Die Geburt eines Kindes ist ein einschneidendes Ereignis, das mit großer Vorfreude, aber auch mit Unsicherheiten und Ängsten verbunden sein kann. Viele werdende Mütter empfinden Nervosität oder sogar Angst vor Schmerzen, Komplikationen oder dem Unbekannten. Es ist wichtig zu verstehen, dass diese Gefühle normal sind und es viele Möglichkeiten gibt, damit umzugehen.
"Du bist nicht allein" - Die Angst ist normal
Ein gewisser Respekt vor der Geburt ist durchaus angebracht, schließlich handelt es sich um ein wichtiges Ereignis, das das ganze Leben verändern kann. Wenn die Geburt des eigenen Kindes kurz bevorsteht, steigt die Aufregung. Aber was können Mütter tun, wenn die anfängliche Nervosität stetig wachsender und panischer Angst weicht? Die Angst vor der Geburt ist ein weit verbreitetes Gefühl. Es zeigt, wie wichtig dir das Wohl deines Babys ist.
Ursachen für die Nervosität
Häufige Auslöser für Nervosität oder Angst vor der Geburt sind:
- Unsicherheit über den Ablauf: Was passiert genau während der Geburt?
- Angst vor Schmerzen / Wehenschmerzen: Kann ich die Schmerzen aushalten? Wie lange wird die Entbindung dauern?
- Angst vor Komplikationen: Was, wenn etwas schief geht? Angst, dass das Kind nicht gesund ist.
- Angst vor Kontrollverlust: Was erwartet mich bei der Geburt?
- Angst vor einer zweiten Geburt bei vorherigen schlechten Erfahrungen: Die letzte Geburt war so schwer. Was, wenn es wieder so kommt?
- Angst vor dem Unbekannten: In eine Klinik zu gehen macht mir Angst! Angst, etwas Unbekanntem ausgeliefert zu sein.
Angst ist eigentlich etwas sehr Positives. Sie ist nämlich nichts anderes als ein natürlicher Schutzmechanismus, der den gesamten Organismus in Alarmbereitschaft versetzt. Sie macht uns aufmerksam und stärkt unseren Überlebensinstinkt. Allerdings: Sie kann auch im schlimmsten Fall zu Schlafstörungen, Panikattacken und sogar Lähmungserscheinungen und Verkrampfungen führen. Und genau das ist für werdende Mütter beim Geburtsvorgang besonders hinderlich.
Was passiert bei Angst im Körper?
Während des Geburtsvorgangs sind die Muskeln der Gebärmutter stark gefordert. Durch ihre Aktivität wird das Baby aus der Gebärmutter durch den Muttermund herausgepresst. Die Gebärmutter-Kontraktionen entstehen durch ein stetiges Wechselspiel von An- und Entspannung der quer- und längsliegenden Muskeln im oberen und unteren Gebärmutterbereich. Verkrampfen die Muskeln zunehmend, wird dieser Vorgang empfindlich gestört, sodass die Gebärmutter weniger durchblutet und die Versorgung des ungeborenen Kindes möglicherweise gefährdet wird. Es ist daher besonders wichtig, dass sich die werdende Mutter bis zu einem gewissen Grad „entspannen" kann.
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Tipps zur Überwindung der Nervosität
Angst vor der Geburt ist normal - aber sie muss dich nicht überwältigen. Mit der richtigen Vorbereitung, Unterstützung und einem positiven Mindset kannst du die Geburt als ein kraftvolles und bereicherndes Erlebnis erleben.
1. Sprich über deine Sorgen
Sprich über deine Sorgen - mit deinem Partner, deiner Hebamme oder deinem Arzt. Oft hilft es, einfach zu hören, dass deine Gedanken ganz normal sind. Angst ist nicht mehr ganz so schlimm, wenn man sie teilt. Für viele Betroffene ist es sehr erleichternd, wenn sie über die Angst vor der Geburt mit jemandem reden kann. Das kann natürlich der Partner oder die Partnerin sowie die Familie sein, oder auch jemand, der sich mit Geburten bestens auskennt, etwa ein Gynäkologe, eine Gynäkologin oder eine Hebamme. Im besten Fall suchen Sie sich eine Beleghebamme, die Sie durch die gesamte Schwangerschaft begleitet. So haben Sie immer eine Expertin an Ihrer Seite und werden während des Geburtsvorgangs von einer Vertrauensperson betreut.
2. Informiere dich umfassend
Je besser du informiert bist, desto weniger Raum bleibt für Unsicherheiten. Das Allerwichtigste ist, dass Sie sich umfassend über den Geburtsvorgang informieren. Dann ist die Furcht vor dem Unbekannten gar nicht mehr so groß. Ist der Ablauf einer Geburt bekannt und sind Sie über mögliche Komplikationen informiert, legt sich die Angst in der Regel ein wenig. Besuche einen Geburtsvorbereitungskurs. Hier werden Sie über alle Eventualitäten aufgeklärt, und offene Fragen können direkt beantwortet werden. Mach dich außerdem mit den Abläufen an deinem Geburtsort vertraut. Was passiert, wenn du in der Klinik ankommst? Fast alle Geburtskliniken bieten Infoabende für werdende Eltern an. Solche Veranstaltungen sind eine gute Möglichkeit mehr über die Klinik zu erfahren und Fragen zu stellen.
Es ist auch sehr wichtig, sich bewusst zu machen, dass eine Geburt nicht immer planbar ist. Manchmal sind medizinische Eingriffe, z.B. ein Kaiserschnitt, nötig. Es kann hilfreich sein, auch hier die Abläufe zu kennen, damit du im Fall der Fälle vorbereitet bist. Bei der Anmeldung zur Geburt werden solche Themen normalerweise besprochen, falls nicht, scheue dich nicht deine Fragen zu stellen.
3. Wähle eine vertraute Begleitperson
Eine vertraute Begleitperson bei der Geburt zu haben, wie deinen Partner oder eine Doula, gibt Sicherheit. Wähle Geburtsbegleiter, die dir ein gutes Gefühl geben, dich bestärken und deine Wünsche kennen und respektieren. Eine Doula kann eine wertvolle Stütze sein, wenn du große Angst vor der Geburt hast. Mit ihr kannst du dich intensiv auf die bevorstehende Geburt vorbereiten und unter der Geburt steht sie dir als geburtserfahrene Frau zur Seite. Vielleicht ist dein Partner auch erleichtert, wenn er die Verantwortung für dein Wohlbefinden nicht alleine tragen muss.
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4. Erlernen von Entspannungstechniken
Gezielte Atemtechniken helfen dir, mit Schmerzen besser umzugehen und den Fokus zu bewahren. Entspannungstechniken und richtiges Atmen lernen Sie im Geburtsvorbereitungskurs. Auch Verkrampfungen wird so vorgebeugt. Richtiges Atmen und Entspannungsübungen lernen Sie zum Beispiel im Geburtsvorbereitungskurs, aber auch durch Autogenes Training oder beim Yoga. Ob für Sie ein Kurs infrage kommt, erfahren Sie unter anderem bei Ihrer AOK. Meditation oder pränatales Yoga können dich auf die Geburt vorbereiten. Diese Methode kann helfen, Stress zu reduzieren und den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Durch Visualisierungen und positive Gedanken kannst du dich besser entspannen.
5. HypnoBirthing
HypnoBirthing kombiniert Entspannungstechniken mit positiven Affirmationen, um den Fokus auf eine sanfte Geburt zu legen. Wer auf Medikamente lieber verzichten möchte, kann zum Beispiel auf Techniken aus dem Hypnobirthing zurückgreifen. Eine gezielte Atmung kann helfen, mit dem Geburtsschmerz umzugehen. Auch sich Mantren vorzusprechen, die einen beruhigen oder motivieren, kann helfen. Zum Beispiel „Ich bin stark!“, „Mein Körper ist dafür gemacht, ein Kind zu gebären“ oder „Jede Wehe bringt mich näher an mein Baby“.
6. Positive Affirmationen
Schreibe deine Wünsche für die Geburt auf: Möchtest du in einem Krankenhaus oder Geburtshaus entbinden? Natürlich oder mit PDA? Positive Sätze wie „Ich vertraue meinem Körper“ oder „Jede Wehe bringt mich meinem Baby näher“ können Wunder wirken. Dein Körper ist perfekt auf die Geburt vorbereitet. Jahrtausendelang haben Frauen Kinder geboren - du bist also nicht allein!
7. Selbstbestimmung fördern
Bei der Geburt ist man starken Schmerzen und in gewisser Weise auch einem Kontrollverlust ausgesetzt. Vielen Frauen hilft es daher, wenn sie selbst im Vorfeld bestimmen können, wie und wo das Kind zur Welt kommt. Informieren Sie sich zum Beispiel über die verschiedenen Möglichkeiten wie etwa eine Entbindung in einer Klinik, in einem Geburtshaus oder eine Hausgeburt. Wenn Sie frühzeitig selbst die Planung in die Hand nehmen, fühlen Sie sich bei der Geburt weniger hilflos.
8. Behandlungsmöglichkeiten in Erwägung ziehen
Angst vor besonders starken Schmerzen kann auch dadurch gelindert werden, dass man sich über die verschiedenen Möglichkeiten zur Schmerztherapie informiert. Erkundigen Sie sich zum Beispiel bei einem Infoabend in einer Klinik, im Geburtshaus oder im Gespräch mit der behandelnden Gynäkologin und mit Ihrer Hebamme, was hilfreich sein kann, um Schmerzen unter der Geburt lindern zu können. Sprüche wie „Es ist noch jedes Kind zur Welt gekommen“ helfen bei Angst vor der Entbindung nicht. Im Gegenteil: Sie führen eher dazu, dass sich die werdenden Mütter nicht ernst genommen fühlen. Wächst die Angst so sehr an, dass sich im schlimmsten Fall eine drohende Angststörung entwickelt, sollte psychologische Hilfe gesucht werden.
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9. Vertraue in deinen Körper
In meiner mehr als 20-jährigen Arbeit als Hebamme habe ich immer wieder erlebt, dass Schwangere, die bewusst die klare Entscheidung treffen, der Kraft ihres Körpers zu vertrauen, den Schmerz sehr gut bewältigen. Hier helfen beruhigende oder Mut machende Mantren, die man immer wieder aufsagt, bis sie verinnerlicht sind.
10. Rede über deine Ängste!
Für eine schöne Geburt sind völlige Hingabe und ein Loslassen wirklich hilfreich. Zu versuchen, die Kontrolle beim Geburtsvorgang zu behalten ist dagegen eher kontraproduktiv. Daher empfehle ich, das Geburtshelfer-Team so auszusuchen, dass man sich vertrauensvoll hingeben kann. Der Partner übernimmt den Job des "Aufpassers" und ist der Beschützer deiner Intimität. Falls die Offenheit dafür nicht reicht oder es sonst irgendwie nicht passt, rate ich es mutig und direkt anzusprechen. Manchmal ist es überraschend, wie leicht sich Ängste auflösen lassen, wenn man darüber redet.
11. Plane und denke alle Szenarien einmal durch
Grundsätzlich finde ich es gut und richtig, Eventualitäten, die einen beschäftigen, einmal zu durchdenken. Es ist vollkommen in Ordnung, Ängste zu haben oder unsicher zu sein. Es kann hilfreich sein, die Sorgen auszusprechen oder aufzuschreiben. Dann lässt sich das Risiko abwägen und ein Masterplan für den Fall der Fälle entwickeln.
12. Die Angst vor der Geburt loslassen
Wenn alle Szenarien durchgespielt sind, ist es gut, die Gedanken einfach wieder gehen zu lassen oder zu versuchen sie aktiv und bewusst wegzuschieben. Wenn das nicht gelingt, empfehle ich noch mal mit der Hebamme über das Thema zu sprechen. Auf dem Weg kann man etwas über die Ängste herausfinden und damit bis zur Geburt arbeiten.
13. Beschäftige dich mit schönen Geburten
Geburt hat in unserer Gesellschaft leider kein gutes Image. Dramatische Geburten aus dem Fernsehen und Horror-Geburtsgeschichten aus dem Bekanntenkreis befeuern unsere Ängste vor der Geburt. Damit in dir ein positives Bild von Geburt entstehen kann, wird es also Zeit, dass du dich mit schönen Geburtsgeschichten umgibst. Im Internet findest du viele positive Geburtsberichte und wunderbare Geburtsvideos. Wenn du siehst, wie andere Frauen friedlich und kraftvoll gebären, dann fällt es dir leichter negative Gedanken abzulegen und Vertrauen in deine eigene Geburtskraft zu finden.
14. Wähle einen Geburtsort, an dem du dich wohl und sicher fühlst
Krankenhäuser stressen dich? Hast du schon an ein Geburtshaus oder eine Hausgeburt gedacht? Für die meisten Frauen - auch für Erstgebärende - ist eine außerklinische Geburt genauso sicher, wie eine Geburt in der Klinik. Ein weiterer Vorteil: Bei einer Hausgeburt oder Geburt im Geburtshaus, ist die Hebamme während der Geburt nur für dich da und muss keine weiteren Frauen betreuen. Du lernst sie schon früh in der Schwangerschaft kennen und ihr baut eine vertraute Beziehung auf. Das hilft dir, dich bei der Geburt wohler zu fühlen. Falls eine Geburtsklinik für dich die beste Option ist, dann schau dir vor der Geburt unbedingt mehrere Kliniken an und sprich mit den Hebammen und Ärzten über deine Ängste und Wünsche. Entscheide dich für eine Klinik, die dir das Gefühl gibt, ernst genommen zu werden. Ganz wichtig! Freust du dich, bei dem Gedanken dort zu gebären? Wenn nicht, dann ist dies einfach nicht der richtige Ort für dich.
15. Kenne die natürlichen Schmerzmittel für die Geburt
Die Angst vor Geburtsschmerzen bekämpfst du am besten, wenn du dir einen Koffer mit Tools und Methoden zur natürlichen Schmerzlinderung zusammenstellst. Das sollte ein wesentlicher Bestandteil deiner Geburtsvorbereitung sein. Auch bestimmte Massagetechniken (hier ist dein Geburtsbegleiter gefragt!) oder Atemübungen können wahre Wunder wirken. Wenig bekannt, aber sehr effektiv können auch ein Geburtskamm oder ein TENS- Gerät sein. Letzteres arbeitet mit sanften, elektrischen Impulsen, die über Elektroden auf den Rücken abgegeben werden, um das Schmerzempfinden während der Wehen zu reduzieren.
16. Sprich über deine Ängste und lass dir helfen
Du musst deinen Kummer nicht alleine tragen. Oft reicht es schon, wenn dir jemand einfach nur zuhört - das kann eine gute Freundin oder dein Partner sein. Wenn du jedoch panische Angst vor der Geburt hast, die dich stark belastet, solltest du dir professionelle Hilfe holen. Deine Hebamme, dein Haus- oder Frauenarzt sind dafür die richtigen Ansprechpartner. Für Mütter und auch Väter, die eine traumatische Geburt erlebt haben, ist das kostenlose Hilfetelefon nach schwieriger Geburt eine Anlaufstelle, die ich dir von Herzen empfehlen kann. Dort kannst du auch noch anrufen, wenn die Geburt schon länger her ist. Auch eine Doula kann dich bei der Aufarbeitung einer schwierigen Geburtserfahrung unterstützen oder dich an geeignete Fachpersonen weiterleiten. Vergiss nicht, jede Geburt ist anders. Die schlechten Erfahrungen müssen sich nicht wiederholen. Hole dir Unterstützung, damit du gut vorbereitet und mit neuem Mut in die nächste Geburt gehen kannst.
Zusätzliche Tipps für die letzten Wochen vor der Geburt
Viele Frauen berichten, dass sie kurz vor dem errechneten Geburtstermin immer schlechtere Laune bekommen. Sie sind leicht aufbrausend und/oder weinen schnell. In einigen Foren habe ich gelesen, dass manche Schwangere kurz vor der Entbindung vom Partner und der Familie ziemlich genervt sind, dann fallen Antworten patzig aus. Manche werdende Mama wirkt kurz vor dem Entbindungstermin regelrecht streitsüchtig. Das direkte Umfeld der Schwangeren ist entweder von Wutausbrüchen betroffen oder sie bemerken, dass sich die Frau vermehrt zurückzieht. Das Stimmungstief kurz vor der Geburt kann nämlich auch dafür sorgen, dass die werdende Mutter den Kontakt zu Freunden und Familie immer weiter einschränkt. Stattdessen verbringen diese Schwangeren ihre Zeit alleine. Dabei grübeln sie oder durchleben verschiedene Ängste.
Mögliche Ursachen für die schlechte Laune kurz vor der Entbindung:
- Vor- und Senkwehen führen zu körperlichen Beschwerden.
- Hormonschwankungen können ebenfalls für die schlechte Stimmung verantwortlich sein.
- Oftmals leiden betroffene Mamas auch unter innerer Unruhe und Schlaflosigkeit.
- Es ist völlig normal, dass am Ende der Schwangerschaft Angst eine Rolle spielt.
- Viele Sorgen und Nöte wirken sich ebenfalls negativ auf die Grundstimmung aus.
- Stress kann auch für das Stimmungstief vor der Geburt verantwortlich sein.
- Der errechnete Entbindungstermin ist bereits überschritten.
Was Du gegen das Stimmungstief kurz vor Geburt machen kannst:
- Lass die schlechte Stimmung zu: Erlaube Dir auch mal schlechte Laune! Keine Schwangere ist 40 Wochen lang ein strahlender Sonnenschein. Es ist völlig normal, dass Dich manches Mal Sorgen und Schlafmangel zum Weinen oder Schreien bringen.
- Bereite Dich auf Dein Baby vor - aber ohne Perfektionsdruck: Allerdings darf das Stimmungstief kurz vor der Geburt auch kein Dauerzustand werden. Am besten beugst Du der schlechten Laune gezielt vor. Bereite Dich möglichst frühzeitig auf das Baby vor und erledige alle notwendigen Anschaffungen rechtzeitig und nicht auf den letzten Drücker. Dabei darfst Du auch Unterstützung annehmen. Du brauchst als werdende Mutter nicht alle Zügel selbst in der Hand zu halten. Spätenstens jetzt ist es Zeit zu lernen, dass Du auch Aufgaben abgeben und Dich öfter ausruhen darfst. Außerdem muss nicht alles perfekt sein, wenn das Baby kommt.
- Sprich über Deine Sorgen: Sprich mit Deinem Partner, Freunden oder der Familie über Deine Ängste und Sorgen. Oftmals lassen sich in Gesprächen die Zweifel ausräumen. Du kannst Dir auch professionelle Unterstützung holen. Informiere Deinen Frauenarzt oder die Hebamme, wenn Du über längere Zeit an einem Stimmungstief leidest. Sie können Dir möglicherweise pflanzliche Stimmungsaufheller empfehlen oder Dich an einen Psychologen, Gesprächsgruppen etc. verweisen. Blende Ängste, die mit der Entbindung zusammenhängen, nicht aus. Du kannst sie beispielsweise in der Geburtsvorbereitung mit der Hebamme oder anderen Schwangeren besprechen.
- Lies Dir Geburts-Wissen an: Auch zur Geburt habe ich deshalb viel gelesen und mir angeschaut. In dem Zusammenhang habe ich von Hypnobirthing erfahren. Dabei handelt es sich um eine natürliche Methode für eine sanfte Geburt. Falls Du ähnlich gestrickt bist, dann hole Dir all die Informationen und Fakten ein, die Du brauchst, um Dich sicher zu fühlen. Idealerweise schiebst Du Deine Ängste natürlich nicht bis kurz vor den Wehen vor Dir her, sondern konfrontierst Dich schon einige Monate vor der Entbindung damit. Dennoch: Auch, wenn die Geburt kurz bevor steht, kann es z.B. helfen, sich noch einmal ins Gedächtnis zu rufen, dass ca. 97 % aller Babys gesund zur Welt kommen.
- Lenk‘ Dich ab - und fokussiere Dich auf alles, was Dir guttut: Dein Stimmungstief vor der Geburt ist kein Weltuntergang - aber Du möchtest trotzdem etwas gegen die schlechte Laune unternehmen? Dann versuche, Dich von der bevorstehenden Geburt abzulenken und Dich einfach aufzumuntern - sei es mit Kuchen backen, Musik hören oder einem kleinen Wellness-Ritual. Bevor Dein Baby kommt, darfst Du Dich selbst getrost noch einmal in den Mittelpunkt stellen. Vielleicht hilft Dir auch schon der Gedanke, dass die schlechte Stimmung kurz vor dem Geburtstermin ganz normal ist - und Du in Deiner Situation nicht alleine bist.
Die Bedeutung von Entspannung und Ruhe
Ein gewisses Maß an Stress lässt sich im Alltag gar nicht vermeiden und schadet dem Ungeborenen auch nicht. Wichtig ist aber, auf Signale von Überlastung zu achten und möglichst gegenzusteuern.
Entlastung ist wichtig: Überlastung im Beruf, finanzielle Sorgen, ein hektischer Familienalltag, Ärger in der Partnerschaft - solche Dinge lassen sich auch während der Schwangerschaft nicht einfach „abschalten“. Wenn es jedoch gelingt, die Auslöser für übermäßigen Stress im Alltag zu erkennen, kann man sie oft entschärfen und gegensteuern. Dazu gehört, Forderungen und Ansprüche - ob vom Arbeitgeber, der Familie oder dem Partner - auch einmal zurückzuweisen und sich den eigenen Tagesrhythmus weniger von außen vorgeben zu lassen. Steigt das Gefühl von Überlastung, ist es wichtig, sich zu fragen: Was kann ich ändern? Wo kann ich Hilfe und Entlastung bekommen, etwa im Haushalt oder bei der Kinderbetreuung? Welche Dinge kann ich aufschieben? Ist es wirklich nötig, Anstrengendes, wie zum Beispiel die Renovierung der Wohnung, während der Schwangerschaft zu erledigen?
Für Ruhepausen sorgen: Nicht alle äußeren Belastungen lassen sich einfach aus dem Weg räumen, aber fast immer gibt es Möglichkeiten, sie etwas abzupuffern, um wieder zu innerer Ruhe zu finden. Bewusst eingeplante Pausen im Alltag entschleunigen den Tagesablauf, sei es durch ein kurzes Nickerchen am Nachmittag, einen Spaziergang oder ein entspannendes Bad. Diese kleinen Auszeiten tun Seele und Körper gut und helfen, sich wieder zu entspannen, in sich hineinzuhören und mit dem Kind Kontakt aufzunehmen. Auch Entspannungsverfahren wie autogenes Training oder sanfte, meditative Bewegungsübungen wie Yoga oder Tai Chi helfen, innere Ruhe und Ausgeglichenheit zu erhalten oder wiederherzustellen.
Rat und Hilfe in extrem belastenden Situationen: Es gibt aber auch Stress- und Belastungssituationen, denen mit etwas Ruhe und Ausgleich nicht beizukommen ist. Das Gefühl, ohnmächtig zu sein und seine Lebensumstände kaum selbst bestimmen zu können, gehört zu den besonders bedrückenden Stressfaktoren. Aber auch eine Trennung oder der Tod eines nahestehenden Menschen können extreme Belastungen sein. Extremer oder dauerhafter Stress kann sich negativ auf die Entwicklung des ungeborenen Kindes auswirken. Ist die werdende Mutter großer seelischer Belastung oder nicht abreißendem Stress ausgesetzt, steigt das Risiko vorzeitiger Wehen sowie einer Fehl- oder Frühgeburt. In solchen Situationen ist es wichtig, Unterstützung in Anspruch zu nehmen. Rat und Hilfe geben zum Beispiel Schwangerschaftsberatungsstellen, Ärztinnen, Ärzte und Hebammen. Hier können Gefühle von Überlastung oder Ausgeliefertsein ebenso angesprochen werden wie Partnerschaftskonflikte oder Geldsorgen. Auch wenn Angst vor der Geburt zum Stressfaktor wird, ist eine Beratung sinnvoll. In einem Geburtsvorbereitungskurs erhalten Schwangere neben vielen Informationen und praktischen Tipps auch Hilfen, wie sie mit Ängsten vor der Geburt und der Zeit danach umgehen können. Die frühzeitige Betreuung durch eine Hebamme gibt ebenfalls mehr Sicherheit. Bei vorhandenen Risiken für eine Frühgeburt - zum Beispiel vorzeitigen Wehen oder einer vorangegangene Frühgeburt - besteht auch Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Die Kosten hierfür übernimmt die gesetzliche Krankenkasse, wenn ein ärztliches Attest vorliegt. Privat Versicherte erkundigen sich am besten bei ihrer Krankenkasse, welche Kosten sie übernimmt.
Auf Signale achten: Um einem Risiko für die Schwangerschaft vorzubeugen, ist es wichtig, auf Signale von Überlastung zu achten. Schmerzen und vorzeitige Wehen, aber auch ein allgemeines Unwohlsein sind Gründe, zur Ärztin oder zum Arzt zu gehen oder mit einer Hebamme zu sprechen. Meist sind solche Befindlichkeitsstörungen harmlos. Trotzdem ist es wichtig, auf sein „Bauchgefühl“ zu achten und ein möglicherweise ernsthafteres Problem oder eine Gefährdung des Kindes ausschließen zu lassen.