Nerven kurz vor der Geburt: Was werdende Mütter tun können

Die Zeit kurz vor der Geburt des eigenen Kindes ist oft von Aufregung, aber auch von wachsender Nervosität und Angst geprägt. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für diese Ängste und gibt werdenden Müttern praktische Tipps und Ratschläge, wie sie mit ihren Gefühlen umgehen und sich auf die Geburt vorbereiten können.

Ursachen für Ängste vor der Geburt

Viele Faktoren können zu Ängsten vor der Geburt beitragen. Häufige Auslöser sind:

  • Angst um die Gesundheit des Kindes: Die Sorge, dass das Kind nicht gesund sein könnte, ist ein weit verbreitetes Gefühl.
  • Angst vor Geburtsschmerzen/Wehenschmerzen: Die Furcht vor den Schmerzen während der Geburt ist verständlich.
  • Angst vor Komplikationen während des Geburtsvorgangs: Die Ungewissheit, ob alles reibungslos verläuft, kann Ängste auslösen.
  • Angst vor Kontrollverlust: Der Gedanke, während der Geburt die Kontrolle zu verlieren, beunruhigt viele Frauen.
  • Angst vor einer zweiten Geburt aufgrund schlechter Erfahrungen: Negative Erlebnisse bei einer vorherigen Geburt können Ängste verstärken.

Angst ist ein natürlicher Schutzmechanismus, der den Organismus in Alarmbereitschaft versetzt. Sie macht uns aufmerksam und stärkt unseren Überlebensinstinkt. Allerdings kann sie auch zu Schlafstörungen, Panikattacken und Verkrampfungen führen, was den Geburtsvorgang erschweren kann. Im schlimmsten Fall kann sich eine regelrechte Phobie entwickeln - die sogenannte Tokophobie.

Die Bedeutung der Entspannung während der Geburt

Während der Geburt sind die Muskeln der Gebärmutter stark gefordert. Ihre Kontraktionen pressen das Baby durch den Muttermund. Dieser Vorgang wird durch ein Wechselspiel von An- und Entspannung der Muskeln im oberen und unteren Gebärmutterbereich ermöglicht. Verkrampfen die Muskeln jedoch, wird die Gebärmutter weniger durchblutet, was die Versorgung des Kindes gefährden kann. Daher ist es wichtig, dass sich die werdende Mutter entspannen kann.

Tipps zur Überwindung der Geburtsangst

Es ist nicht immer einfach, die eigenen Ängste zu beherrschen, besonders wenn sie begründet sind. Es gibt jedoch verschiedene Strategien, die werdenden Müttern helfen können, ihre Angst zu überwinden und sich auf die Geburt vorzubereiten.

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1. Umfassende Vorbereitung

Eine gute Vorbereitung ist das A und O. Informieren Sie sich umfassend über den Geburtsvorgang, um die Furcht vor dem Unbekannten zu reduzieren. Ein Geburtsvorbereitungskurs kann Ihnen helfen, sich über alle Eventualitäten zu informieren und offene Fragen zu klären.

2. Vertrauensperson einweihen

Teilen Sie Ihre Ängste mit jemandem, dem Sie vertrauen. Das kann Ihr Partner, Ihre Familie, Ihr Frauenarzt oder Ihre Hebamme sein. Eine Beleghebamme, die Sie während der gesamten Schwangerschaft begleitet, kann Ihnen als Expertin und Vertrauensperson zur Seite stehen.

3. Selbstbestimmung fördern

Nehmen Sie die Planung der Geburt selbst in die Hand. Informieren Sie sich über verschiedene Möglichkeiten wie die Entbindung in einer Klinik, einem Geburtshaus oder eine Hausgeburt. Wenn Sie frühzeitig selbst bestimmen können, wie und wo Ihr Kind zur Welt kommt, fühlen Sie sich weniger hilflos.

4. Atemübungen gegen die Schmerzen

Erlernen Sie Entspannungs- und Atemübungen, um Ängste abzubauen und Schmerzen während der Geburt zu lindern. Diese Übungen können auch Verkrampfungen vorbeugen. Geburtsvorbereitungskurse, Autogenes Training oder Yoga können Ihnen dabei helfen.

5. Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung ziehen

Informieren Sie sich über verschiedene Möglichkeiten zur Schmerztherapie. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt oder Ihrer Hebamme über Optionen zur Schmerzlinderung während der Geburt.

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Sprüche wie „Es ist noch jedes Kind zur Welt gekommen“ sind wenig hilfreich und können dazu führen, dass sich werdende Mütter nicht ernst genommen fühlen. Bei einer drohenden Angststörung sollte psychologische Hilfe in Anspruch genommen werden.

Weitere Aspekte und Ratschläge

Umgang mit nervigen Sprüchen und ungeduldigen Angehörigen

Viele Schwangere fühlen sich durch ständige Nachfragen und unpassende Kommentare genervt. Es ist wichtig, Grenzen zu setzen und sich nicht unter Druck setzen zu lassen. Kommunizieren Sie offen mit Ihrem Partner und Ihrer Familie, um sich vor unerwünschten Einflüssen zu schützen.

Anzeichen für den Geburtsbeginn

Es gibt verschiedene körperliche und psychische Anzeichen, die auf den bevorstehenden Geburtsbeginn hindeuten können. Dazu gehören:

  • Das Baby begibt sich in Startposition und sinkt tief ins Becken.
  • Innere Unruhe und Schlaflosigkeit.
  • Das Baby wird ruhiger.
  • Der Schleimpfropf löst sich.
  • Der Blasensprung.
  • Regelmäßige Eröffnungswehen.

Natürliche Methoden zur Wehenförderung

Es gibt verschiedene natürliche Methoden, die helfen können, die Wehen anzuregen:

  • Himbeerblättertee: Bereitet das Gewebe auf die Geburt vor.
  • Warmes Bad: Stimuliert die Gebärmutter.
  • Bauchmassage: Regt die Gebärmutter zum Zusammenziehen an.
  • Massage der Brustwarzen: Fördert die Ausschüttung von Oxytocin.
  • Sex: Kurbelt die Oxytocin-Produktion an und macht den Gebärmutterhals weich.
  • Bewegung: Spazierengehen, Tanzen, Schwimmen und Beckenbodenübungen.
  • Scharfes Essen und koffeinhaltige Getränke: Können den Geburtsvorgang beschleunigen.
  • Alternative Methoden: Fußreflexzonenmassage, Homöopathie, Akupunktur oder Akupressur.

Es ist wichtig, vor der Anwendung dieser Methoden Rücksprache mit der Hebamme oder dem Arzt zu halten.

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Stimmungstief kurz vor der Geburt

Viele Frauen erleben kurz vor der Geburt ein Stimmungstief. Mögliche Ursachen sind:

  • Vor- und Senkwehen.
  • Hormonschwankungen.
  • Innere Unruhe und Schlaflosigkeit.
  • Ängste und Sorgen.
  • Stress.
  • Überschreiten des errechneten Entbindungstermins.

Was Sie gegen das Stimmungstief tun können:

  • Lassen Sie die schlechte Stimmung zu.
  • Bereiten Sie sich auf Ihr Baby vor - aber ohne Perfektionsdruck.
  • Sprechen Sie über Ihre Sorgen.
  • Lesen Sie sich Geburts-Wissen an.
  • Lenken Sie sich ab - und fokussieren Sie sich auf alles, was Ihnen guttut.

Nerven behalten nach der Geburt

Auch nach der Geburt können die Nerven manchmal blank liegen. Kinder im ersten Lebensjahr sind noch nicht in der Lage, sich in ihre Eltern hineinzuversetzen oder auf sie Rücksicht zu nehmen. Es ist normal, dass Eltern manchmal genervt, gereizt oder wütend auf ihr Baby reagieren. Wichtig ist, damit so umzugehen, dass die Situation nicht eskaliert.

Tipps für den Umgang mit Gereiztheit:

  • Sorgen Sie für sich selbst.
  • Tauschen Sie sich mit anderen Müttern oder Väter aus.
  • Lassen Sie weniger wichtige Dinge im Haushalt liegen.
  • Pflegen Sie Ihre Paarbeziehung.
  • Schlagen Sie Ihr Kind nicht.
  • Suchen Sie fachliche Hilfe, wenn Sie merken, dass Sie mit Ihren Kräften am Ende sind.

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