Nervenentzündung, Kopfhängendes Auge: Ursachen und Behandlungen

Eine Nervenentzündung, die sich in einem hängenden Auge äußert, kann verschiedene Ursachen haben und bedarf einer differenzierten Betrachtung, um die geeignete Behandlung einzuleiten. Dieser Artikel beleuchtet die möglichen Ursachen, Symptome und Behandlungsansätze, um ein umfassendes Verständnis dieser komplexen Problematik zu ermöglichen.

Trigeminusneuralgie: Heftige Gesichtsschmerzen als mögliche Ursache

Die Trigeminusneuralgie ist eine mögliche Ursache für Nervenentzündungen im Gesichtsbereich und kann sich indirekt auf die Augenpartie auswirken.

Was ist eine Trigeminusneuralgie?

Bei einer Trigeminusneuralgie handelt es sich um heftige, einseitige Gesichtsschmerzen, die durch eine Reizung des Trigeminusnervs (Drillingsnerv) verursacht werden. Die Schmerzen dauern meist nur wenige Sekunden, können aber über Tage oder Wochen immer wieder auftreten. Reize wie Niesen, Kauen oder ein kühler Luftzug können bei Betroffenen heftige, in eine Gesichtshälfte einschießende Schmerzen auslösen.

Der Trigeminusnerv ist für die Weiterleitung von Berührungs- und Schmerzempfindungen in Stirn, Augen, Ober- und Unterkiefer sowie Lippe und Wange verantwortlich. Die Schmerzen treten einseitig auf und können von Kopfschmerzen begleitet sein.

Ursachen der Trigeminusneuralgie

In 80 bis 90 Prozent der Fälle drückt ein benachbartes Blutgefäß auf den Nerv, was die schützende Nervenhülle reizt und den Nerv leichter erregbar macht (klassische oder primäre Trigeminusneuralgie). Eine sekundäre oder symptomatische Trigeminusneuralgie liegt vor, wenn der Nerv durch andere Erkrankungen gereizt wird, wie z.B.:

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  • Multiple Sklerose
  • Tumoren, die Druck ausüben
  • Bindegewebserkrankungen
  • Angeborene Fehlbildungen von Blutgefäßen

Wenn keine Ursache für die typischen Gesichtsschmerzen gefunden wird, spricht man von einer idiopathischen Trigeminusneuralgie. Die Schmerzanfälle können spontan auftreten oder durch bestimmte Reize (Trigger) wie leichte Gesichtsberührungen, Kauen oder Zähneputzen ausgelöst werden.

Diagnose und Verlauf der Trigeminusneuralgie

Die Diagnose erfolgt durch ein ausführliches Gespräch und eine gründliche körperliche Untersuchung. Dabei werden die Dauer und Häufigkeit der Schmerzen, Begleitsymptome und mögliche Auslöser erfragt. Zudem werden das Empfindungsvermögen im Gesicht und weitere körperliche Funktionen getestet.

Die Trigeminusneuralgie tritt phasenweise auf, wobei der Beginn einer Attacke nicht vorhersehbar ist. Menschen mit Trigeminusneuralgie können über Wochen und Monate täglich Attacken erleben, gefolgt von beschwerdefreien Zeiten.

Behandlung der Trigeminusneuralgie

Herkömmliche Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol sind bei einer Trigeminusneuralgie in der Regel wirkungslos, da die Schmerzattacken zu kurz sind. Selbst starke Schmerzmittel wie Opioide zeigen oft keine Wirkung.

Bei andauernden Schmerzepisoden können Infusionen mit speziellen Wirkstoffen die akuten Beschwerden lindern. Zur Vorbeugung von Attacken werden Medikamente eingesetzt, die normalerweise bei epileptischen Anfällen verschrieben werden, wie Carbamazepin und Oxcarbazepin. Diese Medikamente verringern die Anzahl der Schmerzepisoden, wobei die Dosis langsam gesteigert wird, bis sie gut wirken und möglichst wenige Nebenwirkungen verursachen.

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Weitere Behandlungsmöglichkeiten sind:

  • Unterbrechung des Kontakts zwischen Nerv und Gefäß (mikrovaskuläre Dekompression)
  • Zerstörung des Nervs (Neuroablation)
  • Bestrahlung mit dem sogenannten GammaKnife

Eine Operation wird erst in Betracht gezogen, wenn alle anderen Behandlungsmöglichkeiten ausgeschöpft wurden oder aufgrund von Nebenwirkungen nicht möglich sind. Die mikrovaskuläre Dekompression gilt als wirksame Methode, wenn ein Kontakt zwischen Trigeminusnerv und Blutgefäß besteht.

Fazialisparese (Gesichtslähmung): Ursachen und Behandlung

Die Fazialisparese, auch Gesichtslähmung genannt, kann ebenfalls zu einem hängenden Augenlid führen. Sie entsteht durch eine Schädigung des Nervus facialis, der die Gesichtsmuskeln steuert.

Symptome der Fazialisparese

Betroffene einer Gesichtslähmung sind plötzlich nicht mehr in der Lage, ihre Mimik zu steuern. In den meisten Fällen kommt es bei der Fazialisparese zur Lähmung einer gesamten Gesichtshälfte. Die Muskeln im Gesicht erschlaffen, die Augenbrauen sinken ab, die Haut kribbelt, kommt einem wie taub vor, das Gesicht fühlt sich steif an. Bei vielen Betroffenen schmerzt das Ohr und auch der Geschmackssinn ist gestört. In schweren Fällen ist es den Betroffenen nicht mehr möglich, das Augenlid zu schließen oder den Mundwinkel zu bewegen.

Das führt zu weiteren Beschwerden: Der Mund ist ständig trocken, ebenso die Augen. Zusätzlich reagieren die Betroffenen empfindlicher auf Geräusche. Auch das Sprechen und die Fähigkeit, über Mimik ihre Gefühle auszudrücken, leiden bei einer Gesichtslähmung. Das verursacht zusätzlich psychische Belastungen.

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In den meisten Fällen sind die Fazialisparese-Symptome jedoch nur vorübergehend - Ärzte und Ärztinnen sprechen dann von einer transienten Fazialisparese. Innerhalb von sechs Monaten heilt eine Gesichtslähmung in der Regel wieder vollständig aus. Nur etwa bei jedem fünften Betroffenen kommt es zu anhaltenden Beschwerden. Trotzdem sollten sie sich während dieser Zeit in ärztliche Behandlung begeben. Wenn nach einem halben Jahr noch Anzeichen einer Lähmung vorhanden sind, ist es ratsam, sich in einem spezialisierten Zentrum untersuchen zu lassen.

Ursachen der Fazialisparese

Als Ursachen einer Fazialisparese kommen viele Faktoren infrage: Knochenbrüche oder Wunden im Gesicht, Schädigung anderer Nerven, Tumore, Autoimmun- und Stoffwechselerkrankungen, Virusinfektionen wie etwa mit dem Gürtelrose-Erreger (dem Varizella-Zoster-Virus), aber auch bakterielle Infektionen wie bei einer Mittelohrentzündung können eine Gesichtslähmung auslösen. Eine zentrale Fazialisparese entsteht häufig als Folge eines Schlaganfalls.

Möglich ist auch, dass bei einem Unfall oder im Rahmen einer Operation der Gesichtsnerv geschädigt wird. In den allermeisten Fällen lässt sich allerdings keine Ursache für die Gesichtslähmung ausmachen. Mediziner und Medizinerinnen sprechen dann von einer idiopathischen Fazialisparese.

Die Fazialislähmung kann zum Beispiel auch durch Krankheiten, Infektionen oder Verletzungen hervorgerufen werden. Die Namen beziehen sich auf die Lage des auslösenden Problems. Peripher bedeutet "am Rand gelegen" und meint in diesem Zusammenhang den Gesichtsnerv, der vom Gehirn bis ins Gesicht führt. Die periphere Fazialisparese ist mit rund 60 Prozent der Fälle die häufigere Form. Ursache für die Schädigung des Gesichtsnervs oder einen Teil des Nervs kann dabei ein Unfall oder eine Schwellung aufgrund einer Infektion mit Bakterien oder Viren sein. Auch am Gesichtsnerv liegende Tumore oder eine Mittelohrentzündung können periphere Fazialisparesen auslösen.

Die Faszialislähmung tritt meist im mittleren Lebensalter auf. Männer und Frauen sind etwa gleich häufig betroffen. Ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung der Gesichtslähmung ist Diabetes: Schlecht eingestellte Zuckerwerte schädigen generell die Nerven und können auch den Gesichtsnerv betreffen. Ein höheres Risiko für eine Fazialisparese haben auch Schwangere, wobei hier die Ursache unbekannt ist. Letztlich können auch psychische Faktoren wie extremer Stress oder banale Umgebungsfaktoren - wie Zugluft im Gesicht - eine Entzündung des Nervus facialis auslösen: Gesichtslähmungen treten statistisch häufiger nach Wetterumschwüngen auf.

Diagnose der Fazialisparese

Die Beschwerden treten in der Regel innerhalb von wenigen Stunden auf und erreichen nach ein bis zwei Tagen ihren Höhepunkt. Die Diagnose der Fazialisparese ist vor allem Ursachenforschung. Mithilfe einer Magnetresonanztomografie (MRT) oder Computertomografie (CT) untersucht der Arzt oder die Ärztin, ob der Auslöser im Gehirn liegt. Im nächsten Schritt wird Blut abgenommen oder eine Lumbalpunktion zur Gewinnung von Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit durchgeführt. Auch eine Mittelohrentzündung kann den Nervus facialis in Mitleidenschaft ziehen, daher kann für die Diagnose eine Zusammenarbeit zwischen HNO-Arzt und Neurologen sehr hilfreich sein. In vielen Fällen ist aber keine direkte Ursache der Fazialisparese bekannt.

Therapie der Fazialisparese

Wenn zum Beispiel eine Infektion, ein Schlaganfall oder eine andere Erkrankung eine Fazialisparese auslöst, wird in erster Linie die entsprechende Grunderkrankung behandelt. In den häufigeren Fällen einer Fazialisparese ohne bekannte Ursache konzentriert sich die Therapie darauf, die Symptome zu lindern.

In vielen Fällen wird für einen Zeitraum von 14 Tagen mit Kortison behandelt, das generell Entzündungen im Körper bekämpft. Mittels Infusionen verabreichen Arzt oder Ärztin auch manchmal durchblutungsfördernde Medikamente. Bei Vitamin-B12-Mangel wird mit Präparaten aus dem Vitamin-B-Komplex behandelt. Hierbei werden insbesondere Vitamin B12 aber auch Vitamin B6 und B1 eingesetzt.

Da bei den meisten Patienten und Patientinnen mit peripherer Fazialisparese eine Schädigung der Lidschluss-Funktion besteht, muss das Auge besonders gepflegt werden, damit sich die Hornhaut nicht entzündet. Das geschieht mit künstlicher Tränenflüssigkeit und Augensalbe. Nachts tragen Patienten einen sogenannten Uhrglasverband (eine Art durchsichtige Augenklappe im Pflasterformat), um vor Austrocknung zu schützen.

Weitere Therapieansätze

  • Medikamente: Entsteht die Gesichtslähmung als Folge einer Infektion mit einem Virus oder einem Bakterium, helfen bestimmte Medikamente - Virustatika bei Viren und Antibiotika bei Bakterien - dabei, die Erreger zu eliminieren. Außerdem kommen bei manchen Betroffenen Glukokortikoide, umgangssprachlich Kortison, zum Einsatz. Augensalben und -tropfen lindern Beschwerden, die dadurch entstehen, dass die Betroffenen nicht mehr in der Lage sind, das Auge richtig zu schließen.
  • Transkutane Nervenstimulation: In schweren Fällen, in denen die Gesichtslähmung nicht wieder abklingt, ist eine sogenannte transkutane Nervenstimulation eine Therapieoption. Hierbei regen leichte Stromwellen die betroffenen Nerven und Muskeln an. Der Strom wird über eine Elektrode auf der Haut in den Körper geleitet.
  • Fazialisparese-Übungen: Spezielle Fazialisparese-Übungen ermöglichen es den Betroffenen, unter professioneller Anleitung das Sprechen zu verbessern, leichter essen und trinken zu können sowie Gesichtsausdrücke zu trainieren. Auch müssen Erkrankte lernen, wie sie das Auge - wenn es sich nicht mehr richtig schließen lässt - vor Umwelteinflüssen im Alltag schützen können. Das erleichtert ihnen den Umgang mit der Gesichtslähmung.

Prognose der Fazialisparese

Bei etwa 80 Prozent der Betroffenen verschwinden die Symptome einer Gesichtslähmung nach wenigen Wochen wieder vollständig. In manchen Fällen bleiben Restsymptome durch die Schädigung. Dazu gehören unwillkürliche Zuckungen der mimischen Muskulatur oder unbeabsichtigte Mitbewegungen der Mimik - zum Beispiel wenn der Mund gespitzt wird, schließt sich auch das Augenlid. Solche Synkinesien kann man mit Botulinum-Toxin behandeln, das in die entsprechende Muskulatur gespritzt wird, um die unwillkürlichen Bewegungen zu verhindern.

In wenigen Fällen hat eine Fazialisparese Langzeitfolgen. Ist die Gesichtslähmung chronisch (dauerhafte Schädigung der Nerven) und beispielsweise der Lidschluss des Auges eines Patienten gestört, gibt es die Möglichkeit der Therapie mit rekonstruktiver, plastischer Operation. Ein offenstehendes Unterlid kann beispielsweise mit einer besonderen Operationstechnik (Canthoplastik) behandelt werden. Eine entsprechende OP am Oberlid, bei der das Sichtfeld korrigiert wird, heißt Blepharoplastik.

Kopfschmerzen und Augenschmerzen: Ein möglicher Zusammenhang

Kopf- und Augenschmerzen können eng miteinander verbunden sein und verschiedene Ursachen haben.

Ursachen von Kopf- und Augenschmerzen

Unsere Augen sind mit einem komplexen System aus Muskeln, Nerven, Arterien und Venen verbunden. Sie sorgen für die ausreichende Versorgung mit Blut und für die Bewegungen der Augen. Ursachen für Kopf- und Augenschmerzen können sein:

  • Überanstrengung (z.B. durch stundenlanges Lesen)
  • Falsch eingestellte Brille oder nicht korrigierte Fehlsichtigkeit
  • Verspannungen der Halsmuskeln oder Veränderungen an den Halswirbeln
  • Nebenhöhlenentzündung und Erkältung
  • Migräne
  • Clusterkopfschmerzen
  • Erhöhter Augendruck (Glaukom)
  • Augenflimmern (Flimmerskotom)
  • Augenzucken (Myokomie)
  • Asthenopie (Sehüberanstrengung)
  • Grüner Star (Glaukom)
  • Entzündungen des Sehnervs
  • Trigeminusneuralgie
  • Hirnaneurysma
  • Zervikalsyndrom (HWS-Syndrom)
  • Verspannte Kiefermuskeln

Kopfschmerzen durch Bildschirmarbeit

Dauersitzen vor dem Computer strengt die Augen an. Bei Menschen mit Fehlsichtigkeit (Kurz- oder Weitsichtigkeit), die nicht oder nicht richtig durch eine Brille korrigiert ist, kann das zu Kopfschmerzen rund ums Auge führen. Bei Weitsichtigkeit ist das, was in der Nähe ist, unscharf, Kurzsichtige dagegen haben Schwierigkeiten, Entferntes scharf zu sehen. Für die Bildschirmarbeit kann das Folgen haben: Beim Versuch, Texte zu lesen, spannen viele Menschen die Augen- und die Muskeln im Gesicht an und riskieren Überanstrengung. Übrigens kann die Computerarbeit auf lange Sicht auch Kurzsichtigkeit verursachen. Auch ein falsch eingestellter Arbeitsplatz birgt Risiken: Der Kopf wird nach vorne geschoben, was den Nacken belastet - Kopfschmerzen am Bildschirm können die Folge sein.Aber nicht nur der Computer belastet Kopf und Augen, sondern auch das ständige Blicken aufs Smartphone.

Bei Bildschirmarbeit, aber auch bei Migräne, ist häufig der große Stirnmuskel (Musculus frontalis, der sogenannte Augenbrauenheber) verspannt. Ähnliches gilt für die kleineren Stirnmuskeln wie den Corrugator-Muskel zwischen den Augenbrauen - er verspannt sich, wenn Sie häufig die Augenbrauen zusammenziehen.

Augenmigräne

Wenn Migräne mit Sehstörungen verbunden ist, wird das als Augenmigräne bezeichnet. Patienten sehen dann Lichtblitze oder Zickzacklinien oder haben blinde Flecken im Sichtfeld. Die Attacken sind meist kurz und nicht besorgniserregend. Nicht immer gehören Kopfschmerzen zu den Begleiterscheinungen.

Was hilft bei Kopf- und Augenschmerzen?

  • Regelmäßige Pausen und Dehnübungen, um Verspannungen am Nacken zu vermeiden.
  • Frische Luft und Bewegung zur Anregung des Stoffwechsels und Sauerstoffversorgung.
  • Kälte (z.B. kalter Waschlappen auf die Stirn) bei Kopfschmerzen durch Überanstrengung der Augen.
  • Wärme (z.B. Wärmflasche) oder sanfte Massage bei Verspannungen an Schultern und Nacken.
  • Rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke (ggf. in Kombination mit Koffein).

Wann zum Arzt?

Grundsätzlich sollten Sie bei sehr plötzlich auftretenden und sehr starken Kopfschmerzen und Augen-Beschwerden immer zum Arzt gehen - sie können ein Warnsignal sein. Vereinbaren Sie aber auch einen Arzt-Termin, wenn Sie bei der Bildschirmarbeit Kopfschmerzen bekommen, obwohl Ihr Arbeitsplatz korrekt eingestellt ist.

Clusterkopfschmerzen: Eine besonders schwere Form von Kopfschmerzen

Clusterkopfschmerzen sind eine besonders schwere Form von Kopfschmerzen, die sich durch einseitige, sehr starke Schmerzen im Bereich des Auges, der Schläfe und der Stirn auszeichnen.

Symptome der Clusterkopfschmerzen

Typischerweise treten diese meist sehr starken - mitunter unerträglichen - brennenden, reißenden oder bohrenden Schmerzen einseitig auf. Sie ziehen vom Auge, seltener auch von der Schläfe, bis in die Stirn. Für Clusterkopfschmerz ist außerdem charakteristisch, dass die Beschwerden schubweise auftreten. Das gilt sowohl für die Schmerzattacken pro Tag als auch für das periodische Auftreten von akuten Schüben.

Während der Schmerzattacke verspüren die meisten Betroffenen einen unwiderstehlichen Bewegungsdrang, dem sie in Form von Umherwandern oder Oberkörperschaukeln nachgeben. Das unterscheidet Cluster-Kopfschmerz-Patienten auch von Menschen mit Migräne. Letztere haben in der Regel ein ausgeprägtes Ruhebedürfnis und fühlen sich oft liegend in einem abgedunkelten Raum am wohlsten.

Üblicherweise werden die Schmerzattacken von einem oder mehreren der folgenden Symptome begleitet:

  • gerötete oder tränende Augen
  • verengte Pupillen und/oder hängendes Augenlid
  • laufende oder verstopfte Nase
  • Lidschwellungen (Lidödeme) oder hängende Augenlider
  • Gesichtsrötungen und/oder vermehrtes Schwitzen
  • Ohrdruck
  • Übelkeit
  • verstärkte Licht- oder Geräuschempfindlichkeit

Ursachen und Behandlung von Clusterkopfschmerzen

Die Ursachen von Clusterkopfschmerzen sind nicht bekannt. Mittlerweile geht man davon aus, dass Clusterkopfschmerzen durch eine Fehlfunktion im Hypothalamus verursacht werden.

In der Akutbehandlung von Clusterkopfschmerzen werden vor allem Sauerstoffinhalationen über sogenannte Non-Rebreather-Masken angewendet.

Sehnervenentzündung (Neuritis nervi optici)

Eine Sehnervenentzündung kann ebenfalls zu Augenschmerzen und Sehstörungen führen.

Symptome der Sehnervenentzündung

Typische Symptome einer Sehnervenentzündung sind:

  • Verschlechterung der Sehschärfe
  • Schmerzen bei Augenbewegungen
  • Eingeschränktes Gesichtsfeld (Zentralskotom)
  • Abgeschwächte Farbwahrnehmung (vor allem für Rot)

Diagnose der Sehnervenentzündung

Um die Diagnose "Sehnerventzündung" stellen zu können, befragt Ihr Arzt Sie zunächst ausführlich zur Krankheitsgeschichte (Anamnese). Anschließend folgen verschiedene Augenuntersuchungen:

  • Bestimmung der Sehschärfe
  • Test der Pupillenreaktion
  • Prüfung der Augenbeweglichkeit
  • Bestimmung des Gesichtsfeldes
  • Untersuchung des Augenhintergrundes (Funduskopie)
  • Prüfung der Farbwahrnehmung
  • Test der Sehnervleitung (visuell evozierte Potenziale, VEP)

Weiterführende Diagnostik

Bei einer erstmals aufgetretenen typischen Sehnerventzündung entwickelt der Patient im Verlauf der nächsten fünf Jahre in etwa 30 Prozent der Fälle eine Multiple Sklerose (MS). Um sie zu diagnostizieren, werden eine Kernspintomografie (Magnetresonanztomografie, MRT) des Kopfes und der Wirbelsäule gemacht. Außerdem ist eine Liquorpunktion notwendig: Dabei wird über eine dünnen Hohlnadel eine Probe der Gehirn-Rückenmarksflüssigkeit (Liquor) aus der Lendenwirbelsäule entnommen und auf Entzündungszeichen hin untersucht, die für eine MS sprechen können.

Bei einer atypischen Sehnerventzündung können andere Krankheiten ursächlich sein. Deshalb wird häufig Blut abgenommen, um es auf verschiedene Krankheitserreger oder Antikörper hin zu untersuchen.

Hemicrania continua: Ein seltener, chronischer Kopfschmerz

Die Hemicrania continua ist eine seltene Form des chronischen Kopfschmerzes, die durch einen ständig vorhandenen, einseitigen Kopfschmerz gekennzeichnet ist.

Symptome der Hemicrania continua

Typisch ist, dass der Schmerz ständig vorhanden ist und immer nur auf einer Kopfseite auftritt. Der Schmerz verschwindet nie ganz, kann aber in seiner Stärke schwanken. In bestimmten Phasen kommt es zu deutlich stärkeren Schmerzschüben, die von Begleitsymptomen wie tränendem Auge, verstopfter Nase oder gerötetem Auge begleitet werden können. Diese Beschwerden treten immer auf derselben Seite wie der Schmerz auf. Anders als bei einer Migräne gibt es aber keine schmerzfreien Phasen.

Diagnose und Behandlung der Hemicrania continua

Ein entscheidender Teil der Diagnostik ist der sogenannte Indometacin-Test. Dabei wird das Medikament Indometacin für einige Tage eingenommen. Wenn der Schmerz innerhalb von ein bis zwei Tagen vollständig verschwindet, gilt die Diagnose als gesichert. Vorher wird jedoch immer eine gründliche Untersuchung durchgeführt, um andere Ursachen auszuschließen. Dazu gehört eine neurologische Untersuchung und meist eine Magnetresonanztomographie (MRT) des Kopfes.

Die Behandlung besteht in erster Linie aus dem Medikament Indometacin. Es wird in niedriger Dosierung begonnen und so lange gesteigert, bis der Schmerz vollständig verschwindet.

Fazialisparese (Gesichtslähmung)

Bei der Gesichtslähmung (Fazialisparese) ist der Gesichtsnerv (Nervus facialis) geschädigt, der alle wichtigen Muskeln im Gesicht und am Hals steuert. Je nach Ausprägung kann das Auge nicht mehr geschlossen werden und der Mundwinkel hängt herab. Die Folge: Das Auge trocknet aus, Sprechen und Nahrungsaufnahme fallen schwer und die Mimik ist gestört. Häufig tritt die Gesichtslähmung spontan und ohne erkennbaren Auslöser auf (Bell‘sche Lähmung). Als ursächliche Faktoren hierfür werden wiederkehrende (reaktivierte) Herpes-simplex-Virusinfektionen und Autoimmunreaktionen diskutiert. Seltener tritt eine Fazialisparese als Folge von infektiösen oder entzündlichen Erkrankungen, einer direkten Nervenverletzung, eines Tumors oder eines Schlaganfalls auf. Meist tritt die Gesichtslähmung einseitig auf. Je nach zugrunde liegender Ursache kann es zu einem vollständigen oder teilweisen Ausfall der vom Gesichtsnerv gesteuerten Funktionen kommen. Neben der Einschränkung wesentlicher Funktionen wie dem Schutz des Auges, der Nahrungsaufnahme und dem Sprechen beeinträchtigt die gestörte Mimik auch die soziale Interaktion. Nach einer spontan aufgetretenen Fazialisparese erholen sich im Verlauf in vielen Fällen die Nervenfunktionen von selbst wieder, oft jedoch nicht vollständig. Idiopathische Fazialisparese (Bell'sche Parese): Ursache oft unklar (ca. Je nach Ursache sind weiterführende bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanztomografie (MRT) erforderlich.

Behandlungsmethoden bei Kopf- und Gesichtsschmerzen

Die Behandlung von Kopf- und Gesichtsschmerzen hängt von der zugrunde liegenden Ursache ab.

Medikamentöse Behandlung

Bei stärkeren Kopfschmerzen vom Spannungstyp oder leichteren Migräneattacken können klassische Analgetika wie Ibuprofen oder ASS eingesetzt werden. Bei mittelschweren bis schweren Migräneattacken werden oft Triptane eingesetzt, die spezifisch auf die Attacken wirken und Symptome wie Schmerzen, Übelkeit und Lichtempfindlichkeit reduzieren können. Bei der Trigeminusneuralgie ist Carbamazepin das Mittel der Wahl. Es wirkt stabilisierend auf die Nervenmembran und kann die Häufigkeit und Intensität der Schmerzattacken verringern. Andere Medikamente wie zum Beispiel Gabapentin oder Pregabalin werden ebenfalls verwendet, insbesondere wenn Patient:innen Carbamazepin nicht vertragen oder dieses nicht ausreichend wirksam ist. Bei Migräne und Clusterkopfschmerz kommt der medikamentösen Prophylaxe eine wichtige Bedeutung zu.

Mikrovaskuläre Dekompression (MVD)

Die mikrovaskuläre Dekompression (MVD) ist ein chirurgisches Verfahren, das bei Patient:innen mit Trigeminusneuralgie angewendet wird, wenn ein Gefäß-Nerven-Kontakt (neurovaskuläre Kompression) als Ursache identifiziert wurde. Bei diesem Eingriff werden Blutgefäße, die auf den Trigeminusnerv drücken, vorsichtig verlagert, um den Druck auf den Nerv zu reduzieren.

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