Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann: Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten

Viele Menschen leiden unter chronischen Fußsohlenschmerzen, die sich trotz verschiedener Therapieansätze nicht bessern. Obwohl die Schmerzen spezifisch an der Fußsohle lokalisiert sind, können verschiedene Erkrankungen diese verursachen. Häufig spielt der Nervus plantaris lateralis, auch bekannt als Baxter-Nerv oder Jogger-Nerv, eine zentrale Rolle bei diesem Schmerzsyndrom.

Anatomie und Funktion des Fußes

Der Fuß ist ein komplexes Gebilde aus 26 Knochen, 33 Gelenken und über 100 Muskeln, Sehnen und Bändern. Er trägt das gesamte Körpergewicht und ermöglicht Mobilität und Balance. Der Fußspann, oder Dorsum pedis, bezeichnet den Bereich zwischen den Zehen und dem Knöchel und umfasst das Fußrücken-Gefäß-Nerven-Bündel, Sehnen, Muskeln sowie Teile der Fußwurzelknochen. Diese Strukturen sind nicht nur für die Beweglichkeit der Zehen verantwortlich, sondern auch für die Verteilung des Körpergewichts und die Dämpfung von Stößen beim Gehen oder Laufen.

Ursachen von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann

Nerven im Fuß können durch verschiedene Faktoren eingeklemmt und gereizt werden. Dazu gehören:

  • Enge Schuhe: Zu enge Schuhe können Druck auf die Nerven ausüben.
  • Schwellungen: Schwellungen infolge von Zerrungen, Prellungen oder Entzündungen können die Nerven einengen.
  • Fußfehlstellungen: Ein Knicksenkfuß oder eine arthrosebedingte Fehlstellung des Sprunggelenks kann zu Nervenkompressionen führen.
  • Überlastung: Gewaltige Belastungen und Strapazen können die Nerven im Fuß überlasten.
  • Morton-Neurom: Eine Verdickung der Nerven zwischen den Köpfchen des dritten und vierten (seltener des zweiten und dritten) Mittelfußknochens.
  • Tarsaltunnelsyndrom: Eine Einengung des Nervus tibialis (Schienbeinnerv) durch ein Band zwischen Innenknöchel und Fersenbein.
  • Weitere Ursachen: Bandscheibenvorfälle, physische Traumata, Tumore oder Virusinfektionen können ebenfalls Nervenschädigungen verursachen.

Der Baxter-Nerv und seine Bedeutung

Der Nervus plantaris lateralis, auch bekannt als Baxter-Nerv oder Jogger-Nerv, ist der erste Ast eines am Innenknöchel entlanglaufenden Nervs der Fußsohle. Er kann zu Problemen und Fußschmerzen im Bereich der Sohle führen. Auf seinem Verlauf hinter dem Innenknöchel des Fußes in Richtung Fußsohle passiert der Baxter-Nerv zwei Engstellen, an denen er bei manchen Menschen einem erhöhten Druck ausgesetzt ist. Zusätzlich ist der Musculus abductor hallucis, ein am seitlichen Fußinnenrand verlaufender Muskel, von Bedeutung, da der Baxter-Nerv hinter diesem Muskel in Richtung Fußsohle abtaucht.

Morton-Neurom: Eine häufige Ursache für Mittelfußschmerzen

Das Morton-Neurom ist eine häufige Erkrankung des Mittelfußes, die überwiegend Frauen betrifft. Dabei kommt es durch überlastungsbedingte Umbauprozesse zu einer Verdickung der Mittelfußnerven und damit zu einer Beeinträchtigung der Funktion. Belastungsabhängige Schmerzen treten typischerweise zwischen dem dritten und vierten Zeh auf. Die Morton-Neuralgie ist eine typische Komplikation des Spreizfußes, der häufigsten Fußfehlstellung im Erwachsenenalter. Weitere Ursachen für eine erhöhte Vorfußbelastung sind das Tragen von Schuhen mit hohen Absätzen oder zu enge Schuhe.

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Tarsaltunnelsyndrom: Einklemmung des Schienbeinnervs

Beim Tarsaltunnelsyndrom wird der Nervus tibialis (Schienbeinnerv) durch ein Band eingeengt, das zwischen Innenknöchel und Fersenbein aufgespannt ist. Gerät der Schienbeinnerv, welcher für die Gefühlsempfindung der Fußsohle sorgt, unter Druck, kann dies zu einschießenden Schmerzen im Fuß, Brennen, Taubheit oder Ameisenlaufen führen. Ursächlich sind meist Fußfehlstellungen wie der Knick-Senkfuß oder Verletzungen.

Symptome von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann

Die Symptome von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann können vielfältig sein und hängen von der jeweiligen Ursache ab. Häufige Symptome sind:

  • Schmerzen: Brennende, stechende oder dumpfe Schmerzen im Fußspann, der Fußsohle oder den Zehen.
  • Missempfindungen: Kribbeln, Taubheitsgefühle oder ein Gefühl von "Ameisenlaufen".
  • Druckempfindlichkeit: Schmerzen bei Druck auf bestimmte Bereiche des Fußes.
  • Belastungsschmerzen: Zunahme der Schmerzen bei Belastung des Fußes.
  • Nachtschmerzen: Schmerzen, die vor allem nachts auftreten.
  • Bewegungseinschränkungen: Einschränkungen der Beweglichkeit des Fußes oder der Zehen.

Patienten mit Nerveneinklemmungen am Fuß geben neben den Schmerzen an der Unterseite der Ferse auch Missempfindungen (Parästhesien), Kribbel- und manchmal auch Taubheitsgefühle des Fußes an.

Symptome des Morton-Neuroms

Typisch für das Morton-Neurom sind brennende oder stechende Schmerzen im Mittelfuß und in den Zehen, die plötzlich einschießen. Die Beschwerden verschlimmern sich bei Fortschreiten der Krankheit. Der Fuß wird vorne breiter, und auch Belastungsschmerzen sind typisch. Oft besteht zusätzlich zu den Mittelfußschmerzen eine Missempfindung der benachbarten Kleinzehen.

Symptome des Tarsaltunnelsyndroms

Patienten mit Tarsaltunnelsyndrom leiden teilweise auch unter Schmerzen am Fußrücken. Häufig nehmen die Schmerzen im Verlauf des Tages zu, vor allem aber sind sie in der Nacht und in Ruhe zu spüren. Kribbeln oder Taubheit der Fußsohle - zum Teil bis in die Zehen - sind möglich, und manche haben auch das Gefühl, dass ihr Fuß "einschläft".

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Diagnose von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann

Die Diagnose von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann umfasst in der Regel folgende Schritte:

  1. Anamnese: Erhebung der Krankengeschichte und Beschreibung der Beschwerden durch den Patienten.
  2. Klinische Untersuchung: Untersuchung des Fußes, einschließlich Palpation (Abtasten) bestimmter Bereiche, Prüfung der Sensibilität und Beweglichkeit sowie Durchführung spezieller Tests.
  3. Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchung oder Magnetresonanztomographie (MRT) können zur Beurteilung der Knochen, Sehnen und Nerven eingesetzt werden.
  4. Elektrophysiologische Untersuchungen: Messung der Nervenleitgeschwindigkeit zur Beurteilung der Nervenfunktion (im Fall einer Baxter Nerv Neuralgie ist diese Methode allerdings sehr ungenau und in einigen Fällen kaum durchführbar).
  5. Lokalanästhesie: Injektion eines Lokalanästhetikums in den betroffenen Bereich zur Bestätigung der Diagnose (z.B. bei Verdacht auf Morton-Neurom).

Die Diagnosefindung im Fall einer Baxter Nerv Neuralgie lässt sich schwer evaluieren.

Diagnose des Morton-Neuroms

Unsere Orthopäden im Orthozentrum Freiburg werden Sie in einem ausführlichen Gespräch bezüglich Ihrer Beschwerden befragen. Anschließend findet eine körperliche Untersuchung statt, in der u.a. geprüft wird, ob ein Druckschmerz im Bereich der Mittelfußknochen ausgelöst werden kann. Zusätzlich wird das sogenannte Mulder Zeichen geprüft, indem der Untersucher die Mittelfußköpfchen zusammendrückt. Im weiteren Verlauf können bildgebende Verfahren, wie eine Ultraschall- oder eine Kernspinuntersuchung, den Verdacht auf eine Morton-Neuralgie erhärten.

Diagnose des Tarsaltunnelsyndroms

Feststellen lässt sich ein Tarsaltunnelsyndrom dadurch, dass bei Beklopfen des Nervs ein elektrisierendes Gefühl ausgelöst wird. Der Orthopäde stellt eine Verdachtsdiagnose durch intensive Patientenbefragung. Dies ist der wichtigste Schritt: Bereits die Schilderung der Schmerzen durch den Patienten mit Brennen und Gefühlsstörungen an den Füßen weisen den Spezialisten eindeutig auf ein Tarsaltunnelsyndrom hin.

Behandlung von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann

Die Behandlung von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann richtet sich nach der Ursache der Beschwerden. Im Allgemeinen umfasst sie folgende Maßnahmen:

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  1. Konservative Behandlung:
    • Schonung: Vermeidung von Aktivitäten, die den Fuß belasten.
    • Kühlung: Auflegen von Eispackungen zur Reduzierung von Schwellungen und Schmerzen.
    • Kompression: Anlegen eines elastischen Verbands zur Unterstützung des Fußes.
    • Hochlagerung: Hochlagern des Fußes zur Reduzierung von Schwellungen.
    • Schmerzmittel: Einnahme von schmerzstillenden und entzündungshemmenden Medikamenten (z.B. NSAR).
    • Orthopädische Einlagen: Anpassen von Schuheinlagen zur Korrektur von Fußfehlstellungen und Entlastung der Nerven.
    • Physiotherapie: Durchführung von Übungen zur Stärkung der Fußmuskulatur und Verbesserung der Beweglichkeit.
    • Injektionen: Injektion von Lokalanästhetika oder Kortison zur Schmerzlinderung und Entzündungshemmung.
  2. Operative Behandlung:
    • Neurolyse: Operative Freilegung des Nervs zur Beseitigung von Engstellen.
    • Neurektomie: Entfernung des verdickten Nervengewebes (z.B. beim Morton-Neurom).
    • Korrekturosteotomie: Operative Korrektur von Fußfehlstellungen.

Wie bei vielen weiteren Erkrankungen des Fußes, gilt die erste Regel der Heilung auch hier: jede Überbelastung möglichst zu vermeiden! Eine wichtige Hilfestellung bietet daneben auch die Korrektur einer möglichen Fehlstellung, zum Beispiel eines Knick- oder Senkfußes, sowie die Weichbettung der schmerzhaften Fußpartie. Mit wiederholten Infiltrationen mittels niedrig dosiertem Kortison, gelingt es meist den Patienten von den Schmerzen zu befreien.

Behandlung des Morton-Neuroms

Das Ziel der Behandlung besteht in der Entlastung der Mittelfußnerven. Zur Korrektur eines bestehenden Spreizfußes sollten Schuheinlagen, die das Fußlängsgewölbe unterstützen, zum Einsatz kommen. In fortgeschrittenen Fällen können zur Linderung der Schmerzen kurzfristig Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) angewandt werden. Eine Operation, bei der der verdickte Nerv entfernt wird, ist nur selten nötig.

Behandlung des Tarsaltunnelsyndroms

Die Behandlung erfolgt in erster Linie konservativ und beinhaltet eine gezielte Trainingstherapie und die Verabreichung schmerzstillender und entzündungshemmender Medikamente, die an die betroffene Stelle injiziert werden. Dabei wird das Ziel verfolgt, durch Abschwellen des Gewebes den Druck vom Nerv zu nehmen. Wenn sich die Beschwerden trotz dieser Therapieversuche hartnäckig halten, kann unter Umständen eine operative Behandlung erforderlich sein, bei der das für die Einengung verantwortliche Band durchtrennt wird.

Prävention von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann

Zur Vorbeugung von Nervendruckempfindlichkeit im Fußspann können folgende Maßnahmen beitragen:

  • Tragen von geeignetem Schuhwerk: Schuhe mit ausreichend Platz für die Zehen und guter Dämpfung wählen.
  • Vermeidung von Überlastung: Übermäßige Belastung der Füße vermeiden.
  • Korrektur von Fußfehlstellungen: Fußfehlstellungen frühzeitig behandeln lassen.
  • Regelmäßige Fußpflege: Regelmäßige Pflege der Füße zur Vermeidung von Hautschäden und Entzündungen.
  • Gewichtskontrolle: Übergewicht vermeiden, um die Belastung der Füße zu reduzieren.
  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung zur Stärkung der Fußmuskulatur und Verbesserung der Durchblutung.

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