In der heutigen schnelllebigen Welt, in der Stress und Überforderung allgegenwärtig sind, ist es wichtig, sich mit dem Thema Nervenzusammenbruch auseinanderzusetzen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten eines Nervenzusammenbruchs, um Betroffenen und ihren Angehörigen ein besseres Verständnis und Hilfestellungen zu bieten.
Einführung
Ein Nervenzusammenbruch, in der Fachsprache als akute Belastungsreaktion bezeichnet, ist ein Begriff aus der Alltagssprache, der eine Phase intensiver psychischer Belastung beschreibt, in der die betroffene Person nicht mehr in der Lage ist, alltägliche Aufgaben zu bewältigen. Es handelt sich um eine vorübergehende, aber extreme Reaktion auf ein ebenso extremes Ereignis. Diese Reaktion tritt meist wenige Minuten nach dem Auslöser ein. Andere Bezeichnungen für diese Reaktion sind zum Beispiel auch psychischer oder seelischer Schock.
Ursachen eines Nervenzusammenbruchs
Die Ursachen, die eine Belastungsreaktion auslösen können, sind sehr vielfältig. Jedes Ereignis, das ein Trauma auslösen kann, kann auch einen Nervenzusammenbruch zur Folge haben. Ein schwerer Unfall oder Körperverletzung, Krieg oder kriegsähnliche Ereignisse wie ein Terroranschlag, Flucht, Vertreibung, Gewalt oder eine Naturkatastrophe - all diese Dinge können sich auf die Psyche eines Menschen auswirken. Das Alter spielt dabei keine Rolle. Ob Kinder oder Erwachsene, jeder Mensch kann davon betroffen sein.
Ein Nervenzusammenbruch kann durch ein einmaliges traumatisches Ereignis, wie einen Unfall, eine Naturkatastrophe oder ein Gewaltverbrechen ausgelöst werden. Auch der Verlust eines geliebten Menschen oder der Erhalt einer schlimmen Diagnose zählt zu den potenziellen Auslösern. In solchen Fällen spricht man von einer akuten Belastungsreaktion oder akuten Belastungsstörung.
Ein weiterer häufiger Grund für einen Nervenzusammenbruch ist chronischer Stress. Berufliche Überlastung, familiäre Schwierigkeiten und finanzielle Sorgen können sich kumulieren und zu einem Punkt führen, an dem die Psyche keine weiteren Belastungen mehr verkraften kann. Besonders gefährdet sind Personen, die über längere Zeit hinweg unter Dauerstress stehen und keine ausreichenden Entlastungsmöglichkeiten haben.
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Nicht jeder Mensch verfügt über die gleichen Fähigkeiten, mit Stress und negativen Erlebnissen umzugehen. Fehlen geeignete Coping-Strategien, kann dies das Risiko für einen Nervenzusammenbruch erhöhen. Auch genetische Veranlagungen, Vorerkrankungen oder eine erhöhte psychische Verletzlichkeit spielen hierbei eine Rolle.
Manche Menschen gehören aber zum Beispiel durch ihre Tätigkeit zur Risikogruppe, da sie häufiger mit traumatischen Ereignissen konfrontiert werden. Zu diesen Berufsgruppen gehören Mitarbeitende der Polizei und Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Notfallmedizin und vieler weiterer Organisationen, die im Not- oder Katastrophenfall Hilfe leisten. Aber auch Menschen, die bereits unter körperlichen oder seelischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen leiden, haben ein erhöhtes Risiko, eine Belastungsreaktion zu entwickeln. Außerdem Personen, die erschöpft sind, psychisch verletzbar und denen Strategien fehlen, mit dem Erlebten umzugehen.
Zu den häufigsten belastenden Stressauslösern zählen:
- Beruflicher Druck wie hohe Arbeitsbelastung, Mobbing oder fehlende Anerkennung
- Konflikte im privaten oder beruflichen Umfeld
- Mehrfachbelastungen durch Familie und Beruf bei gleichzeitig fehlender Erholung
- Ständiger Termindruck und das Gefühl, immer erreichbar sein zu müssen
- Kritische Lebensereignisse wie Trennungen, Jobverlust oder Krankheit
- Eigene Ansprüche, Sorgen und Ängste
- Das Fehlen sozialer Unterstützung, etwa durch Einsamkeit
Symptome eines Nervenzusammenbruchs
Die Symptome eines Nervenzusammenbruchs können sehr vielfältig sein und variieren je nach Person. Sie betreffen sowohl den psychischen als auch den körperlichen Bereich.
Psychische Symptome
Typische psychische Anzeichen eines Nervenzusammenbruchs sind:
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- Überwältigende Gefühle von Angst, Panik oder Traurigkeit
- Stimmungsschwankungen, die zwischen Wut und Trauer wechseln können
- Verminderte Belastbarkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
- Alpträume und Flashbacks bei traumatisierenden Erlebnissen
- Soziale Isolation und Rückzug von geliebten Menschen
- Gefühl der Hilflosigkeit und des Kontrollverlusts
Körperliche Symptome
Auch körperliche Reaktionen sind häufig und umfassen:
- Herzrasen, Zittern und Schwitzen
- Übelkeit, Schwindel und Atembeschwerden
- Kopfschmerzen und Muskelverspannungen
- Schlafstörungen, die sowohl in Form von Schlaflosigkeit als auch übermäßigem Schlaf auftreten können
- Verdauungsprobleme wie Durchfall oder Verstopfung
Wie sich eine Belastungsreaktion äußert, ist genauso vielfältig, wie ihre möglichen Ursachen und von Mensch zu Mensch verschieden. Die typischen Anzeichen sind:
- Sprachlosigkeit
- Veränderte Wahrnehmung, bei der Betroffene sich selbst oder ihr Umfeld als fremd empfinden
- Einengung des Bewusstseins, Gedanken kreisen unaufhörlich um die auslösende Situation
- Nacherleben der Situation in Form von Alpträumen und Flashbacks, das heißt, die Erinnerung ist so intensiv, als würden Betroffene das Erlebnis noch einmal durchleben
- Lücken in der Erinnerung
- Überreizung, die sich in Schlaf- und Konzentrationsstörungen oder auch Schreckhaftigkeit zeigt
- Stimmungsschwankungen zwischen Aggression, Wut, Angst, Panik, Trauer, Weinen und Lachen
- Körperliche Reaktionen wie Schweißausbrüche, Herzrasen, Blässe und Übelkeit
Dauerhafter seelischer Stress kann sich auf vielfältige Weise äußern: körperlich, emotional und mental. Zu den häufigsten körperlichen Anzeichen zählen Zittern, starkes Weinen oder regelrechte Weinkrämpfe, begleitet von Schwitzen, Übelkeit, Herzklopfen und Kopfschmerzen.
Betroffene fühlen sich oft nervös, innerlich unruhig, niedergeschlagen oder kraftlos. Auch Schlafprobleme, Schwindel, Muskelverspannungen, Atembeschwerden oder ein Kloßgefühl im Hals sind typische Begleiterscheinungen.
Nicht zuletzt leidet auch die geistige Leistungsfähigkeit: Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sind häufige Folgen von anhaltendem psychischem Druck.
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Diagnose und Verlauf eines Nervenzusammenbruchs
Die Diagnose eines Nervenzusammenbruchs erfolgt in der Regel durch einen Hausarzt, Psychologen oder Psychiater. Diese führen ausführliche Gespräche über die Beschwerden, die Krankheitsgeschichte und aktuelle Lebensumstände. Gegebenenfalls werden auch körperliche Untersuchungen wie Bluttests, EKG oder Messungen des Blutdrucks und der Atemfrequenz vorgenommen, um andere körperliche Ursachen auszuschließen.
Der Verlauf eines Nervenzusammenbruchs kann stark variieren. In vielen Fällen bessern sich die Symptome innerhalb weniger Tage bis Wochen. Bei anhaltenden Beschwerden, die über mehrere Wochen oder Monate bestehen bleiben, besteht jedoch die Gefahr einer Chronifizierung. Hier kann sich eine akute Belastungsstörung zu einer posttraumatischen Belastungsstörung oder einer depressiven Episode entwickeln.
Allgemein unterscheidet man zwischen einer akuten und einer längerfristigen Reaktion. Je nach zeitlicher Dauer der Symptome wird der Nervenzusammenbruch unterschiedlich definiert:
- Treten die Symptome kurz nach dem traumatischen Ereignis bis 48 Stunden danach auf, spricht man von einer akuten Belastungsreaktion.
- Dauern die Symptome ab 48 Stunden nach dem Erlebnis bis zu vier Wochen, spricht man von einer akuten Belastungsstörung.
- Überschreiten die Symptome die vier Wochen und treten bis zu drei Monate nach dem schockierenden Erlebnis weiterhin auf, liegt eine akute posttraumatische Belastungsstörung vor.
- Von einer chronischen posttraumatischen Belastungsstörung spricht man dann, wenn die Symptome drei Monate nach dem Ereignis weiterhin auftreten.
Behandlungsmöglichkeiten
In der akuten Phase eines Nervenzusammenbruchs ist es wichtig, den Betroffenen in eine sichere und beruhigende Umgebung zu bringen. Erste Ansprechpartner können Notärzte, Polizisten oder Feuerwehrmänner sein, die den Patienten aus der belastenden Situation entfernen und erste Unterstützung leisten. Je nach Situation ist es eventuell auch vonnöten, entsprechend ausgebildete Rettungskräfte zu rufen. Das kann neben der Polizei und dem Rettungsdienst zum Beispiel der psychiatrische Notdienst sein, der etwa einer suizidgefährdeten Person helfen kann. Dieser erste Schritt ist sehr wichtig, wenn eine Situation mit einer unmittelbaren Gefahr für Betroffene und Anwesende einhergeht. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Betroffene von ihren Symptomen nachhaltiger befreit werden können, wenn sofort professionelle Hilfe zur Verfügung steht. So werden Betroffene schnell entlastet und es kann verhindert werden, dass die Symptome einer Belastungsreaktion länger andauern oder sogar chronisch werden.
Ein zentraler Baustein der Behandlung ist die Psychotherapie. Hierbei kommen verschiedene Ansätze wie Verhaltenstherapie, Gesprächstherapie oder EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing) zum Einsatz. Ziel ist es, die betroffene Person bei der Verarbeitung des Erlebten zu unterstützen und neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
In einigen Fällen können Medikamenten notwendig sein, um akute Symptome wie Schlafstörungen oder starke Angstzustände zu lindern. Häufige Medikamente sind Beruhigungsmittel (Tranquillizer), schlafanstoßende Mittel oder sedierende Antidepressiva. Manche dieser Medikamente sollten jedoch nur kurzfristig und unter ärztlicher Aufsicht eingenommen werden, da sie ein Abhängigkeitspotenzial besitzen.
Selbsthilfemöglichkeiten für Betroffene
Wenn Sie sich aktuell selbst in einer psychischen Krise befinden oder eine Person kennen, bei der das der Fall ist, sollten Sie nicht zögern, professionelle Hilfe zu rufen. Anlaufstellen dafür sind zum Beispiel eine psychiatrische Praxis oder Klinik, der bundesweite Bereitschaftsdienst, die Telefonseelsorge oder die Nummer gegen Kummer für Jugendliche und Kinder.
Die akute Hilfe, die Sie bei diesen Stellen erhalten, kann fließend in eine längerfristige Therapie übergehen. Dabei kommt es ganz darauf an, wie es den Betroffenen geht. Verschwinden die Auswirkungen des Nervenzusammenbruchs nach kurzer Zeit wieder und die hilfesuchende Person fühlt sich stabil, kann der weitere Weg unter Umständen selbstständig und mit der Unterstützung vertrauter Menschen gegangen werden. Dann ist wichtig, dass Betroffene tun, was ihnen guttut und sie ihren Angehörigen signalisieren, wenn Gesprächsbedarf besteht. Andersherum sollten die Angehörigen ihre Gesprächsbereitschaft zeigen.
Längerfristige Behandlung eines Nervenzusammenbruchs
Wenn die Belastungsreaktion stärker ausgeprägt ist oder die Symptome schon länger andauern, ist weitere Hilfe für die Betroffenen sehr wichtig. Je nach Art der Störung und abhängig von der betroffenen Person kommen verschiedene psychologische Therapien infrage. Um zu definieren, welche Therapieform passend ist, findet zu Beginn eine individuelle Beratung statt. Wenn es als hilfreich für den Heilungsprozess angesehen wird, werden zusätzlich therapiebegleitende Medikamente verschrieben, die die Symptome einer Belastungsstörung lindern sollen.
Ärztliche Hilfsangebote
Können Sie einige der genannten Symptome bei sich beobachten, sollten Sie nicht zögern, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Nur so lässt sich klären, ob tatsächlich psychischer Dauerstress hinter den Beschwerden steckt oder möglicherweise eine organische Ursache vorliegt.
Erste Anlaufstelle ist in der Regel der Hausarzt. Je nach Befund kann dieser eine Überweisung an einen Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie ausstellen, insbesondere dann, wenn die psychische Belastung Ihren Alltag deutlich beeinträchtigt. In einer psychotherapeutischen Sprechstunde wird dann gemeinsam entschieden, welche Therapieform für Sie geeignet ist.
Für Akutfälle: Terminservicestelle der KVSA
Handelt es sich um eine akute Belastungssituation, in der schnell psychotherapeutische Hilfe notwendig ist, hilft die Terminservicestelle der Kassenärztlichen Vereinigungen
- Innerhalb von fünf Wochen wird ein Erstgespräch bei einem zugelassenen Psychotherapeuten vermittelt.
- Bei akuter psychischer Krise sogar innerhalb von drei Wochen.
Erreichbar ist die Terminservicestelle unter der Telefonnummer 116 117 oder Sie nutzen die Online-Terminvereinbarung.
Angebote der AOK Sachsen-Anhalt
Begleitend zu einer Therapie können Sie bei einer Belastungsreaktion auch mit eigenen Maßnahmen versuchen, Stress zu regulieren oder ihm vorzubeugen.
- Kürzer treten, um Leistungsfähigkeit zu erhalten: Versuchen Sie sowohl beruflich als auch privat kürzer zu treten. Unter ständiger Belastung sinken Konzentration, Kreativität und Entscheidungsfähigkeit. Fehler häufen sich, die Qualität der Arbeit leidet - was zusätzlichen Stress erzeugt. Stress belastet auch das soziale Umfeld: Reizbarkeit, Rückzug oder Konflikte mit Partner, Familie oder Freundeskreis nehmen zu. Zeit für Regeneration hilft, zwischenmenschliche Beziehungen zu pflegen und zu stabilisieren.
- Warnzeichen Ernst nehmen: Ein wichtiger Schritt in der Stressbewältigung ist die Früherkennung: Wer seinen Körper gut kennt, kann erste Anzeichen von Überforderung rechtzeitig wahrnehmen und ernst nehmen. Ein gesunder Lebensstil bildet dabei die Basis: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, eine ausgewogene Ernährung sowie bewusste Entspannungstechniken helfen dabei, die innere Balance zu erhalten. Besonders hilfreich ist Bewegung an der frischen Luft. Sie klärt den Kopf und baut Spannungen ab.
- Auch mal "Nein" sagen: Lernen Sie, „Nein“ zu sagen: Nicht jede zusätzliche Aufgabe muss übernommen werden. Vor allem dann nicht, wenn sie unnötigen Druck erzeugt. Auch der Austausch mit anderen, das Pflegen von Freundschaften oder der Besuch einer Selbsthilfegruppe kann helfen, belastende Situationen besser zu bewältigen.
- Selbstfürsorge: Regelmäßige Pausen und echte Erholungszeiten sind keine Schwäche, sondern Voraussetzung für … Während der klassische Burnout sich häufig durch eindrückliche Symptome mit schneller Entwicklung zeigt, ist ein „stiller Burnout“ die tückische, schleichende Variante. Bis er sich im umgangssprachlichen Nervenzusammenbruch Bahn bricht. Nicht jeder Burnout zeigt sich durch übersteigerten Arbeitsdrang mit perfektionistischen Ansprüchen, der alsbald durch den hohen Einsatz in sozialen Rückzug, massive Verhaltensänderungen und offensichtliche Erschöpfung wie chronische Müdigkeit mündet. Entsprechend verschleppen viele Betroffene ihren Burnout: Sie machen kurze, aber wenig erholsame Verschnaufpausen und danach weiter in ihrem Tagesprogramm. So gleiten sie langsam aber sicher in einen schweren Burnout, der dann nur scheinbar plötzlich und unerwartet mit einem vollständigen „Nervenzusammenbruch“ zu Tage tritt.
Vorbeugung eines Nervenzusammenbruchs
Da ein Nervenzusammenbruch oft durch unvorhersehbare Ereignisse ausgelöst wird, gibt es keine Garantie für eine vollständige Vorbeugung. Dennoch können bestimmte Maßnahmen helfen, das Risiko zu minimieren und die eigene Resilienz zu stärken.
Stressmanagement und Entspannungstechniken
Regelmäßige Entspannungsübungen wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, den alltäglichen Stress abzubauen und die psychische Belastbarkeit zu erhöhen. Auch der Aufbau eines gesunden Schlafrhythmus und regelmäßige Bewegung an der frischen Luft sind wichtige Faktoren.
Soziale Unterstützung
Ein starkes soziales Netzwerk kann eine wichtige Ressource in Krisensituationen darstellen. Der Austausch mit Freunden und Familie, aber auch die Teilnahme an Selbsthilfegruppen, kann unterstützend wirken und das Gefühl der Isolation verhindern.
Professionelle Hilfe suchen
Sollten Sie das Gefühl haben, mit einer belastenden Situation nicht mehr alleine zurechtzukommen, zögern Sie nicht, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Psychologen, Psychotherapeuten und spezialisierte Kliniken bieten verschiedene Therapieansätze und Unterstützungsmöglichkeiten an.
Weitere Tipps zur Vorbeugung
- Bewegen bringt Segen - das gilt auch bei nervösen Unruhezuständen. Untersuchen zeigen beispielsweise, dass beim Sport ein Hormon (ANP) gebildet wird, das Panik lindert. Ein flotter Spaziergang in der Mittagspause oder ein lockere Runde Laufen nach Feierabend helfen dabei Ängste zu „verstoffwechseln“. Zudem verschafft die körperliche Aktivität den Gedanken eine Verschnaufpause, die Sorgen rücken in den Hintergrund. Wichtig dabei ist, dass die Bewegung Freude bereitet und ohne Zwang erfolgt. Besonders gut tut Bewegung an der frischen Luft.
- Lebensmittel sind Nahrung für Körper und Geist. Was Menschen essen, bestimmt, wie sie sich fühlen. Der Blutzuckerwert hat beispielsweise Einfluss auf Gefühle wie Anspannung und Ärger. Wie stark dieser Zusammenhang ist, zeigt eine Studie mit Diabetes-Patienten: Bei sehr hohen und sehr niedrigen Blutzuckerwerten fühlten sich die Untersuchungsteilnehmer besonders angespannt und verärgert. Bei einem normalen Blutzucker fühlten sie sich hingegen glücklich und energiegeladen. Einige Nahrungsmittel enthalten neben Kohlenhydraten weitere stimmungsaufhellende Inhaltsstoffe. So liefern Bananen auch einen hohen Anteil des B-Vitamins Pyridoxin (B6). Dieses ist an vielen Prozessen im Nervensystem beteiligt. Außerdem enthalten sie Kalium und Tryptophan. Aus Tryptophan wird der Botenstoff Serotonin gebildet, der eine Vielzahl emotionaler Prozesse ( z.B. Angst) beeinflusst. Auch Omega3-reiche Lebensmittel wie Fisch haben Einfluss auf eine gesunde Nervenfunktion. Für einen ruhigen Geist sollte die Ernährung also vollwertig und möglichst vielseitig sein.
- Ein ausgeglichener Geist und ein leistungsfähiger Körper brauchen ausreichend Ruhepausen. Dazu gehört ausreichend Schlaf. Möglichst 7,5 Stunden pro Nacht empfiehlt die moderne Schlafforschung. Viele Menschen sparen in stressigen Phasen jedoch zuerst am Schlaf. Durch Schlafmangel erhöht sich die Reizbarkeit, die Belastungsfähigkeit und die Stressresistenz werden gemindert. Ängsten und Stressempfinden wird Vorschub geleistet, die Gedanken kreisen permanent, man bekommt nachts kein Auge mehr zu. Um diesem Teufelskreis vorzubeugen, sind auch tagsüber ausreichend Ruhepausen notwendig. Die psychologische Forschung zeigt, dass sich viele kurze Entspannungsphasen beispielsweise günstiger auf die Erholung von körperlicher Arbeit auswirken als wenige lange Pausen. Menschen, die viel arbeiten, sollten jede Stunde für einige Minuten innehalten.
- Die Ursachen für kreisende Gedanken sind vielfältig: Reizüberflutung, ständige Erreichbarkeit, Versagensängste und hohe Ansprüche an sich selbst können zu nervösen Zuständen führen. Viele Menschen fühlen sich jedoch gestresst, ohne genau zu wissen warum. Dann hilft es Tagebuch zu führen, um den Auslösern auf den Grund zu gehen. Kennt man die Gründe für seine Sorgen, kann man gezielt Gegenstrategien entwickeln. Kommt der Geist z.B. aufgrund einer Überzahl an Reizen nicht zur Ruhe, kann man entscheiden welchen und wie vielen man sich täglich aussetzen möchte.
- Gedanken und Bewertungen entstehen aus Sinneswahrnehmungen (Riechen, Sehen, Hören, etc.) und/oder Erinnerungen. Sie beeinflussen, wie sich etwas anfühlt (angenehm, unangenehm, neutral) und rufen dadurch unmittelbare Körper- und Verhaltensreaktionen (Herzklopfen, Weglaufen) hervor. Wer sich dieser Verbindung von Körper und Geist bewusst ist, fühlt sich weniger ausgeliefert und lernt zielgerichteter mit Grübelei und Sorgen umzugehen. Übung: Atem beobachten. Schließen Sie die Augen. Atmen Sie durch die Nase ein. Konzentrieren Sie sich darauf, wie der Atem durch ihre Nase in die Lungen strömt. Halten Sie kurz inne. Atmen Sie danach durch den Mund aus. Konzentrieren Sie sich auf den natürlichen Rhythmus des Atems, ohne ihn verändern zu wollen. Bleiben Sie mit den Gedanken beim Atem: Denken Sie an die Worte „Einat-men/Ausatmen“. Es ist völlig normal, wenn Sie abschweifen, das ist Teil der Übung. Beobachten sie wertfrei, dass es passiert. Wichtig ist: Üben Sie regelmäßig, am besten täglich. Am Anfang 1 Minute, nach ein paar Tagen 2 Minuten, danach 3 Minuten und so weiter. Steigern Sie sich langsam. Den Fortschritt bestimmen Sie!
- Jeder Mensch denkt am Tag zwischen 40.000 und 60.000 Gedanken. Der Großteil davon ist unbewusst. Fast 90 Prozent kreisen immer wieder um das Gleiche, insbesondere um Schwierigkeiten und Probleme. Gedanken sind Energie und haben die Kraft Gefühle zu erzeugen. Das Sprichwort „Mit der Zeit nimmt die Seele die Farbe der Gedanken an“ verdeutlicht diesen Zusammenhang. Menschen sind ihren Gedanken aber nicht hilflos ausgeliefert. Sie können lernen, diese bewusst auszuwählen und manipulative, ängstigende Gedanken loszulassen. Übung: Gedankenstopp. Wenn Sie sich beim sorgenvollen Grübeln ertappen, beobachten Sie, welcher Gedanke Sie konkret belastet. Stellen Sie sich dann ein rotes Stoppschild vor und sagen Sie sich laut oder in Gedanken „Stopp“. Wenden Sie sich dann sofort etwas anderem (z.B. dem Atem, einem beruhigenden Gedanken) zu.
- Leidvolle Gefühle wie Angst oder Unsicherheit rauben Energie und trüben die Lebensfreude. Sie haben aber auch einen Nutzen: Angst beispielsweise setzt Adrenalin frei. Dadurch steigt das Energielevel, der Körper macht sich bereit zur Flucht oder Verteidigung. Gefühle setzen aber nicht nur Hormone frei, sondern werden auch von Hormonen beeinflusst. Stressempfinden, Überforderung und Ängstlichkeit stehen in enger Wechselbeziehung mit den Hormonen. Wie stark Gefühle den Körper beeinflussen, zeigt sich z.B. daran, dass bei Frauen durch starken Stress die Regelblutung ausbleiben kann. Gefühle sind aber kein Schicksal, dem Menschen hilflos ausgeliefert sind. Wie im Umgang mit den Gedanken lohnt es sich Gefühle, bewusst wahrzunehmen und nicht wegzuschieben. Übung: Gefühle fokussieren. Konzentrieren Sie sich auf ein momentan vorherrschendes Gefühl (z.B. Angst). Fühlen Sie, wie es sich im Körper anfühlt, wo es zu spüren ist. Nehmen Sie das Gefühl wahr, ohne es zu beurteilen. Richten Sie Ihren Fokus aber auf die Beobachtung (da ist Angst), um sich nicht im Gefühl zu verlieren. Wenn Sie abschweifen, kehren Sie gedanklich zu dem Gefühl zurück.
- Die eigenen Ressourcen kennen: Quälende Ängste und Sorgen, zehren auf Dauer an den Kräften. Um dennoch leistungsfähig zu bleiben, sollten die Batterien regelmäßig auflageladen werden. Dafür sollte man die eigenen Kraftquellen kennen. Bei der Beantwortung dieser Fragen gibt es kein „Falsch“ oder „Richtig“. Entscheidend ist, dass sie positive Gefühle auslösen und dadurch die Lebensqualität verbessern.
- Betroffene sollten mit einem Arzt sprechen, wenn sie sich dauerhaft unruhig und gereizt fühlen. Denn hinter diesen Symptomen verbergen sich manchmal auch behandlungsbedürftige, körperliche Ursachen (z.B. Schilddrüsenüberfunktion, starker Bluthochdruck, Unterzuckerung bei Typ-1-Diabetes). Aber auch bestimmte psychische Erkrankungen wie z.B. Angststörungen oder Depressionen gehen mit Nervosität und innerer Unruhe einher.
- Gewohnheiten zu ändern und Erkrankungen abzuklären, sind wichtige Schritte auf dem Weg der Besserung. Auch ein Coaching (z.B. im Stressmanagement) kann den Umgang mit den Herausforderungen des Lebens verbessern. Daneben kann es sinnvoll sein, das aus der Balance geratene Nervensystem mit einem homöopathischen Komplexmittel wie dystoLoges zu unterstützen. dystoLoges ist ein einzigartiger homöopathischer 5-fach-Komplex mit der Leitsubstanz Reserpinum aus der indischen Schlangenwurzel.
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