Nervenschmerzen und Kalte Füße: Ursachen, Behandlung und Vorbeugung

Kalte Füße und Nervenschmerzen können sehr unangenehm sein und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Oftmals sind sie harmlos und nur eine vorübergehende Reaktion auf Kälte. Jedoch können sie auch Anzeichen für ernsthafte Erkrankungen sein, die eine medizinische Behandlung erfordern. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Ursachen von Nervenschmerzen und kalten Füßen, gibt Tipps zur Behandlung und Selbsthilfe und erklärt, wann ein Arzt aufgesucht werden sollte.

Ursachen für Nervenschmerzen und Kalte Füße

Die Ursachen für Nervenschmerzen und kalte Füße sind vielfältig und reichen von harmlosen Faktoren bis hin zu ernsthaften Erkrankungen. Es ist wichtig, die zugrunde liegende Ursache zu identifizieren, um eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Durchblutungsstörungen

Eine häufige Ursache für Nervenschmerzen und kalte Füße sind Durchblutungsstörungen. Wenn der Körper Kälte ausgesetzt ist oder versucht, Wärme für lebenswichtige Organe im Körperkern zu sparen, verengt er die Blutgefäße in den Extremitäten, insbesondere in Händen und Füßen. Dies ist ein natürlicher Schutzmechanismus, um den Wärmeverlust zu minimieren. Die Folge: weniger durchblutete, kalte Hände und Füße, die sich spürbar abkühlen. Bleiben die Füße jedoch ständig kalt, auch in warmer Umgebung oder im Bett, und sprechen nicht auf einfache Maßnahmen an, können tieferliegende Ursachen eine Rolle spielen..

Eine periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), auch bekannt als "Schaufensterkrankheit", ist eine häufige Durchblutungsstörung, die durch Ablagerungen in den Blutgefäßen (Arteriosklerose) verursacht wird. Diese Ablagerungen verengen die Arterien und schränken den Blutfluss zu den Beinen und Füßen ein. Typische Symptome sind Schmerzen beim Gehen, insbesondere beim Bergaufgehen, die sich in Ruhe bessern. In fortgeschrittenen Stadien können auch Ruheschmerzen, Missempfindungen, Hautveränderungen und eine blasse oder blaurote Verfärbung der Haut auftreten.

Das Raynaud-Syndrom ist eine weitere Durchblutungsstörung, bei der sich kleine Gefäße krampfartig verengen. Dies führt zu plötzlicher Blässe, Kälte und Schmerzen in den Fingern und Zehen. Auslöser können Kälte, Stress oder bestimmte Medikamente sein.

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Neuropathie

Eine Neuropathie ist eine Nervenschädigung, die verschiedene Ursachen haben kann, darunter Diabetes mellitus, Alkoholkonsum, Vitaminmangel, bestimmte Medikamente und Autoimmunerkrankungen. Bei einer Polyneuropathie, einer Erkrankung mehrerer peripherer Nerven, treten häufig Missempfindungen wie Kribbeln, Brennen, Schmerzen und Taubheitsgefühle in den Füßen auf. Auch das Temperaturempfinden kann gestört sein, sodass die Badewassertemperatur beispielsweise nicht mehr richtig eingeschätzt werden kann. Viele Patienten klagen auch über kalte Füße. In schweren Fällen kann es zu Lähmungen, Muskelschwund und Gangstörungen kommen.

Diabetes Mellitus

Diabetes mellitus ist eine häufige Ursache für Neuropathie und Durchblutungsstörungen. Hohe Blutzuckerwerte können sowohl Nerven als auch Gefäße schädigen und das Kälte- und Schmerzempfinden in den Füßen stören. Zudem können sich bei Diabetikern leichter Wunden an den Füßen bilden, die aufgrund der schlechten Durchblutung schlecht heilen.

Weitere Ursachen

Neben den genannten Ursachen können auch andere Faktoren zu Nervenschmerzen und kalten Füßen beitragen:

  • Niedriger Blutdruck (Hypotonie): Da das Herz weniger stark pumpt, erreicht das Blut die äußeren Gliedmaßen schlechter.
  • Schilddrüsenfehlfunktionen: Insbesondere eine Schilddrüsen-Unterfunktion (Hypothyreose) verlangsamt den gesamten Stoffwechsel, was zu einer reduzierten Wärmeproduktion und somit zu kalten Füßen führt.
  • Eisenmangel/Blutarmut (Anämie): Ein Mangel an roten Blutkörperchen reduziert die Sauerstoffversorgung, was sich auch in einem Kältegefühl äußern kann.
  • Bestimmte Medikamente: Einige Beta-Blocker können die Durchblutung der Extremitäten herabsetzen.
  • Stress und psychische Belastungen: Stress kann zu einer Verengung der Blutgefäße führen und die Durchblutung beeinträchtigen.
  • Rauchen: Nikotin schädigt die Blutgefäße und fördert die Entstehung von Arteriosklerose.
  • Bewegungsmangel: Bewegungsmangel führt zu einer schlechteren Blutzirkulation in den Beinen und Füßen.
  • Alter: Mit zunehmendem Alter nimmt die Durchblutung in den Füßen ab.
  • Genetische Faktoren: Eine genetische Veranlagung kann das Risiko für Durchblutungsstörungen erhöhen.

Symptome und Warnzeichen

Kalte Füße sind nicht immer ein Grund zur Sorge. Treten jedoch bestimmte Symptome und Warnzeichen auf, sollte ein Arzt aufgesucht werden:

  • Einseitige Kälte: Ein kalter Fuß, während der andere normal warm ist, kann auf einen akuten Gefäßverschluss hindeuten - hier ist sofortige ärztliche Abklärung notwendig.
  • Schmerzen beim Gehen (Schaufensterkrankheit): Dies ist ein typisches Zeichen für die pAVK, eine ernste Durchblutungsstörung der Beine.
  • Farbveränderungen: Blasse, weiße oder bläuliche Zehen, die nur schwer wieder rot werden.
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle: Zeichen einer möglichen Nervenschädigung (Neuropathie).
  • Wunden, die schlecht heilen: Bei Durchblutungsstörungen kann die Wundheilung in den Füßen stark beeinträchtigt sein.
  • Kalte Hände und Füße und Herzinfarkt: Kalte, schweißnasse Hände und Füße können im Rahmen eines akuten Notfalls, wie einem Herzinfarkt, in Verbindung mit Schmerzen in der Brust, Atemnot oder starker Angst auftreten. In diesem Fall wählen Sie bitte umgehend die 112.
  • Plötzlich auftretende, starke Schmerzen im Bein oder Fuß.
  • Schwellung eines Beines.
  • Fieber.

Diagnose

Um die Ursache von Nervenschmerzen und kalten Füßen zu ermitteln, wird der Arzt eine gründliche Anamnese erheben und eine körperliche Untersuchung durchführen. Dabei wird er unter anderem die Durchblutung der Füße überprüfen, die Sensibilität testen und nach Hautveränderungen suchen.

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Je nach Verdacht können weitere Untersuchungen erforderlich sein:

  • Doppler-Sonographie: Eine Ultraschalluntersuchung zur Messung der Blutflussgeschwindigkeit in den Arterien.
  • Angiographie: Eine Röntgenuntersuchung der Blutgefäße mit Kontrastmittel.
  • Nervenleitgeschwindigkeitsmessung (NLG): Eine Untersuchung zur Messung der Funktion der peripheren Nerven.
  • Blutuntersuchungen: Zur Bestimmung von Blutzucker, Blutfettwerten, Schilddrüsenhormonen und anderen Parametern.
  • MRT oder CT: Bildgebende Verfahren zur Beurteilung von Nerven und Blutgefäßen.
  • Nervenwasseruntersuchung (Liquoruntersuchung): Bei Verdacht auf eine entzündliche Erkrankung der Nerven.
  • Hautbiopsie: Entnahme einer Hautprobe zur Untersuchung unter dem Mikroskop.

Behandlung

Die Behandlung von Nervenschmerzen und kalten Füßen richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache.

Behandlung von Durchblutungsstörungen

Bei einer pAVK zielt die Behandlung darauf ab, die Durchblutung der Beine und Füße zu verbessern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Wichtig sind die Ausschaltung von Risikofaktoren wie Rauchen, Übergewicht und Bewegungsmangel sowie die Behandlung von Begleiterkrankungen wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck und Fettstoffwechselstörungen.

Zusätzlich können Medikamente zur Verbesserung der Durchblutung und zur Hemmung der Blutgerinnung eingesetzt werden. In schweren Fällen kann eine operative Behandlung erforderlich sein, um die verengten Arterien zu erweitern oder zu überbrücken (Bypass-Operation).

Beim Raynaud-Syndrom können Medikamente zur Entspannung der Blutgefäße eingesetzt werden. Zudem sollten Betroffene Kälte meiden und Stress reduzieren.

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Behandlung von Neuropathie

Die Behandlung der Neuropathie zielt darauf ab, die Nervenschädigung zu stoppen oder zu verlangsamen und die Symptome zu lindern. Wichtig ist die Behandlung der Grunderkrankung, beispielsweise die Einstellung des Blutzuckers bei Diabetes mellitus.

Zur Schmerzlinderung können verschiedene Medikamente eingesetzt werden, darunter Antidepressiva, Antikonvulsiva und Opioide. Auch physikalische Therapie, Ergotherapie und psychologische Unterstützung können hilfreich sein.

Selbsthilfe

Neben der ärztlichen Behandlung können Betroffene selbst einiges tun, um Nervenschmerzen und kalte Füße zu lindern:

  • Bewegung: Regelmäßige Bewegung fördert die Durchblutung und stärkt die Muskeln. Geeignet sind beispielsweise Gehen, Radfahren, Schwimmen oder Fußgymnastik.
  • Wechselduschen/Fußbäder: Kalte und warme Reize trainieren die Gefäße und regen die Durchblutung an.
  • Warme Kleidung: Tragen Sie dicke Socken (idealerweise aus Wolle oder Funktionsmaterial) und achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe nicht zu eng sind, um die Blutzirkulation nicht einzuschränken.
  • Massage: Massieren Sie Ihre Füße regelmäßig, um die Durchblutung lokal anzukurbeln.
  • Fußbäder: Warme Fußbäder mit Zusätzen wie Rosmarin- oder Latschenkiefernöl können die Durchblutung fördern und die Füße wärmen.
  • Wärmflasche/Kirschkernkissen: Eine Wärmflasche oder ein Kirschkernkissen im Bett können für warme Füße sorgen.
  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten ist wichtig für die Gesundheit der Blutgefäße und Nerven.
  • Ausreichend trinken: Trinken Sie ausreichend Wasser, um das Blut flüssig zu halten und die Durchblutung zu fördern.
  • Stress reduzieren: Vermeiden Sie Stress und sorgen Sie für ausreichend Entspannung.
  • Nicht rauchen: Rauchen schädigt die Blutgefäße und verschlimmert Durchblutungsstörungen.
  • Vermeiden Sie enge Schuhe und Socken: Enge Schuhe und Socken können die Durchblutung der Füße einschränken.
  • Fußpflege: Achten Sie auf eine gute Fußpflege, um Verletzungen und Infektionen vorzubeugen.
  • Vermeiden Sie langes Sitzen oder Stehen: Langes Sitzen oder Stehen kann die Durchblutung der Beine beeinträchtigen.

Vorbeugung

Einige Maßnahmen können helfen, Nervenschmerzen und kalten Füßen vorzubeugen:

  • Gesunder Lebensstil: Achten Sie auf eine gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung, ausreichend trinken und vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum.
  • Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Lassen Sie regelmäßig Ihren Blutzucker, Blutdruck und Cholesterinspiegel überprüfen.
  • Gute Fußpflege: Achten Sie auf eine gute Fußpflege und tragen Sie bequeme Schuhe.
  • Kälte meiden: Schützen Sie Ihre Füße vor Kälte, insbesondere im Winter.
  • Stressmanagement: Lernen Sie, mit Stress umzugehen und für ausreichend Entspannung zu sorgen.
  • Bei Diabetes mellitus: Gute Blutzuckereinstellung: Achten Sie auf eine gute Blutzuckereinstellung, um Nervenschäden vorzubeugen.

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