Überreizte Nerven nach Massage: Ursachen und Lösungen

Massagen sind seit Jahrtausenden eine beliebte Therapieform zur Linderung von Schmerzen, Lösung von Verspannungen und Förderung des allgemeinen Wohlbefindens. Die älteste dokumentierte Massagetechnik ist Tui Na, die aus dem traditionellen China stammt und etwa aus dem 2. Jahrhundert vor Christus datiert. Obwohl Massagen in der Regel als wohltuend empfunden werden, können in einigen Fällen überreizte Nerven und Muskelschmerzen auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für dieses Phänomen und bietet Lösungsansätze.

Ursachen für überreizte Nerven nach Massage

Es gibt verschiedene Gründe, warum es nach einer Massage zu überreizten Nerven und Muskelschmerzen kommen kann:

Erstverschlimmerung

Häufig handelt es sich um eine sogenannte Erstverschlimmerung, eine Reaktion auf die Behandlung, bei der sich bestehende Symptome kurzfristig verstärken oder benachbarte Regionen betreffen können. Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass unterschiedliche Körperregionen unterschiedlich empfindlich auf den Druck der Behandlung reagieren.

Anregung des Gewebes

Massagen können dazu führen, dass der Körper Schadstoffe aus dem Gewebe transportiert, was vorübergehend zu Schmerzen führen kann.

Kompensatorische Verspannungen

Wenn eine Muskelgruppe verspannt ist, können auch benachbarte Muskeln Verspannungen erfahren, um ein Gleichgewicht oder einen Ausgleich zu schaffen. Das Lösen einer Verspannung kann so zu neuen Spannungsgefühlen führen, bevor die Muskeln langfristig vollständig entspannen.

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Kontraindikation

Abhängig vom Gesundheitszustand kann es sein, dass von Massagen abgeraten wird, da diese zu unerwünschten Beschwerden führen können. Im Zweifelsfall sollte immer Rücksprache mit einem Arzt gehalten werden.

Überreizung der Muskeln

Eine zu intensive Behandlung an der Halswirbelsäule in Form von Massage, aber auch von Dehnungen oder anderen Übungen, kann Schwindel, Benommenheit oder Übelkeit auslösen. Die Muskeln in diesem Bereich sind mitverantwortlich für unsere räumliche Orientierungsfähigkeit. Werden sie überreizt, dann kann das zu den oben beschriebenen Symptomen führen. In der Regel dauert es einige Tage bis sich diese wieder legen.

Psychosomatische Ursachen

Psychosomatische Nackenschmerzen und Parästhesien bzw. Rückenschmerzen sind ein Symptom, das in den allermeisten Fällen durch Muskelverspannungen verursacht wird. Starke Emotionen wie Stress oder Angst können ebenfalls Muskelverspannungen verursachen, weil sie den Körper in Alarmzustand versetzen. Dabei spannen sich die Muskeln unbewusst an, vor allem im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich.

Einfluss des autonomen Nervensystems

Die genaue Bedeutung dieses Nervensystems zeigt sich in klinischen wiederholbaren Beobachtungen und literarischen Daten. So zeigten die Anatomen Gegenbauer, Boeke und Sagemehl sowie Erlanger und Gasser schon früh eine Verbindung zwischen dem sympathische Nervensystem und der quergestreiften Muskulatur. Der Sympathikus ist bei Überreizung in der Lage, diese neurogenen Entzündungen auszulösen und kann gleichzeitig von ihnen aktiviert werden.

Symptome überreizter Nerven nach Massage

Die Symptome überreizter Nerven nach einer Massage können vielfältig sein und variieren von Person zu Person. Einige häufige Symptome sind:

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  • Muskelschmerzen oder Muskelkater
  • Stechen oder unangenehme Empfindungen
  • Schwindel
  • Benommenheit
  • Übelkeit
  • Kopfschmerzen
  • Müdigkeit oder Erschöpfung
  • Unwohlsein
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle
  • Erhöhter Puls

Was tun bei überreizten Nerven nach Massage?

Wenn nach einer Massage überreizte Nerven auftreten, gibt es verschiedene Maßnahmen, die helfen können, die Beschwerden zu lindern:

Ausreichend Wasser trinken

Vor und nach der Massage sollte ausreichend Wasser getrunken werden, um die Muskeln hydratisiert zu halten und den Abtransport von Schadstoffen zu fördern.

Warme Bäder

Ein warmes Bad mit Epsom-Salz kann helfen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren. Das warme Wasser erhöht die Durchblutung, was dazu beiträgt, Muskelverspannungen zu lösen. Das Epsom-Salz hingegen enthält Magnesiumsulfat, das durch die Haut aufgenommen wird und Muskelkrämpfe lindern kann.

Sanfte Dehnübungen

Sanfte Dehnübungen können die Muskulatur entspannen und die Durchblutung fördern.

Massagesessel

Massagesessel können dazu beitragen, Schmerzen nach Massagen zu verhindern und zu lindern. Diese Sessel bieten gezielte Massagen und können Muskeln entspannen sowie Deine Regeneration und Durchblutung anregen. Einer der wesentlichsten Faktoren bei der Prävention von Massagebeschwerden ist der konsistente Druck. Massagesessel bieten eine gleichbleibende Druckausübung, was schwer zu erreichen ist, wenn eine Massage von Hand durchgeführt wird. Dies kann dazu beitragen, tief sitzende Verspannungen zu lösen, ohne zu starken Druck auf empfindliche Regionen auszuüben. Individuelle Einstellungsmöglichkeiten der Intensität zählen mittlerweile ebenfalls zu den Standardfunktionen von Massagesesseln. Generell kann die Regenerationszeit durch sanfte Programme eines Massagesessels verkürzt werden. Sie zielen auf ganzheitliches Wohlbefinden ab und das in ganz individueller Intensität und den gewünschten Körperregionen. Im Regelfall kann also selbst bei Schmerzen nach manuellen Massagen ein Entspannungsprogramm in einem Massagesessel Linderung verschaffen.

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Entspannungstechniken

Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen helfen, die Anspannung zu reduzieren.

Schmerzlindernde Mittel

In der akuten Phase können schmerzlindernde Salben mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac für Entlastung sorgen. Auch die Einnahme von Tabletten gegen Schmerzen kann in der ersten Phase der Verspannung helfen. Hier kann auf die gleichen Wirkstoffe wie in den Salben zurückgegriffen werden. Sie sollten Schmerzmittel allerdings nicht mehr als vier Tage am Stück nehmen und die tägliche Höchstdosis nicht überschreiten.

Physiotherapie

Die Physiotherapie ist eine unverzichtbare Behandlungsmaßnahme, um Personen mit gesundheitlichen Beschwerden dabei zu helfen, ihre körperliche Gesundheit zu verbessern. Doch, auch wenn die therapeutischen Konzepte die Aufrechterhaltung und Förderung von mehr Mobilität, Stabilität oder Schmerzreduktion des Bewegungsapparats zum Ziel haben, können sich durch die Anwendungen verschiedene Reaktionen zeigen. Die Physiotherapie benötigt zunächst eine klare Diagnose des behandelnden Arztes und damit verbunden die Verordnung entsprechender Maßnahmen.

Kommunikation mit dem Therapeuten

Falls starke oder anhaltende Schmerzen auftreten, sollte offen mit dem Therapeuten darüber gesprochen werden.

Ruhe und Entspannung suchen

Die Physiotherapie ist für den Körper sehr belastend. Insbesondere bei Personen, die schon länger mit Beschwerden zu kämpfen haben, können die ungewohnten Techniken für Erschöpfung und Überbeanspruchung sorgen. Darum ist es wichtig, einen passiven Ausgleich zu schaffen, der die gestressten Muskeln, Gelenke und Knochen wieder entspannt. Ausreichend Schlaf, der Verzicht auf schweißtreibende Sporteinheiten und die Reduktion von Stress sind daher nach einer Anwendung äußerst vorteilhaft.

Belastungen vermeiden

Wenn es Faktoren gibt, die den Patienten bei seiner Regeneration beeinträchtigen, sollten diese aufgehoben werden. Liegt die Problematik zum Beispiel im Bereich des Rückens, könnten auch eine ergonomische Sitzhaltung und das Vermeiden von Übergewicht sinnvoll sein.

Klare Kommunikation

Transparenz ist wichtig, damit eine Physiotherapie nicht zu einem negativen Erlebnis wird. Sprich daher sofort an, wenn Dir etwas unangenehm ist, Du das Gefühl hast, es geht Dir schlechter oder der Profi wendet eine Technik an, die Dir Unbehagen bereitet. Nur dadurch gelingt es, die Behandlung schnellstens auf Deine Bedürfnisse abzustimmen und Risiken zu vermeiden.

Prävention von überreizten Nerven nach Massage

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die dazu beitragen können, überreizte Nerven nach einer Massage zu verhindern:

  • Wahl eines qualifizierten Therapeuten: Es ist wichtig, einen qualifizierten und erfahrenen Therapeuten zu wählen, der die individuellen Bedürfnisse und den Gesundheitszustand des Kunden berücksichtigt.
  • Offene Kommunikation: Vor der Massage sollte offen über bestehende Beschwerden, Vorerkrankungen und das persönliche Schmerzempfinden gesprochen werden.
  • Individuelle Anpassung der Massage: Der Therapeut sollte die Massage an die individuellen Bedürfnisse und den Gesundheitszustand des Kunden anpassen.
  • Konsistenter Druck: Ein gleichbleibender Druck während der Massage kann helfen, Verspannungen zu lösen, ohne empfindliche Regionen zu überlasten.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung und Dehnübungen können dazu beitragen, Muskelverspannungen vorzubeugen.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Ein ergonomisch gestalteter Arbeitsplatz kann helfen, Fehlhaltungen und Muskelverspannungen zu vermeiden.
  • Stressmanagement: Stressmanagement-Techniken können helfen, Muskelverspannungen aufgrund von Stress zu reduzieren.

Erstverschlimmerung nach Osteopathie

Entscheidet man sich für eine Behandlung mittels Osteopathie, entscheidet man sich für eine ganzheitliche Behandlung deines Körpers. Osteopathie hat sich auf die Fahne geschrieben, die Ursache des Symptoms zu ergründen. Hierzu erhebt der Osteopath am Anfang eine Anamnese, erfragt Details über deine Gesundheitskarriere und verschafft sich einen Eindruck über die Beweglichkeit und Funktionsfähigkeit deines Körpers. Sowohl in der eingehenden Befragung als auch in der Untersuchung und Behandlung geht es um eine ganzheitliche Betrachtung, die die Wechselwirkung aller in Beziehung stehenden Gewebe, Organe und Organsysteme untersucht. Ziel der Osteopathie ist es, mit sanften Techniken das Körpersystem auf ein besseres Funktionsniveau zu bringen. Da geht es vor allem um das Lösen von Gewebespannungen und Blockaden, dadurch kann sich die Statik des Körpers neu ausrichten. Wer die Ursachen und Mechanismen kennt, die zu gelegentlichen Schmerzen nach Massagen führen können, kann sich darauf vorbereiten.

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