Nervenschmerzen nach Massage: Ursachen und Behandlung

Massagen sind seit Jahrtausenden eine bewährte Methode zur Linderung von Schmerzen, zur Lösung von Verspannungen und zur Förderung des allgemeinen Wohlbefindens. Doch gelegentlich können nach einer Massage Nervenschmerzen auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen dieser Schmerzen und stellt verschiedene Behandlungsansätze vor.

Ursachen von Nervenschmerzen nach Massage

Nervenschmerzen nach einer Massage können verschiedene Ursachen haben. Es ist wichtig zu verstehen, dass der Körper auf die Massage reagiert und dass diese Reaktion nicht immer angenehm sein muss.

Überlastung und Reizung von Muskeln und Nerven

Eine Massage setzt gezielte Reize, um Muskeln, Sehnen, Bänder und Gelenke zu aktivieren. Diese Aktivierung kann zu einer Art "Überlastungsreaktion" führen, ähnlich wie beim Muskelkater nach dem Sport. Der Körper benötigt Zeit, um sich an diese neuen Belastungen anzupassen.

  • Empfindliche Strukturen im Halsbereich: Die Muskeln und Nervengeflechte im Bereich der Halswirbelsäule und des Kiefergelenks sind besonders empfindlich. Eine zu starke Massage oder zu intensives Dehnen in diesem Bereich kann Schwindel, Übelkeit und ausstrahlende Schmerzen auslösen.
  • Oberflächliche Nervengeflechte: Die Nervengeflechte im Bereich der Halswirbelsäule verlaufen oberflächlich und können daher leicht mitmassiert werden. Ein wenig Dehnung oder Massage/Druck schadet den Nerven in der Regel nicht, solange sie nicht in einem rechten Winkel unter Druck gesetzt werden.

Erstverschlimmerung

Eine Erstverschlimmerung nach einer Massage bedeutet, dass sich die Beschwerden vorübergehend verstärken, bevor eine Besserung eintritt. Besonders bei chronischen Schmerzen oder eingeschränkter Beweglichkeit kann es vorkommen, dass der Körper intensiver auf die Behandlung reagiert.

Triggerpunkte und Muskelverhärtungen

Muskelfasern, Faszien und Sehnen arbeiten stets zusammen. Durch Stress, Fehl- oder Überbelastung und auch durch Bewegungsmangel kann diese Zusammenarbeit jedoch gestört werden. Infolge dessen treten Muskelverhärtungen oder -Verkrampfungen auf, die als Triggerpunkte bezeichnet werden. Werden diese Triggerpunkte mit einer Massage behandelt, kann sich der schmerzhafte Zustand zunächst verschlimmern, bevor er sich langfristig verbessert.

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Vorerkrankungen und Kontraindikationen

Es gibt bestimmte Kontraindikationen für Massagen, beispielsweise frische Bandscheibenvorfälle oder Frakturen. Hier ist von einer Massage und vor allem von Dehnübungen dringend abzuraten. Auch nicht erwähnte Vorbelastungen, versehentlich verschwiegene Erkrankungen oder Entzündungsprozesse, die während der Massage schon im Körper waren, aber noch keine Symptome gezeigt haben, könnten als Ursache für Nervenschmerzen nach der Massage zutreffen.

Fehlerhafte Durchführung der Massage

Eine fehlerhafte Durchführung der Massage, beispielsweise durch zu starken Druck oder ungeeignete Techniken, kann ebenfalls zu Nervenschmerzen führen.

Behandlung von Nervenschmerzen nach Massage

Die Behandlung von Nervenschmerzen nach einer Massage hängt von der Ursache der Schmerzen ab. In den meisten Fällen sind die Schmerzen jedoch nicht besorgniserregend und können mit einfachen Maßnahmen gelindert werden.

Selbsthilfemaßnahmen

  • Ruhe und Entspannung: Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe und vermeiden Sie Stress und starke körperliche Belastung.
  • Wärme: Ein warmes Bad mit Epsom-Salz kann helfen, Schmerzen zu lindern und Entzündungen zu reduzieren. Das warme Wasser erhöht die Durchblutung, was dazu beiträgt, Muskelverspannungen zu lösen.
  • Sanfte Dehnübungen: Sanfte Dehnübungen können die Muskulatur entspannen und die Durchblutung fördern.
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Trinken Sie ausreichend Wasser, um Ihre Muskeln hydratisiert zu halten.
  • Durchblutungsfördernde Cremes: Insofern die Schmerzen ziemlich ausgeprägt sind oder sich Mobilitätseinschränkungen zeigen, kann auch das Einreiben mit einer durchblutungsfördernden Creme helfen.
  • Massagesessel: Massagesessel können dazu beitragen, Schmerzen nach Massagen zu verhindern und zu lindern. Diese Sessel bieten gezielte Massagen und können Muskeln entspannen sowie Deine Regeneration und Durchblutung anregen.

Ärztliche Behandlung

In einigen Fällen ist eine ärztliche Behandlung erforderlich. Dies ist insbesondere dann der Fall, wenn die Schmerzen sehr stark sind, sich fortwährend verschlechtern und weitere Begleiterscheinungen wie Übelkeit, Fieber, Bewegungseinschränkungen, Schüttelfrost oder Herzrasen auftreten. Der Arzt wird dann eine Untersuchung durchführen und entscheiden, was gegen die Schmerzen unternommen wird. In den meisten Fällen werden Schmerzmittel, Ruhe oder leichte Mobilisierungsübungen empfohlen, um die Beschwerden zu lindern sowie die Regeneration zu beschleunigen.

Vorbeugung von Nervenschmerzen nach Massage

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Nervenschmerzen nach einer Massage vorzubeugen:

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  • Wahl des richtigen Masseurs: Informieren Sie sich im Vorfeld genauestens über die Dienstleister in Ihrer Umgebung und überprüfen Sie, ob die notwendigen Fachqualifikationen vorhanden sind.
  • Offene Kommunikation: Führen Sie ein ausführliches Anamnesegespräch mit dem ausübenden Masseur. Erläutern Sie ihm sämtliche Beschwerden, sprechen Sie über potenzielle Kontraindikationen und schätzen Sie Ihr Schmerzempfinden ein.
  • Individuelle Anpassung der Massage: Klären Sie den Experten über den Ablauf auf, ihr entscheidet gemeinsam, wie ausdauernd die Massage sein soll und welche Intensität die Grifftechniken haben dürfen.
  • Feedback während der Massage: Sollten Sie während der Massage spüren, dass eine Bewegung sehr schmerzhaft ist, Sie jenen Reiz kaum aushalten können oder Dich generell unwohl fühlst, musst Du dies umgehend mitteilen.
  • Vermeidung von Überlastung: Vermeiden Sie im Anschluss übermäßige Aktivitäten, gönnen Sie sich ausreichend Erholung sowie Ruhe und gib Deinem Masseur Rückmeldung, ob sein Massagekonzept angenehm war.

Spezielle Massagearten und Nervenschmerzen

Thai-Massage

Die Thai-Massage ist eine Zusammenstellung verschiedener Massage-Praktiken, welche in Westeuropa auch als Thai-Yoga-Massage ausgeführt wird. Die „Nuat Phaen Boran“ (Massieren nach uraltem Muster), wie die Massage normal genannt wird, enthält verschiedene Dehnungen und Streckungen. Diese treten ebenfalls im passiven Yoga auf und werden für die Massage mit Druckpunktstimulationen und der Mobilisation der Gelenke kombiniert.

  • Schmerzen und blaue Flecken bei Thai-Massage: Im Allgemeinen heißt es stets, eine Wellnessmassage sollte keine Schmerzen verursachen. So wird auch bei Thai-Massagen damit geworben, ein wohltuendes Entspannungsverfahren aus Fernost zu nutzen, um Körper, Geist und Seele zu erholen. So kommt es oftmals zu einem Schmerzreiz, der bereits während der Massage einsetzt und auch nach der Durchführung anhalten kann. Hierbei lässt sich die Intensität der Schmerzen nicht verallgemeinern, weil jeder Mensch ein unterschiedliches Schmerzempfinden hat und die Techniken anders wahrnimmt. Da Thai Massagen stets intensive, dynamische Bewegungen voraussetzen und mit viel Druck arbeiten, kann die Haut ebenfalls eine Reaktion in Form von blauen Flecken zeigen.
  • Umgang mit Schmerzen nach Thai-Massage: Wenn sich Schmerzen oder blaue Flecken nach der Thai-Massage zeigen, musst Du zunächst abwägen, ob jene noch der Norm entsprechen oder nicht. Wie schon erwähnt sind leichte Schmerzen im Anschluss an die Praktik eine normale Reaktion des Organismus, die zeigt, dass die Grifftechniken wirken. Das einsetzende Schmerzgefühl wäre demnach eine positive Begleiterscheinung genau wie bläuliche Verfärbungen auf der Haut. Etwas Ruhe, die Vermeidung von Stress und starker körperlicher Belastung sowie ausreichende Regenerationszeit genügen, um Deinen Körper bei seiner Erholung zu unterstützen. Die Symptome verschwinden bei einem natürlichen Verlauf nach einigen Stunden, höchsten wenigen Tagen von alleine wieder.

Massage bei Polyneuropathie

Wenn man Schmerzen hat neigt man automatisch dazu, die betroffenen Stellen zu massieren. Das kann auch bei Polyneuropathie sinnvoll sein. Leider lassen sich durch eine Massage keine geschädigten Nerven heilen. Allerdings kann die Massage häufig trotzdem helfen, die Schmerzen zu reduzieren.

  • Ursachen von Schmerzen bei Polyneuropathie: Schmerzen bei Polyneuropathie entstehen nicht immer in den geschädigten Nerven. Sehr oft kommen Schmerzen aus überlasteter Muskulatur hinzu. In sehr vielen Fällen kommen zu den Schmerzen, die die beschädigten Nerven bei Polyneuropathie verursachen noch Schmerzen aus den Muskeln hinzu.
  • Behandlung von Muskelverkrampfungen: Wenn man die Muskelverkrampfungen allerdings behandelt, erreicht man häufig Verbesserungen der Schmerzen. Ziel der Massage bei Polyneuropathie sind sogenannte Myofasziale Triggerpunkte, hier der Einfachheit halber Triggerpunkte genannt. Diese Punkte sind quasi das Zentrum von Muskelverkrampfungen. Es sind Knötchen von der Größe einer Erbse, die sehr schmerzempfindlich sind und auch ausstrahlende Schmerzen verursachen können.
  • Selbstmassage bei Polyneuropathie: Bei dieser Massage sollte man zunächst versuchen, den Triggerpunkt möglichst genau zu finden. Der Triggerpunkt befindet sich an der Stelle im Muskel, die bei Druck am meisten wehtut. Dabei wird die Haut mitbewegt. Das heißt die Finger gleiten NICHT über die Haut, sondern bleiben immer an derselben Stelle auf der Haut haften. Der Vorgang wird 10-20 mal wiederholt. Danach sollte man den Triggerpunkt einige Zeit lang in Ruhe lassen, um eine schmerzhafte Überreizung zu verhindern. Spezielle, aber einfache Dehnübungen nach der Massage sorgen für länger anhaltende Entspannung.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist wichtig, die Signale des Körpers ernst zu nehmen und bei bestimmten Symptomen einen Arzt aufzusuchen:

  • Starke oder anhaltende Schmerzen
  • Verschlimmerung der Beschwerden
  • Begleiterscheinungen wie Fieber, Übelkeit, Schwindel oder Bewegungseinschränkungen
  • Hautveränderungen wie großflächige blaue Flecken oder Schwellungen

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