Nervenschmerzen an der Fußaußenkante: Ursachen, Diagnose und Behandlung

Fußschmerzen an der Außenseite des Fußes können vielfältige Ursachen haben. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um chronische Komplikationen zu verhindern und eine optimale Behandlung zu gewährleisten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Ursachen, Diagnosemethoden und Behandlungsmöglichkeiten von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante.

Definition der Nervenschmerzen an der Fußaußenkante

Unter Nervenschmerzen am Fuß an der Außenseite versteht man entweder chronische oder akute, schleichend oder plötzlich auftretende Schmerzen im Außenseitenbereich/Fußaußenrand eines Fußes. Der Schmerzcharakter kann dumpf, drückend, aber auch ziehend, brennend oder schneidend sein. Schmerzen entstehen generell durch eine Aktivierung des sogenannten nozizeptiven Systems - Nervenfasern, die für die Wahrnehmung und Weiterleitung von Schmerzsignalen verantwortlich sind.

Mögliche Ursachen von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante

Die Ursachen für Nervenschmerzen an der Fußaußenkante sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:

Überlastung

  • Ermüdungsbruch: Ein Ermüdungsbruch im Fuß ist eine Fraktur, die durch Überlastung entsteht (Stressfraktur im Fuß).
  • Schmerzen nach dem Joggen: Schmerzen an der Fußaußenseite nach dem Joggen können durch Überanstrengung von Sehnen, Bändern und Muskeln verursacht werden.
  • Peronealsehnensyndrom: Entzündungen der Peronealsehnen, die entlang der Außenseite des Fußes verlaufen, können zu Schmerzen führen.

Entzündungen

  • Arthritis: Arthritische Erkrankungen, einschließlich rheumatoider Arthritis, können Schmerzen und Steifheit im Fußbereich hervorrufen.
  • Gichtanfall: Ein Gichtanfall kann ebenfalls Beschwerden an der Fußaußenkante verursachen.

Verletzungen

  • Knöchelprellung oder Bänderriss: Treten Schmerzen an der Fußaußenseite auf, nachdem man umgeknickt ist (Supinationstrauma), kann es sich um eine Knöchelprellung oder einen Bänderriss handeln.
  • Syndesmosenruptur: Bei dieser Form der Verletzung kann es durch Scherkräfte auch zu einem Riss der straffen Bindegewebshaut zwischen den beiden Unterschenkelknochen kommen.

Nervenkompression

  • Tarsaltunnelsyndrom: Das Tarsaltunnelsyndrom ist in etwa das Pendant zum Karpaltunnelsyndrom der Hand: Der Tarsaltunnel ist eine enge Durchtrittsstelle der im Fuß weit verzweigten Schienbeinnerven.

Fehlstellungen

  • Fehlstellung des Würfelbeins (Cuboid): Eine Fehlstellung oder Subluxation des Würfelbeins (Cuboid) im Fuß kann zu Schmerzen an der Außenseite des Fußes führen.
  • Varusstellung des Fußes: Ein Abknicken des Fußes in dieselbe Richtung, wie O-Beine aussehen, kann ebenfalls zu Schmerzen führen.
  • Spreizfuß: Bei einem Spreizfuß weichen die Fußknochen des Mittelfußes auseinander und das Fußgewölbe ist durchgetreten.

Akzessorische Knochen

  • Akzessorische Knochen: Unter einem akzessorischen Knochen versteht man einen zusätzlichen, eigentlich funktionslosen Knochen, der bei manchen Menschen an bestehenden Knochen oder Gelenken entsteht.

Mittelfußarthrose

  • Mittelfußarthrose: Unter dem Begriff Mittelfußarthrose versteht man die krankhafte Veränderung eines Gelenkes durch Abnutzung, hier am äußeren Mittelfuß.

Weitere Ursachen

  • Diabetische Neuropathie: Die sogenannte diabetische Neuropathie (Nervenschädigung), oder auch Diabetisches Fußsyndrom (DFS), ist sogar einer der Hauptursachen von Fußschmerzen und kann zahlreiche Gefühlsstörungen auslösen, wie Fersenschmerzen, Taubheit der Fußsohle oder ein Verlust des Wärme- und Kälteempfindens.
  • Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): Die periphere arterielle Verschlusskrankheit, kurz pAVK, bezeichnet eine Gefäßverkalkung (Arteriosklerose), die zu Verengungen oder Verschlüssen der größeren blutzuführenden Arterien führen kann.
  • Polyneuropathie: Die Polyneuropathie ist eine neurologische Erkrankung der peripheren Nerven, die Empfindungen, Muskelbewegung sowie auch das vegetative Nervensystem steuern. Oft leiden Diabetiker infolge dauerhaft erhöhter Blutzuckerwerte unter dieser Nervenschädigung.

Symptome von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante

Die Symptome von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante können je nach Ursache variieren. Typische Symptome sind:

  • Schmerzen: Die Schmerzen können dumpf, drückend, ziehend, brennend oder schneidend sein.
  • Schwellung: Eine Schwellung kann auf eine Verletzung oder Entzündung hindeuten.
  • Rötung: Eine Rötung kann ebenfalls auf eine Entzündung hindeuten.
  • Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühl oder ein Gefühl des "Einschlafens" können auf eine Nervenreizung hindeuten.
  • Bewegungseinschränkungen: Schmerzen können die Beweglichkeit des Fußes einschränken.
  • Druckschmerzhaftigkeit: Druck auf bestimmte Bereiche des Fußes kann Schmerzen auslösen.
  • Anlaufschmerzen: Schmerzen, die zu Beginn einer Belastung auftreten und sich dann bessern, können auf Arthrose hindeuten.
  • Nachtschmerzen: Schmerzen, die nachts auftreten, können auf eine Nervenkompression oder Entzündung hindeuten.

Diagnose von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante

Um die Ursache der Schmerzen an der Fußaußenseite zu diagnostizieren, stehen einem Arzt mehrere Schritte zur Verfügung:

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  1. Anamnese: Im ärztlichen Gespräch werden zielführende Fragen gestellt (zum Beispiel zu Sportverhalten oder kürzlich stattgefundenen Stürzen etc.).
  2. Körperliche Untersuchung: Danach werden beide Füße eingehend untersucht auf ihr Aussehen, ihre Funktion, Druckschmerzhaftigkeit und Kraft.
  3. Bildgebende Verfahren: Ergibt dies bereits keine Verdachtsdiagnose erfolgen bildgebende Maßnahmen. Diese können Ultraschall, Röntgen, CT und MRT sein, je nachdem für welche Verletzung das jeweilige Verfahren das geeignetste ist.

Bildgebende Verfahren im Detail

  • Röntgen: Röntgenuntersuchungen in Belastung - also im Stehen - helfen bei der Bestimmung der Druckverteilung.
  • MRT (Magnetresonanztomographie): Eine MRT (Magnetresonanztomographie) bietet detaillierte Bilder der weichen Gewebestrukturen des Fußes, einschließlich der Sehnen. Das MRT dient zur Darstellung von Weichteilgewebe sowie von Flüssigkeiten. Auch mehrere Monate nach dem ersten Schmerzereignis kann es sinnvoll sein, zum Beispiel um Veränderungen in Gelenkspalten sichtbar zu machen oder entzündliche Prozesse. Vor einer operativen Maßnahme sollte generell eine Kernspintomographie mit Kontrastmittel in Bauchlage durchgeführt werden.
  • CT (Computertomographie):
  • Digitale Fußdruckmessung (Pedobarographie): Mithilfe der digitalen Fußdruckmessung (Pedobarographie) stellt der Arzt die Belastungszonen unter dem Fuß im Stehen und Gehen farblich dar.

Spezielle Tests

  • Tinel-Test (Hoffmann-Tinel-Zeichen): Beim Tinel-Test (Hoffmann-Tinel-Zeichen) beklopft der Arzt den Schienbeinnerv hinter dem Innenknöchel.
  • Dorsalflexions-Eversions-Test: Beim Dorsalflexions-Eversions-Test bewegt der Arzt den Fuß des Patienten maximal nach oben (Dorsalflexion) und außen (Eversion), während die Zehen gestreckt werden.

Behandlung von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante

Die Behandlung von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab. Es gibt sowohl konservative als auch operative Behandlungsmöglichkeiten.

Konservative Behandlung

  • Schonung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die den Fuß stark belasten oder Schmerzen verursachen.
  • Kälteanwendung: Legen Sie sofort eine Eispackung oder ein kühlendes Gel auf den betroffenen Bereich, um die Entzündung zu reduzieren und Schmerzen zu mindern.
  • Kompression: Verwenden Sie eine elastische Binde, um den betroffenen Bereich leicht zu komprimieren. Dies hilft, die Schwellung zu kontrollieren.
  • Hochlagerung des Fußes: Legen Sie Ihren Fuß höher als Ihr Herz, um die Schwellung zu minimieren.
  • Schmerzlindernde Medikamente: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAIDs), wie Ibuprofen oder Aspirin, können eingenommen werden, um Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren.
  • Einlagen: Sind Knick-Senkfüße die Ursache für das Tarsaltunnelsyndrom, können auch Schuheinlagen helfen. Auch beim Morton Neurom helfen Einlagen. Bei Patienten mit einer Instabilität reicht eine klassische Einlagenversorgung mit Erhöhung unter dem Mittelfußbereich nicht aus, um die Beschwerden zu lindern. Diese Patienten bedürfen neben der Einlage zusätzlich einer Einsteifung in diesem Bereich.
  • Physiotherapie: Spezielle Übungen kräftigen die Muskulatur in Fuß und Schienbein. Folgende Übungen dienen einer schmerzfreien sanften Mobilisation des Sprunggelenks und verbessern die Körperwahrnehmung. Übungen können beim Tarsaltunnelsyndrom das Sprunggelenk sanft und schmerzfrei mobilisieren und die Körperwahrnehmung verbessern. Auf diese Weise kann der Patient den Heilungsprozess unterstützen, ohne zusätzlichen Stress auf die Strukturen auszuüben.
  • Injektionen: Der Arzt therapiert die schmerzhafte Nervenveränderung am Tarsaltunnel primär durch Einspritzungen von lokalen Betäubungsmitteln. Bei schweren Entzündungen und Schwellung des Nerven ist zudem eine Kortisoninjektion möglich.
  • Tapen: Das Tapen des Fußes bei Schmerzen an der Außenseite sollte nur als zusätzliche, nie als einzige Maßnahme erfolgen.
  • Gewichtsreduktion: Bei Übergewicht kann eine Gewichtsreduktion helfen, die Belastung auf den Fuß zu verringern.
  • Anpassung des Schuhwerks: Häufig hilft bereits ein Wechsel des Schuhwerks, damit sich die Schmerzen bessern. Es ist wichtig, gut sitzendes Schuhwerk zu tragen. Hochhackige oder enge, hohe Schuhe wie Wander- und Skischuhe können die Schmerzen beim Tarsaltunnelsyndrom auslösen oder sogar verstärken.

Operative Behandlung

Die operative Therapie sollte erst bei Versagen der Injektionsbehandlung und Physiotherapie im Zusammenhang mit wirklich beharrlichen, eindeutigen neurologischen Beschwerden erfolgen.

  • Dekompression des Nervs: Wie beim Karpaltunnelsyndrom durchtrennt der Arzt die über dem Kanal liegende bindegewebige Struktur, das Retinakulum. Dies befreit den Nerv operativ vom Druck, was unmittelbar die Schmerzen reduziert.
  • Entfernung von akzessorischen Knochen: So lange sie keine Beschwerden verursachen, muss man sich ihnen nicht operativ widmen. Manchmal führen sie aber auch zu Schmerzen in Form von Druckgefühlen, Druckstellen, Sehnenscheideentzündung oder durch Fakturierungen nach Trauma.
  • Korrektur von Fehlstellungen: Je nach Ursache muss der Knick-Senkfuß operiert werden.
  • Minimalinvasive Fußchirurgie: Bei kleineren Morton Neuromen führt der Fußchirurg meist eine endoskopisch unterstützte minimalinvasive Neurolyse durch.

Nachbehandlung

Die Nachbehandlung nach Mittelfußeingriffen variieren je nach Operation und Ursache. Oft muss über vier Wochen ein Verbandschuh mit starrer Fußsohle getragen werden. Häufig sind zur Entlastung auch Unterarmgehstützen nötig.

Prävention von Nervenschmerzen an der Fußaußenkante

Einige Maßnahmen können helfen, Nervenschmerzen an der Fußaußenkante vorzubeugen:

  • Geeignetes Schuhwerk tragen: Vermeiden Sie hochhackige oder enge Schuhe.
  • Fußmuskulatur stärken: Regelmäßiges Training der Fußmuskulatur kann helfen, Fehlstellungen zu korrigieren und die Stabilität des Fußes zu verbessern.
  • Überlastung vermeiden: Steigern Sie die Belastung beim Sport oder bei körperlicher Arbeit langsam.
  • Regelmäßige Dehnübungen: Dehnübungen können helfen, die Flexibilität der Muskeln und Sehnen zu erhalten.
  • Gewicht kontrollieren: Übergewicht kann die Belastung auf den Fuß erhöhen.
  • Diabetes gut einstellen: Bei Diabetikern ist eine gute Blutzuckereinstellung wichtig, um Nervenschäden vorzubeugen.

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