehen könnten. Abgesehen davon bestehen für Sie keinerlei Einschränkungen. Am nächsten Tag können sie ganz normal arbeiten und Sport treiben. Bei einem Teil der Patienten schwellen die Schleimhäute nach dem Eingriff an, und die Nase ist für einige Tage sogar stärker verstopft als zuvor. Die meisten Patienten bekommen jedoch schon unmittelbar nach dem Eingriff besser Luft. Typischerweise bilden sich auf der Schleimhautoberfläche Beläge oder Krusten, die nach ein paar Tagen bei einem Nachsorgetermin in der Praxis entfernt werden sollten, in manchen Fällen ist dies ein paar Mal nötig. In dieser Zeit sollten Sie mehrfach täglich ein Nasenöl verwenden. Der optimale Therapieeffekt stellt sich nach einigen Wochen ein, wenn sich die Narbe im Schwellkörper voll ausgebildet hat und die Schleimhaut vollständig abgeheilt ist. Wir überprüfen dies gerne im Rahmen eines Nachsorgetermins drei Monate nach dem Eingriff.

  • Laserbehandlung: Eine moderne und schonende Methode zur Behandlung vergrößerter Nasenmuscheln (Nasenmuschelhyperplasie) ist die Laserbehandlung. Hierbei wird das überschüssige Gewebe durch gezielte Hitzeeinwirkung reduziert, was die Nasenatmung deutlich verbessert. Der Eingriff ist minimal-invasiv, wird ambulant durchgeführt und erfordert keine lange Erholungszeit. Vor der Laserbehandlung legen wir für etwa eine halbe Stunde Wattetupfer in Ihre Nase ein, die mit einem Anästhetikum getränkt wurden. Für die Betäubung ist also keine Spritze notwendig. Nun können wir mit dem Laser Ihre Nasenschwellkörper schmerzfrei in wenigen Minuten verkleinern. Nach dem Eingriff ist keine Tamponade erforderlich. Die Laserconchotomie ist eine risikoarme und effektive Methode, Ihre Nasenschwellkörper wieder in eine normale Größe zu bringen. Die Laserbehandlung erfolgt ambulant in Oberflächenanästhesie. Dafür werden Watte-Einlagen mit z.B. 4% Lidocain oder Tetracain-Lösung mit abschwellenden Nasentropfen im Verhältnis 1:1 für 8-10 min vorsichtig in die Nase eingebracht.Eine ausreichende Oberflächenanästhesie liegt in der Regel nach 10 min. vor (… u.a. gefühlt durch ein leicht taubes Gefühl an den Vorderzähnen). Dieser Effekt dauert ca. 30-60 min. an, danach ist die Sensibilität wieder normal. Nach Einführen des Laserfaserführungs-Handstücks erfolgt unter endoskopischer Kontrolle die Laserlichtapplikation des Gewebes, bis die Koagulation (d.h. ein „Weißwerden“ bzw. „blanching“) sichtbar ist.Entsprechend der Ausdehnung der Nasenmuschelhyperplasie variiert die Größe der behandelten Fläche, bzw. die Anzahl der Strichkoagulationen. Die Laserlichtapplikation wird beendet, wenn entsprechend der Ausdehnung der Nasenmuschelhyperplasie ausreichend Gewebe koaguliert wurde. Zunächst resultiert in der 1. bis 2. Woche nach Laserbehandlung ein leichtes Ödem bzw. eine Schwellung sowie Fibrinbeläge im laserbehandelten Areal und später ab ca. 3. bis. 4 Woche trockene Wundbeläge, die sich typischerweise in den folgenden Wochen unter täglicher Nasenpflege schrittweise lösen.

  • Chirurgische Muschelverkleinerungen in Narkose: In seltenen Fällen wird eine schmale Kappung der unteren Nasenmuscheln (Conchotomie) notwendig. Nur bei Patienten mit einer extrem engen Nase, stark vergrößertem Knochen oder mit fortbestehenden Problemen nach Radiofrequenztherapie führen wir chirurgische Muschelverkleinerungen in Narkose durch.

  • Endoskopische Nasenmuschelverkleinerung: Es ist eine Operation, die unter Vollnarkose durchgeführt wird. Es kann zusammen mit einer Septumplastik durchgeführt werden. Das Verfahren wird mit einem Endoskop durchgeführt, der einen dünnen Schlauch mit einem Licht und einer Kamera am Ende hat. Unter Verwendung des Endoskops betrachtet der Chirurg die untere Nasenmuschel und setzt einen kleinen Einschnitt in die Schleimhaut der Nasenmuschel. Im unteren Teil können die Muschel oder die Weichteile um die Muschel herum mit einem kleinen Instrument ausgedünnt oder entfernt werden. Alternativ kann die Radiofrequenzmethode zum Schrumpfen des Gewebes verwendet werden. Nach der Operation ist Krankenhausaufenthalt nicht erforderlich. Es wird jedoch empfohlen, sich 72 Stunden auszuruhen. Die Nasenmuschelverkleinerung ist eine Operation, die die Muschelschleimhaut schützt, die Integrität der Schleimhaut nicht beeinträchtigt und keine Tampons erfordert. Es ist eine wirksame Methode zur Reduzierung der Nasenmuscheln.

Nachsorge

Nach operativen Eingriffen oder Behandlungen ist eine sorgfältige Nachsorge wichtig für den Behandlungserfolg. Unsere Pflegefachkräfte unterstützen Sie bei der Wundpflege, geben hilfreiche Tipps zur Schleimhautpflege und stehen Ihnen bei Fragen zur Verfügung.

In aller Regel dauert die Wundheilung 2 bis 4 Wochen. Nasenpflege mit Wund- und Heilsalbe, z. B. Kochsalz-Spülungen z.B. Steroid Nasenspray (2x2 Hübe bds.

Wichtiger Hinweis

Wenn die unteren Nasenmuscheln zu stark verkleinert oder sogar ganz abgeschnitten werden - was früher eine Standardtechnik in der Nasenchirurgie war und leider auch heute immer noch vorkommt - kann dies für die betroffenen Patienten sehr unangenehme Folgen haben. Sie leiden häufig unter chronischen Halsschmerzen, weil die Luft zu trocken und zu kalt in den Hals gelangt. Oft haben sie, trotz einer sehr weiten Nase, das Gefühl, keine Luft zu bekommen, und auch das Riechen kann eingeschränkt sein, weil die Luft nicht mehr in die oberen Nasenabschnitte gelangt, wo die Riechstoffe wahrgenommen werden und wo eine Kältewahrnehmung für das Gefühl verantwortlich ist, Luft zu bekommen. Die Beschwerden sind unter dem Begriff des "empty nose syndromes", also des Syndroms der leeren Nase inzwischen als eigene Krankheit anerkannt.Um solche Probleme sicher zu vermeiden, führen wir bei einem Ersteingriff immer nur eine vorsichtige Verödung des Schwellkörpers der unteren Muscheln durch.

Unabhängig von der anzuwendenden Technik kann das Wachstum von Nasenmuscheln wieder auftreten. In solchen Fällen kann die Radiofrequenzmethode bei der Behandlung der Nasenmuschelhypertrophie sicher wiederholt werden.

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