Magnesium ist ein essenzieller Mineralstoff, der eine zentrale Rolle in zahlreichen Körperfunktionen spielt. Es ist an über 300 enzymatischen Reaktionen beteiligt und wichtig für Muskeln, Nerven und den Energiestoffwechsel. Viele Menschen leiden an Magnesiummangel, oft ohne es zu wissen. Symptome wie Muskelkrämpfe, Müdigkeit, Nervosität, aber auch Depressionen, Menstruationsbeschwerden, Migräne, Schlafstörungen, Magen-Darm-Probleme und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können auf einen Mangel hinweisen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Magnesium, seine Bedeutung, verschiedene Magnesiumpräparate und deren Eignung für unterschiedliche Bedürfnisse.
Warum Magnesium so wichtig ist
Magnesium ist ein echtes Power-Mineral, das eine kritische Rolle in praktisch jedem Organ des Körpers spielt. Es beeinflusst die Funktionsweise von Nerven und Muskeln, ist grundlegend für die Bildung gesunder Knochen und Zähne und unterstützt vital den Stoffwechsel sowie die Energieproduktion. Es reguliert den Blutdruck, stärkt das Immunsystem und ist an der Synthese von Protein und DNA beteiligt. Ein angemessener Magnesiumspiegel kann psychischem Wohlbefinden zuträglich sein, indem es Stress und Angstzustände verringert und zu einer verbesserten Schlafqualität beiträgt.
Ursachen für Magnesiummangel
Trotz des zunehmenden Bewusstseins für die Gesundheit bleibt ein Magnesiummangel ein verbreitetes Problem. Eine unausgewogene Ernährung, die arm an magnesiumreichen Lebensmitteln wie Blattgemüse, Nüssen und Vollkornprodukten ist, stellt die Hauptursache dar. Auch erhöhter Alkoholkonsum kann die Fähigkeit des Körpers, Magnesium zu absorbieren und zu speichern, beeinträchtigen, genauso wie der Einsatz bestimmter Medikamente - darunter Diuretika, Antibiotika und Medikamente gegen Krebs. Bestimmte Erkrankungen, wie Typ-2-Diabetes und gastrointestinale Krankheiten, können ebenfalls zu einer unzureichenden Magnesiumaufnahme oder -verwertung führen. Besonders betroffen von einem Magnesiummangel sind ältere Menschen und Personen mit Diabetes.
Magnesiumbedarf decken
Die empfohlene Tagesdosis an Magnesium variiert je nach Alter, Geschlecht und individueller Situation. Für erwachsene Männer liegt der Richtwert zwischen 350 und 420 mg pro Tag, während erwachsene Frauen 300 bis 320 mg anstreben sollten. In der Stillzeit steigt der Wert auf 390 Milligramm pro Tag. Eine ausgewogene Ernährung, reich an magnesiumhaltigen Lebensmitteln wie Nüssen, Samen, Vollkornprodukten und grünem Blattgemüse, kann dazu beitragen, den Bedarf zu decken. Auch Mineralwasser kann eine gute Quelle sein.
Magnesiumpräparate im Test und Vergleich
Wenn der Magnesiumbedarf nicht über die Ernährung gedeckt werden kann, können Magnesiumpräparate eine sinnvolle Ergänzung sein. Es gibt eine Vielzahl von Magnesiumpräparaten auf dem Markt, die sich in ihrer Zusammensetzung, Bioverfügbarkeit und Verträglichkeit unterscheiden. Die Auswahl des richtigen Präparats hängt von den individuellen Bedürfnissen und Beschwerden ab.
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Formen von Magnesiumpräparaten:
- Magnesiumcitrat: Gilt als jene Magnesiumverbindung mit der besten Bioverfügbarkeit. Es wird schnell vom Körper aufgenommen und ist gut verträglich. Es kann auch die Darmtätigkeit anregen.
- Magnesiumbisglycinat: Eine organische Magnesiumverbindung, bei der Magnesium an die Aminosäure Glycin gebunden ist. Es wird sehr gut resorbiert, da es nicht die üblichen Resorptionswege gehen muss und daher auch nicht mit anderen Mineralstoffen um die Aufnahme in die Blutbahn konkurrieren muss. Es birgt ferner das geringste Risiko, Durchfall zu verursachen und hat eine beruhigende und entspannende Wirkung.
- Magnesiumcarbonat: Wird sehr häufig als Magnesium-Nahrungsergänzung verkauft. Da Magnesiumcarbonat eine säurehemmende Wirkung besitzt, bietet es sich für Menschen mit Sodbrennen an. Eine wunderbare Quelle für ein besonders leicht resorbierbares und sehr natürliches Magnesiumcarbonat stellt die Sango Meeres Koralle dar.
- Magnesiumoxid: Eine der häufigsten Formen von Magnesium, die in Apotheken verkauft werden. Es enthält einen hohen Anteil an elementarem Magnesium, wird aber vom Körper schlechter aufgenommen als organische Verbindungen. Es wird ebenfalls zum Abführen oder auch als Antazidum (zur Säureneutralisation im Magen) verwendet.
- Magnesiumchlorid: Häufig aus dem Zechsteinmeer, also aus einheimischen Bergwerken erhältlich. Man bezieht es meist als Pulver, das man in Wasser einrührt und trinkt. Wer an Verstopfung leidet, kann diese Magnesiumform zur Linderung nutzen, da Magnesiumchlorid leicht abführend wirkt bzw. auch stark - je nach Dosierung. Auch Fußbäder sind mit Magnesiumchlorid durchführbar. In flüssiger Form erhältlich, die oft auch als Magnesiumöl bezeichnet wird, weil sie sich auf der Haut ölig anfühlt.
- Magnesiumsulfat: Wird auch als Epsom-Salz oder Bittersalz bezeichnet. Gelöst in Ampullenform und intravenös verabreicht hat es die höchste Resorptionsquote und wird daher in der Inneren Medizin bzw. Notfallmedizin gegenüber allen anderen Verbindungen bevorzugt.
- Magnesiumorotat: Hat eine sehr gute Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System. Es kann die Belastungstoleranz und die Gefäßfunktionen bei Patienten mit koronaren Gefäßkrankheiten verbessern. Ideal für das Herz ist es hier, wenn das Magnesiumorotat in Kombination mit Kalium genommen wird.
- Magnesiummalat: Eine interessante Möglichkeit für Menschen, die immer wieder müde und erschöpft sind. Es liefert Magnesium für die Acetyl-CoA-Synthese (ein Zwischenprodukt bei der Energiebereitstellung in der Zelle), und die Äpfelsäure fördert die Malatdehydrogenase-Aktivität, was wiederum die Säurelast reduziere.
- Magnesiumthreonat: Bekannt für seine Wirkung auf das Gehirn, weil es besser gehirngängig sein soll als alle anderen Magnesiumverbindungen. Es ist daher z. B. zur Verbesserung von Konzentration, Vergesslichkeit, Lernvermögen etc. geeignet.
- Magnesiumtaurat: Eine Verbindung aus Magnesium und Taurin - einer Aminosäure-ähnlichen Substanz, die eine schützende Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System hat.
- Magnesiumgluconat: Zeichnet sich durch sehr gute Löslichkeit, milde Wirkung im Magen und eine insgesamt gute Bioverfügbarkeit aus.
- Magnesium aus Meerlattich: Eine rundum ganzheitliches und möglichst wenig verarbeitetes Magnesiumpräparat aus magnesiumreichen Pflanzen gewonnen.
Kombinationspräparate
Wer mehrere Beschwerden hat, fragt sich oft, ob er verschiedene Magnesiumarten auch kombinieren kann. Das ist durchaus möglich. Hier sind einige Beispielkombinationen:
- Magnesiumcitrat + Magnesiumbisglycinat: Bei Muskelkrämpfen und Schlafstörungen.
- Magnesiumorotat + Kalium: Für das Herz-Kreislauf-System.
- Magnesiummalat + Magnesiumcitrat: Bei Müdigkeit und Erschöpfung.
- Magnesiumcarbonat + Magnesiumcitrat: Bei Sodbrennen und Verstopfung.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten:
- Bioverfügbarkeit: Wählen Sie ein Präparat mit einer gut bioverfügbaren Magnesiumverbindung wie Citrat, Bisglycinat oder Malat.
- Dosierung: Achten Sie auf die empfohlene Tagesdosis und passen Sie die Dosis an Ihren individuellen Bedarf an.
- Zusatzstoffe: Vermeiden Sie Präparate mit unnötigen Zusatzstoffen wie Füllstoffen, Farbstoffen oder Aromen.
- Verträglichkeit: Achten Sie auf die Verträglichkeit des Präparats und wählen Sie bei empfindlichem Magen eine gut verträgliche Form wie Bisglycinat oder Gluconat.
- Laborgeprüft: Wählen Sie ein laborgeprüftes Präparat, um sicherzustellen, dass es frei von Schadstoffen ist.
Einnahmehinweise
Im Allgemeinen nimmt man zur Nahrungsergänzung zwischen 300 und 600 mg Magnesium täglich - abhängig vom persönlichen Bedarf. Je höher sodann die tägliche Magnesiumdosis, für die Sie sich entschieden haben, desto besser ist es, die Dosis auf zwei oder mehr tägliche Einnahmen zu verteilen. Denn je geringer die Einzeldosis, umso mehr Magnesium kann davon resorbiert werden. Achten Sie in jedem Falle auf die ausreichende Kaliumzufuhr, da Kalium die Magnesiumaufnahme fördert. Mit Milchprodukten sollte Magnesium hingegen nicht eingenommen werden, da deren hoher Calciumgehalt zu einer Hemmung der Magnesiumresorption führen könnte.
Hochdosierte Magnesiumpräparate werden besser vertragen, wenn man sie zu Mahlzeiten und nicht auf leeren Magen einnimmt. Bei niedriger Magnesiumversorgung über die Nahrung ist es wichtig, dass überhaupt Magnesium eingenommen wird.
Magnesium Test und Vergleich
Viele Online-Portale bieten Magnesium Tests und Vergleiche an. Diese Tests können eine gute Orientierungshilfe bei der Auswahl des richtigen Präparats sein. Achten Sie jedoch darauf, dass die Tests unabhängig und objektiv durchgeführt werden.
Einige der in den Tests genannten Produkte sind:
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- Magnesium Synergy von Vitality Nutritionals
- Magnesium Caps von ESN
- Magnesium Komplex von PureNature
- Magnesium 400 von Doppelherz
- Magnesiumcitrat von Nu U Nutrition
- Magnesium 400 direct von Doppelherz
- Magnesium Chelat von Effective Nature
- Magnesium 400 von Abtei
Magnesium und Muskelkrämpfe
Muskelkrämpfe können ein Anzeichen für einen Magnesiummangel sein. Magnesium spielt eine wichtige Rolle bei der Muskelkontraktion und -entspannung. Ein Magnesiummangel kann zu einer Übererregbarkeit der Muskeln führen, was Krämpfe verursachen kann. Magnesiumpräparate können helfen, Muskelkrämpfe zu lindern, insbesondere bei Sportlern, Schwangeren und älteren Menschen. Es gibt jedoch auch andere Ursachen für Muskelkrämpfe, wie z.B. Flüssigkeitsmangel, Elektrolytstörungen oder Durchblutungsstörungen. Wenn Sie häufig unter Muskelkrämpfen leiden, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.
Magnesium und Herzgesundheit
Magnesium spielt eine wichtige Rolle für die Herzgesundheit. Es reguliert den Herzrhythmus, senkt den Blutdruck und verbessert die Durchblutung. Ein Magnesiummangel kann das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Magnesiumorotat hat eine sehr gute Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System und kann die Belastungstoleranz und die Gefäßfunktionen bei Patienten mit koronaren Gefäßkrankheiten verbessern.
Magnesium und Schlaf
Magnesium kann auch bei Schlafstörungen helfen. Es wirkt beruhigend und entspannend und kann die Schlafqualität verbessern. Magnesiumbisglycinat ist besonders gut geeignet für Menschen mit Schlafproblemen, da es eine beruhigende Wirkung hat.
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