Nervenschmerzen nach Rückentraining: Ursachen, Vorbeugung und Behandlung

Rückenschmerzen sind ein weit verbreitetes Problem, das viele Menschen betrifft. Oftmals werden sie durch Bewegungsmangel, Fehlbelastungen oder muskuläre Dysbalancen verursacht. In einigen Fällen können jedoch auch Nervenschmerzen nach dem Rückentraining auftreten. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen von Nervenschmerzen nach dem Rückentraining, gibt Tipps zur Vorbeugung und zeigt Behandlungsmöglichkeiten auf.

Ursachen von Nervenschmerzen nach Rückentraining

Nervenschmerzen nach dem Rückentraining können verschiedene Ursachen haben. Hier sind einige der häufigsten Ursachen:

  • Muskelverspannungen: Muskelverspannungen im Rücken können auf Nerven drücken und so Schmerzen, Taubheitsgefühle oder Kribbeln verursachen. Die Nacken- und Schultermuskulatur sind am häufigsten von Muskelverspannungen betroffen. Dann ist der Muskeltonus dauerhaft erhöht. Die verkrampfte Muskulatur arbeitet also die ganze Zeit, wird aber nur unzureichend durchblutet und mit Sauerstoff versorgt.
  • Fehlhaltungen: Fehlhaltungen, wie sie oft bei Menschen mit HWS-Syndrom oder Rückenbeschwerden vorkommen, können ebenfalls zu Nervenschmerzen führen. Diese Fehlhaltungen haben ihren Ursprung meist in einer Art „Fehlhaltung“.
  • Muskuläre Dysbalancen: Muskuläre Dysbalancen entstehen, wenn bestimmte Teile der Muskulatur nicht gleichmäßig ausgebildet sind und nicht koordiniert zusammenarbeiten. Werden Rücken- und Bauchmuskulatur ungleichmäßig beansprucht, meist durch zu langes undynamisches Sitzen, können Rückenschmerzen entstehen.
  • Überlastung: Eine Überlastung der Muskulatur durch zu intensives oder falsches Training kann ebenfalls Nervenschmerzen verursachen.
  • Nervenverletzungen: In seltenen Fällen können Nervenverletzungen durch Sportgeräte, Sportausrüstung oder Schuhe verursacht werden. Auch „kleine“ aber häufige Belastungen können zugrunde liegen. Gerade bei Sportarten mit hoher Anzahl bestimmter Bewegungssequenzen ist in der Regel eine biomechanische Komponente ursächlich. Durch bestimmte Bewegungen können Nerven auch überdehnt werden; dies passiert typischerweise an Stellen, an denen ein Nerv nach einem kurzen „freien“ Verlauf einen Befestigungspunkt erreicht.
  • Nerveneinklemmung: Eine Nerveneinklemmung durch Sportgeräte, Sportausrüstung, Schuhe o.a. kann eine Rolle spielen.

Symptome von Nervenschmerzen

Die Symptome von Nervenschmerzen können vielfältig sein und sich von Person zu Person unterscheiden. Häufige Symptome sind:

  • Brennende, stechende oder kribbelnde Schmerzen
  • Taubheitsgefühle
  • Kribbeln
  • Überempfindlichkeit der Haut
  • Muskelschwäche
  • Muskelkrämpfe

Es ist wichtig zu beachten, dass die Symptome einer Nervenreizung denen anderer Ursachen manchmal verblüffend ähnlich sein können. Ob Nerven ursächlich eine Rolle spielen, kann aber in einer genauen neurologischen Untersuchung in der Regel geklärt werden.

Vorbeugung von Nervenschmerzen nach Rückentraining

Es gibt verschiedene Maßnahmen, die Sie ergreifen können, um Nervenschmerzen nach dem Rückentraining vorzubeugen:

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  • Aufwärmen: Ein gründliches Aufwärmen vor dem Training bereitet die Muskeln auf die Belastung vor und reduziert das Risiko von Verspannungen. Um Rückenschmerzen nach dem Krafttraining zu reduzieren, hilft oft ein individuelles Aufwärmprogramm mit ausreichend Dehnübungen.
  • Korrekte Ausführung: Achten Sie auf eine korrekte Ausführung der Übungen, um Fehlbelastungen zu vermeiden. Anfänger sollten unbedingt unter professioneller Aufsicht trainieren und Übungen zunächst einmal langsam und ruhig ausführen, bis der Bewegungsapparat entsprechend geschult ist.
  • Angemessene Belastung: Wählen Sie ein Gewicht, das Sie kontrolliert bewegen können, ohne zu verkrampfen. Auch Fehlspannungen gehören zu den falschen Ausführungen im Fitnessstudio, bspw. verkrampfen Nacken und Kiefer etwa bei den Sit Ups oder bei den Klimmzügen wird das Kinn an die Brust gelegt. Das ist durchaus menschlich zu versuchen die Belastung des Körpers hiermit auszugleichen, aber eben auch ein Zeichen dafür, dass Gewicht oder Wiederholungen reduziert werden sollten.
  • Dehnen: Regelmäßiges Dehnen hält die Muskeln flexibel und fördert die Beweglichkeit in den Gelenken. Dehnen ist nur ein Teil unserer Schmerztherapie.
  • Ausgewogene Bewegung: Achten Sie auf eine ausgewogene Bewegung im Alltag, um muskuläre Dysbalancen zu vermeiden. Bewegungsarmut und das Versäumnis, sich abwechslungsreich zu bewegen, führen zu Verkürzungen und verspannten Muskeln. Gegen diesen Zug nach vorne wenden die Rückenstrecker Kraft an. Schließlich möchtest du weiterhin aufrecht sitzen oder stehen können.
  • Ergonomischer Arbeitsplatz: Gestalten Sie Ihren Arbeitsplatz ergonomisch, um eine gesunde Sitzposition zu fördern. Wichtig ist, die Haltung regelmäßig zu wechseln. Ein höhenverstellbarer Schreibtisch bietet dabei mehr Flexibilität und ermöglicht auch das dynamische Stehen.
  • Stressmanagement: Bauen Sie Stress ab, um Muskelverspannungen zu reduzieren. Starke Emotionen wie Stress oder Angst können ebenfalls Muskelverspannungen verursachen, weil sie den Körper in Alarmzustand versetzen. Dabei spannen sich die Muskeln unbewusst an, vor allem im Nacken-, Schulter- und Rückenbereich. Bei stressbedingten Muskelverspannungen sollte daher zunächst dringend für Entspannung gesorgt werden. Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen helfen, die Anspannung zu reduzieren.
  • Magnesiumzufuhr: Achten Sie auf eine ausreichende Magnesiumzufuhr, um Muskelkrämpfen vorzubeugen. Muskelkrämpfe, die während des Trainings oder nach dem Sport auftreten, sind oftmals Zeichen von Magnesiummangel. Weil sportlich Aktive einen höheren Bedarf an Magnesium haben, das wertvolle Mineral aber gleichzeitig durch starkes Schwitzen vermehrt ausscheiden, sollte ausreichend Magnesium zugeführt werden.

Behandlung von Nervenschmerzen nach Rückentraining

Wenn Nervenschmerzen nach dem Rückentraining auftreten, gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten:

  • Wärme: Wärme fördert die Durchblutung und entspannt die Muskeln. Eine Wärmetherapie können Sie dabei ganz einfach selbst durchführen, indem Sie mit Wärmekissen oder Wärmflaschen die betroffenen Verspannungen lösen. Auch ein warmes Bad oder ein Besuch in der Sauna wärmt die Muskeln über einen externen Reiz. Achten Sie nach Bad oder Sauna verstärkt darauf, Ihren Nacken nicht erneut einem Zug auszusetzen. Im Alltag sind Wärmepflaster oder wärmende Salben der ideale Begleiter, denn Sie bleiben durch diese Form der Wärmetherapie uneingeschränkt mobil und ersparen sich auch unerwünschte Neugierde am Arbeitsplatz.
  • Schmerzmittel: Schmerzlindernde Salben mit Wirkstoffen wie Ibuprofen, Paracetamol oder Diclofenac können für Entlastung sorgen. Auch die Einnahme von Tabletten gegen Schmerzen kann in der ersten Phase der Verspannung helfen. Hier kann auf die gleichen Wirkstoffe wie in den Salben zurückgegriffen werden. Sie sollten Schmerzmittel allerdings nicht mehr als vier Tage am Stück nehmen und die tägliche Höchstdosis nicht überschreiten.
  • Physiotherapie: Manuelle Therapien lösen die Verspannung und fördern die Beweglichkeit, Bewegungstherapien stärken die Muskulatur und dehnen die betroffenen Areale. Um dauerhafte Fehlhaltungen auszugleichen, ist in der Regel eine physiotherapeutische Anleitung nötig. Rückenschulen können ebenfalls gezielt Schwachpunkte entlang der Wirbelsäule kräftigen.
  • Faszienrollen: Einen weiteren wichtigen Part stellt das Faszienrollen dar.
  • Entspannungsübungen: Entspannungstechniken wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder Atemübungen helfen, die Anspannung zu reduzieren.
  • Neurologische Untersuchung: Im Zweifelsfall ist eine neurologische Untersuchung sinnvoll. Nach einer zunächst weiter gefaßten Abklärung (Durchblutungsstörungen, Laboruntersuchungen mit Frage nach Schilddrüsenfuntkionsstörung, Elektrolytmangel o.a.) kommen spezielle neurologische Untersuchungen zum Einsatz. Es geht im nächsten Schritt um eine gezielte Untersuchung der Nervenfunktion, insbesondere der die Muskeln ansteuernden Nervenfasern. Weiterhin kann man die Nerven im Nervenultraschall anschauen; hier ist unmittelbar sichtbar, ob eine Kontinuitätsunterbrechung, eine Einklemmung, eine Schwellung o.a.

Spezifische Übungen und Hilfsmittel

Es gibt eine Reihe von spezifischen Übungen und Hilfsmitteln, die bei der Behandlung von Nervenschmerzen nach Rückentraining helfen können:

  • Dehnübungen: Gegen spannungsbedingte Schmerzen stellen unsere Dehnübung die beste Voraussetzung dar, um eine sofortige und langfristige Linderung erfahren zu können: Du dehnst verspannte Muskeln gezielt auf und sorgst so für den Abbau des erhöhten Muskeltonus.
  • Rückenretter: Beim Üben mit dem Rückenretter bekämpfst du hohe muskulär-fasziale Spannungen in der Körpervorderseite. So setzt du an einer der häufigsten Ursachen von Rückenschmerzen an und kannst die Beschwerden reduzieren.
  • Engpassdehnungen: Du willst dich dehnen, aber auf ein Krafttraining trotzdem nicht verzichten? Dann versuche es mit unseren therapeutischen Engpassdehnungen. Mit ihnen setzt du gezielt Kräftigungsimpulse in der Dehnung.
  • Nacken-Schulter-Dehnung: Bringe deine Nackenmuskulatur mit einer Partie Nacken-Schulter-Dehnung auf Vordermann!
  • Tennisball-Massage: Triggerpunkte lassen sich jedoch auch sehr gut selbst behandeln, zum Beispiel mit einem Tennisball: Wer Hilfe hat, lässt ihn sich kräftig mit der Handfläche über die schmerzende Muskulatur rollen, wer allein ist, kann den Tennisball zwischen Rücken und Wand einklemmen und durch langsame Bewegungen die betroffene Stelle massieren.

Sportarten, die bei Rückenschmerzen helfen können

Regelmäßiger Sport gegen Rückenschmerzen kann präventiv gegen Kreuzschmerzen helfen und beansprucht nur wenige Minuten im Alltag - stellen Sie sich gern ein Trainingsprogramm zusammen, das auf Ihre Bedürfnisse zugeschnitten ist.

  • Rudern: Rudern stärkt als wirksames Ganzkörpertraining auch den Rücken und ist aufgrund der gleichmäßigen Belastung gelenkschonend.
  • Schwimmen: Schwimmen ist grundsätzlich rücken- und gelenkschonend.
  • Tai-Chi, Pilates und Yoga: Tai-Chi, Pilates und Yoga (wie beispielsweise Aerial Yoga) sind ebenfalls gut für den Rücken.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Treten Schmerzen wiederholt oder besonders heftig auf, gehen sie mit Schwellungen, Rötungen oder Taubheitsgefühlen einher oder klingen sie nicht nach einigen Tagen Ruhe ab, ist ein Besuch beim Arzt ratsam. Nur eine genaue Diagnose zeigt, ob ein struktureller Schaden vorliegt.

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