Djokovic' Nervenformel: Eine Achterbahnfahrt der Emotionen und Kontroversen

Novak Djokovic, einer der größten Tennisspieler aller Zeiten, ist nicht nur für seine außergewöhnlichen Fähigkeiten auf dem Platz bekannt, sondern auch für seine Fähigkeit, Emotionen zu zeigen - manchmal zum Guten, manchmal zum Schlechten. Dieser Artikel beleuchtet einige Schlüsselmomente in Djokovics Karriere, die seine Nervenstärke und seine Fähigkeit, mit Druck umzugehen, auf die Probe gestellt haben.

Der Eklat bei den US Open 2020: Ein Wendepunkt

Ein besonders einschneidendes Ereignis ereignete sich bei den US Open 2020. Im Achtelfinalspiel gegen Pablo Carreño Busta schlug Djokovic, sichtlich frustriert, einen Ball nach einem vergebenen Satzball unachtsam nach hinten. Unglücklicherweise traf dieser Ball eine Linienrichterin, die daraufhin nach Luft rang. Djokovic eilte sofort zur Hilfe und entschuldigte sich, doch die Situation eskalierte.

Nach minutenlangen Diskussionen mit der Stuhlschiedsrichterin und weiteren Offiziellen wurde Djokovic disqualifiziert. Diese Entscheidung bedeutete das Aus für den Turnierfavoriten, der bis zu diesem Zeitpunkt noch kein Spiel im Jahr 2020 verloren hatte. Die US Open sollten somit einen neuen Grand-Slam-Sieger erleben.

Djokovic verließ die Anlage kommentarlos und sagte auch die Pressekonferenz ab. Später veröffentlichte er jedoch ein Statement, in dem er sich für sein Verhalten entschuldigte und betonte, dass er aus diesem Vorfall lernen wolle.

Der Veranstalter USTA erklärte, dass Djokovic gemäß dem Grand-Slam-Regelbuch disqualifiziert wurde, da er den Ball in gefährlicher oder rücksichtsloser Manier geschlagen hatte. Zusätzlich zu den Geldstrafen musste Djokovic sein Preisgeld zurückzahlen und verlor alle Ranglistenpunkte, die er während der US Open erhalten hatte.

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Boris Becker, Djokovics ehemaliger Trainer, bezeichnete die Disqualifikation als "unglaublich bitter" und als "möglicherweise den schwersten Moment seiner gesamten Karriere". Justine Henin, eine ehemalige Weltranglistenerste, analysierte, dass sich der Frust bei Djokovic bereits in den vorangegangenen Spielen aufgebaut hatte.

Auch Carreño Busta und Alexander Zverev zeigten sich schockiert über den Vorfall. Carreño Busta betonte, dass es sich um ein Unglück gehandelt habe, während Zverev feststellte, dass es Regeln gebe und die Supervisor lediglich ihren Job machten.

Emotionale Ausbrüche: Ein wiederkehrendes Muster?

Der Vorfall bei den US Open war nicht der erste, bei dem Djokovic seine Emotionen nicht vollständig unter Kontrolle hatte. Mats Wilander, ein Eurosport-Experte, merkte an, dass man so etwas nicht machen dürfe, auch wenn es sich um ein Versehen handelte. Alex Corretja, ein weiterer Eurosport-Experte, betonte, dass Djokovic seinen Fokus verloren habe und seine Emotionen nicht unter Kontrolle hatte.

Justine Henin bezeichnete den Vorfall als Schock für die Tenniswelt und betonte, dass es keine andere Möglichkeit als die Disqualifikation gegeben habe. Boris Becker zeigte sich jedoch zuversichtlich, dass Djokovic aus diesem Vorfall lernen und gestärkt zurückkommen werde.

French Open 2014: Nervenstärke auf dem Weg zum Grand-Slam-Titel

Einige Jahre vor dem Eklat bei den US Open zeigte Djokovic jedoch auch seine Nervenstärke und sein Können auf dem Platz. Bei den French Open 2014 ließ er sich im Viertelfinale nicht von den mächtigen Aufschlägen des Kanadiers Milos Raonic aus der Ruhe bringen. Auf dem Weg zum letzten Grand-Slam-Titel, der ihm noch fehlte, traf er im Halbfinale auf Federer-Bezwinger Ernests Gulbis aus Lettland.

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Auch in anderen Spielen zeigte Djokovic seine Fähigkeit, mit Druck umzugehen. Maria Scharapowa kämpfte sich mit eisernen Nerven ins Halbfinale, während Eugenie Bouchard im ersten Satz ein 2:5 und im dritten ein 1:4 aufholte.

Die Zusammenarbeit mit Andy Murray: Ein neuer Motivationsschub?

Um seine Motivation und sein Spiel weiter zu verbessern, holte sich Djokovic den ehemaligen britischen Topspieler Andy Murray als Trainer in sein Team. Diese Zusammenarbeit sorgte für Aufsehen in der Tenniswelt, da Murray einer von Djokovics größten Rivalen war.

Djokovic erklärte, dass er einen Trainer suchte, der dieselben Erfahrungen gemacht hat wie er, idealerweise einen mehrfachen Grand-Slam-Gewinner und eine ehemalige Nummer eins. Er überraschte Murray mit seiner Idee, doch dieser sagte schließlich zu.

Carlos Alcaraz, ein spanischer Tennisstar, sagte mit einem Lächeln, dass es sich anfühle, als würde man gegen beide spielen. Tim Henman, ein ehemaliger britischer Topspieler, vermutete zunächst einen Witz, war aber schließlich von der Idee überzeugt.

Andrej Rubljow, ein russischer Weltranglisten-Achter, vermutete, dass Djokovic durch die Zusammenarbeit mit Murray frischer und motivierter erscheinen könnte. Motivation scheint das Schlüsselwort für Djokovic in der neuen Saison zu sein, da er im Vorjahr alle Titel bei den Grand-Slam-Turnieren an die Jungstars Alcaraz und Sinner verloren hatte.

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Djokovic gab zu, dass er traurig sei, weil seine größten Rivalen aufgehört hätten, betonte aber, dass er weiter nach Motivation suche. Er hofft, dass die Zusammenarbeit mit Murray ihm helfen wird, wieder große Turniere zu gewinnen und mit den Jungstars mitzuhalten.

Das Visa-Fiasko in Australien: Ein weiteres Kapitel voller Kontroversen

Ein weiteres Kapitel voller Kontroversen erlebte Djokovic im Januar, als er versuchte, nach Australien einzureisen, um an den Australian Open teilzunehmen. Aufgrund seines Impfstatus wurde ihm jedoch die Einreise verweigert und sein Visum widerrufen.

Ein geleakter Brief von Tennis Australia an die Tennisstars deutete darauf hin, dass der Verband ungeimpften Spielern fälschlicherweise die Einreise zugesagt hatte, wenn sie sich innerhalb der letzten sechs Monate mit Covid-19 infiziert hätten. Djokovic und sein Team sollen ein Visum mit einer medizinischen Ausnahmeregelung unter Berufung auf eine kürzlich erfolgte Covid-Infektion beantragt haben.

Die australische Bundesregierung hatte Tennis Australia jedoch bereits im November darüber informiert, dass ungeimpfte Personen nicht in das Land einreisen dürfen. Trotzdem wurde Djokovic zunächst eine medizinische Ausnahmegenehmigung erteilt, nachdem zwei unabhängige Gesundheitsausschüsse eine Überprüfung vorgenommen hatten.

Das Visa-Fiasko sorgte weltweit für Schlagzeilen und warf Fragen nach den Regeln und Vorschriften für die Einreise nach Australien auf.

Wimbledon 2024: Ein Sturz und die Angst vor einer Verletzung

Auch in Wimbledon 2024 gab es einen Schreckmoment für Novak Djokovic. Im Viertelfinale gegen Flavio Cobolli rutschte er beim Matchball aus und blieb mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Rasen liegen.

Zwar rappelte er sich auf und holte sich die nächsten beiden Punkte zum Sieg, doch sein Körper sendete Warnsignale. Djokovic äußerte sich nach dem Spiel zur Schwere der Verletzung und zur Ungewissheit vor dem Duell mit Jannik Sinner im Halbfinale.

Er erklärte, dass es ein hässlicher Sturz gewesen sei und dass so etwas nun mal auf Rasen passiere. Er betonte jedoch auch, dass sein Körper heute nicht mehr der gleiche sei wie früher.

Kritik an den Spielbällen: Ein Kampf für Einheitlichkeit

Neben den emotionalen Ausbrüchen und den Kontroversen um seine Person engagiert sich Djokovic auch für die Verbesserung der Bedingungen für Tennisspieler. So kritisierte er die ständig wechselnden Spielbälle auf der WTA- und ATP-Tour und forderte einheitliche Bälle.

Er argumentierte, dass die ständige Umgewöhnung nicht nur lästig sei, sondern auch zu Verletzungen führen könne. Er schlug vor, dass die ATP-Tour einen Ball auswählen sollte, mit dem alle Turniere gespielt werden.

Djokovic wies darauf hin, dass es in der Formel 1 bereits ein Vorbild für einheitliche Ausrüstung gebe, da es dort seit vielen Jahren nur noch einen Reifenhersteller gebe, der alle Teams ausrüstet.

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