Nervenschmerzen im Unterschenkel: Ursachen, Symptome und Behandlungsmöglichkeiten

Nervenschmerzen im Unterschenkel sind ein weit verbreitetes, aber oft missverstandenes Problem, das auf eine Schädigung oder Irritation der Nerven hinweist. Diese Schmerzen können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und erfordern oft eine fundierte medizinische Beurteilung.

Was sind Nervenschmerzen im Unterschenkel?

Nervenschmerzen im Bein sind eine spezielle Art von Schmerz, die ihren Ursprung im Nervensystem hat. Im Gegensatz zu anderen Schmerzarten, die möglicherweise durch Verletzungen oder Entzündungen verursacht werden, resultieren Nervenschmerzen aus Schädigungen oder Irritationen der Nerven selbst. Diese Schmerzen können durch eine Vielzahl von Faktoren wie Diabetes, Alkoholmissbrauch, Verletzungen oder Krankheiten wie Multiple Sklerose ausgelöst werden und äußern sich oft in einer Vielzahl von empfundene Symptomen.

Typische Symptome von Nervenschmerzen im Unterschenkel

Die typischen Symptome von Nervenschmerzen im Bein sind äußerst unangenehm und können Ihre Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Zu den häufigsten Beschwerden zählen:

  • Brennende Schmerzen: Viele Betroffene beschreiben den Schmerz als stechend oder brennend, der oft in episodischen Schüben auftritt und bis in die Zehen ausstrahlen kann.
  • Kribbeln und Taubheitsgefühl: Ein häufiges Symptom sind auch Empfindungen wie Kribbeln oder Taubheit im Bein. Diese können sporadisch auftreten oder konstant vorhanden sein, was das Gehen und die Durchführung alltäglicher Aktivitäten erschwert.
  • Muskelverspannungen: Zusätzlich können Muskelverspannungen und -krämpfe auftreten, die die Beweglichkeit einschränken und unangenehm sein können.
  • Schwäche in den Beinen: Eine Schwäche in den Oberschenkeln oder Waden kann ebenfalls auftreten, was das Risiko von Stürzen oder Verletzungen erhöht.
  • Schmerzempfindlichkeit: Betroffene berichten häufig von einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Berührung oder Druck im betroffenen Bereich. Ein leichtes Berühren des Beins kann extreme Schmerzen auslösen.
  • Verstärkter Schmerz bei Bewegungen: Oftmals werden die Schmerzen durch Bewegung oder bestimmte Körperhaltungen verstärkt. Aktivitäten wie Sitzen

Viele Patienten berichten, dass die Schmerzen häufig nachts intensiver werden, was den Schlaf erheblich stören kann. Die Schmerzen treten oft plötzlich auf und werden als brennend, schneidend oder sogar bohrend beschrieben. Es ist wichtig zu beachten, dass Nervenschmerzen sowohl akut als auch chronisch auftreten können, wobei die chronischen Schmerzen oft das tägliche Leben stark einschränken und zu einer ständigen Belastung werden. Begleitend können Empfindungsstörungen wie Missempfindungen, Taubheitsgefühle oder das unangenehme Gefühl von „Ameisenlaufen“ auftreten, die sich insbesondere bei Belastung verstärken und in den betroffenen Beinen lokalisiert sind.

Ursachen von Nervenschmerzen im Unterschenkel

Wenn Sie unter Nervenschmerzen im Bein leiden, ist es wichtig zu verstehen, dass diese Schmerzen oft auf eine Schädigung oder Beeinträchtigung der Nerven zurückzuführen sind. Nervenschmerzen, auch als neuropathische Schmerzen bekannt, sind ein komplexes Phänomen, das sowohl durch periphere als auch durch zentrale Ursachen ausgelöst werden kann. Sie können sich als brennendes, stechendes oder einschießendes Gefühl äußern und häufig mit einer Überempfindlichkeit auf Berührungen einhergehen.

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Hier sind einige der häufigsten Ursachen für Nervenschmerzen im Bein, die Sie kennen sollten:

  • Diabetes mellitus: Diese Stoffwechselerkrankung kann zu diabetischer Neuropathie führen, einer Form der Nervenschädigung, die typischerweise in den Beinen auftritt und mit Schmerzen, Taubheit und Schwäche einhergeht.
  • Multiple Sklerose: Eine autoimmune Erkrankung, bei der das Immunsystem das zentrale Nervensystem angreift, was zu Nervenschäden und damit verbundenen Schmerzen führen kann.
  • Autoimmunerkrankungen: Erkrankungen wie Lupus oder rheumatoide Arthritis können ebenfalls die Nerven schädigen und zu Nervenschmerzen führen.
  • Verletzungen: Mechanische Verletzungen wie Quetschungen oder Knochenbrüche können Nerven verletzen, was zu akuten oder chronischen Schmerzen führt.

Verletzungsbedingte Ursachen sind ein weiterer wichtiger Aspekt, den Sie beachten sollten. Mechanische Verletzungen, die durch Unfälle, Sport oder Stürze verursacht werden, können Nerven schädigen oder komprimieren. Diese Verletzungen führen oftmals zu Entzündungen oder Narbengewebe, das die Nervenfunktion beeinträchtigen kann und zu Nervenschmerzen führt. Zudem können Stoffwechselstörungen wie Diabetes zu erheblichen Nervenschäden führen, da bei kontinuierlich hohen Blutzuckerwerten die Nervenfasern geschädigt werden, was als diabetische Neuropathie bekannt ist.

Weitere mögliche Ursachen sind:

  • Polyneuropathie: Bei einer Polyneuropathie erkranken periphere Nerven - das sind die Nerven außerhalb von Gehirn und Rückenmark. Oft kommt es zu Brennen, Kribbeln, Taubheitsgefühlen oder Schmerzen, meist in Füßen und Beinen. Ursachen können Diabetes, Alkoholkonsum oder Medikamente sein.
  • Gefäßerkrankungen: Probleme mit den Blutgefäßen, wie z.B. periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK), können zu Schmerzen im Unterschenkelbereich führen, insbesondere während des Gehens oder Trainierens. Aber auch eine Unterschenkelthrombose (tiefe Beinvenenthrombose (TVT)) kann entsprechende Symptome verursachen.
  • Nervenkompression: Kompression oder Reizung von Nerven im Unterschenkelbereich, wie z.B. durch das Tarsaltunnelsyndrom.
  • Wirbelsäulenprobleme: Ein Bandscheibenvorfall, eine Spinalkanalstenose oder ein ISG-Syndrom können für ausstrahlende Schmerzen ins Bein verantwortlich sein.
  • Infektionen: Wie eine Borreliose oder eine HIV-Infektion.
  • Vergiftungen: Etwa durch Schwermetalle wie Thallium oder Arsen.
  • Vitaminmangel: Zum Beispiel ein Vitamin-B12-Mangel.
  • Medikamente: Etwa eine Chemotherapie bei Krebs (Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie).
  • Grunderkrankungen: Wie eine Nieren- oder eine Tumorerkrankung.

Was hilft bei Nervenschmerzen im Unterschenkel?

Wenn Sie unter Nervenschmerzen im Bein leiden, wissen Sie, wie belastend und einschränkend diese Empfindungen sein können. Nervenschmerzen treten auf, wenn Nervenfasern gereizt oder geschädigt sind, was oft zu stechenden, brennenden Schmerzen sowie Taubheitsgefühlen führen kann. Eine gezielte Behandlung ist daher unerlässlich, um die Lebensqualität wiederherzustellen und die Beschwerden zu lindern. In der Regel wird die Behandlung individuell auf Ihre Bedürfnisse abgestimmt und kann verschiedene medikamentöse Ansätze umfassen. Häufig kommen dabei Schmerzmittel, Antidepressiva oder Antiepileptika zum Einsatz, um die Schmerzintensität zu verringern. Oft werden diese Medikamente in Kombination mit weiteren Therapien eingesetzt, um eine umfassende Linderung zu erreichen.

Zusätzlich können Wärmeanwendungen, wie warme Kompressen oder heiße Bäder, eine erhebliche Erleichterung bringen, indem sie Verspannungen lösen und die Durchblutung fördern. Physikalische Therapien, insbesondere Physiotherapie, sind ebenfalls sehr effektiv, da sie dazu beitragen, die betroffenen Muskeln zu stärken und die Mobilität zu verbessern. In bestimmten Fällen können minimalinvasive Verfahren wie Nervenblockaden in Betracht gezogen werden, um gezielt Schmerzen zu lindern. Um Nervenschäden langfristig vorzubeugen, sind präventive Maßnahmen wie regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung von zentraler Bedeutung. Diese fördern nicht nur Ihre allgemeine Gesundheit, sondern helfen auch, das Risiko für weitere Nervenschäden zu reduzieren.

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Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

Nervenschmerzen im Bein können eine erhebliche Belastung für Ihr tägliches Leben darstellen. Daher ist es von entscheidender Bedeutung, eine gezielte und individuelle Behandlung zu wählen, um Ihre Symptome zu lindern und Ihre Lebensqualität zu verbessern. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich auf Schmerzen, und die Ursachen können vielfältig sein, sei es durch einen Bandscheibenvorfall, Nervenschädigungen oder andere Erkrankungen. Eine maßgeschneiderte Therapie, die auf Ihre spezifischen Bedürfnisse abgestimmt ist, ist unerlässlich, um die besten Ergebnisse zu erzielen. Physiotherapie, Bewegungstherapie und Ergotherapie spielen dabei eine zentrale Rolle, da sie helfen, die Belastung der Nerven zu reduzieren, Verspannungen zu lösen und Ihre Mobilität zu verbessern. Durch gezielte Übungen können Sie nicht nur Ihre Muskeln stärken, sondern auch die Durchblutung fördern, was zu einer Linderung der Schmerzen führen kann.

Zusätzlich zu diesen therapeutischen Ansätzen gibt es alternative Methoden wie die transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS), Akupunktur und Nervenblockaden, die wertvolle Unterstützung bieten können, insbesondere wenn herkömmliche Medikamente nicht ausreichen. TENS kann durch elektrische Impulse die Schmerzübertragung zum Gehirn blockieren, während Akupunktur die körpereigenen Heilungsprozesse anregen kann. Nervenblockaden hingegen zielen darauf ab, Schmerzsignale direkt an der Quelle zu unterbrechen. Diese Methoden können Ihnen helfen, Ihre Schmerzen besser zu kontrollieren und Ihre Lebensqualität erheblich zu steigern.

Weitere Behandlungsansätze:

  • Schmerzmittel: Für die effektive und gut verträgliche Schmerzlinderung eignet sich z. B. ein homöopathisches Komplexmittel wie neuroLoges®. Die natürliche Schmerztherapie enthält die einzigartige Dreierkombination aus Koloquinte (Colocynthis), Indianischem Wurmkraut (Spigelia anthelmia) und Gift-Sumach (Rhus toxicodendron).
  • Entspannungstechniken: Gerade bei muskulären Verspannungen kann die Anwendung von Wärme wahre Wunder bewirken. Ischiasbeschwerden lassen sich zum Beispiel durch wärmende Pflaster und Salben, ein Wärmekissen, einen Saunabesuch oder ein heißes Bad lindern. Das Abtauchen in der Badewanne tut auch der Seele gut. Die seelische Entspannung hilft dem Körper außerdem, seine Selbstheilungskräfte zu aktivieren. Damit der Rücken schön warm bleibt, sollten Sie auch auf die richtige Kleidung (lang und winddicht) achten.
  • Bewegung: Bewegung kann jedoch Verspannungen lösen, die Muskulatur stärken und Schmerzen lindern. Da körperliche Aktivität positive Emotionen fördert, profitiert auch die Seele. Das wiederum aktiviert die Selbstheilungs-kräfte und verbessert die Lebensqualität. Beginnen Sie sanft: Ein Spaziergang, behutsame Deh-nungsübungen. Wenn Sie sich unsicher sind, sprechen Sie mit einem Arzt oder Physiotherapeuten.
  • Geistige Anregung: Beschäftigungen, die guttun und uns ein Stück herausfordern, helfen dabei vom Schmerz abzulenken. Das wiederum trägt zur Verbesserung der Lebensqualität bei. Auch die aktive Kontrolle der Gedanken, ist ein wichtiges Hilfsmittel für den Alltag mit Schmerzen.

Diagnose von Nervenschmerzen im Unterschenkel

Die Diagnose von Nervenschmerzen erfolgt in der Regel durch neurologische Tests, bildgebende Verfahren wie Magnetresonanztomografie (MRT) oder Ultraschall.

Der Arzt wird zunächst die Krankengeschichte erfragen und eine neurologische Untersuchung durchführen, bei der unter anderem Sensibilität und Muskelreflexe geprüft werden.

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Weitere mögliche Untersuchungen sind:

  • Untersuchung der elektrischen Aktivität der Nerven (Elektroneurographie)
  • Untersuchung der elektrischen Aktivität der Muskeln (Elektromyographie)
  • Untersuchung von Blut- und Urinwerten: Eine Polyneuropathie ist üblicherweise nicht direkt im Blut nachweisbar. Laborwerte können aber beispielsweise Hinweise auf auslösende Krankheiten geben.
  • Entnahme und Untersuchung von Nervenwasser (Lumbalpunktion)
  • Genetische Untersuchungen
  • Nerv-Muskel-Biopsie: Dabei wird festgestellt, ob der Schaden an der Hüllsubstanz des Nerven (Myelin) oder am Nerven selbst entstanden ist. Bei bestimmten Ursachen finden sich zum Beispiel Entzündungszellen oder Amyloid-Ablagerungen.
  • Hautbiopsie: Für die richtige Diagnose ist die Quantitative Sensorische Testung mit Messung des Temperaturempfindens entscheidend. Darüber hinaus kann eine Gewebeprobe aus der Haut (Hautbiopsie) unter dem Mikroskop untersucht werden.
  • Röntgen-, Ultraschall-, MRT- und weitere Untersuchungen

Vorbeugung von Nervenschmerzen im Unterschenkel

Um Nervenschmerzen vorzubeugen, ist ein gesunder Lebensstil von großer Bedeutung. Regelmäßige Bewegung kann nicht nur das Risiko von Übergewicht, sondern auch das Risiko von Nervenschäden erheblich reduzieren. Laut medizinischen Erkenntnissen kann bereits moderate körperliche Aktivität, wie z. B. tägliches Gehen, signifikant zur Verbesserung der Nervenfunktionen und zur Linderung von Schmerzen beitragen. Schützen Sie Ihre Gesundheit, indem Sie aktiv bleiben und auf Ihren Körper hören.

Weitere vorbeugende Maßnahmen:

  • Bei Diabetes: Ist unter anderem eine möglichst gute Blutzuckereinstellung wichtig. Außerdem sollten Betroffene ihre Füße regelmäßig untersuchen und schützen.
  • Bei einer durch Alkohol ausgelösten Polyneuropathie: Sollte Alkohol gemieden und besonders auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden.
  • Regelmäßige Bewegung: Mit regelmäßiger Bewegung, z.B. durch strukturiertes Gefäßtraining.
  • Gesunde Ernährung: Ein zu hohes Körpergewicht ist eine häufige Ursache für Arteriosklerose. Mit richtiger Ernährung und einem Trainingsplan können Sie gegensteuern.
  • Blutdruckkontrolle: Erhöhte Blutdruckwerte können die Blutgefäße der Beine massiv beschädigen. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt über die Behandlung. Nehmen Sie Medikamente nach Vorschrift ein, damit diese nicht an Wirkung verlieren. Dies gilt auch für Medikamente, die das LDL-Cholesterin senken. Bevor Sie sich entscheiden, verschriebene Medikamente nicht mehr einzunehmen, sollten Sie unbedingt mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen.
  • Rauchverzicht: Rauchen zählt zu den größten Risikofaktoren.

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