Nervenentzündung in der Hüfte: Ursachen, Symptome und Behandlung

Hüftschmerzen, auch Koxalgie genannt, sind ein weit verbreitetes Leiden, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen kann. Die Ursachen für diese Schmerzen sind vielfältig und reichen von Verletzungen und Arthrose bis hin zu Nervenentzündungen und Stoffwechselerkrankungen. Eine genaue Diagnose ist entscheidend, um die richtige Behandlung einzuleiten und Folgeschäden zu vermeiden.

Ursachen von Hüftschmerzen

Die Ursachen für Hüftschmerzen können vielfältig sein. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Verschleißerscheinungen (Hüftarthrose/Coxarthrose): Mit zunehmendem Alter kann sich der Gelenkknorpel abnutzen, was zu Hüftarthrose führt. In fortgeschrittenen Stadien reibt Knochen auf Knochen, was Schmerzen und Bewegungseinschränkungen verursacht.
  • Entzündungen: Entzündungen der Schleimbeutel (Bursitis trochanterica) oder des Hüftgelenks selbst können ebenfalls Hüftschmerzen verursachen.
  • Muskuläre Probleme: Verspannungen, Verkürzungen oder Überlastungen der Muskeln rund um die Hüfte können zu Schmerzen führen. Dazu gehören der Psoas-Muskel (Hüftbeuger), der Gesäßmuskel (Musculus piriformis) und die Adduktoren (Muskeln an der Beininnenseite).
  • Nervenreizungen: Einklemmungen oder Reizungen von Nerven wie dem Ischiasnerv (Ischiassyndrom) oder dem Nervus cutaneus femoris lateralis (Meralgia paraesthetica) können Hüftschmerzen verursachen.
  • Hüftdysplasie und Hüftimpingement: Angeborene oder erworbene Formstörungen des Hüftgelenks, wie die Hüftdysplasie (Steilstellung des Hüftdachs) oder das Hüftimpingement (Einklemmung zwischen Hüftkopf und Pfanne), können zu Schmerzen und Arthrose führen.
  • Hüftkopfnekrose: Eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes kann zum Absterben von Knochengewebe führen (Hüftkopfnekrose), was starke Schmerzen verursacht.
  • Verletzungen: Stürze, Unfälle oder Sportverletzungen können Sehnen, Bänder oder Knochen in der Hüfte beschädigen und Schmerzen verursachen. Dazu gehören Frakturen des Schenkelhalses oder des Oberschenkels, Labrumrisse (Risse der Gelenklippe) und Luxationen (Auskugeln) des Hüftgelenks.
  • Stoffwechselerkrankungen: Stoffwechselerkrankungen wie Gicht oder entzündliche Autoimmunerkrankungen wie Rheuma können ebenfalls Hüftschmerzen verursachen.
  • Weitere Ursachen: Weitere mögliche Ursachen sind Infektionen des Hüftgelenks (Coxitis), Knochenerkrankungen wie Osteoporose, Tumore im Hüftbereich und Beinlängendifferenzen.

Symptome von Hüftschmerzen

Die Symptome von Hüftschmerzen können je nach Ursache variieren. Einige häufige Symptome sind:

  • Schmerzen: Die Schmerzen können in der Hüfte selbst, in der Leiste, im Gesäß, im Oberschenkel oder im Knie auftreten. Sie können stechend, dumpf, ziehend oder brennend sein.
  • Anlaufschmerzen: Schmerzen, die bei den ersten Bewegungen nach einer Ruhephase auftreten und dann wieder nachlassen.
  • Belastungsschmerzen: Schmerzen, die bei Belastung der Hüfte auftreten, z. B. beim Gehen, Treppensteigen oder Sport.
  • Ruheschmerzen: Schmerzen, die auch in Ruhe auftreten, z. B. nachts oder im Liegen.
  • Bewegungseinschränkungen: Schwierigkeiten, die Hüfte zu bewegen, z. B. beim Beugen, Strecken oder Drehen des Beins.
  • Steifheit: Ein Gefühl der Steifheit in der Hüfte, besonders am Morgen.
  • Hinken: Ein unsicherer Gang aufgrund von Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen.
  • Ausstrahlende Schmerzen: Schmerzen, die in andere Bereiche des Körpers ausstrahlen, z. B. in den Rücken, das Gesäß, den Oberschenkel oder das Knie.
  • Schnappende Hüfte: Ein spürbares oder hörbares Schnappen in der Hüfte bei bestimmten Bewegungen.
  • Taubheitsgefühle oder Kribbeln: Diese Symptome können auftreten, wenn ein Nerv eingeklemmt oder gereizt ist.

Diagnose von Hüftschmerzen

Um die Ursache von Hüftschmerzen zu ermitteln, ist eine gründliche Untersuchung durch einen Arzt erforderlich. Diese umfasst in der Regel:

  • Anamnese: Der Arzt wird Fragen zu den Symptomen, der Krankengeschichte und möglichen Risikofaktoren stellen.
  • Körperliche Untersuchung: Der Arzt wird die Hüfte abtasten, die Beweglichkeit prüfen und neurologische Tests durchführen.
  • Bildgebende Verfahren: Röntgenaufnahmen, Ultraschalluntersuchungen, CT-Scans oder MRT-Untersuchungen können helfen, die Ursache der Schmerzen zu erkennen.
  • Weitere Untersuchungen: In einigen Fällen können weitere Untersuchungen erforderlich sein, z. B. Blutuntersuchungen, Nervenleitgeschwindigkeitsmessungen oder Gelenkpunktionen.

Behandlung von Hüftschmerzen

Die Behandlung von Hüftschmerzen richtet sich nach der Ursache der Schmerzen. Es gibt verschiedene konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten:

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Konservative Behandlung

  • Schmerzmittel: Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen oder Diclofenac können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu lindern.
  • Physiotherapie: Physiotherapie kann helfen, die Muskulatur zu stärken, die Beweglichkeit zu verbessern und Fehlhaltungen zu korrigieren. Dehnübungen sind solche Reize. Da die Faszien von Schmerzrezeptoren durchdrungen sind, können Dehnungen Beschwerden reduzieren. Selbst wenn du eine konkrete Diagnose wie Arthrose hast, ermuntern wir dich, ergänzend zu deiner Behandlung, Dehnungen auszuprobieren.
  • Kälte- und Wärmeanwendungen: Kälteanwendungen können bei akuten Entzündungen helfen, während Wärme bei Muskelverspannungen wohltuend sein kann.
  • Gewichtsreduktion: Übergewicht kann die Hüfte zusätzlich belasten. Eine Gewichtsreduktion kann helfen, die Schmerzen zu lindern.
  • Entlastung: Vermeiden Sie Aktivitäten, die die Hüfte belasten, und verwenden Sie bei Bedarf Gehhilfen.
  • Injektionen: Kortisoninjektionen in das Hüftgelenk oder in die Schleimbeutel können helfen, Entzündungen zu reduzieren und Schmerzen zu lindern.
  • Hyaluronsäure-Injektionen: Hyaluronsäure-Injektionen können die Gelenkschmiere verbessern und die Schmerzen bei Arthrose lindern.
  • Orthopädische Hilfsmittel: Hüftorthesen oder Einlagen können helfen, die Hüfte zu stabilisieren und Fehlbelastungen zu korrigieren.

Operative Behandlung

  • Hüftarthroskopie: Bei bestimmten Ursachen von Hüftschmerzen, wie z. B. Labrumrissen oder Hüftimpingement, kann eine Hüftarthroskopie (Gelenkspiegelung) durchgeführt werden, um die Schäden zu beheben.
  • Hüfttotalendoprothese (HTEP): Bei fortgeschrittener Arthrose kann ein künstliches Hüftgelenk (Hüfttotalendoprothese) eingesetzt werden, um die Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit wiederherzustellen.

Übungen für die Hüfte

Unsere Übungen haben zum Ziel, zu hohe muskulär-fasziale Spannungen wieder zu normalisieren. Das, was beim Sitzen unelastisch und starr wird, kann auch wieder geschmeidig werden, wenn du die richtigen Reize setzt.

  • Dehnübungen: Dehnen der Hüftbeuger, der Gesäßmuskulatur und der Oberschenkelmuskulatur kann helfen, Verspannungen zu lösen und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Kräftigungsübungen: Kräftigung der Hüftmuskulatur kann helfen, die Hüfte zu stabilisieren und Fehlbelastungen zu vermeiden.
  • Faszien-Rollmassage: Eine Faszien-Rollmassage kann helfen, Verklebungen im Bindegewebe zu lösen und die Durchblutung zu fördern.

Tipps zur Vorbeugung von Hüftschmerzen

  • Regelmäßige Bewegung: Regelmäßige Bewegung, insbesondere gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen, Radfahren oder Walking, kann helfen, die Hüfte gesund zu halten.
  • Gesundes Gewicht: Achten Sie auf ein gesundes Körpergewicht, um die Hüfte nicht unnötig zu belasten.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Achten Sie auf einen ergonomischen Arbeitsplatz, um Fehlhaltungen und Verspannungen zu vermeiden.
  • Gutes Schuhwerk: Tragen Sie gutsitzende Schuhe mit Fußbett, um die Füße und die Hüfte zu unterstützen.
  • Dehnübungen: Integrieren Sie regelmäßige Dehnübungen in Ihren Alltag, um die Muskulatur flexibel zu halten.
  • Vermeiden Sie einseitige Belastungen: Achten Sie darauf, einseitige Belastungen der Hüfte zu vermeiden, z. B. beim Stehen oder Tragen schwerer Lasten.

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