Polyneuropathie ist eine Erkrankung, die sich auf unterschiedlichsten Wegen ausbilden kann. In der medizinischen Literatur sind über dreihundert verschiedene Ursachen für die Entstehung einer Polyneuropathie beschrieben. Wie es genau zu den fortschreitenden Nervenschäden kommt, ist zur Zeit noch nicht bis ins Detail geklärt.
Was ist Polyneuropathie?
Die Erkrankung äußert sich durch Funktionsstörungen von Nervengruppen im peripheren Nervensystem. Betroffen sind dementsprechend ausschließlich Nerven außerhalb des Gehirns und des Rückenmarks. Besonders häufig sind dies die Nervenfasern in den Gliedmaßen, meist in den Füßen, aber auch teilweise in den inneren Organen, je nachdem, ob motorische, autonome oder sensible Nerven angegriffen sind. Die Symptome reichen von Missempfindungen oder Taubheit der Hautoberfläche bis zu Lähmungen, heftigen Schmerzattacken und Störungen von Organsystemen.
Polyneuropathie - Verlauf
Häufig verläuft eine Polyneuropathie zunächst ohne wahrnehmbare Krankheitszeichen. Dadurch wird das Nervenleiden relativ spät erkannt. Das ist ungünstig in Bezug auf erfolgreiche Behandlungsaussichten. Die besten Heilungschancen bestehen bei einem frühzeitigen Start geeigneter Therapien. Wenn eine vollständige Heilung nicht mehr erreicht werden kann, so bestehen dennoch Aussichten, das weitere Fortschreiten der Polyneuropathie zu bremsen. Behandelt wird in der Regel die zugrundeliegende Erkrankung. Mit dem Abklingen der Grunderkrankung gehen unter Umständen auch die Beschwerden durch die geschädigten Nerven zurück.
Polyneuropathie - Symptome
Von Polyneuropathie können unterschiedliche Nervenarten betroffen sein: die sensiblen Nerven, die motorischen Nerven und die autonomen Nerven. Abhängig davon, welche Nerven geschädigt sind, äußern sich nicht zuletzt auch Art und Schwere der Symptome. Die sensiblen Nerven registrieren unter anderem Berührungen, Druck, Temperatur- und Schmerzreize. Die motorischen Nerven steuern die Muskelbewegungen. Die autonomen Nerven kontrollieren Stoffwechselvorgänge, die auch unbewusst funktionieren, wie zum Beispiel Puls, Atmung oder Verdauung.
Symptome bei Schädigung der sensiblen Nerven
Die Mehrzahl der Polyneuropathien beeinträchtigen die sogenannten sensiblen Nerven. Erste Beschwerden treten oft an Zehen und Fingern auf: Kribbeln, Brennen, Taubheitsgefühl oder stechende Schmerzen. Die Rückmeldung der Nerven auf Druck und Temperatur sowie der Tastsinn sind eingeschränkt. Oft treten die Symptome spiegelbildlich auf beiden Körperseiten auf. Weitere typische Beschwerden, meist an den Gliedmaßen, sind:
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- Druck- oder Engegefühl
- Körperteile fühlen sich abgeschnürt an
- anhaltendes Kribbeln
- stechende Schmerzen
- ausbleibendes Schmerzgefühl bei Verletzungen
- eingeschränktes Tastgefühl
- Gangunsicherheit, besonders bei geschlossenen Augen
- unangenehmes Kribbeln, wie Ameisen auf der Haut
- Körperteile fühlen sich geschwollen an
- brennende Schmerzen in den Füßen (Burning-Feet-Syndrom)
Symptome bei Schädigung der motorischen Nerven
Diese Schädigungen sind seltener als die Beeinträchtigungen der sensiblen Nerven. Die Beschwerden reichen von Bewegungseinschränkungen bis zu Lähmungen, wenn der Muskel überhaupt nicht mehr angesteuert und aktiviert werden kann. Weitere Krankheitszeichen sind typischerweise:
- unwillkürliches Zucken von Muskelpartien
- Krämpfe der Muskulatur
- anhaltendes Kribbeln
- Muskelschwäche, verminderte Belastungsfähigkeit
- längerfristig auch Muskelschwund
Symptome bei Schädigung der autonomen Nerven
Hier können alle Körperfunktionen gestört sein, die nicht der willentlichen Steuerung unterliegen. Ist zum Beispiel der Magen-Darm-Trakt betroffen, sind Verdauungsstörungen zu erwarten. Weitere Symptome sind je nach dem Organ, das beeinträchtigt ist:
- Verstopfung oder Durchfall
- Magenlähmung
- Störungen bei der Entleerung der Blase
- Schwindel
- Ohnmacht
- ausbleibender Pupillenreflex
- Schluckstörungen
- Herzrhythmusstörungen oder Herzrasen
- Blutdruckschwankungen
- Geschwüre
- Wassereinlagerungen im Körper
- Impotenz
- herabgesetzte Schweißbildung
Polyneuropathie - Ursachen
Eine Polyneuropathie kann sich aus den unterschiedlichsten Gründen ausbilden. Häufig steht eine Stoffwechselerkrankung hinter dem Ausbruch. Aber auch Vergiftungen und Infektionen können zu einer Polyneuropathie führen. Inzwischen ist eine Vielzahl von Ursachen für das Nervenleiden entdeckt worden. Dennoch lassen sich noch immer bei einem Fünftel der Erkrankten keinerlei Krankheitsursachen nachweisen.
In Mitteleuropa steht die Zuckerkrankheit als Verursacher an erster Stelle. Etwa die Hälfte der Diabetiker entwickelt im Laufe der Krankheit eine Polyneuropathie. Das gilt sowohl für Typ-1-Diabetes wie auch für die später auftretende Typ-2-Diabetes. Oft stellen sich die Symptome der Neuropathie im Verlauf der Diabetes nur allmählich ein. Dadurch werden erste Warnzeichen häufig übersehen. Wie die Schädigung der Nerven genau zustande kommt, ist nicht vollständig erforscht. Man geht davon aus, dass bei erhöhter Glukosekonzentration im Blut von den Schwann-Zellen in den Nerven vermehrt Sorbitol gebildet wird, wodurch es zu osmotischen Gewebeschäden kommt. Aufgrund der für eine Diabetes typischen Schädigung feinster Blutgefäße, entsteht darüber hinaus eine Mangelversorgung der Nervenzellen, die sich ebenfalls ungünstig auswirkt. Die frühzeitige und nachhaltige Einstellung der Blutzuckerwerte hat einen positiven Einfluss auf den Krankheitsverlauf der Polyneuropathie.
Bei einigen Polyneuropathie-Patienten steht langjähriger Alkoholmissbrauch hinter dem Ausbruch der Krankheit. Hier scheint der Alkohol als schleichendes Nervengift zu fungieren. Die genauen Stoffwechselvorgänge sind noch nicht abschließend erforscht. Die Patienten haben häufig Probleme an Füßen und Beinen. Auch die Augen können betroffen sein. Weitere wichtige Ursachen für die Entwicklung einer Polyneuropathie sind:
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- Vergiftungen z. B. durch Arsen, Blei oder Lösungsmittel
- Infektionen z. B. Gürtelrose, Herpes simplex, Borreliose, HIV oder Pfeiffersches Drüsenfieber
- Autoimmunerkrankungen wie das Guillain-Barré-Syndrom oder Kollagenosen
- Schilddrüsenunterfunktion oder auch -überfunktion
- Gicht
- Vitamin-B12-Mangel oder -Überdosierung
- Nierenkrankheiten
- Lebererkrankungen
- Karzinome
- Nebenwirkungen von Medikamenten, z. B. bei einer Chemotherapie
- angeboren Erkrankungen wie HMSN
Nervenschädigung durch Infektionen
Prinzipiell ist jede Infektion in der Lage, Nerven zu schädigen. Selbst harmlose Erkältungen können Auslöser sein. Antibiotika sollen Bakterien abtöten, doch sie sind ebenso in der Lage das körpereigene Gewebe zu schädigen. Erkrankungen der Leber und Nieren können ebenso wie eine Störung der Schilddrüse für eine Polyneuropathie verantwortlich sein. Kommt es zu einer Leberzirrhose oder einem Funktionsverlust der Nieren, treten überdurchschnittlich oft Symptome der Polyneuropathie auf.
Polyneuropathie nach Magen-Darm-Infektion
Eine Magen-Darm-Grippe (Gastroenteritis) wird meist durch Viren - etwa Noroviren oder Rotaviren - ausgelöst. Zu den typischen Symptomen eines solchen Infektes zählen Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Zudem können Bauch-, Kopf- und Gliederschmerzen auftreten. Bei gesunden Erwachsenen ist eine ärztliche Behandlung nur selten nötig, meist klingt die Magen-Darm-Grippe nach einigen Tagen von selbst wieder ab. Bei kleinen Kindern und älteren Personen ist dagegen Vorsicht geboten.
Eine Magen-Darm-Grippe kann vielfältige Ursachen haben. In der Regel sind Viren, seltener auch Bakterien oder Parasiten die Auslöser. Bei einer Infektion mit Noroviren ist der Krankheitsverlauf häufig besonders heftig. Vor allem bei älteren Menschen kann es durch den großen Flüssigkeitsverlust zu starken Kreislaufproblemen kommen. Noroviren sind äußerst ansteckend - eine Ansteckungsgefahr ist bis 48 Stunden nach dem Abklingen der letzten Symptome gegeben. Teilweise werden Noroviren aber auch noch Wochen später ausgeschieden, so dass eine Ansteckung auch dann noch möglich ist.
Norovirus-Infektion
Eine Norovirus-Infektion ist eine akute Magen-Darm-Infektion, die durch Noroviren ausgelöst wird und sich durch plötzlich auftretende starke Durchfälle und Erbrechen äußert. Die Erkrankung ist hochansteckend und breitet sich rasch aus. Noroviren gehören zu den unbehüllten Viren, d. h. sie besitzen keine Virushülle. Dieser Umstand macht sie besonders widerstandsfähig gegenüber Umwelteinflüssen. Die Durchfallerkrankung ist hochansteckend: Bereits 10-100 Viruspartikel reichen aus, um eine schwere Magen-Darm-Entzündung auszulösen.
Noroviren können von Mensch zu Mensch, aber auch durch verunreinigte Speisen und Wasser übertragen werden. Die Übertragung kann auf unterschiedlichen Wegen erfolgen:
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- Schmierinfektion: Kleinste Spuren von ansteckenden Stuhlresten gelangen über die Hände in den Mund, etwa in Folge mangelnder Handhygiene bei der Zubereitung von Speisen oder der Berührung von virusbehafteten Oberflächen. Dieser Art der Übertragung wird auch als fäkal-oral bezeichnet.
- Tröpfcheninfektion: Hierbei gelangen virushaltige Tröpfchen aus dem Erbrochenen infizierter Personen in den Mund gesunder Personen.
Die Ansteckungsgefahr ist während der akuten Krankheitsphase am höchsten, das Virus wird allerdings noch einige Tage, selten sogar noch über mehrere Monate nach Abklingen der Symptome über den Stuhl ausgeschieden. Noroviren sind äußerst widerstandsfähig gegenüber einer Inaktivierung durch Einfrieren, Erhitzen auf 60 °C, Chlor, Alkohol und Reinigungsmitteln. Im angetrockneten Zustand können die Viruspartikel noch über 3 Wochen lang infektiös bleiben.
Symptome einer Norovirus-Infektion
Eine Norovirus-Infektion macht sich typischerweise etwa 6-50 Stunden nach Ansteckung durch plötzlich einsetzende Übelkeit und schwallartiges Erbrechen bemerkbar. Zusätzlich treten wässriger Durchfall, Bauchschmerzen und leichtes Fieber auf. Häufig leiden Betroffene außerdem an grippeähnlichen Symptomen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen sowie Muskel- und Gelenkschmerzen. Die Symptome dauern üblicherweise 24-48 Stunden an und treten auch bei engen Kontaktpersonen auf.
Zusammenhang zwischen Norovirus und Nervenentzündung
Obwohl selten, können Virusinfektionen wie Norovirus in einigen Fällen zu neurologischen Komplikationen führen. Eine mögliche Folge ist die Entwicklung einer Polyneuropathie. Der genaue Mechanismus, wie Noroviren zu Nervenschäden führen können, ist noch nicht vollständig geklärt. Es wird vermutet, dass das Virus indirekt das Immunsystem aktiviert, was zu einer Entzündungsreaktion führt, die die Nerven schädigen kann. In seltenen Fällen kann das Virus auch direkt in die Nervenzellen eindringen und diese schädigen.
Es ist wichtig zu beachten, dass nicht jeder, der eine Norovirus-Infektion hat, eine Polyneuropathie entwickelt. Das Risiko für eine Nervenentzündung nach einer Norovirus-Infektion ist gering, aber es ist wichtig, sich der Möglichkeit bewusst zu sein, insbesondere wenn neurologische Symptome auftreten.
Polyneuropathie - Diagnose
Der Arzt wird sich zunächst nach konkreten Beschwerden und Vorerkrankungen erkundigen. Er wird zudem nach eingenommenen Medikamenten und den Konsumgewohnheiten von Alkohol fragen. Auch die mögliche berufliche Belastung mit Schadstoffen und Giften ist für die Diagnose relevant.
Bei der körperlichen Untersuchung werden die Reflexe, unter anderem der Pupillen und der Achillessehne, überprüft. Der Arzt nimmt Tests der Sensorik vor, mit deren Hilfe sich der Tastsinn und die Temperaturempfindlichkeit der peripheren Nerven beurteilen lässt. Über eine Blutuntersuchung werden die Blutzucker- und Entzündungswerte bestimmt. Dazu eventuell auch Leber- und Nierenwerte, Vitamin-B12-Konzentration oder der Nachweis von Antikörpern, die auf eine Erkrankung an Borreliose hinweisen.
Via Elektroneurografie lässt sich die Nervenleitgeschwindigkeit messen. Ist sie herabgesetzt, spricht dies für eine Erkrankung an Polyneuropathie. Mittels Elektromyografie kann die Aktivität der Muskeln getestet werden. Auf diese Weise zeigen sich Beeinträchtigungen der motorischen Nerven. Ein EKG kann Schädigungen an den autonomen Nerven des Herzens aufzeigen.
Bei Bedarf nimmt der Arzt auch eine Gewebeprobe und untersucht diese mit dem Mikroskop auf krankhafte Veränderungen an den Nervenfasern. Hat der Patient Probleme beim Wasserlassen, wird meist eine Ultraschalluntersuchung der Harnblase vorgenommen, um festzustellen, ob die Entleerung der Blase richtig funktioniert. In seltenen Fällen wird auch das Erbgut auf genetische Veränderungen untersucht, um eine erblich bedingte Polyneuropathie auszuschließen.
Polyneuropathie - Was bezahlt die Krankenkasse und was muss man selbst bezahlen?
Angehörige einer gesetzlichen Krankenversicherung haben grundsätzlich ein Recht auf stationäre sowie ambulante Versorgung, auf Arzneimittel und weitere Leistungen. In aller Regel sind jedoch bestimmte Eigenleistungen (Zuzahlungen) gesetzlich festgeschrieben. Diese Zuzahlungen betragen 10 Prozent der Kosten, pro Zuzahlung aber maximal 10 Euro. Kostet die Leistung weniger als 5 Euro, hat der Versicherte den tatsächlichen Preis zu entrichten.
Bei Arzneimitteln gelten diese Grenzen ebenfalls. Wenn der Betroffene ein besonders preiswertes Präparat erhält, entfällt die Zuzahlung. Dabei dürfen die Krankenkassen feste Beträge bestimmen, die sie erstatten, sofern mehrere Präparate mit gleichem Wirkstoff erhältlich sind. Arzneimittel, deren Preis 30 Prozent unter diesem Festbetrag liegt, werden von den Krankenkassen ohne Zuzahlung erstattet.
Zudem besteht die Regelung, dass die GKV bei bestimmten Präparaten nicht mehr den Einzelpreis des jeweiligen Arzneimittels erstatten muss, sondern nur den Festbetrag, der für eine Gruppe von vergleichbaren Präparaten festgelegt wurde. Ist das verschriebene Medikament teurer, muss der Patient den Mehrpreis selbst zahlen plus der gesetzlichen Zuzahlung für den erstatteten Kostenanteil.
Zuzahlungen fallen ebenfalls bei einem Krankenhausaufenthalt an. Sie betragen 10 Euro pro Kalendertag, wobei die Zuzahlung nur für maximal 28 Tage pro Jahr geleistet werden muss. Dabei können mehrere Krankenhausaufenthalte in einem Jahr zusammengenommen werden, so dass die maximale Zuzahlung bei stationärer Behandlung 280 Euro pro Kalenderjahr beträgt.
Bei häuslicher Krankenpflege werden einmalig zehn Euro für die Verordnung fällig. Darüber hinaus sind 10 Prozent pro Tag als Eigenanteil zu tragen. Die Zuzahlung ist auf 28 Kalendertage pro Kalenderjahr begrenzt und wird nur bei Erwachsenen über 18 Jahren erhoben. Auch bei häuslicher Krankenpflege gilt die Obergrenze von 280 Euro pro Kalenderjahr. Zuzahlungen für Krankenhausaufenthalte werden bei der Obergrenze der Zuzahlung für häusliche Krankenpflege angerechnet.
Wenn die Kosten für eine Haushaltshilfe von der Krankenkasse übernommen werden, müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent der anfallenden Kosten leisten. Die Grenzen liegen bei mindestens 5 und maximal 10 Euro pro Kalendertag. Diese Zuzahlungspflicht gilt für den gesamten Zeitraum, in dem eine Haushaltshilfe in Anspruch genommen wird.
Bei Hilfsmitteln müssen Versicherte eine Zuzahlung in Höhe von 10 Prozent des Abgabepreises leisten, wobei ebenfalls eine Ober- und Untergrenze von 10 und 5 Euro pro Verordnung gelten.
Die Höhe der Zuzahlungen für Rehabilitationsmaßnahmen hängt von der Maßnahme und vom jeweiligen Kostenträger ab.
Die Kosten für eine Schmerztherapie in einer Schmerzklinik übernimmt in der Regel jede gesetzliche Krankenkasse, da es sich um eine vertragsärztliche Leistung handelt. Allerdings können weitere Kosten (wie z. B. Zuzahlungen für Verordnungen) privat anfallen.
Die Kosten einer klassischen Körperakupunktur werden von allen gesetzlichen Krankenkassen, bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule oder bei Kniegelenkarthrose, übernommen. Der Leistung wird vorausgesetzt, dass die Schmerzen seit mindestens sechs Monaten bestehen. In solchen Fällen haben gesetzlich Versicherte Anspruch auf bis zu zehn Akupunktursitzungen pro Krankheitsfall innerhalb von maximal sechs Wochen. Eine erneute Behandlung kann frühestens zwölf Monate nach Abschluss der letzten Akupunkturbehandlung erfolgen. Die Krankenkasse erstattet die Kosten nur, wenn die Behandlung von einem qualifizierten Arzt durchgeführt wird. Akupunktur bei einem Heilpraktiker wird nicht übernommen. Die Kosten sind dann privat zu leisten.
Polyneuropathie - Behandlung
Die Therapie richtet sich nach den Ursachen, die zur Ausbildung einer Neuropathie geführt haben. Vorliegende Grunderkrankungen, wie etwa Diabetes, werden behandelt. Liegt eine Vergiftung vor, muss das Gift ausgeschieden oder deaktiviert werden. Im Fall einer alkoholischen Polyneuropathie ist es für Patienten wichtig, Enthaltsamkeit zu üben und einen Entzug durchzuführen. Beim Vorliegen eines Vitamin-B12-Mangels werden die fehlenden Vitamine in Tablettenform verabreicht.
Beschwerden, die mit der Polyneuropathie verbunden sind, lassen sich teilweise durch Medikamente lindern. Schmerztabletten, Schmerzpflaster oder krampflösende Medikamente machen vielen Patienten die Nervenschmerzen erträglicher. Epilepsi-Medikamente und Antidepressiva können Missempfindungen und anhaltende Schmerzen abmildern.
Von der Anwendung der Reizstromtherapie profitieren ebenfalls einige Betroffene. "TENS" nennt sich das Verfahren, bei dem sich die Patienten bei Schmerzattacken über Elektroden auf der Haut elektrische Impulse verabreichen können. Die leichten Stromschläge aus dem mobilen Gerät können zum Nachlassen des Schmerzes führen.
Empfehlenswert sind auch verschiedene Verfahren, die zu den physikalischen Therapien zählen. Durch Wechselbäder, Krankengymnastik sowie kalte und warme Wickel wird die Durchblutung angeregt und die Beweglichkeit gesteigert. Das kommt den geschädigten Nerven zugute und entspannt die Muskulatur. Gelähmte Muskeln können mit Elektrobehandlungen gestärkt werden. Die häufig vorkommenden Unsicherheiten beim Laufen und Stehen lassen sich teilweise durch orthopädische Schuhe oder stützende Schienen verbessern.
Homöopathie bei Polyneuropathie
Polyneuropathien können durch Stoffwechselerkrankungen, Vergiftungen und Infektionen ausgelöst werden. An erster Stelle steht daher die Behandlung der Grunderkrankung. Eine homöopathische Therapie erfolgt meist zur Linderung von Beschwerden, wie Schmerzen, Missempfindungen und Kribbeln der Haut. Der Einsatz der jeweiligen Arzneimittel sollte unbedingt mit dem behandelnden Mediziner koordiniert werden. Gegen die unterschiedlichen Symptome, die von einer Polyneuropathie ausgehen können, werden folgende homöopathische Mittel empfohlen (Auswahl):
- Aconitum: bei brennenden und stechenden Nervenschmerzen
- Agaricus muscarius: bei Taubheit, Kribbeln und Missempfindungen
- Spigelia: bei regelmäßig auftretenden Schmerzen
- Verbascum: bei akut auftretenden Nervenschmerzen
- Cina: bei erhöhten Reizzuständen und Muskelkrämpfen
- Kalium phosphoricum, Magnesium phosphoricum und Zincum chloratum (auch "Schmerztrias" genannt): zur Beruhigung von Nervensystem und Muskulatur
Akupunktur bei Polyneuropathie
Akupunktur ist inzwischen eine bewährte Therapie, die bei Polyneuropathie begleitend auch im Rahmen der schulmedizinischen Behandlung empfohlen wird. Von der gezielten Stimulierun…
Prävention von Norovirus-Infektionen
Eine Impfung gegen Noroviren existiert nicht. Um eine Verbreitung der hochansteckenden Durchfallerkrankung zu vermeiden, spielen Hygienemaßnahmen eine maßgebende Rolle. Da die Erreger auch noch Wochen bis Monate nach Abklingen der Symptome im Stuhl nachweisbar sein können, sollten beschrieben Maßnahmen auch im Folgezeitraum eingehalten werden.
Neben einer konsequenten Händehygiene in Form von Händewaschen mit Seife sowie Händedesinfektion nach jedem Toilettengang bzw. Windelwechseln und vor jeder Nahrungsaufnahme sollten erkrankte Personen auch getrennte Handtücher benutzen. Zusätzlich kann es sinnvoll sein, Oberflächen, mit denen erkrankte Personen unmittelbar in Kontakt kommen, zu desinfizieren. Dazu gehören etwa Toiletten, Waschbecken und Türgriffe. Sowohl verwendete Hände- als auch Flächendesinfektionsmittel sollten als „begrenzt viruzid PLUS“ oder „viruzid“ gekennzeichnet sein. Nur so kann garantiert werden, dass sie gegen Noroviren wirksam sind.
Personen, die beruflich mit Lebensmitteln zu tun haben, sollten frühestens 48 Stunden nach Ende der symptomatischen Phase zur Arbeit zurückkehren. Kinder sollten die ersten 2 Wochen nach der letzten Durchfallepisode keine öffentlichen Schwimmbäder besuchen. Kindertageseinrichtungen sollten frühestens 48 Stunden nach Abklingen der Symptome wieder besucht werden.
Kommt es zu Ausbrüchen in Gemeinschaftseinrichtungen, gilt es unverzüglich entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Bei begründetem Verdacht sollte sofort gehandelt werden, ohne eine Erregerbestätigung des Labors abzuwarten. Betroffene Personen sollten in Einzelzimmern mit eigenem WC untergebracht werden und bis zu 48 Stunden nach Abklingen der Symptome kontaktisoliert werden. Es sollten erweiterte Hygienemaßnahmen getroffen werden, wie das Tragen von Handschuhen, Schutzkittel, ggf. geeigneter Atemschutz zur Vermeidung einer Infektion durch Aerosole, konsequente Händehygiene, Desinfektion von patientennahen Flächen, Toiletten, Waschbecken, Türgriffen, Wäsche. Hände- und Flächendesinfektionsmittel sollte als „begrenzt viruzid PLUS“ oder viruzid gekennzeichnet sein. Personal sollte schon bei geringen Magen-Darm-Beschwerden freigestellt werden und frühestens 48 Stunden nach Abklingen der Symptome zum Arbeitsplatz zurückkehren.
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