Leichte Kopfschmerzen, die den Tagesablauf nicht stark einschränken, aber dennoch das Wohlbefinden und die Konzentration beeinträchtigen, sind ein Warnsignal des Körpers. Sie können auf Stress, Flüssigkeitsmangel oder einen unausgewogenen Koffeinkonsum hindeuten. Bei plötzlich auftretenden, starken Kopfschmerzen, die in dieser Art noch nicht wahrgenommen wurden, sollte man jedoch ärztlichen Rat einholen. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Hausmitteln, die bei Migräne im Kieferbereich Linderung verschaffen können.
Flüssigkeitszufuhr
Ein einfacher, aber effektiver Tipp und das beste Hausmittel gegen Kopfschmerzen ist, viel Wasser zu trinken. Mindestens zwei Liter Wasser pro Tag können helfen, Migräneschmerzen zu lindern, wie eine Studie gezeigt hat. Alternativ können auch Kräutertees wie Weidenrinde, Wacholder oder Ingwer zur Linderung der Beschwerden beitragen.
Koffein
Koffein, das in Kaffee und einigen Teesorten enthalten ist, kann manchen Kopfschmerzbetroffenen helfen. Ein Espresso kann die Kopfschmerzen lösen, da Koffein die Freisetzung des schmerzlindernden Hormons Noradrenalin anregt. Dieses Hormon gehört zu den Stresshormonen und erhöht Puls und Blutdruck. Koffein wird daher gerne als Zusatz in Schmerzmedikamenten verwendet. Es ist jedoch Vorsicht geboten, da ein übermäßiger Koffeinkonsum Kopfschmerzen auslösen kann.
Einige Menschen schwören auf die Kombination von Zitronensaft und Espresso. Der Saft einer halben Zitrone zu einer Tasse Espresso hinzugefügt, kann die Kopfschmerzen vertreiben. Dies liegt an der Wirkung des Koffeins.
Ätherische Öle
Ätherische Öle, die aus Pflanzen gewonnen werden, werden in vielen Kulturen als Heilmittel oder zur Unterstützung von Heilungsprozessen eingesetzt. Gegen Kopfschmerzen werden vor allem Pfefferminzöl und Lavendelöl verwendet.
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Pfefferminzöl
Hauptbestandteile von Pfefferminzöl sind Menthol und Menthon, die auch in Kaugummi enthalten sind und für den angenehm kühlen, erfrischenden Geschmack sorgen. Zur Anwendung bei Kopfschmerzen wird eine zehnprozentige Lösung empfohlen, die in der Apotheke erhältlich ist. Bei Flüssigkeitsmangel kann ein großer Becher Pfefferminztee, der extra lange zieht, helfen. Eine ethanolische Lösung mit zehn Prozent Pfefferminzöl aufgetragen auf Stirn, Scheitel oder Schläfen hat eine sehr gut belegte Wirksamkeit bei Spannungskopfschmerzen, die Schmerzmitteln mindestens ebenbürtig ist. Das ätherische Öl wirkt kühlend und dadurch schmerzlindernd, hemmt schmerzhafte Muskelanspannungen und wirkt beruhigend auf das Nervensystem.
Lavendelöl
Ein Tropfen Lavendelöl auf die Oberlippe aufgetragen, kann helfen, Kopfschmerzen in ihrer Anfangsphase zu bekämpfen. Eine Studie zeigt eine gute Wirksamkeit sogar in der Anfangsphase einer Migräne, diese Studie wird allerdings unter Experten sehr kritisch diskutiert. Auf alle Fälle wirkt Lavendel aber entspannend. Bei Muskelverspannungen kann ein warmes Bad mit einigen Tropfen Lavendelöl oder Lavendelblüten für noch mehr Entspannung sorgen.
Wärme und Kälte
Viele von Spannungskopfschmerzen Betroffene schwören auf Wärmekissen, Wärmepflaster oder warme Bäder. Die Wärme fördert die Durchblutung in den verspannten Muskeln und sorgt so dafür, dass Stoffwechselprozesse schneller ablaufen und sich Verspannungen lösen. Bei einer Migräneattacke weiten sich die Blutgefäße in der Schläfenregion. Hier kann zum einen Pfefferminzöl wirken, das für eine lokale Kühlung sorgt, aber ebenso ein Kühlpack. Sofern ein Kühlpack verwendet wird, sollte der direkte Kontakt mit der Haut vermieden werden. Eine kühlende und dadurch schmerzlindernde Wirkung bei Kopfweh haben auch nasse Kompressen. Lege sie auf die Stirn, Schläfen oder in den Nacken.
Übungen zur Schmerzlinderung
Neben den genannten Hausmitteln gibt es auch Übungen, die bei der Linderung von Migräne im Kieferbereich helfen können.
Drücken
Setzen Sie sich aufrecht hin und legen Sie sich einen Drücker mit einem kegel- oder rundförmigen Griffstück und einer Rundspitze bereit. Fahren Sie mit dem Finger quer über die Mitte des Hinterkopfes, vom linken zum rechten Ohr. Finden Sie die zwei Knubbel, die einander gegenüberliegen, und setzen Sie den Drücker genau dort an. Wandern Sie mit dem Drücker weiter in Richtung des rechten Ohrs und suchen Sie immer wieder neue Schmerzpunkte. Achten Sie darauf, stets auf einen Knochenpunkt zu drücken und nicht auf das Weichteilgewebe im Nacken.
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Dehnen
Bringen Sie verkürzte Muskeln und Faszien bequem wieder auf ihre natürliche Länge. Wählen Sie die richtige Nackenretter-Höhe: Diese ist gegeben, wenn Sie Ihren Kopf auf ihn platzieren und einen Dehnungszug spüren. Achten Sie darauf, dass Sie wirklich mit der unteren Schädelkante Ihres Hinterkopfes - und nicht mit den Weichteilen im Nacken!
- 30 Sekunden dehnen: Atmen Sie tief ein und aus.
- 1 Minute Wechselspiel aus Dehnung und Gegenspannung: Drücken Sie jetzt Ihren Kopf aktiv gegen den Nackenretter, nehmen Sie die Spannung wieder raus und lassen Sie sich erneut tiefer sinken.
- 30 Sekunden Aktivdehnung: Heben Sie Ihren Kopf, schieben Sie den Nackenretter zur Seite und halten Sie ihn aus der Kraft des Nackens oben. Ihr Rücken bleibt flach auf dem Boden liegen. Versuchen Sie, den Kopf immer weiter hochzuziehen.
Rollen
Rollen Sie die Halswirbelsäule mit möglichst viel Druck ganz langsam nach unten bis zum Ansatz der Brustwirbelsäule.
Weitere natürliche Methoden zur Migräneprophylaxe
Regelmäßiger Ausdauersport
Dreimal wöchentlich 40 Minuten Ausdauersport ist laut einer Studie an der schwedischen Universität zu Götheburg genauso wirksam wie das prophylaktische Medikament Topiramat. Vor allem Ausdauersport im gemäßigten Tempo, wie z.B. ein effizientes Lauftraining, Nordic Walking oder Schwimmen ist geeignet.
Entspannungsverfahren
Auch regelmäßige Entspannungsverfahren wie die Progressive Muskelentspannung (kurz: PMR) nach Jacobson, Autogenes Training, Atem-Meditation oder auch Achtsamkeitstraining können nachweislich helfen, Migräneattacken vorzubeugen. Autogenes Training und PMR sollten allerdings nicht im akuten Anfall durchgeführt werden, da sie diesen verstärken können.
Verhaltenstherapie
Viele Migränebetroffene berichten von Ängsten, depressiven Verstimmungen, einem Gefühl von Hilflosigkeit und sogar Panik, wenn die Schmerzen wieder anfangen. Solche Gefühle können allerdings die Schmerzwahrnehmung verstärken. Es kann also helfen zu lernen “cool” zu bleiben wenn ein Anfall kommt und einen anderen Umgang mit seinem Schmerz zu finden. Dabei hilft kognitive Verhaltenstherapie, die z.B. Entspannungsverfahren, Schmerzbewältigung, Stressmanagement und Biofeedback beinhaltet.
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Biofeedbackverfahren
Das sogenannte Biofeedbackverfahren kann nachweislich Migräne vorbeugen, ist allerdings nur in einem mehrwöchigen Trainingsprogramm erlernbar. Ziel ist es zu erlernen, wie man die Muskelspannung oder die Gefäßweite bewusst steuern kann, um so Migräne vorzubeugen.
Akupunktur
Akupunktur nach den Prinzipien der traditionellen chinesischen Medizin ist nachgewiesenermaßen in der Migräneprophylaxe wirksam und kann bei episodischer Migräne so hilfreich sein wie eine medikamentöse Prophylaxe.
Neurostimulationstechniken
Diverse Stimulationstechniken von Nerven wie z.B. die Vagusnervstimulation, die transkranielle Gleichstromstimulation (tDCS), die repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) und die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) können helfen, Migräneattacken abzumildern oder zu reduzieren.
Physiotherapie
Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass verschiedene physiotherapeutische Interventionen zur signifikanten Reduktion der Häufigkeit, Dauer und Intensität von Migräne, Spannungskopfschmerzen und durch Nackenverspannungen bedingte Kopfschmerzen führen könnten. Bei Spannungskopfschmerzen soll eine Kombination aus Physiotherapie und transkutaner elektrischer Nervenstimulation (TENS) am wirkungsvollsten sein.
Führen eines Kopfschmerztagebuchs / Triggermanagement
Jede:r hat unterschiedliche Trigger, die das Migränehirn in einen Anfall kippen lassen. Durch das regelmäßige Führen eines Kopfschmerztagebuches kann man diese häufig herausfinden und vermeiden. Generell kann es von Vorteil sein, den Körper nicht allzu großen Schwankungen auszusetzen - z.B. keine ausgelassenen Mahlzeiten, keine großen Blutzuckerschwankungen, ein regelmäßiger Schlaf-Wach-Rhythmus, ein gleichmäßiger (eher reduzierter) Koffeinkonsum oder Stressvermeidung.
Vermeidung von starken Blutzuckerschwankungen
Erste wissenschaftliche Studien konnten belegen, dass eine niedrig-glykämische Ernährung, die den Blutzucker eher niedrig und stabil hält, eine effektive Migräneprophylaxe sein kann.
Migräne- und Kopfschmerz-Apps
Mittlerweile gibt es diverse Studien zur Wirksamkeit von Apps. Das neue Digitale-Versorgung-Gesetz (DVG) sieht deshalb vor, dass bestimmte überprüfte Apps von behandelnden Ärzt:innen, Psychotherapeut:innen und auch per Videosprechstunde verschrieben werden können, so dass die Kosten dafür von der Krankenkasse übernommen werden.
Verspannungen entgegenwirken
Da die dauernden Schmerzen zu Verspannungen führen können, können das Lösen oder Vorbeugen von Verspannungen mittels Hitze (z.B. mit einer Wärmflasche, anderen diversen Wärmekissen oder Tigerbalsam), Massagen, Stretch-Übungen, das Nutzen eines Reise- und/oder Sitzkissens, einer vertikalen Maus oder einer Beißschiene um Schulter-, Nacken- und/oder Kieferbereich zu entlasten oder auch Entspannungsübungen und Ausdauersport hilfreich sein.
Für guten Schlaf sorgen
Fehlt Ihnen der Tiefschlaf regelmäßig, können die Hormone aus dem Gleichgewicht geraten und für schlechte Laune sorgen - und sogar Migräneanfälle begünstigen. Daher ist es wichtig, Stress und nächtliches Grübeln zu vermeiden und einen gesunden Schlaf mittels einer Schlafmaske oder eines gut abgedunkelten und ruhigen Raumes zu begünstigen. Vielen Betroffenen helfen auch bestimmte formbare Kissen oder entspannende Natur-Sounds wie Wellen, Regen etc. um einzuschlafen.
Bei Lichtempfindlichkeit
Viele Betroffene sind relativ lichtempfindlich und haben daher immer ihre polarisierte Sonnenbrille und einen Regenschirm (als Sonnenschirm) dabei. Darüber hinaus helfen spezielle Migränebrillen und das Anpassen der Helligkeit von Bildschirmen bzw. das Nutzen von leichten Filtern dabei sich zu schützen.
Bei Geräuschempfindlichkeit
Wer generell und nicht nur im Anfall geräuschempfindlich ist und weiß, dass diese Überreizung eine Attacke begünstigen kann und auch eins von vielen Symptomen der Migräne ist, sollte vorbeugend für sich sorgen, indem er sich immer wieder Ruhepausen gönnt. Dabei können Ohrstöpsel, Noise-Cancelling-Kopfhörer oder auch ablenkende Entspannungs- oder Meditationsmusik helfen.
Für ausreichende Wasserversorgung sorgen
Flüssigkeitsmangel kann unter Umständen zu Kopfschmerzen und Migräne führen. Daher ist es ratsam, immer eine Flasche Wasser dabei zu haben und täglich mindestens zwei Liter Wasser zu trinken.
Bei Geruchsempfindlichkeit
Bei manchen Betroffenen können extrem unnatürliche Gerüche wie Parfüms, After-Shaves, fruchtige Duschcremes oder auch die sogenannten E-Liquids der E-Zigaretten eine Migräne auslösen. Sobald man mit so einem Geruch konfrontiert wird, kann man sich nur distanzieren. Einige Betroffene berichten jedoch, wie sie diverse Gerüche übertünchen indem sie beispielsweise einen Minz-Lippenbalsam benutzen oder Duft-Kerzen mit für sie angenehmen Gerüchen verwenden.
Ernährung
Neuste Erkenntnisse zeigen, dass vor allem der Blutzuckerspiegel eine zentrale Rolle in der Migräneprophylaxe spielen kann. Schafft man durch gezielte Ernährungsanpassungen den Blutzuckerspiegel konstanter zu halten und starke Schwankungen zu vermeiden, so kann man nachweislich Migränetage reduzieren.
Nahrungsergänzungsmittel
Nahrungsergänzungsmittel wie Magnesium, Vitamin B2 und Coenzym Q10 können nachweislich effektive Prophylaxen sein. Diese Nahrungsergänzungsmittel werden auch oft in Kombination eingenommen.
Medikamentöse Behandlung
Neben Hausmitteln und natürlichen Methoden gibt es auch medikamentöse Behandlungen der Migräne.
Schmerzmittel
Gegen die Schmerzen selbst werden herkömmliche Schmerzmittel (Analgetika) wie Ibuprofen und Paracetamol oder - bei stärkeren Beschwerden - spezielle Migränemittel (Triptane) empfohlen. Manche dieser Medikamente sind verschreibungspflichtig, andere erhält man rezeptfrei in der Apotheke. Aber auch wenn Ihnen rezeptfreie Medikamente helfen, sollten Sie sich vorher von einem Arzt bei der Auswahl und Dosierung beraten lassen.
Antiemetika
Geht ein Migräne-Anfall mit Übelkeit und/oder Erbrechen einher, sollten Betroffene als Erstes zu einem Antiemetikum greifen: entweder Metoclopramid oder Domperidon. Beide Wirkstoffe sind als Tabletten verfügbar. Begleitet heftiges Erbrechen die Migräne, garantieren Zäpfchen mit Metoclopramid, dass der Wirkstoff auch tatsächlich in den Körper gelangt. Antiemetika wirken nicht nur gegen Übelkeit und Erbrechen, sondern verstärken auch die Wirkung von anschließend eingenommenen Schmerzmitteln!
Mutterkornalkaloide (Ergotamine)
Eine weitere Medikamentengruppe, die bei Migräne helfen kann, sind die sogenannten Mutterkornalkaloide (Ergotamine). Weil sie schlechter - aber länger - wirksam sind als Analgetika und Triptane und zudem vermehrt Nebenwirkungen auslösen, werden sie nur in Ausnahmefällen zur Behandlung akuter Migräne-Attacken empfohlen, etwa bei besonders lange anhaltenden Migränebeschwerden. Hier kann die längere Wirkdauer der Ergotamine also von Vorteil sein.
Kortison
Kortikosteroide (umgangssprachlich: Kortison oder Cortison) werden bei einer länger als 72 Stunden anhaltenden Migräne-Attacke verabreicht: Bei einem solchen „Status migraenosus“ erhalten Betroffene eine einmalige Dosis Prednison oder Dexamethason. Studien zufolge können Kortikosteroide die Kopfschmerzen verringern und Wiederkehrkopfschmerzen reduzieren.
Vorbeugung mit Medikamenten
Eine medikamentöse Migräne-Prophylaxe kommt in Betracht, wenn die Betroffenen sehr unter der Migräne leiden, in ihrer Lebensqualität eingeschränkt sind und wenn die Gefahr eines übermäßigen Medikamentengebrauchs (ASS, Triptane etc.) besteht. Arzt und Patient entscheiden in einem gemeinsamen Gespräch im Vorfeld, welches Medikament zur Migräne-Vorbeugung am sinnvollsten ist. Kriterien sind dabei unter anderem die Wirksamkeit verschiedener Arzneistoffe, die Nebenwirkungen sowie individuelle Faktoren wie Häufigkeit der Migräne-Anfälle, Begleiterkrankungen und persönliche Lebensumstände (z. B. Arbeit im Schichtdienst).
Medikamente zur Vorbeugung
Zur Vorbeugung stehen verschiedene Wirkstoffe zur Auswahl. Sie wurden ursprünglich für andere Anwendungsgebiete entwickelt, später zum Teil aber auch für die Migräne-Prophylaxe zugelassen. Bei den folgenden Medikamenten ist die Wirksamkeit sehr gut belegt:
- Propranolol, Metoprolol, Bisoprolol: Sie zählen zur Gruppe der Betablocker und senken den Blutdruck.
- Flunarizin: Dieser sogenannte Kalzium-Antagonist (Kalziumkanal-Antagonist) wird nicht nur als vorbeugendes Mittel gegen Migräne, sondern auch gegen Schwindel eingesetzt.
- Valproinsäure, Topiramat: Beides sind Mittel gegen Krampfanfälle (Antikonvulsiva). Topiramat ist zudem für die Vorbeugung von Migräne-Anfällen zugelassen, während Valproinsäure „off-label“ (also ohne Zulassung für die Indikation der Migräne-Prophylaxe) verwendet wird. (Frauen im gebärfähigen Alter müssen bei der Anwendung sicher verhüten, weil das Mittel Fehlbildungen beim Ungeborenen verursachen kann.)
- Amitriptylin: Dabei handelt es sich um ein trizyklisches Antidepressivum. Neben Depressionen und Nervenschmerzen zählt auch Migräne zu seinen Anwendungsgebieten.
- Onabotulinumtoxin A: Manche Menschen leiden nahezu ständig unter Migränebeschwerden. Injektionen mit Onabotulinumtoxin A (OnaBTX-A) helfen in diesen Fällen oft. Diese Form von Botox kann bei chronischer Migräne vorbeugend wirken.
Monoklonale Antikörper
Wenn die normalerweise gut wirksamen Mittel zur Vorbeugung nicht helfen, nicht vertragen werden oder aus bestimmten Gründen nicht angewendet werden dürfen, kann man seit einiger Zeit auf monoklonale Antikörper zur Vorbeugung von Migräne zurückgreifen. Weil sie nur als Injektionslösung zur Verfügung stehen, spricht man auch von „Anti-Migräne-Spritzen“.
Tee gegen Migräne
Manche Betroffenen haben auch mit Heilpflanzentees gute Erfahrungen gemacht bei Migräne:
- Beispielsweise spricht die Volksmedizin Schlüsselblumentee (Primel) eine gute Wirkung bei Migräne zu. Übergießen Sie einen Teelöffel Schlüsselblumenblüten (aus der Apotheke) mit einer Tasse heißem Wasser. Lassen Sie den Tee für fünf Minuten ziehen und seihen sie ihn dann ab. Sie können drei- bis viermal täglich Schlüsselblumenblütentee gegen Migräne trinken.
- Ingwertee kann Übelkeit und Erbrechen, die oft einen Migräne-Anfall begleiten, lindern. Dazu übergießen Sie einen Teelöffel grob gepulverte Ingwerwurzel mit einer Tasse heißem Wasser. Den Tee fünf bis zehn Minuten zugedeckt ziehen lassen, dann abseihen. Ingwertee hilft gegen Übelkeit bei Migräne, wenn Sie ihn vor den Mahlzeiten trinken.
- Weidenrindentee hilft bei Kopfschmerzen und Migräne wegen der enthaltenen Salicylate. Diese werden im Körper in Salicylsäuren umgewandelt - natürliche schmerzlindernde Stoffe, die der künstlich hergestellten Acetylsalicylsäure (ASS) ähneln. Überbrühen Sie einen Teelöffel klein geschnittene Weidenrinde (aus der Apotheke) mit 150 Milliliter kochendem Wasser. Lassen Sie den Tee 20 Minuten ziehen, bevor sie ihn abseihen. Eine Alternative zum Tee sind Fertigpräparate mit Weidenrinde aus der Apotheke.
Kieferschmerzen
Leiden Sie unter beidseitigen oder einseitigen Schmerzen im Kiefergelenk? Ist die Beweglichkeit im Kiefer eingeschränkt und Ihr Alltag wird immer häufiger von Kopfschmerzen begleitet? Dann kann eine Erkrankung des Kiefergelenks dahinterstecken. Das Kiefergelenk ist ein Dreh- und Gleitgelenk und befindet sich direkt vor dem Gehörgang.
Symptome
Es gibt einige Symptome, die auf eine Erkrankung des Kiefergelenks hindeuten. Diese können allein aber auch in Kombination auftreten:
- Druck auf dem Kiefergelenk und schmerzende Kaumuskulatur
- eingeschränkte Beweglichkeit des Kiefers
- Ohrenschmerzen
- andauernde Kopfschmerzen oder Migräne
- Verspannungen der Nacken-, Schulter- bzw.
Was tun bei Kieferschmerzen?
Wenn Sie zunächst selbst etwas gegen Schmerzen oder Verspannungen unternehmen möchten, dann ist die Mobilisierung des Kiefergelenks eine erste gute Sofortmaßnahme.
- 1. Übung: Öffnen Sie den Mund für längere Zeit, als wollten Sie Gähnen. Halten Sie den Zustand für ein bis zwei Minuten und versuchen in dieser Zeit den Mund immer weiter zu öffnen.
- 2. Übung: Öffnen Sie den Mund nur leicht und schieben den Unterkiefer zunächst auf die rechte Seite. Sie können die linke Hand unterstützend hinzunehmen und damit leichten Druck zur rechten Seite ausüben. Halten Sie die Position für etwa zwei Minuten.
Viele Patienten empfinden es als angenehm, wenn sie mit den Fingern einen Gegendruck auf dem Kiefergelenk erzeugen. Dafür fahren Sie mit Mittel- und Ringfinger in kreisenden Bewegungen über die Kaumuskulatur. Nach einiger Zeit werden Sie merken, dass die Schmerzen verschwinden.
Weitere Maßnahmen
- Legen Sie ein warmes Kirschkernkissen auf die schmerzende Stelle. Häufig schafft diese Maßnahme Linderung bei Beschwerden im Kiefergelenk. Vorsicht ist jedoch bei einer Entzündung geboten, bei der Wärme eher kontraproduktiv wirkt.
- Manuelle Therapie: Speziell ausgebildete Therapeuten behandeln die beidseitigen oder einseitigen Kiefergelenkschmerzen durch das manuelle Einwirken auf das Kiefergelenk beziehungsweise benachbarte Muskulatur. Auch Übungen helfen, der Verspannung entgegenzuwirken und die Beweglichkeit wiederherzustellen.
- Schienentherapie: Meist verschafft eine Aufbissschiene Linderung. Denn dadurch wird nächtliches Knirschen eingedämmt und das Gelenk entlastet.
- Verordnung von Medikamenten: Speziell wenn der Kieferschmerz durch eine Entzündung hervorgerufen wurde, kann die Gabe von entzündungshemmenden Medikamenten sinnvoll sein. Auch Schmerz- oder Beruhigungsmittel kommen begleitend zum Einsatz. Sollten die Ursachen psychosomatisch sein, kann auch ein Antidepressivum in Kombination mit einer Psychotherapie verordnet werden.
- Ganzheitlicher Stressabbau: Da Kieferschmerzen meist mit psychischem Stress einhergehen, sollte die Entspannung des Patienten ein Teil der CMD-Behandlung sein.
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