Beinschmerzen im Ruhezustand können vielfältige Ursachen haben. Um ein optimales Therapieergebnis zu erzielen, ist es jedoch wichtig, die genaue Ursache zu kennen. Eine Nervenentzündung im Bein, auch Neuritis genannt, kann durch Überlastung entstehen und zu erheblichen Beschwerden führen. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen, Symptome, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten einer Nervenentzündung im Bein durch Überlastung.
Was sind Beinschmerzen im Ruhezustand?
Beinschmerzen im Ruhezustand sind Schmerzen, die auftreten, wenn sich das Bein in einer Ruheposition befindet. Diese können verschiedene Ursachen haben, von Durchblutungsstörungen bis hin zu Nervenreizungen.
Ursachen für schmerzende Beine im Ruhezustand
- Durchblutungsstörungen: Probleme mit der Durchblutung, wie die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) oder venöse Insuffizienz, können zu Schmerzen in den Beinen führen. Diese Schmerzen treten oft im Ruhezustand auf, besonders wenn die Beine hochgelagert sind. In manchen Fällen kann auch eine Durchblutungsstörung zu Schmerzen im Bein in Ruhe führen.
- Restless Legs Syndrom (RLS): RLS ist ein neurologisches Problem, das ein unangenehmes oder schmerzhaftes Gefühl in den Beinen verursacht, oft in Ruhephasen oder beim Liegen.
- Muskelermüdung oder Überlastung: Übermäßige körperliche Aktivität, insbesondere bei untrainierten Muskeln oder nach intensivem Training, kann zu schmerzenden Beinen führen, die auch in Ruhe anhalten können. Überlastungen können sehr häufig auch zu Schmerzen des Beins in Ruhe führen. Wenn man immer wieder das Bein über das Limit und über die gewohnten Grenzen belastet, erhöht das Risiko, dass die Überlastung dann zu Schmerzen des Beines führt. In der Regel werden diese Art von Schmerzen dann sogar bei Belastung verstärkt.
- Medikamenten Nebenwirkungen: Einige Medikamente können als Nebenwirkung Schmerzen oder Beschwerden in den Beinen verursachen, insbesondere wenn sie die Muskulatur oder die Durchblutung beeinflussen.
- Fehlbelastung: Fehlbelastungen werden lange Zeit vom Körper toleriert und kompensiert, und die Patienten merken oft keine Beschwerden. Plötzlich kann es aber umschwenken und die chronische Fehlbelastung kann dann plötzlich zu Schmerzen der Beine in Ruhe führen. Fehlbelastungen können in den Füßen, der Knie oder auch der Hüfte auftreten. Auch Fehlstellungen wie ein Knickfuß oder ein Plattfuß können dazu führen, dass falsch belastet und die Kräfte unsymmetrisch auf den Fuß geleitet werden, was dann schlußendlich zu Schmerzen im Bein in Ruhe führt. In der Regel können dann diese Schmerzen bei Belastung sogar verstärkt werden. Die Schmerzen werden als ziehende und sich im Beim ausbreitende beschrieben.
- Infektbedingte Ursachen: Selten kann eine infektbedingte Ursache zu Schmerzen im Bein in Ruhe führen. Hier kann eine Herpes Zoster Infektion mit begleitenden Hautbläschen auch Schmerzen im Bein in Ruhe auslösen. Die durch den Windpockenvirus verursachte Infektionskrankheit würde in diesem Fall am Bein sichtbar werden und ein klassisches Verteilungsmuster der Hautbläschen zeigen. Wenn Bakterien über die Hautbarriere in das Weichteilgewebe eindringen, wie z.B.
- Thrombose: Bei einer Thrombose handelt es sich um ein Blutgerinnsel im venösen System. Neben zahlreichen Blutgerinnungsstörungen kann auch immer eine Blutstromabbremsung zu einer Blutgerinnung in einer Vene des Beins auftreten. Langes Sitzen und Immobilität birgt immer ein erhöhtes Risiko für eine Beinvenenthrombose. Die Patienten geben Schmerzen des Beins auch in Ruhe und eine deutliche einseitige Beinschwellung an. In diesem Fall sollte zeitnah eine Diagnostik durchgeführt werden.
- Polyneuropathien: Polyneuropathien sind Nervenreizungen, deren Ursache sehr unterschiedlich sein kann. Oftmals sind es Stoffwechselerkrankungen, die lange Zeit nicht richtig behandelt oder gar unentdeckt blieben. So ist der schlecht eingestellte Diabetes Mellitus zu nennen. Auch ein langjähriger Alkoholmissbrauch kann zu einer Nervenschädigung führen. Polyneuropathien werden als sehr unangenehm und ziehend beschrieben. Meistens sind mehrere Nerven von dieser Erkrankung betroffen. Nervenschmerzen werden als sehr unangenehm und ziehend beschrieben. Sie treten oftmals in Ruhe z.B. im Bein auf. Gründe können Stoffwechselstörungen oder auch Alkoholmissbrauch sein. Manchmal kann man die Ursache von Nervenschmerzen auch nicht herausfinden. In gar nicht mal so wenigen Fällen verursachen Herpes Zoster Infektionen Nervenschmerzen. Diese werden meistens begleitet von eine charakteristischen Hautveränderung, die dann aber abheilt und die Nervenschmerzen übrig lässt.
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK): Arterielle Blutgefäße können aus verschiedenen Gründen enger werden oder sich komplett verlegen. Die Patienten geben ziehende Beinschmerzen meistens nach einer Gehstrecke von einigen hundert Meter an, danach müssen sie stehenbleiben, was dann die Beschwerden etwas bessert. Beim erneuten Anlaufen kommen die ziehenden Schmerzen aber zurück.
Nervenschmerzen im Bein: Ein Überblick
Nervenschmerzen im Bein sind ein weit verbreitetes, aber oft missverstandenes Problem. Sie können in Form von Brennen, Kribbeln oder stechenden Empfindungen auftreten und sind in der Regel das Resultat von Erkrankungen wie Diabetes, Verletzungen oder Druck auf die Nerven, etwa durch Übergewicht oder Schwangerschaft. Diese Symptome können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und erfordern oft eine fundierte medizinische Beurteilung. Die Diagnose von Nervenschmerzen erfolgt in der Regel durch neurologische Tests, bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) oder Ultraschall.
Ursachen von Nervenschmerzen im Bein
Nervenschmerzen im Bein, auch als neuropathische Schmerzen bekannt, können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:
- Diabetes Mellitus: Diese Stoffwechselerkrankung kann zu diabetischer Neuropathie führen, einer Form der Nervenschädigung, die typischerweise in den Beinen auftritt und mit Schmerzen, Taubheit und Schwäche einhergeht.
- Multiple Sklerose: Eine autoimmune Erkrankung, bei der das Immunsystem das zentrale Nervensystem angreift, was zu Nervenschäden und damit verbundenen Schmerzen führen kann.
- Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie Lupus oder rheumatoide Arthritis können ebenfalls die Nerven schädigen und zu Nervenschmerzen führen.
- Verletzungen: Mechanische Verletzungen wie Quetschungen oder Knochenbrüche können Nerven verletzen, was zu akuten oder chronischen Schmerzen führt.
- Stoffwechselstörungen: Kontinuierlich hohe Blutzuckerwerte können die Nervenfasern schädigen und zu diabetischer Neuropathie führen.
Typische Symptome von Nervenschmerzen im Bein
Die typischen Symptome von Nervenschmerzen im Bein können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen:
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- Brennende Schmerzen: Viele Betroffene beschreiben den Schmerz als stechend oder brennend, der oft in episodischen Schüben auftritt und bis in die Zehen ausstrahlen kann.
- Kribbeln und Taubheitsgefühl: Ein häufiges Symptom sind auch Empfindungen wie Kribbeln oder Taubheit im Bein. Diese können sporadisch auftreten oder konstant vorhanden sein, was das Gehen und die Durchführung alltäglicher Aktivitäten erschwert.
- Muskelverspannungen: Zusätzlich können Muskelverspannungen und -krämpfe auftreten, die die Beweglichkeit einschränken und unangenehm sein können.
- Schwäche in den Beinen: Eine Schwäche in den Oberschenkeln oder Waden kann ebenfalls auftreten, was das Risiko von Stürzen oder Verletzungen erhöht.
- Schmerzempfindlichkeit: Betroffene berichten häufig von einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Berührung oder Druck im betroffenen Bereich. Ein leichtes Berühren des Beins kann extreme Schmerzen auslösen.
- Verstärkter Schmerz bei Bewegungen: Oftmals werden die Schmerzen durch Bewegung oder bestimmte Körperhaltungen verstärkt.
- Nächtliche Schmerzintensivierung: Viele Patienten berichten, dass die Schmerzen häufig nachts intensiver werden, was den Schlaf erheblich stören kann.
Nervenentzündung (Neuritis)
Als Neuritis bezeichnen Mediziner eine häufig mit Schmerzen verbundene Entzündung der Nerven. Es können sowohl die peripheren (außerhalb des zentralen Nervensystems liegende) Nerven als auch die Hirnnerven betroffen sein.
Ursachen einer Nervenentzündung
Die Gründe für die Entstehung von Nervenentzündungen sind vielfältig. Des Weiteren ist eine Hauptursache mechanischer Druck auf den Nerv, wodurch sich dieser entzündet. Dies geschieht vor allem bei einem Bandscheibenvorfall, Tumoren oder dem Karpaltunnelsyndrom.
Das Piriformis-Syndrom
Das Piriformis-Syndrom verursacht Schmerzen im unteren Rücken und im Gesäß, die bis in die Beine ausstrahlen können. Vom Piriformis-Syndrom spricht man, wenn der in der tiefen Hüftmuskulatur lokalisierte Piriformis-Muskel (M. piriformis) verkürzt oder verspannt ist. Da unterhalb dieses birnenförmigen Muskels der Ischiasnerv verläuft, kann eine Verhärtung des Muskels zu Schmerzen im unteren Rücken und Gesäß führen, die in einigen Fällen bis ins Bein ausstrahlen. Die häufigste Ursache des Piriformis-Syndroms ist eine Überlastung. Daher zielt die Behandlung auf eine Entspannung des Piriformis-Muskels ab.
Ursachen des Piriformis-Syndroms
Die Ursachen des Piriformis-Syndroms liegen in einer Verspannung, Verkürzung oder Kompression des Piriformis-Muskels. Verschiedene Auslöser können dazu führen, dass der Piriformis-Muskel sich verspannt. Befindet er sich beim Sitzen in der Gesäßtasche, wird eine Gesäßhälfte komprimiert und mehr belastet als die andere. Eine Hypertrophie (Vergrößerung) des Piriformis-Muskels kann aber auch durch eine Schonhaltung aufgrund von anderen Erkrankungen entstehen. Aber auch Fehlstellungen wie z. B. Skoliose, Prellungen oder plötzliche Bewegungen, die Zerrungen des Piriformis-Muskels zur Folge haben, zählen zu den Ursachen des Piriformis-Syndroms. In einigen Fällen ist auch ein anatomisch abweichender Verlauf des Ischiasnervs ursächlich für die Beschwerden. Das Piriformis-Syndrom entsteht u. a. durch Fehlbelastungen.
Diagnose des Piriformis-Syndroms
Für die Diagnose eines Piriformis-Syndroms wird der Arzt zunächst ein ausführliches Gespräch mit Ihnen führen. Im nächsten Schritt erfolgt eine körperliche Untersuchung. Der Arzt testet die Beweglichkeit Ihrer Hüften und sucht nach Anzeichen für Muskelverspannungen, Bewegungseinschränkungen oder Sensibilitätsstörungen. Menschen mit Piriformis-Syndrom verspüren bei Anspannung oder Dehnung des Piriformis-Muskels Schmerzen. Mithilfe von klinischen Tests provoziert der Arzt durch bestimmte Bewegungen bewusst den Schmerz. Da bisher kein Test das Piriformis-Syndrom direkt nachweisen kann, handelt es sich um eine sogenannte Ausschlussdiagnose.
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Klinische Tests:
- JAGAS-Test
- Freiberg-Test
- FAIR-Test
- Pace-Test
- Beatty-Manöver
- Lasègue-Test
Bildgebende Verfahren wie CT oder MRT können dem Spezialisten helfen, eine Verdickung oder Formabweichung des Muskels zu erkennen und andere Ursachen für die Schmerzen auszuschließen.
Behandlung des Piriformis-Syndroms
Ein Piriformis-Syndrom lässt sich in vielen Fällen gut durch konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, exzentrisches Training, Stoßwellentherapie und gezielte Dehnübungen behandeln. Je nach Ausmaß der Beschwerden verbessern sich die Symptome nach wenigen Wochen oder Monaten. Viele Patienten verspüren eine Linderung der Schmerzen durch Kälteanwendungen oder Ultraschalltherapie. Die akute Schmerztherapie erfolgt zudem über entzündungshemmende Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR).
Übungen zur Behandlung des Piriformis-Syndroms:
- Dehnung in Rückenlage
- Dehnung mit gekreuzten Beinen
- Seitlage mit Knierotation
- Kräftigung mit Theraband
- Kräftigung der Oberschenkel- und Gesäßmuskulatur
- Brücke
Diagnose von Beinschmerzen im Ruhezustand
Neben den Schmerzen in Ruhe im Bein, kann es je nach Ursache auch zu einer Beinschwellung kommen. Hier sind einseitige oder auch beidseitige Schwellungen des Beins möglich. Hier sind meistens Durchblutungsstörungen der Grund. Auch eine Lymphabflußstörung kann hinter den Beschwerden stecken. Hier wären ein- oder beidseitige Beinschwellungen zu sehen. Kommt es zum Einstrom von viel Flüssigkeit würde die Haut so stark gespannt werden, dass diese sich rötet. Man spricht in diesem Fall auch von einer Stauungsdermatitis, welche die Schwellung begleiten und auch sehr unangenehm sein kann. Schmerzen in den ruhenden Beinen können in der Regel dann auch Belastung verstärkt werden. Schmerzen in den ruhenden Beinen, die den Schmerzcharakter von Muskelkater haben sollten immer eine weiterführende Diagnostik starten lassen. Muskelschmerzen können eine Vielzahl von Ursachen haben. Oftmals geben Patienten, die einen Cholesterinsenker einnehmen diese Art von Muskelschmerzen als Nebeneffekt der Medikation an. In diesem Fall sollte man das Medikament dann reduzieren oder nach ärztlichen Rat umsetzen. In jedem Fall sollte bei nicht besser werdenden Muskelschmerzen der Beine auch eine Blutuntersuchung (CK-Wert-Bestimmung) durchführen. Hier sollten dann die sogenannten Muskelenzyme abgenommen werden. Immer wenn Muskelzellen aus verschiedenen Gründen kaputt gehen, steigt dieses Muskelenzym an. Auch gibt es einige sehr seltene Muskelerkrankungen, die Muskelschmerzen verursachen können. Hier sollte eine weiterführende neurologische Untersuchung stattfinden. Kribbeln in den Beinen in Ruhe ist immer ein Zeichen dafür, dass irgendwo im Bereich des Beins Nervenbahnen gereizt oder komprimiert werden. Manchmal kann es auch sein, dass ein Bandscheibenvorfall auf eine Nervenwurzel in der Wirbelsäule drückt und dies dann in den Beinen ein Kribbeln auslöst. Häufiger jedoch ist die Muskelverhärtung, die dann auf einen der zahlreichen Nerven drückt und dann zu Kribbeln oder gar Taubheitsgefühl im Bereich des Beins führt.
Ärztliche Untersuchung
Wenn Sie unter Missempfindungen, Taubheitsgefühlen und Nervenschmerzen leiden, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Bei einem solchen Anliegen ist der Allgemeinarzt eine gute erste Anlaufstelle. Er kann Sie dann - etwa bei Verdacht auf eine entzündliche Nervenschädigung - an einen Neurologen verweisen.
Zunächst beginnt der behandelnde Arzt mit einer ausführlichen Befragung (Anamnese) des Patienten. Der Mediziner möchte hier vor allem wissen, wann und wo genau die Beschwerden auftreten, wie lange diese schon bestehen (hier ist zum Beispiel ein zuvor erstelltes „Schmerztagebuch“ hilfreich) und ob es Vorerkrankung bei dem Betroffenen selbst oder in der Familie gab. Sobald diese Fragen geklärt sind, beginnt die neurologische Untersuchung. Dabei werden verschiedene Überprüfungstests durchgeführt.
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Im Rahmen der neurologischen Untersuchungen werden verschiedene Überprüfungstests durchgeführt.
- Sinneswahrnehmungen: Dazu zählen beispielsweise Tast-, Hör-, Seh-, Riech- und Geschmackstests.
- Mimik und Augenbewegung: Der Patient soll bestimmte Bewegungen ausführen.
- Motorische Fähigkeiten: Der Mediziner prüft die Motorik, Koordination und Reflexe. Beispiel: Er schlägt mit einem kleinen Reflexhammer vorsichtig auf eine Sehne, woraufhin eine Reaktion in Form einer Muskelkontraktion folgen sollte.
- Sonstige Körperfunktionen: Hier untersucht der Arzt den Herzschlag, die Atmung, Schweißproduktion und Verdauung.
Bei Verdacht auf eine Nervenentzündung mit Nervenschmerzen besteht des Weiteren die Option, das Blut auf Erreger einer Infektion zu untersuchen. In eher seltenen Fällen wird Liquor (Gehirn- beziehungsweise Rückenmarksflüssigkeit) über eine Lumbalpunktion im Lendenbereich entnommen und im Labor überprüft.
Bildgebende Verfahren
Bildgebende Verfahren wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) können Entzündungsherde im zentralen Nervensystem zeigen. Die Messung der Nervenleitgeschwindigkeit via Elektroneurographie gehört ebenfalls zu den Untersuchungsmöglichkeiten eines Neurologen.
Der Untersucher würde mit dem Ultraschallkopf dicht über das betroffene und schmerzende Bein fahren und die darunterliegenden Strukturen begutachten. Hier soll vor allem gesehen werden, ob die Ursache der Schmerzen in Ruhe eine Durchblutungsstörung oder auch eine Muskel oder Sehnenschädigung ist. Eine MRT Untersuchung des Beins ist immer dann notwendig, wenn vorangegangene Untersuchungen keinen Hinweis auf die Ursache der Beschwerden erbracht haben aber die Beschwerden weiterhin vorhanden sind. Aber auch wenn man einen Muskelschaden vermutet, sollte man eine MRT Untersuchung durchführen.
Weitere diagnostische Maßnahmen
- Laufbandanalyse und Elektromyografie: Lumedis kombiniert eine Ganganalyse und eine Elektromyografie, um Fehlbelastungen sicher herauszufinden. Bei der Laufbandanalyse stellt sich der Patient barfuß auf ein Laufband, eine Kamera zeichnet den Stand auf, danach wird der Patienten gebeten zu gehen und anschließend zu laufen. Die Kamera zeichnet alles auf und leitet die Daten an einen Rechner, der dann eine entsprechende Fehlbelastung herausfindet. Bei der gleichzeitig durchgeführten Elektromyographie werden Elektroden auf die Muskeln des Beines geklebt und die elektrischen Potentiale gemessen. Hier werden die beiden Seiten in Ruhe und Belastung aufgezeichnet und verglichen. Kommt es zu einer auffälligen Spannungsdifferenz und zeigt die Laufbandanalyse ebenfalls Auffälligkeiten ist von einer Fehlbelastung auszugehen.
- Spezielle neurologische Untersuchungen: Nach einer zunächst weiter gefassten Abklärung (Durchblutungsstörungen, Laboruntersuchungen mit Frage nach Schilddrüsenfuntkionsstörung, Elektrolytmangel o.a.) kommen spezielle neurologische Untersuchungen zum Einsatz. Es geht im nächsten Schritt um eine gezielte Untersuchung der Nervenfunktion, insbesondere der die Muskeln ansteuernden Nervenfasern.
- Nervenultraschall: Weiterhin kann man die Nerven im Nervenultraschall anschauen; hier ist unmittelbar sichtbar, ob eine Kontinuitätsunterbrechung, eine Einklemmung, eine Schwellung o.a. auch ein unphysiologischer Druck von außen kann vorkommen, z.B. durch Sportgeräte, oder z.B.
Behandlung von Beinschmerzen im Ruhezustand
Welche Behandlungen bei Beinschmerzen durchgeführt werden, hängt nicht zuletzt auch von der Ursache ab. Durchblutungsstörungen müssen meistens operativ durch Stenteinlage behandelt werden, eine tiefe Beinvenenthrombose muss zeitnah durch die Einnahme von durchblutungshemmenden Medikamenten behandelt werden. Lymphabflusstörungen können erfolgreich mit einer Lymphdrainage behandelt werden. Schmerzen, die durch eine Überlastung entstehen sollten mit einer Schonung behandelt werden. Hier wäre es wichtig, überlastende Bewegungen zu vermeiden ohne aber das Bein komplett immobil zu lassen. Auch können kühlende Maßnahmen helfen die die Schmerzen zu lindern. Hier würde man ein Eispack nehmen in ein Handtuch wickeln und dann für 5-10 Minuten auf den schmerzenden Bereich des Beins zu legen. Auch entzündungshemmende Maßnahmen durch Diclogel oder Ibuprofengel kann helfen die Beschwerden zu lindern. Manchmal kann es notwendig werden diese entzündungshemmende Therapie in Tablettenform weiterzuführen. Vor allem, wenn die Salben nicht helfen, sollte dann ein Behandlungsversuch mit Diclotabletten oder Ibuprofentabletten unternommen werden. Auch pflanzliche Salben werden nicht selten auf die schmerzenden Beine aufgetragen. Hier wäre Kyttasalbe z.B.
Medikamentöse Behandlung
Es gibt einige Medikamente, die bei Beinschmerzen in Ruhe zum Einsatz kommen, je nach Ursache der Beschwerden stehen verschiedene Wirkstoffe zur Behandlung zur Verfügung. Zu nennen wären Ibuprofen oder Diclofenac als entzündungshemmendes Medikamente oder aber Medikamente, die bei einer Thrombose im Bein das Blutgerinnsel zur Auflösung bringen sollen. Hier wären Marcumar oder auch die nachfolgenden Medikamentengruppen, wie Xarelto oder Eliquis zu nennen.
Bei einer Nervenentzündung können je nach Ursache verschiedene Medikamente eingesetzt werden:
- Antibiotika: Gegen bakterielle Infektionen verschreiben Mediziner oftmals Antibiotika.
- Virostatika: Bei einem Virenbefall ist dieses Medikament jedoch wirkungslos, hier kommen antivirale Arzneien (Virostatika) zum Einsatz.
- Schmerzmittel: Opioid-Analgetika. Unter Ersteren versteht man „einfache“ Schmerzmittel mit Wirkstoffen wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder Ibuprofen. Durch das Blockieren des sogenannten COX-Enzyms reduzieren sie die Produktion der Prostaglandine, a…
Physikalische Therapie
Vor allem wenn die Ursache der Schmerzen im Bein in Ruhe durch ein Lymphabflussstau zustande kommt, sollte neben einer Lymphdrainage auch immer eine sich anschließende Kompression der Beine durchgeführt werden. Bei einer tiefen Beinvenenthrombose sollte ebenfalls eine Kompression mittels eines Kompressionsstrumpfes oder eines Kompressionsverbandes am Tag durchgeführt werden, während man dann den Verband in der Nacht ablegen kann. Auch eine Wärme-, und Kältetherapie kann bei Beinschmerzen in Ruhe versucht werden. Oftmals bringt eine Kältetherapie eine stärkere Linderung. Hierfür sollte man ein Eispack nehmen und dieses dann in ein Handtuch wickeln und für 10 Minuten auf das schmerzende Bein legen. Die Kältebehandlung kann man 1-3 mal am Tag durchführen. Manchmal bringt eine Kältebehandlung keine Besserung. In diesem Fall kann dann eine Wärmetherapie versucht werden. Hier nimmt man eine Wärmflasche und legt diese ebenfalls in ein Handtuch gewickelt auf das schmerzende Bein.
Physiotherapie, Bewegungstherapie und Ergotherapie spielen eine zentrale Rolle, da sie helfen, die Belastung der Nerven zu reduzieren, Verspannungen zu lösen und Ihre Mobilität zu verbessern. Durch gezielte Übungen können Sie nicht nur Ihre Muskeln stärken, sondern auch die Durchblutung fördern, was zu einer Linderung der Schmerzen führen kann.
Alternative Behandlungsmethoden
Zusätzlich zu diesen therapeutischen Ansätzen gibt es alternative Methoden wie die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), Akupunktur und Nervenblockaden, die wertvolle Unterstützung bieten können, insbesondere wenn herkömmliche Medikamente nicht ausreichen. TENS kann durch elektrische Impulse die Schmerzübertragung zum Gehirn blockieren, während Akupunktur die körpereigenen Heilungsprozesse anregen kann. Nervenblockaden hingegen zielen darauf ab, Schmerzsignale direkt an der Quelle zu unterbrechen.
Übungen zur Behandlung von Fehlbelastungen
Sind durch die Muskelfunktionsanalyse Fehlbelastungen herausgefunden worden, wird ein entsprechendes Übungsprogramm ausgearbeitet, das dann regelmäßig durchgeführt werden sollte. Meistens wird es aus Übungen bestehen, die die Muskeln, die untertrainiert sind, aufgebaut werden. Hier werden vor allem Kräftigungsübungen der Ober-, und Unterschenkelmuskulatur durchgeführt. Stellen Sie dann ein Bein angewinkelt nach vorne, während das zweite Beine gestreckt nach hinten gestellt wird. Danach sollte die gleiche Bewegung auf der anderen Seite durchgeführt werden. Hierfür sollte man das Theraband dann am anderen Bein befestigen und die Übung wiederholen. Begeben Sie sich auseiner aufrechten Position in eine leichte Beugestellung der Knie bis es zu einem deutlichen Ziehen im Bereich der Oberschenkelmuskeln kommt. Im besten Fall sollte man alle Übungen miteinander kombinieren.
Vorbeugung von Beinschmerzen
Zur Vorbeugung von Beinschmerzen ist vor allem regelmäßiges Gehen ratsam, denn es trägt zu einer guten Durchblutung bei. Die Anwendung von Kälte ist zur Vorbeugung von schweren Beinen ebenfalls empfehlenswert, da die Durchblutung durch Straffung der Venen gefördert wird. Gleichermaßen sollte man ein zu langes Sitzen vermeiden, insbesondere bei Flugreisen, auf welchen das Tragen von Kompressionsstrümpfen empfohlen wird. Zudem ist es ratsam die Bauchmuskulatur zu trainieren. Dadurch wird das Risiko eines eingeklemmten Nervs im unteren Rücken reduziert. Und schließlich sollte man darauf achten, stets genügend Wasser zu trinken.
Um Nervenschmerzen vorzubeugen, ist ein gesunder Lebensstil von großer Bedeutung. Regelmäßige Bewegung kann nicht nur das Risiko von Übergewicht, sondern auch das Risiko von Nervenschäden erheblich reduzieren. Laut medizinischen Erkenntnissen kann bereits moderate körperliche Aktivität, wie z. B. tägliches Gehen, signifikant zur Verbesserung der Nervenfunktionen und zur Linderung von Schmerzen beitragen.
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