Anatomie des Halses vorne: Ein umfassender Überblick

Die Anatomie des Halses ist ein komplexes und faszinierendes Gebiet, das eine Vielzahl von Strukturen umfasst, die für lebenswichtige Funktionen verantwortlich sind. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über die Anatomie des Halses, insbesondere der vorderen Halsregion, und beleuchtet die verschiedenen Komponenten, ihre Funktionen und mögliche Beschwerden.

Einführung

Der Hals (Collum oder Cervix) stellt die Verbindung zwischen Kopf (Caput) und Rumpf dar. Er enthält wichtige Leitungsbahnen für die Versorgung der Kopforgane sowie eigene Organstrukturen wie die Schilddrüse, Speiseröhre und Luftröhre. Der Hals ermöglicht die Bewegung des Kopfes und schützt gleichzeitig lebenswichtige Strukturen wie das Rückenmark und die großen Blutgefäße.

Die Halswirbelsäule (HWS)

Die Halswirbelsäule (HWS) ist ein filigraner Teil der Wirbelsäule, der wichtige Funktionen erfüllt. Sie trägt den Kopf und ermöglicht ihm eine vielfältige Beweglichkeit. Die Halswirbelsäule, auch Zervikalwirbelsäule genannt, besteht aus den sieben obersten Wirbeln der Wirbelsäule und liegt im Bereich des Halses. Die einzelnen Wirbel tragen in der Medizin die Bezeichnungen C1 bis C7, wobei das „C“ für Zervikal steht. Die Halswirbelsäule ermöglicht eine breite Palette von Kopfbewegungen, darunter Neigen, Drehen und Beugen.

Funktionen der Halswirbelsäule

  • Stützfunktion: Die Halswirbelsäule trägt das Gewicht des Kopfes, der durchschnittlich etwa 4,5 bis 5,5 Kilogramm wiegt.
  • Schutz der Nervenstrukturen: Die Wirbel in der Halswirbelsäule umgeben und schützen das Rückenmark, das durch den Wirbelkanal verläuft.
  • Beweglichkeit: Die Halswirbelsäule ist besonders beweglich, was auf die spezielle Bauweise der Wirbel und ihrer Gelenkverbindungen zurückzuführen ist.
  • Übertragung von Kräften: Die Halswirbelsäule überträgt Kräfte zwischen dem Kopf und dem Rest des Körpers.

Aufbau der Halswirbel

Alle Wirbel der Wirbelsäule sind prinzipiell nach einem einheitlichen Grundschema aufgebaut. Die Grundform aller Wirbel ist die Form eines Ringes oder Hohlzylinders, dessen vorderer Teil - außer beim ersten und zweiten Halswirbel - ein massiver, zylindrisch geformter Knochen mit einer Grund- und einer Deckplatte ist. Dieser sogenannte Wirbelkörper (Corpus vertebrae) ist bei den Wirbeln der Halswirbelsäule kleiner als in der übrigen Wirbelsäule, da die Halswirbelsäule ja nur den Kopf zu tragen hat.

Der erste Halswirbel (Atlas), der den Kopf trägt, hat eine Sonderform - er besitzt keinen wie oben beschriebenen Wirbelkörper, sondern hat eine Ringform mit einem kurzen vorderen und einem langen hinteren Bogen. Dicke Seitenteile werden zu stark ausladenden Querfortsätzen, welche die Wirksamkeit von daran ansetzenden Muskeln, die den Kopf drehen, erhöhen.

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Der Atlas ist mit dem zweiten Halswirbel (Axis) über ein Gelenk (Articulatioatlantoaxialis) verbunden. Der Axis-Wirbel hat auf seiner oberen Fläche einen zapfenförmigen Fortsatz, den Zahn (Dens), der an seiner Vorderfläche mit Knorpel überzogen ist. Dieser Zahn greift in den vorderen Bogen des ersten Halswirbels (Atlas) und dient hinten als Gleitfläche für ein starkes Band (Ligamentumtransversum), das zusammen mit anderen Bändern den Zahn (Dens) in seiner Lage fixiert und damit auch das Rückenmark schützt.

Das Wirbelloch - also das Loch im knöchernen Ring der Wirbel, das bei allen Wirbeln zusammen den Wirbelkanal (Canalis vertebralis) bildet, in dem das Rückenmark (Medullaspinalis) und die umgebenden Rückenmarkshäute vom Gehirn ausgehend bis hinunter in den Sakralbereich verlaufen - ist bei der Halswirbelsäule weiter und hat die Form eines Dreiecks mit runden Ecken.

Die Dornfortsätze, die von den Wirbeln nach hinten abgehen, sind in der Halswirbelsäule kurz und mit Ausnahme des siebten Halswirbels gegabelt. Der Dornfortsatz des siebten Halswirbels ist länger als die der anderen (Vertebraprominens) und steht etwas hervor.

Rückenmarksnerven im Bereich der Halswirbelsäule

Die Querfortsätze im Bereich der Halswirbelsäule sind an ihrem Ende in zwei Höcker geteilt, die im oberen Bereich eine Rinne haben, in der auf jeder Seite acht Rückenmarksnerven (Nervi spinales) verlaufen. Die oberen vier Nerven (C1-C4 - Plexuscervicalis) versorgen den Hals und seine Muskulatur sowie das Zwerchfell.

Aus den Halswirbeln C5-C7 treten weitere vier Halsnerven aus (es gibt sieben Halswirbel, aber acht Halsnerven!). Sie versorgen zusammen mit den Nerven des ersten Brustwirbelkörpers (Th1) das Armgeflecht (Plexusbrachialis), das die Brust- und Armmuskulatur sowie die Haut dieses Bereichs innerviert.

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Bandscheiben, Bänder & Muskeln

Zwischen den Halswirbeln befinden sich - wie in der gesamten übrigen Wirbelsäule - Zwischenwirbelscheiben (Bandscheiben).

Halsfaszien

In der Cervikalregion liegen die Strukturen kompakter zueinander und sind nur geringfügig durch Knochen oder Weichgewebe geschützt. Stattdessen bilden die verschiedenen Blätter der Halsfaszie (Fascia cervicalis oder colli) Räume, in denen die unterschiedlichen Strukturen liegen. Direkt darunter liegt das oberste Blatt der Halsfaszie - die Lamina superficialis - das die gesamte Halsregion umfasst und die großen Muskeln einschließt: M. sternocleidomastoideus und M. trapezius (oberer Teil). Auf dem Blatt laufen die oberflächlichen Halsvenen und die Nervenäste des Plexus cervicalis. Die Lamina pretrachealis liegt weiter in der Tiefe und dient als Hülle für die infrahyale Muskulatur, also die Muskeln, die kaudal des Zungenbeins ziehen. Das tiefste Blatt der Halsfaszie ist die Lamina prevertebralis, die entsprechend ihres Namens die prävertebrale Muskulatur, die Mm. scaleni, den M. levator scapulae und die autochthone Rückenmuskulatur umgibt. Entsprechend liegt hier auch die zum Hals gehörende Halswirbelsäule sowie die Arteria subclavia mit ihrer in den Foramina transversaria liegenden Aa. vertebrales. Neben dem Rückenmark liegt hier auch der Truncus sympathicus, die Trunci des Plexus brachialis und der N.

Neben der Fascia cervicalis gibt es noch weitere Bindegewebshüllen am Hals: Die Vagina carotica enthält die großen Halsgefäße (A. carotis communis und V. jugularis interna) sowie den N. vagus. Darüber hinaus haben auch die Organe des Halses eine eigene Faszie: Ösophagus, Larynx, Trachea und die Schilddrüse liegen in der Eingeweidefaszie. Darüber hinaus gehört die Ohrspeicheldrüse (Gl.

Topographie und Halsdreiecke

Am Hals liegen viele besonders wichtige Strukturen nah beieinander. Die Kenntnisse der genauen Topographie und Relation der Muskeln, Knochen und Organe zueinander ist für Mediziner/innen besonders wichtig, um gerade bei Traumata und nach Operationen die Zusammenhänge zu verstehen und beispielsweise den Grund für mögliche Ausfälle und Beschwerden zu delektieren. Um die Topographie besser zu verstehen, wird der Hals in vier große Regionen eingeteilt, die vom M. sternocleidomastoideus und M. trapezius eingeteilt werden. Hierbei handelt es sich um die Regiones cervicales anterior, lateralis und posterior sowie die Regio sternocleidomastoidea.

Allen voran dient der Hals als Durchtrittspforte für Nerven und Gefäße sowie für den Luftröhre und die Speiseröhre. Seine Organe erfüllen wichtige Funktionen für Atmung und Stimmbildung, die Verdauung und den Metabolismus. Durch die kompakte Anordnung der Strukturen ist das Collum ein besonders dünner Bereich des Körpers, das dank der im Schädel integrierten Hohlräumen diesen dennoch tragen kann. Beschwerden im Hals können von den unterschiedlichen Strukturen ausgehen und sehr verschieden ausfallen.

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Muskulatur des Halses

Verschiedene Muskelschichten geben dem Hals Festigkeit und machen ihn dennoch beweglich. Zu den wichtigsten Muskeln im vorderen Halsbereich gehören:

  • Platysma: Das Platysma verläuft oberflächlich zum M. sternocleidomastoideus.
  • M. sternocleidomastoideus: Der obere Rand der Clavicula dient als Ursprung des M. sternocleidomastoideus. Der untere Rand der Klavikula ist der Ansatz für den M. Einseitig: Lateralflexion und Rotation des Kopfes, hebt die 1.
  • Suprahyoideale Muskulatur: M. digastricus, M. mylohyoideus und M. stylohyoideus.Die Muskulatur liegt oberflächlich zum M. geniohyoideus. M. geniohyoideus: Der M. geniohyoideus liegt tief zwischen den Mm. mylohyoideus und digastricus.
  • Infrahyoideale Muskulatur: M. thyrohyoideus, M. sternohyoideus und M.
  • Prävertebrale Halsmuskulatur: Der M. rectus capitis lateralis und der M. rectus capitis anterior beugen den Kopf und Hals und stabilisieren das Art. M. longus capitis und M.

Häufige Beschwerden im Halsbereich

Es ist wichtig, dass die Halswirbelsäule in ihren Funktionen nicht eingeschränkt oder gestört wird, da Probleme in diesem Bereich zu verschiedenen Beschwerden führen können - darunter Nackenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und andere neurologische Symptome. Eine gute Haltung, regelmäßige Bewegung und ergonomische Arbeitsbedingungen können dazu beitragen, die Gesundheit der Halswirbelsäule zu fördern.

  • Muskelverspannungen: Übermäßige Muskelanspannung im Nacken- und Schulterbereich, z.B.
  • HWS-Syndrom: Das Halswirbelsäulensyndrom (HWS-Syndrom oder Zervikalsyndrom genannt) ist ein Sammelbegriff für Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule. Sie können beispielsweise durch Verspannungen entstehen und dabei bis in Schultern, Arme und Kopf ausstrahlen. Viele Betroffene berichten von Nackenschmerzen, einer verspannten Muskulatur und eingeschränkter Beweglichkeit. Begleitend können auch Schwindel, Kopfschmerzen oder Kribbeln in den Armen auftreten.
  • Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule: Ein Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule, auch als zervikaler Bandscheibenvorfall oder zervikale Diskushernie bekannt, ist eine häufige Erkrankung, die bereits ab dem mittleren Lebensalter auftreten kann. Diese Problematik entsteht durch Abnutzung, Elastizitätsverlust und Risse im Faserring der Bandscheibe.
  • Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule: Bei einer Spinalkanalstenose der Halswirbelsäule kommt es z. B. zu Nackenschmerzen und Störungen der Feinmotorik.

Diagnose und Behandlung von Halsbeschwerden

Die genaue Diagnose und Behandlung von Halsbeschwerden erfordert eine ärztliche Untersuchung, um die spezifischen Ursachen und Symptome zu identifizieren. Die Behandlung des zervikalen Bandscheibenvorfalls richtet sich primär nach der Schwere der Symptome. Bei erträglichen Schmerzen und dem Fehlen neurologischer Ausfälle kann eine konservative Therapie mit Physiotherapie und Medikamenten ausreichend sein. Die Operation ist in der Regel ein vergleichsweiser kurzer mikrochirurgischer Eingriff. Dabei wird der betroffene Nerv und das Rückenmark von dem Druck befreit, indem der Bandscheibenanteil entfernt wird. Diese Maßnahme zielt darauf ab, die Symptome zu lindern und die Funktion der Nervenstrukturen wiederherzustellen.

Übungen für die Halswirbelsäule

Die Kräftigung und Mobilisation der Nackenmuskulatur nimmt Deiner Halswirbelsäule einen großen Teil des Drucks und entlastet die Bandscheiben im HWS-Bereich. Die Übungen sollten jedoch mit Vorsicht durchgeführt werden, insbesondere wenn Du Vorerkrankungen, Operationen oder Verletzungen hast. Beginne die Übung, indem Du sanft Dein Kinn zur Brust neigst und die Dehnung im Nacken spürst. Senke dann Dein Kinn und hebe es wieder in die Waagerechte. Nimm eine aufrechte und entspannte Sitzhaltung ein. Um die Wirksamkeit der Übung zu erhöhen, spanne und entspanne die Muskeln abwechselnd. Richte Deine Wirbelsäule auf. Entspanne beide Schultern nach unten, ziehe Dein Kinn leicht ein und neige den Kopf unter sanftem Druck der Hände in Richtung Brustbein. Um die Dehnung im Nackenbereich zu intensivieren, unterstütze diese Bewegung, indem Du leicht gegen Deine Stirn drückst. Platziere dazu Deinen Zeigefinger in die Mitte Deiner Stirn und lege den anderen Arm entspannt auf Deinen Oberschenkel.

Was tut der Halswirbelsäule gut?

Der Halswirbelsäule tut insbesondere regelmäßige Übungen gut, die darauf abzielen, die Muskulatur im Nacken- und Schulterbereich zu kräftigen und Verspannungen zu lösen. Wärmeanwendungen sowie manuelle Therapien können ebenfalls zur Linderung von Schmerzen und zur Verbesserung der Beweglichkeit beitragen.

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