Eingeklemmter Nerv und Schwimmen: Ursachen, Behandlung und Prävention

Ein eingeklemmter Nerv kann eine schmerzhafte und einschränkende Erfahrung sein. Die gute Nachricht ist, dass es viele Möglichkeiten gibt, die Beschwerden zu lindern und die Heilung zu fördern. In diesem Artikel werden wir die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlung eines eingeklemmten Nervs untersuchen und die Rolle des Schwimmens bei der Linderung und Vorbeugung dieser Erkrankung beleuchten.

Ursachen von Schmerzen an der Brustwirbelsäule

Die Brustwirbelsäule ist weniger anfällig für Beschwerden als die Hals- oder Lendenwirbelsäule, aber wenn Schmerzen auftreten, können sie die Beweglichkeit und Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Häufige Ursachen für Schmerzen an der Brustwirbelsäule sind:

  • Blockierungen und Muskelverspannungen: Dies sind die häufigsten Ursachen für Schmerzen an der Brustwirbelsäule. Stress erhöht die Muskelanspannung und löst daher häufig Rückenschmerzen aus. Die Muskeln verhärten sich, was zu Fehlhaltungen führen kann, die die Beschwerden verstärken. Chronische Rückenschmerzen wiederum können zu noch mehr Stress führen. Ein Teufelskreislauf.
  • Verschleiß: Degenerationen wie Arthrose können durch Bewegungsmangel und Fehlhaltungen entstehen, die beide mit zu häufigem Sitzen zusammenhängen.
  • Angeborene Fehlbildungen oder Unfälle: Diese können ebenfalls Beschwerden an der Brustwirbelsäule auslösen.
  • Erkrankungen der Wirbelsäule oder Rippen: Punktueller Druckschmerz kann auf eine muskuläre Ursache oder Erkrankungen der Wirbelsäule oder Rippen hindeuten. Druckempfindliche Knoten oder Verdickungen, die sich ertasten lassen, können starke Muskelverspannungen auslösen (Myogelosen). Bei Schmerzen auf Höhe der Schulterblätter könnte eine Blockade der oberen Rippen vorliegen, die mit Verspannungen der umliegenden Muskeln einhergeht.
  • Ausstrahlung von Schmerzen aus anderen Bereichen: Die Nerven, die über die Rippen bis nach vorne in den Brustbereich ziehen, können die Schmerzen von der Brustwirbelsäule in den vorderen Brustbereich ausstrahlen lassen. Fachleute sprechen hier von einer Interkostalneuralgie. Außerdem ist es möglich, dass die Schmerzen vom Herzen ausstrahlen. Brustschmerzen können ein Symptom eines Herzleidens sein, zum Beispiel der Koronaren Herzkrankheit. Auch ein Herzinfarkt könnte vorliegen, wenn die Brustschmerzen mit Atemnot und Übelkeit einhergehen. Dauern starke Schmerzen im Brustbereich länger als fünf Minuten an, sollten Sie einen Rettungswagen rufen. Auch eine Angina pectoris kann Brustschmerzen auslösen. Dabei treten anfangs unter starker körperlicher Belastung Beschwerden auf, später auch in Ruhe. Ist ein Organ im Bauchraum beeinträchtigt, etwa die Bauchspeicheldrüse, können die Schmerzen in den Rücken ausstrahlen.

Symptome eines eingeklemmten Nervs

Ein eingeklemmter Nerv kann sich auf verschiedene Weise äußern, darunter:

  • Schmerzen: Das Spektrum reicht von einem dumpfen, langsam zunehmenden Druckgefühl bis hin zu plötzlich einschießenden, brennenden oder stechenden Schmerzen. Schmerzen an Brustkorb und Rippen, Atemprobleme und Magenschmerzen sind Symptome für das BWS-Syndrom. Dumpfe, drückende Schmerzen im Brustkorb, die sich beim Einatmen oder in der Bewegung noch verstärken - das können Anzeichen einer Brustwirbelblockade sein. Das ziehende Gefühl zwischen die Schulterblätter kann sich über den Rippenbogen bis nach vorn ziehen und sogar bis in den Bauchraum gehen. Blockaden der Brustwirbelsäule schränken die Beweglichkeit ein und erschweren die Atmung. Brustschmerzen, Atemnot und Übelkeit - das können auch Symptome eines Herzinfarkts oder bei Brustenge sein. Schmerzen bei körperlicher Aktivität, Ärger, Stress oder durch Kälte sind eher auf das Herz zurückzuführen, betont die Deutsche Herzstiftung. Der Körper schüttet in diesen Situationen Stresshormone und andere Botenstoffe aus, die die Herzkranzgefäße verengen.
  • Empfindungsstörungen (Parästhesien): Kribbeln, Taubheitsgefühle oder das bekannte „Einschlafen“ von Gliedmaßen sind typische Anzeichen.
  • Funktionsausfälle: Bleibt ein Nerv über längere Zeit unter Druck, kann die Signalübertragung zur Muskulatur gestört sein. Die Folge: Muskelschwäche oder vorübergehende Lähmungserscheinungen oder Muskelschwäche, die sich meist wieder zurückbilden, sobald sich der Nerv erholt.

Diagnose eines eingeklemmten Nervs

Um einen eingeklemmten Nerv zu diagnostizieren, wird der Arzt eine körperliche Untersuchung durchführen und die Krankengeschichte des Patienten erheben. Provokationstests wie das Hoffmann-Tinel-Zeichen oder der Phalen-Test helfen dabei, einen eingeklemmten Nerv zu diagnostizieren. Durch gezielte Bewegungen oder leichten Druck auf den betroffenen Bereich können typische Symptome wie Schmerzen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle ausgelöst oder verstärkt werden. In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen oder MRT erforderlich sein, um die Ursache der Nervenkompression zu ermitteln. Mit einem modernen 3-D-Scanner nehmen wir Ihren Rücken auf, um haltungsbedingte Störungen objektiv und mit maximaler Messgenauigkeit beurteilen zu können. So finden wir die Schmerzursache schnell heraus und können die Therapien noch besser an Ihre Anatomie anpassen!

Behandlung eines eingeklemmten Nervs

Die Behandlung eines eingeklemmten Nervs hängt von der Ursache und dem Schweregrad der Symptome ab. Konservative Behandlungsmethoden umfassen:

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  • Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente: Schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente wie Diclofenac oder Ibuprofen nehmen Ihnen die Beschwerden häufig innerhalb einer halben Stunde. Bei einer Facetteninfiltration gelangen Schmerzmittel direkt in die Bereiche der Zwischenwirbelgelenke, wo sie ihre Wirkung entfalten können.
  • Physiotherapie: Spezifische Übungen und gezieltes Krafttraining helfen, Ihre Muskulatur zu kräftigen und eine gesunde Haltung zu erlernen. Unser Physiotherapeut passt die Intensität der Übungen langsam an, damit das Zusammenspiel aus Nerven und Muskulatur optimal geschult wird.
  • Kinesiotapes: Elastische und atmungsaktive Pflaster aus Stoff können die Muskelspannung verändern und die Gelenkfunktion verbessern.
  • Akupunktur: Sowohl akute als auch chronische Beschwerden lassen sich mit Akupunktur behandeln. Die feinen Nadeln sollen Blockierungen an Triggerpunkten lösen.
  • Eigenbluttherapie (PRP): Blutplättchen tragen zur Heilung von verletztem oder entzündetem Gewebe bei, indem sie Wachstumsfaktoren freisetzen. Eine Injektion mit aufbereitetem Plasma des eigenen Blutes kann daher die Selbstheilungskräfte verbessern.
  • Manuelle Therapie: Massagen und manualtherapeutische (Chirotherapie) Maßnahmen beschleunigen ebenfalls den Heilungsprozess, weil dadurch gezielt Blockaden in der Muskulatur gelöst werden können. Durch Akupunktur und Triggerpunktmassagen können gezielt vorhandene Myogelosen (Muskelverhärtungen) gelöst werden.

In einigen Fällen kann eine Operation erforderlich sein, um den Druck auf den Nerv zu entlasten. Bei einem Bandscheibenvorfall kann beispielsweise ein minimalinvasiver Eingriff durchgeführt werden, um den Druck auf den betroffenen Nerv zu verringern und die Nervenwurzeln zu entlasten.

Schwimmen als Therapie bei einem eingeklemmten Nerv

Schwimmen ist eine hervorragende Möglichkeit, die Muskulatur zu lockern und die Wirbelsäule zu entlasten. Es ist eine schonende Sportart, die für Menschen jeden Alters und Fitnesslevels geeignet ist. Solange du beim Schwimmen auf deinen Körper hörst und aufhörst, wenn die Schmerzen schlimmer werden, spricht nichts dagegen. Im Gegenteil, vielleicht lockert die Bewegung auch das umliegende Gewebe.

Geeignete Schwimmstile

  • Rückenschwimmen: Ideal bei Rückenproblemen ist Rückenschwimmen. Bei der „umgedrehten“ Kraulbewegung kommt erleichternd hinzu, dass keine besondere Atemtechnik beachtet werden muss. Da man beim Rückenkraulen die Hüfte etwas anheben sollte, wird vor allem die untere Rumpfmuskulatur gestärkt, die beim Sitzen besonders stark belastet ist.
  • Kraulen: Auch wenn es kraftaufwändig ist, so ist der ideale Schwimmstil für Rumpf und Rücken das Kraulen. Mit einer guten Technik hat der Kraulstil den Vorteil, dass der Körper die ganze Zeit gestreckt im Wasser liegt und Kopf und Körper eine Ebene bilden. Beim Kraulen befinden sich die Augenbrauen in etwa auf Höhe der Wasseroberfläche. Der Kopf „schwebt“ gewissermaßen auf dem Wasser, die Nackenmuskulatur ist weitgehend entspannt. Bei der Atmung dreht man den Kopf lediglich um die Körperlängsachse - nach links oder nach rechts.
  • Brustschwimmen: Auch die beste Haltung über Stunden hinweg nicht ausreichend, ändere gelegentlich die Sitzhaltung, versuche wenn möglich auch im Stehen zu arbeiten und etwas zu gehen. Eine Faustregel (50/25/25) besagt 50% der Zeit sitzen, 25% stehen, 25% gehen. Allerdings nur, wenn man einen sauberen Schwimmstil schwimmen kann", sagt Dr. Klingenberg, "Wer beim Brustschwimmen wie eine Ente den Kopf im Nacken und über Wasser hält, der trainiert kontraproduktiv."

Tipps für das Schwimmen mit einem eingeklemmten Nerv

  • Langsam beginnen: Mach mal langsamer am Anfang.
  • Auf den Körper hören: Das kannst Du selbst besser beurteilen.
  • Nicht zu heftig schwimmen: Wenn dann vorwiegend Rückenschwimmen und nicht zu heftig.
  • Sauberen Schwimmstil beibehalten: Schwimmen ist bei Schmerzen auch meist gut.
  • Kopf gerade halten: Den Kopf gerade halten. Nicht nur nicht zu weit nach hinten neigen sondern auch nicht das Kinn auf der Brust ablegen. Um ein Auge auf den Gegenverkehr zu haben, legen viele Schwimmer:innen den Kopf zu weit nach hinten. Das wiederum belastet die Halswirbelsäule und führt zu Verspannungen im Nacken.
  • Aufwärmen: Um dich künftig davor zu schützen, solltest du darauf achten, deine Muskulatur vor dem Training stets aufzuwärmen.

Prävention eines eingeklemmten Nervs

Es gibt viele Möglichkeiten, einem eingeklemmten Nerv vorzubeugen, darunter:

  • Ergonomie am Arbeitsplatz: Eine ergonomische Gestaltung des Arbeitsplatzes hilft, eingeklemmten Nerven vorzubeugen. Bei sitzenden Tätigkeiten im Büro sind eine aufrechte Haltung, passende Stühle und Tische sowie Hilfsmittel wie Handauflagen sinnvoll. Wer überwiegend steht, profitiert von gut gedämpften Schuhen und regelmäßigen Pausen zur Entlastung der Gelenke.
  • Regelmäßige Bewegung: Körperliche Aktivität beugt Verspannungen vor und stärkt die Muskulatur.
  • Stressmanagement: Muskelverspannungen können durch Stress begünstigt werden. Langsame und tiefe Bauchatmung hilft, den Parasympathikus zu aktivieren, also den Teil deines autonomen Nervensystems, der für Ruhe und Entspannung sorgt", sagt Dr. Klingenberg. Im Gegensatz zur Brustatmung, die noch mehr Spannung in den Oberkörper bringt, können 5 bis 6 langsame und tiefe Atemzüge helfen, dich und die schmerzende Muskulatur zu entspannen. "Am besten, man steht dabei aufrecht und stellt sich vor, dass ein Bindfaden am Hinterkopf befestigt ist, der einen sanft zur Decke zieht, so dass die Wirbelsäule optimal aufgerichtet wird", so der Orthopäde.
  • Übergewicht reduzieren: Ein gesundes Körpergewicht entlastet die Wirbelsäule und verhindert zusätzlichen Druck auf Nerven.
  • Richtiges Heben: Beim Heben schwerer Lasten sollte die Kraft aus den Beinen kommen, um den Rücken zu schonen.
  • Richtiges Sitzen: Richtig Sitzen ist schon die halbe Miete, versuche aufrecht zu sitzen und die natürliche Lordose (Wirbelsäulenkrümmung) im unteren Rücken beizubehalten. Dies ist nicht immer ganz leicht, vor allem wenn man beruflich viel Zeit am Schreibtisch verbringt und sich ständig darauf konzentrieren muss. Lordosenstützen oder Keilkissen bieten den nötigen "Rückhalt" um eine natürliche Sitzhaltung auch dauerhaft beizubehalten. Dies entstresst die Muskulatur und vermeidet eine Überbeanspruchung.
  • Dehnung der Beckenmuskulatur: Um die Muskulatur generell vor einer Überbeanspruchung zu schützen ist Sport sehr wichtig. Er stärkt die Muskeln was dazu führt, dass diese gar nicht erst überbeansprucht werden bzw. es länger dauert. Eine zusätzliche Maßnahme ist die Dehnung der Beckenmuskulatur, denn durch das heutzutage viele Sitzen verkürzt sich diese. Speziell der verkürzte Hüftbeuger zieht beim Stehen nach vorne und die untere Rückenmuskulatur muss dann dagegen halten und mehr Kraft aufwenden, d. h. der Anspannungsgrad wird erhöht und die Belastung steigt.

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