Nervenbahnen Juckreiz Fuß Ursachen: Ein umfassender Überblick

Juckreiz an den Füßen kann ein äußerst unangenehmes und belastendes Symptom sein. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und reichen von harmlosen Auslösern wie trockener Haut bis hin zu ernsthaften Erkrankungen wie Leber- oder Nierenproblemen. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die verschiedenen Ursachen von Juckreiz an den Füßen, insbesondere im Zusammenhang mit Nervenbahnen und Lebererkrankungen, sowie über mögliche Behandlungs- und Linderungsansätze.

Definition von Juckreiz (Pruritus)

Juckreiz, medizinisch als Pruritus bezeichnet, ist eine Empfindung der Haut, die den Drang auslöst, sich zu kratzen. Es ist ein Warnzeichen des Körpers, um ihn zu schützen. Akuter Juckreiz weist auf Fremdkörper hin, während chronischer Juckreiz länger als sechs Wochen andauert und psychisch sehr belastend sein kann. Pruritus kann lokalisiert oder generalisiert auftreten und mit oder ohne Ausschlag einhergehen.

Ursachen von Juckreiz an den Füßen

Juckende Füße können durch eine Vielzahl von Faktoren verursacht werden, die in äußere und innere Ursachen unterteilt werden können.

Äußere Ursachen

  • Trockene Haut: Besonders im Winter neigt die Haut am gesamten Körper, auch an den Füßen, zum Austrocknen. Fehlen Fett und Feuchtigkeit, zieht sich die Haut zusammen, spannt sich und es kommt zu Juckreiz.
  • Allergische Reaktionen: Der Körper kann auf Inhalts-, Konservierungs- oder Duftstoffe in Lebensmitteln, Kleidung oder Pflegeprodukten allergisch reagieren, was zu Juckreiz führt.
  • Mechanische Reize: Druck, Reibung durch Socken und Schuhe sowie Schwitzen können die Haut reizen und Juckreiz verursachen. Hornhaut und trockene Hautstellen begünstigen zusätzlich gereizte Haut.
  • Falsche Kleidung und Hygiene: Zu enge Schuhe oder Socken, die nicht atmungsaktiv sind, können zu trockenen und juckenden Füßen führen. Schweiß in Schuhen und Socken kann die Haut zusätzlich reizen.
  • Reizfaktoren minimieren: Mechanische Reize wie Druck oder Reibung können der Haut schaden. Und auch die Ernährung und der Konsum von Alkohol und Zigaretten können Einfluss auf unsere Haut nehmen.

Innere Ursachen

  • Erkrankungen: Verschiedene Erkrankungen können Juckreiz an den Füßen verursachen, darunter:
    • Lebererkrankungen: Bei Lebererkrankungen kann es zu einem unangenehmen Juckreiz kommen (hepatischer Juckreiz). Beispiele für solche Erkrankungen sind Störungen des Gallenflusses während der Schwangerschaft, chronische Leberentzündung (Hepatitis), Entzündungen der Gallengänge, Stau in den Gallengängen, durch Medikamente hervorgerufene Störungen der Gallensekretion und Leberzirrhose.
    • Nierenerkrankungen: Nierenerkrankungen können ebenfalls Juckreiz verursachen.
    • Diabetes mellitus: Ein hoher Blutzuckerspiegel begünstigt trockene Haut und erhöht das Infektionsrisiko an den Füßen. Schäden an den Nerven können im Laufe der Erkrankung auftreten.
    • Schilddrüsenerkrankungen: Fehlfunktionen der Schilddrüse können ebenfalls Juckreiz verursachen.
    • Fußpilz: Aktivitäten von Fadenpilzen und Hefen und die Beteiligung bakterieller Erreger lösen Fußpilz aus, der Symptome wie juckende Fußsohlen oder juckende Füße verursacht.
    • Neurodermitis und Ekzeme: Diese Hauterkrankungen bilden trockene Hautareale, die unangenehm jucken.
  • Psychische Einflüsse: Faktoren wie Ärger, Stress oder andere psychische Veränderungen können zu Überreaktionen führen und sich auf die Haut auswirken.
  • Hormonelle Veränderungen: Hormonelle Veränderungen können ebenfalls Auswirkungen haben, die zu juckenden Zehen oder juckende Fußrücken führen können.
  • Mangelerscheinungen und Nebenwirkungen von Medikamenten: Diese können sich zum Teil auch durch Symptome wie juckende Fußsohlen äußern.
  • Burning Feet Syndrom: Verschiedene Beschwerden, wie brennende und juckende Füße, Kribbeln oder Stechen können auch im Rahmen des sogenannten „Burning Feet Syndroms“ als Symptom im Zusammenhang mit Nervenschädigungen oder chronischen Erkrankungen aufkommen. Es wird auch häufig als Begleiterscheinung des Diabetes mellitus beschrieben.

Nervenbahnen und Juckreiz

Juckreiz entsteht, wenn der Botenstoff Histamin im Körper freigesetzt wird, beispielsweise durch Entzündungsprozesse. Nervenfasern leiten die Empfindung zum Gehirn weiter, wo sie den Drang zum Kratzen auslöst. Starker Druck auf die empfindlichen Nervenfasern der Haut kann neuropathischen Juckreiz verursachen.

Lebererkrankungen und Juckreiz (Hepatitischer Juckreiz)

Bei verschiedenen Lebererkrankungen kann es zu einem unangenehmen Juckreiz kommen (hepatischer Juckreiz). In den meisten Fällen beruht der Juckreiz auf einem Gallenstau (Cholestase), bei dem die Abgabe der Gallenflüssigkeit aus der Leber blockiert ist. Die Ursache für diesen Gallenstau kann eine Lebererkrankung (intrahepatisch) oder eine Blockierung der äußeren Gallengänge (extrahepatisch) sein. Der Juckreiz stammt nicht aus der Haut, sondern ist durch Signale bedingt, die das zentrale Nervensystem empfängt und die einen allgemeinen Juckreiz auslösen. Als Ursache wird die Gallensalzkonzentration vermutet, aber auch andere körpereigene Stoffe spielen eine Rolle.

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Symptome des hepatischen Juckreizes:

  • Häufig tritt der Juckreiz vor anderen Symptomen einer Lebererkrankung auf.
  • Der Juckreiz kann so stark sein, dass er die Lebensqualität erheblich mindert.
  • Der hepatische Juckreiz ist am stärksten in den Handflächen und an den Fußsohlen, in schweren Fällen kann der Juckreiz auch den ganzen Körper betreffen.
  • Die Intensität kann von einem irritierenden bis hin zu einem fast brennenden Juckreiz reichen.
  • Häufig ist der Juckreiz nachts am beschwerlichsten.
  • Zunächst bestehen keine Hautveränderungen. Durch Kratzen können aber Hautabschürfungen, Krusten und Risse entstehen, die sich entzünden können.

Weitere typische Symptome einer Lebererkrankung sind:

  • Gelbsucht
  • Müdigkeit
  • Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Übelkeit
  • Appetitlosigkeit
  • Blähungen

Diagnose des hepatischen Juckreizes:

  • Die Diagnose wird anhand der Krankengeschichte (Anamnese) gestellt.
  • Bei einer körperlichen Untersuchung werden Leber, Milz und Lymphknoten abgetastet und die Haut untersucht.
  • Blut wird abgenommen, um die Leberwerte zu bestimmen.
  • Zusätzlich können Leber und Gallenwege in einer Ultraschall-Untersuchung oder mit anderen bildgebenden Verfahren begutachtet werden.
  • In seltenen Fällen kann auch eine Gewebeprobe der Leber entnommen werden.

Was hilft gegen juckende Füße? Tipps und Behandlungsmöglichkeiten

Je nach Ursache gibt es unterschiedliche Möglichkeiten, den Juckreiz an den Füßen zu lindern.

Allgemeine Maßnahmen

  • Nicht kratzen: Kratzen schädigt die Haut und kann Verletzungen und Infektionen begünstigen.
  • Kühlen: Kühlpads oder kaltes Wasser lindern Juckreiz. Cremes vor der Anwendung in den Kühlschrank legen.
  • Hautpflege: Regelmäßige Reinigung und Feuchtigkeitspflege mit Urea oder rückfettenden Ölen stärkt die Hautbarriere und spendet Feuchtigkeit. pH-neutrale Duschgels und lauwarmes Wasser verwenden. Nach dem Duschen oder Baden eine feuchtigkeitsspendende Lotion auftragen.
  • Kleidung und Hygiene: Luftzirkulation an den Füßen sicherstellen. Schuhe und Socken sollten nicht zu eng sitzen und atmungsaktiv sein. Schweiß vermeiden. Gute Hygiene ist wichtig, um irritierte Haut nicht weiter zu reizen.
  • Reizfaktoren minimieren: Mechanische Reize wie Druck oder Reibung vermeiden.
  • Ernährung und Lebensstil: Ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und gesunden Fetten. Ausreichend Wasser trinken (1,3 bis 1,5 Liter am Tag). Alkohol und Zigaretten vermeiden.
  • Stress reduzieren: Entspannungstechniken wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) können helfen, psychisch bedingten Juckreiz zu bekämpfen.
  • Allergene vermeiden: Konservierungs- und Duftstoffe in Pflegeprodukten und Waschmitteln meiden. Bestimmte Lebensmittel können ebenfalls Allergien auslösen.

Hausmittel

  • Fußbäder: Pflegende Fußbäder mit Pfefferminz- oder Teebaumöl können einen kühlenden Effekt haben.
  • Umschläge: Kühle, feuchte Umschläge mit Joghurt, Schwarztee oder verdünntem Apfelessig können Juckreiz lindern.
  • Apfelessig: Wirkt sich positiv auf den pH-Wert der Haut aus (verdünnt anwenden).

Medikamentöse Behandlung

  • Salben und Cremes: Salben oder Gele mit Zusätzen von Capsaicin, Menthol, Kampfer, Lidocain oder Polidocanol können den Juckreiz der Haut lindern. Bei entzündeter Haut können kurzzeitig Salben oder Cremes mit Kortison oder Calcineurininhibitoren aufgetragen werden.
  • Medikamente zum Einnehmen: Colestyramin (bindet Gallensäuren im Darm) ist Mittel der Wahl bei Juckreiz durch Gallenstau. Antihistaminika können versucht werden, haben aber meist keine ausreichende Wirkung. Ursodeoxycholsäure kann bei Juckreiz durch Gallenstau während der Schwangerschaft eingesetzt werden.
  • Antibiotikum Rifampicin: Stellt die zweite Wahl in der Juckreizbehandlung dar. Als Nebenwirkung kann es eine zusätzliche Leberschädigung verursachen.
  • Opioid-Antagonisten: Naltrexon als Tablette oder Naloxon als Infusion können zur Behandlung des chronischen Juckreizes eingesetzt werden.
  • Anti-Epileptika: Gegen neuropathischen Juckreiz helfen Medikamente, die zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden (Anti-Epileptika wie Gabapentin oder Pregabalin).

Lichttherapie

Eine sehr wirksame und nebenwirkungsfreie Behandlungsmöglichkeit ist die Lichttherapie mit einer Wellenlänge von 311 Nanometern. Die Anwendungen müssen zwei bis drei Mal pro Woche über einen Zeitraum von circa acht Wochen erfolgen.

Spezifische Behandlungen bei Lebererkrankungen

Zur Therapie gehört die Behandlung der zugrunde liegenden Lebererkrankung.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Ein Arzt sollte aufgesucht werden, wenn:

  • Der Juckreiz über mehrere Tage anhält oder sich verschlimmert.
  • Begleiterscheinungen wie Bläschen, Ausschlag oder Schmerzen auftreten.
  • Der Juckreiz nur nachts auftritt.
  • Der Verdacht auf eine allergische Reaktion besteht.
  • Der Juckreiz im Zusammenhang mit einer bekannten Erkrankung (z.B. Diabetes, Lebererkrankung) auftritt.

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