Der Zusammenhang zwischen Nervenentzündung und hohem Blutdruck: Eine umfassende Betrachtung

Der Zusammenhang zwischen Nervenentzündung und hohem Blutdruck ist komplex und vielschichtig. Schmerzen, insbesondere chronische Schmerzen und Nervenentzündungen, können den Blutdruck beeinflussen. Umgekehrt kann auch Bluthochdruck Auswirkungen auf das Nervensystem haben. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Beziehung und gibt Einblicke in mögliche Ursachen, Auswirkungen und Behandlungsansätze.

Blutdruck und Schmerzen: Eine Wechselbeziehung

Der Blutdruck beschreibt den Druck, den das Blut auf die Wände der Arterien ausübt. Er ist essenziell für eine gesunde Durchblutung und Herzfunktion. Schmerzen hingegen sind eine sensorische und emotionale Erfahrung, die darauf hinweist, dass dem Körper potenziell Schaden zugefügt wurde. Eine wirksame Schmerzbewältigung ist daher wichtig.

Wie Schmerzen den Blutdruck beeinflussen

Der Einfluss von Schmerzen auf den Blutdruck ist komplex und hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Art des Schmerzes: Akute (kurzfristige) Schmerzen führen oft zu einem sofortigen Anstieg des Blutdrucks. Chronische (langfristige) Schmerzen können hingegen dauerhaft zu Bluthochdruck beitragen.
  • Intensität: Je stärker der Schmerz, desto ausgeprägter kann die Stressreaktion des Körpers sein.
  • Dauer: Langanhaltende Schmerzen versetzen den Körper in einen ständigen Stresszustand und können den Blutdruck dauerhaft erhöhen.

Akute Schmerzen und Blutdruck: Die sofortige Reaktion

Bei akuten Schmerzen reagiert der Körper mit einem raschen Blutdruckanstieg - ein Teil der natürlichen "Kampf-oder-Flucht"-Reaktion. Eine frühzeitige Behandlung akuter Schmerzen ist entscheidend, um das Herz-Kreislauf-System langfristig zu entlasten.

Chronische Schmerzen und Bluthochdruck: Der langfristige Zusammenhang

Chronische Schmerzen können ein Risikofaktor für anhaltend hohen Blutdruck sein. Die ständige Belastung aktiviert immer wieder Stressmechanismen, die den Blutdruck erhöhen können. Eine gezielte Schmerztherapie ist daher wichtig, um sowohl Schmerzen als auch Blutdruck in den Griff zu bekommen.

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Nervenentzündung (Neuralgie) und ihre Auswirkungen auf den Blutdruck

Eine Nervenentzündung, auch Neuralgie genannt, kann ebenfalls den Blutdruck beeinflussen. Insbesondere die Gürtelrose (Herpes Zoster), eine Viruserkrankung, die Nervenentzündungen verursacht, kann das Risiko für Schlaganfall und Herzinfarkt erhöhen.

Gürtelrose und kardiovaskuläre Ereignisse

Die reaktivierten Varizella-Viren, die Gürtelrose auslösen, begünstigen kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinfarkt und Schlaganfall. Vor allem in den ersten Wochen nach einer Gürtelrose ist das Risiko für einen Schlaganfall erhöht. Vermutlich spielen Entzündungsreaktionen eine Rolle, wodurch das Thromboserisiko steigt. Der Schmerz und der damit verbundene Stress können ebenfalls den Blutdruck deutlich ansteigen lassen.

Postzosterische Neuralgie (PZN)

Bei manchen Patienten bleiben Nervenschmerzen nach Abklingen der Viruserkrankung bestehen. Diese postzosterische Neuralgie (PZN) kann durch minimale Nervenschäden entstehen, die durch die Viren verursacht werden. Die Fachgesellschaften empfehlen im PZN-Fall ein spezielles Schema zur Schmerzmedikation.

Bluthochdruck und seine Auswirkungen auf das Nervensystem

Bluthochdruck kann nicht nur durch Schmerzen und Nervenentzündungen beeinflusst werden, sondern auch selbst Auswirkungen auf das Nervensystem haben.

Gefäßschädigungen im Gehirn

Eine arterielle Hypertonie schädigt in vielen Fällen die Organe, lange bevor Patienten ihre Erkrankung bemerken. Eine aktuelle Studie zeigt, dass Bluthochdruck, der im frühen Erwachsenenalter beginnt und über Jahre unbehandelt bleibt, erhebliche Schäden an den Nervenverbindungen des Gehirns nach sich zieht. Gefäßschädigungen durch Bluthochdruck betreffen neben den Organen und Gefäßen des Körpers auch die Gehirnfunktionen.

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Weiße Flecken im Gehirn (White Matter Hyperintensities, WMH)

Ein langjähriger und/oder schlecht eingestellter Bluthochdruck schädigt das Gehirn über verschiedene Mechanismen wie zum Beispiel Minderdurchblutung und Entzündungsprozesse. Weiße Flecken im Gehirn (WMH) sind häufig auf Magnetresonanztomographie-Aufnahmen älterer Menschen zu sehen und werden oft als Indikator für Kleingefäßerkrankungen angesehen. Eine Studie zeigt, dass WMH bei Bluthochdruck auftreten und besonders stark ausgeprägt sind, wenn der Bluthochdruck zwar medikamentös behandelt wird, aber trotzdem nicht gut eingestellt ist.

Psychische Gesundheit und Bluthochdruck

Die psychische Gesundheit und das Herz-Kreislauf-System stehen in einer komplexen Wechselwirkung. Studien haben einen Zusammenhang zwischen psychischer Gesundheit und Bluthochdruck berichtet. Eine Studie zeigt, dass ein höherer systolischer Blutdruck mit weniger depressiven Symptomen, größerem Wohlbefinden und geringerer emotionsbezogener Gehirnaktivität verbunden ist. Andererseits geht eine Hypertoniediagnose mit einer schlechteren psychischen Gesundheit einher.

Nervlicher Bluthochdruck: Wenn Stress den Blutdruck erhöht

Umgangssprachlich ist häufig von "Nervlichem Bluthochdruck" die Rede bei Bluthochdruck, der durch Anspannung, innere Unruhe, Stress oder emotionale Belastungen ausgelöst oder verstärkt wird. Nervlicher Bluthochdruck ist allerdings kein medizinischer Fachbegriff. In der medizinischen Fachsprache wird die Erkrankung Bluthochdruck als "arterielle Hypertonie" bezeichnet.

Ursachen und Risikofaktoren für nervlichen Bluthochdruck

Stress kann bei Menschen zu vorübergehenden Erhöhungen des Blutdrucks führen. Dies ist jedoch normalerweise ein vorübergehendes Phänomen und wird in der Medizin nicht als krankhaft betrachtet. Psychische Faktoren können entweder nur vorübergehend den Blutdruck erhöhen oder auch zu langfristigem Leiden beitragen. Stress und innere Unruhe können zu einer vorübergehenden Erhöhung des Blutdrucks führen, da der Körper in Stresssituationen Hormone freisetzt, die das Herz-Kreislauf-System beeinflussen. Wird der Stress chronisch, kann das zu anhaltender Hypertonie führen.

Symptome von nervlichem Bluthochdruck

Die Hypertonie ist oft eine "stille Erkrankung", da sie keine offensichtlichen Symptome verursacht. Viele Bluthochdruck-Patienten wissen daher oft lange Zeit nicht einmal, dass sie überhaupt an Bluthochdruck leiden, weil sie keine sichtbaren Symptome aufweisen und keine spürbaren Beschwerden haben. Wichtig für die Diagnose und richtige Therapie ist daher, auch bei "bluthochdruck-untypischen" Symptomen an das mögliche Vorhandensein einer Hypertonie zu denken.

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Behandlung von nervlichem Bluthochdruck

Die Behandlung von hohem Blutdruck, der mit psychischen Faktoren zusammenhängen kann, sollte idealerweise eine Kombination sein aus Lebensstil-Anpassung, blutdrucksenkenden Medikamenten und Einwirken auf die Psyche:

  • Änderungen des Lebensstils: Wechsel zu einem gesunden Lebensstil mit gesunder Ernährung, ausreichender Bewegung, Abbau von Übergewicht und Vermeidung von Rauchen und Alkohol.
  • Medikamentöse Therapie: Einsatz von Bluthochdruck-Medikamenten wie Sartanen, ACE-Hemmern oder Beta-Blockern.
  • Psychologische Unterstützung: Stressmanagement-Techniken und gegebenenfalls Psychotherapie.

Alternative Behandlungsansätze

Neben den konventionellen Behandlungsmethoden gibt es auch alternative Ansätze, die bei der Behandlung von Bluthochdruck und Nervenentzündungen unterstützend eingesetzt werden können.

Homöopathie

Homöopathische Arzneimittel können z.B. in Stress-Phasen bei innerer Unruhe verwendet werden oder bei nervös bedingten Schlafstörungen unterstützen. Bei Bluthochdruck könnte zudem Hypercoran® eingesetzt werden. Es zielt nicht darauf ab, den arteriellen Druck direkt zu senken, sondern soll als natürlicher Anstoß zur Verbesserung der körpereigenen Blutdruckregulation dienen.

Manuelle Therapie (Chirotherapie)

Blockaden in der Brustwirbelsäule (BWS) oder eine Rippenblockade können langfristig die Funktion des Herzens beeinträchtigen. Werden durch die Wirbelblockade wichtige Nerven im Rückenmark bedrängt, kann das Herz darunter leiden. Die Durchblutung und die Aktivität der Nerven, die zum Herzen führen, ist eingeschränkt. Die Manuelle Therapie kann helfen, die Gelenke aus der blockierten Position zu befreien und die Wirbelsäule wieder an Mobilität gewinnen zu lassen.

Nackenmuskulatur und Blutdruck

Probleme mit den Nackenmuskeln können den Blutdruck in die Höhe treiben, da die Muskeln mit einem Gehirnareal verbunden sind, das eine der zentralen Kontrollstellen für autonome Funktionen wie Blutdruck, Atmung und Herzschlag beeinflusst. Ungewöhnliche Signale von der Muskulatur, etwa aufgrund einer Verspannung oder einer Verletzung, wirken sich daher auch auf den Blutdruck aus.

Nebennierenerkrankungen und Bluthochdruck

Die Nebennieren produzieren wichtige Hormone, die den Blutdruck regulieren. Eine Überfunktion der Nebenniere, das sogenannte Conn-Syndrom, kann zu Bluthochdruck führen. Auch gutartige Knoten in der Nebenniere können ein Hinweis auf das Conn-Syndrom sein. Ein Mangel an einem bestimmten Hormon, Cortisol, ist lebensgefährlich und kann zu niedrigem Blutdruck führen.

Schmerzbewältigung zur Unterstützung eines gesunden Blutdrucks

Eine wirksame Schmerzbewältigung ist ein wichtiger Bestandteil zur Erhaltung eines gesunden Blutdrucks. Maßnahmen wie Achtsamkeit, regelmäßige Bewegung und eine ausgewogene Ernährung können die Lebensqualität verbessern. Regelmäßige Blutdruckmessungen geben wertvolle Einblicke in die Herz-Kreislauf-Gesundheit.

Wann ärztlichen Rat einholen?

Wenn Schmerzen anhalten oder sich verschlimmern, sollte man unbedingt medizinischen Rat einholen. Auch deutliche Blutdruckschwankungen im Zusammenhang mit Schmerzen sollten ärztlich abgeklärt werden. Bei Warnzeichen für Bluthochdruck wie Schlafstörungen, Kopfschmerzen oder Schwindel sollte man ebenfalls einen Arzt aufsuchen.

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