Nervenschmerzen können eine erhebliche Belastung darstellen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Nach einer Operation am Handgelenk können solche Schmerzen auftreten und die Genesung verzögern. In diesem Artikel werden homöopathische Ansätze zur Linderung von Nervenschmerzen nach einer Handgelenks-OP beleuchtet. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass Betroffene ihre Beschwerden zeitnah ärztlich abklären lassen sollten. In Absprache mit dem behandelnden Arzt können die hier genannten Maßnahmen und Präparate möglicherweise unterstützend eingesetzt werden.
Das Nervensystem und Nervenschmerzen
Das Nervensystem ist ein komplexes Netzwerk, das lebenswichtige Funktionen steuert, einschließlich der Handfunktion. Eine Nervenverletzung, beispielsweise des Speichennervs im Arm, kann die Beweglichkeit des Handgelenks und der Finger beeinträchtigen. Nervenschmerzen können durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden, darunter:
- Verletzungen
- Operationen
- Entzündungen
- Stoffwechselerkrankungen (z.B. Diabetes)
- Wetter- und klimabedingte Beschwerden
Es ist wichtig, die Ursache der Nervenschmerzen zu identifizieren, um eine gezielte Behandlung zu ermöglichen.
Homöopathie als alternative Behandlungsoption
Auch homöopathische Arzneimittel können eine hilfreiche Unterstützung bei der Behandlung von Nervenschmerzen sein. Dabei kommen verschiedene Mittel, je nach Auslöser, Ursache, Schmerzart und vielen weiteren Kriterien, in Betracht. Die Homöopathie bietet eine sanfte und wirksame Alternative zu herkömmlichen Medikamenten bei der Behandlung von Nervenschmerzen und anderen Beschwerden. Homöopathische Mittel zielen darauf ab, die Selbstheilungskräfte des Körpers zu aktivieren und das Gleichgewicht wiederherzustellen.
Homöopathische Einzelmittel
Bei der Auswahl eines homöopathischen Einzelmittels werden verschiedene Kriterien berücksichtigt, darunter:
Lesen Sie auch: Hüft-TEP und Nervenschmerzen
- Auslöser der Schmerzen
- Ursache der Schmerzen
- Art des Schmerzes
- Begleitende Symptome
Einige häufig verwendete homöopathische Einzelmittel bei Nervenschmerzen sind:
- Hypericum perforatum: Dieses Mittel basiert auf dem Echten Johanniskraut und wird bei Verletzungen eingesetzt, insbesondere wenn nervenreiches Gewebe betroffen ist. Typische Symptome sind stechende, einschießende Schmerzen entlang von Nerven. Hypericum soll sich hier besonders bei eingeklemmten Fingern, Stürzen auf das Gesäß mit anhaltenden Steißbeinschmerzen eignen oder wenn sich das Kind auf die Zunge gebissen hat. Aber auch, wenn ein Kind auf den Kopf gefallen ist, soll Hypericum den Unfallschock mildern können und nachfolgende Kopfschmerzen bessern.
- Ruta graveolens: Dieses Mittel wird bei Verletzungen von Bändern, Sehnen und Knorpeln eingesetzt, insbesondere nach Prellungen, die die Knochenhaut betreffen. Es soll auch bei schmerzenden und überanstrengten Augen nach langem Lesen oder Computerarbeit helfen. Verletzungen der Knochenhaut durch Stürze, Tritte oder ähnliches sind bei Kindern an der Tagesordnung. Sie können durch die Ruta-Homöopathie die Heilung positiv beeinflussen und Ihrem Kind die Schmerzen erleichtern.
- Arnica montana: Arnica montana besitzt schmerzlindernden Eigenschaften und unterstützt den Körper dabei, Schwellungen nach einer Operation entgegenzuwirken. Ein bewährter homöopathischer Wirkstoff gegen Muskelkater kann beispielsweise aus der Arnica montana gewonnen werden. Die in der Pflanze enthaltenen Wirkstoffe fördern die Durchblutung und wirken schmerzlindernd.
Die Wahl des geeigneten homöopathischen Mittels sollte immer in Absprache mit einem erfahrenen Homöopathen erfolgen.
Homöopathische Komplexmittel
Homöopathische Komplexmittel sind Mischungen aus mehreren homöopathischen Einzelmitteln. Sie bieten einen leichteren Einstieg in die Homöopathie und können bei Nervenschmerzen in Betracht gezogen werden. Ein Beispiel ist Pflügerplex Neuralgie L 189 H von der Firma Pflüger.
Äußerliche Anwendungen
Auch Einreibungen mit Zusätzen von ätherischen Ölen wie Pfefferminzöl oder Johanniskrautöl können einen positiven Effekt bei Nervenschmerzen haben. Die Firma WALA bietet z.B. entsprechende Produkte an.
Weitere unterstützende Maßnahmen
Neben der Homöopathie können weitere Maßnahmen zur Linderung von Nervenschmerzen nach einer Handgelenks-OP beitragen:
Lesen Sie auch: Nervenschaden nach Zahnbehandlung: Symptome und Therapie
- Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung mit entzündungshemmenden Lebensmitteln wie Obst, Gemüse (insbesondere Ingwer), Olivenöl und grünem Tee kann den Heilungsprozess unterstützen. Zudem ist der Organismus für die Regeneration geschädigter Nervenstrukturen und deren Funktionen auf bestimmte Nährstoffe angewiesen. Dazu gehören z.B. Neuro-orthim ist ein Mittel zum Diätmanagement von Wirbelsäulensyndromen, Neuralgien und Polyneuropathien, die mit einer Schädigung des peripheren Nervensystems einhergehen. Es versorgt den geschädigten Nerv mit den o.g.
- Wärme- und Kälteanwendungen: Bei Nervenverletzungen kann sowohl Wärme als auch Kälte ein hilfreiches Hausmittel sein. Wärmeanwendungen können durch Bäder, Heizkissen oder Rotlichtanwendungen erfolgen. Für Kälteanwendungen eignen sich Kühlkompressen gut.
- Bewegung: Bei chronischen Nervenverletzungen hilft gezielte Bewegung, um die auftretenden Schmerzen zu lindern.
- Bequemes Schuhwerk: Bei Nervenverletzungen an den Füßen sollte man auf bequemes Schuhwerk zurückgreifen.
- Psychische Unterstützung: Auch die Psyche sollte nicht vergessen werden und bestmöglichst unterstützt werden.
Ergänzende naturheilkundliche Behandlungen
Zur Unterstützung der Heilung nach der Operation ist eine Ergänzung der Medikation aus dem naturheilkundlichen Bereich der Komplementärmedizin gut möglich und kann sehr sinnvoll sein. Allerdings sind diese Therapien nicht in der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten.
- Traumeel S: Traumeel wird vor allem in der Sportmedizin bei entzündlichen Erkrankungen des Bewegungsapparates eingesetzt. Es hat neben der antientzündlichen Wirkung zudem einen immunregulierenden, antiödematösen (Reduzierung von Schwellungen) und antiexsudativen Effekt. Es handelt sich um ein homöopathisches Präparat mit 12 pflanzlichen und 2 mineralischen Bestandteilen.
- Osteopathie: Eine osteopathische Behandlung vor und nach einer Operation gehört sicherlich zu den besten Dingen wie man die natürliche Heilung und die Körperfunktionen unterstützen kann.
- Akupunktur: Letztendlich hat auch eine Akupunkturbehandlung den Zweck, die Körperhomöostase zu verbessern und zu normalisieren. Geschieht dies bereits vor der Operation ist der Körper dafür besser „gewappnet“. Aber auch nach einer Operation sind sehr viele Körperfunktionen für die Heilung wichtig und ein ausgewogenes Verhältnis von Ying und Yang kann zu einer optimalen Heilung in jedem Falle beitragen.
Die Bedeutung der ärztlichen Abklärung
Es ist wichtig zu betonen, dass die hier genannten Maßnahmen und Präparate nicht die ärztliche Abklärung und Behandlung ersetzen. Bei anhaltenden oder sich verschlimmernden Beschwerden sollte immer ein Arzt aufgesucht werden. Gerade Personen mit gestörter Wundheilung sollten sich ärztlich bezüglich einer Förderung der Wundheilung nach einer Operation beraten lassen. Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass die Anwendung homöopathischer Mittel generell nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen sollte. Bei schwerwiegenden Problemen, wie beispielsweise eitrigen Wunden, Lymphbahnentzündung mit roten Streifen (Lymphangitis), sich öffnenden Nähten oder einer deutlichen Verschlimmerung der Schmerzen, sollte immer ein Arzt aufgesucht werden.
Lesen Sie auch: Medikamentenfreie Schmerzlinderung bei Nervenschmerzen
tags: #nervenschmerzen #nach #op #handgelenk #homoopathie