Nervenschmerzen in der Augenhöhle: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Augenschmerzen können vielfältige Ursachen haben, von harmlosen Irritationen bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Sie können sich als brennende, pochende, bohrende oder stechende Schmerzen äußern, als Jucken, Reiben, Fremdkörpergefühl oder Druckgefühl auf den Augen. Manchmal schmerzen die Augen auch beim Bewegen. Die Schmerzen können einseitig oder beidseitig auftreten und von weiteren Symptomen wie Rötung, Tränenfluss oder Sekretbildung begleitet sein.

Arten von Augenschmerzen

Es gibt verschiedene Arten von Augenschmerzen, die sich in ihrem Verlauf unterscheiden:

  • Akute Augenschmerzen: Diese treten plötzlich und unvermittelt auf.
  • Chronische Augenschmerzen: Diese entwickeln sich allmählich, können länger anhalten oder wiederkehren.

Die Art der Symptome und ihr Verlauf können Hinweise auf die Ursache geben, jedoch ist eine ärztliche Untersuchung für eine sichere Diagnose unerlässlich.

Wann sollte man bei Augenschmerzen einen Arzt aufsuchen?

Starke, zunehmende oder anhaltende Augenschmerzen sind immer ein Warnsignal und sollten rasch ärztlich abgeklärt werden. Sie können ernste Ursachen haben, die sofort behandelt werden müssen, wie beispielsweise ein Glaukomanfall. Aber auch schleichend auftretende und relativ leichte Beschwerden können behandlungsbedürftig sein.

Ein sofortiger Arztbesuch ist in folgenden Fällen ratsam:

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  • Sehstörungen (Doppelbilder, Ringe um Lichtquellen)
  • Fremdkörpergefühl
  • Augenrötung
  • Lichtempfindlichkeit
  • Kopfschmerzen
  • Fieber
  • Übelkeit
  • Störungen der Augenbewegung
  • Beschwerden nach augenärztlichen Eingriffen
  • Augenverletzungen
  • Augenprellungen
  • Verbrennungen oder Verätzungen der Augen
  • Augenschmerzen bei Kontaktlinsenträgern

Bei Augenproblemen ist in der Regel ein Augenarzt der richtige Ansprechpartner. In Notfällen, wie bei Augenverletzungen oder Sehstörungen, sollte der Notruf unter der Nummer 112 gewählt werden. Bei Zweifeln kann man sich unter der Notrufnummer der kassenärztlichen Vereinigung 116 117 an den ärztlichen Bereitschaftsdienst wenden.

Ursachen von Augenschmerzen

Die Ursachen von Augenschmerzen können vielfältig sein und sowohl in den Augen selbst als auch in den umgebenden Strukturen liegen. Manchmal sind auch Grunderkrankungen die Ursache.

Augenschmerzen durch Erkrankungen des Auges

  • Glaukomanfall: Ein Glaukomanfall ist ein medizinischer Notfall, bei dem der Augeninnendruck plötzlich stark ansteigt, weil das Kammerwasser nicht mehr richtig abfließt. Symptome sind starke Augen- und Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, gerötetes Auge, harter Augapfel, weite Pupille und Sehstörungen.
  • Bindehautentzündung (Konjunktivitis): Eine Entzündung der Bindehaut kann durch Allergien, trockene Augen oder Infektionen mit Bakterien oder Viren verursacht werden. Symptome sind Juckreiz oder starker Tränenfluss, bei Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, um andere Erkrankungen auszuschließen.
  • Erkrankungen der Hornhaut: Verletzungen der Hornhaut, wie Kratzer oder Fremdkörper, können heftige Schmerzen verursachen. Auch eine Hornhautentzündung durch Bakterien, Viren, Pilze oder Parasiten ist möglich, insbesondere bei Kontaktlinsenträgern.
  • Entzündung weiterer Anteile des Auges: Schmerzen bei Augenbewegungen können durch eine Entzündung der Augenmuskeln oder eine Sehnervenentzündung verursacht sein. Auch die mittlere Augenhaut (Uveitis), die Lederhaut oder das Augeninnere können sich entzünden.
  • Erkrankungen des Augenlids: Hauterkrankungen im Gesicht können auf die Lider übergreifen und zu einer Lidentzündung führen. Auch ein Gerstenkorn, eine Entzündung der Talg- oder Schweißdrüsen der Lidkante, kann schmerzhaft sein.

Augenschmerzen durch trockene Augen oder Überanstrengung

  • Trockene Augen: Trockene Augen können durch trockene Luft, langes Arbeiten am Bildschirm, Medikamente oder Grunderkrankungen wie das Sjögren-Syndrom verursacht werden. Symptome sind trockene, gereizte, brennende und tränende Augen.
  • Überlastung der Augen: Langes, konzentriertes Lesen oder Arbeiten am Bildschirm kann die Augen überanstrengen. Auch nicht oder schlecht korrigierte Sehfehler können die Augen belasten.

Weitere Ursachen für Augenschmerzen

  • Erkrankungen der Nasennebenhöhlen: Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann sich auf die Augenhöhlen ausbreiten. Polypen oder Tumoren der Nasennebenhöhlen sind weitere mögliche Gründe für Schmerzen im Augenbereich.
  • Spezielle Kopfschmerzarten: Clusterkopfschmerz und Migräne können neben Kopfschmerzen auch Augenschmerzen und Sehstörungen auslösen.
  • Gürtelrose: Die Viruserkrankung kann auch am Kopf auftreten und das Auge erfassen.
  • Spezielle Schlaganfall-Form: Ein Riss in der Halsschlagader kann einseitige Kopf- oder Nackenschmerzen verursachen, die auf den Bereich eines Auges begrenzt sind.
  • Verspannungen: Verspannungen sind die häufigste Ursache von Kopfschmerzen, die oft mit einem Druckgefühl hinter den Augen einhergehen.
  • Zahnschmerzen: Schmerzen können von den Augen in die Schläfen ziehen oder sich sogar als Zahnschmerzen äußern.

Diagnose von Augenschmerzen

Die Diagnose von Augenschmerzen umfasst in der Regel folgende Schritte:

  1. Anamnese: Der Arzt befragt den Patienten nach seinen Beschwerden und seiner Krankengeschichte.
  2. Untersuchung der Augen: Der Arzt testet die Augenfunktion, wie Sehschärfe, Gesichtsfeld, Augenbeweglichkeit, Weite und Funktion der Pupillen. In manchen Fällen werden Augentropfen zur Erweiterung der Pupillen verabreicht, um den Augenhintergrund besser einsehen zu können. Eventuell wird auch der Augeninnendruck gemessen.
  3. Weitere Diagnosemethoden: Je nach Fall können weitere Untersuchungen angebracht sein.

Behandlung von Augenschmerzen

Es gibt keine pauschale Therapie für Augenschmerzen, da die Behandlung von der zugrunde liegenden Ursache abhängt. Bei einer bakteriellen Infektion kommen eventuell Antibiotika als Tropfen oder Augensalbe zum Einsatz, bei Allergien Allergiemedikamente, zum Beispiel Antihistaminika. Ein trockenes Auge wird oft mit Tränenersatzmitteln behandelt. Bei Grunderkrankungen als Ursache sind möglicherweise weitere Fachleute gefragt.

Behandlung von neuropathischen Schmerzen

Neuropathische Schmerzen entstehen durch Schädigungen oder Erkrankungen des Nervensystems. Hier kann ein innovativer Ansatz zur Diagnose helfen, bei dem die Hornhaut untersucht wird. Die Nervenfaserdichte in der Cornea ist sehr hoch und gibt ein repräsentatives Bild des peripheren Nervensystems wieder. Parameter wie Nervenfaserdichte und -länge, aber auch der Grad der Verzweigung lassen sich mikroskopisch über die Cornea erfassen. Stark verkürzte Fasern und geringe Verzweigungen können auf drohende neuropathische Erkrankungen hindeuten, noch bevor die Patienten über Beschwerden klagen.

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Forscher untersuchen auch die Tränenflüssigkeit, um Stoffe zu identifizieren, die die Verkürzung der Nervenfasern bewirken. Per Tandemmassenspektrometrie werden verschiedene Stoffe in der Flüssigkeit aufgetrennt und deren Konzentration bestimmt. Dabei analysiert das Team insbesondere Lipide. Erhöhte Lipidwerte in Kombination mit zurückgebildeten Nervenfasern sind Anzeichen für eine beginnende Nervenerkrankung.

Vorbeugung von Augenschmerzen

Augenschmerzen müssen immer untersucht und Krankheiten passend behandelt werden. Eine allgemeine Vorbeugung ist nicht möglich. Durch richtiges Händewaschen kann man das Risiko für Infektionen etwas senken. Wer Kontaktlinsen trägt, sollte auf eine besonders sorgfältige Hygiene achten und vereinbarte Kontrolluntersuchungen beim Augenarzt wahrnehmen. Eine gesunde Lebensweise trägt generell dazu bei, die Augen möglichst lange gesund zu erhalten.

Pausen beachten

Der Lidschlag verteilt den Tränenfilm auf dem Auge und schützt gegen Austrocknen. Wer viel und konzentriert am Computer arbeitet oder lange aufs Smartphone starrt, neigt womöglich dazu, das Blinzeln zu vergessen. Außerdem müssen die Augen bei der Bildschirmarbeit pausenlos auf eine kurze Distanz scharf stellen. Das kann die Augen anstrengen.

Oft wird die 20-20-20-Regel empfohlen: Alle 20 Minuten für 20 Sekunden ein Objekt in 20 Fuß Entfernung betrachten. Das sind ungefähr sechs Meter. So stellen sich die Augen zwischendurch auf die Ferne ein, was Überlastungen vorbeugen soll. Und man wird an nötige Pausen und damit auch an das regelmäßige Blinzeln erinnert.

Grundsätzlich sollte der Arbeitsplatz ergonomisch gestaltet sein. Das kann die Augen ebenfalls entlasten.

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Vorsicht bei Hausmitteln

Auf selbst hergestellte Lösungen mit Kamille sollte man am Auge verzichten, da sie Krankheitserreger enthalten könnten. Wer Produkte am Auge anwenden möchte, sollte sich bei seinem Arzt erkundigen, welche individuell infrage kommen.

Augenschmerzen und Kopfschmerzen

Augenschmerzen sind nicht immer eindeutig von Kopfschmerzen zu unterscheiden. Über 40 Prozent der Menschen in Deutschland leiden in gewissen Abständen unter leichten bis mittelstarken Kopfschmerzen und kennen den damit verbundenen Druck hinter den Augen. Entzündungen (beispielsweise der Bindehaut) oder andere Erkrankungen (etwa im Hals-Nasen-Ohren-Bereich) können ebenfalls für den unangenehmen Druckschmerz verantwortlich sein.

Sowohl Schmerzen am als auch im Auge können mit Lichtempfindlichkeit und Kopfschmerzen einhergehen. Sie können auf schwerwiegendere Probleme hindeuten, wie zum Beispiel einer schlagartigen Erhöhung des Augeninnendrucks (Glaukomanfall) oder Blutung im Augeninneren. In solch einem Fall sollte unverzüglich ein Augenarzt oder Notarzt kontaktiert werden.

Augenbedingte Kopfschmerzen

Migräne, Cluster- und Spannungskopfschmerzen - es gibt zahlreiche Arten von Kopfschmerzen. Es kommt aber auch vor, dass sie vom Auge verursacht werden, beispielsweise durch Entzündungen der Augenlider, der Augenhöhle oder des Tränenapparates. Auch bei einer Entzündung der Nasennebenhöhlen können Kopfschmerzen, vermehrt wahrgenommen hinter den Augen, auftreten.

Neben entzündlichen Erkrankungen des Auges und des Sehapparates können auch externe Faktoren augenbedingte Kopfschmerzen verursachen, beispielsweise durch kurzzeitige Überlastung bei konzentrierter Naharbeit, eine schlecht ausgeleuchtete Arbeitsumgebung oder eine falsch eingestellte Brille.

Trockene Augen als Kopfschmerztrigger

Trockene Augen reizen durch eine unzureichende Tränenfilmbenetzung die Horn- und Bindehaut und führen so zu einem Fremdkörpergefühl, Brennen sowie Juckreiz. Manche Betroffene nehmen aber auch Schmerzen hinter den Augen wahr. Werden die trockenen Augen in Absprache mit dem Augenarzt bzw. der Augenärztin mittels Augentropfen behandelt, lassen auch die Kopfschmerzen nach.

Hoher Druck

Auch ein Glaukom (sog. „Grüner Star“) kann Kopfschmerzen verursachen. Die Erkrankung bleibt in den frühen Stadien oft unerkannt und führt sukzessive zu einer dauerhaften Schädigung des Sehnervs. In den meisten Fällen (nicht immer!) geht die Erkrankung mit einem erhöhten Augeninnendruck einher.

Doppelbilder durch Ungleichgewicht der Augenmuskeln

Ein gestörtes Gleichgewicht der Augenmuskeln kann Beschwerden, wie Doppeltsehen verursachen. Betroffene versuchen die so entstehenden Doppelbilder zu vermeiden, indem andere Augenmuskeln übermäßig beansprucht werden.

Neuroophthalmologische Störungen

Viele Patienten mit neurologischen Störungen leiden an Kopf- oder Gesichtsschmerzen. Häufig ergeben sich klinisch Überlappungen mit differenzialdiagnostisch zu erwägenden ophthalmologischen Erkrankungen. Die Therapie chronischer Gesichts- und Kopfschmerzen sollte durch einen schmerztherapeutisch erfahrenen Neurologen erfolgen.

Optikusneuritis

Die Optikusneuritis ist eine Entzündung des Sehnervs, die meist zu einem gestörten Sehvermögen auf einem Auge führt. Die Beschwerden bessern sich üblicherweise im Laufe von Tagen bis Wochen. In einigen Fällen kann eine Sehnervenentzündung jedoch auch als Teil der Erkrankung Multiple Sklerose (MS) auftreten.

Das typische Symptom ist eine Beeinträchtigung des Sehvermögens mit mäßigen Schmerzen hinter dem Augapfel, die beim Bewegen der Augen stärker werden. In 75 % der Fälle tritt die Erkrankung einseitig auf, es können jedoch auch beide Sehnerven betroffen sein. Die Sehstörungen können unterschiedliche Ausmaße bis zum Sehverlust reichen.

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