Rückenschmerzen sind in Deutschland eine weit verbreitete Volkskrankheit, die den Alltag erheblich beeinträchtigen kann. Die Schmerzen manifestieren sich meist im Bereich zwischen Gesäß und unterem Rippenbogen. Umso wichtiger ist es, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Rückenschmerzen zu verstehen und zu wissen, welche Lebensmittel zur Vorbeugung geeignet sind und welche vermieden werden sollten.
Ursachen und Einflussfaktoren von Rückenschmerzen
Ob der Rücken gesund und schmerzfrei ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ein wichtiger Aspekt ist das Körpergewicht. Je mehr Gewicht bei jeder Bewegung bewegt werden muss, desto größer ist die Belastung für den Rücken. Eine dauerhafte Überbelastung durch zu hohes Gewicht kann zu Schädigungen der Bandscheiben und des gesamten Bewegungsapparates führen.
Ausschlaggebend für den positiven Einfluss der Ernährung auf die Rückengesundheit ist die Auswahl der richtigen Nährstoffe. Diese unterstützen den Knochenaufbau und die Muskulatur und wirken präventiv, sodass Schmerzen gar nicht erst oder seltener auftreten. Eine ausgewogene, vitamin- und nährstoffreiche Ernährung kann zudem helfen, das Körpergewicht nachhaltig zu reduzieren.
Neben Nährstoffen spielen auch Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und Antioxidantien eine zentrale Rolle für einen gesunden Rücken. Ausreichend Flüssigkeitszufuhr ist ebenfalls wichtig, da der Körper zu etwa 75 Prozent aus Wasser besteht. Die Wirbelkörper, aus denen die Wirbelsäule aufgebaut ist, benötigen mit einem Wasseranteil von etwa 25 Prozent ebenfalls eine ausreichende Flüssigkeitsversorgung, ganz zu schweigen von den Bandscheiben mit einem noch viel höheren Wassergehalt.
Ernährungsempfehlungen zur Vorbeugung und Linderung von Rückenschmerzen
Kalzium und Vitamin D für starke Knochen
Die Wirbelsäule kann den Rücken am besten stützen, wenn sie Stabilität und gleichzeitig Elastizität besitzt. Milchprodukte gelten aufgrund ihres hohen Kalziumgehalts als optimale Nahrungsmittel zur Stärkung des Skeletts. Der Mineralstoff stärkt die Knochen und beugt der Knochenabbaukrankheit Osteoporose vor. Es ist wichtig, dass Kalzium und Phosphor in einem ausgewogenen Verhältnis in den Körper gelangen, um ihre Aufgabe zu erfüllen. Der Konsum von Fastfood und industriell verarbeiteten Lebensmitteln kann jedoch zu einer Anreicherung von Phosphor im Körper führen und das natürliche Gleichgewicht stören. Kalzium ist nicht nur in Milch- und Getreideprodukten enthalten, sondern auch in verschiedenen grünen Gemüsesorten. Vitamin D findet sich in fettreichem Fisch (Lachs, Hering, Aal), Milchprodukten, Eiern und Pilzen.
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Mineralstoffe und Spurenelemente für die Nährstoffverwertung
Anders als viele Nährstoffe und Vitamine kann der Körper selbst keine Mineralstoffe herstellen. Um täglich Leistung zu bringen und gesund zu bleiben, ist er aber auf Mineralstoffe wie Kalzium oder Magnesium angewiesen. Mineralstoffe sind notwendig, damit Vitamine und andere Nährstoffe ihre Wirkung im Organismus überhaupt erst entfalten können. Mineralstoffmängel können ernsthafte Erkrankungen zur Folge haben.
Antioxidantien zum Schutz der Zellen
Gesundheitsbeschwerden können viele Ursachen haben - eine davon sind sogenannte freie Radikale. Sie greifen die Zellen im menschlichen Organismus an und können sie in ihrer Funktion einschränken oder vollkommen funktionslos machen. Werden mehr und mehr Zellen in einem Organ auf diese Weise geschädigt, leidet das Organ selbst und verliert seine Funktionsfähigkeit im Organismus. Durch Entartungen können die Zellschäden sogar zur Entstehung von Krebserkrankungen führen. Antioxidantien sind auch in Vitaminen, Mineralien, Spurenelementen oder Enzymen enthalten.
Entzündungshemmende Ernährung
Wenn Rückenschmerzen entstehen, spielen nicht selten Entzündungen eine wesentliche Rolle. Je nachdem wo die Entzündung sitzt, kommt es zu Schmerzen sowie Funktions- und Bewegungseinschränkungen. Um Entzündungen im Rücken oder anderen Teilen des Organismus zu lindern oder diesen vorzubeugen, kann eine bewusste Ernährung einen wichtigen Beitrag leisten. In vielen Lebensmitteln sind auf natürliche Weise entzündungshemmende Stoffe enthalten, die chronische Entzündungskrankheiten vermeiden können. Der positive Effekt, der durch den Konsum der entsprechenden Lebensmittel für den gesamten Organismus und insgesamt den Rücken erreicht wird, kann durch das Weglassen schädlicher Lebensmittel verstärkt werden. Neben Fastfood und industriell verarbeiteten Lebensmitteln sind es vor allem Fett und Alkohol, die durch direkten oder indirekten Einfluss den Knochenaufbau behindern oder verlangsamen.
Vollwertige Ernährung
Im Grunde bedeutet das, dass Sie sich von Lebensmitteln ernähren, die schonend oder nach Möglichkeit gar nicht verarbeitet sind. Denn so können Sie gewährleisten, dass die meisten Inhaltsstoffe noch enthalten sind. Außerdem beinhaltet eine vollwertige Ernährung auch ausreichend Gemüse und Obst. Als Faustregel gilt: Essen Sie täglich 5 Portionen Obst und Gemüse. Eine Portion beschreibt dabei etwa eine Handvoll. Auch Vollkornprodukte haben viele wichtige Inhaltsstoffe, an denen Sie sich im Rahmen einer vollwertigen Ernährung bedienen sollten. Sie enthalten etwa wichtige Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine sowie vor allem auch Ballaststoffe.
Der Zusammenhang zwischen Übergewicht und Rückenschmerzen
Wenn das Körpergewicht zu stark erhöht ist, Sie also bspw. übergewichtig sind, werden alle an der Bewegung beteiligten Strukturen belastet. Dazu gehören etwa Muskeln, Gelenke, Bänder, Sehnen und auch die Bandscheiben.
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Entzündungen als Ursache von Rückenschmerzen
Rein medizinisch gesprochen handelt es sich bei einer Entzündung um eine körperliche Reaktion auf Reize oder Substanzen. Oft ist eine solche Entzündung gekennzeichnet durch 5 wesentliche Beschwerden: Rötungen am Entzündungsort, Überwärmung, Schwellungen bzw. Flüssigkeitseinlagerungen, Schmerzen sowie ggf. Einschränkungen im betroffenen Bereich. Auch Rückenschmerzen können entzündlich bedingt sein. Eine sogenannte Spondylodiszitis beschreibt bspw.
Selbsthilfe bei akuten Rückenschmerzen
Es gibt viele Möglichkeiten, wie Sie auch ohne die Hilfe eines Experten schnell Besserung bei Rückenschmerzen erzielen können. Sie können sich bei sehr starken Schmerzen bspw. zur Schonung in eine passende Liegeposition begeben. Bei beidseitigen Schmerzen empfehle ich die Stufenlagerung. Sie liegen dabei auf dem Rücken, Ihre Hüfte und Ihre Knie sind in einem Winkel von 90 Grad angeordnet. Dazu können Sie Ihre Unterschenkel bspw. auf eine Getränkekiste o. Ä. legen und so vor allem Ihre Bandscheiben entlasten. Einseitige Schmerzen hingegen behandeln Sie besser, indem Sie sich in die Seitenlage begeben, mit der schmerzenden Seite nach unten. Wenn Sie dann noch Hüfte und Knie leicht anwickeln und Ihren Kopf auf den Unterarm oder ein flaches Kissen legen, können Sie Besserung erzielen. Das Liegen ist aber nur eine Option.
Neue Therapieansätze bei Rückenmarksverletzungen
In Brasilien startet eine erste Studie, die prüft, ob ein körpereigenes Protein frisch verletztes Rückenmark wieder für Nervenwachstum öffnet. Eine Rückenmarksverletzung gehört zu den schwersten Diagnosen der modernen Medizin. Oft bleiben Lähmungen dauerhaft, Bewegungen kehren nicht zurück, selbst Jahre intensiver Therapie ändern daran wenig. Der Grund liegt im Nervensystem selbst: Das menschliche Rückenmark gilt seit Jahrzehnten als kaum reparierbar. Einmal zerstörte Verbindungen zwischen Nervenzellen wachsen in der Regel nicht nach.
An diesem medizinischen Grundverständnis könnte sich nun etwas ändern. In Brasilien beginnt erstmals eine kontrollierte klinische Studie, die einen neuen Ansatz testet. Dabei geht es um eine gezielt hergestellte Form eines körpereigenen Proteins, das direkt in frisch verletztes Rückenmark eingebracht wird. Ziel ist es, das Gewebe so zu verändern, dass Nervenfasern wieder wachsen können. Erste Beobachtungen aus kleinen Voranwendungen lassen vermuten, dass selbst bei vollständigen Lähmungen Bewegungen zurückkehren können - etwas, das bislang als extrem unwahrscheinlich galt.
Für Betroffene mit einer Rückenmarksverletzung zählt jeder kleine Bewegungsgewinn. Die Forschung aus Brasilien weckt erstmals leise Hoffnung auf mehr Unabhängigkeit. Erlaubt wurde eine sogenannte Phase-1-Studie. Sie markiert den formalen Einstieg in die klinische Prüfung eines neuen Medikaments. Im Mittelpunkt steht dabei nicht die Wirksamkeit, sondern die Sicherheit.
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Getestet wird die Substanz Polilaminina. Sie basiert auf einer Proteinverbindung aus menschlicher Plazenta und ist eine speziell organisierte Form des Proteins Laminin. Laminin spielt im menschlichen Körper eine zentrale Rolle, wenn Nervenzellen wachsen und sich vernetzen - vor allem während der frühen Entwicklung. Nach einer Rückenmarksverletzung fehlt dieses unterstützende Umfeld jedoch fast vollständig.
Die Entwicklung der Polilaminina ist kein Zufallsprodukt. Sie geht auf mehr als 25 Jahre Forschung an der Universidade Federal do Rio de Janeiro (UFRJ) zurück. Dort arbeiteten Forscher daran, die natürliche Struktur von Laminin im Labor so nachzubilden, dass sie ihre biologischen Eigenschaften behält. Entscheidend ist die räumliche Anordnung des Proteins. Im Körper bildet Laminin eine Art biologisches Gerüst, an dem sich Nervenzellen orientieren. Nach einem Trauma zerfällt diese Struktur. Polilaminina soll genau diesen Zustand wiederherstellen - zumindest lokal im verletzten Bereich.
Schon vor der jetzigen Genehmigung kam die Substanz vereinzelt bei Menschen zum Einsatz. Nach Berichten von CNN Brasil erhielten rund zehn Patienten Polilaminina außerhalb regulärer Studien. Einige von ihnen hatten zuvor keinerlei Bewegungsfähigkeit unterhalb der Verletzung. In mehreren Fällen traten danach messbare Verbesserungen auf. Diese reichten von kleinen Muskelbewegungen bis hin zu besserer Rumpfstabilität und einzelnen Schritten mit Unterstützung. Die Fallzahl blieb jedoch klein, systematische Vergleiche fehlten. Deshalb ließen sich daraus keine verlässlichen Schlüsse ziehen.
Die jetzt gestartete Phase-1-Studie umfasst fünf freiwillige Patienten im Alter zwischen 18 und 72 Jahren. Voraussetzung ist eine vollständige Rückenmarksverletzung im Brustwirbelbereich. Entscheidend ist zudem der Zeitpunkt: Die Verletzung darf höchstens 72 Stunden zurückliegen. Die Substanz wird direkt in die verletzte Region der Wirbelsäule eingebracht. Laut den Angaben dient diese erste Phase ausschließlich der Sicherheitsprüfung. Ziel ist es, mögliche Nebenwirkungen, Entzündungen oder andere Risiken zu erfassen. Aussagen zur Wirksamkeit sind ausdrücklich nicht vorgesehen.
Auch wenn Phase-1-Studien keine Therapie versprechen, gilt ihre Genehmigung als entscheidende Hürde. Erst wenn ein Wirkstoff als sicher gilt, dürfen größere Studien folgen. In Phase 2 und 3 würde dann untersucht, ob sich Beweglichkeit, Sensibilität oder Alltagstauglichkeit tatsächlich verbessern. Viele Fachleute sehen in dem Studienstart einen wichtigen Fortschritt für die Forschung zu Querschnittlähmung. Sollte sich der Ansatz bewähren, könnte er künftig mit weiteren Therapien kombiniert werden, etwa mit chirurgischen Verfahren oder Rehabilitationsprogrammen, heißt es im CNN-Bericht.
Bis zu einer breiten Anwendung ist es noch ein weiter Weg. Erst nach erfolgreichen Phase-2- und Phase-3-Studien könnte ein Antrag auf Zulassung gestellt werden. Darüber entscheidet erneut Anvisa. Jahre der Prüfung sind realistisch. Dennoch markiert die Studie einen Wendepunkt. Zum ersten Mal wird unter kontrollierten Bedingungen getestet, ob sich das Umfeld einer frischen Rückenmarksverletzung so verändern lässt, dass Regeneration möglich wird. Für viele Betroffene weltweit steht damit mehr als nur Stabilisierung im Raum - nämlich die Aussicht auf begrenzte Rückkehr verlorener Funktionen.
Eine Rückenmarksverletzung verändert das Leben sofort und für lange Zeit. Weltweit trifft eine Querschnittlähmung jedes Jahr Hunderttausende Menschen - und sie bringt oft einen hohen Bedarf an Pflege, Therapien und Unterstützung mit sich. Familien geraten an organisatorische und finanziellen Grenzen, während Gesundheitssysteme hohe Folgekosten tragen. Schon ein kleiner Funktionsgewinn kann für Betroffene viel bedeuten: ein stabilerer Rumpf, ein wenig mehr Beweglichkeit in Armen oder Beinen, mehr Selbstständigkeit im Alltag. Genau deshalb richtet sich so viel Aufmerksamkeit auf Verfahren, die das verletzte Gewebe möglichst früh stabilisieren und verlorene Funktionen zumindest teilweise zurückholen könnten.
Die Rolle von Uridinmonophosphat (UMP) bei der Nervenregeneration
„Man hört häufig, dass sich Nerven schlecht regenerieren können“, sagte Dr. med. Martin Wimmer, Neurologe aus München, im Rahmen eines von Trommsdorff unterstützten Expertenvortrags. „Dabei sieht man speziell im peripheren Nervensystem immer wieder erstaunliche Wiederherstellungsprozesse“, so Wimmer weiter. Wird die Ursache der Nervenschädigung etwa bei chronischen Rückenschmerzen, Polyneuropathie oder Karpaltunnel Syndromen behoben, können sich Nerven regenerieren. Dabei ist die Gabe einer Nährstoffkombination aus Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure eine geeignete unterstützende Behandlungsoption.
Schädigungen des peripheren Nervensystems können sich unterschiedlich äußern. Abhängig von den betroffenen Nervenfasern treten starke Schmerzen, sensorische, motorische und vegetative sowie trophische Störungen auf, welche die Betroffenen im Alltag einschränken und ihre Lebensqualität mindern können. Besonders häufig sind Rückenschmerzen wie Lumboischialgien und Zervikobrachialgien, die unter anderem durch Nervenaffektionen in Folge von Bandscheibenvorfällen ausgelöst werden können, Engpass-Syndrome wie das Karpaltunnelsyndrom, sowie Polyneuropathien. Im Rahmen einer Polyneuropathie können verschiedene Funktionsausfälle auftreten, da mehrere periphere Nerven geschädigt sind, wobei axonale, myeline oder beide Anteile der Nerven beeinträchtigt sein können.
Die zugrundeliegenden Ursachen peripherer Nervenschädigungen reichen von mechanisch traumatischen, immunologischen bis hin zu medikamentösen, toxischen, hereditären sowie endokrinen Faktoren. Bei Polyneuropathien gilt Diabetes mellitus als die häufigste Ursache, gefolgt von übermäßigem Alkoholkonsum. Ein Vitaminmangel ist ebenfalls ein nicht zu vernachlässigender Faktor. Insbesondere vegane Ernährung und ein auf diese zurückzuführender Vitamin B12-Mangel kann eine Mangelneuropathie auslösen.
Eine umfassende, multimodale Patientenversorgung kann neben einer sorgfältigen Differenzialdiagnose, eine Symptombekämpfung mittels Membranstabilisatoren, Analgetika und/oder Antidepressiva sowie gezieltes Bewegungstraining und entlastende orthopädische Hilfsmittel beinhalten. Ebenfalls einbezogen werden sollte die Möglichkeit, gleichzeitig kausal vorzugehen, und die Regeneration der peripheren Nerven zu unterstützen. „Damit sich die Nerven erfolgreich regenerieren können, müssen zunächst die auslösenden Ursachen, die zu ihrer Zerstörung geführt haben, behandelt werden“, erklärte Wimmer. „Zusätzlich kann eine Supplementation neurotroper Substanzen die Regeneration peripherer Nerven fördern.“
Bei einer peripheren Nervenschädigung sind meist die Myelin produzierenden Schwann-Zellen der peripheren Nerven betroffen, sodass ein wesentlicher Aspekt der Behandlung in der Regeneration und dem Schutz der Myelinscheide besteht. In klinischen Modellen zu Myelinscheiden- Schädigungen hat sich die Gabe von Nukleotiden wie Uridinmonophosphat (UMP) als sinnvoller Ansatz erwiesen. UMP besteht aus den Komponenten Uracil, einer Ribose sowie Phosphat. Das Pyrimidinnukleotid ist ein natürlicher Bestandteil der in allen Zellen vorkommenden Ribonukleinsäure (RNA). UMP kann mit weiteren Phosphaten energiereiche Verbindungen eingehen und als Bestandteil gruppenübertragender Coenzyme mit der abgegebenen Energie zahlreiche Stoffwechselreaktionen aktivieren. Dadurch wird die Synthese von Phospho- und Glykolipiden sowie Glykoproteinen angeregt und der Wiederaufbau der Myelinschicht unterstützt. Zusätzlich fördert UMP als RNA-Baustein die Biosynthese von Strukturproteinen und Enzymen. Insgesamt trägt die gezielte Stimulation des Nervenstoffwechsels zur Unterstützung der physiologischen Reparaturmechanismen nach Nervenläsionen bei.
„Wenn ein Nerv wachsen soll, sollte Uridinmonophosphat in ausreichender Menge vorhanden sein. In Kombination mit Vitamin B12 und Folsäure ist es ein wichtiger Baustein, um das optimale Millieu für eine Regeneration zu schaffen“, erläuterte Wimmer. Enthalten ist UMP sowohl in tierischen als auch in pflanzlichen Lebensmitteln. Um aber die benötigte Menge zu sich zu nehmen, können Nahrungsergänzungsmittel mit entsprechend hoher UMP-Konzentration in die Therapie zur Unterstützung der Nervenregeneration einbezogen werden. Diese sollten regelmäßig und über einen längeren Zeitraum von mindestens 60 Tagen eingenommen werden, da die Regeneration zerstörter Nervenfasern Zeit benötigt. „Für alle Patienten mit Nervenschädigungen, insbesondere bei langfristigen Beschwerden, kann die Einnahme von UMP in Verbindung mit Vitamin B12 und Folsäure empfohlen werden“, so Wimmer.
Nukleotide wie UMP werden bereits seit rund vier Jahrzehnten erfolgreich eingesetzt. So zeigte schon im Jahr 2009 eine Beobachtungsstudie mit 123 Patienten, dass die Kombination von Uridinmonophosphat, Vitamin B12 und Folsäure positive Ergebnisse erzielt. Die Studienteilnehmer hatten sich einer Bandscheiben Operation unterzogen und litten unter schmerzhaften Bewegungsund Funktionseinschränkungen. Etwa 90% der Patienten berichteten unter Supplementation von einer signifikanten Verbesserung ihres Zustands. Insgesamt zeigte sich bereits nach drei Wochen eine erhebliche Schmerzreduktion, eine gesteigerte Lebensqualität und ein verbesserter klinischer Gesamteindruck.
Auch bei Patienten, die an schmerzhaften Erkrankungen des peripheren Nervensystems litten, erzielte eine Nährstoffkombination aus Uridinmonophosphat, Vitamin B12 und Folsäure einen signifikanten Symptomrückgang. Die Nährstoffe wurden 60 Tage lang zusätzlich zur bestehenden Medikation gegeben und führten zu einer deutlichen Reduktion in der Häufigkeit von Schmerzen (von 38,4% auf 3%) und sensorischen Symptomen (Brennen von 25,8% auf 12,7%, starkes Kribbeln von 34,8% auf 15%, Taubheitsgefühl 38,9% auf 4%). Bei über 75% der Patienten wurde eine Reduktion oder vollständiges Absetzen der Begleitmedikation erreicht.
Nährstoffsupplementation als ergänzende Maßnahme
Rückenschmerzen - Volkskrankheit Nummer 1 in Deutschland - verursachten mit 105,1 Fehltagen pro 100 Versicherten im Jahr 2022 signifikante Ausfallzeiten. Insbesondere bei anhaltenden Schmerzen können Schädigungen der peripheren Nerven ursächlich sein. Analgetika verschaffen zwar temporäre Linderung, doch für eine langfristige Besserung ist eine kausale Behandlung unerlässlich. Hier kann eine gezielte Nährstoffsupplementation mit Uridinmonophosphat (UMP), Vitamin B12 und Folsäure als ergänzende Maßnahme den Regenerationsprozess peripherer Nerven unterstützen.
Die Ursache von Rückenschmerzen sollte diagnostiziert werden, um eine effektive Therapie einzuleiten. Persistierende Rückenschmerzen sind häufig auf Nervendysfunktionen zurückzuführen. Periphere Nerven, insbesondere im oder nahe des Wirbelkanals, sind anfällig für mechanische Schädigungen. Diese können zu gestörter Signalübertragung und Symptomen wie Kribbeln, Brennen oder Taubheit führen.
In der klinischen Praxis werden oft nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) sowie andere direkt analgetisch wirksame Substanzen zur initialen Behandlung von Erkrankungen des peripheren Nervensystems eingesetzt. Diese können symptomatische Linderung bringen, setzen jedoch nicht an der Schmerzursache an. Erst wenn diese behoben ist, ist ein nachhaltiger Rückgang der Symptome zu erwarten. Der Körper ist in der Lage strapazierte periphere Nerven zu regenerieren, benötigt dazu jedoch Zeit und die richtigen Zellbausteine in ausreichender Menge.
Als effektiver kausaler Ansatz zur Unterstützung der Nervenregeneration hat sich die Supplementierung mit neurotropen Nährstoffen, insbesondere der Kombination aus Uridinmonophosphat, Vitamin B12 und Folsäure, erwiesen. Als Baustein der RNA unterstützt UMP die Proteinbiosynthese und gewährleistet somit auch eine ausreichende Enzymausstattung für die Reparatur und Remyelinisierung geschädigter Nervenfasern. Als Bestandteil gruppenübertragender Coenzyme unterstützt UMP auch die Synthese von Phospho-, Glykolipiden und Glykoproteinen und fördert so den Wiederaufbau neuronaler Membranen.
In einer Studie erhielten 212 Patientinnen und Patienten mit beeinträchtigten peripheren Nerven 60 Tage lang zusätzlich zu ihrer gewohnten Behandlung einmal täglich eine Nährstoffkombination in Form von speziellen Mikropellets (UMP, Vitamin B12 und Folsäure). Es kam zu einer deutlichen Reduktion in der Häufigkeit von Schmerzen (von 38,4% auf 3%). Auch die neuropathischen Begleitsymptome wie Brennen, Kribbeln oder Taubheit gingen deutlich zurück. Im Ergebnis konnten ca. 75% der Patientinnen und Patienten ihre Begleitmedikation reduzieren oder vollständig absetzen.
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