Die Medizin bietet vielfältige Möglichkeiten zur Behandlung von Nervenkrankheiten, insbesondere solcher, die sich durch Gesichtsstarre äußern. Umfassendes Verständnis der Ursachen, Symptome und Therapieansätze ist entscheidend für eine effektive Behandlung und Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen.
Einführung
Gesichtsstarre, oft verbunden mit einer Nervenkrankheit, kann vielfältige Ursachen haben. Die Symptome reichen von leichten Beeinträchtigungen bis hin zu schweren Lähmungen, die das tägliche Leben erheblich beeinträchtigen können. Dieser Artikel beleuchtet die verschiedenen Aspekte dieser Erkrankung, von den Ursachen über die Diagnose bis hin zu den aktuellen Behandlungsmöglichkeiten.
Ursachen der Gesichtsstarre
Die Ursachen für Gesichtsstarre sind vielfältig und können in verschiedene Kategorien eingeteilt werden:
Periphere Fazialisparese
Die periphere Fazialisparese, auch Gesichtslähmung genannt, ist die häufigste Form der Gesichtsstarre. Sie betrifft den Nervus facialis, der für die Steuerung der Gesichtsmuskulatur verantwortlich ist.
Infektionen: Infektionen durch Viren wie Herpes Zoster, Grippeviren oder Borreliose (durch Zeckenbisse übertragen) können zu einer Entzündung des Gesichtsnervs führen. Diese Entzündung kann den Nerv anschwellen lassen und seine Funktion beeinträchtigen.
Lesen Sie auch: Umfassender Leitfaden zur Huntington-Krankheit: Von Ursachen bis zur Therapie
Erkrankungen: In seltenen Fällen können auch bestimmte Erkrankungen wie das Sjögren-Syndrom (Funktionsstörung der Speichel- und Tränendrüsen) oder die Sarkoidose (Erkrankung des Bindegewebes) eine Entzündung des Nervus facialis verursachen.
Risikofaktoren: Ein bekannter Risikofaktor für die Entwicklung einer Gesichtslähmung ist Diabetes. Schlecht eingestellte Zuckerwerte können generell die Nerven schädigen und auch den Gesichtsnerv betreffen. Auch Schwangere haben ein höheres Risiko, wobei die Ursache hierfür unbekannt ist.
Weitere Faktoren: Letztlich können auch extremer Stress oder Zugluft eine Entzündung des Gesichtsnervens auslösen. Interessanterweise treten Gesichtslähmungen statistisch häufiger nach Wetterumschwüngen auf.
Zentrale Fazialisparese
Die zentrale Fazialisparese wird durch eine Schädigung im Gehirn verursacht. Mögliche Ursachen sind:
- Schlaganfall: Eine Durchblutungsstörung im Gehirn kann zu einer Schädigung der Nervenzellen führen, die für die Steuerung der Gesichtsmuskulatur verantwortlich sind.
- Tumor: Ein Tumor im Gehirn kann Druck auf die Nervenbahnen ausüben und deren Funktion beeinträchtigen.
- Entzündung des Gehirns: Entzündungen wie Enzephalitis können ebenfalls zu einer Schädigung der Nervenzellen führen.
Andere neurologische Erkrankungen
Auch andere neurologische Erkrankungen können mit Gesichtsstarre einhergehen:
Lesen Sie auch: Umfassende Informationen zur Parkinson-Krankheit
Parkinson-Krankheit: Die Parkinson-Krankheit ist eine neurodegenerative Erkrankung, bei der Nervenzellen im Gehirn absterben, die den Botenstoff Dopamin produzieren. Ein Mangel an Dopamin führt zu Bewegungsstörungen, Muskelsteifheit und auch zu einer eingeschränkten Gesichtsmimik. Oft ist die spontane Gesichtsmotorik eingeschränkt, die Mundwinkel bewegen sich beim Lachen kaum noch oder der Patient blinzelt selten.
Paramyotonia Congenita nach Eulenburg: Diese seltene, erbliche Natriumkanalerkrankung führt bei Kälte zu Muskelversteifungen, die auch die Gesichtsmuskulatur betreffen können. Temperaturen ab zehn Grad oder kälter verträgt der Betroffene schlecht. So schlecht, dass seine Muskeln innerhalb weniger Minuten versteifen - manchmal nur für kurze Zeit, schlimmstenfalls über mehrere Stunden.
Symptome der Gesichtsstarre
Die Symptome der Gesichtsstarre können je nach Ursache und Schweregrad variieren. Typische Symptome sind:
- Eingeschränkte Gesichtsmimik: Betroffene können die Gesichtsmuskeln nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr bewegen. Dies äußert sich durch ein hängendes Augenlid, einen herabhängenden Mundwinkel oder eine fehlende Stirnrunzelbewegung.
- Probleme beim Schließen des Augenlids: Viele Patienten können ein Auge nicht mehr richtig schließen, was zu trockenen Augen und Entzündungen der Hornhaut führen kann.
- Veränderte Speichel- und Tränenproduktion: Es kann zu vermehrtem Speichelfluss oder Tränenbildung kommen.
- Geschmacksstörungen: Das Geschmacksempfinden kann beeinträchtigt sein.
- Lärmempfindlichkeit: Viele Betroffene sind lärmempfindlich.
Bei der peripheren Fazialisparese treten die Beschwerden in der Regel innerhalb von wenigen Stunden auf und erreichen nach ein bis zwei Tagen ihren Höhepunkt.
Diagnose der Gesichtsstarre
Die Diagnose der Gesichtsstarre umfasst verschiedene Schritte:
Lesen Sie auch: Nervenkrankheit oder nicht? Demenz im Detail.
- Anamnese: Der Arzt erfragt die Krankengeschichte des Patienten, einschließlich der Symptome, des zeitlichen Verlaufs und möglicher Risikofaktoren.
- Körperliche Untersuchung: Der Arzt untersucht die Funktion der Gesichtsmuskulatur, um das Ausmaß der Lähmung festzustellen.
- Neurologische Untersuchung: Eine neurologische Untersuchung dient dazu, andere neurologische Ursachen auszuschließen.
- Blutuntersuchungen: Blutuntersuchungen können Hinweise auf Infektionen oder andere Erkrankungen liefern.
- Lumbalpunktion: In einigen Fällen kann eine Lumbalpunktion (Entnahme von Nervenwasser) erforderlich sein, um mögliche Erreger aufzuspüren.
- Bildgebende Verfahren: In bestimmten Fällen können bildgebende Verfahren wie MRT (Magnetresonanztomographie) eingesetzt werden, um die Ursache der Gesichtslähmung zu identifizieren.
Therapie der Gesichtsstarre
Die Therapie der Gesichtsstarre richtet sich nach der Ursache der Erkrankung.
Behandlung der Grunderkrankung
Ist die Ursache der Gesichtslähmung bekannt, wird die Grunderkrankung behandelt.
- Borreliose: Bei einer Borreliose wird eine Antibiotikabehandlung durchgeführt.
- Herpes Zoster Infektion: Bei einer Herpes Zoster Infektion wird ein antivirales Medikament gegeben, das die Ausbreitung der Viren verhindern soll.
Symptomatische Therapie
In vielen Fällen ist keine direkte Ursache der Fazialisparese bekannt. Dann wird meist eine symptomatische Therapie durchgeführt:
- Kortison: Kortison wird für einen Zeitraum von 14 Tagen verabreicht, um Entzündungen im Körper zu bekämpfen.
- Durchblutungsfördernde Medikamente: Mittels Infusionen werden manchmal auch durchblutungsfördernde Medikamente verabreicht.
- Augenpflege: Da die meisten Patienten ein Auge nicht mehr richtig schließen können, muss das Auge besonders gepflegt werden, damit sich die Hornhaut nicht entzündet. Dies geschieht mit künstlicher Tränenflüssigkeit und einer Augensalbe. Nachts tragen die Patienten einen sogenannten Uhrglasverband, der die Augenoberfläche vor Austrocknung schützen soll.
- Physiotherapie: Ein Training der mimischen Gesichtsmuskulatur sowie Massagen und Lymphdrainagen sollen eine Besserung der Lähmung bewirken.
Weitere Therapien
- Botulinum-Toxin: Bei Restsymptomen wie unwillkürlichen Zuckungen der mimischen Muskeln oder Mitbewegungen der Mimik kann Botulinum-Toxin in die entsprechenden Muskeln gespritzt werden, um die unwillkürlichen Bewegungen zu verhindern.
- Rekonstruktive Operationen: Bei Patienten, deren Gesichtslähmung dauerhaft ist und die zum Beispiel ihr Lid nicht mehr schließen können, gibt es die Möglichkeit rekonstruktiver, plastischer Operationen. Dabei wird zum Beispiel ein offenstehendes Unterlid mit einer besonderen Operationstechnik (Canthoplastik) behandelt.
Therapie bei Parkinson-Krankheit
Bei der Parkinson-Krankheit zielt die Therapie darauf ab, den Dopaminmangel auszugleichen und die Symptome zu lindern.
- Medikamente: Es gibt verschiedene Medikamente, die den Dopaminspiegel im Gehirn erhöhen oder die Wirkung von Dopamin verstärken. Dazu gehören Levodopa, Dopaminagonisten, MAO-B-Hemmer und COMT-Hemmer.
- Tiefe Hirnstimulation: In fortgeschrittenen Fällen kann eine tiefe Hirnstimulation in Erwägung gezogen werden. Dabei werden Elektroden in bestimmte Hirnbereiche implantiert, die elektrische Impulse abgeben und so die Bewegungsstörungen reduzieren.
- Physio-, Ergo- und Logopädie: Diese Therapien können helfen, die Beweglichkeit, Koordination und Sprachfähigkeit zu verbessern.
Therapie bei Paramyotonia Congenita
Bei der Paramyotonia Congenita zielt die Therapie darauf ab, die Muskelversteifungen zu verhindern oder zu lindern.
- Vermeidung von Kälte: Betroffene sollten Kälte vermeiden und sich warmhalten.
- Medikamente: In einigen Fällen können Medikamente eingesetzt werden, die die Muskelversteifungen reduzieren.
Erfahrungen mit medizinischer Behandlung und Versorgung
Die zur Verfügung gestellten Informationen beinhalten auch eine Reihe von Erfahrungsberichten über medizinische Behandlungen, insbesondere in der Charité. Diese Berichte zeichnen jedoch ein überwiegend negatives Bild:
- Lange Wartezeiten: Patienten berichten von extrem langen Wartezeiten in Notaufnahmen und auf OP-Termine.
- Mangelnde Kommunikation: Die Kommunikation zwischen Ärzten und Patienten wird als mühselig und unzureichend beschrieben. Patienten müssen aktiv nach Informationen bohren und werden oft nicht ausreichend aufgeklärt.
- Organisationsmängel: Es gibt Berichte über organisatorische Probleme, wie z.B. das Verschieben von Terminen ohne ausreichende Begründung oder das Fehlen von abschließenden Arztgesprächen bei der Entlassung.
- Inkompetenz und Respektlosigkeit: Einige Patienten berichten von Inkompetenz, Respektlosigkeit und sogar aggressivem Verhalten seitens des medizinischen Personals.
- Wirtschaftliche Interessen: Es wird der Vorwurf erhoben, dass wirtschaftliche Interessen der Kliniken über das Wohl der Patienten gestellt werden.
Diese Erfahrungen zeigen, dass es im medizinischen Bereich Verbesserungsbedarf gibt, insbesondere in Bezug auf Kommunikation, Organisation und Patientenorientierung.
tags: #nervenkrankheit #mit #gesichtsstarre