Nerven, Brustkorb und Anatomie: Ein umfassender Überblick

Der Brustkorb, auch Thorax genannt, ist ein komplexes und vitales anatomisches Gebilde im menschlichen Körper. Er schützt lebenswichtige Organe und spielt eine entscheidende Rolle bei der Atmung. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Einblick in die Anatomie des Brustkorbs, seine Funktionen, mögliche Probleme und Behandlungsansätze.

Einführung in den Brustkorb

Der Brustkorb befindet sich im oberen Bereich des Körpers und wird lateinisch als Thorax bezeichnet. Er erstreckt sich vom Hals bis zum Zwerchfell, einem wichtigen Muskel für die Atmung, der die Brusthöhle von der Bauchhöhle trennt.

Die Begrenzungen des Brustkorbs

Der Brustkorb wird vorn und hinten durch verschiedene Knochen, Muskeln und Bänder begrenzt. Oberhalb des Brustkorbs liegt der Hals. Nach unten hin wird die Brusthöhle vom Zwerchfell begrenzt. Das Zwerchfell ist ein wichtiger Muskel für die Atmung. Es spannt sich quer im Körper aus und trennt so die Brusthöhle, also das Innere des Brustkorbs, vom Inneren des Bauches. Vorn oben vor dem Brustkorb liegen bei der Frau und beim Mann die beiden Brustdrüsen. Am Rücken oben liegen die beiden Schulterblätter. Über zwei Knochen, die Schlüsselbeine, ist der Brustkorb auch vorn mit den Schultern verbunden.

Das knöcherne Gerüst des Brustkorbs

Das Knochengerüst des Brustkorbs wird von den Brustwirbeln, den Rippen und dem Brustbein gebildet. Diese Knochen kann man von außen tasten. Außerdem gehören zum Brustkorb noch verschiedene Muskeln, Bänder und Gelenke. Sie verbinden die Knochen des Brustkorbs miteinander.

Die Brustwirbel

Als Brustwirbel bezeichnet man die zwölf Wirbel, die zur Brustwirbelsäule gehören. Die Brustwirbelsäule liegt zwischen der Halswirbelsäule und der Lendenwirbelsäule. Die Brustwirbel liegen hinten in der Mitte des Brustkorbs. Sie sind über Gelenke mit den Rippen verbunden. Die Wirbel enden hinten mit einem Knochenfortsatz, der in Richtung Rücken zeigt. Dieser Fortsatz heißt Dornfortsatz. Sie können die Dornfortsätze bei sich fühlen, indem Sie mit Ihren Fingerspitzen auf einer gedachten Mittellinie von Ihrem Nacken abwärts tasten. Ungefähr auf Höhe der Schultern spüren Sie einen deutlichen Knochenvorsprung: das ist der Dornfortsatz des letzten Halswirbels. Unter diesem Wirbel beginnt die Brustwirbelsäule. Auch dort können Sie von außen die Dornfortsätze ertasten.

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Das Brustbein

Das Brustbein ist ein länglicher, platter Knochen. Es befindet sich vorn in der Mitte des Brustkorbs. Das Brustbein ist am oberen Ende über zwei Knochen, nämlich über die beiden Schlüsselbeine, rechts und links mit der Schulter verbunden. An der Seite ist das Brustbein über Gelenke mit den ersten sieben Rippen verbunden. Wenn Sie mit der Hand vorn in der Mitte des Halses nach unten fahren, können Sie eine kleine Knochenmulde tasten. Das ist die Oberkante des Brustbeins. Vorn in der Mitte des Brustkorbs kann man die Vorderseite des Brustbeins tasten.

Die Rippen

Insgesamt gibt es zwölf Rippenpaare beim Menschen. Es gibt also zwölf Rippen auf der rechten Seite und zwölf Rippen auf der linken Seite. Jede Rippe besteht aus einem gebogenen Rippenknochen und aus dem Rippenknorpel. Alle Rippenknochen sind hinten am Brustkorb über Gelenke mit den Brustwirbeln verbunden. Das letzte Stück der Rippen vorn am Brustkorb besteht aus Knorpel. Die obersten sieben Rippenpaare sind vorn über den Rippenknorpel mit dem Brustbein verbunden. Der elastische Rippenknorpel und die Rippen-Wirbel-Gelenke sorgen mit dafür, dass sich der Brustkorb während der Atmung ausdehnen kann. Außerdem liegen zwischen den Rippen verschiedene Muskeln, die ebenfalls wichtig für die Atmung sind. Die ersten sieben Rippen sind über den Rippenknorpel mit dem Brustbein verwachsen. Die achte, neunte und zehnte Rippe sind im vorderen, unteren Bereich des Brustkorbs durch den Knorpel miteinander verwachsen. Auf diese Weise bilden Sie jeweils rechts und links einen knorpeligen Bogen. Diese Verbindung der Rippen wird Rippenbogen genannt. Sie können diesen Bogen tasten, wenn Sie mit der Hand unten am Brustkorb entlangfahren.

Muskeln des Brustkorbs

Die Muskeln des Brustkorbs lassen sich in intrinsische und extrinsische Muskeln unterteilen. Intrinsische Muskeln setzen nur am knöchernen Brustkorb an, während extrinsische Muskeln auch an anderen knöchernen Strukturen ansetzen. Muskeln beider Muskelgruppen unterstützen entweder die Inspiration oder die Exspiration.

Intrinsische Muskeln:

  • Mm. intercostales externi (Zwischenrippenmuskeln): 1.-11. Rippe, Blutversorgung: Seitenast der A., Innervation: Nn. intercostales
  • Mm. intercostales interni (innere Zwischenrippenmuskeln): 1.-11. Rippe, getrennt von den Mm. intercostales externi und verlaufen in entgegengesetzter Richtung, Blutversorgung: Seitenast der A., Innervation: Nn. intercostales
  • Mm. intercostales intimi (tiefste Zwischenrippenmuskeln): Ähnlicher Verlauf wie Mm. intercostales interni, Blutversorgung: Seitenast der A., Innervation: Nn. intercostales
  • M. transversus thoracis (querverlaufender Brustmuskel): Verlauf von der 3. bis 5. Rippe, Blutversorgung: Seitenast der A., Innervation: Nn. intercostales
  • Mm. subcostales (Unterrippenmuskeln): Verlauf von der 1. bis 9. Rippe, Blutversorgung: Aa. intercostales, Innervation: N. intercostalis

Extrinsische Muskeln:

  • M. serratus posterior superior (oberer hinterer Sägemuskel): Verlauf von der 1. bis 4. Rippe, Funktion: Elevation der Rippen, Blutversorgung: Seitenast der A., Innervation: N. intercostalis
  • M. serratus posterior inferior (unterer hinterer Sägemuskel): Verlauf von der 9. bis 12. Rippe, Funktion: Depression der Rippen, Blutversorgung: Seitenast der A., Innervation: N. intercostalis
  • M. levatores costarum (Rippenheber): Verlauf von den Querfortsätzen der Brustwirbel bis zu den Rippen, Funktion: Elevation der Rippen, Innervation: Nn. thoracici
  • M. pectoralis major (großer Brustmuskel): Funktion: Adduktion, Innenrotation und Anteversion des Arms, Innervation: Nn. pectorales medialis et lateralis
  • M. pectoralis minor (kleiner Brustmuskel): Funktion: Zieht das Schulterblatt nach vorne unten, Innervation: Nn. pectorales medialis et lateralis
  • M. subclavius (Unterschlüsselbeinmuskel): Funktion: Drückt Clavikula ins Sternoclavikulargelenk, Elevation der 1. Rippe, Blutversorgung: Seitenast der A., Innervation: N. subclavius

Die Aufgaben des Brustkorbs

Das Knochengerüst des Brustkorbs mit den Muskeln, Bändern und Gelenken ist ein Schutz für die in der Brusthöhle liegenden Organe. Der Brustkorb ist aber auch wichtig für die Atmung. Beim Einatmen dehnt sich der Brustkorb etwas aus, beim Ausatmen zieht er sich wieder zusammen. Diese Atembewegungen kann man von außen sehen.

Die Organe in der Brusthöhle

Die Brusthöhle beherbergt lebenswichtige Organe, die durch den Brustkorb geschützt werden. Zu diesen Organen gehören:

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Die Lunge

Die Lunge ist für die Atmung zuständig. Sie liegt geschützt durch die Rippen in der Brusthöhle. In der Lunge wird Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft in das Blut aufgenommen. Kohlenstoffdioxid aus dem Blut wird hingegen an die eingeatmete Luft abgegeben und ausgeatmet. Die Lunge besteht aus einem rechten und einem linken Lungenflügel. Manchmal spricht man auch nur kurz von den “beiden Lungen". Zwischen den beiden Lungenflügeln liegen einige wichtige Organe, wie zum Beispiel das Herz, die Luftröhre und die Speiseröhre. Außen wird die Lunge von einer Haut aus Bindegewebe umgeben. Diese Haut wird auch Brustfell genannt. Unter den beiden Lungenflügeln liegt das Zwerchfell. Das Zwerchfell ist eine Platte aus Muskelgewebe und Bindegewebe. Es trennt Brusthöhle und Bauchhöhle voneinander. Das Zwerchfell wird als Muskel für die Atmung benötigt.

Der Austausch der Atemgase in der Lunge

Die Lunge besteht im Inneren aus vielen kleinen Lungenbläschen. In ihnen findet der Austausch der Atemgase statt. Die wichtigsten Atemgase sind Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid. Beim Einatmen gelangt Luft mit viel Sauerstoff in die Lungenbläschen. Um die Lungenbläschen herum liegen viele kleine Blutgefäße. Der Sauerstoff aus der eingeatmeten Luft tritt durch die Wand der Lungenbläschen hindurch und geht in das Blut über. Kohlenstoffdioxid aus dem Blut wird hingegen in die Lungenbläschen abgegeben. Beim Ausatmen wird die Luft wieder aus der Lunge heraus transportiert.

Das Mediastinum

Der Raum zwischen den beiden Lungenflügeln wird Mediastinum genannt. Man kann dazu auch Mittelfellraum sagen. Hier liegen zum Beispiel das Herz, die Luftröhre und die Speiseröhre.

Das Herz

Das Herz liegt im Brustkorb unten im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln. Es liegt nicht genau in der Mitte des Brustkorbs, sondern meist etwas links von der Mitte. Außerdem liegt es etwas schräg im Brustkorb. Das Herz ist ein Muskel, der Blut durch den Körper pumpt. Es ist innen hohl. Man unterscheidet im Herzen vier verschiedene Höhlen, nämlich zwei Vorhöfe und zwei Kammern. Es liegen je ein Vorhof und eine Kammer rechts im Herzen und ein Vorhof und eine Kammer links im Herzen. Manchmal wird daher auch von der “rechten und linken Herzhälfte” gesprochen. Die vier Herzhöhlen werden durch Scheidewände voneinander getrennt. Das Herz ist die Pumpe des Körpers. Es pumpt das Blut über die Blutgefäße in den Körper. Dadurch können der Sauerstoff und die Nährstoffe im Blut in die Organe und Gewebe gelangen.

Der Weg des Blutes durch das Herz

Das sauerstoffarme Blut aus dem Körper wird über zwei große Blutgefäße gesammelt und zum Herzen transportiert. Das Blut gelangt hier zunächst in den rechten Herzvorhof. Von dort wird es in die rechte Herzkammer geleitet. Von der rechten Kammer wird es über ein großes Blutgefäß in die Lunge gepumpt. Dieses Gefäß ist die Lungenschlagader. Die Lungenschlagader verzweigt sich in viele kleine Äste. Dadurch kann sich das Blut in der Lunge verteilen. In der Lunge wird das Blut mit Sauerstoff angereichert. Das nun sauerstoffreiche Blut fließt jetzt in den linken Herzvorhof und von hier aus in die linke Herzkammer. Anschließend wird es von der linken Kammer in die Hauptschlagader des Körpers gepumpt. Von der Hauptschlagader aus kann sich das Blut im gesamten Körper verteilen. Vom Körper fließt es schließlich wieder zurück zum rechten Herzen.

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Die Herzklappen

Das Herz hat vier Herzklappen. Sie bestehen aus Bindegewebe. Die Herzklappen trennen die Vorhöfe von den Kammern und die Kammern von den großen Blutgefäßen. Eine Herzklappe ist wie ein Ventil und sorgt dafür, dass das Blut nicht zurückfließen kann.

Die Luftröhre

Über die Luftröhre wird die eingeatmete Luft in die Lunge geleitet. Die Luftröhre ist ein Schlauch aus Bindegewebe, Knorpel und Muskeln. Sie beginnt unterhalb des Kehlkopfes und liegt mittig oben im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln. Die Luftröhre zweigt sich in zwei größere Äste auf. Diese Äste heißen Hauptbronchien. Die Hauptbronchien verzweigen sich wie die Äste eines Baumes schließlich immer weiter und werden dabei immer kleiner. Sie enden in sehr kleinen Säckchen, die man auch Lungenbläschen nennt. In den Lungenbläschen findet der eigentliche Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid statt.

Die Speiseröhre

Die Speiseröhre ist ein Schlauch aus Muskeln. Die Aufgabe der Speiseröhre ist es, die Nahrung aus dem Rachen in den Magen zu transportieren. Die Speiseröhre verläuft zunächst hinten im Hals, direkt vor der Wirbelsäule. Dann zieht sie in die Brusthöhle. Hier verläuft sie hinten im Raum zwischen den beiden Lungenflügeln. Im unteren Bereich des Brustkorbs zieht die Speiseröhre durch eine Lücke im Zwerchfell in die Bauchhöhle hinein. Dort mündet sie schließlich in den Magen.

Mögliche Probleme und Erkrankungen des Brustkorbs

Der Brustkorb kann von verschiedenen Verletzungen, Erkrankungen und Fehlbildungen betroffen sein. Einige Beispiele sind:

  • Rippenbrüche: Rippenfrakturen sind sehr häufig und können durch Traumata oder Erkrankungen wie Osteoporose verursacht werden. Symptome sind stechende Schmerzen, die sich bei Bewegung und Atmung verschlimmern.
  • Zwerchfellentzündung: Eine Entzündung des Zwerchfells kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden und zu Brust- und Bauchschmerzen, Kurzatmigkeit und Husten führen.
  • Zwerchfellbruch (Zwerchfellhernie): Hierbei verschieben sich Organe, meist der Magen, durch eine Lücke im Zwerchfell in den Brustraum.
  • Tietze-Syndrom: Eine schmerzhafte, aber harmlose Entzündung der Knorpelverbindungen zwischen Rippen und Brustbein.
  • Interkostalneuralgie: Nervenschmerzen im Bereich der Zwischenrippenräume.
  • BWS-Syndrom: Beschwerden und Schmerzen rund um die Brustwirbelsäule, oft verursacht durch muskulär-fasziale Probleme.
  • Fehlbildungen des Thorax: Dazu gehören die Trichterbrust (Pectus excavatum) und die Hühnerbrust (Pectus carinatum), die zu Atemproblemen und Verlagerung des Herzens führen können.
  • Skoliose: Eine seitliche Verkrümmung der Wirbelsäule, die im Bereich der Brust vorkommen kann und zu Problemen mit den Atembewegungen führen kann.
  • Morbus Scheuermann: Eine krankhafte Veränderung und Verkrümmung der Brustwirbelsäule bei Jugendlichen.
  • Entzündungen an der Brustwirbelsäule: Können von Viren, Bakterien, Autoimmun- oder Stoffwechselerkrankungen verursacht werden.
  • Osteoporose: Eine Stoffwechselstörung, die zum Knochenschwund führt und Rippenfrakturen begünstigen kann.

Diagnose und Untersuchung des Brustkorbs

Die Diagnose von Erkrankungen des Brustkorbs umfasst in der Regel eine körperliche Untersuchung, bei der der Arzt den Brustkorb abtastet und abhört. Ergänzend können bildgebende Verfahren wie Röntgenaufnahmen, CT-Scans oder MRTs eingesetzt werden, um die Strukturen im Brustkorb genauer darzustellen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Brustkorbbeschwerden

Die Behandlung von Brustkorbbeschwerden richtet sich nach der zugrunde liegenden Ursache. Einige gängige Behandlungsansätze sind:

  • Schmerztherapie: Schmerzlindernde Medikamente, sowohl rezeptfreie als auch verschreibungspflichtige, können zur Linderung von Schmerzen eingesetzt werden. Bei besonders starken, chronischen Schmerzen wirken auch Opioide wie Morphin oder Tilidin. Das ist allerdings nur eine Lösung für kurze Zeit.
  • Physiotherapie: Physiotherapeutische Übungen können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Schmerzen zu reduzieren.
  • Wärme- oder Kälteanwendungen: Wärmeanwendungen können bei Muskelverspannungen helfen, während Kälteanwendungen bei Entzündungen empfehlenswert sind.
  • Orthesen: Bei Fehlbildungen wie der Trichterbrust können Orthesen eingesetzt werden, um die Brustwand zu korrigieren.
  • Operation: In einigen Fällen, z.B. bei schweren Verletzungen oder Fehlbildungen, kann eine Operation erforderlich sein.

Übungen für den Brustkorb

Es gibt verschiedene Übungen, die helfen können, die Muskulatur des Brustkorbs zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern. Dazu gehören Dehnübungen, Atemübungen und Übungen mit der Faszienrolle.

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