Schwindel und Rückenschmerzen sind weit verbreitete Beschwerden, die den Alltag erheblich beeinträchtigen können. Was auf den ersten Blick wie zwei unabhängige Symptome erscheint, ist oft eng miteinander verknüpft. Insbesondere wenn die Wirbelsäule betroffen ist, können Probleme in der Lendenwirbelsäule (LWS) oder der Halswirbelsäule (HWS) Schwindel als Symptom auslösen und den Alltag der Betroffenen stark beeinträchtigen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten eines eingeklemmten Nervs in der Lendenwirbelsäule (LWS) und dessen Zusammenhang mit Schwindelgefühlen.
Was ist ein eingeklemmter Nerv im unteren Rücken?
Umgangssprachlich wird ein eingeklemmter Nerv im unteren Rücken als Nervenkompression an anatomischen Engstellen bezeichnet. Im Bereich des unteren Rückens ist diese Nerveneinengung häufig im Bereich der Lendenwirbel (LWS) lokalisiert. Ein eingeklemmter Nerv (Nervenkompression) wird umgangssprachlich oft mit plötzlich auftretenden, stechenden Schmerzen in Verbindung gebracht, die meist in Folge von plötzlichen Bewegungen auftreten können und sich anfühlen, als hinge der Nerv beispielsweise zwischen zwei Knochen fest. Tatsächlich entsteht diese Art von Schmerz häufig durch eine vorübergehende Reizung des Nervs. Stattdessen üben meist weiche Strukturen wie Muskeln, Sehnen oder Gewebe Druck auf den Nerv aus, wodurch dessen Funktion beeinträchtigt wird. Dieser Druck kann Reizungen und Entzündungen hervorrufen, die zu Symptomen wie Schmerzen, Taubheitsgefühlen oder Bewegungseinschränkungen führen.
Ursachen eines eingeklemmten Nervs im unteren Rücken
Ein eingeklemmter Nerv im unteren Rücken kann vielfältige Ursachen haben. Häufige Ursachen sind Verspannungen durch Fehlhaltungen, degenerative Erkrankungen wie Bandscheibenvorfälle oder Arthrose sowie Verletzungen durch Stürze oder Überlastung. Auch systemische Erkrankungen wie Diabetes oder Engpasssyndrome wie das Karpaltunnelsyndrom können Nervenkompressionen auslösen.
Weitere Faktoren, die zu einem eingeklemmten Nerv im unteren Rücken führen können, sind:
- Bandscheibenvorfall: Gewebe aus dem Inneren der Bandscheibe tritt in den Wirbelkanal aus und übt Druck auf die umliegenden Nerven aus.
- Spinalkanalstenose: Verengung des Wirbelkanals, die den Durchfluss von Nerven und Blutgefäßen behindert.
- Muskuläre Dysbalance: Ungleichgewicht zwischen Bauch- und Rückenmuskulatur, was zu Haltungsproblemen und Schmerzen führen kann.
- Fehlhaltungen: Eine falsche Körperhaltung, wie z.B. ein Hohlkreuz oder eine falsche Sitzposition, kann die Lendenwirbelsäule unnötig belasten.
- Übergewicht: Übergewicht belastet die Wirbelsäule übermäßig.
- Stress: Wer oft gestresst ist, darf sich ab und zu eine Auszeit gönnen, um keine Verspannungen aufkommen zu lassen.
- Wirbelgleiten (Spondylolisthesis): Die Überbeweglichkeit von Wirbelkörpern.
Symptome eines eingeklemmten Nervs im unteren Rücken
Vorab sollten Sie wissen, dass sich ein eingeklemmter Nerv im unteren Rücken bei jedem/jeder Patient/in anders äußern kann. Die Symptome eines eingeklemmten Nervs im unteren Rücken können vielfältig sein und sich bei jedem Patienten unterschiedlich äußern. Im Bereich des unteren Rückens empfinden die meisten Patienten heftige Schmerzen, die als brennend, stechend oder elektrisierend wahrgenommen werden. Die ausstrahlenden Schmerzen in anderen Körperregionen stellen sich hingegen eher mit einem dumpfen Schmerzcharakter dar. Insbesondere in den Beinen kann es zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen kommen, die unter Umständen auch als schmerzhaft empfunden werden können. Weiterhin werden die Beschwerden meist bewegungsabhängig ausgelöst oder verstärkt.
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Typische Symptome sind:
- Schmerzen: Im Bereich der Nerveneinklemmung kommt es oft zu neuropathischen Schmerzen im Rücken, d.h. der empfundene Schmerz entsteht durch die Funktionsstörung bzw. Schädigung des Nervs. Die Schmerzen können aber auch in andere Körperregionen, die von dem geschädigten Nerv versorgt werden, ausstrahlen oder sogar als sogenannte „projizierte Schmerzen“ auf andere Körperbereiche übertragen werden.
- Empfindungsstörungen: Diese treten meist in den Beinen als Taubheitsgefühl oder Kribbeln auf.
- Bewegungseinschränkungen: Des Weiteren kann ein eingeklemmter Nerv im unteren Rücken auch die Bewegungsfähigkeit einschränken.
- Muskelrückbildungen und Lähmungserscheinungen: Wenn die Einklemmung über eine längere Zeit besteht, kann es in schwerwiegenden Fällen unter Umständen zu Muskelrückbildungen und Lähmungserscheinungen kommen.
- Schwindel, Übelkeit und Erbrechen: Zusätzlich können weitere Symptome wie Schwindel, Übelkeit und Erbrechen hinzukommen. Dies tritt dann auf, wenn besonders sensible Nerven von der Einklemmung betroffen sind.
- Gefühlsstörungen: Gefühlsstörungen wie Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Brennen in den Extremitäten weisen oft auf eine Schädigung der Nerven hin.
- Eingeschränkte Beweglichkeit und Stabilität: Auch die Beweglichkeit und Stabilität des Körpers werden durch Erkrankungen der Wirbelsäule erheblich eingeschränkt.
Nicht immer sind die wahrnehmbaren Symptome exakt einem Nerven oder einer Nervenwurzel zuzuordnen. Allerdings ist bei solchen Nervkompressionen der Nervus ischiadicus betroffen. Hier ist der Ischias eingeklemmt. Diese kann sich auch unterschiedlich manifestieren. Daher ist eine ausführliche Diagnostik elementar, um die Schädigung möglichst genau lokalisieren zu können und entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.
Verbindung zwischen LWS und Schwindelgefühl
Die Lendenwirbelsäule (LWS) spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität und Beweglichkeit des Körpers. Probleme in diesem Bereich können weitreichende Auswirkungen auf den gesamten Rücken haben. Besonders Rückenschmerzen im unteren Rücken gelten als häufiges Anzeichen für muskuläre Verspannungen oder Bandscheibenprobleme.
Wenn die LWS betroffen ist, können sich die Schmerzen entlang der gesamten Wirbelsäule ausbreiten. Eine Fehlstellung oder Entzündung in der Lendenwirbelsäule führt oft zu starken Schmerzen, die auch in andere Körperregionen ausstrahlen können. In manchen Fällen wird sogar das Gleichgewicht gestört, was ein Schwindelgefühl auslöst. Diese komplexen Zusammenhänge zeigen, wie eng die LWS mit dem gesamten Bewegungsapparat verknüpft ist.
Schwindel in Verbindung mit Rückenschmerzen entsteht häufig durch verspannte Muskeln, Fehlhaltungen oder Stress, die Dein Gleichgewichtssystem beeinflussen.
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Schwindel als Symptom eines Bandscheibenvorfalls
Ein Bandscheibenvorfall ist nicht nur durch starke Rückenschmerzen gekennzeichnet, sondern kann auch weniger offensichtliche Symptome wie Schwindelgefühlen verursachen. Viele Patienten berichten über plötzlich auftretende Schwindelanfälle, die sie aus dem Gleichgewicht bringen. Diese Beschwerden entstehen, wenn Nerven durch den Vorfall gereizt oder eingeklemmt werden.
Die Symptome eines Bandscheibenvorfalls variieren je nach Schweregrad und betroffenem Bereich der Wirbelsäule. Während Rückenschmerzen oft als klassisches Anzeichen gelten, sind Schwindelgefühle weniger bekannt, obwohl sie ebenfalls häufig auftreten. Wenn die Nervenbahnen, die das Gleichgewicht steuern, durch den Bandscheibenvorfall beeinträchtigt werden, reagiert der Körper mit Schwindelanfällen und einem allgemeinen Gefühl der Unsicherheit.
Patienten, die unter Rückenschmerzen und Schwindelgefühlen leiden, sollten diese Symptome nicht auf die leichte Schulter nehmen. Eine ärztliche Untersuchung ist ratsam, um die genaue Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Diagnose eines eingeklemmten Nervs im unteren Rücken
Nehmen die Schmerzen mit der Zeit zu oder führen selbsteingeleitete Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, sollte dringend ein Orthopäde aufgesucht werden. Den Anfang der Diagnosefindung bildet das Anamnesegespräch, bei dem der Patient die aufgetretenen Symptome schildert. Anschließend folgt eine klinische Untersuchung, um durch spezifisches Abtasten einzelner Muskelgruppen eventuelle Muskelverhärtungen festzustellen. Manchmal sind diese beiden Schritte, Patientenbefragung und klinische Untersuchung, schon ausreichend, um eine sichere Diagnose stellen zu können. In anderen Fällen ist eine eindeutige Ursachenzuordnung an diesem Punkt noch nicht möglich. Eine genaue Schmerzcharakterisierung ist allerdings für die Festlegung des richtigen Therapieschemas elementar.
Um der Ursache für die Schmerzen weiter auf den Grund zu gehen, kommen oft Ultraschall, Röntgen & Co als sogenannte „bildgebende Verfahren“ zum Einsatz. Des Weiteren stellt die Messung der Leitgeschwindigkeit des betroffenen Nervs einen wichtigen Schritt im Rahmen der Diagnostik dar.
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Folgende Diagnoseverfahren können zum Einsatz kommen:
- Anamnese: Der Patient schildert die aufgetretenen Symptome.
- Klinische Untersuchung: Abtasten einzelner Muskelgruppen, um eventuelle Muskelverhärtungen festzustellen.
- Ultraschall: Mit dem Ultraschall als bildgebendes Verfahren ist es in einigen Fällen möglich, den eingeklemmten Nerven direkt darzustellen - und das ganz ohne Strahlenbelastung. So können mittels hochauflösender Schallköpfe kleinste Nervenäste, welche die Schmerzen verursachen, nicht-invasiv, also ohne operativen Eingriff, aufgespürt werden. Der Nervenultraschall bietet eine ideale Methode, um die Problematik frühzeitig zu erkennen, bevor irreversible Nervenschädigungen auftreten.
- Röntgenuntersuchung: Die Röntgenuntersuchung ist bei anhaltenden Schmerzen im unteren Rücken das Standardverfahren. Die Röntgenstrahlung (elektromagnetische Wellen) kann weiche Körpergewebe wie Körperfett und Haut gut durchdringen, wird allerdings von härteren Geweben wie Knochen absorbiert. Durch die Strahlungsabsorption ist Knochengewebe im Röntgenbild besonders gut darstellbar. Daher ist das Anfertigen eines Röntgenbildes des unteren Rückens immer sinnvoll, um eventuelle skelettale Veränderungen beurteilen zu können. Dazu werden regulär zwei Abbildungen aus senkrecht zueinander stehenden Ebenen angefertigt, um die Wirbelsäule dreidimensional beurteilen zu können. Durch den flexiblen Einsatz des Röntgens in verschiedenen Haltungspositionen ermöglicht es Funktionsaufnahmen des unteren Rückens.
- MRT der LWS: Die Magnetresonanztomografie der LWS(MRT) ist oft erst notwendig, wenn die Rückenschmerzen länger als 6 Wochen bestehen und wenn Taubheit, Kribbeln oder sogar Lähmungserscheinungen im Bein auftreten. All diese Symptome sind Hinweise auf eine bedeutsame Nervenschädigung, die weiter abzuklären ist und deswegen eine MRT-Untersuchung anzuraten ist. Die Vorteile dieser Methode gegenüber anderer bildgebender Verfahren sind u.a. der bessere Weichteilkontrast und die fehlende Strahlenbelastung.
- EMG (Elektromyografie): Diese neurologische Untersuchungsmethode dient der Messung der elektrischen Aktivität eines Muskels. Das Ergebnis gibt dem Untersucher dann Aufschluss darüber, ob die Erkrankungsursache im Bereich des versorgenden Nerven oder im Muskel selbst lokalisiert ist.
- Wirbelsäulenvermessung: Die Wirbelsäulenvermessung basiert auf einer speziellen Licht- und Videotechnik, mit der der Rücken vermessen wird, um die Ursache für Rückenbeschwerden herauszufinden. Auf Strahlenbelastung kann im Rahmen dieser Untersuchung somit gänzlich verzichtet werden. Anhand des Bildes ist eine exakte Darstellung einer eventuellen Fehlstellung der Wirbelsäule möglich.
Behandlung eines eingeklemmten Nervs im unteren Rücken
Die Therapieoptionen eines eingeklemmten Nervs im unteren Rücken können sehr vielfältig ausfallen. Die verschiedenen Behandlungen setzen an der Ursache der Schmerzen an und werden daher je nach Erkrankungsfall individuell festgelegt. Sie reichen von einer medikamentösen Therapie über Wärmestrahler bis hin zu Physiotherapie. Zusätzlich kann bei sehr starken Schmerzen eine vorübergehende medikamentöse Schmerztherapie als sinnvolle Ergänzung durchgeführt werden, um die Patientenbelastung durch Schmerzen zu minimieren.
Konservative Behandlungsmethoden
Rückenbeschwerden erfordern meist konservative Therapieverfahren. Nur selten ist eine Operation notwendig. Aufgrund der Vielfalt der Krankheitsmodelle und Symptome stehen unterschiedliche Therapieformen für die Behandlung des Wirbelsäulen-Syndroms zur Verfügung, z.B. Physiotherapie, Massagen, Übungen und Anwendungen zur Muskelentspannung sowie zum Muskelaufbau. Zum Einsatz kommen auch alternative Techniken wie Osteopathie. Auch alternative Techniken wie Osteopathie kommen mitunter in Frage.
- Wärme: Hier sollte mit Wärme gearbeitet werden, um die Symptome abzumildern. Die Applikationsform der Wärme ist dabei Ihren individuellen Vorlieben überlassen. Ob als Wärmepflaster, eine Wärmflasche oder doch ein Wärmestrahler - alle Methoden führen zu einer Lockerung der Muskulatur im entsprechenden Bereich und damit zum Lösen von schmerzhaften Muskelverspannungen.
- Dehnübungen: Dehnen der schmerzhaften Muskulatur kann hilfreich sein, da dadurch weitere Verspannungen gelöst werden können. Enorm wichtig beim Ausführen der Dehnübungen ist allerdings, dass Sie diese immer mit Vorsicht und langsam ohne ruckartige Bewegungen ausführen, um die Verspannungen der LWS (Lendenwirbel) zu lösen. Falls Sie von starken Schmerzen betroffen sind, sollten Sie unbedingt einen Schmerzspezialisten hinzuziehen und sich nach passenden Übungen erkundigen, damit das Dehnungsprogramm so gewählt wird, dass sich die Verspannungen schrittweise reduzieren, der Muskel dabei jedoch keine weitere Schädigung erfährt.
- Kinesiotaping: Dieses spezielle, elastische Klebeband aus Baumwolle passt sich besonders gut natürlichen Körperbewegungen an und kann dadurch körpereigene Heilungsprozesse unterstützen. Es bietet dem geschädigten Bereich Stabilität, ohne dabei die Beweglichkeit einzuschränken. Das medizinische Tape-Verfahren wird oft als ergänzende Behandlung zu einer Basismethode eingesetzt.
- Medikamente: Bei akut auftretenden Rückenschmerzen können freiverkäufliche Medikamente aus der Apotheke zur Linderung eingenommen oder auf die schmerzende Stelle aufgetragen werden. Bei den Präparaten haben Sie die Wahl zwischen Tabletten, wie beispielsweise Diclofenac oder Ibuprofen zum Einnehmen gegen Rückenschmerzen und Mittel, die zur äußeren Anwendung, wie Gels und Salben, bestimmt sind. Letztere haben den Vorteil, dass der Wirkstoff nicht den ganzen Körper belastet, sondern zielgenau auf die schmerzende Stelle wirken kann. Gegen akute Schmerzen helfen entzündungshemmende Schmerzmittel (NSAR) wie Diclofenac oder Ibuprofen. Sie sollten allerdings aufgrund ihrer möglichen Nebenwirkungen (z. B. Magengeschwüre) nur begrenzt angewendet werden. Zusätzlich können muskelentspannende Wirkstoffe die Beschwerden lindern.
- Spritzen: Eine Spritze mit Kortison kann die Heilung entzündeter Stellen fördern, sollte jedoch nicht einfach unbedacht verabreicht werden. Das Therapieziel der Spritzenbehandlung ist es, den Teufelskreis aus Entzündung, der daraus resultierender Schwellung und den damit verbundenen Schmerzen, welche dann wiederum zu einer Schonhaltung führen, zu durchbrechen. Inwieweit diese Therapieoption allerdings wirklich sinnvoll und zielführend ist, ist laut aktueller Studienlage noch nicht eindeutig. Aufgrund dieser Nebenwirkungen ist der Therapieansatz mit der Spritze gut zu überdenken und mit einem Arzt abzuklären. Dagegen ist es jedoch relativ gängig das Kortison gemeinsam mit einem Schmerzmittel gegen Reißen oder Stechen im Rücken direkt in den Wirbelkanal oder an die verletzte Nervenwurzel zu injizieren.
- Physiotherapie: Gerade bei einem leichten Bandscheibenvorfall oder einer Spinalkanalstenose können physiotherapeutische Maßnahmen und Rückenschule helfen, die Symptome zu lindern und die Mobilität zu verbessern. Die Physiotherapie gehört zu den Grundpfeilern der konservativen Behandlung bei Spinalkanalstenose. Spezielle Übungen sollen die Muskeln stärken und dem Hohlkreuz entgegenwirken. Sie dient der Entspannung und der Kräftigung der Rückenmuskulatur. Außerdem sollen die Übungen helfen, ein Hohlkreuz zu vermeiden.
- Massage: Eine professionelle Massage kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Muskulatur zu lockern. Spezielle Massagetechniken können helfen, den unteren Rücken zu entspannen.
- Akupunktur und Ultraschall: Beide Verfahren werden - mit unterschiedlichem Erfolg - auch bei Spinalkanalstenose eingesetzt. Ultraschall soll durch Vibrationen das verspannte Gewebe lockern, Akupunktur die Energiebahnen beeinflussen.
- Korsett: In manchen Fällen verordnet der behandelnde Arzt ein Korsett. Es bringt Erleichterung, weil es die Stellung der Wirbelkörper zueinander beeinflusst und einem Hohlkreuz entgegenwirkt ("entlordosiert").
- Bewegung: Auch wenn es im ersten Moment verlockend ist, Dich zu schonen - Bewegung ist der Schlüssel. Langes Sitzen und Liegen schwächt Muskulatur und Knochen und verschlimmert die Problematik häufig. Soweit es die Beschwerden erlauben, sollte man den normalen Alltagstätigkeiten weiter nachgehen. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt ist auch Sport möglich, vor allem Sportarten, bei denen der Oberkörper leicht nach vorne geneigt ist. Dazu gehören Fahrradfahren oder Laufbandtraining. Gut organisiert ist auch Wandern erlaubt.
Operative Behandlungsmethoden
Die konservativen Maßnahmen können die eigentliche Ursache, d. h. die Einengung des Rückenmarks durch meist knöcherne Elemente, nicht beseitigen. Vor allem bei einer stark ausgeprägten Stenose stoßen sie deshalb relativ schnell an ihre Grenzen. Um dauerhafte Schäden zu vermeiden, gilt: Wenn nach mehr als 12 Wochen die konservative Therapie keinerlei Schmerzlinderung bringt, sollte eine operative Behandlung in Erwägung gezogen werden. In manchen Situationen muss eine Operation der Stenose sofort erfolgen.
In einigen Fällen, besonders bei schwerwiegenden oder chronischen Nervenkompressionen, kann eine Operation zur Dekompression notwendig werden. Bei einem Bandscheibenvorfall kann beispielsweise ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden, um den Druck auf den betroffenen Nerv zu verringern und die Nervenwurzeln zu entlasten. Mithilfe eines speziellen Operationsmikroskops kann der Wirbelsäulenchirurg störendes Gewebe im Spinalkanal genau identifizieren und mit feinsten Instrumenten entfernen.
Was kann ich selbst tun?
Wenn man von Schmerzen gequält wird, nimmt man oft unbewusst eine Schonhaltung ein, um den schmerzenden Bereich ein wenig zu entlasten. Die Kehrseite der Schonhaltung ist aber eine einseitige Belastung, was wiederum zu Muskelverspannungen und Bewegungseinschränkungen in anderen Bereichen führen kann - ein Teufelskreis aus Schmerzlinderung und Entstehung neuer, schmerzhafter Bereiche entsteht.
Um trotz Schmerzen weiter in Bewegung zu bleiben, können die Beschwerden anfangs durch Gymnastik, Wärme und Massagen gelindert werden. Die Anwendungen sollten nur so weit durchgeführt werden, dass sie zur Schmerzlinderung beitragen. Vermeiden Sie schmerzverstärkende Bewegungen, jedoch in dem Bewusstsein, dass die Schonhaltung nicht zur Gewohnheit werden sollte, da sonst die durch die Schonhaltung verstärkt belasteten Muskelgruppen geschädigt werden könnten. Des Weiteren können leichte Yogaübungen durch Dehnung der betroffenen Muskulatur die Beschwerden lindern. Dabei ist bei der Durchführung der Übungen auf eine ruhige und regelmäßige Atmung zu achten. Die Bewegungsabläufe im Yoga sollten langsam und vorsichtig durchschritten werden. Durch die Dehnung können die Schmerzen abgemildert werden, auch wenn es anfangs beim Einnehmen der Position den Anschein erwecken kann, dass sich die Schmerzen zunächst verstärken.
- Vermeiden Sie Haltungen oder wiederholende Tätigkeiten, bei denen es zu solchen Druckschäden kommen kann.
- Achte auf Deine Haltung im Alltag! Eine dauerhaft ungünstige Sitz- oder Stehhaltung kann Verspannungen in der Wirbelsäule verstärken.
- Dauerhafter Stress wirkt sich auf Muskeln, Kreislauf und Nerven aus. Plane bewusst Ruhezeiten ein, reduziere Bildschirmzeit am Abend und achte auf ausreichend Schlaf.
- Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilft, eingeklemmten Nerven vorzubeugen. Bei sitzenden Tätigkeiten im Büro sind eine aufrechte Haltung, passende Stühle und Tische sowie Hilfsmittel wie Handauflagen sinnvoll.Wer überwiegend steht, profitiert von gut gedämpften Schuhen und regelmäßigen Pausen zur Entlastung der Gelenke. Beim Heben schwerer Lasten sollte die Kraft aus den Beinen kommen, um den Rücken zu schonen.
- Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität beugt Verspannungen vor und stärkt die Muskulatur.
- Stressmanagement: Muskelverspannungen können durch Stress begünstigt werden.
- Übergewicht reduzieren: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert zusätzlichen Druck auf Nerven.
- Balanceübungen: Balanceübungen (z. B. auf einem Bein stehen oder auf einem Balancekissen) können helfen, die Körperwahrnehmung zu verbessern und das Gleichgewicht zu trainieren.
Wie lange dauert ein eingeklemmter Nerv im Rücken?
Auch bezüglich der Krankheitsdauer kann man bei einem eingeklemmten Nerv im unteren Rücken keine allgemeingültige Aussage treffen. Einerseits ist die Genesungszeit ursachenabhängig, andererseits können Sie selbst aktiv dazu beitragen die Krankheitsdauer zu verkürzen. Treten die Beschwerden durch den eingeklemmten Nerv akut auf, was meist durch ruckartige Bewegungen verursacht wird, lassen sich die Schmerzen in der Regel gut und schnell behandeln. Werden die Beschwerden hingegen durch einen Bandscheibenvorfall der LWSoder ähnliches verursacht, dauert die Genesung deutlich länger. Eine Erholungsdauer von bis zu 12 Wochen ist in diesem Fall nicht untypisch. Auch wenn der Nerv durch einen Knochenbruchgeschädigt wurde, können Sie mit einer Krankheitsdauer von ca. rechnen. In der Regel kann unter einer optimalen Behandlung eine Beschwerdearmut in 2 - 3 Tagen erreicht werden. Bis die Schmerzen allersdings vollständig abgekungen sind, können ein bis zwei Wochen vergehen.
Bei kurzzeitigem Druck kann sich der Nerv vollständig regenerieren - oft innerhalb weniger Wochen. Je länger der Druck andauert, desto größer ist die Gefahr bleibender Schäden. Umso wichtiger ist es, den richtigen Zeitpunkt für eine Operation nicht zu verpassen.
Was ist zervikogener Schwindel / HWS-Schwindel?
Zervikogener Schwindel (auch HWS-Schwindel genannt) entsteht durch Funktionsstörungen im Bereich der Halswirbelsäule. Dabei führen Verspannungen, Blockaden oder Reizungen von Nerven und Muskeln im Nacken dazu, dass fehlerhafte Signale an das Gehirn gesendet werden. Diese widersprüchlichen Informationen stören die Zusammenarbeit zwischen Gleichgewichtsorgan, Augen und Körperwahrnehmung, wodurch ein Schwindelgefühl entsteht. Typisch sind ein diffuses Schwanken, Nackenschmerzen und eine eingeschränkte Kopfbeweglichkeit.
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