Eltern spielen eine entscheidende Rolle bei der Entwicklung ihrer Kinder, sowohl körperlich als auch geistig. Neben emotionaler Fürsorge sind eine gesunde Ernährung, Bewegung und Entspannung von zentraler Bedeutung. Dieser Artikel gibt Eltern praktische Tipps, wie sie die Nerven ihrer Kinder stärken und ihnen helfen können, ein ausgeglichenes Leben zu führen.
Die Bedeutung der frühen neuronalen Entwicklung
Bei der Geburt sind die meisten Nervenzellen im Gehirn eines Kindes bereits vorhanden, die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems ist jedoch noch lange nicht abgeschlossen. Wenn ein Kind lernt, entstehen neue Verbindungen zwischen Nervenzellen, und bestehende Nervenleitungen werden besser „isoliert“, wodurch sie Impulse schneller weiterleiten können. Um das sechste Lebensjahr herum entwickeln sich im vorderen Bereich der Großhirnrinde die Areale, die für logisches Denken, Rechnen und erfahrungsgesteuertes Verhalten benötigt werden. Fähigkeiten wie Rechnen sind nicht angeboren, sondern müssen erlernt werden.
Ernährung als Basis für starke Nerven
Eine ausgewogene Ernährung ist entscheidend für die Entwicklung und Funktion des Gehirns. Hier sind einige wichtige Aspekte:
- Ausreichend Wasser: Das Gehirn benötigt ausreichend Wasser, um optimal zu funktionieren. Kinder sind oft zu abgelenkt, um Durstsignale rechtzeitig wahrzunehmen. Eltern sollten sicherstellen, dass ihre Kinder regelmäßig trinken.
- Glucose als Treibstoff: Glucose ist der Haupttreibstoff für die Energiegewinnung des Gehirns. Ein ausgewogenes Frühstück liefert bereits vor der Schule ausreichend Glucose.
- Brain-Food: Spezielle Nährstoffe, die als „Brain-Food“ bezeichnet werden, sind wichtig für das Gehirn.
- Orthomol junior Omega plus: Kann mit Eisen als Beitrag zur normalen kognitiven Entwicklung von Kindern beitragen.
Frustrationstoleranz und Impulskontrolle
Kinder müssen erst lernen, dass ihre Wünsche und Bedürfnisse nicht immer sofort erfüllt werden. Sie müssen lernen, mit Niederlagen und Enttäuschungen umzugehen. Das bedeutet, dass sie ihre Frustrationstoleranz steigern und die Impulskontrolle lernen müssen.
Was bedeutet Frustrationstoleranz?
Frustrationstoleranz ist die Fähigkeit, negative Emotionen auszuhalten und die Reaktion darauf kontrollieren zu können. Dies beinhaltet die Impulskontrolle, die Kinder erst lernen müssen. Babys schreien, wenn ihre Bedürfnisse nicht schnell genug erfüllt werden, aber ältere Kinder müssen lernen, zu warten und mit „Nein“ umzugehen.
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Warum ist Frustrationstoleranz wichtig?
Kinder müssen lernen, Rücksicht zu nehmen, ihren eigenen Willen zurückzustellen oder zu warten. Je besser Kinder negative Gefühle aushalten können, desto ruhiger und zufriedener leben sie. Eltern können ihren Kindern nicht jede Niederlage oder Enttäuschung ersparen, aber sie können ihnen beibringen, wie man gut damit umgeht.
Was passiert bei niedriger Frustrationstoleranz?
Eine niedrige Frustrationsgrenze kann für Kinder viele Nachteile haben:
- Aufgeben vs. Dranbleiben: Kinder mit geringer Frustrationstoleranz geben schnell auf und lassen sich von Rückschlägen entmutigen. Eine hohe Frustrationstoleranz hilft ihnen, dranzubleiben und weiterzumachen.
- Ängste vs. Starkes Selbstbewusstsein: Kinder, die nicht mit negativen Gefühlen umgehen können, entwickeln oft Versagensängste oder Minderwertigkeitskomplexe. Im schlimmsten Fall kann dies zu Depressionen führen.
- Konflikte vs. Gutes Sozialverhalten: Kinder mit niedriger Frustrationstoleranz geraten schneller in Konflikte mit Freunden und Klassenkameraden und haben Schwierigkeiten, Kritik anzunehmen.
Wie kann man die Frustrationstoleranz fördern?
- Samthandschuhe ausziehen: Kinder nicht ständig vor Enttäuschungen beschützen. Negative Gefühle gehören zum Leben dazu, und Kinder lernen den Umgang damit nur, wenn sie die Gelegenheit dazu bekommen.
- Erfolgreich scheitern: Kinder auch mal scheitern lassen und sie ermutigen, es noch einmal zu versuchen. Nicht ständig eingreifen, wenn etwas nicht gleich gelingt.
- Hürdenlauf im Alltag: Aufgaben geben, die eine kleine Herausforderung darstellen, z.B. Aufgaben im Haushalt oder Garten.
- Negative Gefühle aushalten lassen: Trauer oder schlechte Erfahrungen aushalten lassen, aber das Kind nicht damit alleine lassen. Nicht gleich ablenken oder mit Süßigkeiten trösten.
- Warten lassen, aber richtig: Kinder müssen lernen, dass ihre Wünsche nicht immer sofort erfüllt werden können.
Entspannungstechniken für Kinder
Entspannung ist für Kinder genauso wichtig wie für Erwachsene. Sie benötigen Zeit, um zur Ruhe zu kommen, Erlebtes und Erlerntes zu verarbeiten und einzuordnen.
Entspannungsübungen für Zuhause
- Qi Gong-Ohrenmassage: Fördert Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit.
- Das Kind massiert sich mit den Fingern beide Ohren, bis sie warm werden.
- Ziel: Die Nackenmuskulatur wird besser durchblutet, was die Konzentrationsfähigkeit fördert.
- Progressive Muskelentspannung: Baut Anspannung ab und schult die Körperwahrnehmung.
- Das Kind spannt einzelne Muskelgruppen an und entspannt sie wieder.
- Ziel: Wahrnehmung von muskulären Spannungs- und Entspannungszuständen verbessern.
- Autogenes Training: Entspannung für Grundschulkinder.
- Das Kind legt sich auf eine Decke, schließt die Augen und spricht bestimmte Sätze (z.B. „Ich bin ganz ruhig und entspannt“).
- Ziel: Beruhigung und Erzeugung einer ruhigen Atmosphäre.
- Fantasiereise: Der „Zauberhut“ lässt Kinder träumen.
- Das Kind liegt auf einer Unterlage und hört einer Geschichte zu, die es an einen anderen Ort bringt.
- Ziel: Entspannung und Abbau von Unruhe.
Tipps für mehr Entspannung im Alltag
- Mehrmals täglich Ruhepausen gönnen.
- Sport-, Musik- und Freizeitangebote sorgsam auswählen.
- Zeit zum Spielen und für Verabredungen mit Freunden einplanen.
- Termine nicht direkt hintereinander legen.
- Dem Kind seinen eigenen Weg zur Entspannung finden lassen.
- Familienrituale einführen.
- Auf Freiwilligkeit und Druckfreiheit bei allen Übungen achten.
Umgang mit Unruhe bei Kindern
Innere Unruhe bei Kindern kann sich in Hibbeligkeit, Konzentrationsproblemen, Reizbarkeit und Schlafstörungen äußern. Die Ursachen sind vielfältig und können Stress in der Kita oder Schule, Veränderungen im Zuhause oder Reizüberflutung sein.
Tipps zur Beruhigung aufgedrehter Kinder
- Nervosität nicht mit Druck begegnen.
- Ausreichend Bewegung bieten.
- Balance zwischen Anspannung und Entspannung schaffen.
- Abwechslungsreiche und altersgerechte Pausen nach Kita und Schule.
- Über bevorstehende Ereignisse sprechen und vorbereiten.
- Rituale schaffen.
- Bewusstsein der Vorbildfunktion als Elternteil.
- Digital Detox: Begrenzung der Zeit am Computer, Konsole, Smartphone und Tablet.
Wann ist professionelle Hilfe notwendig?
Ein Therapeut oder Kinderarzt sollte aufgesucht werden bei:
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- Häufigem und zunehmendem aggressivem Verhalten.
- Starken Konzentrationsschwierigkeiten.
- Zunehmender Impulsivität und Unkonzentriertheit.
- Totalem, unvorhersehbarem Verhalten.
- Starker Ungeduld und Rücksichtslosigkeit.
- Ein- und Durchschlafschwierigkeiten.
- Intensiven körperlichen Symptomen.
- Permanenten Ängsten.
Stress bei Kindern erkennen und reduzieren
Stress ist eine normale Reaktion des Körpers auf Belastungen, aber dauerhafter Stress kann negative Folgen haben. Eltern können ihre Kinder unterstützen, Stress rechtzeitig zu erkennen, damit umzugehen und gesunde Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Ursachen von Stress bei Kindern
- Schule und Leistungsdruck
- Soziale Beziehungen (Konflikte, Mobbing)
- Familienveränderungen (Umzug, Trennung)
- Medien und Reizüberflutung
- Hohe Erwartungen
- Pubertät
Signale von Stress bei Kindern
- Körperliche Signale: Kopfschmerzen, Bauchschmerzen, Verdauungsbeschwerden, Appetitlosigkeit.
- Psychische Signale: Angstzustände, Nervosität, Wutausbrüche, Antriebslosigkeit, Überdrehtheit, Müdigkeit.
Maßnahmen zum Stressabbau
- Gemeinsame Rituale (Kochen, Essen).
- Gespräche mit Lehrern oder Eltern befreundeter Kinder.
- Sport, Spaziergänge und Freizeitaktivitäten.
- Mindestens zwei freie Nachmittage pro Woche.
- Bewusstes Atmen üben.
- Liebe zeigen durch Zuhören und Zuspruch.
- Übungen zur Progressiven Muskelentspannung.
Resilienz stärken
Resilienz ist die Fähigkeit, Herausforderungen gesund zu bewältigen. Eltern können die Resilienz ihrer Kinder fördern durch:
- Vertrauensvolle Beziehungen
- Fehler zulassen und daraus lernen
- Akzeptanz des Kindes, wie es ist
- Problemlösungsstrategien vermitteln
- Selbstwirksamkeit stärken
- Emotionale Intelligenz fördern
- Routinen und Strukturen bieten
- Eltern als Vorbild
Tipps für Eltern zum Umgang mit Wut und Stress
Eltern sollten versuchen, in stressigen Situationen ruhig zu bleiben und nicht die Nerven zu verlieren. Es ist wichtig, die eigenen Gefühle zu regulieren und den Abstand zwischen Auslöser und Reaktion zu vergrößern.
Strategien zur Wutregulation
- In der akuten Situation: Rausgehen, Summen oder Atmen.
- Sich selbst beruhigen, bevor man sich dem Kind zuwendet.
- Sich vorstellen, ein großer, starker Baum zu sein.
- Situationen hinterher gedanklich durchspielen und reflektieren.
- Langsamer werden und nachdenken: Was will ich, und wo wollen wir hin?
Alltagspflichten spielerischer lösen
- Alltagspflichten spielerisch angehen.
- Kinder richtig einschätzen und nicht überfordern.
- Sich nicht auf Machtkämpfe einlassen.
- Ein brüllendes Kind ist nicht zugänglich: Ablenken, ein anderes Thema finden.
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