Nierenschmerzen, Nervenschmerzen und Nierensteine: Ein umfassender Überblick

Nierenschmerzen können ein belastendes Symptom sein, das oft mit Rückenschmerzen verwechselt wird. Die Unterscheidung ist jedoch entscheidend, da Nierenschmerzen auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen können. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über Nierenschmerzen, ihre Ursachen, Begleitsymptome und Behandlungsmöglichkeiten, einschließlich des Zusammenhangs mit Nierensteinen und möglichen Nervenschmerzen.

Ursachen von Nierenschmerzen

Nierenschmerzen können vielfältige Ursachen haben, die von harmlosen Muskelverspannungen bis hin zu schwerwiegenden Erkrankungen reichen. Es ist wichtig, die genaue Ursache zu ermitteln, um eine angemessene Behandlung einzuleiten.

Muskelverspannungen und Bewegungsmangel

Muskelverspannungen und Bewegungsmangel können zu Nierenschmerzen führen, da die Nieren von Muskeln umgeben sind, die bei Verspannungen Druck auf die Nieren ausüben können. Insbesondere die Rücken- und Bauchmuskulatur können sich auf die Nieren auswirken. Bei zu wenig Bewegung können sich diese Muskeln verkürzen und schwächer werden, was zu Verspannungen und Schmerzen führen kann. Langes Sitzen am Schreibtisch, eine schlechte Schlafhaltung sowie eine durchgelegene Matratze oder das falsche Kissen können Schmerzen im Nierenbereich auslösen. Regelmäßige körperliche Aktivität und Dehnübungen können helfen, Muskelverspannungen vorzubeugen.

Blasenentzündung

Eine Blasenentzündung kann ebenfalls Nierenschmerzen verursachen. Bei einer Blasenentzündung ist die Schleimhaut oder die gesamte Wand der Harnblase entzündet, was oft mit Schmerzen beim Wasserlassen einhergeht. Wenn diese Entzündung nicht behandelt wird, können Bakterien in die Nieren aufsteigen und eine Nierenbeckenentzündung auslösen, die sich in starken Flankenschmerzen äußert. Weitere Symptome sind Fieber, Schüttelfrost, Erbrechen, Unterleibskrämpfe, Blut im Urin und häufiger Harndrang. Eine frühzeitige Behandlung der Blasenentzündung ist wichtig, um eine Ausbreitung der Infektion auf die Nieren zu vermeiden.

Nierensteine

Nierensteine sind eine häufige Ursache für einseitige Schmerzen im Nierenbereich. Sie entstehen durch die Ansammlung von Salz und Mineralien im Urin, die sich im Laufe der Zeit zu festen Kristallen verbinden können. Wenn sich diese Kristalle vom Nierenbecken durch die Harnwege zur Blase bewegen oder sogar die Harnleiter blockieren, kann dies zu starken, krampfartigen Schmerzen führen. Männer sind statistisch gesehen häufiger von Nierensteinen betroffen als Frauen.

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Wenn Steine aus dem Nierenbecken in den Harnleiter gelangen, machen sie sich häufig durch krampfartige, kolikartige Schmerzen bemerkbar, die in Wellen verlaufen. Der kolikartige Schmerz entsteht dadurch, dass sich der Urin vor dem Stein aufstaut und der Harnleiter durch Bewegungen versucht, den Stein in Richtung Blase zu bewegen. Verursacht ein Nieren- oder Harnleiterstein eine Entzündung des Nierenbeckens, können auch starke dumpfe Schmerzen im Bereich der Nieren hinzukommen. Aber nicht immer verursachen Steine der ableitenden Harnwege Schmerzen.

Arten von Nierensteinen

Grundsätzlich sind Nierensteine eine sehr häufige Erkrankung, die ca. 5 % aller Menschen in diesem Land im Rahmen ihres Lebens betreffen werden. Die häufigsten Nierensteine sind die sogenannten Calciumoxalatsteine, die man in der Röntgenuntersuchung als Schatten-gebende Steine darstellen kann. Ursachen hierfür könnten allgemeiner Natur sein, wie zum Beispiel Bewegungsmangel oder falsche Ernährung, oder aber auch zu geringe Trinkmenge. Die zweithäufigsten Steine stellen die sogenannten Harnsäuresteine dar, sie bilden ca. 5-10% aller Nierensteinpatienten und sie können auftreten zum Beispiel im Rahmen von einer Gicht, aber auch bei zu viel Zellumsatz zum Beispiel im Rahmen von einer Chemotherapie bei einer Krebserkrankung. Des Weiteren gibt es die Calciumphosphat Steine, die auch in der Röntgenuntersuchung sich schattengebend darstellen. Hier sollte man eine Erkrankung der Nebenschilddrüse ausschließen. Seltener Steinleiden sind die Struvitsteine oder Infekt-Steine, die insbesondere im Rahmen von Entzündungen auftreten können. Das Besondere hierbei ist das diese sich besonders im basischen Milieu, also bei einem geringen Säuregehalt des Urins bilden und man die mit einer Ansäuerung des Urins auch medikamentös unterstützend behandeln kann.

Symptome von Nierensteinen

Ganz typisches Symptom für einen Nierenstein ist ein sehr heftiger, plötzlich eintretender wellenartiger Schmerz in der rechten oder linken Flanke. Dieser Schmerz ist für die Patienten/-innen unerträglich und sie versuchen durch eine ständige Lageveränderung eine Schmerzlinderung zu erzielen. Wenn der Stein dann den Harnleiter weiter nach unten wandert, kann auch der Schmerz weiter in den Bauch wandern, zum Beispiel dann in den Unterbauch auch ausstrahlen oder aber auch beim Mann in den Hoden, wenn er direkt vor der Blase liegt oder bei der Frau in die große Schamlippen. Des Weiteren können Steine Harnwegsinfektionen machen oder aber auch Blut im Urin.

Diagnose von Nierensteinen

Am Anfang steht die gute Befragung des Patienten. Hierbei ist wertzulegen darauf, ob der Patient so eine Episode schon mal gehabt hat, was er sehr typisch beschreiben kann und natürlich ob andere Risikofaktoren für ein Nierensteinleiden vorliegen. Bei der körperlichen Untersuchung schaut man ob es sich um der Differentialdiagnosen Rückenschmerz handelt oder auch andere Erkrankungen aus dem Bauchraum, zum Beispiel ein akutes Gallensteinleiden, eine Blinddarmentzündung oder eine Zwölf-Finger-Darmentzündung hier vorliegt. Danach folgt die Urinuntersuchung. In der Ultraschalluntersuchung kann man Nierensteine in der Niere sehr gut sehen oder aber auch, wenn sie im Harnleiter liegen machen sie typischerweise eine Harnstauung, was sich in der Ultraschalluntersuchung eben ganz gut darstellen lässt.

Behandlung von Nierensteinen

Nierensteine sollten unbedingt dann behandelt werden, wenn sie in den Harnleiter gefallen sind und hier einen Harn Stau verursachen, der auch zu einer Entzündung führt. Diese Entzündung kann lebensbedrohlich sein und in dieser Situation ist es notwendig, eine Urinpassage wiederherzustellen. Das kann man entweder dadurch machen, dass man in einer kurzen Narkose durch die Harnröhre in die Blase geht und an dem Stein vorbei einen inneren Schlauch, eine sogenannte Harnleiterschiene legt, so dass der Urin von der Niere in die Blase fließen kann oder aber man punktiert die Niere unter Ultraschall , Steuerung von Außen, so dass dann der Urin, der entzündete Urin aus dem Nierenbecken wieder abfließen kann.

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Es gibt heute verschiedene instrumentelle verfahren um Nierensteine behandeln zu können. Liegt der Stein in der Niere kann man ihn zum Beispiel mit einer extrakorporalen Stoßwellen Lithotripsie behandeln. Eine weitere Möglichkeit ist, das man den Stein mit einer Harnleiterspiegelung behandelt, dies bedeutet dass man ein Eingriff bei einer kurzen Narkose macht, wo man durch die Harnröhre durch die Blase geht und dann ein kleines Instrument in den Harnleiter einführt und entweder den Stein im Harnleiter mit einem kleinen Körbchen herausführt oder aus der Niere mit einem kleinen Körbchen oder aber auch den Stein dort erst mal zertrümmert, zum Beispiel mit einem Laser oder einem kleinen Ultraschallgerät und dann die Steinfragmente herausholt.

Harnleitersteine die im unteren oder mittleren Harnleiterdrittel liegen, werden am besten mit einer Harnleiterspiegelung entfernt. Hierbei wird entweder ein starres oder ein flexibles Harnleiterspiegelungsinstrument durch die Harnröhre in die Blase eingebracht und dann in den Harnleiter vorgeschoben. Ist das primär nicht möglich, dann wird am den Stein vorbei eine Harnleiterschiene gelegt, so dass die Urinpassage von der Niere in die Blase gewährleistet ist. Diese Harnleiterschiene kann dann verbleiben, damit kann man rumlaufen und alles machen.

Das Prinzip der Stoßwellentherapie ist, dass der Patient in Rückenlage gelagert wird und man dann den Nierenstein von außen mit einer Stoßwelle fokussiert und zerkleinert, so dass die Nierensteinfragmente über den Harnleiter dann spontan abgegeben werden können.

Eine Stoßwellentherapie bei Nierensteinen darf nicht durchgeführt werden, wenn die Patienten blutverdünnende Medikamente einnehmen, die das Blut sehr dünn machen und die sie aufgrund, zum Beispiel von Herzerkrankungen einnehmen und diese Medikamente nicht pausieren müssen. Dann wäre das Risiko einer Blutung unter einen Stoßwellentherapie zu groß und diese sind für eine ESWL nicht geeignet.

Bei einer Stoßwellentherapie zerkleinert man den Stein und die Steinfragmente können in den Harnleiter fallen. Eine Folge davon kann sein, dass der Harnleiter durch diese Steinfragmente blockiert wird und der Urin nicht mehr von der Niere in die Blase fließen kann. Das führt zu einem zu starken Schmerzen für den Patienten, kann aber auch schwere Entzündungen verursachen. Das würde bedeuten dass man dann entweder eine Harnleiterspiegelung machen muss um den Stein primär zu bergen.

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Ein andere medikamentöser Theraphieansätze ist die Behandlung von Steinen die im insbesondere unteren Harnleiter liegen und hier kann man durch die Gabe von Alphablockern, die wir sonst in der Behandlung der gutartigen Prostatavergrößerung einsetzten, den unteren Harnleiter erweitern, so dass die spontane Steinpassage dann erleichtert wird.

Vorbeugung von Nierensteinen

Leider ist es so das Patienten einen Nierenstein haben ein ca. 70% Risiko haben das dieser Nierenstein im Rahmen des weiteren Lebens die nochmal einen Nierenstein erleiden. Wichtig ist hierbei primär die Analyse des Steins und auch eine Diagnostik im Sinne von einer Hormon- und primär Urindiagnostik, um hier eine gute Beratung im Bezug auf das Verhalten und zur Verminderung des Rezidiv Risikos durchzuführen. Wichtig ist auch eine aufrechte Haltung einer ausreichenden hohen Trinkmenge, die im Winter 1,5l bis 2l vielleicht sogar höher bei Rezidiv Stein Bildnern von 2,5l bis 3l und im Sommer eben angepasst an die Jahreszeiten eben mehr betragen sollte.

Eine ausreichende Trinkmenge gut verteilt über den Tag ist das A & O, um das Risiko für Nierensteine zu vermindern.

Nierensteine ohne Symptome müssen dann behandelt werden, wenn sie eine kritische Größe erreichen, die es wenig wahrscheinlich macht, dass der Stein ohne Probleme den Harnleiter passieren kann. Sollte der Stein aber durch mehrere Jahre, zum Beispiel im unteren Bereich der Niere liegen und überhaupt keine Beschwerden machen, so muss man sich gut überlegen ob man den Stein überhaupt behandeln soll.

Andere Erkrankungen

Auch andere Erkrankungen können Schmerzen in den Nieren verursachen, wie beispielsweise eine Entzündung der Nierenkörperchen. Die sogenannte Glomerulonephritis kann infolge einer Autoimmunerkrankung oder der Einnahme bestimmter Medikamente entstehen und sogar zum Nierenversagen führen. Typische Anzeichen hierfür sind Blut im Urin, häufiger Harndrang oder Eiweiß im Urin. Weiterhin können Zystennieren der Grund für die Schmerzen sein. Dies ist eine erblich bedingte Erkrankung, bei der sich zahlreiche flüssigkeitsgefüllte Hohlräume (Zysten) in den Nieren bilden. Die Folge sind Flankenschmerzen, Harnwegsinfekte und Bluthochdruck. In einigen Fällen kann eine Zystenniere langfristig zu Nierenversagen führen. Weitere Erkrankungen, die Nierenschmerzen auslösen können, sind entzündete Nierenkanälchen, ein fortgeschrittener Nierentumor oder akutes oder chronisches Nierenversagen.

Nierenschmerzen in der Schwangerschaft

Nierenschmerzen in der Schwangerschaft kommen relativ häufig vor. Die Ursache hierfür ist meist der sogenannte Nierenstau. Dazu kommt es, da die Gebärmutter und das heranwachsende Kind mit fortschreitender Schwangerschaft mehr und mehr Platz benötigen. Dabei kann es sein, dass die beiden Harnleitern mehr oder weniger stark abgedrückt werden. Je stärker der Harnabfluss gehemmt wird, desto stärker ist der Nierenstau. Im Ultraschall erkennt man dies an den geweiteten Nierenkelchen, Nierenbecken und Harnwegen. Außerdem wird die Peristaltik der Harnwege (aktive Muskelbewegung zum Abtransport des Harns) träger. Diese Veränderungen führen dazu, dass der Harn langsamer von den Nieren zur Blase abfließt. Dabei spricht man bereits von einer leichten Form des Nierenstaus.

Etwa 90 Prozent aller Schwangeren haben diese Form von Nierenstau, der unbedenklich ist und in der Regel beschwerdefrei verläuft. Sind die Nierenkelche, Nierenbecken und Harnwege jedoch stark erweitert, handelt es sich um eine schwere Form von Nierenstau und kommt circa bei drei Prozent der werdenden Mütter vor. Beide Nieren können vom Nierenstau betroffen sein. Meistens ist es jedoch die rechte Niere, die die Schmerzen verursacht. Das liegt zum einen daran, dass ein Teil des Darmes den linken Harnweg vor Quetschungen schützt. Zum anderen drücken die Gebärmutter und ein auf der rechten Seite gelegenes Blutgefäß, die Vena ovarica, stärker auf den rechten Harnweg.

Wenn der Urin langsamer abfließt, verringert sich auch die reinigende Spülwirkung von Harn, was zu Infektionen in der Harnröhre führen kann. Zudem ist während der Schwangerschaft die sogenannte Filtrationsrate der Niere erhöht, wodurch unter anderem mehr Blutzucker (Glukose) abgegeben wird. Das ist ein geeigneter Nährboden für Bakterien. Infektionen in den Harnwegen können bis in die Nieren aufsteigen und zu einer, mitunter chronischen, Nierenbeckenentzündung führen, weshalb sie behandelt werden sollten. Weitere Folgen von Bakterien im Urin sind u. a.: Präeklampsie, ein geringes Geburtsgewicht oder eine vorzeitige Entbindung.

Unterscheidung von Nierenschmerzen und Rückenschmerzen

Es ist oft nicht leicht, Nierenschmerzen von Rückenschmerzen zu unterscheiden. Vor allem dann, wenn sie zum ersten Mal auftreten und man noch nicht in der Lage ist, die Schmerzen richtig einzuschätzen. Die Nieren befinden sich rechts und links neben der Wirbelsäule, ungefähr in Höhe der beiden untersten Rippen. Dort liegen sie eingebettet in schützenden Fettkapseln. Oben auf jeder Niere befindet sich die Nebenniere, die für die Hormonproduktion zuständig ist. Leiden Sie unter Schmerzen in diesem Bereich, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Beschwerden von den Nieren ausgehen. Da allerdings auch Rückenschmerzen in diesen Bereich ausstrahlen können, kann eine andere, nierenunabhängige Ursache nicht direkt ausgeschlossen werden.

Ob die Nieren tatsächlich der Grund für die Schmerzen sind, können Sie mit Hilfe eines Klopftests herausfinden. Klopfen Sie dafür mit Ihrer Handkante leicht in die Seiten, etwa eine halbe Handbreite über dem Beckenkamm. Kommt es dabei zu Schmerzen, sind mit großer Wahrscheinlichkeit die Nieren der Auslöser. Im Gegensatz zu Rückenschmerzen treten Nierenschmerzen außerdem konstant auf, gelegentlich auch krampfartig. Schmerzen vom Rücken ausgehend beeinträchtigen dagegen häufig die Bewegung und können zu einer gebückten Haltung führen, was für Nierenschmerzen eher unüblich ist. Treten nachts beidseitige Schmerzen auf, sind häufig Wirbelsäulenbeschwerden die eigentliche Ursache. Oft sind auch Muskelverspannungen oder Abnutzungserscheinungen der Grund für Rückenschmerzen. Falls Sie sich unsicher sind, kann eine gezielte ärztliche Untersuchung Aufschluss über die Herkunft der Schmerzen geben.

Die Schmerzen spürt man bei Harnsteinen und Nierensteinen vor allem im Rücken. Wobei im Rücken vor allem der seitliche, untere Rücken, also die Flanken, betroffen ist. Die Schmerzen machen sich meist eher einseitig bemerkbar. Nierenschmerzen verändern sich im Unterschied zu Rückenschmerzen auch bei Bewegung kaum. Sie treten auch in Ruhe auf.

Begleitsymptome von Nierenschmerzen

Nierenschmerzen sind keine Seltenheit und machen sich durch ausgeprägte Flankenschmerzen bemerkbar, die in mittlerer Höhe des Rückens auftreten. Im Gegensatz zu häufigen Rückenschmerzen treten sie - unabhängig von Körperbewegungen des Rumpfes - konstant auf, gelegentlich auch krampfartig. Ein weiteres Begleitsymptom bei Nierenschmerzen ist häufiger Harndrang. Wenn nur eine der beiden Nieren betroffen ist, zeigen sich die Schmerzen nur auf einer Seite des Körpers. Es kann jedoch auch zu Schmerzen auf beiden Seiten kommen, die links und rechts neben der Wirbelsäule spürbar sind und sich teilweise bis in den Unterbauch erstrecken können. Egal ob in Bewegung oder im Liegen, die Schmerzen sind deutlich spürbar und können ein unangenehmes Gefühl verursachen.

Oftmals werden Nierenschmerzen durch eine einfach falsche Schlaf- oder Liegeposition verursacht. Werden die Schmerzen aber von weiteren Symptomen wie Übelkeit und Erbrechen, Fieber und Schüttelfrost, Blut im Urin, verminderte Harnmenge, Schmerzen beim Wasserlassen, allgemeines Unwohlsein oder Müdigkeit und Abgeschlagenheit begleitet, liegt höchstwahrscheinlich eine zugrundeliegende Erkrankung (z. B. Nierenbeckenentzündung) vor, die schnellstmöglich ärztlich abgeklärt werden sollte.

Was tun gegen Nierenschmerzen im Liegen?

Treten Nierenschmerzen vorrangig im Liegen auf, weisen diese mit hoher Wahrscheinlichkeit auf eine Beeinträchtigung der Wirbelsäule oder der Muskulatur hin. Die Schmerzen in der Wirbelsäule können von der Halswirbelsäule bis hin zur Lendenwirbelsäule reichen. Auslöser für die Schmerzen sind meist entweder eine falsche Matratze oder eine falsche Liege- oder Schlafposition. Auch Muskelschmerzen im Sinne von Verspannungen können ursächlich sein.

Die beste Schlafposition bei Nierenschmerzen

Wenn Sie im Liegen oder nach dem Aufwachen häufiger unter Schmerzen im Nierenbereich leiden, kann eine schlechte Schlafposition durchaus eine Ursache für die Beschwerden sein. In diesem Fall kann allerdings schnell Abhilfe geschaffen werden. Um dem Schmerz vorzubeugen, sollten Sie nachts also eine gesunde Schlafposition einnehmen. Nicht unbedingt zu empfehlen ist hierbei die Bauchlage. Denn diese ist nicht die gesündeste Schlafposition, da die Wirbelsäule dabei unnatürlich gekrümmt wird. Das kann dann zu einer Belastung der Rückenmuskulatur und auch zu Schmerzen im Nierenbereich führen. Hinzu kommt, dass beim Schlafen auf dem Bauch der Druck auf die Nieren erhöht wird, was Schmerzen auslösen kann. Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, eher auf dem Rücken oder der Seite zu schlafen.

Etwas besser als die Bauchlage ist die Seitenlage. Doch auch in dieser Position werden die Wirbelsäule, das Becken und die Kniegelenke beeinträchtigt, weshalb Sie hier unbedingt auf die Wahl der richtigen Matratze achten sollten. Wird der Körper in der Seitenlage nicht ausreichend gestützt, kommt es zu Verspannungen, Rückenschmerzen sowie Schulter- und Nackenschmerzen. Eine punktelastische Matratze ist hier sehr hilfreich. Zudem empfiehlt es sich, ein stützendes Lagerungskissen zu verwenden.

Die vorteilhafteste Liegeposition bei Nierenschmerzen und Rückenproblemen ist aus ergonomischer Sicht die Rückenlage. Die Wirbelsäule wird dabei in ihrer natürlichen, doppelten S-Form leicht gekrümmt und ist von Kopf bis zu den Lenden in einer geraden Linie angeordnet. Achten Sie jedoch darauf, dass sich Ihr Kopf immer in der orthopädisch korrekten Position befindet, um Nacken- und Schulterschmerzen vorzubeugen. Ein Nackenstützkissen kann hier behilflich sein. Ebenso ist eine stützende Matratze wichtig, damit Ihr Körper den nötigen Halt bekommt und sich vollständig entspannen kann.

Die richtige Matratze macht den Unterschied

Nicht immer reicht es aus, nur die eigene Schlafposition zu ändern, um Schmerzen in der Nierenregion vorzubeugen. Auch mit dem Zustand Ihrer Matratze sollten Sie sich befassen. Denn eine rückenschonende Haltung mag zwar schön und gut sein, sie verfehlt jedoch ihren Effekt, wenn Sie auf einer durchgelegenen Matratze schlafen, die Ihnen nicht mehr die nötige Körperstütze bieten kann. Wird Ihr Körper nicht ausreichend von der Matratze gestützt, fällt Ihre Wirbelsäule automatisch in eine Fehlstellung. Dies führt am nächsten Morgen zu unangenehmen Schmerzen, die auch den gesamten Körper beeinträchtigen können.

Achten Sie beim Kauf einer neuen Matratze unbedingt auf eine ordentliche Verarbeitung und qualitativ hochwertige Materialien. Auch sollte die Matratze ein hohes Raumgewicht haben. Dieses stellt ein sehr aussagekräftiges Qualitätsmerkmal für Matratzen dar und gibt an, wieviel Kilogramm Rohmasse in einem Kubikmeter Schaumstoff im Matratzenkern enthalten sind. Ist das Verhältnis von Schaumstoff-Rohmasse und Lufteinschlüssen ausgewogen, weist die Matratze eine gute Formstabilität auf und gibt Ihnen den nötigen Halt während des Schlafs.

Ihre Matratze sollte zudem eine hohe Punktelastizität aufweisen. Diese sorgt dafür, dass die Matratze genau an den Stellen nachgibt, wo der meiste Druck durch den Körper ausgeübt wird. In der Regel sind es die Schultern und der Rücken. Mit einer punktelastischen Matratze können diese Körperteile etwas tiefer einsinken, während der Rest der Liegefläche stabil bleibt. Die Wirbelsäule bleibt somit in ihrer natürlichen Lage und die Muskulatur kann sich entspannen.

Top 6 Tipps zur Vorbeugung gegen Nierenschmerzen

Ob durch eine Erkrankung oder einfach eine falsche Schlafposition - um Nierenschmerzen zu verringern oder zukünftig ganz vermeiden zu können, gibt es einige nützliche Tipps, die Sie befolgen können.

  1. Diät & Ernährung: Eine gesunde und ausgewogene Ernährung spielt eine wichtige Rolle. Verzichten Sie auf fettige Speisen, reduzieren Sie den Zucker- sowie Salzgehalt und nehmen Sie Lebensmittel zu sich, die wenig Eiweiß enthalten.
  2. Viel Wasser, wenig Salz: Wenn Sie mindesten…

Nervenschmerzen und Nierenschmerzen: Ein möglicher Zusammenhang

Obwohl Nierenschmerzen in der Regel nicht direkt mit Nervenschmerzen in Verbindung gebracht werden, gibt es indirekte Zusammenhänge. So können beispielsweise chronische Nierenerkrankungen oder Nierensteine zu Entzündungen und Reizungen führen, die wiederum Nervenbahnen beeinflussen und Schmerzen verursachen können. In seltenen Fällen können auch Nervenkompressionssyndrome im Bereich der Wirbelsäule sowohl Rückenschmerzen als auch Nierenschmerzen verursachen.

Wann sollte man einen Arzt aufsuchen?

Es ist ratsam, einen Arzt aufzusuchen, wenn Nierenschmerzen plötzlich auftreten, sehr stark sind oder von anderen Symptomen wie Fieber, Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen oder Blut im Urin begleitet werden. Auch bei chronischen Nierenschmerzen, die sich trotz konservativer Maßnahmen nicht bessern, sollte ein Arzt konsultiert werden, um die Ursache abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.

Die Ärztin oder der Arzt wird Sie dann körperlich untersuchen, eine Urinprobe nehmen und eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraums und der Nieren durchführen. Hiermit kann ein Aufstau des Urins in die Nieren erkannt werden. In manchen Fällen wird anschließend noch eine CT-Untersuchung durchgeführt.

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