Nervenentzündungen können eine Vielzahl von Ursachen haben und sich auf unterschiedliche Weise äußern. Meditation, obwohl oft als entspannungsfördernd angesehen, kann in bestimmten Fällen auch zu Nervenreizungen oder -entzündungen beitragen. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte von Nervenentzündungen im Zusammenhang mit Meditation, von den möglichen Ursachen und Symptomen bis hin zu Behandlungs- und Präventionsstrategien.
Einführung
Meditation ist eine Praxis, die seit Jahrtausenden zur Förderung von Entspannung, Stressabbau und geistigem Wohlbefinden eingesetzt wird. Viele Menschen erleben durch regelmäßige Meditation positive Auswirkungen auf ihre körperliche und geistige Gesundheit. Dennoch können bei manchen Praktizierenden auch unerwünschte Nebenwirkungen auftreten, darunter Nervenschmerzen oder -entzündungen. Es ist wichtig, die potenziellen Ursachen und Risikofaktoren zu verstehen, um Meditation sicher und effektiv praktizieren zu können.
Ursachen von Nervenentzündungen durch Meditation
Nervenentzündungen, auch als Neuropathien bezeichnet, können verschiedene Ursachen haben. Im Zusammenhang mit Meditation können folgende Faktoren eine Rolle spielen:
1. Körperliche Ursachen
Ungewohnte Körperhaltungen und Bewegungsmangel
Viele Meditationspraktiken erfordern bestimmte Sitzhaltungen, die für den Körper ungewohnt sein können. Die wenigsten Menschen sind diese Körperhaltungen gewohnt. Meditationshaltungen auf dem Meditationskissen oder Meditationsbänkchen erfordern Dehnungen von bestimmten Bändern, Sehnen und Muskeln, die durch unsere bewegungsarme Lebensweise teilweise stark verkürzt sind. Diese ungewohnten Haltungen können zu Verspannungen und Druck auf Nerven führen, insbesondere in Beinen, Rücken, Nacken oder Armen.
Direkter Druck auf Nerven
Beim Meditieren im Sitzen können Nerven durch den zusammenpressenden Druck beeinträchtigt werden. Die Missempfindungen entstehen nicht durch Durchblutungsstörungen, sondern durch den zusammenpressenden Druck auf die Nerven. Dies kann zu Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schmerzen führen.
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Vorerkrankungen und Verletzungen
Körperliche Schmerzen können somatisch, neuropathisch oder viszeral bedingt sein und als Begleiterscheinungen von Erkrankungen oder Verletzungen auftreten. Bereits bestehende körperliche Beeinträchtigungen oder Verletzungen können durch die Meditationspraxis verstärkt werden.
2. Psychische und stressbedingte Ursachen
Stress und psychische Spannungen
Schmerzen beim Meditieren können auch stressbedingt oder psychisch-seelischen Ursprungs sein. Psychischer Stress kann eine bemerkenswerte Auswirkung auf den Körper haben, einschließlich des Nervensystems. Anhaltender psychischer Stress führt häufig zu chronischen Muskelverspannungen, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und der Extremitäten. Diese Verspannungen können Druck auf Nerven ausüben und dadurch Nervenreizungen oder sogar Nervenkompressionssyndrome verursachen. Ein typisches Beispiel ist das Karpaltunnelsyndrom, bei dem Stress zu vermehrter Spannung in den Handgelenksmuskeln beitragen kann, was den Medianusnerv einengt.
Beeinträchtigung der Schmerzverarbeitung
Stress kann die zentrale Schmerzverarbeitung im Gehirn verändern. Dies kann dazu führen, dass Betroffene Schmerzen intensiver und chronischer wahrnehmen, auch wenn die ursprüngliche Nervenschädigung gering ist. Psychische Komorbiditäten Anhaltender Stress kann Angstzustände und Depressionen auslösen oder verstärken. Diese psychischen Belastungen können wiederum körperliche Symptome wie Nervenschmerzen verstärken und die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.
3. Energetische Blockaden
In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) gilt Schmerz als Stagnation von Energie. Energetische Blockaden, die Schmerzen beim Meditieren hervorrufen, können viele Ursachen haben. Sie können die Folge oder Nebenwirkung von Erkrankungen auftreten oder bewegungs- bzw. ernährungsbedingt sein. Die Spannungen, die Gedanken und Gefühle im Körper erzeugen, wirken bis in die kleinsten Kapillargefäße. Wenn wir in der Meditation Körper und Geist zur Ruhe bringen, kommt gewissermaßen Bewegung in die Sache.
Symptome von Nervenentzündungen
Nervenschmerzen, auch Neuralgie oder Neuropathie genannt, unterscheiden sich von anderen Schmerzarten. Bei neuropathischen Schmerzen ist der Nerv selbst oder die umgebende Struktur Auslöser des Schmerzes. Die Gefühlsfasern der Nerven sind verändert, geschädigt oder abgestorben. Der Nerv entwickelt dadurch eine Spontanaktivität, d.h. er kann unvermittelt erregt oder durch verschiedene Faktoren getriggert werden.
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Typische Symptome für Nervenschmerzen sind:
- Plötzlich auftretende, einschießende Schmerzattacken wie Stromschläge
- Gefühlsstörungen wie Missempfindungen (z. B. Kribbeln, „Ameisenlaufen“, Brennen wie Feuer oder Nadelstiche)
- Taubheitsgefühle
- Überempfindlichkeit der Haut (Allodynie), bei der leichte Berührungen oder Temperaturreize Schmerzen verursachen
- Juckreiz
- Muskelkrämpfe
- Nervenschmerzen im Bein
Spezifische Formen von Nervenschmerzen
Es gibt verschiedene Formen von Nervenschmerzen, die im Zusammenhang mit Meditation auftreten können:
- Ischialgie: Reizung des Ischiasnervs, die zu Schmerzen im unteren Rücken, Gesäß und Bein führt.
- Karpaltunnelsyndrom: Ein Engpasssyndrom des Handgelenks, das Nervenschmerzen, Taubheit und Kribbeln in der Hand verursacht. Stressbedingte Verspannungen und Nervenkompression Anhaltender psychischer Stress führt häufig zu chronischen Muskelverspannungen, insbesondere im Bereich der Wirbelsäule und der Extremitäten. Diese Verspannungen können Druck auf Nerven ausüben und dadurch Nervenreizungen oder sogar Nervenkompressionssyndrome verursachen. Ein typisches Beispiel ist das Karpaltunnelsyndrom, bei dem Stress zu vermehrter Spannung in den Handgelenksmuskeln beitragen kann, was den Medianusnerv einengt.
- Trigeminusneuralgie: Nervenschmerzen im Gesichtsbereich.
- Interkostalneuralgie: Schmerzen entlang der Rippen.
Diagnose von Nervenentzündungen
Wer sich nicht sicher ist, ob er „normale“ Beschwerden oder Nervenschmerzen hat, der sollte den Arzt aufsuchen. Dieser kann z. B. anhand moderner bildgebender Verfahren wie einer Computertomografie (CT) oder einer Magnetresonanztomografie (MRT) eine Nervenschädigung direkt sichtbar machen. So kann ein MRT der Lendenwirbelsäule zeigen, dass ein Bandscheibenvorfall eine Nervenwurzel irritiert.
Behandlung von Nervenentzündungen
Die Behandlung von Nervenschmerzen kann komplex sein und erfordert oft einen multimodalen Ansatz.
1. Medikamentöse Therapie
- Antidepressiva: Bestimmte Antidepressiva wie trizyklische Antidepressiva (z.B. Amitriptylin) oder selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer (SNRIs) (z.B. Duloxetin) werden manchmal zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt.
- Antikonvulsiva: Einige Antikonvulsiva (z.B. Gabapentin oder Pregabalin) werden zur Behandlung von Nervenschmerzen eingesetzt.
- Opioide: Bei starken Schmerzen können opioide Schmerzmittel eingesetzt werden.
- Lokalanästhetika: Lidocain-Pflaster oder Cremes können lokal aufgetragen werden, um die Schmerzempfindlichkeit zu verringern.
- Botulinumtoxin-Injektionen (Botox): Bei einigen chronischen Gesichtsschmerzen, einschließlich Trigeminusneuralgie, kann Botox in die betroffenen Muskeln injiziert werden, um die Schmerzintensität zu reduzieren.
2. Nicht-medikamentöse Therapie
- Physiotherapie: Physiotherapie und sanfte Bewegung können die Durchblutung fördern und Schmerzen lindern. Durch gezielte Übungen kann die Mobilität verbessert und Schmerzen können gelindert werden.
- Psychotherapie: Psychotherapie kann als ergänzende Maßnahme bei der Behandlung von Nervenschmerzen dienen, insbesondere wenn psychische Faktoren die Schmerzen verstärken.
- Entspannungstechniken: Achtsamkeitsbasierte Therapien nutzen Achtsamkeitspraktiken wie Meditation und bewusste Gegenwärtigkeit, um Stress zu reduzieren und Schmerzen, einschließlich Nervenschmerzen, zu behandeln. Durch regelmäßige Praxis können diese Methoden den Körper entspannen und dazu beitragen, die Auswirkungen von Nervenschmerzen zu mildern. Indem man diese Techniken praktiziert und diejenigen auswählt, die am besten passen, kann man dabei helfen, Stress effektiv zu bewältigen und das Wohlbefinden zu verbessern. Autogenes Training, progressive Muskelentspannung und Achtsamkeitsübungen können bei chronischen Schmerzen entlastend wirken und die allgemeine Lebensqualität verbessern.
- Akupunktur: Akupunktur kann bei chronischen Gesichtsschmerzen unterstützend wirken und die Schmerzintensität verringern.
- Osteopathie und manuelle Therapie: Einige Betroffene profitieren von osteopathischen oder manuellen Therapien zur Linderung muskulärer Spannungen im Gesichts- und Kieferbereich.
- Kälte- und Wärmeanwendungen: Lokale Anwendungen können bei akuten Schmerzen helfen, besonders bei Spannungsschmerzen und Entzündungen.
- Yoga: Yoga ist eines der wirksamsten Mittel, um Schmerzempfindungen zu therapieren. Denn es umfasst nicht nur unzählige entspannende, kräftigende und lockernde Übungen, sondern wirkt durch den meditativen Ansatz auch positiv auf die Psyche aus. Auch bei psychosomatisch bedingten Nervenschmerzen, die gerade in Stresssituationen besonders häufig auftreten, kann Yoga sehr wertvolle Dienste leisten. Ein Ziel von Yoga-Übungen ist die Entspannung auf der ganzen Linie: Denn häufig sind mentale Blockaden der Grund für körperliche Schmerzen. Gleichzeitig stärkt es durch den Einsatz von Meditations-Techniken die Selbstwahrnehmung. Das führt unter anderem dazu, dass man unbewusste falsche Verhaltens- und Bewegungsmuster erkennt und bewusst abstellen kann. Auch sorgt die Konzentration auf eine ruhige Atmung in allen Situationen dafür, dass statt des stress-verstärkenden Sympathikus der Parasympathikus aktiviert wird, der für Entspannungszustände verantwortlich ist. Geeignet ist die Therapie mittels Yoga für Patienten aller Altersgruppen und Fitnesslevel. Denn die Bandbreite an Yoga-Stilen und Entspannungstechniken ist so groß, dass für jeden Betroffenen ein individuelles Programm zusammengestellt werden kann.
- Ernährung: Eine gesunde Ernährung, reich an B-Vitaminen, unterstützt die Nervengesundheit. Besonders Vitamin B12 ist wichtig. Eine ausgewogene Ernährung kann Entzündungen entgegenwirken und das Nervensystem unterstützen.
3. Neuromodulation und Nervenstimulation
- Perkutane elektrische Nervenstimulation (PENS): Diese Methode verwendet niederfrequente elektrische Impulse, die über dünne Nadeln direkt an den betroffenen Nerv abgegeben werden und so Schmerzen lindern können.
- Rückenmarkstimulation (SCS) und Periphere Nervenstimulation (PNS): Insbesondere bei therapieresistenten Schmerzen kann die Stimulation der entsprechenden Nerven eine Option sein.
- Radiofrequenzablation: Hierbei wird der schmerzleitende Nerv durch Wärme verödet, um die Schmerzübertragung zu unterbrechen. Diese Methode wird häufig bei Trigeminusneuralgie angewendet.
Vorbeugung von Nervenentzündungen durch Meditation
Einige vorbeugende Maßnahmen können das Risiko für Nervenschmerzen verringern oder helfen, die Häufigkeit und Intensität der Schmerzanfälle zu reduzieren:
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- Richtige Meditationshaltung: Achten Sie auf eine förderliche Meditationshaltung. Grundsätzlich sollte man wissen, dass die Körperhaltung in der Meditation sich auf die Geisteshaltung auswirkt. Wenn du sitzt wie eine krumme Gurke, wird das die Neigung zum Dösen und Einschlafen verstärken. Wenn du schief sitzt, können sich Muskeln verspannen und Nerven einklemmen. Für eine förderliche Meditationshaltung musst du nicht auf einem Meditationskissen oder einer Meditationsbank sitzen - du kannst ebenso gut auf einem Stuhl meditieren. Ein gerader Rücken richtet sich aus dem Becken auf. Dazu sollte das Becken leicht nach vorne gekippt sein. Jeder Mensch sitzt individuell. Seine Haltung ist das Resultat von Körpergröße und -gewicht, von Alter, Beweglichkeit und gesundheitlichen bzw. körperlichen Beeinträchtigungen. Spüre in den Körper und finde sensibel in eine Position hinein, die es dir ermöglicht, wach und gleichzeitig entspannt zu sitzen - wie ein gut gestimmtes Saiteninstrument.
- Regelmäßige Bewegung: Moderate körperliche Aktivität verbessert die allgemeine Schmerzresistenz und fördert das Wohlbefinden.
- Stressmanagement: Stressreduktion durch Techniken wie Yoga, Meditation und Atemübungen kann helfen, Spannungsschmerzen zu vermeiden.
- Kiefergelenksentlastung: Eine bewusste Entspannung des Kiefergelenks, etwa durch regelmäßige Pausen und das Vermeiden von Kieferpressen, ist bei CMD wichtig.
- Gute Schlafhygiene: Ausreichend und erholsamer Schlaf reduziert die Schmerzempfindlichkeit.
- Vermeidung von zu enger Kleidung: Zu enge Kleidung kann einschnüren und dadurch Schmerzen verursachen.
Umgang mit Schmerzen während der Meditation
Schmerzen beim Meditieren sind normal. Sie tauchen unvermeidbar auf. Aber Schmerzen sind nicht gleich Schmerzen. Hier sind einige Strategien, um mit Schmerzen während der Meditation umzugehen:
- Akzeptanz: Eine sensationell einfache (aber nicht immer leichte) Strategie ist Akzeptanz. Akzeptanz sollte nicht mit „Gut-Heißen“ verwechselt werden. In der buddhistischen Psychologie gibt es eine sogenannte „Leidensformel“. Sie besagt, dass Leiden und Schmerz nicht das Gleiche sind. Der Schmerz wird erst dann zum Leiden, wenn ihm Widerstand entgegengesetzt wird. Widerstand erzeugt Enge und Enge erzeugt Schmerz.
- Achtsamkeit: Beobachten Sie den Schmerz, ohne ihn zu bewerten oder zu verurteilen.
- Atemtechniken: Bei Schmerzen wird von Meditationslehrerinnen bisweilen empfohlen, in den schmerzenden Bereich hineinzuatmen. Der Atem kann auf eine indirekte Weise zur Vermeidung oder Lösung von Schmerz beitragen - und zwar in Verbindung mit der Körperhaltung. Dazu lässt man sich den Körper mit jedem Atemzug „aus dem Atem heraus aufrichten„. Auf diese Weise wird eine starre Haltung vermieden, die durch die Anleitung des unbeweglichen Sitzens in der Meditation hervorgerufen werden kann.
- Körperhaltung anpassen: Finden Sie eine Position, die es Ihnen ermöglicht, wach und gleichzeitig entspannt zu sitzen.
- Bewegung in der Bewegungslosigkeit: Es geht also vielmehr darum, „beweglich in der Bewegungslosigkeit zu sitzen„. Dieser subtile Vorgang ist mit Worten schwer zu beschreiben. Die Bewegung, die ich meine, ist von außen nicht zu bemerken. Nach meiner Erfahrung lässt sich eine entsprechende Anleitung am ehesten metaphorisch ausdrücken.
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