Nervenschmerzen: Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze

Das Nervensystem ist ein hochkomplexes Netzwerk, das aus Abermilliarden von Nervenzellen, den Neuronen, besteht. Allein im Gehirn gibt es davon rund 100 Milliarden. Dieses System steuert körperliche Prozesse, überwacht den Status des Organismus und ermöglicht uns, die Umwelt wahrzunehmen. Es besteht aus dem zentralen Nervensystem (Gehirn und Rückenmark) und dem peripheren Nervensystem (alle anderen Nervenbahnen im Körper). Das Nervensystem wird weiter unterteilt in das willkürliche oder somatische Nervensystem, das bewusste Aktionen steuert, und das unwillkürliche, autonome oder vegetative Nervensystem, das lebenswichtige Körperfunktionen wie Verdauung, Stoffwechsel, Herzschlag und Atmung kontrolliert. Innerhalb des vegetativen Nervensystems spielen der Sympathikus und der Parasympathikus eine wichtige Rolle als Gegenspieler, die den Körper in Stress- bzw. Entspannungsphasen regulieren.

Definition und Abgrenzung: Was bedeutet "Nerv nicht das Anti"?

Im Kontext von Nervenschmerzen, auch neuropathische Schmerzen genannt, ist der Nerv nicht bloß das "Kabel" für die Weiterleitung eines elektrischen Impulses, welcher im Gehirn als Schmerz wahrgenommen wird, sondern ist selbst das gestörte Organ, welches den Schmerz verursacht. Der Schmerzcharakter unterscheidet sich deutlich vom normalen Schmerz zum Beispiel aufgrund von Verletzungen. Typisch sind Kribbeln, Brennen und andere Missempfindungen. Gängige Schmerzmittel sind hier oft nicht oder kaum wirksam, es bedarf der alleinigen oder kombinierten Verwendung anderer Medikamentenklassen.

Der neuropathische Schmerz ist definiert als ein Schmerz, der auftritt im Rahmen einer Erkrankung oder Läsion von Nervenstrukturen. Hierbei kommt es zu Prozessen, die die Erregbarkeit des Nervs massiv steigern können.

Ursachen neuropathischer Schmerzen

Neuropathische Schmerzen treten häufig auf und sind vom sogenannten nozizeptiven Schmerz, also dem „normalen“ hellen stechenden Schmerz abzugrenzen, welcher zum Beispiel entsteht, wenn man sich verletzt. Während beim neuropathischen peripheren Schmerz der Nerv das gestörte Organ ist, ist beim nozizeptiven Schmerz der Nerv lediglich das Organ der Weiterleitung des schmerzauslösenden Impulses aus der Peripherie hin zum Gehirn. Häufig liegt jedoch ein sogenannter gemischter Schmerz (mixed pain) vor, also eine Kombination aus beidem.

Der periphere neuropathische Schmerz wird ausgelöst durch eine Verletzung oder Erkrankung der peripheren Nervenbahnen. Mögliche Ursachen und auslösende Faktoren sind vielfältig:

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  • Diabetes mellitus: Ein unbehandelter oder schlecht eingestellter Diabetes mellitus kann das Nervensystem schädigen.
  • Verletzungen: Vor allem in der Nähe des Rückenmarks, bei denen Verbindungen im Nervensystem beschädigt werden können. Es kommt nicht nach einem Bandscheibenvorfall zu Nervenschmerzen, es kommt durch und im Rahmen des Bandscheibenvorfalls zu Nervenschmerzen. Weil Nervenstrukturen eingeengt werden durch das Vorfallen der Bandscheibe, die im Bereich der Austrittskanäle der Wirbelsäule liegen.
  • Engpass-Syndrome: Mit Einquetschen eines Nervs zum Beispiel am Handgelenk (Karpaltunnelsyndrom), am Ellenbogen ellenseitig (Sulcus-ulnaris-Syndrom), am Innenknöchel (Tarsaltunnelsyndrom), zwischen den Mittelfußköpfchen (Morton-Neurom), aber auch beim Nackenschmerz und bei Rückenschmerzen mit länger bestehender Wurzelkompression durch einen Bandscheibenschaden und/oder eine knöcherne Einengung.
  • Infektionen: Virale oder bakterielle Infektionen, wie beispielsweise Herpes Zoster (Gürtelrose), können Nervenschmerzen verursachen. Am häufigsten ist zweifelsohne sind Nervenschmerzen im Rahmen eines Herpes Zoster bzw.
  • Tumore: Ein Tumor kann durch sein Wachstum Nervenfasern bzw. Nervenstrukturen einengen oder schädigen. Im Rahmen von Bestrahlungen kommt es zu Bindegewebsneubildungen.
  • Genetische Erkrankungen: Es ist möglich, dass es zu Nervenschmerzen kommt bei genetisch bedingten Erkrankungen.
  • Alkoholismus: Im Rahmen von Alkoholismus kommt es in sehr, sehr vielen Fällen zum Auftreten von Nervenschmerzen.
  • Medikamentöse Therapien: Es gibt Nervenschmerzen, die auftreten können im Rahmen von medikamentösen Therapien.
  • Mangelerscheinungen: Was können Sie jetzt tun, dass es hier zu keinen Mangelerscheinungen, verbunden mit möglichen Nervenschmerzen, kommt?

Symptome neuropathischer Schmerzen

Durch die Störung der Nerven können eine Vielzahl von Symptomatiken entstehen. Dies können sogenannte Negativsymptome sein, wie zum Beispiel Analgesie (fehlende Schmerzempfindung), Anästhesie (komplette Störung der Empfindung, sowohl Schmerz als auch Sensibilität), Hypästhesie (herabgesetzte Sensibilität), Parästhesie (gestörte Sensibilität, Fehlempfindungen) und abgeschwächte oder aufgehobene Muskeleigenreflexe. Daneben können aber auch sogenannte Positivsymptome auftauchen wie Hyperästhesie (übersteigerte Sensibilität), Hyperalgesie (übersteigerte Schmerzempfindung) und Hyperreflexie (übersteigerte Reflexantworten) auftreten.

Die Symptome bei neuropathischen Schmerzen sind vielfältig und können sich von Patient zu Patient unterscheiden. Typische Anzeichen sind:

  • Schmerzcharakter: Brennende, stechende, einschießende oder elektrisierende Schmerzen.
  • Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühl oder Ameisenlaufen.
  • Überempfindlichkeit: Bereits leichte Berührungen können starke Schmerzen auslösen (Allodynie).
  • Veränderte Schmerzwahrnehmung: Schmerzreize werden verstärkt wahrgenommen (Hyperalgesie).
  • Funktionsstörungen: Je nach betroffenem Nerv können Muskelschwäche oder Lähmungen auftreten.
  • Vegetative Symptome: In einigen Fällen können Begleiterscheinungen wie Schweißausbrüche, Hautveränderungen oder Durchblutungsstörungen auftreten.

Beim Patienten äußert sich dies zum Beispiel in Fehlempfindungen wie Brennen und Kribbeln, Stromschlägen, aber auch Schmerzen mit gleichzeitigem Taubheitsgefühl. Auf der anderen Seite gibt es die Plus-Symptomatik, wo alles stärker wahrgenommen wird. Das heißt Schmerzreize werden stärker wahrgenommen. Aber auch Berührung wird stärker wahrgenommen. Das sind typische Symptome, die auftreten können.

Diagnose von Nervenschmerzen

Der erste und für mich einer der wichtigsten Punkte in der Diagnostik von Schmerzen und natürlich auch von Nervenschmerzen ist das Anamnesegespräch mit dem Patienten. Wie ist Nervenschmerz? Aus der Anamnese erfahre ich auch genau, ob Erkrankungen vorliegen, die mir schon einen Hinweis geben, dass ein Nervenschmerz vorhanden sein kann. Ob beispielsweise eine Zoster-Infektion vorgelegen hat, ob Diabetes mellitus vorliegt, ob Alkoholismus vorhanden ist, ob der Patient raucht. All das sind ganz, ganz wichtige Informationen. Oder ob eine erblich bedingte Erkrankung vorhanden ist.

Die Diagnose von Nervenschmerzen erfordert eine sorgfältige Anamnese, eine körperliche Untersuchung und gegebenenfalls weitere diagnostische Maßnahmen. Zu den wichtigsten Schritten gehören:

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  1. Anamnese: Der Arzt erfragt die genaue Schmerzbeschreibung, die Lokalisation, den zeitlichen Verlauf und mögliche Auslöser.
  2. Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Sensibilität, die Reflexe und die Muskelfunktion, um die betroffenen Nerven zu identifizieren. Hier müssen zugänglich sein die Körperteile, die erkrankt sind.
  3. Neurologische Untersuchungen: Eine Elektroneurografie ist eine Untersuchung, bei der die Erregbarkeit des Nerven überprüft wird. Bei der Elektromyografie wird die Funktionalität des Muskels untersucht. Eine hochauflösende Ultraschall-Untersuchung wird beispielsweise oft kombiniert mit einer Elektroneurografie.
  4. Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt werden, um Nervenstrukturen darzustellen und mögliche Ursachen wie Bandscheibenvorfälle oder Tumore auszuschließen.
  5. Nervenbiopsie: Die Nervenbiopsie ist die Standarduntersuchung für das Feststellen einer Erkrankung von dünnen Nervenfasern. Sie ist die Standarddiagnostik für die sogenannte Small-Fiber-Neuropathie.

Therapie von Nervenschmerzen

Insgesamt ist bei der Mehrzahl der Patienten oft nur eine relative Schmerzreduktion um circa 30 bis 50 Prozent ein realistisches Ziel, eine weitgehende bis völlige Beschwerdefreiheit ist die Ausnahme. Man geht davon aus, dass etwa 20 bis 40 Prozent der Betroffenen durch ungenügendes Ansprechen der Medikamente und/oder nicht tolerable Nebenwirkungen das Mindestziel einer Schmerzreduktion von mindestens 30 Prozent nicht erreichen.

Die Behandlung von Nervenschmerzen ist oft komplex und erfordert einen multimodalen Ansatz, der verschiedene Therapieformen kombiniert. Ziel ist es, die Schmerzen zu lindern, die Lebensqualität zu verbessern und dieFunktionsfähigkeit wiederherzustellen. Zu den wichtigsten Therapiebausteinen gehören:

  1. Medikamentöse Therapie:

    • Antidepressiva: Trizyklische Antidepressiva (TCA) und Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SSNRI) wirken schmerzlindernd und stimmungsaufhellend. Die TCA und SSNRI wirken antidepressiv und aktivieren zusätzlich körpereigene schmerzhemmende Bahnen im Zentralnervensystem.
    • Antikonvulsiva: Pregabalin und Gabapentin sind eigentlich Medikamente zur Behandlung von Epilepsie, können aber auch bei Nervenschmerzen wirksam sein. An dieser Stelle setzen die Antikonvulsiva Pregabalin und Gabapentin hemmend an, diese Medikamente sind für die Indikation auch offiziell zugelassen.
    • Opioide: Opioide der Substanzklassen WHO II und III können bei starken Nervenschmerzen eingesetzt werden, sollten aber aufgrund des Suchtpotenzials nur unter strenger ärztlicher Kontrolle eingenommen werden. Klassische Schmerzmittel aus der Reihe der Opioide mit geringerer Wirkstärke wie zum Beispiel Tramadolor (WHO II, normale Rezepte) sollten zunächst nur für maximal ein bis drei Monate eingesetzt werden. Zeigen diese Medikamente Wirkung und werden gut vertragen, so kann man sie auch langfristig einsetzen. Gleiches gilt für Opioide mit höherer Wirkstärke wie zum Beispiel Tapendadol (WHO III, Rezepte nach dem Betäubungsmittelgesetz). Diese Medikamente blockieren Schmerzrezeptoren im Gehirn und sorgen damit für eine Schmerzreduktion.
    • Capsaicin-Pflaster: Capsaicin ist ein Wirkstoff aus Chilischoten, der bei Nervenschmerzen lokal auf die Haut aufgetragen werden kann. Eine Sonderstellung nehmen die Capsaicin-Pflaster ein, welche jedoch nicht an allen Stellen sinnvoll eingesetzt werden können: sie wirken direkt lokal auf dem behandelten Hautareal, können aber dort lokal wiederum Rötungen und Schmerzen hervorrufen.
    • Botulinumtoxin: Als neue mögliche Substanz kommt auch Botulinumtoxin infrage. Bei der Verletzung eines peripheren Nervs kommt es zu einer Immunreaktion, bei welcher kompetente Zellen eine Reihe von Stoffen freisetzen, welche einerseits die Reparatur fördern, andererseits aber auch die Entstehung von neuropathischen Schmerzen begünstigen können. Die Freisetzung dieser Stoffe kann nach neueren Forschungen wohl durch Botulinumtoxin blockiert werden, dies gilt als mögliche Erklärung für die teilweise gegebene therapeutische Wirksamkeit dieses Medikamentes beim neuropathischen Schmerz.
  2. Nicht-medikamentöse Therapie:

    • Physiotherapie: Gezielte Übungen können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu lindern.
    • Ergotherapie: Ergotherapeuten unterstützen Patienten dabei,Alltagsaktivitäten wieder selbstständig auszuführen undKompensationsstrategien zu entwickeln.
    • Psychotherapie: Psychologische Unterstützung kann helfen, mit den chronischen Schmerzen umzugehen,Stress abzubauen und positive Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
    • TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation): Bei dieser Methode werden elektrische Impulse über die Haut an die Nerven weitergeleitet, um die Schmerzwahrnehmung zu beeinflussen.
    • Entspannungsverfahren: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, autogenes Training oder Yoga können helfen, dieMuskulatur zu entspannen und Stress abzubauen.
    • Vagusnerv-Stimulation: Der Vagusnerv könnte bei Krankheiten wie Long Covid, Parkinson und Depressionen helfen. Gerade das achtsame Atmen bietet Ansätze, auf das Nervensystem und damit auf das innere Gleichgewicht einzuwirken. Zudem können elektrische Reize auf den Vagus einwirken - zur bewussten Steuerung des Wohlbefindens.
  3. Invasive Schmerztherapie:

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    • Nervenblockaden: Bei Nervenblockaden werden Schmerzmittel oderBetäubungsmittel direkt an den betroffenen Nerv gespritzt, um dieSchmerzweiterleitung zu unterbrechen.
    • Rückenmarkstimulation (SCS): Bei der Rückenmarkstimulation wird ein kleinerNeurostimulator in den Körper implantiert, der elektrische Impulsean das Rückenmark sendet und so die Schmerzwahrnehmung beeinflusst.
    • Periphere Nervenstimulation (PNS): Ähnlich wie bei der SCS werden bei derPNS Elektroden in die Nähe der peripheren Nerven platziert, um dieSchmerzweiterleitung zu beeinflussen.

Was Sie selbst tun können

Da kann der einzelne Patient natürlich sehr viel tun. Ganz wesentlich ist, dass der sogenannte Langzeitwert, der HB1-C-Wert im Normbereich liegt bzw.

Neben der ärztlichen Behandlung können Sie selbst einiges tun, um Ihre Beschwerden zu lindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern:

  • Gesunde Lebensweise: Achten Sie auf eine ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegungund genügend Schlaf. Eine ausgewogene Ernährung unterstützt das Gleichgewicht der Aktivität von Sympathikus und Parasympathikus, übermäßiger Konsum von Alkohol kann Sympathikus und Parasympathikus beeinträchtigen.
  • Stressmanagement: Lernen Sie, mit Stress umzugehen undStress abzubauen, beispielsweise durch Entspannungsübungen oder sportliche Aktivitäten.
  • Vermeidung von Risikofaktoren: Vermeiden Sie Rauchen und übermäßigen Alkoholkonsum, da diese Faktoren Nervenschäden begünstigen können. Rauchen, Nikotin selbst führt zu keinen Nervenschmerzen. Das Rauchen führt aber dazu, dass es zu Erkrankungen des Gefäßsystems kommt, das heißt, es kommt zu Durchblutungsstörungen. Diese Durchblutungsstörungen führen dann zu Nervenschädigungen, weil der Nerv auch nicht mehr ausreichend durchblutet ist.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Lassen Sie regelmäßig IhreBlutzuckerwerte kontrollieren, um Nervenschäden durch Diabetes frühzeitig zu erkennen. Wenn Sie den Eindruck haben, dass Sie einen Nervenschmerz haben, sollten Sie sofort Ihren Arzt aufsuchen. Ihr primärer Ansprechpartner ist natürlich Ihr Hausarzt, Ihre Hausärztin, die Sie sehr gut kennen.
  • Dokumentation der Schmerzen: Wenn es erforderlich ist, dass Sie Schmerzen protokollieren, dann bieten sich sogenannte Schmerztagebücher an. Was kann man in diesen Schmerztagebüchern eintragen? Diese Angaben sollten einmal beinhalten, wie der Nervenschmerz ist: Ob das ein brennender Schmerz ist, ob das ein elektrisierender, plötzlich auftretender Schmerz ist. Als Information für uns ist es sehr wichtig, dass wir wissen, wo der Schmerz im Körper lokalisiert ist. Sind die Schmerzen abhängig von gewissen sogenannten Triggerfaktoren wie zum Beispiel bei der Trigeminus-Neuralgie das Essen, das Trinken, das Sprechen. Und für die Auswahl des Medikamentes ist es auch wichtig, ob die Schmerzen eher tagsüber oder in der Nacht auftreten oder ob hier kein Unterschied besteht. Warum ist das für uns wichtig? Wenn Sie uns sagen, dass die Schmerzen eher tagsüber auftreten, dann werden wir die Medikamente so dosieren und so auswählen, dass Sie eher tagsüber die Medikamente oder die höhere Dosis an Medikamenten bekommen, und in der Nacht die geringere Dosis beziehungsweise gar kein Medikament benötigen. Wichtig ist auch die Information, wie stark Ihr Schmerz ist. Da gibt es eine Skalierung zwischen 0 und 10. 0 bedeutet kein Schmerz, 10 die stärksten Schmerzen, die Sie sich vorstellen können. Das heißt, diese Information ist ganz wichtig, die benötigen wir unbedingt, weil wir eine Ausgangssituation dann haben. Wenn Sie zum Beispiel sagen, Ihr Schmerz liegt durchschnittlich im Bereich 5 und kann maximal, wenn das so plötzlich auftretende Schmerzen sind, auf 8, 9 hinauf gehen, dann wissen wir, wo unsere Ausgangssituation ist. Das ist vor allem zu Therapiebeginn sehr, sehr wichtig, weil wir natürlich wissen wollen, wie Sie auf die Therapie, sowohl auf die medikamentöse als auch auf die nicht-medikamentöse Therapie, ansprechen. Das heißt, hier ist es wichtig, dass Sie notieren und dokumentieren, ob es zu einer Linderung oder zu einer Verstärkung des Schmerzes kommt, wenn wir Sie behandeln. Indem ich diese Skalierung nehme 0 - kein Schmerz, 10 - ganz starke Schmerzen. Wichtig ist, dass Sie sagen: Wie ist der durchschnittliche Schmerz?

Ausblick

Die Erforschung von Nervenschmerzen ist ein dynamisches Feld, in dem ständig neue Erkenntnisse gewonnen werden. Zukünftig könnten neue Therapieansätze entwickelt werden, die gezielter auf die Ursachen der Nervenschmerzen einwirken und eine bessere Schmerzlinderung ermöglichen.

Glossar

  • Analgesie: Fehlende Schmerzempfindung.
  • Anästhesie: Komplette Störung der Empfindung, sowohl Schmerz als auch Sensibilität.
  • Antidepressiva: Ein Arzneimittel gegen die Symptome bei Depression. Antidepressiva werden auch bei Ängsten oder zur Behandlung chronischer Schmerzen eingesetzt - auch ohne Vorliegen einer Depression.
  • Antikonvulsiva: Medikamente, die zur Unterdrückung epileptischer Anfälle entwickelt wurden, von denen einige auch gegen Nervenschmerzen wirksam sind, siehe ->neuropathischer Schmerz.
  • Dysästhesie/Parästhesie: Missempfindung, die nicht notwendigerweise mit Schmerzen verbunden ist, zum Beispiel ein Kribbeln auf der Haut.
  • Hyperalgesie: Gesteigertes Schmerzempfinden eines schmerzhaften Reizes.
  • Hyperästhesie: Gesteigertes, aber schmerzloses Empfinden eines nicht schmerzhaften Reizes.
  • Hypästhesie/Hypoästhesie: Vermindertes Empfinden von nicht schmerzhaften Reizen.
  • Neuralgie: Attackenförmiger Nervenschmerz.
  • Neuritis: Entzündung eines Nervs.
  • Neuropathie: Schädigung eines Nerven, die schmerzhaft oder schmerzlos sein kann.
  • Nozizeptiver Schmerz: Normales Schmerzerleben - ausgelöst durch Reize, die auf gesunde Schmerzfasern einwirken.
  • Parästhesie: Gestörte Sensibilität, Fehlempfindungen.
  • Polyneuropathie: Gleichzeitige Schädigung mehrerer Nerven, die schmerzlos oder schmerzhaft sein kann, zum Beispiel im Rahmen einer Zuckerkrankheit.

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