Sitzbeinschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das zahlreiche Menschen betrifft und eine erhebliche Beeinträchtigung im Alltag darstellen kann. Diese Schmerzen am knöchernen Fortsatz des Beckens können in verschiedenen Formen auftreten und variieren oft von Person zu Person. Häufig äußern sie sich als dumpfer oder drückender Schmerz, der typischerweise durch längeres Sitzen auf harten Oberflächen oder durch Druck auf das Sitzbein verursacht wird. Akute, scharfe Schmerzen sind in der Regel auf eine Verletzung oder einen Bruch des Sitzbeins zurückzuführen, meist durch einen direkten Aufprall oder Sturz. Brennende oder stechende Schmerzen können auf eine Entzündung im Bereich des Sitzbeins hinweisen, wie sie beispielsweise bei einer Schleimbeutelentzündung auftreten kann. Schmerzen beim Gehen oder Sitzen deuten häufig auf eine Reizung des Ischiasnervs oder des Piriformis-Muskels hin. In einigen Fällen strahlen die Schmerzen in den umliegenden Beckenbereich aus und können als allgemeine Beckenschmerzen wahrgenommen werden.
Das Sitzbein: Ein wichtiger Teil des Beckens
Das Sitzbein, auch Ischium genannt, zählt zu den drei Hauptknochen, die das Becken bilden. Das menschliche Becken bildet in diesem Konstrukt eine ringförmige Struktur, die aus drei Hauptknochen besteht: dem Schambein (Pubis), dem Darmbein (Ilium) und dem Sitzbein (Ischium). Das Sitzbein ist der knöcherne Bereich, auf den du beim Sitzen dein Gewicht abstützt. Es bildet den unteren Teil des Beckenrings und ist nach hinten und unten gerichtet. Es spielt eine wichtige Rolle bei verschiedenen Bewegungen des Hüftgelenks und ist auch mit verschiedenen Muskeln und Bändern verbunden, welche die Stabilität des Beckens und des Hüftgelenks gewährleisten.
Ursachen von Sitzbeinschmerzen
Die Entstehung von Sitzbeinschmerzen kann durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst werden. Zu den wichtigsten Risikofaktoren zählt langes Sitzen, insbesondere bei Berufen wie Büroangestellten oder Fernfahrern, bei denen ständiger Druck auf das Steißbein und den Bereich um das Sitzbein herum ausgeübt wird. Diese Dauerbelastung kann zu Beschwerden führen. Zudem sind vor allem schwangere Frauen oft aufgrund hormoneller Veränderungen und des zusätzlichen Gewichts anfällig für Schmerzen im Beckenbereich, einschließlich Sitzbeinschmerzen. Verletzungen im Bereich des Steißbeins oder des Sitzbeins, wie Stürze oder andere traumatische Ereignisse, können ebenfalls zu langfristigen Schmerzen führen. Übergewicht und Fettleibigkeit erhöhen den Druck auf das Becken und das Steißbein, wodurch das Risiko von Sitzbeinschmerzen steigt. Auch bestimmte Arbeitsbedingungen, die schweres Heben oder wiederholte Bewegungen im Beckenbereich erfordern, können das Risiko für Sitzbeinschmerzen ebenfalls erhöhen. Zudem sind ältere Erwachsene aufgrund der natürlichen Degeneration der Beckenstrukturen im Laufe der Zeit anfälliger für diese Art von Schmerzen. Es ist wichtig zu beachten, dass Sitzbeinschmerzen viele Ursachen haben können, und nicht alle sind vermeidbar.
- Langes Sitzen: Insbesondere bei Berufen wie Büroangestellten oder Fernfahrern, bei denen ständiger Druck auf das Steißbein und den Bereich um das Sitzbein herum ausgeübt wird.
- Schwangerschaft: Hormonelle Veränderungen und das zusätzliche Gewicht können zu Schmerzen im Beckenbereich führen.
- Verletzungen: Stürze oder andere traumatische Ereignisse im Bereich des Steißbeins oder des Sitzbeins.
- Übergewicht und Fettleibigkeit: Erhöhen den Druck auf das Becken und das Steißbein.
- Arbeitsbedingungen: Schweres Heben oder wiederholte Bewegungen im Beckenbereich.
- Alter: Natürliche Degeneration der Beckenstrukturen im Laufe der Zeit.
Die Kombination der oben geschilderten Ursachen sind meist der Grund dafür, dass die Muskulatur und die Faszien im Gesäßbereich und Beckenbereich nach einer gewissen Zeit der Belastung nicht mehr gewachsen ist.
Osteopathische Perspektive auf Sitzbeinschmerzen
In der Osteopathie wird Sitzbeinschmerz oft als Folge von Dysfunktionen im Beckenbereich betrachtet. Diese Dysfunktionen können verschiedene Ursachen haben und zu Schmerzen im Bereich des Steißbeins und des Sitzbeins führen.
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- Beckendysfunktion: Eine gestörte Beweglichkeit oder Ausrichtung der Beckenknochen kann den Druck auf das Steißbein und das umliegende Gewebe erhöhen.
- Wirbelsäulendysfunktion: Dysfunktionen in der Wirbelsäule, insbesondere im unteren Rückenbereich, können Schmerzen im Bereich des Steißbeins und des Sitzbeins verursachen.
- Muskuläre Dysbalance: Ungleichgewichte oder Verspannungen in den Muskeln des Beckens und des unteren Rückens können den Druck auf das Steißbein erhöhen und zu Schmerzen führen.
- Gelenk- und Bänderschwäche: Schwache Bänder oder instabile Gelenke im Beckenbereich können zu Instabilität und Schmerzen führen.
- Verspannte Faszien: Die Bindegewebsstrukturen im Beckenbereich, bekannt als Faszien, können sich verhärten oder verspannen und dadurch Schmerzen verursachen.
Wie wir wissen, spielt das muskuläre, fasziale Gewebe in unserem Bewegungsapparat die Hauptrolle, damit sich Schmerzsyndrome entwickeln können. Gekoppelt mit dem Faktor Stress und die Verbindung des myofaszialen Gewebes und des vegetativen Nervensystems, haben wir in den letzten Jahren enorme Wissenslücken schließen können. Die Verbindung von Stress und muskulären, faszialen Schmerzen bzw. Verspannungen liegen sehr nahe beieinander. Wenn wir nun von chronischen Überbelastungen und Stress tangiert werden, zeigen sich schnelle Schmerzzustände in den Regionen auf, die weniger trainiert sind oder weniger resistent sind. Diese myofaszialen Triggerpunkte sind kleinste Regionen im muskulären Gewebe, die in sich kollabiert sind und Schwachstellen für den betroffenen Muskel aufweisen. Diese Triggerpunkte führen dazu, dass der Muskel funktionell beeinträchtigt ist, d.h. er kann sein volles Leistungsvermögen nicht mehr ausschöpfen.
Das Piriformis-Syndrom als Ursache für Knieschmerzen
Ein Piriformis-Syndrom entsteht, wenn ein verspannter Muskel in der Hüfte den Ischiasnerv einquetscht. Die Folge sind Schmerzen im Oberschenkel, Rücken und Po. Der Ischias ist der dickste Nerv im menschlichen Körper. Wird er gereizt, reagiert der Körper mit Schmerzen, die vom Rücken über das Gesäß ins Bein, manchmal auch bis in den Fuß ausstrahlen. Wenn es von der Gesäßmuskulatur hinunter bis ins Bein zieht, können die Schmerzen auf Arthrose in der Hüfte, das ISG-Syndrom oder einen Bandscheibenvorfall hinweisen. Schuld kann der Piriformis-Muskel sein. Er liegt verborgen unter dem großen Gesäßmuskel und verbindet Kreuzbein und Oberschenkel. Normalerweise ist der birnenförmige Muskel weich und dehnbar. Aber durch einen Sturz, Fehlhaltung oder Überbelastung kann er verspannen und sich verkürzen. Stechende, ausstrahlende Schmerzen, meist einseitig im Gesäß, im unteren Rücken, in Hüfte und im Bein, sind typisch für das Piriformis-Syndrom. Die Muskel-Enge kann auch zu Taubheitsgefühlen, Kribbeln und Missempfindungen vom Rücken bis ins Bein führen. Meistens werden die Schmerzen beim Sitzen, Bücken oder bei längerem Gehen stärker.
Die Ursachen des Piriformis-Syndroms liegen in einer Verspannung, Verkürzung oder Kompression des Piriformis-Muskels. Verschiedene Auslöser können dazu führen, dass der Piriformis-Muskel sich verspannt. Befindet er sich beim Sitzen in der Gesäßtasche, wird eine Gesäßhälfte komprimiert und mehr belastet als die andere. Eine Hypertrophie (Vergrößerung) des Piriformis-Muskels kann aber auch durch eine Schonhaltung aufgrund von anderen Erkrankungen entstehen. Aber auch Fehlstellungen wie z. B. Skoliose, Prellungen oder plötzliche Bewegungen, die Zerrungen des Piriformis-Muskels zur Folge haben, zählen zu den Ursachen des Piriformis-Syndroms. In einigen Fällen ist auch ein anatomisch abweichender Verlauf des Ischiasnervs ursächlich für die Beschwerden. Das Piriformis-Syndrom entsteht u. a. durch Fehlbelastungen.
Weitere Ursachen für Knieschmerzen im Zusammenhang mit Sitzbeinschmerzen
Eine Entzündung am Sitzbein kann auch zu Schmerzen im hinteren Oberschenkel führen. Der Sitzbeinhöcker (Tuber ischiadicum) ist der Knochenvorsprung des Beckens, an dem mehrere Muskeln des hinteren Oberschenkels, insbesondere die Hamstrings (Musculus biceps femoris, Musculus semitendinosus und Musculus semimembranosus), ihren Ursprung haben. Diese Muskeln sind für die Beugung des Knies und die Streckung der Hüfte verantwortlich. Bei einer Entzündung im Bereich des Sitzbeinhöckers kann es zu einer Übertragung der Schmerzen entlang der betroffenen Muskeln führen, was erklärt, warum Patienten Schmerzen im hinteren Oberschenkel verspüren. Zudem kann die Entzündung die Nervenrezeptoren in der Umgebung des Sitzbeinhöckers reizen, was zu einer Aktivierung der Schmerzleitungsbahnen führt. Die Schmerzen im hinteren Oberschenkel können sich bei Belastung, längerem Sitzen oder bestimmten Bewegungen, die die Hamstrings beanspruchen, verstärken. Dies unterstreicht die enge funktionelle und anatomische Verbindung zwischen dem Sitzbeinhöcker und den Muskeln des hinteren Oberschenkels.
Diagnose von Sitzbeinschmerzen
Das Einordnen von Sitzbeinschmerzen kann komplex sein, da sie auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein können.
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- Lokalisation des Schmerzes: Beachte, wo genau der Schmerz auftritt. befinden sich normalerweise im Bereich des Sitzbeins oder des Gesäßes.
- Schmerzart: Versuche, die Art des Schmerzes am Sitzbein zu beschreiben. Ist es eher ein dumpfer, stechender, brennender oder ziehender Schmerz?
- Dauer und Häufigkeit: Beachte, wie lange der Schmerz anhält. Zeitraum bestehen?
Für die Diagnose eines Piriformis-Syndroms wird der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen. Im nächsten Schritt erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt testet die Beweglichkeit Ihrer Hüften und sucht nach Anzeichen für Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen oder Sensibilitätsstörungen. Menschen mit Piriformis-Syndrom verspüren bei Anspannung oder Dehnung des Piriformis-Muskels Schmerzen. Mithilfe von klinischen Tests provoziert der Arzt durch bestimmte Bewegungen bewusst den Schmerz. Da bisher kein Test das Piriformis-Syndrom direkt nachweisen kann, handelt es sich um eine sogenannte Ausschlussdiagnose.
- JAGAS-Test: Der Patient liegt auf dem Rücken und führt scherenartige Bewegungen der gestreckten Beine aus.
- Freiberg-Test: Der Patient liegt auf dem Rücken auf einer Untersuchungsliege. Das betroffene Bein hängt von der Liege herunter in der Luft.
- FAIR-Test: Der Patient liegt auf der gesunden Seite. Das obere Bein wird im Kniegelenk gebeugt, an den Körper gezogen und im Hüftgelenk nach innen gedreht. FAIR steht also für Flexion (Beugung), Adduktion (Heranziehen) und Innenrotation.
- Pace-Test: Der Patient sitzt auf der Untersuchungsliege und die Beine hängen in der Luft. Nun spreizt er das betroffene Bein gegen Widerstand ab.
- Beatty-Manöver: Der Patient liegt auf der beschwerdefreien Seite. Das betroffene Bein wird im Knie und in der Hüfte angewinkelt. Nun spreizt der Patient das Bein - eventuell gegen einen Widerstand - ab.
- Lasègue-Test: Während der Patient auf dem Rücken liegt, beugt der Arzt das gestreckte Bein im Hüftgelenk. Entstehen bis zu einer Beugung von 45 Grad Schmerzen im unteren Rücken, die bis ins Bein oder ins Knie ausstrahlen, ist das Lasègue-Zeichen positiv. In diesem Fall ist von einer Reizung oder Kompression des Ischiasnervs auszugehen. Das Lasègue-Zeichen ist positiv, wenn die Dehnung des Ischiasnervs einen plötzlich einschießenden Schmerz im Gesäß verursacht.
Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können dem Spezialisten helfen, eine Verdickung oder Formabweichung des Muskels zu erkennen und andere Ursachen für die Schmerzen auszuschließen. Da der Piriformis-Muskel von außen schlecht erreichbar ist, ist auch die elektromyografische Untersuchung erschwert. Mit dieser Untersuchung misst der Arzt die Muskelaktivität. Aufschlussreich ist diese Untersuchung aber für andere Muskeln, die von Nerven versorgt werden, die durch das Foramen infrapiriforme ziehen. Dazu zählt beispielsweise der große Gesäßmuskel. Ist die Muskelaktivität dieser Muskeln verringert, kann das ein Hinweis auf ein Piriformis-Syndrom sein. Eine Elektroneurografie ist bei einem Piriformis-Syndrom nicht aussagekräftig. Mit dieser Untersuchung soll die Nervenleitgeschwindigkeit des Ischiasnervs gemessen werden. Da der Ischiasnerv aber erst unterhalb des Beckens stimuliert werden kann und die Kompression bzw.
Differentialdiagnose
Es gibt einige Krankheitsbilder, die ähnliche Symptome wie das Piriformis-Syndroms verursachen.
- Lumbaler Bandscheibenvorfall: Drückt ein Bandscheibenvorfall oder eine Bandscheibenvorwölbung im Bereich des unteren Rückens auf die Spinalnerven, kommt es zu unteren Rückenschmerzen, die bis in die Beine ausstrahlen können.
- Ischialgie: Das Piriformis-Syndrom ist eine mögliche Ursache für eine Reizung des Ischiasnervs.
- ISG-Syndrom: Schmerzen im Iliosakralgelenk, welches das Kreuzbein mit dem Becken verbindet, treten wie das Piriformis-Syndrom häufig einseitig auf.
Diagnostik bei Entzündung am Sitzbein
Der erste Schritt der Diagnosestellung ist stets eine Krankenbefragung (Anamnese), in der Art und Dauer der Beschwerden, sowie Begleiterscheinungen und auslösende Faktoren genau geschildert werden sollten. Im Anschluss führt der Arzt eine klinische Untersuchung und Funktionstests verschiedener Muskelgruppen aus.
- Ultraschall: Der Ultraschall ist eine ambulant durchführbare, schnelle, kostengünstige Untersuchungsmethode. Er eignet sich zur Darstellung von Muskeln, Sehnen und Flüssigkeitsansammlungen. Es können Flüssigkeitsansammlungen und Sehnenverkalkungen im Bereich der Sitzbeinhöcker dargestellt werden. Der Ultraschall ist die effektivste Methode eine Entzündung am Sitzbein zu diagnostizieren.
- Röntgenbild: Beim Röntgenbild handelt es sich um ein bildgebendes Verfahren, das in der Regel schnell verfügbar ist und eine gute Übersicht über Knochen- und Gelenkzustand und deren Stellung geben kann. Eine Darstellung von weichgewebigen Strukturen wie Muskeln und Sehnen ist nicht möglich. Besonders Sehnenverkalkungen am Sitzbeinhöcker lassen sich sehr effizient mit einem Röntgenbild vom Becken darstellen.
- MRT: Eine MRT (Magnetresonanztomografie des Beckens) kann erwogen werden, wenn Schmerzen untypisch und ausgeprägt nicht anderweitig erklärt werden können, sich über einen längeren Zeitraum trotz konservativer Maßnahmen nicht bessern, oder das Vorliegen einer Nervenreizung auf Rückenmarksebene der Lendenwirbelsäule (MRT der Lendenwirbelsäule) ausgeschlossen werden muss. Im MRT der Lendenwirbelsäule/Becken kann mit Hilfe eines Magnetfeldes strahlungsfrei ein Bild mit hohem Weichteilkontrast erstellt werden, in dem weichgewebige Strukturen wie Muskeln, Sehnen und Bänder nach Bildbearbeitung 3-dimensional in hoher Auflösung erstellt und beurteilt werden.
Behandlung von Sitzbeinschmerzen
Die Behandlung von Sitzbeinschmerzen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Wenn die Schmerzen im Bereich des Sitzbeins durch Überbeanspruchung oder Verletzungen verursacht wurden, können Ruhe und Schonung eine wichtige Rolle bei der Linderung der Beschwerden und der Förderung der Heilung spielen. Es ist entscheidend, Aktivitäten zu vermeiden, die die Schmerzen verschlimmern könnten. Neben der Ruhe kann auch eine gezielte Physiotherapie hilfreich sein. Ein weiteres Mittel zur Schmerzlinderung ist die Wärme- oder Kältetherapie. Abhängig von der individuellen Situation können entweder Wärme oder Kälte zur Schmerzlinderung beitragen und den Heilungsprozess unterstützen. In schweren Fällen von Sitzbeinschmerzen oder wenn strukturelle Probleme festgestellt werden, kann es notwendig sein, chirurgische Eingriffe in Betracht zu ziehen. Diese Maßnahmen werden insbesondere dann empfohlen, wenn konservative Behandlungen wie Physiotherapie oder medikamentöse Therapien nicht ausreichen, um die Beschwerden zu lindern oder die zugrunde liegende Ursache zu beheben.
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Ein Piriformis-Syndrom lässt sich in vielen Fällen gut durch konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, exzentrisches Training, Stoßwellentherapie und gezielte Dehnübungen behandeln. Je nach Ausmaß der Beschwerden verbessern sich die Symptome nach wenigen Wochen oder Monaten. Viele Patienten verspüren eine Linderung der Schmerzen durch Kälteanwendungen oder Ultraschalltherapie. Die akute Schmerztherapie erfolgt zudem über entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR). Leiden Sie am Piriformis-Syndrom, sollten Sie öfter die Schlafposition wechseln, um Verspannungen zu vermeiden und die Durchblutung der Muskulatur in allen Bereichen anzuregen. Sie können sowohl auf dem Rücken als auch auf der Seite schlafen. Allerdings sollten Sie bei starken Beschwerden in Seitenlage mit der schmerzenden Seite nach oben schlafen. Ein Kissen zwischen den Beinen sorgt für Linderung der Beschwerden. Die Hüft- und Schulterregion sollte in die Matratze einsinken.
TMX®-Methode zur Selbstbehandlung von Sitzbeinschmerzen
Wir von TMX® geben dir unsere therapeutische, medizinische Erfahrung mit nach Hause. Somit kannst du deine Sitzbeinschmerzen ganz entspannt selbst behandeln. Mit dem TMX® Wissen und unserer TMX® Trigger bzw. Akupressurmethode packst du das Problem an der Wurzel und stellst nicht nur die Symptome ruhig. Wir gehen an die tiefliegenden Faszien, an die sogenannten myofaszialen Septen - dort wo die meisten faszialen Verklebungen ihren Ursprung haben.
Platziere den TMX TRIGGER ORIGINAL auf dem Boden (oder alternativ an einer Wand) und platziere dich mit deinem Gluteus Maximus Muskel (Po) auf dem Trigger. Triggere nun diesen Muskel, indem du Druck auf den TMX TRIGGER ORIGINAL gibst. Nach einer Minute kannst du mit einer leichten Mobilisierung beginnen, indem du das Bein auf der Seite die getriggert wird, seitlich in Richtung Boden bewegst. Denk daran, du selbst bestimmst, wie viel Druck du auf den Triggerpunkt geben willst.
Platziere den TMX TRIGGER ORIGINAL auf dem Fußboden (oder alternativ an einer Wand) und platziere dich mit deinem hinteren Oberschenkel auf dem Trigger. Triggere nun die Oberschenkelmuskulatur, indem du Druck auf den TMX TRIGGER ORIGINAL gibst. Nach einer Minute kannst du mit einer leichten Mobilisierung beginnen. Denk daran, du selbst bestimmst, wie viel Druck du auf den Triggerpunkt geben willst.
Lege dich auf den Fußboden, deine Beine sind beide ausgestreckt. Nimm nun ein bein in beide arme und zieh es in Richtung deiner Brust. Dein Knie ist dabei leicht angewinkelt. Du solltest nun eine Dehnung in deinem Oberschenkel verspüren. Halte diese Dehnung für eine Minute, bevor Du die Übung mit dem anderen Bein wiederholst.
Die Kombination der zeitgleichen Maßnahmen Triggern bzw. Akupressur und Bewegung ist der Schlüssel zu mehr Wohlbefinden. Durch den Druck ins Gewebe können wir in die tiefliegenden Faszien vordringen, um dort manifestierte Verklebungen entgegenzuwirken. Leiten wir zeitgleich eine Bewegung ein während wir uns triggern, entstehen sog. "Scherkräfte" im verklebten Gewebe. Durch diese Scherkräfte kann das verklebte Gewebe auseinander gezogen werden.
Weitere Behandlungsmethoden
Die Behandlungsstrategie von Dr. Nicolas Gumpert besteht aus zwei Säulen. Im ersten Schritt werden die Schmerzen durch die bestehen zur Verfügung stehenden Therapiemaßnahmen eliminiert. Im zweiten Schritt (wenn die Schmerzen nicht mehr vorhanden sind) werden die Ursache der Sitzbeinentzündung analysiert (durch Analyse der Beckenstatik, der Kräfte die am Sitzbein ansetzen, ggf.
Wichtigster Bestandteil der Therapie ist dabei zunächst die Entzündungshemmung. Eine Stoßwellentherapie dient dazu über mit einer Art Lupe abgegebene Ultraschallwellen, welche vom Patienten hör- und spürbar sind, die Durchblutung im betroffenen Bereich anzuregen, Schmerzen zu lindern und die Heilung zu beschleunigen. Eine Stoßwellentherapie kann immer erwogen werden, wenn anderweitige konservative Maßnahmen nicht zum Erfolg geführt haben, oder die Beschwerden besonders ausgeprägt sind. Besonders wenn Beschwerden mehr als drei Monate bestehen ist einer Stoßwellentherapie besonders effizient. Bei Lumedis haben wir uns auf die Behandlung mit fokussierter Stosswellentherapie spezialisiert.
Osteopathen folgen einem ganzheitlichen Konzept, bei dem der ganze Mensch behandelt wird, sodass die Selbstheilungsprozesse des Körpers optimal unterstützt werden können. Unsere osteopathischen Spezialisten bei Lumedis ermöglichen dem Patienten durch eine ausführliche Anamnese eine ganz individuelle Therapie. Bei Lumedis behandelt osteopathisch die ärztliche Osteopathin und Fachärztin für Orthopädie Dr.
Übungen zur Linderung von Sitzbeinschmerzen und Knieschmerzen
- Dehnung des Piriformis-Muskels:
- Ausgangsstellung: Liegen Sie auf dem Rücken und beugen Sie das zu dehnende Bein in Hüft- und Kniegelenk.
- Durchführung: Ziehen Sie das Knie Richtung gegenüberliegender Schulter.
- Halten Sie die Dehnung etwa 15-30 Sekunden.
- Dehnung der Gesäßmuskulatur:
- Ausgangsstellung: Rückenlage, die Beine gebeugt. Kreuzen Sie nun die rechte Ferse über das linke Knie.
- Durchführung: Ziehen Sie den linken Oberschenkel leicht Richtung Brustkorb, bis im rechten Oberschenkel/Gesäß ein Dehnungsgefühl spürbar ist.
- Halten Sie die Dehnung etwa 15-30 Sekunden.
- Kräftigung und Mobilisierung der Außenrotatoren des Hüftgelenks:
- Ausgangsstellung: Liegen Sie auf dem Bauch. Die Oberschenkel sind parallel.
- Durchführung: Das angewinkelte Bein zieht aktiv gegen den Widerstand des Therabandes nach innen.
- Wiederholen Sie die Bewegung 15-mal und wechseln Sie dann das Bein. Dies entspricht einem Satz.
- Kräftigung der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur:
- Ausgangsstellung: Stehen Sie vor einem Stuhl.
- Durchführung: Setzen Sie sich mit dem Gesäß nach hinten unten ab.
- Wiederholen Sie die Bewegung 15-mal. Dies entspricht einem Satz.
- Kräftigung der Hüftmuskulatur:
- Ausgangsstellung: Das zu beübende Bein ist gestreckt. Der Oberschenkel ist leicht nach außen gedreht. Das Knie befindet sich exakt über dem Fuß. Das andere Bein ist auf einem Hocker bzw.
- Durchführung: Spannen Sie den Bauch an, sodass der untere Rücken lang wird (kein Hohlkreuz). Heben Sie nun das Becken des hochgestellten Beines langsam an und schieben Sie das Knie leicht nach vorne. Achten Sie darauf, mit dem Hüftgelenk des Standbeines nicht seitlich wegzusinken.
- Halten Sie die Dehnung etwa 15-30 Sekunden.
Weitere Tipps zur Linderung von Sitzbeinschmerzen
- Schlafposition: Leiden Sie am Piriformis-Syndrom, sollten Sie öfter die Schlafposition wechseln, um Verspannungen zu vermeiden und die Durchblutung der Muskulatur in allen Bereichen anzuregen. Sie können sowohl auf dem Rücken als auch auf der Seite schlafen. Allerdings sollten Sie bei starken Beschwerden in Seitenlage mit der schmerzenden Seite nach oben schlafen. Ein Kissen zwischen den Beinen sorgt für Linderung der Beschwerden.
- Ergonomisches Sitzen: Achten Sie darauf, aufrecht zu sitzen und die Sitzposition häufig zu verändern. Stehen Sie öfter auf und dehnen Sie die Muskeln, um Verkürzungen zu vermeiden. Verwenden Sie außerdem eine bequeme und gepolsterte Sitzauflage, die den Druck auf das Gesäß minimiert.
- Radfahren: Wenn das Radfahren keine zusätzlichen Schmerzen oder Symptome verursacht, müssen Sie darauf nicht verzichten. Radfahren ist in einigen Fällen sogar förderlich, da es die Rücken- und Beinmuskulatur trainiert, wodurch der Piriformis-Muskel entlastet wird. Achten Sie jedoch darauf, eine möglichst aufrechte Sitzposition einzunehmen.