Spezialisierte neurologische Versorgung für Tiere in Schleswig-Holstein

Die Gesundheit und Lebensqualität unserer tierischen Begleiter stehen im Mittelpunkt unserer Bemühungen. In Schleswig-Holstein gibt es spezialisierte Tierärzte und -kliniken, die sich der neurologischen Versorgung von Hunden, Katzen und anderen Kleintieren widmen. Dieser Artikel beleuchtet die Bedeutung der tierärztlichen Neurologie, stellt spezialisierte Einrichtungen vor und gibt Einblicke in Diagnose- und Behandlungsmethoden.

Bedeutung der tierärztlichen Neurologie

Die Neurologie befasst sich mit Erkrankungen des Nervensystems. Bei Tieren äußern sich neurologische Probleme oft durch unspezifische Symptome wie Lahmheit, Koordinationsstörungen, Krampfanfälle oder Verhaltensänderungen. Eine frühzeitige und korrekte Diagnose ist entscheidend, um die Lebensqualität des Tieres zu erhalten oder wiederherzustellen. Spezialisierte Tierärzte verfügen über das Fachwissen und die technischen Möglichkeiten, um neurologische Erkrankungen präzise zu diagnostizieren und eine geeignete Therapie einzuleiten.

Spezialisierte Einrichtungen in Schleswig-Holstein

In Schleswig-Holstein gibt es mehrere Tierkliniken und -praxen, die sich auf Neurologie spezialisiert haben. Diese Einrichtungen bieten ein breites Spektrum an diagnostischen und therapeutischen Leistungen an:

  • Fachtierärztliches Zentrum AniCura Flensburg: Mit der neuen Geschäftsführerin Dr. Susanne Rákoshegyi erweitert das Zentrum sein Leistungsspektrum. Dr. Rákoshegyi ist Diplomate des European College of Veterinary Surgeons (ECVS) und Fachtierärztin für Chirurgie der Kleintiere. Ab dem 1. September können hier wieder orthopädische und neurologische Operationen durchgeführt werden, darunter Frakturversorgungen, Kreuzband-Operationen, Bandscheibenoperationen sowie komplexe Eingriffe an Gelenken und Wirbelsäule. Auch spezialisierte Sprechstunden zur Lahmheits- oder neurologischen Abklärung stehen Patienten dann wieder offen.

  • Tierärztliche Praxis Simone Lafrenz (Hummelfeld): Simone Lafrenz bietet eine ganzheitliche Betrachtung des Tieres und seiner Probleme. Sie kombiniert schulmedizinische Kenntnisse mit Naturheilkunde, insbesondere Akupunktur und Chiropraktik. Ihr Fokus liegt auf der individuellen Behandlung jedes Patienten unter Berücksichtigung körperlicher und psychischer Aspekte.

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  • Tierklinik Lademannbogen (Hamburg, nahe Schleswig-Holstein): Obwohl nicht direkt in Schleswig-Holstein gelegen, ist die Tierklinik Lademannbogen aufgrund ihrer Expertise und Nähe eine wichtige Anlaufstelle für Tierhalter aus der Region. Vanessa Weidle ist seit August 2024 Teil des Teams im Lademannbogen.

  • Kleintierzentrum Wahlstedt: Bietet eine Seminarreihe zu Lahmheit Gangbildanalyse und Neurologie beim Kleintier an.

Diagnostische Verfahren

Zur Diagnose neurologischer Erkrankungen stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:

  • Klinische Untersuchung: Eine ausführliche Anamnese und allgemeine Untersuchung des Tieres sind grundlegend.
  • Neurologische Untersuchung: Hierbei werden Reflexe,Sensibilität, Koordination und andere neurologische Funktionen überprüft.
  • Bildgebende Verfahren:
    • Röntgen: Zur Darstellung von Knochenstrukturen, beispielsweise bei Wirbelsäulenerkrankungen.
    • Computertomographie (CT): Ermöglicht detaillierte Aufnahmen des Gehirns und der Wirbelsäule. Ein modernes CT-Gerät (Siemens Somatom go.Now) steht beispielsweise in Neustadt Holstein zur Verfügung.
    • Magnetresonanztomographie (MRT): Bietet eine noch höhere Auflösung und ist besonders geeignet zur Darstellung von Weichteilgewebe und Nervenstrukturen.
  • Elektrophysiologische Untersuchungen:
    • Elektroenzephalographie (EEG): Misst die elektrische Aktivität des Gehirns und wird zur Diagnose von Epilepsie eingesetzt.
    • Elektromyographie (EMG): Untersucht die Funktion der Muskeln und Nerven und kann bei Lähmungen oder Muskelschwund hilfreich sein.
  • Liquoruntersuchung: Die Analyse der Gehirn-Rückenmark-Flüssigkeit kann Hinweise auf Entzündungen oder Infektionen des Nervensystems liefern.

Behandlungsmethoden

Die Behandlung neurologischer Erkrankungen richtet sich nach der Diagnose und dem Schweregrad der Erkrankung. Zu den gängigen Therapieansätzen gehören:

  • Medikamentöse Behandlung:
    • Entzündungshemmer: Zur Reduktion von Schwellungen und Entzündungen im Nervensystem.
    • Schmerzmittel: Zur Linderung von Schmerzen, die durch neurologische Erkrankungen verursacht werden.
    • Antiepileptika: Zur Kontrolle von Krampfanfällen bei Epilepsie.
    • Antibiotika oder Antimykotika: Bei bakteriellen oder Pilzinfektionen des Nervensystems.
  • Chirurgische Eingriffe: Bei bestimmten Erkrankungen, wie Bandscheibenvorfällen oder Tumoren, kann eine Operation erforderlich sein, um das Rückenmark oder Gehirn zu entlasten.
  • Physiotherapie: Zur Verbesserung der Beweglichkeit, Koordination und Muskelkraft nach neurologischen Schädigungen. Tierphysiotherapie wird beispielsweise in der Tierklinik Lademannbogen angeboten.
  • Akupunktur und Chiropraktik: Diese naturheilkundlichen Verfahren können bei bestimmten neurologischen Problemen unterstützend eingesetzt werden, um Schmerzen zu lindern und die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren. Simone Lafrenz in Hummelfeld bietet beispielsweise Akupunktur und Chiropraktik für Tiere an.
  • Ernährungsberatung: Eine angepasste Ernährung kann bei einigen neurologischen Erkrankungen, wie Epilepsie, unterstützend wirken.

Spezialisierung von Simone Lafrenz

Simone Lafrenz begann ihre Karriere mit dem Studium der Veterinärmedizin in Berlin im Jahr 1984. Ihr Ziel war es von Anfang an, ihren Patienten ganzheitlich im Rahmen der Naturheilkunde zu helfen, basierend auf fundierten medizinischen Kenntnissen. 1990 belegte sie Akupunktur-Kurse unter koreanischer Leitung und erlernte später die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) durch die Akademie für Tierärztliche Fortbildung (ATF). Im Mai 1997 bestand sie die Prüfung zur Führung der Zusatzbezeichnung Akupunktur durch die Tierärztekammer.

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Nach Stationen in England und verschiedenen Praxen gründete sie 1999 die tierärztliche Praxis Simone Lafrenz für Pferde in Borgdorf-Seedorf. 2003 begann sie eine chiropraktische Ausbildung und bestand 2004 die chiropraktische Prüfung an der European Academy of Veterinary Chiropractic (EAVC). 2007 gründete sie die tierärztliche Praxis Simone Lafrenz in ihrer jetzigen Form ohne den Bereich der Schulmedizin, um sich dem Patienten Tier und seinem Besitzer ohne Zeitdruck mit ihrer Erfahrung und Spezialisierung widmen zu können.

Sie bildet sich stetig fort und nimmt an Kursen und Tagungen teil, darunter die jährliche Hufbeschlagstagung der FU Berlin, Kurse in Stresspunktmassage, chinesische Phytotherapie, Sattelseminare und Osteopathiefortbildungen. Sie absolvierte auch eine Geomantieausbildung, um die Energiefelder, die uns und unsere Tiere umgeben, besser wahrnehmen zu können.

AniCura Flensburg: Erweiterung des Leistungsspektrums

Mit der neuen Geschäftsführerin Dr. Susanne Rákoshegyi erweitert das Fachtierärztliche Zentrum AniCura Flensburg sein Leistungsspektrum ab dem 1. September. Dr. Rákoshegyi ist Diplomate des European College of Veterinary Surgeons (ECVS) und Fachtierärztin für Chirurgie der Kleintiere. Ab dem 1. September 2025 können im Fachtierärztlichen Zentrum AniCura Flensburg wieder orthopädische und neurologische Operationen durchgeführt werden. Dazu zählen u. a. Frakturversorgungen, Kreuzband-Operationen, Bandscheibenoperationen sowie komplexe Eingriffe an Gelenken und Wirbelsäule. Auch spezialisierte Sprechstunden zur Lahmheits- oder neurologischen Abklärung stehen Patienten dann wieder offen.

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