Migräne und Calcium: Ursachen und Zusammenhänge

Starke Kopfschmerzen und Migräne sind weit verbreitet und können den Alltag der Betroffenen erheblich einschränken. Die genaue Ursache von Migräne ist noch nicht vollständig bekannt. Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sowohl Magnesium als auch Calcium eine Rolle spielen könnten.

Die Rolle von Magnesium und Calcium bei Migräne

Einige Studien haben einen Zusammenhang zwischen einer zu geringen Magnesiumzufuhr und dem Auftreten von Migräne nachgewiesen. Magnesium ist eng mit den Funktionen von Calcium verbunden. Eine große Querschnittsstudie mit US-amerikanischen Daten hat nun gezeigt, dass sowohl die Magnesium- als auch die Calciumzufuhr das Risiko für Migräne beeinflussen kann. Daher wird empfohlen, auf eine adäquate Zufuhr dieser Mineralstoffe zu achten.

Magnesiummangel und Migräne

Studien haben gezeigt, dass Menschen mit Migräne niedrigere Magnesiumspiegel im Blut haben als die normale Bevölkerung. Migräne ist somit häufig mit einer zu geringen Magnesiumzufuhr verbunden. Ein Zusammenhang von Magnesium und Migräne liegt aufgrund der Funktionen von Magnesium im Körper nahe, denn diese sind häufig eng verknüpft mit den Funktionen von Calcium.

Calcium und Migräne

Somit lässt sich auch ein Einfluss der Calciumzufuhr auf Migräne vermuten. Es gibt bereits Studien, die den Effekt von Magnesium- und Calciumsupplementen zur Prävention von Migräne gezeigt haben. Allerdings wurde noch nicht untersucht, wie sich die Höhe der Zufuhr von Magnesium und Calcium aus Lebensmitteln auf das Risiko für Migräne auswirken.

Die Bedeutung einer ausreichenden Zufuhr

Um den Tagesbedarf an Magnesium zu decken, empfehlen sich Vollkornprodukte, Weizenkeime, Kleie und Nüsse. Zu den calciumreichen Lebensmitteln zählen vor allem Milch und Milchprodukte, viele grüne Gemüsesorten wie Brokkoli oder Grünkohl sowie Nüsse und Saaten. Besonders gute und kalorienfreie Quellen sind zudem magnesium- und calciumreiche Mineral- und Heilwässer.

Lesen Sie auch: Vergleichende Analyse: Migräne vs. Epilepsie

Studienergebnisse zum Zusammenhang von Calcium, Magnesium und Migräne

Zur Klärung der Frage, ob ein Zusammenhang zwischen dem über die Nahrung zugeführten Magnesium und Calcium und dem Auftreten von starken Kopfschmerzen bzw. Migräne besteht, werteten Forschende aus China Daten einer US-amerikanischen Querschnittstudie aus. In die Analyse konnten insgesamt 10.798 Teilnehmende (51,2% Männer, 48,8% Frauen; 48,9 ± 17,5 Jahre) aus dem National Health and Nutrition Examination Survey (NHANES) einbezogen werden. Mithilfe eines Fragebogens wurde erfasst, wie häufig und wie stark diese in den letzten drei Monaten unter Kopfschmerzen litten. Dabei wurden starke Kopfschmerzen als Migräne eingestuft.

Ergebnisse der Analyse

Nach Auswertung der Daten berichteten 19,7% der Teilnehmenden (2.123 Personen, davon 36,1% Männer und 63,9% Frauen) über starke Kopfschmerzen oder Migräne in den vergangenen drei Monaten. Die durchschnittliche tägliche Magnesium- und Calciumzufuhr lag bei allen Teilnehmenden deutlich unter der jeweils empfohlenen Tagesdosis. Allerdings nahmen die Personen mit Migräne noch einmal signifikant weniger Magnesium und Calcium über die Nahrung auf als diejenigen ohne Migräne.

Signifikanter Zusammenhang

Insgesamt gab es einen signifikanten inversen Zusammenhang zwischen der Magnesium- und Calciumzufuhr über die Nahrung und Migräne. Je höher die Zufuhr an beiden Mineralstoffen war, desto seltener traten starke Kopfschmerzen oder Migräne auf. Dieser Zusammenhang blieb auch nach der statistischen Bereinigung um mögliche Störfaktoren (z.B. Alter, BMI, Bluthochdruck) bestehen.

Bestätigung des Zusammenhangs

Die Ergebnisse dieser Studie bestätigen den Zusammenhang zwischen einer zu geringen Magnesiumzufuhr und einem erhöhten Risiko für starke Kopfschmerzen und Migräne. Gleichzeitig wird deutlich, dass auch eine ausreichende Zufuhr von Calcium allein sowie in Kombination mit Magnesium die Häufigkeit von starken Kopfschmerzen und Migräne reduzieren kann.

Empfohlene Tagesdosis und Quellen für Magnesium und Calcium

Der Tagesbedarf an Magnesium liegt bei 350 mg für Männer und 300 mg für Frauen. Der Calciumbedarf beträgt für Erwachsene 1.000 mg pro Tag.

Lesen Sie auch: Neurologische Expertise bei Migräne

Magnesiumreiche Lebensmittel

Um den Tagesbedarf an Magnesium zu decken, empfehlen sich Vollkornprodukte, Weizenkeime, Kleie und Nüsse.

Calciumreiche Lebensmittel

Zu den calciumreichen Lebensmitteln zählen vor allem Milch und Milchprodukte, viele grüne Gemüsesorten wie Brokkoli oder Grünkohl sowie Nüsse und Saaten.

Mineral- und Heilwässer als Quelle

Besonders gute und kalorienfreie Quellen sind zudem magnesium- und calciumreiche Mineral- und Heilwässer. Als magnesiumreich gelten Heilwässer ab etwa 100 mg Magnesium pro Liter, die damit etwa ein Drittel des Magnesiumbedarfs decken. Calciumreiche Heilwässer enthalten mindestens 250 mg Calcium pro Liter und liefern somit bereits ein Viertel des Calciumbedarfs. Viele Heilwässer sind sogar deutlich höher mineralisiert und enthalten sowohl Magnesium als auch Calcium. Ensinger Schiller Quelle Heilwasser füllt die Wasserreserven auf und liefert zugleich 573 mg Calcium und 105 mg Magnesium pro Liter. Damit ist bereits die Hälfte des täglichen Calciumbedarfs und etwa ein Drittel des Magnesiumbedarfs gedeckt.

Heilwasser als zusätzliche Quelle

Als besonders wirksame Mineralstoffquelle empfehlen sich zudem calcium- und magnesiumreiche Mineral- und Heilwässer. Sie können oft schon einen Großteil des Tagesbedarfs an Calcium und Magnesium decken, und das ganz ohne Kalorien. Heilwässer gelten ab 250 mg Calcium pro Liter als calciumreich und decken damit bereits ein Viertel des täglichen Calciumbedarfs. Als magnesiumreich gelten Heilwässer mit mindestens 100 mg Magnesium, was etwa einem Drittel des täglichen Bedarfs entspricht. Viele Heilwässer enthalten beide Mineralstoffe, teils auch in höheren Mengen. Erhältlich sind Heilwässer im gut sortierten Lebensmittel- und Getränkehandel. Welche Inhaltstoffe ein Heilwasser enthält, steht auch auf dem Flaschenetikett.

Weitere Ursachen und Auslöser von Kopfschmerzen und Migräne

Wenn der Kopf brummt, drückt oder schmerzt, kann das viele Ursachen haben. Manchmal können es so einfache Auslöser sein wie zu wenig trinken oder ein Mangel an Magnesium oder Calcium. Schon ein Flüssigkeitsverlust von 5 % des Körpergewichts kann Kopfschmerzen verursachen. Auch ein Mangel an Magnesium kann Kopfschmerzen oder Migräne begünstigen, wie Studien zeigen. Neuerdings stellte sich zudem heraus, dass Calciummangel ebenfalls eine Rolle spielen kann.

Lesen Sie auch: Migräne als Risikofaktor für Demenz?

Weitere Faktoren, die Kopfschmerzen auslösen können:

  • Lichtempfindlichkeit: Für manche Menschen können bestimmte Arten von Licht, insbesondere helles, flackerndes oder grelles Licht, Kopfschmerzen auslösen. Die Vermeidung dieser Lichtquellen, das Tragen von Sonnenbrillen mit polarisierten Gläsern oder das Einstellen der Helligkeit von Bildschirmen können helfen, diese Kopfschmerzen zu lindern.
  • Zahn- und Kieferprobleme: Eine schlechte Zahn- oder Kieferausrichtung kann zu Spannungskopfschmerzen führen.
  • Emotionale Faktoren: Stress, Angst und Depressionen können Kopfschmerzen auslösen.
  • Wetteränderungen: Wetteränderungen können Veränderungen in der Sauerstoffversorgung und Durchblutung des Gehirns verursachen und so Kopfschmerzen auslösen.
  • Hormonelle Veränderungen: Fortpflanzungshormone, nämlich Östrogen und Progesteron, können Chemikalien in deinem Gehirn beeinflussen, die zu Kopfschmerzen führen können.
  • Schlafmangel: Unzureichender oder gestörter Schlaf kann zu Kopfschmerzen führen.
  • Nebenhöhlenentzündungen: Verstopfte Nebenhöhlen und Sinusinfektionen können ebenfalls Kopfschmerzen verursachen.
  • Schlechte Körperhaltung: Eine schlechte Körperhaltung und ergonomische Probleme können zu Nacken- und Rückenverspannungen führen, die Kopfschmerzen verursachen können.
  • Umweltgifte: Die Exposition gegenüber bestimmten Umweltgiften kann Kopfschmerzen auslösen oder verschlimmern.

Beobachtung und Dokumentation von Auslösern

Kopfschmerzen können durch eine Vielzahl von Faktoren ausgelöst werden, von denen einige überraschend sein können. Es ist hilfreich, ein Notizbuch oder Notizen auf dem Handy zu führen, um mögliche Auslöser zu notieren. Erfasse Details wie deinen Nahrungs-, Wasser- und Alkoholkonsum, deinen Schlaf, dein Stresslevel und deinen Koffeinkonsum, die alle einen Einfluss auf Kopfschmerzen haben können. Wenn du ein Muster erkennst, kannst du deinen Kurs ändern und dein Wohlbefinden aktiv beeinflussen.

Behandlung und Vorbeugung von Migräne

Die medikamentöse Prophylaxe der Migräne wurde in den letzten Jahren gegenüber der Akuttherapie eher vernachlässigt, obwohl seit langem zuverlässige Prophylaktika zur Verfügung stehen. Die Migräne nimmt ihren Ausgang von den Nozizeptoren der Meningen und der zerebralen Gefäße. Bei der Migräneattacke handelt es sich eindeutig um eine neurogene Entzündung. Da der Attacke häufig eine zerebrale Vasokonstriktion vorausgeht, kommen für die Prophylaxe speziell solche Medikamente in Betracht, die vasodilatorisch wirken.

Medikamentöse Prophylaxe

Zu diesen Substanzen zählen neben den Betablockern auch sogenannte atypische Kalzium-Overload-Blocker wie Cyclandelat (Natil®). Diese Wirkstoffe blokkieren eine Vielzahl von Kalziumkanälen, weisen also mehrfache Angriffsmechanismen auf, die sich sinnvoll nutzen lassen. Wie Studien zeigen, sprechen zwischen30 und 70 Prozent der Migränepatienten auf eine medikamentöse Prophylaxe an.

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugende Maßnahmen sind indiziert, wenn mehr als zwei bis drei Attacken pro Monat auftreten, die Anfälle länger als 48 Stunden andauern und die Schmerzintensität stark ausgeprägt ist. Manifeste neurologische Ausfälle über mehrere Stunden und Attacken nach Entzug von Analgetika erfordern ebenfalls eine vorbeugende Medikation. Prophylaktika der ersten Wahl sind Betablocker wie Propranolol und Metoprolol. Zu den Substanzen der zweiten Wahl zählt Flunarizin, das jedoch zur Gewichtszunahme führen kann. Dritte Wahl sind Serotoninantagonisten wie Pizotifen. Auch Valproinsäure wirkt prophylaktisch, gehört aber ausschließlich in die Hand des Neurologen. Nicht-steroidale Antiphlogistika wie Naproxen eignen sich speziell für die Prophylaxe der Menstruationsmigräne. Amitriptylin und Amitriptylinoxid sind Mittel der Wahl zurProphylaxe des Spannungskopfschmerzes.

Natürliche Maßnahmen zur Vorbeugung

  • Trinken Sie täglich mindestens 1,5 Liter, am besten mineralstoffreiche Wässer.
  • Achten Sie auf genügend Magnesium. Gute Magnesiumquellen sind neben Vollkornbrot, Hülsenfrüchten, Nüssen und Bananen vor allem magnesiumreiche Mineral- und Heilwässer wie das natürliche Ensinger Schiller Quelle Heilwasser mit 105 mg Magnesium pro Liter.
  • Nehmen Sie zudem genug Calcium auf. Milch und Milchprodukte, Samen und Nüsse sowie einige grüne Gemüse sind calciumreich. Als Top-Calciumquelle ohne Kalorien bieten sich Mineral und Heilwässer an. Das natürliche Ensinger Schiller Quelle Heilwasser liefert 573 mg Calcium pro Liter.
  • Versuchen Sie Stress und Anspannung zu reduzieren.
  • Entspannungstechniken wie Progressive Muskelentspannung oder Biofeedback können beim Loslassen und Entspannen helfen.
  • Bewegen Sie sich möglichst regelmäßig. Ideal ist moderater Ausdauersport.
  • Ausreichend und regelmäßig Schlafen hilft ebenfalls, Kopfschmerzen vorzubeugen.
  • Regelmäßige Mahlzeiten versorgen den Körper gleichmäßig mit Nährstoffen und vermeiden Blutzuckerspitzen. Auch der Koffeinkonsum sollte nicht zu stark schwanken. Denn Unregelmäßigkeiten können Kopfschmerzen triggern.

Migräne mit Aura

Migräne mit Aura ist eine von mehreren Migräneformen. Die Aura tritt meist vor der eigentlichen Migräne auf und kündigt verschiedene Symptome an. Die Aura tritt auf unterschiedliche Weise auf und wird von den Betroffenen individuell wahrgenommen. Sie dauert in der Regel höchstens eine Stunde. Auf die Aura folgen nicht immer migränetypische Kopfschmerzen. Manchmal ist die Aura das einzige Symptom. Eine Aura ohne nachfolgenden Kopfschmerz heißt in Medizinerkreisen „Migraine sans migraine“. Dabei handelt es sich aber um eine Ausnahme. Meistens folgt auf eine Aura auch ein Migräne-Anfall. Insgesamt kommt bei etwa einem Drittel der Migräne-Betroffenen eine Aura vor. Es handelt sich also nicht um eine Seltenheit.

Symptome der Migräne mit Aura

Die Migräne mit Aura weist die gleichen Symptome auf wie eine Migräne ohne Aura. Der Unterschied besteht also nur in der Aura selbst. Die „Aura“ entsteht vor der eigentlichen Migräne. Dabei kommt es mitunter zu weiteren Symptomen als Vorboten der Migräne. Zu den Symptomen einer Migräne mit Aura zählen auch die Aura-Symptome selbst. Selbst wenn es nicht nach jeder Aura zu Migräne-Symptomen kommt, handelt es sich dennoch per Definition um eine Migräne mit Aura. Das ist die sogenannte „Migräne ohne Kopfschmerzen“ (Migraine sans migraine). Die Symptome, die bei der Aura im Rahmen einer Migräne auftreten, lassen sich in zwei Gruppen unterteilen: Kortikale Symptome und Hirnstammsymptome. Je nachdem, welche Symptome im Vordergrund stehen, können diese beiden Arten von Aura unterschieden werden.

Kortikale Symptome

Die kortikalen Symptome betreffen vor allem den Kortex des Gehirns. Zu den Symptomen der kortikalen Aura gehören:

  • Flimmerskotom
  • Negatives Skotom
  • Positives Skotom
  • Lichtblitze
  • Grelle Farbwahrnehmung
  • Sensibilitätsstörungen
  • Aphasie

Hirnstammaura

Eine besondere Auraform ist die Hirnstammaura. Hier ist besonders der hintere Anteil des Kopfes betroffen. Bei der Migräne mit Hirnstammaura kommt es zu folgenden Symptomen während der Aura-Phase:

  • Beidseitige Gesichtsfeldausfälle oder Doppelbilder
  • Sprachstörungen (Dysarthrie)
  • Bewegungsstörungen (Ataxie)
  • Hörminderung
  • Bewusstseinsstörungen

Ursachen der Migräne mit Aura

Eine Ursache von Migräne ist die genetische Komponente. Auch wenn bei den meisten erblichen Migräneformen mehrere Gene beteiligt sind und die Erforschung komplex ist, weiß man heute ziemlich sicher, dass es eine sogenannte familiäre Veranlagung (Disposition) gibt. Zusätzlich gibt es bestimmte Trigger, die eine Migräne mit Aura auslösen können:

  • Stress
  • Veränderungen im Schlaf-Wach-Rhythmus
  • Reizüberflutung
  • Wetter bzw. Wetterwechsel
  • Bestimmte Lebens- und Genussmittel
  • Unterzuckerung durch unregelmäßige Mahlzeiten
  • Hormonelle Veränderungen

Behandlung der Migräne mit Aura

Folgende Maßnahmen können den Krankheitszustand der Betroffenen verbessern:

  • Auslöser der Migräne und/oder der Aura meiden
  • Frühzeitig schmerzlindernde Medikamente einnehmen
  • Medikamentöse Behandlung: Schmerzmittel, Mittel gegen Übelkeit, Triptane, Steroide

Vorbeugung der Migräne mit Aura

Die beste Strategie bei Migräne - egal ob mit oder ohne Aura - ist, die Auslöser zu meiden. Wenn Sie einem Migränefall vorbeugen möchten, sollten Sie Ihre persönlichen Risikofaktoren kennen und sich mit verschiedenen, auch nicht-medikamentösen Maßnahmen auseinandersetzen.

Medikamente zur Vorbeugung

In der Prophylaxe von Migräne mit Aura helfen haben sich vor allem die Medikamente Lamotrigin, Flunarizin und Topiramat bewährt.

tags: #migrane #durch #zz #wenig #calcium