Eingeklemmter Nerv in der Schulter: Hausmittel und schnelle Hilfe

Ein eingeklemmter Nerv in der Schulter kann zu starken Schmerzen und erheblichen Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit führen. Glücklicherweise gibt es verschiedene Hausmittel und Maßnahmen, die helfen können, die Schmerzen zu lindern und die Heilung zu fördern.

Symptome eines eingeklemmten Nervs in der Schulter

Typische Symptome eines eingeklemmten Nervs in der Schulter sind:

  • Stechende Schmerzen
  • Einschränkung der Bewegungsfähigkeit
  • Kribbeln und Taubheitsgefühle
  • Mögliche Lähmungserscheinungen
  • In einigen Fällen: Erbrechen, Übelkeit, Schwindel

Die Symptome können sich bei bestimmten Bewegungen, insbesondere bei Hausarbeit, Gartenarbeit oder Sport, verstärken.

Ursachen eines eingeklemmten Nervs in der Schulter

Ein eingeklemmter Nerv in der Schulter kann verschiedene Ursachen haben:

  • Muskelverhärtungen: Eine häufige Ursache sind harmlose Muskelverhärtungen, die durch Fehlhaltungen, falsche Schlafpositionen oder bestimmte Bewegungen beim Sport entstehen. Die verhärtete Muskulatur drückt dann auf den Nerv und löst die genannten Symptome aus.
  • Bandscheibenvorfall: In selteneren Fällen kann ein Bandscheibenvorfall im Bereich der Halswirbelsäule zu einem eingeklemmten Nerv führen, der Schmerzen in die Schulter ausstrahlt.
  • Karpaltunnelsyndrom: Obwohl das Karpaltunnelsyndrom hauptsächlich die Hand betrifft, kann es in manchen Fällen auch zu ausstrahlenden Schmerzen in den Arm und die Schulter kommen.
  • Spinalkanalstenose: Eine Verengung des Wirbelkanals im Bereich der Halswirbelsäule kann ebenfalls Nerven einklemmen und Schulterschmerzen verursachen.
  • Schulter-Arm-Syndrom: Eine verspannte Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich kann ebenfalls zu einem eingeklemmten Nerv führen.
  • Impingement-Syndrom: Hierbei sind die Rotatorenmanschette (Muskel-Sehnen-Platte) sowie der Schleimbeutel zwischen dem höchsten Punkt des Schulterblatts und dem Oberarm-Kopf eingeklemmt.

Was tun bei einem eingeklemmten Nerv in der Schulter?

Sofortmaßnahmen

  • Schmerzhafte Bewegungen vermeiden: Vermeiden Sie vorerst Bewegungen, die den eingeklemmten Nerv reizen und Schmerzen verursachen.
  • Schonhaltung vermeiden: Nehmen Sie keine Schonhaltung ein, da dies zu weiteren Muskelverspannungen und Problemen führen kann. Versuchen Sie, sich so normal wie möglich zu bewegen.
  • Wärmeanwendungen: Wärmeanwendungen in Form von Wärmflasche, Wärmesalbe oder einem heißen Bad können die Verspannungen lockern und so die Schmerzen lindern.
  • Kühlen: Bei akuten Schmerzen kann auch Kälte in Form von Eispackungen oder kalten Umschlägen helfen, die Entzündung zu reduzieren und den Schmerz zu betäuben.

Hausmittel und Übungen

  • Dehnübungen: Leichte gymnastische Übungen oder Übungen aus dem Yoga, bei denen die betroffene Muskulatur gedehnt wird, können die Beschwerden lindern, auch wenn dies zunächst schmerzhaft ist. Achten Sie darauf, die Bewegungen langsam und vorsichtig durchzuführen und tief ein- und auszuatmen.
  • Schulterdehnung an der Wand:
    1. Stellen Sie sich an eine freie Wand und strecken Sie Ihren Arm lang auf Schulterhöhe an ihr aus. Ziel ist es, Ihre Schulter gegen die Wand zu drücken.
    2. Drehen Sie nun Ihren Oberkörper von der Wand weg - so weit, bis Sie einen deutlichen Dehnungszug in der Schulter spüren. Achten Sie darauf, dass Ihre Schulter den Kontakt zur Wand behält.
    3. Drücken Sie jetzt Ihre Hand und Ihren Ellenbogen einen Moment lang ganz fest gegen die Wand. Dann versuchen Sie, Hand und Ellenbogen zu lösen.
    4. Drehen Sie sich mit Ihrem Oberkörper zurück zur Wand (Ausgangsposition).
    5. Verändern Sie den Winkel Ihres lang gestreckten Armes, indem Sie ihn etwas höher anheben, damit er über Schulterhöhe liegt. Die Schulter befindet sich weiterhin an der Wand.
    6. Wiederholen Sie die Drehung des Oberkörpers und das Drücken von Hand und Ellenbogen gegen die Wand.
    7. Führen Sie die Übung in verschiedenen Winkeln des Arms entlang der Wand aus.
  • Schmerzfrei-Drücker (Light-Osteopressur):
    1. Setzen Sie sich hin und suchen Sie mit Ihren Fingern einen Knochenpunkt am Schlüsselbein, an der Unterkante entlang nach außen in Richtung Schultergelenk.
    2. Suchen Sie den Punkt, an dem es wehtut.
    3. Drücken Sie intensiv und so lange, bis der Druckschmerz nachlässt. Es ist wichtig, dass Sie sich immer am Knochen drücken!
  • Weitere Übungen für den Alltag:
    • Nackenmuskulatur dehnen: Setzen Sie sich aufrecht hin. Drücken Sie die linke Schulter in Richtung Boden. Neigen Sie Ihren Kopf nach rechts und beugen in leicht nach vorne. Verbleiben Sie in dieser Position für etwa 30 Sekunden und wechseln Sie dann die Seite.
    • Schultern kreisen: Stellen Sie sich aufrecht hin, der Rücken ist dabei gerade. Lassen Sie beide Schultern gleichzeitig nach hinten kreisen. Versuchen Sie, möglichst große Kreise und runde Bewegungen zu machen. Nach 20 „Kreisungen“, wechseln Sie die Richtung. Zum Abschluss kreisen Sie die Schultern abwechselnd.
    • Schulterkuss: Ziehen Sie beide Schultern gleichzeitig in Richtung Ohren hoch. Halten Sie die Anspannung für etwa drei bis fünf Sekunden. Lassen Sie die Schultern langsam wieder fallen. Wiederholen Sie die Übung zwei- bis dreimal.
    • Von der Wand abstoßen: Stellen Sie sich vor eine Wand. Mit ausgestreckten Armen, die sich etwa auf Schulterhöhe befinden, stützen Sie sich gegen die Wand. Versuchen Sie, sich von der Wand wegzudrücken, ohne dass Sie dabei die Arme bewegen. Mit der Kraft aus der Schulter senken Sie sich langsam wieder in Richtung Wand ab. Wiederholen Sie die Prozedur zehnmal.
    • Arm strecken: Legen Sie ein Handtuch oder eine rutschfeste Schreibtischunterlage auf einen Tisch. Setzen Sie sich aufrecht mit einem Stuhl vor den Tisch. Legen Sie nun Ihren Arm auf die Unterlage und strecken ihn aus. Um die Streckung zu intensivieren, beugen Sie Ihren Oberkörper in Richtung Tisch. Im Anschluss kehren Sie langsam in Ihre Ausgangsposition zurück. Wiederholen Sie die Streckung insgesamt zehnmal.
  • Faszien-Rollmassage: Auch die Faszien-Rollmassage hat sich bewährt.
  • Ernährung: Eine entzündungshemmende Ernährung kann ebenfalls helfen, die Beschwerden zu lindern. Olivenöl kann hierbei eine positive Wirkung haben.

Kräuter und Naturheilmittel

  • Teufelskrallenwurzel: Kann schmerzlindernde Eigenschaften haben. Die Einnahme sollte über mindestens ein bis zwei Wochen erfolgen.
  • Brennnessel-Geist und Apfelessig Massageöl: Mischen Sie Brennnessel-Geist und Apfelessig im Verhältnis 1:5 und reiben Sie die betroffenen Stellen sanft ein.
  • Kümmel-Samen Kräuterwickel: Füllen Sie Kümmel-Samen in ein kleines Stoffsäckchen und legen Sie es auf die betroffene Stelle. Bei Bedarf mit einem Wärmekissen ergänzen.
  • Brennnessel-Tee und Ingwer-Tee: Beide Teesorten haben entzündungshemmende und schmerzstillende Wirkungen. Ingwer-Tee kann auch bei Übelkeit helfen.
  • Grüner Tee: Kann das Allgemeinbefinden durch einen positiven Einfluss auf den Blutdruck, das Herz und den Zuckerstoffwechsel stärken.
  • Weidenrinde-Tee: Hat sich ebenfalls bewährt.
  • Johanniskrautöl: Kann bei Nervenschmerzen im Rückenbereich Linderung verschaffen.
  • Pfefferminzöl: Wirkt kühlend und krampflösend.
  • Capsaicin: Enthalten in Chili- und Cayenne-Pfeffer, wirkt in Salbenform oder als Schmerzpflaster wärmend, schmerzlindernd und durchblutungsfördernd.

Psychische Unterstützung

  • Johanniskraut: Kann bei psychischen Symptomen wie Unruhe, Aggressivität oder Depressionen helfen.
  • Baldriantee: Beruhigt die Nerven ohne starke Nebenwirkungen.
  • Entspannungsverfahren: Meditationen, autogenes Training oder die progressive Muskelentspannung können helfen, psychische Beschwerden zu reduzieren.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

  • Wenn die Schmerzen stark sind oder länger anhalten (etwa drei bis vier Wochen).
  • Wenn Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheit auftreten.
  • Wenn sonstige neurologische Ausfälle auftreten.
  • Wenn plötzlich schwere Schulterschmerzen auftreten, insbesondere wenn sich die Kontur der Schulter ändert.
  • Nach einem Unfall.
  • Wenn die Schulter geschwollen und gerötet ist.
  • Wenn die Beschwerden beim Atmen auftreten oder sich verstärken.

Ein Arzt kann die Ursache der Schmerzen abklären und eine geeignete Behandlung empfehlen. Dies kann bildgebende Verfahren, Physiotherapie, Massagen oder in seltenen Fällen eine Operation umfassen.

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Vorbeugung eines eingeklemmten Nervs in der Schulter

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Achten Sie auf eine ergonomische Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes, insbesondere bei sitzenden Tätigkeiten.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität beugt Verspannungen vor und stärkt die Muskulatur.
  • Stressmanagement: Reduzieren Sie Stress, da dieser Muskelverspannungen begünstigen kann.
  • Übergewicht reduzieren: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert zusätzlichen Druck auf Nerven.
  • Vermeiden Sie einseitige oder schwere Belastungen.
  • Achten Sie auf eine korrekte Haltung beim Arbeiten.
  • Machen Sie regelmäßige Bewegungspausen, insbesondere bei statischen Haltungen.

Medikamentöse Behandlung

In einigen Fällen kann der Arzt entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente verschreiben. Bei starken Nervenschmerzen können spezielle Medikamente für Nervenschmerzen zum Einsatz kommen, die allerdings ärztlich verschrieben werden müssen.

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