Schwiegermutter-Alarm nach der Geburt: Tipps und Strategien für entspannte Beziehungen

Viele Mütter kennen das angespannte Verhältnis zur Schwiegermutter, obwohl diese "eigentlich" in Ordnung ist. Besonders wenn es um die Enkelkinder geht, kann es zu offenen Auseinandersetzungen kommen, die im schlimmsten Fall sogar zum Bruch führen. Dieser Artikel bietet Ratschläge und Strategien, um mit schwierigen Schwiegermüttern umzugehen und ein harmonisches Familienleben zu fördern.

Die Rolle der Mutter und Schwiegermutter

Mütter wollen immer nur das Beste für ihre Kinder. Das fängt bereits während der Schwangerschaft an und setzt sich fort, wenn das Kind längst erwachsen ist. Schwiegermütter sind also in erster Linie auch nur Mütter, die (noch immer) "nur das Beste" für ihr Kind wollen. Sie haben ihr Kind über Jahre begleitet und kennen es vermeintlich gut. Allerdings hat der erwachsen gewordene Sohn womöglich Verhaltensmuster und Vorstellungen vom Leben, von denen die Mutter nicht mehr viel weiß. Hinzu kommt, dass er sich eine Partnerin ausgesucht hat, die total anders ist als Mama.

Wenn sich Schwiegereltern in die Familienplanung einmischen

Schon vor der Geburt eines Enkelkindes kann es zu Spannungen kommen, wenn sich die Schwiegereltern in die Familienplanung einmischen. Unsensible Äußerungen wie "Wartet mal noch ein paar Jahre mit dem Kinderkriegen!" oder "Jetzt wird’s aber höchste Zeit, dass Ihr uns endlich zu Großeltern macht!" können werdende Mütter und Paare mit Kinderwunsch tief verletzen. Es ist wichtig, solche unsensiblen Sätze irgendwann zu vergeben und quasi wegzupacken und den Deckel zuzumachen. Denn selbst solche Spitzen sind in den seltensten Fällen gezielt gegen uns gerichtet gewesen. Vielmehr war derjenige, der solche Aussagen herausschleudert (z.B. Schwiegermutter oder Schwiegervater), im Moment des Redens offenbar (noch) nicht imstande, sich in den anderen (Schwiegertochter oder Sohn) hineinzuversetzen, sondern hatte erst einmal mit eigenen Sorgen und Bedenken zu kämpfen.

Unterschiedliche Vorstellungen in der Kindererziehung

Wenn die Enkelkinder dann erst einmal da sind, möchten Schwiegermütter ihre Lebens- und Erziehungserfahrung noch einmal mit einbringen. Nach wie vor wollen sie "nur das Beste" für ihren Sohn - und ganz bestimmt auch für dessen Kinder, also die Enkel. Aber diese Enkel sind nun mal (auch bzw. in erster Linie) die Kinder der Schwiegertochter. Und "das Beste" der Schwiegermutter ist eben nicht automatisch "das Beste" für die Schwiegertochter und deren Kinder… Mütter (und natürlich auch Väter) von kleinen Kindern sind, wie bereits gesagt, besonders sensibel dafür, wie andere Menschen mit ihrem Sprössling umgehen. Und diesmal wissen WIR am besten, was für unseren Liebling aktuell gut ist und was nicht. Die Vorstellungen von einem angemessenen Umgang mit Kindern, die unsere Schwiegermutter vor 30 Jahren hatte und vielleicht noch heute vertritt, können deutlich von unseren eigenen abweichen. Da können Welten aufeinanderprallen.

Die Rolle des Partners

Für die Männer ist die Situation kompliziert: Komplett raushalten geht meistens nicht. Dem erwachsenen leiblichen Kind kommt - gewollt oder ungewollt - eine vermittelnde Funktion zu. Er sollte einerseits die Loyalität zu seiner Partnerin halten und das auch bei womöglich mäkeligen (Schwieger-) Mutter-Aussagen und Grenzüberschreitungen signalisieren, z.B.: „Mama, danke für Deinen Hinweis. Wir wissen ja, dass Du Dir viele Gedanken machst und es nur gut meinst. Aber Du kannst Dir sicher sein: Wir haben uns in Ruhe miteinander überlegt, warum wir das momentan genau so machen, wie wir’s gerade tun.“ Das leibliche Kind sollte aber auch dabei helfen, dass die (Schwieger-)Mutter möglichst „erhobenen Hauptes“ aus einer angespannten Situation hervorgehen kann und sich ihrerseits nicht allzu sehr vor den Kopf gestoßen und verbal „abgewatscht“ fühlt. Er könnte also z.B. hinzufügen: „Wenn wir uns mit irgendetwas unsicher fühlen und Euch dann um Rat fragen dürfen: Prima! Momentan passt aber zum Glück alles soweit…“ Das kann sonst schnell zu einem Teufelskreis aus weiteren Missverständnissen und Verletzungen führen. Den passenden Satz im passenden Ton im passenden Moment zu formulieren, ist aber natürlich gebührend schwer. Generell sollte der erwachsene Sohn seine Partnerin möglichst in Richtung Toleranz und Wertschätzung stützen: „Come on. Lassen wir meine Mutter sein, wie sie ist. Wir sollten versuchen, alle Einstellungen und Verhaltensweisen zu aktivieren, die uns z.B. auch im Job nützlich sind, also in Konstellationen, in denen wir uns ja auch oft nicht die Menschen aussuchen können, mit denen wir viel zu tun haben möchten. Das heißt: Sich freundlich abgrenzen. Den anderen möglichst so sein lassen, wie er ist. Sich um Toleranz und Wertschätzung bemühen. Immer wieder tief durchatmen und lieber „eine kleine Runde drehen“, bevor eine Situation eskaliert. Toleranz fängt ja genau da an, wo das Genervtsein einsetzt. Wenn wir also denken: „Muss die sich da jetzt schon wieder einmischen?!“ Oder: „Den Kommentar hätte sie sich mal besser sparen sollen…“. Wir haben uns zwar unseren Partner ausgesucht - aber die Sippe des anderen gratis mit dazu bekommen. Ob sie uns nun sympathisch ist oder nicht. Hilfreich ist natürlich auch, wenn man sich als Paar einig darüber ist, wie die jeweilige Mutter bzw. Schwiegermutter „zu nehmen“ ist - wenn sich also beide immer wieder (möglichst mit einer ordentlichen Portion Humor) darüber verständigen, wie Kommentare und Ratschläge der (Schwieger-) Mutter einzuordnen sind. Und beide trotzdem auch miteinander bewusst versuchen, den Scheinwerfer auf deren positive Seiten zu lenken: „Puh, das war heute mal wieder anstrengend. Meine Mutter fragt sich vermutlich ernsthaft, wie wir ohne ihre Ratschläge bisher überleben konnten. Aber das Fresspaket, das sie für uns eingepackt hat: Feine Sache!“ Oder: „Mich nerven ihre Kommentare auch. Aber ihre Geduld mit den Kids, auch wenn die 100. Geschichte vorgelesen werden soll - Respekt." So in der Art.

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Strategien für den Umgang mit einer schwierigen Schwiegermutter

Um das Verhältnis zur Schwiegermutter zu entspannen, können folgende Strategien hilfreich sein:

  1. Sich abgrenzen: Nicht alle Pfeile auffangen und persönlich nehmen, sondern sich möglichst oft quasi zur Seite drehen und aus der Schusslinie gehen. Die meisten vermeintlichen Schüsse waren nämlich eh nicht als Spitzen gedacht, sondern wieder mal Varianten aus Schwiegermuttis - womöglich etwas verstaubter - „Ich mein’s ja nur gut“- oder „Ich hab schließlich auch Kinder großgezogen“- Kiste. Und was soll’s: Die Schwiegermutter darf es ja auch gut meinen und soll sich nicht permanent auf die Zunge beißen müssen, wenn sie mit uns zusammen ist. Eigentlich können wir sowieso ganz entspannt sein, denn wir wissen ja: Sobald wir wieder alleine Zuhause sind, machen wir einfach alles ganz genau so weiter, wie WIR es wollen und wie es sich für UNS richtig anfühlt.
  2. Sich wappnen: Es kann wichtig sein, vor Begegnungen und Telefonaten gleichsam „in Drachenblut zu baden“ und sich auf Unempfindlichkeit einzustellen. Wenn wir eh schon im Vorfeld wissen, dass bei Schwiegermutter-Dates mit ein paar für uns nervigen Kommentaren zu rechnen ist, sollten wir versuchen, da ab sofort elegant darunter hindurch zu tauchen - und nicht mehr darauf anzuspringen, nach dem Motto: „Ich entscheide ab sofort selbst, von wem ich mich ärgern lasse!“
  3. Unterstützung suchen: Anerkennung, Ermutigung und Lob holen wir uns zwischendurch am besten von unseren Freundinnen (und unserem Partner) ab, die ganz genau wissen, wie anstrengend der Alltag mit kleinen Kindern oft ist: „Cool, wie du bei dem Trotzanfall gerade die Nerven behalten hast - und das, obwohl deine letzte Nacht so unterirdisch war.“ oder „Super, dass du beim Kommentar deiner Schwiegermutter auf Durchzug geschaltet hast! Du machst das nämlich klasse!! Und du stillst genau so lange, wie du das für richtig hältst.“ oder „Natürlich entscheidet nur ihr zwei, wie lange eure Maus mit im Elternbett schläft. Du spürst nämlich genau, was die Kleine braucht. Da soll sich mal keiner einmischen!"
  4. Humor bewahren: Mit Freundinnen die schrägsten Schwiegertiger-Tipps und -Kommentare auszutauschen, kann ja sogar recht amüsant sein. Wenn Leidensgenossinnen nach Schwiegereltern-Besuchen alle Ungefragte-Tipps-des-Tages zusammentragen würden, käme vermutlich ein absurdes Sammelsurium an T-Shirt-Sprüchen für junge Mütter dabei heraus: Nein, Schwiegermutti: Schreien stärkt NICHT die Lungen! Keine Sorge, Mama. Der Kleine schläft nur solange bei uns im Bett, bis er 18 ist! Wir verwöhnen unseren Säugling? Cool! Das hat deinem Sohn „früher auch nicht geschadet“? Frag mal deine Schwiegertochter… ;-) Nein, Schwiegermama, ich mach mir keine Sorgen, wenn Henri mit anderthalb noch nicht trocken ist. usw. usw.
  5. Positive Seiten sehen: Sich vor, bei und nach jeder Begegnung ganz bewusst darum bemühen, die guten Seiten des anderen (in diesem Fall: der Schwiegermutter) in den Vordergrund zu holen. Vielleicht ist ja tatsächlich doch die eine oder andere hilfreiche Empfehlung für uns dabei. Tatsache ist ja, dass die Generation der Eltern und Schwiegereltern schon ein paar Jahre mehr als wir „auf dem Buckel“ hat. Wenn wir ernsthaft an den Erfahrungen der Älteren interessiert sind, kann ein Austausch ja durchaus bereichernd sein.
  6. Erwartungen anpassen: Als junge Eltern wünschen wir uns natürlich, dass unsere Bemühungen ums Kind auch von den eigenen Eltern bzw. Schwiegereltern geschätzt werden. Und dass (im Idealfall) unsere Einstellungen und Erziehungsvorstellungen im Großen und Ganzen geteilt werden und wir Anerkennung für unser Engagement bekommen. Daher würde es bestimmt jeder Frau gut tun, von ihrer Schwiegermutter zu hören: „Du kannst wirklich stolz auf dich sein. Du machst das toll mit den Kindern und überhaupt. Unser Sohn hat ein riesen Glück, dass er dich gefunden hat! Wir haben dich auch gleich ins Herz geschlossen… ihr seid eine klasse Familie!“ Eventuell werden wir das so nicht oft gesagt bekommen. Vielleicht noch nicht mal im Ansatz. Deshalb hilft es, wie gesagt, sich Support bei seinen Freundinnen (und natürlich dem Partner) zu holen und die Erwartungen an positives Feedback von den Schwiegereltern eher herunter zu schrauben.
  7. Das Gespräch suchen: Aber was würde eigentlich passieren, wenn wir uns als Schwiegertochter ein Herz fassen und zur Schwiegermutter in einem ruhigen Moment sagen würden: „Muttersein hört nie auf, stimmt’s? Jetzt, wo ich selbst Mama bin, kann ich Vieles besser nachvollziehen. Wie war das eigentlich damals bei dir, als …? Wie hast du das hingekriegt, wenn…? Hättest du irgendetwas gerne anders gemacht, wenn das damals möglich gewesen wäre…? Warst du manchmal auch unsicher, ob…?“ Ein Gespräch von Frau zu Frau. Von Mutter zu Mutter.

Kontakt ja oder nein?

Auf die erste Frage gibt es keine pauschale Antwort. Jede Familie muss selbst schauen, was für sie am besten passt und wie viel Kontakt realisierbar ist. Generell sollten aber den Kindern die Großeltern möglichst nicht vorenthalten werden, wenn Kontakt irgendwie vertretbar erscheint (also die Schwiegereltern prinzipiell in der Lage und willens sind, sich mit ihren Enkeln zu beschäftigen), v.a. wenn die Kinder einen guten Draht zu Oma und / oder Opa haben. Falls die (als anstrengend erlebten) Schwiegereltern nicht allzu weit weg wohnen, kann es angenehmer sein, etwas häufigere und dafür kürzere Kontakte zu arrangieren. Mal anderthalb Stündchen am Nachmittag sind vielleicht gut zu bewerkstelligen, ohne dass die Nerven allzu sehr strapaziert werden. Also lieber am Nachmittag eine Runde zusammen zum Spielplatz oder mit Brötchen vorbeikommen und…

Dickfelligkeit und Gelassenheit

Einmal Eltern, immer Eltern. Man fühlt sich selbst dann noch für sein Kind verantwortlich, wenn es schon längst flügge geworden ist. Diese Einstellung der Schwiegereltern kann einem Paar das Leben schwer machen. Fakt ist, dass man sich irgendwie mit den Schwiegereltern arrangieren muss, vor allem dann, wenn Kinder geplant oder schon vorhanden sind. Denn Kinder brauchen Großeltern, die sie ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten. Wer es schafft, sollte sich ein gutes Maß an Dickfelligkeit und Gelassenheit anschaffen und die Einmischungen oder etwaige Attacken von Schwiegervater oder -mutter so gleichmütig wie möglich über sich ergehen lassen. „Sie können halt nicht anders.“ Wer sich diese Einstellung zu Eigen macht, hat schon fast gewonnen. Leider liegt das Problem meist darin, dass auch Erwachsene von ihren Eltern anerkannt und geliebt werden wollen. Manchmal sind die Schwiegereltern aber auch einfach zu penetrant: Da räumt die Schwiegermutter den Küchenschrank um und der Schwiegervater versucht seinen Schwiegersohn ständig in der Kunst des Rasenmähens zu unterweisen.

Grenzen setzen

Mit der Familie des Partners ist man meist nicht so vertraut wie mit der eigenen. Man kennt die Regeln und die familiären Fallstricke nicht. Hier helfen die Beachtung der gängigen Höflichkeitsregeln und der ein oder andere Tipp vom Partner. Mit gegenseitiger Höflichkeit kann auch ein weniger herzliches Verhältnis sehr angenehm sein. Allerdings stoßen Höflichkeit und Toleranz an ihre Grenzen, wenn sich die Schwiegereltern übermäßig in das Familienleben einmischen. Dann ist es Zeit, so direkt wie möglich Grenzen zu setzen. Je früher man das tut, umso leichter fällt es allen Beteiligten, einen neuen Umgang miteinander zu finden. Es ist meist nicht leicht oder sogar unmöglich, sich abzugrenzen, ohne dass die Schwiegereltern gekränkt reagieren. Allerdings sollte man darauf vertrauen, dass sich die Situation auch wieder beruhigt. Besonders wichtig ist, dass der Partner nicht für seine Eltern Partei ergreift. In diesem Fall müssen beide unbedingt an einem Strang ziehen, indem sie sich untereinander abstimmen und den Eltern bzw.

Konkurrenzkampf zwischen Schwiegertochter und Schwiegermutter

Probleme entstehen in den meisten Fällen zwischen Schwiegertochter und Schwiegermutter. Allzu leicht entsteht hier ein Konkurrenzkampf. Die Schwiegertochter scheint nicht gut genug für den geliebten Sohn. Sie ist weder in der Lage, den Haushalt ordentlich zu führen, noch die Kinder richtig großzuziehen. Diese Haltung bringt den Mann, der gleichzeitig Sohn und Ehemann ist, in eine heikle Lage. Sich neutral zu verhalten, ist fast unmöglich. Die einzige richtige Art und Weise, diesem Konflikt zu begegnen ist, sich auf die Seite der Partnerin zu stellen. Das fällt vor allem den Männern schwer, die eine enge Bindung an die Mutter haben. Umgekehrt gibt es auch den Fall, dass die Schwiegereltern den Schwiegersohn als nicht würdig für ihre Tochter ansehen. Das kann passieren, Schwiegereltern sind keine Wahlverwandtschaften, sondern „Zubehör“ des Partners. In diesem Fall sollte eine Atmosphäre der distanzierten Höflichkeit geschaffen werden. Und immer gilt: Egal wie frostig das Verhältnis ist, der Kontakt Enkel - Großeltern sollte auf jeden Fall aufrecht erhalten werden. Das kann dann klappen, wenn die Grenzen klar gesetzt sind und sich die Großeltern an die Erziehungsvorgaben der Eltern halten. Ist dies nicht der Fall, müssen offene Gespräche geführt werden. Auch wenn das anstrengend ist, findet sich hier oft eine Lösung, die für alle zumindest erträglich ist. Gerade in Hinblick auf die Kinder gilt es, ein möglichst harmonisches Verhältnis zu den Schwiegereltern aufrecht zu erhalten. Das heißt nun nicht, dass man ständig kuschen und sich unterordnen soll, trotzdem ist eine Strategie nach dem Motto, „Der Klügere gibt nach“ hilfreich. Manchmal geht das aber nicht mehr. Bleiben Sie höflich und vermeiden Sie Beschuldigungen. Besser ist es, eigene Befindlichkeiten zu formulieren. Lassen Sie auch die Schwiegereltern zu Wort kommen. Was bewegt sie? Ziel sollte sein, ein gegenseitiges Verständnis zu erreichen. Oft hilft es, sich auf das Kind zu fokussieren. Trotz eventueller Unstimmigkeiten lieben alle das Kind und wollen sein Bestes. Zwist mit den Schwiegereltern kann sich negativ auf die Paarbeziehung auswirken. Vor allem dann, wenn sich ein Partner permanent und aggressiv über die Eltern des anderen beschwert, kann es zu bösen Auseinandersetzungen kommen. Werden die Eltern kritisiert, dann geht man automatisch in die Verteidigung, denn man fühlt sich selbst angegriffen. Wenn ein Gespräch über die Schwiegereltern nötig ist, dann helfen die Gesprächsregeln, die auch bei sonstigen Partnerschaftsproblemen hilfreich sind.

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Schwiegermütter im Kreißsaal

Schwiegermütter im Kreißsaal, bzw. deren Anwesenheit unter der Geburt sind in Beratungsgesprächen mit Schwangeren, aber auch in den Kommentaren hier im Blog, ein neues/altes Reizthema. Ich habe mich gefragt: Warum nerven uns unsere Schwiegermütter bei der Geburt eigentlich so? Unsere Mütter haben uns aufgezogen. Unseren Erziehungsstil haben wir wahrscheinlich, mehr oder weniger freiwillig, in Anlehnung an ihren entwickelt. Wir haben ähnliche Konfliktlösungsstrategien und hoffentlich eine gute gemeinsame Streitkultur. Außerdem sind wir es gewöhnt von unseren Müttern Kritik, bestenfalls konstruktiv, anzunehmen. Anders ist das bei der Schwiegermutter: Sie kommt aus einem anderen Nest. Aber auch sie möchte sich einbringen. Auch sie möchte nah an das Geschehen. Aber wir lassen sie nicht so gerne. Sie ist uns fremd. Ihr Vorschlag klingt nach Kritik. Wir dulden nicht so viel von ihrer Einmischung. Sie spürt diese Distanz, ist vielleicht eifersüchtig auf unser Verhältnis zu ihrem Sohn oder sogar auf das zu unserer eigenen Mutter? Dabei ist sie doch maßgeblich daran beteiligt, dass wir einen so tollen Partner haben. Das ist ihr Werk!

Schwiegermutter-Typen

Die Schubladen der Vorurteile und Verallgemeinerungen sind nun also weit geöffnet. Das eignet sich hervorragend, um sich an eine Kategorisierung der Schwiegermutter-Typen zu wagen. Während meiner jahrelangen Kreißsaalarbeit habe ich im Wesentlichen drei bis vier Typen identifiziert. Und da wir jetzt über ein Reizthema sprechen, hab ich mich dazu entschieden, das Ganze mit einem kleinen Augenzwinkern zu betrachten. Dann wird es nicht so ernst. Kleine Übertreibungen sind also durchaus beabsichtigt.

  • Die distanzierte Kritikerin: Sie hält Abstand; beäugt die junge Familie aus einer Distanz heraus, aus der sie mehr oder weniger offene Kritik übt. Dem Baby gegenüber kann sie sehr vereinnahmend sein, weiß sie doch stets am besten, was gut und richtig ist. Dem Stillen nach Bedarf, Tragetüchern und dem „Familienbett“ steht sie mehr als ablehnend gegenüber.
  • Die erstickend Fürsorgliche: Sie ist erstickend fürsorglich. Sie bekocht die Familie, bestrickt das Kind und liefert täglich ungefragt Artikel aus verschiedenen bunten Zeitungen zum Thema X, Y und Z. Bei Problemen zerfließt sie vor Mitleid und benötigt selbst wiederherstellenden Trost.
  • Die Allwissende: Sie hat schon Alles gesehen und in nächtelangen, von bewusstseinserweiternden Substanzen unterstützten, Diskussionen bereits selbst alle relevanten Themen gewälzt.

Mein ganz persönlicher Rat lautet: Nur wer seine eigene Schwiegermutter hier gar nicht wiedererkennt, sollte überhaupt einen Gedanken an die Idee verschwenden, sie mit zur Geburt zu nehmen. Natürlich gibt es Ausnahmen, die diese Regel bestätigen: Die liebevolle, aber zurückgenommene, motivierende, aber nicht bevormundende, mitfühlende Schwiegermutter ist ein seltenes Phänomen, deren Anwesenheit durch anerkennendes Raunen auf den Fluren der Kliniken Erwähnung findet.

Richtig handeln, wenn die Schwiegermutter nervt

Es wird oft schwierig, wenn die Schwiegermutter nervt, seit Ihr Baby da ist. Schließlich möchten Eltern nicht, dass sich andere in Ihre Erziehung einmischen. Wie Sie Ihre Schwiegermutter in Ihre Schranken weisen können, lesen Sie in diesem Artikel. So schön es ist eine Familie zu haben, so sehr kann sie auch nerven. Gerade wenn ein neues Familienmitglied auf die Welt kommt, haben Verwandte wie die Schwiegermutter jede Menge gute Tipps auf Lager und mischen sich gern in die Erziehung ein. Wenn Sie sich davon gestört fühlen, dann gehen Sie folgendermaßen vor:

  • Machen Sie Ihrer Schwiegermutter klar, dass Sie die Mutter oder der Vater sind und Ihre eigenen Erziehungsmethoden haben.
  • Legen Sie feste Besuchszeitpunkte fest. Das Wichtigste ist es gerade in den ersten Monaten, dass Sie möglichst viel Zeit mit Ihrem Baby verbringen. Es ist daher nicht akzeptabel, dass Ihre Schwiegermutter ständig vor der Tür steht. Legen Sie fest, wie oft Sie Ihr Kind sehen darf.
  • Oftmals haben Schwiegermütter nicht nur gut gemeinte Tipps auf Lager, sondern überhäufen junge Eltern auch mit unnötigen Geschenken.
  • Telefonterror ist oft ein weiteres Problem, wenn ein Baby geboren wurde. Trauen Sie sich ruhig, Ihr Handy auch einmal auszuschalten oder Anrufe nicht abzunehmen.

So entspannt sich das Verhältnis zur Schwiegermutter

Natürlich wird Ihre Schwiegermutter nicht erfreut sein, wenn Sie Regeln für den Umgang mit Ihrem Baby festlegen. Davon sollten Sie sich aber nicht verunsichern lassen. Mit der Zeit wird sich das Verhältnis vermutlich auch wieder entspannen:

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  • Auch wenn Ihre Regeln erst einmal streng wirken, helfen Sie Ihrer Schwiegermutter zu verstehen, was Sie sich wünschen.
  • Wenn Sie merken, dass sich Ihre Schwiegermutter an die Regeln hält und diese akzeptiert, können Sie Ihr hin und wieder auch ein Stück entgegenkommen.
  • Falls Ihre Schwiegermutter erst einmal beleidigt ist, müssen Sie dies aushalten und darüber stehen.
  • Wichtig ist zudem, dass Sie und Ihr Partner oder Ihre Partnerin sich einig sind, wie der Umgang Ihrer Schwiegermutter mit Ihrem Baby aussehen soll.

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