Nervenentzündung durch Hormonumstellung: Ursachen, Symptome und Behandlung

Hormonelle Veränderungen, wie sie beispielsweise in den Wechseljahren auftreten, können vielfältige Auswirkungen auf den Körper haben. Neben bekannten Symptomen wie Hitzewallungen und Stimmungsschwankungen können auch Nervenentzündungen und damit verbundene Beschwerden auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten von Nervenentzündungen im Zusammenhang mit hormonellen Umstellungen.

Hormonelle Veränderungen und ihre Auswirkungen

Die Wechseljahre sind eine natürliche Phase im Leben einer Frau, in der die Hormonproduktion, insbesondere von Östrogen und Progesteron, nachlässt. Diese hormonellen Schwankungen können eine Kaskade von körperlichen und psychischen Veränderungen auslösen. Es ist wichtig zu verstehen, wie diese Veränderungen Nervenentzündungen begünstigen können.

Östrogenmangel und seine Folgen

Ein sinkender Östrogenspiegel kann verschiedene Auswirkungen auf den Körper haben:

  • Gelenkschmerzen: Östrogen wirkt entzündungshemmend und unterstützt die "Schmierung" der Gelenke. Ein Mangel kann zu Gelenkschmerzen, Steifigkeit und Schwellungen führen, insbesondere in Rücken, Händen und Knien.
  • Hautveränderungen: Östrogen beeinflusst die Kollagenproduktion und die Hautfeuchtigkeit. Ein Mangel kann zu trockener Haut und einem Brennen oder Kribbeln im Mund führen, da die Schleimhauthormone im Mund Sexualhormonrezeptoren haben, die mit einem Rückgang des Östrogens abnehmen.
  • Haarverlust: Hormonelle Schwankungen können das Haarwachstum beeinflussen und zu dünner werdendem Haar oder Haarausfall führen.
  • Gewichtszunahme: Die veränderte Hormon- und Stoffwechselsituation kann die Gewichtsverteilung beeinflussen und zu einer Zunahme des Fettgewebes um die Körpermitte führen.

Stress und hormonelle Dysbalancen

Hormonelle Dysbalancen wie z. B. Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Libidoverlust, Erschöpfung, Antriebslosigkeit und Konzentrationsstörungen, sind für viele Patienten schlecht greifbar. Häufig wird Stress als vage Beschreibung der Ursache genannt. In der Stressdiagnostik spielen Serotonin, Dopamin, Noradrenalin, Adrenalin GABA und Glutamat sowie Cortisol und DHEA eine wichtige Rolle. Neben den beiden zuletzt genannten Markern unterliegen allerdings auch die Spiegel anderer Steroidhormone dem Einfluss einer anhaltenden Stressbelastung. Progesteron wird in den Fortpflanzungsorganen und - zu weit geringerem Anteil - in der Nebennierenrinde aus Cholesterin gebildet und ist eine wichtige Vorstufe zur Synthese weiterer Hormone wie Estradiol, Testosteron und Cortisol. Ein Mangel kann daher zu Störungen des gesamten Hormonstoffwechsels führen.

Nervenschmerzen und Neuralgien

Nerven können nicht nur Schmerzsignale weiterleiten, sie können auch selbst Schmerzen verursachen. In der Medizin spricht man dann von einer Neuralgie, also Nervenschmerzen. Über 5 Mio. Menschen in Deutschland kennen diese plötzlich einschießenden, heftigen Schmerzattacken. Sie können harmlos sein und nach einigen Tagen oder Wochen wieder verschwinden. Mitunter bleiben sie auch bestehen und werden chronisch. Neuralgien breiten sich im Versorgungsgebiet eines oder mehrerer Nerven aus, weshalb sie häufig auch nach ihrem Ausbreitungsgebiet benannt sind. Die anfallsartigen brennenden, stechend oder auch dumpfen Schmerzen (neuropathische Schmerzen) einer Neuralgie werden durch dauerhafte Reizung oder Schädigung von Nerven ausgelöst. Das unterscheidet sie von den nozizeptiven Schmerzen, die durch akute Reizung der Schmerzsinneszellen (Zeh an Bettkante) entstehen. Nervenschädigungen wiederum haben vielfältige Ursachen: Entzündungen, Viren, Diabetes mellitus, Operationen oder auch mechanische Einflüsse können das Nervengewebe zerstören. Doch auch wenn die Schädigung des Nervs bereits abgeheilt ist, können weiterhin Schmerzen auftreten. Der Grund hierfür ist: Nervenzellen lernen und können ein (Schmerz-)Gedächtnis bilden. Die Nerven sind dann derart überempfindlich, dass selbst schwache Schmerzreize oder psychische Reize wie Stress oder starke Emotionen genügen, um starke Schmerzen auszulösen. Ohnehin spielt die Psyche eine besondere Rolle bei der Wahrnehmung von Schmerzen. Das Gehirn verarbeitet und speichert Schmerz besonders effizient, wenn dieser mit negativen Gefühlen (z. B. Angst, Trauer) einhergeht. Starke und insbesondere chronische Schmerzen stellen eine enorme Belastung für die Betroffenen dar, die sogar zu Depressionen führen kann. Die damit verbundenen negativen Emotionen können wiederum zu einem verstärkten Schmerzempfinden führen.

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Trigeminusneuralgie

Die Trigeminusneuralgie beispielsweise tritt im Versorgungsbereich des Nervus trigeminus auf. Betroffene haben dann im Gesicht, zumeist auf einer Gesichtshälfte aus dem Nichts einsetzende, anhaltende Schmerzen. Die Schmerzen entstehen durch einen gereizten Trigeminusnerv - beispielsweise, weil ein benachbartes Blutgefäß auf den Nerv drückt.

Die Schmerzen dauern meist nur wenige Sekunden, können aber über mehrere Tage oder Wochen immer wieder auftreten. Ausgelöst werden die Schmerzen durch eine Reizung des Trigeminusnervs, auch Drillingsnerv genannt. Mit Medikamenten, einem operativen Eingriff oder einer Strahlentherapie lässt sich die Neuralgie gut behandeln.

Symptome: Menschen mit einer Trigeminusneuralgie verspüren plötzlich einsetzende, heftige Schmerzen im Gesicht. Zwischen Zeiten mit häufigen Beschwerden liegen schmerzfreie Phasen. Die Abstände zwischen den Attacken können sich mit der Zeit verkürzen. Es kann sich auch ein dumpfer Dauerschmerz einstellen. Die Schmerzen im Gesicht können von Kopfschmerzen begleitet sein.

Ursachen: Bei 80 bis 90 Prozent der Menschen mit einer Trigeminusneuralgie drückt ein benachbartes Blutgefäß auf den Nerv. Das reizt die schützende Nervenhülle, wodurch der Nerv leichter erregbar wird. Fachleute sprechen hier von der klassischen oder primären Trigeminusneuralgie. Von einer sekundären oder symptomatischen Trigeminusneuralgie ist die Rede, wenn der Nerv durch andere Erkrankungen gereizt ist und die Gesichtsschmerzen verursacht. Dazu gehören: multiple Sklerose, Tumoren, die Druck ausüben, Bindegewebserkrankungen, angeborene Fehlbildungen von Blutgefäßen.

Behandlung: Herkömmliche Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Paracetamol wirken bei einer Trigeminusneuralgie nicht, weil die Schmerzattacken zu kurz sind. Selbst stärkste Schmerzmittel wie Opioide haben keine Wirkung. Mittel der Wahl sind Medikamente, die normalerweise bei epileptischen Anfällen verschrieben werden. Die beiden bekanntesten Wirkstoffe sind Carbamazepin und Oxcarbazepin. Sie verringern die Anzahl der Schmerzepisoden. Die Dosis der Mittel wird langsam gesteigert, bis sie gut wirken und möglichst wenige Nebenwirkungen verursachen. Darüber hinaus gibt es folgende Behandlungsmöglichkeiten: Unterbrechung des Kontakts zwischen Nerv und Gefäß (mikrovaskuläre Dekompression), Zerstörung des Nervs (Neuroablation), Bestrahlung mit dem sogenannten GammaKnife.

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Pudendusneuralgie

Die Pudendusneuralgie, manchmal auch Pudendus-Neuralgie geschrieben, ist eine seltene chronische Schmerzerkrankung im Bereich des Damms. Das ist der Bereich zwischen dem After und dem weiblichen oder männlichen Genital. Synonyme Bezeichnungen der Krankheit sind Pundendusneuropathie oder auch Alcock-Syndrom.

Symptome: Symptome der Pudendusneuralgie sind heftige Schmerzen im Genital- und Dammbereich. Dabei empfinden Männer die Beschwerden hauptsächlich im Damm und selten im Penis. Frauen beschreiben Beschwerden im Bereich von der unteren äußeren Vagina bis zum After. Meist sind diese einseitig und treten gegebenenfalls wechselseitig auf. Nur selten bestehen die Beschwerden der Pudendusneuralgie gleichzeitig auf beiden Seiten. Patienten beschreiben die Schmerzen als brennend, stechend, einschießend, dumpf oder drückend. Einige sprechen auch von einem "Gefühl einer Rasierklinge". In wenigen Fällen erleben die Patienten Missempfindungen (Parästhesien) oder Muskellähmungen. Durch mögliche Taubheitsgefühle sind manchmal das Wasserlassen und der Stuhlgang nicht mehr richtig kontrollierbar. Eine Pudendus-Neuralgie führt damit in einigen Fällen zu einer Harn- und Stuhlinkontinenz. In seltenen Fällen ist die Sexualfunktion gestört. Die Beschwerden nehmen im Sitzen zu und bessern sich beim Stehen. Im Liegen verschwindet der Schmerz meist ganz. Grund dafür ist die Druckentlastung im kleinen Becken. Der Schlaf der Patienten ist durch die Beschwerden in der Regel nicht gestört.

Ursachen: Am häufigsten steckt eine mechanische Ursache dahinter. Das bedeutet, dass der Schamnerv während seines Verlaufs durch das Becken durch andere Strukturen gereizt oder eingeengt wird (oft im sogenannten Alcock-Kanal). Die mechanische Schädigung tritt zum Beispiel bei Druck auf den Damm auf wie etwa beim Fahrradfahren. Auch Operationen, in denen der Patient lange in derselben Position gelagert wird, führen in einigen Fällen zu Druckschädigungen und somit zur Pudendusneuralgie.

Behandlung: Da die Schmerzen bei einer Pudendusneuralgie meist chronisch sind, sprechen übliche Schmerzmitteln (Analgetika) oft nicht an. Dennoch ist es möglich, zu versuchen, akute Schmerzattacken mit einem der folgenden zum Teil rezeptfreien Wirkstoffe zu lindern: Wenn diese nicht helfen, verschreiben Ärzte oft stärkere Schmerzmittel, etwa Opioide wie Tramadol, Dihydrocodein oder Hydromorphon. Diese sind zum Beispiel als Tabletten, Pflaster oder Zäpfchen erhältlich. Bei der langfristigen Behandlung dieser chronischen Nervenschmerzen haben sich auch Antidepressiva oder Antikonvulsiva als wirksam erwiesen. Laut Studien ist die beste Therapie der Pudendusneuralgie ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Nerv vom Druck entlastet wird oder aus einer Einklemmung befreit.

Parästhesien

Rund jede vierte Frau in den Wechseljahren entwickelt Parästhesien. Charakteristisch für diese Sensibilitätsstörungen ist zumeist ein unangenehmes Kribbeln, das vor allem an Armen und Händen und seltener an Beinen und Füßen auftritt. Es fühlt sich an, als ob Ameisen über die jeweiligen Hautpartien laufen. Manchmal berichten betroffene Frauen auch von einem brennenden oder schmerzhaften Gefühl auf der Haut der Extremitäten, das mit einem Insektenstich vergleichbar ist. Auch Taubheitsgefühle werden in diesem Zusammenhang beschrieben, die sich auf die gesamte Extremität oder auf eine Stelle konzentrieren, zum Beispiel auf den gesamten Arm, auf die Hand oder einen beziehungsweise mehrere Finger. In den Wechseljahren sind die sinkenden bzw. schwankenden Hormonspiegel der Grund für diese Sensibilitätsstörungen. Die verringerte Konzentration von Östrogen und Progesteron, die beide wichtige Botenstoffe im Gehirn sind, kann zu Irritationen bei der Weiterleitung von Nervenimpulsen führen. In Folge kann es zu Kribbeln und Brennen kommen und manchmal auch zu Taubheitsgefühlen. Die Parästhesien in den Wechseljahren sind unangenehm, jedoch zumeist harmlos und verschwinden meist genauso schnell, wie sie gekommen sind.

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Nervenschmerzen durch psychischen Stress

Psychischer Stress kann Nervenkrankheiten und Nervenschäden beeinflussen. Anhaltender psychischer Stress führt häufig zu chronischen Muskelverspannungen, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und der Extremitäten. Diese Verspannungen können Druck auf Nerven ausüben und dadurch Nervenreizungen oder sogar Nervenkompressionssyndrome verursachen. Ein typisches Beispiel ist das Karpaltunnelsyndrom, bei dem Stress zu vermehrter Spannung in den Handgelenksmuskeln beitragen kann, was den Medianusnerv einengt. Psychischer Stress kann die Ausschüttung von entzündungsfördernden Botenstoffen im Körper begünstigen. Stress kann die zentrale Schmerzverarbeitung im Gehirn verändern. Dies kann dazu führen, dass Betroffene Schmerzen intensiver und chronischer wahrnehmen, auch wenn die ursprüngliche Nervenschädigung gering ist. Anhaltender Stress kann Angstzustände und Depressionen auslösen oder verstärken. Diese psychischen Belastungen können wiederum körperliche Symptome wie Nervenschmerzen verstärken und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Diagnose von Nervenentzündungen und Neuralgien

Viele Neuralgie-Betroffen quälen sich lange, bevor sie eine Diagnose erhalten. Denn weil sich Nervenschmerzen sehr unterschiedlich äußern, sind sie oft schwer zu erkennen. Für die Diagnose und zielgerichtete Behandlung benötigt der Arzt daher ein genaues Bild vom Charakter der Schmerzen. Wann treten sie auf, wo treten sie auf, wie lange dauern sie, wie stark sind sie? Außerdem muss er der Schmerzursache auf den Grund gehen. Wird der Schmerz durch innere Reize ausgelöst (z. B. Entzündung) oder durch äußere Reize (z. B. Hitze, Druck)? Liegt dem Schmerz eine funktionelle Störung (z. B. Migräne aufgrund einer Durchblutungsfehlregulation im Gehirn), Fehlstellung bzw. -bildung zugrunde oder handelt es sich tatsächlich um Nervenschmerzen?

  • Anamnese: Der Arzt wird Fragen zu Art, Dauer, Lokalisation und Auslösern der Schmerzen stellen.
  • Körperliche Untersuchung: Eine neurologische Untersuchung kann helfen, die betroffenen Nerven zu identifizieren und andere Ursachen auszuschließen.
  • Bildgebende Verfahren: In einigen Fällen können bildgebende Verfahren wie MRT oder CT eingesetzt werden, um Nervenkompressionen oder andere strukturelle Probleme zu erkennen.
  • Pudendusblockade: Häufig diagnostizieren die Ärzte eine Pudendus-Neuralgie durch einen Therapieversuch. Dabei spritzt der Arzt dreimal unter Bildkontrolle (meist durch eine Computertomografie, CT) ein Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) entlang des Schamnerven. Dieser Vorgang heißt Pudendusblockade. Bewirkt die Betäubung eine Besserung der Symptome, bestätigt das in der Regel die Diagnose.
  • Messung der Nervenleitgeschwindigkeit: Durch eine Messung der Nervenleitgeschwindigkeit (NLG) lassen sich Schädigungen des Nervus pudendus nachweisen, die oft eine Pudendusneuralgie bewirken: Bei der Elektroneurografie (ENG) klebt der Arzt Elektroden auf die Hautbereiche, die durch den Nervus pudendus innerviert sind. Durch Strom reizt man den Nerv. Die Geschwindigkeit, mit der der Nerv die Information weiterleitet, lässt sich messen. Bei einer Pudendusneuralgie ist die Nervenleitgeschwindigkeit verändert.

Behandlungsmöglichkeiten

Die Behandlung von Nervenentzündungen und Neuralgien zielt darauf ab, die Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu reduzieren und die Nervenfunktion wiederherzustellen.

Medikamentöse Therapie

  • Schmerzmittel: Bei leichten bis mäßigen Schmerzen können rezeptfreie Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Paracetamol helfen. Bei stärkeren Schmerzen können Opioide verschrieben werden.
  • Antikonvulsiva: Medikamente wie Gabapentin oder Pregabalin, die normalerweise zur Behandlung von Epilepsie eingesetzt werden, können auch bei Nervenschmerzen wirksam sein.
  • Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva, wie z.B. Amitriptylin oder Duloxetin, können ebenfalls zur Schmerzlinderung eingesetzt werden.
  • Hormontherapie: Sind die Gelenkschmerzen auf die hormonellen Veränderungen zurückzuführen, hilft bei vielen Frauen die Gabe von Progesteron. Östrogen, das in einer Hormontherapie enthalten ist, kann Entzündungen reduzieren und die Gelenkgesundheit unterstützen.

Nicht-medikamentöse Therapien

  • Physiotherapie: Gezielte Übungen können helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und die Nerven zu entlasten.
  • Entspannungstechniken: Stress kann Nervenschmerzen verschlimmern. Entspannungstechniken wie Yoga, Meditation oder progressive Muskelentspannung können helfen, Stress abzubauen und die Schmerzen zu lindern.
  • Akupunktur: Einige Studien deuten darauf hin, dass Akupunktur bei Nervenschmerzen wirksam sein kann.
  • Wärme- und Kälteanwendungen: Wärme kann helfen, Muskelverspannungen zu lösen, während Kälte Entzündungen reduzieren kann.
  • TENS (Transkutane elektrische Nervenstimulation): Bei der sogenannten TENS (transkutane elektrische Nervenstimulation) ist eine Reizstromtherapie. Dabei klebt man Elektroden an den schmerzenden Stellen auf. Die Stromimpulse, die über sie gegeben werden, reizen den Nerven, sind aber für den Patienten nicht schmerzhaft. Sie sollen dazu dienen, die Schmerzweiterleitung ins Gehirn zu verringern.
  • Bewegung: Eine wichtige Maßnahme ist, Ihren Körper in Bewegung zu halten oder zu bringen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie spazieren gehen, wandern, joggen, walken, tanzen, schwimmen oder sich für Yoga oder Pilates entscheiden.

Alternative Behandlungsformen

Im Bereich der Alternativmedizin gibt es etwa die Osteopathie oder Akupunktur, die manchen Patienten helfen können, die Schmerzen zu lindern. Wissenschaftlich-schulmedizinisch gibt es allerdings bislang keine gesicherten Erkenntnisse über die Wirksamkeit dieser Methoden. Das gleiche gilt für homöopathische Mittel, die den Schmerz stillen sollen. Eine Wirksamkeit von Homöopathie lässt sich mit wissenschaftlich-schulmedizinischen Mitteln und Methoden bislang nicht zeigen.

Operative Therapie

Laut Studien ist die beste Therapie der Pudendusneuralgie ein chirurgischer Eingriff, bei dem der Nerv vom Druck entlastet wird oder aus einer Einklemmung befreit. Bei der als Neurolyse bezeichneten Operation wird der Nervus pudendus freigelegt. Auf diese Weise wird jeglicher Druck, der auf ihm lastet (zum Beispiel durch Narbengewebe) genommen. Der Nerv wird entweder von hinten durch die Gesäßmuskulatur (die besterprobte Möglichkeit) freipräpariert oder durch den Damm beziehungsweise durch die Scheide.

Selbsthilfemaßnahmen

Neben den ärztlichen Behandlungen können Betroffene auch selbst aktiv werden, um die Beschwerden zu lindern:

  • Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkornprodukten kann helfen, Entzündungen zu reduzieren und die Nervenfunktion zu unterstützen. Nervennahrung, an deren Spitze die B-Vitamine stehen. Es sind vor allem die Vitamine B1, B2, B6 und B12 sowie Vitamin C, Niacin und Biotin, die die Funktion des Nervensystems unterstützen. Das Knochenmineral Calcium sorgt ebenso für eine Reizübertragung zwischen den einzelnen Nervenzellen, während Magnesium den Erhalt der psychischen Funktion fördert. Hochwertiges Eiweiß ist für starke Nerven wichtig, um Serotonin, das auch Glückshormon genannt wird, zu bilden.
  • Gewichtsmanagement: Übergewicht kann die Gelenke zusätzlich belasten und Nervenschmerzen verstärken. Eine Gewichtsreduktion kann daher hilfreich sein.
  • Stressmanagement: Techniken zur Stressbewältigung wie Meditation, Yoga oder Atemübungen können helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Regelmäßige Bewegung: Gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking können helfen, die Muskulatur zu stärken und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Auf den richtigen BH achten: Auch ein gutsitzender BH, gerade bei Frauen mit großen Brüsten, kann dazu beitragen, Schmerzen im oberen und unteren Rücken zu verringern oder zu verhindern. Ein bequem sitzender BH, der ausreichend Halt und Stütze bietet, entlastet die Brust und damit auch die umgebende Muskulatur, was insgesamt die Belastung auf den Rücken verringert.

Rückenschmerzen bei Frauen in den Wechseljahren

Rückenschmerzen bei Frauen in den Wechseljahren können durch hormonelle Veränderungen verursacht werden, die zu Muskelabbau und Veränderung der Knochensubstanz führen. Dies kann die Stabilität der Wirbelsäule beeinträchtigen und Schmerzen verursachen. Altersbedingte Veränderungen der Wirbelsäule (Osteoporose, Arthrose), Stress und ein inaktiver Lebensstil können ebenfalls eine Rolle spielen. Regelmäßige Bewegung, Kräftigungsübungen und eine ausgewogene Ernährung sind wichtig, um Rückenschmerzen zu lindern. Auch Wärme kann helfen, die Muskulatur im Bereich des Rückens zu lockern und so Verspannungen zu lösen. Bei starken oder anhaltenden Schmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden. Physiotherapie, Schmerzmittel bei Bedarf und medizinische Betreuung bei anhaltenden Schmerzen sind empfehlenswert.

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