In der heutigen Arbeitswelt, die oft von hohem Druck und ständigen Veränderungen geprägt ist, ist es keine Seltenheit, dass Menschen mit Ängsten und Nervosität zu kämpfen haben. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen für solche Probleme am Arbeitsplatz, zeigt Wege zur Selbsthilfe auf und gibt Hinweise, wann professionelle Unterstützung notwendig ist.
Resilienz: Die seelische Widerstandskraft stärken
Resilienz, die Fähigkeit, mit Rückschlägen fertig zu werden und gestärkt aus Krisen hervorzugehen, spielt eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung von Stress und Ängsten am Arbeitsplatz.
Was ist Resilienz?
Der Begriff Resilienz stammt ursprünglich aus der Werkstoffphysik und beschreibt die Fähigkeit eines Materials, nach einer Verformung in seinen Ursprungszustand zurückzukehren. Übertragen auf die Psychologie bezieht sich Resilienz auf die seelische Widerstandskraft, die es Menschen ermöglicht, Krisen und Belastungen besser zu bewältigen.
Einflussfaktoren auf die Resilienz
Professor Dr. Klaus Lieb vom Deutschen Resilienz-Zentrum der Universität Mainz betont, dass rund 100 Faktoren die Resilienz beeinflussen. Dazu gehören unter anderem:
- Optimismus: Eine positive Lebenseinstellung hilft, schwierige Situationen zu relativieren und weniger stark auf negative Nachrichten zu reagieren.
- Selbstwirksamkeit: Die Überzeugung, Herausforderungen aus eigener Kraft erfolgreich bewältigen zu können, stärkt das Selbstvertrauen und die Resilienz.
- Soziales Umfeld: Ein unterstützendes Netzwerk aus Familie, Freunden und Kollegen kann in Krisenzeiten Halt geben und die Resilienz fördern.
Resilienz stärken: Ein 11-Punkte-Plan
Die American Psychological Association (APA) hat einen 10-Punkte-Plan entwickelt, um die Resilienz zu stärken:
Lesen Sie auch: Diagnose von Schmerzen an der Außenseite des Knies
- Netzwerke bilden und gegenseitige Unterstützung fördern: Ein starkes soziales Netzwerk bietet Rückhalt und Unterstützung in schwierigen Zeiten.
- Veränderungen als Teil des Lebens akzeptieren: Krisen und Rückschläge sind unvermeidlich. Es ist wichtig, sie als vorübergehende Phasen zu betrachten und sich auf neue Chancen zu konzentrieren.
- Krisen nicht als unüberwindbare Probleme einstufen: Krisen sind vorübergehende Phasen, aus denen man lernen und gestärkt hervorgehen kann.
- Zielstrebig eigene Ziele verfolgen: Realistische Ziele geben Orientierung und Motivation.
- Proaktiv sein und klare Entscheidungen treffen: Probleme aktiv angehen, anstatt ihnen aus dem Weg zu gehen.
- Möglichkeiten zur Selbstreflexion nutzen: Persönliche Tragödien können dazu beitragen, das Leben mehr zu schätzen und stärker zu werden.
- Die positive Selbstwahrnehmung fördern: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und das Bauchgefühl stärken das Selbstvertrauen.
- Probleme richtig einordnen: Negative Gefühle zulassen, sich aber nicht von ihnen bestimmen lassen.
- Optimistisch bleiben: Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten, das Leben positiv zu gestalten.
- Auf sich Acht geben: Selbstfürsorge ist wichtig, um Stress abzubauen und die innere Balance zu erhalten.
- Yoga, Meditation und Atemübungen: Diese Praktiken fördern mentale Klarheit und Gelassenheit in Stresssituationen.
Unzufriedenheit im Job: Ursachen und Lösungsansätze
Unzufriedenheit im Job kann zu Stress, Angst und letztendlich zu gesundheitlichen Problemen führen. Es ist wichtig, die Ursachen für die Unzufriedenheit zu erkennen und aktiv zu werden, um die Situation zu verbessern.
Häufige Ursachen für Unzufriedenheit im Job
- Schlechte Führung: Vorgesetzte mit einem autoritären Führungsstil oder mangelnder Wertschätzung können die Mitarbeiter demotivieren.
- Hohes Arbeitspensum und zu viel Druck: Überforderung durch komplexe Aufgaben und ständige Leistungsanforderungen.
- Fehlende Anerkennung und Wertschätzung: Das Gefühl, für die geleistete Arbeit nicht ausreichend gewürdigt zu werden.
- Sinnlosigkeit: Das Gefühl, dass die eigene Arbeit keinen Beitrag leistet oder keinen Sinn hat.
- Mangelnde Aufstiegschancen: Fehlende Perspektiven für die berufliche Weiterentwicklung.
- Schlechte Bezahlung: Das Gefühl, für die geleistete Arbeit nicht angemessen entlohnt zu werden.
- Schlechtes Arbeitsklima: Konflikte mit Kollegen, Mobbing oder mangelnde Teamfähigkeit.
- Monotonie der Arbeit: Ständig dieselben Aufgaben ohne Abwechslung.
- Keine Selbstverwirklichung möglich: Das Gefühl, sich in der Arbeit nicht entfalten und die eigenen Fähigkeiten nicht einbringen zu können.
- Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist nicht gegeben: Schwierigkeiten, die Anforderungen von Beruf und Familie unter einen Hut zu bringen.
Was tun bei Unzufriedenheit im Job?
- Die Ursachen erkennen: Analysieren Sie, was genau Sie an Ihrem Job unzufrieden macht.
- Das Gespräch suchen: Sprechen Sie mit Ihrem Vorgesetzten oder Kollegen über Ihre Probleme.
- Veränderungen anstreben: Versuchen Sie, Ihre Arbeitsbedingungen aktiv zu verbessern.
- Sich weiterbilden: Neue Kompetenzen können neue Perspektiven eröffnen.
- Sich neu orientieren: Wenn sich die Situation nicht verbessern lässt, kann ein Jobwechsel die richtige Entscheidung sein.
- Aktiv werden! Wer sich hier irgendwo findet, sollte schnellstens handeln!
Die innere Einstellung ändern
Oft liegt die Ursache für Unzufriedenheit nicht nur in den äußeren Umständen, sondern auch in der eigenen inneren Einstellung. Es kann hilfreich sein, die eigene Denkweise und das eigene Verhalten zu reflektieren und gegebenenfalls zu ändern.
Schwierige Kollegen: Souveränität am Arbeitsplatz
Konflikte mit Kollegen gehören für viele zum Arbeitsalltag. Es ist wichtig, zu lernen, schwierigen Menschen am Arbeitsplatz souverän zu begegnen, ohne sich selbst zu verbiegen oder Konflikten aus dem Weg zu gehen.
Typen schwieriger Kollegen
Es gibt viele verschiedene Typen schwieriger Persönlichkeiten am Arbeitsplatz. Entscheidend ist, ihr Verhalten richtig zu erkennen und einzuordnen, um gezielt damit umzugehen. Einige Beispiele sind:
- Der Lautsprecher: Telefoniert laut im Großraumbüro und kommentiert ständig das Geschehen.
- Der Unzuverlässige: Sagt oft zu, eine Aufgabe zu übernehmen, liefert aber dann zu spät oder gar nicht ab.
- Der Perfektionist: Überarbeitet jede Kleinigkeit mehrfach und verzögert dadurch die Abgabe von Projekten.
- Der Unsichere: Fragt bei jeder kleinen Entscheidung nach und braucht ständig Rückversicherung durch den Vorgesetzten.
- Der Schleimer: Lobt seinen Chef übertrieben oft, gibt sich stets angepasst und meidet kritische Rückfragen.
- Der Gereizte: Reagiert schnell gereizt, wenn etwas nicht nach Plan läuft.
- Der Besserwisser: Hat auf jede Frage eine Antwort, selbst wenn er nicht gefragt wurde. Kritik nimmt er nicht an, sieht aber bei anderen ständig Fehler.
- Der Rampensau: Bringt sich in jede Diskussion ein, auch wenn es nicht sein Thema ist.
- Der Egoist: Denkt in erster Linie an seinen eigenen Erfolg. Er nimmt sich bevorzugte Projekte, teilt Wissen ungern und hilft nur, wenn es für ihn selbst einen Vorteil bringt.
- Der Tratscher: Hilft nur, wenn es ihm direkt etwas bringt, lehnt gemeinsame Projekte ab und lästert über andere, statt sie zu unterstützen.
- Der Lustlose: Wirkt ständig lustlos, meidet Verantwortung und bringt kaum eigene Ideen ein.
- Der Unfähige: Versteht die Abläufe nicht richtig, macht wiederholt die gleichen Fehler und schiebt die Schuld auf andere.
- Der Autokrat: Redet in Besprechungen über alle hinweg, entscheidet allein und duldet keine Widersprüche.
Souverän mit schwierigen Kollegen umgehen
- Eigene Grenzen kennen und kommunizieren: Machen Sie deutlich, welches Verhalten Sie nicht akzeptieren.
- Nicht zurückschießen: Bleiben Sie professionell und lassen Sie sich nicht auf das Niveau des schwierigen Kollegen herab.
- Eigene Gefühle im Griff behalten: Lassen Sie sich nicht provozieren und reagieren Sie überlegt.
- Selbstreflexion üben: Hinterfragen Sie, warum Sie das Verhalten des Kollegen als schwierig empfinden.
- Kontakt reduzieren: Beschränken Sie den Kontakt auf das Notwendigste.
- Bewusst abschalten: Tragen Sie den Konflikt nicht mit in Ihr Privatleben.
- Offenes Gespräch suchen: Sprechen Sie den Kollegen unter vier Augen auf sein Verhalten an.
- Unterstützung holen: Wenden Sie sich an Ihren Vorgesetzten, den Betriebsrat oder eine Vertrauensperson.
Burnout vermeiden
Zwischenmenschliche Konflikte zählen zu den Risikofaktoren für Burnout. Es ist daher wichtig, frühzeitig Maßnahmen zu ergreifen, um Konflikte zu lösen und die eigene psychische Gesundheit zu schützen.
Lesen Sie auch: Nurvet Kautabletten Nerven: Die Inhaltsstoffe und ihre Wirkung.
Generalisierte Angststörung: Wenn die Angst den Alltag bestimmt
Eine generalisierte Angststörung zeichnet sich durch andauernde, übertriebene Sorgen und Ängste aus, die sich auf verschiedene Bereiche des Lebens beziehen. Die ständigen Befürchtungen schränken das tägliche Leben deutlich ein und können die Stimmung verdüstern.
Symptome einer generalisierten Angststörung
- Andauernde, übertriebene Sorgen und Ängste
- Unruhe, Nervosität
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schlafstörungen
- Muskelverspannungen
- Magenbeschwerden
- Herzrasen, Kurzatmigkeit
- Schwindel, Benommenheit
Was tun bei einer generalisierten Angststörung?
- Bewegung: Sport und körperliche Aktivität können helfen, Ängste abzubauen.
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse und Omega-3-Fettsäuren kann die Stimmung aufhellen.
- Ausreichend Schlaf: Schlafmangel kann Ängste verstärken.
- Ruhepausen: Regelmäßige Entspannungspausen helfen, Stress abzubauen.
- Tagebuch führen: Die Ursachen für die Ängste erkennen und gezielt Gegenstrategien entwickeln.
- Atemübungen: Atemübungen können helfen, den Körper zu beruhigen und Ängste zu reduzieren.
- Gedankenstopp: Negative Gedanken bewusst stoppen und sich positiven Gedanken zuwenden.
- Gefühle fokussieren: Gefühle bewusst wahrnehmen, ohne sie zu beurteilen.
- Eigene Ressourcen kennen: Kraftquellen identifizieren und regelmäßig nutzen.
- Arzt konsultieren: Bei dauerhafter Unruhe und Reizbarkeit einen Arzt aufsuchen, um körperliche Ursachen auszuschließen.
- Coaching oder Therapie: Ein Coaching oder eine Verhaltenstherapie kann helfen, den Umgang mit Ängsten zu erlernen.
- Homöopathische Mittel: Homöopathische Komplexmittel können das Nervensystem unterstützen.
Akute Belastungsreaktion: Wenn die Nerven blank liegen
Ein Nervenzusammenbruch, in der Fachsprache als akute Belastungsreaktion bezeichnet, ist eine vorübergehende, aber extreme Reaktion auf ein extremes Ereignis. Es ist wichtig, Warnsignale rechtzeitig zu erkennen und sich Hilfe zu holen.
Ursachen einer akuten Belastungsreaktion
- Traumatische Erlebnisse wie Unfälle, Gewalt, Krieg oder Naturkatastrophen
- Chronischer Stress und Überforderung
- Psychische Erkrankungen wie Depressionen
- Erschöpfung
- Fehlende Strategien, mit Belastungen umzugehen
Symptome einer akuten Belastungsreaktion
- Sprachlosigkeit
- Veränderte Wahrnehmung
- Einengung des Bewusstseins
- Nacherleben der Situation in Form von Alpträumen und Flashbacks
- Lücken in der Erinnerung
- Überreizung
- Stimmungsschwankungen
- Körperliche Reaktionen wie Schweißausbrüche, Herzrasen, Blässe und Übelkeit
Hilfe bei einer akuten Belastungsreaktion
- Professionelle Hilfe rufen: Psychiatrische Praxis oder Klinik, bundesweiter Bereitschaftsdienst, Telefonseelsorge, Nummer gegen Kummer für Jugendliche und Kinder.
- Längerfristige Therapie: Je nach Art der Störung und abhängig von der betroffenen Person kommen verschiedene psychologische Therapien infrage.
- Unterstützung durch nahestehende Menschen: Gespräche, Reduktion von Stress und Reizen, Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit.
- Sozialpsychiatrischer Dienst: Anlaufstelle im Gesundheitsamt Ihrer Stadt oder Ihres Landkreises.
Stressfaktoren reduzieren
- Beruflichen und privaten Druck reduzieren
- Konflikte lösen
- Mehrfachbelastungen reduzieren
- Termindruck vermeiden
- Kritische Lebensereignisse bewältigen
- Eigene Ansprüche hinterfragen
- Soziale Unterstützung suchen
Warnzeichen ernst nehmen
- Früherkennung von Überforderung
- Gesunder Lebensstil: Regelmäßige Bewegung, ausreichend Schlaf, ausgewogene Ernährung, Entspannungstechniken
- "Nein" sagen lernen
- Selbstfürsorge
Überforderung im Alltag: Was tun, wenn alles zu viel wird?
Eine dauerhafte Überforderung kann zu psychischen Erkrankungen wie Depressionen oder Schlafstörungen, aber auch zu körperlichen Krankheiten führen. Es ist wichtig, rechtzeitig zu handeln und den Alltag neu zu priorisieren.
Anzeichen für Überforderung
- Zunehmende Gereiztheit und Ungeduld
- Schwarz-weiß-Denken
- Schlaflosigkeit und Gedankenkreisen
- Müdigkeit und Erschöpfung
- Sozialer Rückzug
- Aufgabe von Hobbys und Freundschaften
- Überdrehtheit und Aggressivität
Was tun bei Überforderung?
- Alltag neu priorisieren: Was ist wirklich wichtig in Ihrem Leben?
- Kalender ausmisten: Unwichtige Termine streichen.
- Zeit für Freunde, Familie, Hobbys und Freizeit einräumen.
- Unterstützung suchen: Bitten Sie Angehörige, Freunde, Nachbarn aktiv um Unterstützung.
- Flut von schlechten Nachrichten reduzieren: Täglich einmal die Nachrichten hören oder lesen reicht aus.
- Bewusst für Ausgleich, Ablenkung und freudige Momente sorgen.
- Professionelle Hilfe suchen: Bei anhaltenden Symptomen wie Schlafstörungen, Grübeln, Freudlosigkeit, sozialem Rückzug, Gereiztheit, Müdigkeit, Erschöpfung, Appetitverlust, Ängsten und Sorgen, Konzentrationsproblemen und körperlichen Symptomen.
Wie kann man helfen, wenn eine nahestehende Person sich überfordert fühlt?
- Eigene Wahrnehmung anbieten, aber weder werten, noch Vorwürfe machen.
- Direkt fragen: ´Wie geht es dir gerade? Gibt es etwas, das ich für dich tun kann?´
- Keine vorschnellen Ratschläge und Tipps geben, wenn Sie nicht darum gebeten werden.
- Signalisieren Sie wohlwollend, dass Sie da sind.
- Senden Sie hier und da einen kleinen Gruß oder ein kleines Geschenk, ohne zu aufdringlich zu sein.
Regelmäßige Priorisierung
- Stimmen meine Lebensziele noch?
- Hat sich etwas verändert?
- Was ist in meinem Leben zu viel, zu wenig?
- Was ist mir abhandengekommen, was ist mir einfach zu viel geworden?
- Freiräume für Freizeit, Erholung, Hobbys, Urlaube und Geburtstage einräumen.
- Ehrlich zu sich und Ihrem Energielevel sein.
- Sich die Fragen stellen: Wo tanke ich wieder Energie? Wo komme ich in Balance und auch mal zur Ruhe?
- Aufhören, sich dafür zu schämen, wenn es gerade nicht so rund läuft oder alles zu viel ist.
Angst vor der Arbeit: Wenn der Job zum Angstgegner wird
Angst vor der Arbeit kann belasten und das Leben weit über die Arbeitszeit hinaus einschränken. Es ist wichtig, die Ursachen für die Angst zu erkennen und etwas dagegen zu unternehmen.
Ursachen für Angst vor der Arbeit
- Bestimmte Personen oder Situationen am Arbeitsplatz
- Chef, der ein Choleriker ist
- Vorträge halten
- Soziale Ängste
- Perfektionismus und hohe Ansprüche
Symptome von Angst vor der Arbeit
- Schlafschwierigkeiten
- Innere Unruhe
- Beklemmendes Gefühl
- Vermeidung von Situationen, Personen oder der Arbeit an sich
- Konzentrationsschwierigkeiten
- Schockstarre
Was tun gegen Angst vor der Arbeit?
- Detektivarbeit: Was müsste sich verändern, damit ich gerne zur Arbeit gehen würde?
- Konflikte lösen: Offenes Gespräch suchen oder Unterstützung von Vorgesetzten, Betriebsrat oder Personalabteilung holen.
- Übung: Lampenfieber vor Präsentationen oder wichtigen Gesprächen durch Übung reduzieren.
- Fehler akzeptieren: Sich bewusst machen, dass Fehler menschlich sind.
- Professionelle Hilfe: Bei ausgeprägten Ängsten eine kognitive Verhaltenstherapie in Erwägung ziehen.
Traumatisierung im Beruf: Konsequenzen und Hilfen
Eine Traumatisierung kann sich in vielfältiger Weise auf das Berufsleben auswirken. Es ist wichtig, die Konsequenzen zu kennen und zu wissen, was traumatisierten Berufstätigen hilft.
Lesen Sie auch: Warum Eltern manchmal nerven
Was ist Traumatisierung?
- Schocktrauma: Einzelnes überwältigendes Erlebnis (Operation, Unfall, Gewalt- oder Kriegserlebnis)
- Entwicklungstrauma: Viele kleinere Erlebnisse, die für das Baby oder das Kleinkind sehr stressig waren (schwere Geburt, Operation, mangelnde Einfühlung der Eltern)
- Posttraumatisches Belastungssyndrom (PTBS): Diagnose nach der „Internationalen statistischen Klassifikation“ (ICD-10) mit klassischen Symptomen für Schocktrauma
Symptome nach einer Traumatisierung
- Schwierigkeiten, sich gut intern zu regulieren (Schlafstörungen, Depressionen, Panikstörungen)
- Disregulation des autonomen Nervensystems
- Übererregung (nimmt alles persönlich, Schwierigkeiten, selbstreflexiv und empathisch zu sein)
- Untererregung (Gefühl, leer zu sein, Sinnlosigkeit, inneres Kollabieren)
- Schwierigkeiten mit sozialen Beziehungen
- Erlernte Hilflosigkeit (Gefühl, dass ich in meinem Leben nicht selbstwirksam sein kann)
- Abgespaltene Gefühle (Dissoziation)
Folgen einer Traumatisierung im Berufsleben
- Kein Berufsleben oder können bei weitem nicht die PS auf die Straße bringen, die sie eigentlich hätten.
- Workaholics (machen und tun, damit man die innere Unruhe nicht spürt)
- Burnout
- Schwierigkeiten, in die Zukunft zu schauen, diese planen oder antizipieren
- Schwierigkeiten, sich selbst zu regulieren und mit anderen Menschen stressfrei zu agieren
- Angst, im Mittelpunkt zu stehen
- Jobverlust oder dauerhafte Arbeitsunfähigkeit
Was hilft Traumatisierten im beruflichen Alltag?
- Sich bewusst machen, woher sie kommen und auf was sie reagieren.
- Alte Verletzungen integrieren (allein oder mit therapeutischer Unterstützung).
- Sich bewusst machen, dass man traumatisiert ist und sich klarzumachen, auf was man anspringt und wo man unsicher wird.