Nervengeschwindigkeit erhöhen: Möglichkeiten zur Behandlung und Prävention von Polyneuropathie

Einführung

Polyneuropathie (PNP) ist eine Erkrankung, bei der mehrere Nerven gleichzeitig geschädigt werden. Schätzungen zufolge leiden weltweit 40 von 100.000 Menschen an dieser Nervenkrankheit. Es gibt Hunderte verschiedener Arten der Polyneuropathie, und die Ursachen können vielfältig sein. Oft lässt sich der auslösende Faktor im Nachhinein nicht mehr feststellen. Da die Erkrankung oft schleichend beginnt und nicht immer sofort erkannt wird, ist es entscheidend, die ersten Warnsignale zu verstehen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen. Betroffene erleben nicht nur physische Einschränkungen, sondern häufig auch psychische Belastungen, da die Symptome allmählich die Lebensqualität mindern können. Das Wissen über die Frühwarnzeichen und die Verfügbarkeit von Therapien ist daher ein wichtiger Schritt, um das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und die Beschwerden zu lindern.

Frühwarnzeichen und Symptome der Polyneuropathie

Die Symptome einer Polyneuropathie können vielfältig sein und hängen davon ab, welche Nerven betroffen sind. Einige der häufigsten Frühwarnzeichen sind:

  • Taubheit und Kribbeln: Ein frühes Symptom ist oft ein Gefühl von Taubheit oder Kribbeln in den Händen und Füßen. Diese Empfindungen, auch als Parästhesien bezeichnet, treten meist symmetrisch auf und können sich mit der Zeit ausbreiten. Sie entstehen durch eine gestörte Signalübertragung in den sensorischen Nerven. Betroffene beschreiben oft das Gefühl, als würden sie auf Watte laufen oder ihre Haut sei von einem unsichtbaren Handschuh bedeckt. Diese Symptome sind oft ein erstes Warnsignal für eine bestehende Nervenschädigung und sollten ernst genommen werden, da sie sich unbehandelt verschlimmern können.
  • Schmerzen: Brennende, stechende oder ziehende Schmerzen sind ebenfalls häufige Frühwarnzeichen. Diese neuropathischen Schmerzen entstehen, wenn geschädigte Nerven überaktiven oder fehlerhaften Signalen an das Gehirn senden. Besonders auffällig ist, dass die Schmerzen oft ohne erkennbaren äußeren Reiz auftreten und nachts schlimmer werden. Studien zeigen, dass bis zu 30 % der Menschen mit Diabetes Typ 2 im Frühstadium neuropathische Schmerzen entwickeln. Diese Schmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen, da sie Schlafstörungen und chronische Erschöpfung hervorrufen können.
  • Verlust von Reflexen: Ein weiteres Anzeichen ist die Abnahme oder der Verlust von Reflexen, insbesondere in den Beinen. Dies kann darauf hinweisen, dass motorische Nerven betroffen sind. Neurologen testen häufig den Achillessehnenreflex, da ein Ausbleiben dieses Reflexes ein Hinweis auf eine Polyneuropathie sein kann. Der Verlust von Reflexen bedeutet, dass die Signalübertragung zwischen Nerven und Muskeln gestört ist, was langfristig zu Muskelschwäche und Mobilitätsproblemen führen kann.
  • Muskelschwäche: Betroffene berichten oft von einer abnehmenden Muskelkraft oder Schwierigkeiten beim Gehen und Stehen. Dies tritt auf, wenn motorische Nerven geschädigt sind. Ein typisches Beispiel ist das Stolpern über Hindernisse oder das Gefühl von Unsicherheit auf unebenem Untergrund. In späteren Stadien kann es sogar zu Muskelatrophie kommen, also einem Abbau der Muskelmasse, der die Bewegungsfähigkeit weiter einschränkt. Diese Symptome können den Alltag erheblich erschweren und die Gefahr von Stürzen erhöhen.
  • Autonome Nervensystem-Symptome: Die Polyneuropathie kann auch das autonome Nervensystem betreffen und Symptome wie Blutdruckabfall beim Aufstehen, vermehrtes Schwitzen oder Verdauungsstörungen verursachen. Diese Anzeichen sind oft subtiler, sollten jedoch ernst genommen werden, da sie auf eine Beteiligung lebenswichtiger Funktionen hinweisen. Beispielsweise können Störungen der Verdauung zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen führen, während plötzlicher Blutdruckabfall Schwindel und Stürze verursacht.

Ursachen und Risikofaktoren

Die Ursachen einer Polyneuropathie (PNP) können vielfältig sein. Einige der häufigsten Ursachen sind:

  • Diabetes mellitus: Die häufigste Ursache in den Industrienationen. Chronisch erhöhte Blutzuckerwerte schädigen die Nervenfasern durch eine Kombination aus oxidativem Stress und Durchblutungsstörungen. Wenn Diabetes die Ursache ist, spricht man von einer diabetischen Polyneuropathie.
  • Alkoholkonsum: Langanhaltender Missbrauch kann zu Vitamin-B1-Mangel führen, was die Nervenfunktion beeinträchtigt. Alkohol selbst wirkt zudem neurotoxisch.
  • Vitaminmangel: Insbesondere ein Mangel an Vitamin B12, das für die Myelinschicht der Nerven wichtig ist, kann eine Polyneuropathie verursachen. Forscher haben in diversen Studien herausgefunden, dass es Zusammenhänge zwischen einer Polyneuropathie und Vitamin-D-Mangel gibt. Auch eine langjährige Fehlernährung kann zu einer PNP führen. Zusätzlich steigt die Gefahr einer Insulinresistenz (beginnender Diabetes).
  • Medikamente: Einige Chemotherapeutika und Antibiotika können als Nebenwirkung Nerven schädigen. Auch Antiretrovirale Therapien können das Risiko erhöhen. Manche Medikamente können eine Polyneuropathie verursachen. Besonders bekannt ist dies bei Chemotherapeutika (z. B.). Auch einige Antibiotika (Metronidazol, Nitrofurantoin, Linezolid) und bestimmte HIV-Medikamenten gelten als mögliche PNP-Ursachen. In seltenen Fällen können auch Cholesterinsenker (Statine) Nervenschäden fördern.
  • Toxine: Eine PNP kann beispielsweise die Folge einer Vergiftung sein. Hier kommen Chemikalien wie etwa Pflanzenschutzmittel (Glyphosat) oder Quecksilber in Frage. Schwermetalle wie Blei können in Obst und Gemüse vorkommen, das in belasteten Böden oder in der Nähe von Industrieanlagen angebaut wurde. Quecksilber findet sich häufig in größeren Fischarten wie Thunfisch, Schwertfisch und Hai, die aufgrund ihrer Position in der Nahrungskette höhere Konzentrationen aufweisen. Um die Aufnahme von Quecksilber zu minimieren, solltest du auf nachhaltige und zertifizierte Fischprodukte achten, die regelmäßig auf Schadstoffe überprüft werden. Kleinere Fischarten wie Sardinen oder Makrelen enthalten in der Regel weniger Schwermetalle und sind eine gesündere Alternative. Drogen sind ebenfalls ein möglicher auslösender Faktor der Polyneuropathie. Verwenden Sie in Haus, Hof und Garten keine Unkraut- oder Insektenvernichter! Auch der langjährige Einfluss von Chemikalien am Arbeitsplatz (z. B.) kann schädlich sein.
  • Andere Erkrankungen: Darüber hinaus kann die Polyneuropathie eine Begleit- oder Folgeerscheinung nicht nur von Diabetes sein, sondern auch von vielen anderen Krankheiten, wie z. B. von Borreliose, HIV (durch Virus und auch durch die Medikamente) sowie von manchen Autoimmunerkrankungen (z. B.). Häufig wird in diesem Zusammenhang auch das Guillain-Barré-Syndrom genannt: Es ist jedoch keine Ursache, sondern eine eigene Form der PNP. Das Guillain-Barré-Syndrom heilt meist nach etlichen Wochen wieder folgenlos aus.

Diagnose

Die Diagnose einer Polyneuropathie umfasst in der Regel mehrere Schritte:

  • Neurologische Untersuchung: Reflexe, Muskelkraft und Sensibilität werden getestet. Ein typisches Zeichen ist der Verlust der Vibrationsempfindung.
  • Elektroneurografie (ENG): Diese Methode misst die Nervenleitgeschwindigkeit und zeigt, ob die Nerven normal funktionieren. Verlangsamte Leitgeschwindigkeiten weisen auf eine Schädigung hin.
  • Blutuntersuchungen: Sie können Hinweise auf zugrunde liegende Erkrankungen wie Diabetes oder Vitaminmängel geben. Auch Entzündungsmarker oder Autoantikörper können untersucht werden. Vitaminstatus prüfen lassen: Bei vegetativer oder sensorischer Symptomatik kann ein einfacher Bluttest Klarheit schaffen. Eine frühe Therapie bei Vitaminmangel kann das Fortschreiten der Krankheit oft verhindern.
  • Nervenbiopsie: In seltenen Fällen wird ein Stück Nervengewebe entnommen, um die Ursache der Schädigung zu identifizieren. Dies ist jedoch meist nur bei unklaren Fällen notwendig.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Therapie der Polyneuropathie richtet sich nach ihrer Ursache.

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  • Ursachenbekämpfung: Bei diabetischer Polyneuropathie ist eine konsequente Blutzuckerkontrolle entscheidend. Bei Vitaminmangel werden hochdosierte Vitamine verabreicht, um die Nervenschäden zu beheben. Sind Medikamente oder Drogen die Auslöser, können sie künftig gemieden oder im Falle der Arzneimittel gegen verträglichere ausgetauscht werden. Auch die diabetische Polyneuropathie lässt sich verhältnismäßig gut therapieren - indem "ganz einfach" der Diabetes mellitus therapiert wird.
  • Schmerztherapie: Medikamente wie Gabapentin oder Pregabalin können neuropathische Schmerzen lindern. Auch Antidepressiva wie Amitriptylin oder Duloxetin haben sich bewährt.
  • Physiotherapie und Ergotherapie: Sie können helfen, die Muskelkraft zu erhalten und die Mobilität zu verbessern. Elektrische Nervenstimulation (TENS) ist eine weitere Option zur Schmerzlinderung. Diese Therapieformen tragen dazu bei, den Alltag trotz Einschränkungen selbstständig zu bewältigen.
  • Ernährung: Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung unterstützt die Nervenfunktion. Besonders wichtig sind Vitamine der B-Gruppe und Antioxidantien. Um einem Vitaminmangel entgegenzuwirken, solltest du auf eine ausgewogene Ernährung mit vitaminreichen Lebensmitteln wie Fleisch, Fisch und Milchprodukte für Vitamin B12 sowie Nüsse und Pflanzenöle für Vitamin E achten. Wenn ein Mangel diagnostiziert wird, können Nahrungsergänzungsmittel oder Injektionen gezielt helfen, besonders bei Vitamin B12. Regelmäßige Bluttests geben dir Sicherheit und helfen, frühzeitig gegenzusteuern.
  • Bewegung: Regelmäßiger Sport verbessert die Durchblutung und kann helfen, Symptome zu lindern. Studien zeigen, dass moderate Bewegung Entzündungsprozesse reduziert und die Regeneration der Nerven unterstützt. Machen Sie so viel Sport, wie es ihnen möglich ist! Nach der sportlichen Betätigung sollten Sie ihre Füße immer untersuchen, ob irgendwelche Reizungen, Blasen oder Wunden zu sehen sind.
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin: Beide Substanzen können die Nervenschädigung verschlimmern und sollten gemieden werden.
  • Stressbewältigung: Chronischer Stress kann Entzündungen im Körper verschlimmern und das Fortschreiten der Polyneuropathie begünstigen. Entspannungstechniken wie Meditation oder Yoga können hilfreich sein.
  • Regelmäßige Kontrolluntersuchungen: Lass deine Nervenfunktion und Vitalwerte regelmäßig überprüfen, insbesondere wenn du zu den Risikogruppen gehörst. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Besonders Diabetiker sollten routinemäßig auf Anzeichen einer Polyneuropathie untersucht werden.
  • Barfußtraining: Gezielte Reize durch Barfußlaufen auf unterschiedlichen Untergründen können die Nervenstimulation verbessern und zur Erhaltung der Sensibilität beitragen.
  • Rotlicht-Therapie: Die Rotlicht-Therapie kann bei vielen Beschwerden hilfreich sein. In Studien ist hier meist die Rede von low-level light therapy (LLLT) oder Photobiomodulation. Dies ist bei Polyneuropathie ein wichtiges Thema. Gut an den Beinen einsetzen lässt sich z. B. Lesen Sie mehr über die Rotlicht-Therapie in unserem Artikel Rotlicht-Therapie - Wirkung und Anwendungen.
  • Nahrungsergänzungsmittel:
    • Uridinmonophosphat (UMP): UMP ist ein wichtiger Baustein für Nervenzellen und kann die Regeneration geschädigter Nerven unterstützen. In Kombination mit Folsäure und Vitamin B12 konnte UMP in einer Studie mit über 200 PNP-Patienten die Nervenschmerzen signifikant reduzieren (11). UMP ist ein natürlicher Stoff, der auch in Tomaten, Brokkoli, Getreide, Pilzen etc. vorkommt. Dort allerdings nur in Mengen von wenigen Milligramm. In Studien hingegen wird UMP meist in Dosen von 50 bis 75 mg pro Tag verabreicht - oft kombiniert mit B-Vitaminen (z. B. UMP-Präparate könnten auch mit Alpha-Liponsäure kombiniert werden. Negative Wechselwirkungen sind nicht bekannt.
    • Alpha-Liponsäure: Die Alpha-Liponsäure ist ein starkes Antioxidans, das bevorzugt zur Behandlung der diabetischen Polyneuropathie verwendet wird. In Studien werden Dosierungen von 600 über 1200 bis 1800 mg pro Tag verwendet. Die Dosis wird auf zwei bzw. drei Dosen pro Tag aufgeteilt.
    • Magnesium: Magnesium beruhigt das Nervensystem. Wählen Sie gut verträgliche Magnesiumpräparate, da in diesen sehr hohen Dosen z. B. Magnesiumcitrat zu Durchfall führen würde. Gerade wegen der sehr hohen Dosis sollten Sie diese Maßnahme mit Ihrem Arzt besprechen und in jedem Fall mit einer niedrigen Dosis starten, um zu sehen, ob bei Ihnen nicht vielleicht schon z. B.
    • B-Vitamine: Während ein Vitamin-B12-Mangel sehr oft bei Polyneuropathie-Patienten entdeckt wird, ist dies bei den Vitaminen B1 und B6 nicht so häufig und einheitlich der Fall (7). Denn manche Studien zeigten, dass ein Mangel an Vitamin B6 den neuropathischen Schmerz verstärken oder sogar verursachen kann. Gleichzeitig aber können zu hohe Vitamin-B6-Dosen ebenfalls zu neuropathischen Symptomen führen. Bisher galten 50 mg und mehr als entsprechend riskante Dosen. Daher ist es hier wichtig, eine ausreichende Versorgung sicherzustellen und dabei zu hohe Dosen zu vermeiden. Der normale Tagesbedarf an Vitamin B6 wird mit 1,4 mg (Frauen) und 1,6 mg (Männer) angegeben. Wird bei einer Polyneuropathie daher ein Mangel entdeckt, könnte man mit einem Vitamin-B-Komplex gegenwirken, der zwischen 1,5 und 5 mg Vitamin B6 versorgt, z. B. In einer Studie von 2005 erhielten die Teilnehmer, die alle an einer diabetischen Polyneuropathie litten, über drei Wochen hinweg viermal täglich je 100 mg Vitamin B1 und erlebten eine deutliche Besserung ihrer Beschwerden (9) (im Vergleich auch zur Placebogruppe). Schon oben bei den möglichen Ursachen haben wir einen Vitamin-B12-Mangel aufgeführt. Dazu eignet sich nicht die Messung von Vitamin B12 im Serum, die von vielen Ärzten noch durchgeführt wird. Bei zu niedrigen Werten, nehmen Sie täglich 1000 µg Vitamin B12 ein oder lassen sich von Ihrem Arzt eine B12-Spritzenkur (von Medivitan) verschreiben (ein- bis zweimal wöchentlich eine Spritze über mind. 4 Wochen hinweg).
    • Vitamin D: Vitamin D gilt ebenso als eine wirksame Substanz für die Behandlung neuropathischer Symptome. Zur Prävention einer Polyneuropathie gehen Mediziner von täglichen Dosen zwischen 1.800 und 4.000 IE Vitamin D aus.
  • Heilpflanzen: Laut einer im Jahr 2018 an der Mashhad University of Medical Sciences durchgeführten Studie können diverse Heilpflanzen wie der Kalmus, Estragon, Salbei oder auch Kurkuma bei Polyneuropathie hilfreich sein. Auch Capsaicin, der in Chilis enthalten ist, kann US-Forschern zufolge bei der Schmerzbekämpfung gute Dienste erweisen. Äußerlich angewandte Capsaicin-Zubereitungen wie z. B. Wichtig sei jedoch eine auf den Patienten individuell angepasste Dosierung bzw. Anwendungsdauer. Zur äußerlichen Anwendung gedachtes Capsaicin mit einer Dosis von 8 Prozent war am wirkungsvollsten. Auch Helmkraut (Scutellaria) beruhigt das gesamte Nervensystem. Die empfohlene Dosierung beträgt 15 Tropfen einer Helmkraut-Tinktur. Die Einnahme von Nachtkerzenöl kann wirkungsvoll bei der Vorbeugung von Nervenschäden und möglicherweise bei milden Formen der diabetischen Polyneuropathie hilfreich sein. Die äußerliche Anwendung von Rizinusöl-Packungen kann bei manchen Menschen die Symptome der Polyneuropathie lindern.

Möglichkeiten zur Erhöhung der Nervengeschwindigkeit

Neben den genannten Behandlungen gibt es auch einige Ansätze, die darauf abzielen, die Nervengeschwindigkeit direkt zu erhöhen:

  • Axondicke: Reize werden im Gehirn über biologische Kabel, so genannte Axone, weitergeleitet. Dickere Axone ermöglichen dabei eine schnellere Weiterleitung. Nun haben Forscher eine Möglichkeit gefunden, die Axondicke und damit die Geschwindigkeit der Reizweiterleitung bei Mäusen zu erhöhen.
  • Myelin: Im Nervensystem von Wirbeltieren dagegen wurde im Laufe der Evolution die Reizweiterleitung auf andere Weise erhöht. Es bildete sich Myelin: eine Biomembran, die Nervenfasern mit einer mehrlagigen, fettreichen Schicht umgibt und elektrisch isoliert. Diese Isolationsschicht entstammt so genannten Schwannzellen, die dicht um die Axone gewickelt sind und selbige in das Myelin einhüllen. Durch Myelin ist die Erregungsleitung auch bei Axonen mit kleinem Durchmesser sehr schnell.
  • Protein CMTM6: Am Max-Planck-Institut für experimentelle Medizin erforschen Dr. Hauke Werner und seine Arbeitsgruppe den Zusammenhang zwischen Myelin und der Funktionalität von Axonen. In ihrer Studie schalteten die Forscher dieses Protein mit der Bezeichnung CMTM6 in den Schwannzellen von Mäusen genetisch aus. Dadurch entwickelten die Mäuse deutlich dickere Axone als ihre Artgenossen. Elektrophysiologische Untersuchungen der Nervenzellen zeigten, dass die Nervenleitgeschwindigkeit in diesen Mäusen erhöht ist. Das Protein CMTM6 könnte ein Ansatzpunkt für die Therapie solcher Krankheiten sein. Im nächsten Schritt wollen die Forscher daher in Mäusen, die durch genetische Veränderungen bestimmte neurologische Erkrankungen entwickeln, zusätzlich das Protein CMTM6 ausschalten und untersuchen, ob sich das Krankheitsbild dadurch verbessert.
  • Protein und Reizübertragung: Protein beeinflusst Reizübertragung.

Vorbeugung

Einige Maßnahmen können helfen, das Risiko einer Polyneuropathie zu verringern:

  • Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten kann helfen, den Körper mit den notwendigen Nährstoffen zu versorgen.
  • Regelmäßige Bewegung: Sport und körperliche Aktivität können die Durchblutung verbessern und die Nervenfunktion unterstützen.
  • Vermeidung von Alkohol und Nikotin: Diese Substanzen können die Nerven schädigen und sollten vermieden werden.
  • Kontrolle des Blutzuckerspiegels: Menschen mit Diabetes sollten ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig kontrollieren und auf eine gute Einstellung achten.
  • Vermeidung von Toxinen: Der Kontakt mit giftigen Substanzen sollte vermieden werden. Mit einer Haaranalyse oder Nagelanalyse können Sie leicht die Belastung mit Schwermetallen und Aluminium überprüfen. Es muss kein Blut genommen werden und man braucht zunächst auch keinen Arzt dazu. Sie schneiden sich einfach etwas Haar oder einige Fingernägel ab und senden diese ein.
  • Stressmanagement: Chronischer Stress kann sich negativ auf die Nervenfunktion auswirken. Entspannungstechniken wie Yoga oder Meditation können helfen, Stress abzubauen.
  • Beobachte deine Symptome: Notiere Kribbeln, Schmerzen oder Muskelschwächen und suche frühzeitig einen Arzt auf.

Mythen und Fakten über Polyneuropathie

  • „Nur ältere Menschen sind betroffen“: Tatsächlich kann Polyneuropathie in jedem Alter auftreten, insbesondere bei genetischen Ursachen oder toxischen Einflüssen. Auch junge Erwachsene sind nicht immun.
  • „Man kann nichts tun“: Frühzeitige Diagnostik und gezielte Therapie können die Beschwerden erheblich lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen.

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