Der Daumen ist ein essenzieller Finger der Hand und spielt eine entscheidende Rolle bei Greif- und Haltebewegungen. Schmerzen im Daumengelenk können daher den Alltag erheblich beeinträchtigen. Plötzliche Schmerzen im Daumen können vielfältige Ursachen haben - von Überlastungen bis hin zu chronischen Erkrankungen. Dieser Artikel bietet einen detaillierten Überblick über mögliche Auslöser, typische Symptome und empfohlene Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden.
Mögliche Ursachen von Schmerzen im Daumengelenk
Schmerzen im Daumen können durch verschiedene Erkrankungen und Belastungen verursacht werden. Es ist wichtig, die genaue Ursache zu erkennen, um die passende Behandlung einzuleiten. Nachfolgend eine Übersicht der häufigsten Auslöser.
1. Rhizarthrose (Daumensattelgelenksarthrose)
Die Rhizarthrose, auch als Daumensattelgelenksarthrose bekannt, ist eine der häufigsten Ursachen für Schmerzen im Daumen. Sie entsteht durch den Verschleiß des Daumensattelgelenks, das für die Beweglichkeit und Flexibilität des Daumens verantwortlich ist. Aufgrund der gegenwärtigen Alterspyramide tritt die Rhizarthrose in Deutschland zunehmend häufiger auf. Meist sind Patienten ab 50 Jahren von Rhizarthrose betroffen.
Typische Symptome: Anfangs treten die Schmerzen nur bei Belastung auf, etwa beim Greifen oder Drehen von Gegenständen. Im fortgeschrittenen Stadium können jedoch auch Ruheschmerzen auftreten. Betroffene berichten zudem häufig über ein Knirschen oder Reiben im Gelenk. Patienten mit Rhizarthrose haben Probleme beim Aufschrauben von Flaschen oder beim Umdrehen des Schlüssels in einem Schloss. Der Daumen fühlt sich - auch aufgrund der zunehmenden Gelenkfehlstellung im Daumensattelgelenk - instabil und wackelig an. Er ist bei Rhizarthrose nicht mehr im Daumensattelgelenk zentriert. Im Endstadium der Rhizarthrose ist die Hand aufgrund von Schmerzen, Einsteifung des Daumengelenks, Fehlstellungen und entzündlichen Veränderungen nicht mehr vollständig belastbar.
Warum entsteht Rhizarthrose? Verschleißprozesse im Gelenk führen zu einem Abbau des Gelenkknorpels, wodurch die Knochen im Gelenk zunehmend aufeinander reiben. Dies verursacht Entzündungen, Schmerzen und eine eingeschränkte Beweglichkeit. Meist entsteht durch Überbeanspruchung, berufliche oder sportliche Überlastung über viele Jahre hinweg zunächst ein Knorpelschaden. In diesem Stadium kann das Gelenk durch Flüssigkeitseinlagerung schmerzhaft geschwollen sein. Der Abrieb des geschädigten Knorpels und weitere entzündliche Vorgänge greifen die Gelenkkapsel und die Bänder des Daumens an. Eine sichtbare Deformierung des Gelenkes entsteht.
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Für die Arthrose des Daumensattelgelenks existiert meist keine genau benennbare Ursache. Die Rhizarthrose zählt also zu den primären Arthrosen und ist nicht Folge einer anderen Erkrankung oder einer traumatischen Einwirkung. Vor allem Frauen nach den Wechseljahren im 5. bis 6. Lebensjahrzehnt leiden unter Rhizarthrose. Im Verlauf der Entwicklung einer Rhizarthrose tritt die Gelenkdeformation zunehmend in den Vordergrund. Die Greifbewegung wird schwächer, die Koordinationsfähigkeit der Handbewegungen nimmt ab.
2. Überlastung und Sehnenscheidenentzündung
Eine weitere häufige Ursache plötzlicher Schmerzen im Daumen ist eine Überlastung, die zu einer Entzündung der Sehnenscheiden führen kann. Diese Erkrankung wird umgangssprachlich auch als „Handydaumen“ bezeichnet, da sie oft durch intensive oder repetitive Bewegungen, wie häufiges Tippen auf dem Smartphone, ausgelöst wird. Die häufige Nutzung großer Smartphones, wie z.B. von Apple und Samsung, führt häufig zu einer Überlastung des Daumens. Das liegt daran, dass der Daumen regelmäßiger und weiter als normal gestreckt werden muss, was zu Ermüdung und Verspannungen in den Muskeln führt. Dieses Phänomen ist als „Smartphone-Daumen“ bekannt. Von der Natur ist der Daumen zur Unterstützung des Greifens und Zupackens gedacht, nicht um ihn abzuspreizen und ständig zu dehnen. Genau das jedoch passiert beim schnellen Tippen mit nur einem Daumen.
Typische Symptome: Schwellungen und Schmerzen entlang der Sehnen, insbesondere bei Bewegungen des Daumens. In schweren Fällen kann es zu einem spürbaren Knirschen bei Bewegungen kommen. Eine Überbelastung durch zu häufiges Dehnen des Daumens durch Abspreizung verursacht Schmerzen auf der Daumenseite des Handgelenks. Diese stammen von einer Sehnenscheidenentzündung und sind dann genau bei der Tippbewegung des Daumens spürbar, die diese Überlastung ausgelöst hat. Werden die Sehnen nicht geschont, weitet sich der Schmerz auf Greifbewegungen mit der ganzen Hand aus. Selbst das einfache Hochziehen des Reißverschlusses oder das Auf- und Zuknöpfen von Kleidung bereiten dann Probleme. Nimmt man dieses Warnsignal nicht ernst, kann der Schmerz chronisch werden und für Monate anhalten.
Risikofaktoren: Neben der intensiven Nutzung von Smartphones und Tablets können auch berufliche Tätigkeiten, die wiederholte Greifbewegungen erfordern, wie das Arbeiten am Computer oder handwerkliche Arbeiten, das Risiko einer Sehnenscheidenentzündung erhöhen.
3. Verletzungen
Stürze oder direkte Traumata auf die Hand können zu Verletzungen im Daumenbereich führen. Dazu zählen Verstauchungen, Bänderrisse oder Frakturen. Ein Sturz auf die Hand, bei dem der Daumen abspreizt oder hängen bleibt (z.B. an einem Skistock (Skidaumen) oder Fahrradlenker), ist die klassische Ursache.
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Typische Symptome: Plötzliche starke Schmerzen, Schwellung und eine eingeschränkte Beweglichkeit des Daumens. Bei Frakturen kann es zudem zu einer Fehlstellung kommen. Eine Überdehnung wird meistens bemerkt, wenn der Daumen kurze Zeit danach zu schmerzen beginnt. Manchmal kann es auch passieren, dass die Gelenke des Daumens anschwellen, was die Bewegungsmöglichkeit des Daumens weiter einschränkt. Die Patienten erinnern sich meistens noch gut an die auslösende Ursache und können die Überdehnung einem bestimmten Ereignis zuschreiben. Aber es kommt auch häufig vor, dass ein überdehnter Daumen ohne Schwellung einhergeht.
Diagnose: Eine ärztliche Untersuchung, meist verbunden mit einer Röntgenaufnahme, ist notwendig, um das Ausmaß der Verletzung festzustellen und die geeignete Behandlung einzuleiten.
4. Gicht
Ein plötzlicher Gichtanfall kann ebenfalls Schmerzen im Daumengelenk verursachen. Gicht entsteht durch die Ablagerung von Harnsäurekristallen in den Gelenken. Bei der Gicht, die durch Harnsäureablagerung in Erscheinung tritt, ist das Daumengrundgelenk neben dem Großzehengrundgelenk der Hauptschmerzort. Auch das Sprunggelenk, Kniegelenk und andere Gelenke können aber betroffen sein.
Typische Symptome: Sehr starke Schmerzen, begleitet von Rötung, Schwellung und Überwärmung des betroffenen Gelenks. Ein Gichtanfall tritt oft in der Nacht auf und betrifft häufig das Grundgelenk des Daumens.
Risikofaktoren: Gicht tritt häufiger bei Personen auf, die einen erhöhten Harnäurespiegel im Blut haben. Dies kann durch eine purinreiche Ernährung, übermäßigen Alkoholkonsum und bestimmte Stoffwechselerkrankungen begünstigt werden.
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5. Gamer-Daumen
Der Gamer-Daumen, auch De-Quervain-Krankheit genannt, tritt häufig bei intensivem Gaming und E-Sport an der Konsole sowie bei der Handynutzung auf. Spürst du Schmerzen im Handgelenk unterhalb des Daumens, wenn du den Controller bedienst? Dann könnte der Gamer-Daumen dahinterstecken. Dabei handelt es sich um eine besondere Form der Sehnenscheidenentzündung: Die Daumenmuskeln und Sehnenscheiden sind gereizt und schmerzen. Die Symptome entstehen durch eine Überlastung der Daumenmuskulatur. Von der De-Quervain-Krankheit sind Frauen häufiger als Männer betroffen.
6. Weitere Ursachen
Daumen-Schmerzen und Handgelenk-Schmerzen werden in der Handchirurgie von Patienten häufig beklagt. Die möglichen Ursachen bzw. Differenzialdiagnosen sind vielfältig. Besondere Formen bzw. Bei der Tendovaginitis de Quervain, ist überwiegend die Basis der Daumen-Streckseite von den Schmerzen betroffen. Das Ganglion / Überbein am Daumen kann ebenfalls Schmerzen verursachen. Da das Ganglion meist auf der Streckseite zu finden ist, tritt der Hauptschmerz ebenfalls hier auf. Auch können kleinere Überbeine am Ringband auf der Beugeseite lokalisiert sein. Diese können sekundär zu einer Ringbandeinengung (Ringbandstenose) führen und im sogenannten Schnappdaumen enden. Oftmals sind Daumen-Schmerzen bei Verletzungen, wie Brüchen, Zerrungen, Prellungen, Bandverletzungen u.a. anzutreffen. Verletzungen können auch nach vielen Jahren zu erneuten Schmerzen im Daumen führen. Der Skidaumen entsteht meist durch das Hängenbleiben des Daumens an der Skistockschlaufe beim Sturz. Es kommt zum Riss oder Teilriss am kleinfingerseitigen Band des Daumen-Grundgelenkes mit entsprechenden Schmerzen. Daumen-Schmerzen sind auch ohne eine akute Verletzung bei einer chronischen Überlastung des Daumens zu beobachten. Die Ursachen können beruflicher oder sportlicher Natur sein. Hier löst eine immer wiederkehrende Reizung (repititive injury) des Gelenkes oder der benachbarten Strukturen durch Mikroverletzungen die Schmerzen im Daumen aus. Die Arthrose ist eine Verschleiß-Erkrankung, die sich im Röntgenbild zunächst durch Kalkanlagerungen, Knorpelschwund und später ohne Gelenksspalt mit Knochenanlagerungen und Zysten zeigt. Weitere Formen sind die Daumengrundgelenkarthrose und die Daumenendgelenkarthrose. Die Schmerzen sind am jeweiligen Daumen-Gelenk zu finden und bei Belastung und Wetterumschwung stärker ausgeprägt. Die chronische Polyarthritis ist eine systemische Erkrankung, die meist mit Schmerzen, Schwellung, Bewegungseinschränkung an kleinen Gelenken beginnt. Die sog. reaktive Arthritis kann durch Infektionen des Darmes oder der Harnwege (Reiter Syndrom) hervorgerufen werden, wobei keine Keime sondern Antigene der Keime im betroffenen Gelenk nachweisbar sind. Bei der infektiösen, bakteriellen Arthritis können Keime im betroffenen Gelenk nachgewiesen werden. Es gibt weitere Gelenkentzündungen = Arthritiden und rheumatischen Erkrankungen, die mit Schmerzen an Gelenken, und somit auch am Daumen, einhergehen können. Knochenzysten am Daumen, wie Enchondrome, die aus Knorpelgewebe im Knochen bestehen, können sich ebenfalls durch Schmerzen bemerkbar machen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es durch eine starke Größenzunahme zu einem Einbruch oder Bruch am Knochen gekommen ist. Kahnbeinnekrose (auch Kahnbeinmalazie, M. Die Kahnbeinnekrose ist eine Handerkrankung unklarer Ursache, bei der eine Durchblutungsstörung zur Minderversorgung und somit zum langsamen Tod des Kahnbeins führt. Auch die Pseudogicht (Chondrokalzinose) können Schmerzen im Daumen verursachen.
Empfohlene Maßnahmen zur Linderung von Daumenschmerzen
Die Behandlung von Schmerzen im Daumen richtet sich nach der jeweiligen Ursache. Unabhängig davon gibt es jedoch einige allgemeine Maßnahmen, die zur Schmerzlinderung beitragen können.
1. Schonung
Die wichtigste Sofortmaßnahme bei Schmerzen im Daumengelenk ist die Schonung des betroffenen Bereichs. Vermeide belastende Aktivitäten wie schweres Heben oder wiederholte Greifbewegungen, um das Gelenk zu entlasten und eine Verschlimmerung der Beschwerden zu verhindern. Wichtig ist auch, dass der Daumen für 1-2 Tage ruhiggestellt wird.
2. Kühlung
Bei akuten Schmerzen oder Schwellungen kann eine Kälteanwendung helfen, die Beschwerden zu lindern. Lege hierzu ein in ein Handtuch gewickeltes Kühlkissen für 10 bis 15 Minuten auf den schmerzenden Daumen. Vermeide jedoch direkten Hautkontakt, um Erfrierungen zu verhindern. Kühle die betroffene Stelle.
3. Medikamentöse Therapie
Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac können helfen, Schmerzen und Entzündungen zu reduzieren. Da diese Medikamente Nebenwirkungen haben können, ist es ratsam, vor der Einnahme einen Arzt zu konsultieren. Reicht das nicht aus, kann man auch den entzündungshemmenden und schmerzlindernden Wirkstoff in Form einer Tablette zu sich nehmen. Kyttasalbe oder Retterspitz haben eine entzündungs-, und schmerzlindernde Wirkung und sollte ebenfalls 2-3 mal am Tag aufgetragen werden.
4. Bandagen und Orthesen
Spezielle Bandagen und Orthesen können das Daumengelenk stabilisieren und entlasten. Sie sind besonders hilfreich bei Überlastungen, Sehnenscheidenentzündungen und Rhizarthrose. Eine Daumenbandage, auch als Daumenschiene bekannt, kann helfen, Daumenschmerzen zu lindern. Diese schmerzfreie Position schützt den Daumen bei alltäglichen Aktivitäten. Eine Ruhigstellung des Daumens kann auch durch eine Bandage erfolgen. Dies kann man z.B. Im Falle einer Überdehnung des Daumens würde man ein bis zwei schmale Tapes in unterschiedlichen Winkeln auf den Daumen kleben. Man wird schnell den dadurch erzeugten Zug spüren. Nach ca 5 Tagen sollte man schauen, ob es zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden gekommen ist. Falls nicht, müsste eine weiterführende Diagnostik durchgeführt werden, die zeigen soll, ob vielleicht ein anderer Grund hinter den Schmerzen am Daumen steckt. Der Zug, der dadurch erzeugt wird, sollte nicht so stark sein, dass es zu Abschnürungen kommt, aber auch nicht zu locker, dass das Tape rutscht. Die Bandage sollte am Tag und in der Nacht angelegt bleiben. Die Tragezeit sollte auch hier 5 Tage nicht überschreiten, da es dann in dieser Zeit zu einer deutlichen Besserung der Beschwerden gekommen sein muss.
5. Physiotherapie und Übungen
Physiotherapeutische Maßnahmen unterstützen den Heilungsprozess: Übungen helfen Faszien, Muskeln und Bindegewebe wieder zu lösen. Auch gezielte Dehn- und Kräftigungsübungen helfen dir dabei, deinen Mausarm zu entlasten. Damit deine Hände stark und leistungsfähig bleiben, brauchen sie möglichst viele unterschiedliche Bewegungen.
- Daumenzucken: Legen Sie Ihre Handfläche mit dem Daumen nach oben auf eine flache Oberfläche, z. B. einen Tisch. Bewegen Sie Ihren Daumen sanft nach außen, weg von Ihrer Hand, und halten Sie diese Position einige Sekunden lang. Kehren Sie in die Ausgangsposition zurück und wiederholen Sie die Übung 10-15 Mal. Machen Sie diese Übung mehrmals am Tag.
- Öffnungen für die Faust: Beginnen Sie damit, Ihre Hand zur Faust zu ballen. Öffnen Sie Ihre Hand langsam, beginnen Sie mit den Fingern und dann mit dem Daumen. Strecken Sie Ihre Finger und Ihren Daumen so weit wie möglich aus und halten Sie diese Position für einige Sekunden. Schließen Sie Ihre Hand wieder zu einer Faust. Wiederholen Sie diese Übung 10-15 Mal und führen Sie sie mehrmals am Tag durch.
- Daumenkreise: Halten Sie Ihre Hand entspannt und strecken Sie die Finger aus. Machen Sie langsame, kleine kreisende Bewegungen mit Ihrem Daumen, zuerst im Uhrzeigersinn und dann gegen den Uhrzeigersinn. Machen Sie diese Bewegung 10-15 Sekunden lang. Wiederholen Sie die Übung mit Ihrer anderen Hand. Führen Sie diese Übung mehrmals am Tag durch.
- Weitere Übungen:
- Ausgangsstellung: Legen Sie Ihre Hand flächig auf den Tisch. Wiederholen Sie die Übung pro betroffener Hand 15-20 mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2-3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
- Ausgangsstellung: Die Hand liegt flach auf dem Tisch. Spreizen Sie nun den Daumen ab.
- Ausgangsstellung: Halten Sie Ihre Finger in leicht gebeugter Position. Ausführung: Bewegen Sie nun den Daumen in einer Seitwärtsbewegung vom Zeigefinger weg. Die Fingerspitze des Daumens hält jedoch weiterhin Kontakt zum Zeigefinger.
- Ausgangsstellung: Die Finger sind leicht gebeugt. Die Fingerspitze des Daumens wandert Richtung Fingerspitze des Zeigefingers.
- Alternative: Dieselbe Übung kann auch mithilfe eines Tennisballs durchgeführt werden. Ausgangsstellung: Die Finger umgreifen locker den Tennisball. Der Daumen rotiert.
- Ausgangsstellung: Greifen Sie Ihren betroffenen Daumen mit der anderen Hand nahe am Grundgelenk. Durchführung: Üben Sie nun einen leichten Zug in Verlängerung des Daumens aus. Der Zug sollte deutlich zu spüren sein, aber ebenfalls nicht schmerzhaft. Wiederholen Sie die Übung pro betroffener Hand 10-mal. Dies entspricht einem Satz. Führen Sie 2-3 Sätze durch mit jeweils circa 30 Sekunden Pause zwischen den Sätzen.
- Ausgangsstellung: Greifen Sie den Daumen mit Ihrer anderen Hand. Üben Sie leichten Zug aus. Durchführung: Suchen Sie nun mit der anderen Hand die schmerzhaften Punkte am Daumenballen. Haben Sie diese gefunden, üben Sie mit den Fingern Druck auf diese Punkte aus. Halten Sie den Druck, bis der Schmerz und die Spannung im betroffenen Bereich nachlässt. Der Handteller zeigt nach oben. Üben Sie leichten Druck auf die schmerzhaften Punkte aus.
Es ist wichtig, daran zu denken, dass diese Übungen sanft durchgeführt werden sollten und keine Schmerzen verursachen dürfen.
6. Ärztliche Abklärung
Sollten die Schmerzen trotz Schonung und Selbsthilfemaßnahmen anhalten oder sehr stark sein, ist eine ärztliche Untersuchung dringend empfohlen. Im Allgemeinen wird bei der Tendovaginitis stenosans zunächst ein konservativer Behandlungsversuch durchgeführt. Kommt es hierunter jedoch zu keiner Verbesserung der Beschwerden, sollte eine Operation durchgeführt werden.
Konservative und operative Behandlung bei Tendovaginitis stenosans
Konservativ: Die wesentlichen Pfeiler der konservativen Behandlung sind die Ruhigstellung sowie die Verabreichung entzündungshemmender Medikamente. Die Ruhigstellung kann für zwei bis drei Wochen mit einer Gipsschiene oder mit einer vorgefertigten Schiene aus dem orthopädischen Fachhandel (Orthese) durchgeführt werden. Die medikamentöse Therapie kann mit Salben (z.B. Voltarensalbe), entzündungshemmenden Tabletten (Diclofenac, Ibuprofen etc.) oder Einspritzen von Cortison in den Bereich des Strecksehnenfachs erfolgen. Die Kombination mehrer Verfahren kann den Effekt positiv verstärken.
Operativ: Da die Ursache der mechanischen Irritation der Sehne durch die räumliche Enge im ersten Sehnenfach verursacht wird, ist es Ziel der Operation, diese Enge zu beseitigen. Dies geschieht wirkungsvoll, indem man das aus Bindegewebe bestehende Sehnenfach vollständig der Länge nach spaltet. Hierzu ist ein etwa 2 cm langer Hautschnitt über dem Sehnenfach erforderlich. Der Eingriff wird ambulant unter örtlicher Betäubung durchgeführt. Nach der Operation kann die Hand sofort frei bewegt werden, eine Schiene ist nicht erforderlich.
Spezifische Behandlungen bei Rhizarthrose
Eine konservative Therapie kann die Rhizarthrose in vielen Fällen erfolgreich behandeln. Dazu gehören die Entlastung des Sattelgelenks mithilfe von Schienen, Physiotherapie zur Verbesserung von Beweglichkeit und Kraft und eine angepasste Schmerztherapie mit entzündungshemmenden Präparaten. Im fortgeschrittenen Stadium kann der Handspezialist eine fortgeschrittene Arthrose im Daumensattelgelenk operativ behandeln, um die volle Funktion der Hand im Alltag wiederherzustellen.
Im frühen Stadium der Rhizarthrose können Schmerzmittel aus der Gruppe der nichtsteroidalen Antirheumatika (NSAR) die knorpelzerstörende Gelenkentzündung eindämmen. Bei akuten Schmerzen gibt es die Möglichkeit, die Daumenschmerzen mit einem Lokalanästhetikum zu behandeln, um den Schmerz auszuschalten. Für ein langanhaltendes Ergebnis kann der Lokalanästhesie auch das entzündungshemmende Hormon Kortison beigefügt werden. Kortison ist jedoch nur zur gelegentlichen Anwendung geeignet. Bei abnehmender Griffstärke und Schmerzen kann eine Daumenschiene (Orthese) das Daumengrundgelenk unterstützen. Sie verleiht dem Handgelenk und dem Daumen Stabilität und Griffkraft. Schwere Lasten sollten Sie nur mit einem bequemen Griff tragen. Vermeiden Sie dauerhafte Belastungen der Finger, z. B.
Für die operative Therapie der Daumenarthrose stehen vielfältige Möglichkeiten der Handchirurgie zur Verfügung. In den Frühstadien der Rhizarthrose kann eine minimalinvasive (arthroskopische) Operation des betroffenen Gelenks die Symptome beim Patienten lindern. Bei einer Synovektomie entfernt der Arzt operativ die entzündete Gelenkschleimhaut. Bei der operativen Denervierung des Sattelgelenks werden die schmerzleitenden Nervenfasern, die das Daumengrundgelenk versorgen, durch lokale Erwärmung (Koagulation) zerstört. Diese arthroskopische Operation reduziert das Schmerzempfinden und die Schmerzweiterleitung im Daumen. Weil periphere Nerven aber eine hohe Regenerationsfähigkeit haben und sich nach einiger Zeit wieder mit ihrem Zielgebiet verbinden, ist die Denervation nur vorübergehend wirksam. Die Trapezektomie entfernt das verschlissene Daumensattelgelenk. Kombiniert mit einer Sehnenplastik bringt dieser Eingriff für den Patienten die stabile Funktion des Daumens zurück. Die Schmerzen verringern sich zuverlässig und der Patient erhält seine Griffkraft dauerhaft zurück. Die Versteifungsoperation (Arthrodese) des Daumengelenks führt der Operateur mithilfe von Schrauben durch. Im Vergleich zu einem durch Arthrose zerstörten Gelenk kann diese Maßnahme ebenfalls Griffkraft, Schmerzsituation und Handfunktion des Patienten deutlich verbessern. Die Beweglichkeit des Daumens nimmt durch diesen Eingriff deutlich ab. Bei fortgeschrittener Arthrose des Daumens ist es möglich, das Daumengelenk durch eine Prothese des Daumensattelgelenks zu ersetzen.
Vorbeugung von Daumenschmerzen
- Ergonomie am Arbeitsplatz: Achten Sie auf eine ergonomische Gestaltung Ihres Arbeitsplatzes, insbesondere bei Tätigkeiten, die den Daumen stark beanspruchen. Ergonomisch geformte Computermäuse sind an deine natürliche Handhaltung angepasst. Mit einer ergonomischen Ausstattung in deinem Gaming-Zimmer entlastest du deinen Rücken, deine Schulterpartie, deinen Arm und deine Hand.
- Regelmäßige Pausen: Vor allem Vieltipper:innen und Nutzer:innen größerer Handydisplays sollten regelmäßig und bewusst Pausen einlegen. Lockerungen des Daumengelenkes und Dehnübungen des Unterarms wirken einem Handydaumen entgegen.
- Vermeidung einseitiger Belastung: Die nachhaltigste Maßnahme ist jedoch, das einseitige Tippen weitestgehend zu vermeiden und sich ganz auf das Tippen mit zwei Daumen umzustellen. Hierbei müssen selbst auf größeren Displays von den Daumen nicht zu große Distanzen gegriffen werden und der einzelne Daumen wird nicht mehr überdehnt. Ebenso kann die Hand, die das Smartphone nutzt, gewechselt werden. Außerdem hilft es, das Telefon beim Schreiben auf einen festen Untergrund zu legen. Oder Sie telefonieren ganz einfach mal wieder und nutzen Sprachnachrichten.
- Ausgleichssport: Als Gegengewicht zum digitalen Sport solltest du möglichst viel Bewegung in deinen Alltag einbauen: Nimm die Treppe statt des Fahrstuhls. Erledige kürzere Wege zu Fuß oder mit dem Fahrrad. Plane mindestens 150 bis 300 Minuten klassischen Sport pro Woche in deinen Alltag ein. An zwei oder mehr Tagen pro Woche ist ein zusätzliches Krafttraining sinnvoll, um sämtliche wichtige Muskelgruppen zu stärken. Damit folgst du den Bewegungsempfehlungen der WHO für Erwachsene. Nutze Gaming-Pausen für gezielte Übungen: Steh auf, strecke dich oder wechsle deine Sitzposition. Sorge für Entspannung und Ausgleich für den Stress beim wettbewerbsorientierten Gaming und beim E-Sport.
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